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Full text of "Die päpstlichen Kanzleiordnungen von 1200-1500"

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DIE 


PÄPSTLICHEN  KANZLEIORDNUNGEN 


VON   1200-1500. 


GESAMMELT  UND  HERAUSGEGEBEN 

VON 

DR  MICHAEL  TANGL, 

PRIVATDOCENTEN  AN  DER  UNIVERSITÄT  WIEN. 


INNSBRUCK, 
VERLAG   DER  WAGNER'SCHEN  UNIVERSITÄTS-BUCHHANDLUNG. 

1894. 


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DRUCK  DER  WAGNERSCHEN  TTNIVERSlTÄTS-BUCHDRUCKEREl. 


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129077 

MAY    6     1909 


Vorwort. 

Die  Arbeit,  die  ich  hiemit  der  Oeffentlichkeit  übergebe,  stellt  sich 
die  Aufgabe,  die  officiellen  Verordnungen  der  päpstlichen  Kanzlei  von 
1200 — 1500,  oder  genauer  von  Coelestin  IIL  bis  zum  Tod  Alexan- 
ders VI.  (1191 — 1503)  zu  sammeln.  Unter  officiellen  Verordnungen 
verstehe  ich  diejenigen,  die  von  Päpsten  oder  Vicekanzlern  er 
lassen  und  in  den  Amtsbüchern  der  Kanzlei  gebucht  sind.  Zur 
Eintragung  und  Sammlung  dieser  Kanzleiordnungen  diente  in 
erster  Linie  das  officielle  Handbuch  der  Kanzlei,  der  Liber  Provin- 
cialis, wie  es  seit  dem  13.  Jahrhundert,  oder  Liber  Cancellariae,  wie 
es  von  1380  an  hiess.  In  seinen  verschiedenen  Ueberlieferungsformen 
bildet  es  auch  die  wesentliche  Grundlage  der  vorliegenden  Arbeit, 
ohne  sich  mit  ihr  jedoch  völlig  zu  decken. 

Unter  Johann  XXII.  hört  das  Kanzleibuch  auf,  einheitlich  zu 
sein.  Es  zweigen  sich  zunächst  die  Begulae  Cancellariae,  wenig  später 
auch  das  Taxbuch  ab.  Beide  in  sich  geschlossenen  Gebiete  haben  seit- 
her bereits  selbstständige  Bearbeitung  erfahren.  Es  ist  also  von  da 
an  nur  ein  Theil  des  Kanzleibuchs,  der  uns  hier  beschäftigt,  allerdings 
der  wichtigste :  der  „Liber  Constitutionum  Cancellariae",  der  die  allge- 
meinen normativen  Verfügungen  enthielt.  Aber  auch  bezüglich  der 
Verwertung  dieses  Theiles  ergaben  sich  weitere  Einschränkungen.  Be- 
reits das  Kanzleibuch  des  13.  Jahrhunderts  enthält  Stücke,  wie  die 
Brevis  Nota  über  das  erste  Lyoner  Concil  oder  die  Verordnungen 
Friedrichs  II.  und  Honorius'  III.  gegen  die  Ketzer,  deren  Eintragung 
seinerzeit  als  wünschenswert  erachtet  worden  sein  mochte,  die  aber 
heute  für  die  Kenntnis  der  Organisation  und  des  Geschäftsgangs  der 
Kanzlei   völlig   belanglos   sind.1)     Für   das    14.   und   15.  Jahrhundert 

*)  Anders  verhält  sich  die  Sache  mit  dem  Provinciale ;  auch  das  Bisthums- 
verzeichniaa  ist  an  sich  nicht  Quelle  für  die  Kenntnis  der  Kanzleiorganisation, 
konnte  aber  als  Kern  des  späteren  Kanzleibuchs  und  sicherster  Prüfstein  für 
Alter  und  Güte  der  einzelnen  Hss.   bei  der   Ausgabe  nicht  übergangen  werden. 

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IV  Vorwort. 

war  eine  Auswahl  vollends  dringend  geboten,  sollte  sich  nicht  der 
Benutzer  das  für  das  Eanzleiwesen  wirklich  Bedeutsame  aus  dem 
Wust  von  Reservationsbullen,  Privilegien  und  Indulgenzen  mühsam 
hervorsuchen. 

Glaubte  ich  mich  also  einerseits  mit  einer  nach  bestimmten  Ge- 
sichtspunkten vorgenommenen  Auslese  aus  dem  Eanzleibuch  begnügen 
zu  sollen,  so  musste  ich  andererseits  wiederholt  über  dasselbe  hinaus- 
greifen. 

Der  Liber  Cancellariae  hat  stets  vorwiegend  aber  zu  keiner  Zeit 
ausschliesslich  zur  Eintragung  der  Kanzleiordnungen  gedient.  Für 
die  frühesten  Stücke  kommt  sein  älterer  Genosse,  der  Liber  Censuum, 
mit  in  Betracht  (unten  Constit.  I.  II.);  andere  VerfügungeÄ  haben  in 
Form  der  Einzelscheda  oder  des  Entwurfs  selbstständige,  von  der 
Fassung  des  Kanzleibuchs  mehrfach  abweichende  Verbreitung  gefun- 
den. (Constit.  II,  IV,  IX  und  einzelne  Eide).  Seit  der  Errichtung  des 
Scriptorencollegs  durch  Eugen  IV.  tritt  das  Statutenbuch  der  Scrip- 
toren  als  neue  Quelle  für  c*ie  Kanzleigeschichte  hinzu.  (Constit. 
XXXVIII,  LH,  LIII,  LVI;  für  den  officiellen  Charakter  vgl.  die  Publi- 
cationsnotiz  S.  215.)  Zu  allen  Zeiten  hat  ferner  das  Register  als 
Codex  authenticus  zur  Eintragung  curialer  Verfügungen  gegolten.  So 
sind  uns  die  Anordnungen  Clemens'  V.  und  Johanns  XXII.  über  die 
Zahl  der  Scriptoren  (Constit.  X,  XIV),  Gregors  XI.  über  die  Scriptores 
litterarum  secretarum  (Constit.  XX.)  Callixts  III.  über  die  Abbrevia- 
toren  (Constit.  XLI.)  nur  in  den  Registern  erhalten.  Andere  sind  im 
Kanzleibuch  erst  später  als  einfache  Kopien  nachgetragen,  während 
die  ursprüngliche  und  officielle  Eintragung  im  Register  erfolgt  war. 
(Constit.  XLVI,  XLVII,  L.) 

Diese  gleich  dem  Kanzleibuch  streng  officiellen  Quellen  habe  ich 
in  den  mir  bekannt  gewordenen  Ueberlieferungen  zur  Ergänzung  her- 
angezogen. Dagegen  glaubte  ich  vor  all  den  zahlreichen  Formel- 
sammlungen rein  privaten  oder  doch  nicht  erweisbar  officiellen  Cha- 
rakters Halt  machen  zu  sollen,  wollte  ich  nicht  Gefahr  laufen,  jede 
feste  Scheidewand  zu  verlieren  und  Umfang  und  Abschluss  meiner 
Ausgabe  ins  Ungemessene  hinauszurücken.  Aus  diesem  Grunde  habe 
ich  auch  die  Aufnahme  des  mit  der  Unterweisung  über  die  Ausstattung 
der  litterae  cum  filo  serico  und  cum  filo  canapis  beginnenden  Formel- 
buchs, von  dem  ich  eine  Reihe  von  Ueberlieferungen  gesammelt  hatte 
(vgl.  Mittheil.  d.  Instituts  f.  österr.  GF.  12,  189),  hier  unterlassen  und 
niuss  dasselbe  gesonderter  Bearbeitung  vorbehalten. 

Der  Umstand,  dass  ich  einerseits  nur  eine  Auswahl  aus  dem 
Kanzleibuch  bot,  andererseits   wieder   darüber   hinausgieng,   war  auch 


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Vorwort.  V 

für  die  Anordnung  des  Stoffes  massgebend.  Ich  habe  ihn  systematisch 
zu  gliedern  versucht  und  mich  dazu  für  umso  eher  berechtigt  gehalten, 
als  sich  das  gesammte  Material  in  die  von  mir  geschiedenen  Gruppen 
zwanglos  einreihte  und  andererseits  die  beiden  wesentlichen  Ueber- 
lieferungen  des  älteren  Kanzleibuchs  weder  ganz  vollständig  sind,  noch 
in  der  Reihenfolge  völlig  übereinstimmen,  eine  gewisse  Willkür  in  der 
Anordnung  durch  den  Herausgeber  also  nicht  zu  vermeiden  war.1) 

Eine  besondere  Rechtfertigung  bedarf  noch  die  Anfügung  der  5. 
ganz  ausserhalb  des  Kanzleibuchs  stehenden  Gruppe  Reformationes. 
Auch  sie  theilt  mit  dem  übrigen  Material  den  streng  officiellen  Ur- 
sprung; es  sind  von  den  betreffenden  Päpsten  selbst  veranlasste  Ent- 
würfe oder  die  entsprechenden  Vorarbeiten  hiezu.  (vgl.  unten  S.  361 
die  Bemerkungen  über  die  Enquete  unter  Alexander  VI.)  Wenn  sie 
auch  Entwürfe  geblieben  und  nie  rechtskräftig  geworden  sind,  so  ist 
ihr  Wert  für  die  Kenntnis  des  päpstlichen  Kanzleiwesens  doch  ein 
ganz  bedeutender.  Von  den  langathmigen,  oft  schwer  verständlichen 
Constitutionen  aus  der  2.  Hälfte  des  15.  Jahrhunderts  hebt  sich  die 
knappe,  klare  Sprache  vortheilhaft  ab.  Ueber  die  Befugnisse  wich- 
tiger Beamten  wie  der  Secretäre  und  Referendare,  von  denen  die  Con- 
stitutionen völlig  schweigen,  erhalten  wir  hier  die  einzig  näheren 
Auskünfte..  Die  eingehenden  Reform  Verhandlungen  aus  der  Zeit  Ale- 
xanders VI.,  die  heftigen  Angriffe  der  Unterbeamten  wider  den  Chef 
(Reform  VI.),  die  gegenseitigen  Anschuldigungen  von  Bureau  zu  Bu- 
reau (Reform.  VII,  VIII,  IX)  bieten  endlich  ein  treffliches  Stimmungs- 
bild voij.  der  heillosen  Verwirrung,  in  welche  die  päpstliche  Kanzlei 
um  die  Neige  des  15.  Jahrhunderts  gerathen  war. 

Auch  der  Zeitgrenze  meiner  Ausgabe  seien  einige  Worte  gewidmet. 
Gegen  den  Ausgangskunkt  dürften  sich  ernste  Einwendungen  kaum 
erheben;  er  fallt  zusammen  mit  dem  nachweisbaren  Beginn  officieller 
Kanzleiordnungen  überhaupt.  Grösserer  Rechtfertigung  bedarf  der 
Endpunkt.  Wie  so  oft  bei  ähnlichen  Arbeiten  ist  er  auch  bei  der 
mein  igen  ein  Compromiss  zwischen  Wollen  und  Können.  Bei  den 
nicht  immer  erquicklichen  Arbeitsverhältnissen  in  Rom,  bei  der  karg 
bemessenen,  überdies  durch  allerlei  unversehene  Ferialtage  einge- 
engten Arbeitszeit2)  musste  ich  froh  sein,  bei  Schluss  meines  Aufent- 
haltes, der  sich  zunächst  weder  verlängern  noch  erneuern  liess,  an 
einem  leidlich  guten   Abschnitt  angelangt  zu  sein:     dem    Pontificat 


*)  Die  Scheidung  in  die  von  mir  gewählten  Gruppen  tritt  überdies  in  der 
Anlage  des  älteren  Kanzleibuchs  ziemlich  deutlich  hervor. 

*)  Der  Nothrui,  den  Holder-Egger  imN.  Archiv  17,  465,  hierüber  ergehen  liess, 
ist  jedem,  der  einmal  in  Rom  gearbeitet  hat,  aus  der  Seele  gesprochen. 


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VI  Vorwort. 

Alexanders  VI.  als  der  Zeit,  da  die  Miswirtschaft  an  der  Curie  so 
ziemlich  zur  Höhe  gediehen  und  der  letzte  grosse  Reformversuch  ge- 
scheitert war.  Einen  wirklichen  Abschluss  böte  nur  etwa  das  Ende 
des  Tridentiner  Concils.  Ueber  die  Weiterbildung  und  Umwandlung 
der  päpstlichen  Kanzlei  unter  dem  Eindruck  der  Reformationsbewegung, 
dem  Einfluss  des  grossen  Concils  und  der  damit  verbundenen  Neu- 
ordnung der  gesammten  Kirchen  Verfassung  überhaupt  ist  in  Born  noch 
reiches  Material  zu  heben.  Hoffentlich  ist  es  mir  in  absehbarer  Zeit 
gegönnt,  diese  Arbeiten  wieder  aufnehmen  und  fortsetzen  zu  können. 
Aus  diesem  Gesichtspunkte  habe  ich  einzelne  Constitutionen  hier 
übergangen,  die  wie  die  Neuordnung  des  Sekretärcollegs  durch  Inno- 
cenz  VIII.  („Non  debet  reprehensibile"  Bull.  Rom.  5,  330  ff.)  zeitlich 
zwar  in  den  Rahmen  meiner  Ausgabe  fallen,  sachlich  aber  sosehr  mit 
der  Legislative  der  Päpste  des  16.  Jahrhunderts  verknüpft  sind,  dass 
ich  sie  nicht  aus  dem  Zusammenhang  reissen  zu  dürfen  glaubte. 

Die  Ausgabe  enthält  zu  etwa  gleichen  Theilen  Neues  und  Wie- 
derholung von  bereits  früher  Bekanntem.  Letztere  rechtfertigt  sich 
in  den  meisten  Fällen  aus  der  besseren  handschriftlichen  Grundlage 
des  Neudrucks.  Dass  ich  vor  dem  alten  und  seltenen  Druck  Ciani- 
pini's  und  dem  schwerfällig  zu  benützenden  und  dabei  oft  recht  min- 
derwertigen Text  des  Bullarium  Romanum  nicht  Halt  machte,  wird 
mir  kaum  jemand  ernstlich  übel  nehmen;  eher,  dass  ich  auch  den 
grössten  Theil  der  erst  vor  wenigen  Jahren  durch  ErJer  bekannt  ge- 
wordenen Constitutionen  und  Formeln,  allerdings  in  anderem  und 
weiterem  Zusammenhang,  wieder  zum  Abdruck  bringe.  Dem,  was  Er- 
lers Buch  wirklich  bietet,  ist  durch  meine  Ausgabe  keine  Concurrenz 
geschaffen.  Die  Entstehungsart  beider  Arbeiten  ist  eben  grundver- 
schieden. Erler  gieng  von  Dietrich  von  Nieheim  und  seiner  literari- 
schen Thätigkeit  aus  und*  gelangte  dabei  auch  zum  Kanzleibuch,  wäh- 
rend bei  mir  das  sachliche  Interesse  an  letzterem  durchaus  überwog, 
das  persönliche  an  dem  Antheil  Dietrichs  dagegen  zurücktrat.  Wem 
daran  liegt,  speciell  das  Kanzleibuch  von  1380  in  nach  Inhalt  und 
Reihenfolge  getreuer  und  vollständiger  Wiedergabe  zu  benützen,  der 
wird  nach  wie  vor  zu  Erlers  Liber  Cancellariae  greifen  müssen. 

Darüber,  dass  es  mir  durch  meine  Ausgabe  nicht  gelungen  ist, 
Abschliessendes  zu  schaffen,  gebe  ich  mich  keiner  Täuschung  hin.  Ich 
selbst  stelle  unten  gegen  Schluss  der  Einleitung  einzelne  Acta  deper- 
dita  zusammen,  die  aufzufinden  mir  nicht  gelungen  ist.  Genaue 
Nachprüfung  wird  vielleicht  auch  die  Auswahl,  die  ich  aus  dem  spä- 
teren Kanzleibuch  traf,  da  und  dort  unzureichend  finden,  obwohl  ich 
nichts  wesentliches  übergangen  zu  haben  glaube.     Dazu   kommt  noch 


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Vorwort.  VII 

ein  Weiteres.  Ich  erwähnte  schon,  dass  neben  dem  Kanzleibuch  zu 
jeder  Zeit  auch  das  Register  Quelle  für  die  curialen  Verfügungen  ge- 
blieben ist.  •  Bei  der  gewaltigen  Anzahl  von  Bänden  würde  jedoch 
der  Erfolg  einer  Arbeit,  die  es  unternähme,  sie  lediglich  nach  Kanzlei- 
ordnungen systematisch  zu  durchforschen,  mit  der  aufgewandten  Zeit 
und  Mühe  in  keinem  Verhältnis  stehen.  Als  subsidiäre  Quelle  können 
die  Register  auch  nur  nebenbei  für  diese  Frage  untersucht  werden. 
Ich  selbst  habe,  als  ich  einen  grossen  Theil  der  Register  von  Bene- 
dict XII.  bis  Johann  XXIII.  zu  anderen  Zwecken  durchnahm,  auch 
darauf  geachtet,  allerdings  zu  einer  Zeit,  da  der  Plan  zu  dieser  Aus- 
gabe noch  nicht  gereift  war.  Die  Register  Martins  V.  und  Eugens  IV. 
hat  Ottenthai  seinerzeit  durchprüft  und  das  wesentliche  Ergebnis  für 
Kanzleigeschichte  aus  ihnen  veröffentlicht.  Die  Untersuchung  der  Register 
auö  der  2.  Hälfte  des  15.  Jahrhunderts  steht  noch  aus. 

Wird  sich  also  als  Nachlese  noch  so  manches  Neue  ergeben,  so 
dürfte  anderes  in  besserer  Ueberlieferung  zutage  kommen.  Was  be- 
züglich der  Suche  nach  Ueberlieferungen  des  Kanzleibuchs  noch  zu 
thun  bleibt,  führe  ich  unten  in  der  Einleitung  näher  aus. 

Mein  Zweck  ist  völlig  erreicht,  wenn  es  mir  gelungen  ist,  für 
die  Lehre  von  den  Papsturkunden  des  späteren  Mittelalters  ein  brauch- 
bares Hilfsbuch,  sozusagen  einen  „Codex  diplomaticus  cancellariae  apo- 
stolicae",  zu  schaffen  und  das  Interesse  der  Forschung  für  diese 
Fragen  neu  zu  beleben  und  in  Flus»  zu  bringen. 

Selbst  aus  Studien  über  das  päpstliche  Kanzlei wesen  hervor- 
gegangen, wendet  sich  die  Ausgabe  in  erster  Linie  an  den  Diploma- 
tiker;  daneben  wird  der  Canonist  manchen  neuen  Ausschluss  aus  ihr 
schöpfen,  und  auch  für  die  allgemeine  und  Kirchengeschichte  dürfte 
sie  nicht  ganz  bedeutungslos  sein.  Die  Organisation  der  grossen 
curialen  Expeditionsbehörde,  die  mit  der  ganzen  christlichen  Welt  in 
lebhaftestem  Wechselverkehr  stand,  beansprucht  an  sich  unser  Interesse. 
Die  Schäden  aber,  die  hier  vom  15.  Jahrhundert  an  immer  bedenk- 
licher einrissen,  haben  zur  allgemeinen  Verbitterung  wider  die  Curie 
und  damit  zum  Ausbruch  der  Reformationsbewegung  mehr  beigetragen, 
als  man  bisher  zuzugeben  bereit  ist.1) 

Es  obliegt  mir  schliesslich,  für  die  vielfache  Anregung  und  För- 
derung, die  mir  im  Laufe  meiner  Arbeit  zutheil  geworden  ist,  nach 
allen  Seiten  meinen  tiefstgefühlten  Dank  auszusprechen :  in  erster  Linie 
dem  hohen  k.  k.  Ministerium  für  Cultus  und  Unterricht,  dem  Director 


*)  Vgl.   die   in   ähnlichem  Sinn  gehaltene   Aeueserung  Pastors,   Gesch.   d. 
Päpste  2,  556. 


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VIII  Vorwort. 

des  Istituto  Austriaco  di  studi  storici  in  Born,  Herrn  Hofrath  v.  Sickel, 
den  Herren  P.  Heinrich  Denifle  und  D.  Pietro  Wenzel  vom  vaticani- 
schen  Archiv,  den  Praefecten  der  ßibliotheca  Vaticana  Pf  Bollig  nnd 
Monsignore  Carini,  dem  Bibliothekar  der  Bibl.  Barberini  in  Born,  D. 
Alessandro  Pieralisi,  dem  Bector  des  spanischen  Collegs  zu  Bologna, 
Commendatore  Boa  Yrazoqui,  den  Herren  Professoren  Mühlbacher  in  Wien 
und  Kaltenbrunner  und  v.  Ottenthai  in  Innsbruck.  Die  Vorstehungen 
der  Bibliothfcque  nationale  in  Paris  und  der  kgl.  Hof-  und  Staats- 
bibliothek in  München  haben  mir  einzelne  Handschriften  und  seltene 
Drucke  in  zuvorkommender  Weise  nach  Wien  zur  Benützung  zuge- 
sandt. An  den  beiden  heimischen  Bibliotheken  fand  ich  bei  meiner 
Arbeit  stets  liebenswürdiges  Entgegenkommen  und  wirksame  Förde- 
rung. Für  gütige  Besorgung  von  nachträglichen  Auskünften,  Colla- 
tionen  und  Abschriften  bin  ich  Herrn  Professor  Böhricht  in  Berlin 
und  den  Herren  Doctoren  Knott,  Mayr,  Novaöek,  Starzer,  Steinherz 
und  Teige  verpflichtet.  Ihnen  allen  sage  ich  nochmals  meinen  besten 
Dank. 

Wien  im  September  1894. 

M.  Tangl. 


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Einleitung. 

Der  Liber  Cancellariae  Apostolieae. 

Wer  den  Namen  Liber  Cancellariae  nennt,  weckt  damit  von* 
selbst  die  Erinnerung  an  den  alten  Liber  Diurnus,  das  officielle  Hand- 
buch der  päpstlichen  Kanzlei,  dessen  früheste  Formeln  in  die  Zeit 
Gregors  des  Grossen  zurückreichen,  dessen  Theilsammlungen  im  Lauf 
des  7.  und  8.  Jahrhunderts  entstanden  sind,  dessen  Abschluss  um  die 
Wende  des  8.  und  9.  Jahrhunderts  erfolgt  ist.  Die  Spuren  der  Be- 
nützung des  alten  Kanzleibuchs  reichen  dann  bis  in  die  Zeiten  Gre- 
gors VIL 

Kardinal  Deusdedit,  selbst  einer  der  Neuerer ,  ein  Rufer  im 
Streit  um  die  Schaffung  einey  weltbeherrschenden  Hierarchie,  ist  zu- 
gleich der  letzte,  der  den  alten  Liber  Diurnus  kennt  und  citirt.  In 
den  neuen  Bahnen,  die  das  Papstthum  seither  einschlug,  war  für  die 
alten  Formeln  kein  Baum  mehr.  Neue,  den  veränderten  Verhältnissen 
angepasste,  treten  an  ihre  Stelle,  ohne  jedoch  sofort  auchTzu  einem 
neuen  Formel  buch,  ähnlich  dem  alten  Diurnus,  zusammengefasst  zu 
werden.  Es  vergehen  vielmehr  anderthalb  Jahrhunderte,  bis  wir 
wieder  Anfänge  eines  neuen  officiellen  Kanzleibuchs  nachzuweisen  ver- 
mögen. Der  alte  Diurnus  folgt  dem  Papstthum  von  den  Anfangen 
des  Primats  bis  zum  Wetterleuchten  des  Kampfs  zwischen  Sacerdotium 
und  Imperium,  der  neue  Liber  Cancellariae  findet  es  auf  der  Hohe 
der  Macht  und  geleitet  es  thalab  bis  tief,  ins  Reformationszeitalter. 
Zwischen  beiden  herrschen  Wechsel  und  Werden,  liegt  der  Kampf 
um  Reform  und  Weltherrschaft. 

Das-  neue  Kanzleibuch  ist  uns  erst  für  das  15.  Jahrhun- 
dert im  Original  erhalten,  für  die  frühere  Zeit  aber  nur  ab- 
schriftlich überliefert  und  zwar  für  das  13.  Jahrhundert  in  dop- 
pelter Form:     erstens  in  einer  etwa  1280  entstandenen  Kopie,1)  zwei- 

*)  Cod.  275  des  spanischen  Collegs  zu  Bologna.  (H.)  Bruchstücke  daraus  ver- 
öffentlichte Merkel,  Documenta  aliquot  quae  ad  Romani  pontificis  notarios  et 


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X  Einleitung. 

teils   in   einer   Abschrift,    deren   Anfertigung   der  päpstliche   Scriptor 
«und  Abbreviator  Dietrich   von   Nieheim   im  Jahre   1380   im  Auftrag 
Urbans  VI.   besorgte.1) 

Keine  der  beiden  Uebeflieferungen  ist  vollständig.  Daher 
kommt  es,  dass  bei  Dietrich  Aufzeichnungen  fehlen,  die  im  Bo- 
logneser Codex  stehen  und  umgekehrt.  Als  Ergänzung  zu  beiden 
tritt  hinzu  ein  dem  2.  Band  der  Papierregister  Clemens'  VI. 
beigebundenes  Formelbuch,  das  unter  Johann  XXII.  geschrieben  wor- 
den ist,  dabei  aber  versprengte  Stücke  aus  viel  früherer  Zeit  gesam- 
melt hat,  die  uns  in  den  beiden  früher  erwähnten  Handschriften 
fehlen ;  hieher  gehören  ein  paar  der  ältesten  Eide  und  die  Taxordnung 
aus  dem  13.  Jahrhundert. 

Auch  die  Reihenfolge  der  Aufzeichnungen  ist  im  Bologneser  Codex 
und  bei  Dietrich  mehrfach  verschieden.  Im  grossen  und  ganzen  aber 
decken  sich  Inhalt  und  Aufeinanderfolge  doch  so,  dass  sie  sichere 
Rückschlüsse  auf  Inhalt  und  Eigenart  des  Codex  authenticus  gestatten. 
Und  hier  tritt  uns  gleich  ein  wesentlicher  Unterschied  gegenüber  dem 
alten  Liber  Diurnus  entgegen.  Enthielt  letzterer  nur  eine  Muster- 
sammlung von  Formeln,  so  ist  das  neuere  Eanzleibuch  wesentlich 
reichhaltiger,  und  diese  Mannigfaltigkeit  muss  ersetzen,  was  den  ein- 
zelnen Eintragungen  und  Formeln  an  historischem  Wert  gegenüber 
manchen  der  wichtigen  und  vielumstritteneij  Formeln  des  Diurnus  mangelt. 

Das  Kanzleibuch  des  13.  Jahrhunderts  setzt  sich  im  wesentlichen 
aus  folgenden  Gruppen  zusammen:  1.  aus  dem  sogenannten  Provin- 
ciale, dem  Bisthumskatalog.  2.  aus  einer  Formelsammlung.  3.  aus 
einer  Sammlung  von  Eiden,  4.  aus  Aufzeichnungen  und  Verordnungen 
über  den  Geschäftsgang  in  der  Kanzlei,  über  Rechte,  Pflichten  und 
Bezüge  der  Beamten  derselben;  und  diese  scheiden  sich  wieder  in 
Aufzeichnungen  des  Gewohnheitsrechtes,  die  aber  durch  die  Eintra- 
gung ins  Kanzleibuch  officielle  Geltung  erlangten,  und  in  eigentliche 
Erlässe,  in  denen  der  Papst  selbst  oder  in  seinem  Auftrag  der  Vice- 
kanzler  als  Gesetzgeber  für  die  Kanzlei  auftreten.  —  Suchen  wir  nun 
die  Entstehung  der  einzelnen  Gruppen  zu  verfolgen,  so  gelangen  wir 
zurück  in  den  Ausgang  des  12.  Jahrhunderts  und  nicht  in  die  Kanzlei 
sondern  in  die  Camera  apostolica. 


curiales  pertinent,  Ar  eh.  stör.   Ital.   Append.   5,  131  f.     Näheres   siehe   unten  im 
Verzeichniss  der  benützten  Hss. 

»)  Or.  Hb.  Cod.  Paris,  lat.  4169  (E),  daraus  etwa  2  Jahrzehnte  später  ab- 
geleitet Cod.  Ottob.  lat.  911  (0).  Aus  E  mit  Beibehaltung  der  Reihenfolge  und 
vollständiger  Wiedergabe  des  Inhalts  abgedruckt  bei  Erler,  der  Liber  Cancel- 
lariae  Apostolicae  vom  Jahre  1380,  Leipzig  1888. 


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Einleitung.  XI 

Da  ich  gleich  hier  und  später  wiederholt  auf  die  eigenartigen 
Verhältnisse  und  Wandlungen,  die  in  der  Kanzleileitung  im  letzten  Jahr- 
zehnt des  12.  und  in  den  beiden  ersten  des  13.  Jahrhunderts  vor  sich 
giengen,  zurückkommen  muss,  halte  ich  es  für  zweckmässig,  der 
eigentlichen  Untersuchung  über  den  Liber  Cancellariae  .  eine  kurze 
Uebersicht  über  die  Entwicklung  des  Kanzleramts  vorauszuschicken.1) 

An  der  Spitze  der  Kanzlei  stand  im  12.  Jahrhundert  der  Kanzler. 
Das  Amt  war  mit  dem  Kardinalsrang  verbunden,  blieb  durch  den 
Wechsel  der  Pontificate  unberührt  und  wurde  nach  dem  Ableben  des 
jeweiligen  Inhabers  meist  nach  kurzer  Vacanz  weiterverliehen.  Eine 
bedeutende  Störung  hierin  trat  nur  ein,  als  am  7.  September  1159 
Roland,  der  Kanzler  der  drei  vorangegangenen  Päpste,  als  Alexander  III. 
den  päpstlichen  Thron  bestieg.  Fortan  blieb  das  Kanzleramt  Jahre 
lang  unbesetzt.  Erst  nach  Beendigung  des  grossen  Schismas  schritt 
der  Papst  im  Jahre  1178  wieder  zu*  Ernennung  eines  Kanzlers.2) 
Seine  Wahl  fiel  auf  den  Kardinalpriester  Albert  von  Morra,  der  nun- 
mehr bis  1187  Kanzler  blieb  und  sich  unter  anderm  durch  seinen 
Tractat  über  den  Cursus  um  die  päpstliche  Kanzlei  verdient  gemacht 
hat8)  Seine  Arbeit  und  die  des  gleichzeitigen  Notars  Trasmund 
scheinen  zwar,  obwohl  sie-  von  den  leitenden  Männern  ausgiengen, 
rein  privaten  Charakter  getragen  zu  haben,  in  der  Geschichte  des 
officiellen  Kanzleibuchs  sind  sie  aber  als  die  ersten  wieder  erkenn- 
baren Versuche  zur  Aufzeichnung  von  Formeln  und  Kanzleibrauch 
immerhin  zu  nennen. 

Gegen  Ende  der  Amtsführung  Alberts,  in  den,  Pontificat  Ur- 
bans  III.,  fallt  eine  Neuerung  in  der  Form  der  Stellvertretung.  Stell- 
vertretung des  Kanzlers  ist  das  ganze  12.  Jahrhundert  hindurch  an 
der  Hand  der  Datirungen  der  grossen  Privilegien  häufig  nachzu- 
weisen.4) Sie  trat  von  Fall  zu  Fall  während  der  zeitweiligen  Ab- 
wesenheit des  Kanzlers  von  der  Curie  oder  der  Erledigung  des  Kanzler- 


l)  Bei  der  Anführung  von  Personalnotizen  habe  ich  mich  dabei  auf  daa 
notwendigste  beschränkt,  da  die  betreffenden  Listen  bei  Jaffe-Löwenfeld  und 
danach  zusammenhängend  und  übersichtlich  bei  Breslau  ÜL.  1,  200  ff.  verlässlich 
und  erschöpfend  zusammengestellt  sind. 

*)  Der  Subdiacon  Hermann,  der  erst  als  Scriptor  dann  als  Notar  von  1159 
bis  1165  die  Stellvertretung  geführt  hatte,  datirte  auch  noch  kurze  Zeit,  nach- 
dem er  Kardinal  geworden  war,  führt  aber  als  solcher  nicht  den  Kanzlertitel. 
Bei  der  an  der  Curie  sorgfältig  durchgebildeten  Scheidung  der  Titel  halte  ich  es  t 
daher  nicht  für  gerechtfertigt,  ihn  in  der  Kanzlerliste  zu  fuhren,  (vgl.  dagegen 
Bresslau  ÜL.  1,  201  A.  1.) 

*)  Bresslau  1,  588. 

4)  Vgl.  die  Zusammenstellung  bei  Bresslau  1,  204. 


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XII  Einleitung. 

amtes  ein.  Und  zwar  waren  es  meist  Männer  aus  der  Kanzlei,  die 
zu  solcher  Zeit  die  Ämtsleitung  übernahmen,  seltener  Kardinäle; 
und  nur  letztere  führten  den  Titel  „  Kanzler  -  Stellvertreter  •  mit 
Nennung  des  Kardinalkanzlers,  den  sie  zeitweilig  ersetzten,  während 
erstere  nur  mit  der  Bezeichnung  des  Ranges  erscheinen,  den  sie  in 
der  Hierarchie  oder  in  der  Kanzlei  einnahmen.1)  In  solcher  Weise  war 
auch  der  Kanzler  Albert  von  Morra  1185  und  zu  Anfang  1186  durch 
den  Notar  Trasmund  vertreten  worden.  Aber  bereits  am  31.  Mai 
1186  erscheint  zum  erstenmal  der  Laterancanoniker  Moses,  mit  dem 
Beisatz  „vicem  agens  cancellarii11.  Nach  dem  Tod  Urbans  III.  bestieg 
Albert  von  Morra  als  Gregor  VIII.  den  päpstlichen  Stuhl,  und  aber- 
mals trat  nun  wie  einst  bei.  Alexander  III.  nach  der  Wahl  des  Kanz- 
lers zum  Papst  eine  längere  Vacanz  in  der  Kanzlerwürde  ein.  Weder 
Gregor  VIII.  noch  Clemens  III.  schritten  zur  Ernennung  eines  Kanz- 
lers. In  der  Datirung  der  Privilegien  erscheint  ausschliesslich  der 
Laterancanoniker  und  seit  1188  Subdiacon  der  römischen  Kirche 
Moses  als  m  vicem  agens  cancellarii  *,  welchen  Titel  er  also  genau  in 
der  Weise  fortführte,  als  noch  der  Kardinalkanzler  Albert  über  ihm 
gestanden  hatte.  In  dem  einen  Fall  datirte  er  anstelle  des  Kanzlers, 
in  dem  andern  anstelle  eines  Kanzlers.  Auch  von  Coelestin  III. 
wurde  er  zunächst  in  gleicher  Eigenschaft  übernommen;  am  20.  Mai 
1191  datirt  er  zum  letztenmal  als  „vicem  agens  cancellarii".  Nunmehr 
triti  aber  ein  Wechsel  ein.  Vom  3.  Juni  1191  bis  zum  1.  Oktober 
1194  erscheint  in  der  Datumzeile  Aegidius  Kardinaldiacon  von  S. 
Niccolö  in  Carcere  Tulliano,  aber  ohne  jeden  Amtstitel,  und  nur  aus- 
nahmsweise noch  Moses,  aber  einfach  als  „sanctae  Romanae  ecclesiae 
subdiaconus  Lateranensis  canonicus."  Gerade  dass  dieser  Mann  das 
„vicem  agens  cancellarii",  das  er  sowohl  bei  Lebzeiten  des  Kanzlers 
als  zur  Zeit  der  Erledigung  des  Kanzleramtes  ausnahmslos  geführt 
hatte,  nunmehr  ebenso  regelmässig  weglässt,  scheint  mir  von  mass- 
gebender Bedeutung.  Ein  Kanzler  war  auch  von  Coelestin  III.  nicht 
ernannt  worden.  Kardinal  Aegidius  nennt  sich  niemals  als  solchen, 
und  Moses  datirt  nicht  mehr  an  Kanzlers  statt.  Aber  die  Stelle  wurde, 
wie  aus  denselben  Gründen  hervorgeht,  auch  nicht  mehr  als  offene 
geführt  Es  musste  also  gleich  in  der  ersten  Zeit  Coelestins  III.  in 
irgend   anderer  Weise   über  die  Kanzleileitung  verfügt  worden  sein. 


•  *)  So  lautet  die  Datumzeile  Ende  1157,  als  Kardinal  Roland  als  Legat  von 
der  Curie  abwesend  war :  datum  per  manus  Alberti  S.  Adriani  diaconi  cardinalis 
vicem  domini  Rolandi  sancte  Romane  ecclesie  presbiteri  cardinalis  et  cancellarii 
gerentis ;  vgl.  dagegen :  datum  per  manus  Hermanni  sancte  Romane  ecclesie  sub- 
diaconi  et  notarii.   Vgl.  auch  Bresslau  UL.  1,  203. 


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Einleitung.  XIII 

Ueber  das  Wie  gestattet  die  Entwicklung  in  der  Folgezeit  vielleicht 
einen  ßückschluss.  Mit  dem  1.  Oktober  1194  verschwindet  Kardinal 
Aegidius  vom  Schauplatz^  und  seit  dem  5.  November  1194  erscheint 
in  der  Datumzeile  ausschliesslich  Gencius,  Kardinaldiacon  von  S.  Lucia 
in  Orthea,  aber  nicht  als  Kanzler,  sondern  als  Kämmerer.1) 

Gencius  Savelli,  der  seit  Clemens  III.  das  Amt  des  Kämmerers 
bekleidete,  ist  der  bekannte  Verfasser  des  Liber  Censuum  ecclesiae 
Romanae.  und  darin  liegt  wohl  der  Erklärungsgrund  für  die  eben  be- 
rührten ganz  eigenartigen  Verhältnisse.  Das  Werk  sollte  nach  dem 
eigenen  Zeugnis  des  Cencius  vor  ähnlichen  älteren  Arbeiten,  die  er 
„semiplena  nee  authentice  scripta44  nennt,  zwei  Dinge  voraus  haben:2) 
Vollständigkeit  und  streng  officiellen  Charakter.  Zweifellos  hatte  der 
Papst  seinem  Kämmerer  hiezu  auch  alle  Hilfsmittel  und  Hilfskräfte 
zur  Verfügung  gestellt.  Ueber  diese  verfügte  aber  vor  allem  die  päpst- 
liche Kanzlei.  Sicher  ist,  dass  ein  Scriptor  der  Kanzlei,  Willelmus 
Rofio,  die  Reinschrift  des  Zinsbuches  der  Kammer  besorgt  hat  Er 
führt  den  Titel:  clericus  eiusdem  camere  ac  cancellarie  domini  pape 
scriptor,  eine  Cumulirung,  die  im  15.  Jahrhundert,  dieser  Blütezeit 
der  Aemterhäufung,  mehrfach  zu  belegen  ist,  zu  Ende  des  12.  aber 
auffällt. 

Meiner  Ansicht  nach  war  gleich  in  der  ersten  Zeit  Coelestins  III. 
das  Personal  der  Kanzlei  wenigstens  theilweise  dem  Kämmerer  Cen- 
cius unterstellt  worden ;  nach  dem  Abgang  des  Kardinals  Aegidius 
wurde  die  Kanzlei  völlig  mit  der  Kammer  vereinigt. 

Es  war  dadurch  ein  Ausnahmezustand  geschaffen,  wie  er  früher 
und  später  niemals  vorgekommen  ist;  und  als  solcher  lässt  er  sich 
am  besten  aus  der  Hast  und  Schroffheit  erkennen,  mit  der  Innocenz  III. 
gleich  zu  Beginn  seiner  Regierung  mit  den  völlig  aus  dem  Geleis  ge- 
rathenen  Verhältnissen  aufgeräumt  hat.  Cencius  gieng  sofort  seines 
einflussreichen  Amtes  verlustig  und  blieb  die  ganze  Regierung  Inno- 
cenz' HI.  hindurch  kalt  gestellt.  In  der  Kanzlei  lebte  der  alte  Kanzler- 
titel wieder  auf.  Es  wurde  zwar  zunächst  noch  kein  Kanzler  ernannt, 
aber  die  leitenden  Notare   Raimund,   Blasius  und   Johannes  datirten 


l)  Bresslau  1,  201  A.  4  und  Hinschius,  Kirchenrecht  1,  439  A.  7  berufen 
sich  darauf,  dass  dem  Cencius  auf  zwei  bei  Mabillon,  Museum  Italicum  2,  166 
mitgetheilten  Inschriften  der  Kanzlertitel  beigelegt  wird  (cancellarius  excelsae 
Urbis) :  aber  das  beweist  doch  nur.,  dass  er  thatsächlich  Amt,  Stellung  und  Rechte  des 
Kanzlers  einnahm;  officiell  hat  er  beide  Aemter  nur,  unter  dem  Titel  „domini 
papae  camerarius"  versehen.  Fahre,  Etüde  sur  le  Liber  Censuum  S.  3  lässt  ihn 
mit  ungenauer  Anwendung  des  erst  seit  1216  aufgekommenen  Titels  Vice- 
kanzler  sein. 

*)  Vgl.  die  Vorrede  zum  Liber  Censuum  in  Fabre's  Ausgabe. 


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XIV  Einleitung. 

fortan  wieder  an  Kanzlers  statt,  wie  einst  Moses   vor  Coelestin  III.1) 
Im  Jahre  1205  endlich  schritt  der  Papst  wieder  zur  Ernennung  eines 
Kardinalkanzlers.     Von  1205  bis  Ende  1212  erscheint  in  der  Datum- 
zeile der  grossen   Privilegien  Johannes,  Kardinaldiacon  von   S.  Maria 
in  Cosmedin,  als  sancte  Romane  ecclesie  cancellarius.     Mit  ihm  schliesst 
die   Reihe   der   Kardinalkanzler   der   römischen   Kirche;     denn   nach 
seineift  Tod  gieng  Innocenz  III.  nicht  sofort  an  die  Neubesetzung;  es 
trat  vielmehr  wieder  Stellvertretung  ein.     Als  aber  Innocenz  III.  ge- 
storben war,  brachte  die  Papstwahl  wieder  eine  Ueberraschung.  Cen- 
cius,  der  unter  Coelestin  III.  allmächtige,  unter  Innocenz  HL  zurück- 
gesetzte, gieng  aus  dem  Wahlgang  von  Perugia  am  18.  Juli  1216  als 
Papst  Honorius  III.   hervor.     Es   war    nicht   anders   zu  erwarten,  als 
dass  er  irgendwie  gegen  die  Verfügungen   seines  Vorgängers  reagiren 
und  an  die  Verhältnisse  unter  denen  er  selbst   einst   die  Kanzlei  ge- 
leitet hatte,  anknüpfen  würde.     Und  das  geschah  denn  auch.     Er  hat 
der   Kanzlei   zwar  ihre   Selbstständigkeit  belassen,   aber  die  Stellung 
des  Kanzleichefs  dauernd  herabgedrückt.     Die  Kanzlerwürde,  die  nach 
dem  Herkommen  der  Curie  mit  dem  Kardinalat  verknüpft  war,  wurde 
nunmehr  überhaupt  aufgelassen.  Dem  entsprach  auch  eine  sprachliche 
Neuerung.    Anstelle    des    „vicem    agens    cancellarii",    wodurch    bis- 
her die  jeweilige  vorübergehende  Vertretung  bezeichnet    worden   war, 
führte  der  nunmehr  ständige  Amtsleiter  den  Titel  „sanctae   Romanae 
ecclesiae  vicecancellarius" ;  als  solcher  erscheint  zuerst  am  11.  Novem- 
ber 1216  schon  wenige  Monate  nach   der  Wahl  Honorius'  III.   Ray- 
nerius,  Prior  von  St.  Fridian  in  Lucca.     Die  Massregel  Honorius7  III. 
war  einerseits  eine  fiscalische,  andererseits  durch  die  Rivalität  zwischen 
Kanzlei  und  Kammer  beeinflusst.     Der  Papst  hat  dabei  den  ehemaligen 
Kämmerer  nicht  verleugnet.     Der  Chef  der   Expeditionsbehörde  sollte 
vor   dem   der  Verwaltungsbehörde   nichts   voraushaben,    und    da  dem 
Kämmereramt  der  Kardinalsrang  nicht  an  sich  zukam,  wurde  er  auch 
dem   Kanzleramt   genommen   oder   richtiger   das   Kanzleramt   in  der 
bisherigen  Form  aufgelassen. 

Die  Neuerung  Honorius1  III.  hat  sich  das  ganze  13.  Jahrhundert 
hindurch  fast  ohne  Schwankungen  dauernd  behauptet.     An  die  Stelle 

*)  Vgl.  Delisle,  Memoire  sur  les  actea  d'lnnocent  III.  S.  44.  Wenn  in  einem 
in  der  Collectio  bullarum  sacros.  basilicae  Vaticanae  1,  80  gedruckten  Privileg 
(Mathaeo  abbati  Heremi  Maiellanae  „Justis  religiosorum  desideriis")  von  Ende 
April  1199  die  Datumzeile  lautet:  Datum  Laterani  per  manus  Raynaldi  domini 
papae  notarii  camerarii  vicem  agentis,  so  ist  dies  vielleicht  nur  Ueber- 
lieferungsfehler  der,  wie  der  Herausgeber  (Anm.  e)  zugibt,  keineswegs  correc- 
ten  Kopie.  Andernfalls  wäre  es  eine  wichtige  Reminiscenz  an  die  eben  vor- 
angegangenen Verhältnisse. 


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Einleitung.  XV 

des  Kirchenförsten,  der  als  Kardinal  im  Staatsrath  der  Curie,  dem 
Consistorium,  sass,  in  den  politischen  Tagesfragen  mitsprach,  an  der 
Kirchenregierung  theilnahm  und  dadurch  sowie  durch  Legationen  der 
Kanzlei  auf  längere  oder  kürzere  Zeit  entzogen  war,  traten  Männer 
von  meist  gelehrter  Vorbildung1),  die  ihre  Carrifere  vielfach  in  der 
Kanzlei  selbst  genommen  hatten  und  mit  den  ihnen  zunächst  unter- 
stehenden Beamten,  den  Notaren,  dem  Corrector  und  dem  Auditor 
contradictarum,  in  enger  amtlicher  und  gesellschaftlicher  Berührung 
standen.  Dass  dies  gerade  zur  Zeit  der  Ausgestaltung  und  Godifici- 
rung  des  Geschäftsganges  geschah,  wurde  für  den  Charakter  des  Amtes 
für  alle  Zukunft  von  entscheidender  Bedeutung.  Es  wurde  dadurch 
die  aUmählige  Loslösung  des  Kauzleichefs  von  jedem  engeren  Zu- 
sammenhang mit  Kanzlei  und  Kanzleigeschäft  verhindert.  Auch  als 
der  Vicekanzler  längst  wieder  Kardinal  geworden  war,  blieb  er  in 
erster  Linie  Bureauchef. 

Die  dauernde  Vereinigung  des  Vicekanzleramts  mit  dem  Kardi- 
nalat  trat  zu  Beginn  der  Avignonesischen  Zeit  ein,2)  ohne  dass  man 
jedoch  wieder  zum  alten  Kanzlertitel  zurückgriff,  sei  es,  dass  der 
Vicekanzlertitel  sich  im  Amtsleben  bereits  zu  sehr  eingebürgert  hatte, 
sei  es,  dass  man  von  der  Anschauung  ausgieng,  dass  der  oberste  Chef 
der  Kanzlei  und  eigentliche  cancellarius  der  Papst  selbst  sei,  der 
durch  Signirung  der  Suppliken,  durch  die  Entscheidung  über  die  lit- 
terae  legendae  und  durch  die  Beeinflussung  der  politischen  Corre- 
spondenz  reichlichen  persönlichen  Antheil  an  den  Geschäften  der 
Kanzlei  nahm. 

Nachdem  wir  diese  Verhältnisse,  auf  die  ich  noch  wiederholt  zu 
verweisen  haben  werde,  im  Zusammenhang  verfolgt  haben,  führt  uns 
unsere  Untersuchung  zurück  zu  dem  Mann,  dem  die  Kanzleileitung 
die  entscheidende  Umgestaltung  verdankt,  und  zu  seinem  Werk,  dem 
Liber  Censuum.  Cencius  hat  der  Aufzählung  der  Zehentbezüge  der 
römischen  Kirche  den  Bisthumskatalog  zugrunde  gelegt.  Aufzeich- 
nungen über  die  Metropolitan-  und  Diöcesanverfassung  waren  an  der 
römischen  Curie  von  Alters  her  geführt  worden.8)  Und  auch  der  Ge- 
danke, diese  Liste  für  das  Zehentregister  zu  verwerten,  ist  nicht  neu. 


l)  Der  Vicekanzler  Innocenz*  IV.,  Wilhelm,  führt  den  Titel  magister  scola- 
nim  Parmensium"  (vgl.  S.  60)  und  Richardus  de  Senis,  Vicekanzler  Bonifaz  VIII. 
war  Mitarbeiter  am  Liber  Sextus  Decretalium  (vgl.  die  Promulgationsbulle). 

*)  Bresslau  UL.  1,  210. 

»)  Vgl.  Rattinger  „Der  Patriarchatssprengel  Constantinopel  zur  Zeit  der 
Lateinerherrschaft",  Hisl  Jahrb.  2,  39—41.  Vgl.  überdies  das  Provmciale  aus 
dem  Albinos  bei  Cenni,  Monumenta  dominationis  pontificiae  2,  S.  XIV.  ff. 


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XVI  Einleitung. 

Bereits  das  wenige  Jahre  vor  dem  Cencius  fertig  gestellte  Zinsbuch 
des  Albinus  ist  danach  geführt.1)  Dem  Cencius  fällt  auch  hierin  nicht 
das  Verdienst  der  Erfindung,  wohl  aber  das  der  gewandten  und  sorg- 
faltigen Verwertung  zu.  Ein  Vergleich  der  nur  um  etwa  4  Jahre 
auseinander  liegenden  Arbeiten  zeigt,  dass  Cencius  eine  vollständige 
Eevision  und  Neuredaktion  der  vielfach  lückenhaften  Liste  des  Albi- 
nus vorgenommen  hat. 

Die  Bisthumsliste  des  Eammerbuchs  wurde  dann  zum  Adressbuch 
der  Kanzlei  umgestaltet.  Aus  der  Aufzählung  des  Cencius:  in  archi- 
episcopatu  Panormitano,  in  episcopatu  Agrigentino,  in  episcopatu  Ma- 
zarensi,  in  episcopatu  Milevitano  wurde:  Panormitana  metropolis  hos 
habet  suffraganeos :  Agrigentinum,  Mazarensem,  Milevitanum.  In  dieser 
Form  hat  das  Provinciale  bereits  im  Jahre  1200  bestanden.  Wir  be- 
sitzen hiefär  das  Zeugnis  des  Giraldus  Cambrensis,  dessen  Werk  „De 
iure  et  statu  Menevensis  ecclesiae"  auch  sonst  eine  wahre  Fundgrube 
für  Rechtsleben  und  Geschäftsgang  am  Hof  Innocenz'  IIL  bildet.2) 
Der  Mann  ist  eine  eigenartige  Erscheinung.  Aus  vornehmem  britischen 
Geschlecht  entsprossen,  kämpft  er  für  die  Unabhängigkeit  der  Kirche 
von  Wallis  gegen  Canterbury,  als  überzeugter  Anhänger  des  Papal- 
systems  und  strammer  Reformer  verficht  er  den  engen  Anschluss  an 
Born  und  eifert  gegen  die  Priesterehe  nnd  andere  provincielle  Eigen- 
arten in  der  britischen  Kirche.  Nach  Born  war  er  1199  gekommen, 
um  einerseits  die  Anerkennung  seiner  Wahl  zum  Bischof  von  St.  Da- 
vids, andererseits  die  Unabhängigkeit  seiner  Kirche  durchzusetzen. 
Allein  gerade  der  Kampf  nach  zwei  Seiten  hin  ward  ihm  verderblich. 
Von  Canterbury  als  Brite  heftig  befehdet  und  von  den  eigenen 
Stammesgenossen  als  Eiferer  imstich  gelassen,  verlor  er  seinen  Process 
in  dem  Augenblick,  als  er  die  letzte  Mark  Silber  an  der  Curie  ver- 
wechselt hatte. 

Die  Unterredung  mit  Innocenz  III.,  die  uns  hier  zu  beschäftigen 
hat,  fallt  ins  Jahr  1199 — 1200.  Da  das  Verhältnis  der  Kirche  von 
Wallis  zu  Canterbury  zur  Sprache  gebracht  war,  liess  der  Papst  das 
Begister  holen,  in  dem  alle  Erzbisthümer  und  Bisthümer  der  Reihe 
nach  verzeichnet  standen;3)   und  da  las   man  folgendes:     Cantuarien- 


*)  Cenni  1.  c.  S.  XXXLX.  ff. 

*)  Das  Verdienst  als  erster  darauf  aufmerksam  gemacht  zu  haben,  gebührt 
Denifle  (Archiv  f.  Lit.  u.  Kirchengeschichte  des  Mittelalt.  2,  56  A.  5). 

8)  Giraldus  Cambrensis,  de  iure  et  statu  Menevensis  ecclesiae,  distinet  IL 
opp.  ed.  Brewer  3,  165:  precep  it  papa  registrum  afferri,  ubi  de  universo  flde- 
lium  orbe  singulorum  regnomm  tarn  metropoles  per  ordinem  quam  earum  quoque 
Buffraganeae  numerantur  ecclesiae  pontificales. 


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Einleitung.  XVII 

sis  metropolis  suffraganeas  habet  ecclesias  istas:  Eoffensem,  Londo- 
niensem  etc. ;  es  folgte  dann  die  Rubrik  „De  Wallia",  worauf  der 
Text  fortfuhr:  In  Wallia  Meneveusis  ecclesia,  Landavensis,  ßango- 
riensis  et  de  Sancto  Assaph.  Wir  sehen,  die  Fassung  ist  bereits  die 
des  Diöcesankatalogs,  in  der  Weise,  dass  das  Erzbisthum  an  der  Spitze 
steht  und  die  ßisthümer  im  Accusativ  folgen;  aber  nur  diese  älteste 
Fassung  des  reinen  Provinciale  und  der  Cenciustext  haben  die  Rubrik 
„Wallia"  und  die  Aufzählung  der  Walliser  Bisthümer  im  Nominativ 
gemein,  während  in  den  zahlreichen  späteren  Texten  des  Provinciale 
auf  Heliensem,  den  letzten  englischen  Suffragan  von  Canterbury,  ohne 
jeden  Absatz  und  im  Accusativ  folgen:  Menevensem,  Landavensem, 
Bangorensem,  de  Sancto  Asaph.  Zwischen  beiden  Gruppen  fallt  eben 
der  Process  Giralds,  nach  dessen  ungünstigem  Ausgang  jeder  Best 
einer  Sonderstellung  der  Walliser  Kirche  wie  in  Wirklichkeit  so  auch 
im  officiellen  Bisthumskatalog  der  römischen  Curie  verschwand. 

Für  die  Abzweigung  des  nur  in  diesem  kargen  Bruchstück  er- 
haltenen ältesten  Provinciale  aus  dem  Liber  Censuum  bleibt  uns  also 
der  kurze  Zeitraum  von  etwa  7  Jahren  (1192 — 1199);  ob  sie  noch 
unter  der  Amtsführung  des  Cencius  selbst  oder  in  der  ersten  Zeit  In- 
nocenz'  III.  erfolgte,  muss  dahingestellt  bleiben. 

Von  diesem  Zeitpunkt  an  hat  das  Provinciale  zahlreiche  und  ver- 
schiedenartige Verbreitung  gefunden.  Vor  allem  wurde  es  in  der 
Kanzlei  weitergeführt  und  ergänzt,  ohne  dass  auf  zwei  Jahrhunderte 
hinaus  je  wieder  eine  völlige  Umarbeitung  stattgefunden  hätte.  Neue 
Bisthümer  und  Metropolitansitze  wurden  in  die  bisherige  Liste  ein- 
gefügt oder,  wie  die  griechisch-bulgarischen,  angereiht,  ohne  dass  der 
ursprüngliche  Bestand  dadurch  berührt  wurde.  Riga,  Prag  und  Thou- 
louse  blieben  beispielsweise  auch  weiterhin  als  Suflragane  von  Bremen, 
Mainz  und  Narbonne  stehen.1)  Ausserdem  aber  sind  zu  verschiedenen 
Zeiten  Abschriften  aus  dem  Provinciale  gemacht  und  wieder  einzeln 
verbreitet  worden.2) 

*)  Vgl.  Erler,  Liber  Cancellariae  S.  XVI.  Es  scheint  mir  der  wesentliche 
Fehler  in  der  schon  erwähnten  trefflichen  Arbeit  Rattingers,  dass  er  (Hist.  Jahrb. 
2,  38  und  42)  die  Fortfuhrung  des  Provinciale  wenigen  bestimmten  Redaktionen 
zuweist  und  dafür  auch  bestimmte  Verfasser  sucht,  nämlich  für  die  Umarbeitung 
von  c.  1210  abermals  den  Cencius  und  für  die  spätere  im  14.  Jahrhundert  den 
Kardinal  Nikolaus  Roselli. 

*)  Vgl.  die  Zusammenstellung  der  Ausgaben  bei  Rattinger,  1.  c.  25—26  und 
Röhricht,  Bibliotheca  geographica  Palaestinae  S.  7—8;  ferner  die  bei  Fabre,  le 
Liber  Censuum,  S.  51  A.  genannten  Hss.  Für  Kopirung  an  der  Curie  selbst  vgl. 
Ehrle,  Historia  bibliothecae  Romanoi;um  pontificum,  S.  163  Nr.  32 :  Die  II.  men- 
sis  septembris  [sc.  1346]  solvimus  Roberto  Carpentarii  clerico  pro  scribendo 

T»ngl ,  Pipstl.  Kanzleiordnungen.  II 


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XVIII  Einleitung. 

Auf  die  zahlreichen  Ausgaben  und  noch  zahlreicheren  Hand- 
schriften einzugehen,  würde  Zweck  und  Rahmen  dieser  Darlegung 
weit  überschreiten.  Nur  die  wenigen  Handschriften,  die  uns  das 
Provinciale  in  Verbindung  mit  dem  Kanzleibuch  oder  Theilen  des- 
selben überliefern,  werden  hier  kurz  zu  berücksichtigen  sein;  denn  die 
Ueberlieferung  des  Provinciale  gibt  dabei  eine  Handhabe  zur  Beur- 
theilung  von  Alter,  Güte  und  gegenseitigem  Verhältnis  der  Hand- 
schriften. —  Die  nahe  Verwandtschaft  zum  Cencius  tritt  besonders 
bei  der  ältesten  Handschrift,  dem  Bologneser  Codex  275  (H)  deutlich 
hervor.  In  beiden  fehlen  mehrere  italienische  Bisthümer:  Marsico 
unter  Salerno  und  Cajazzo  unter  Gapua,  deren  Bischofsreihe  seit  dem 
8.  Jahrhundert  ziemlich  vollständig  überliefert  ist,  wohl  nur  aus  Ver- 
sehen; andere,  wie  S.  Leonis  unter  S.  Severino,  Sapi  unter  Sorrent, 
Sagone  unter  Pisa,  Nebbio  unter  Genua,  sind  zwar  alten  Ursprungs, 
scheinen  aber  im  12.  und  13.  Jahrhundert  theils  ganz  erloschen  zu 
sein  theils  nur  ein  schattenhaftes  Dasein  gefristet  zu  haben.1)  H  und 
Cencius  haben  auch  gemeinsam  die  Doppeleinreihung  von  Arbe,  Sinj 
und  Nona  unter  Zara  und  Spalato.  Eine  weitere  nahe  Verwandtschaft 
ergibt  sich  bei  Antivari.  Obwohl  im  12.  Jahrhundert  bereits  Erzbis- 
thuin,  wurde  es  von  Cencius  irrthümlich  als  Suffragan  von  Bagusa 
eingestellt.2)  Dem  entspricht  nun,  dass  auch  H  nach  dem  letzten 
Suflragan   von   Bagusa  Biduanensem   im  Accusativ  fortfahrt   Antiva- 


uno  provincialiin  pargamenacontinentenomina  omni  um  eccle- 
siarum  cathedralium  et  titulorum  dominorum  cardinalium  XX. 
8ol.  In  der  päpstlichen  Kammer  wurde  das  Provinciale  spater  noch  zur  alpha- 
betischen Liste  der  Bisthümer  und  Erzbisthümer  umgestaltet,  wobei  neben  den 
Namen  die  Höhe  des  im  Falle  der  Neubesetzung  zu  zahlenden  servitium  com- 
mune verzeichnet  stand.  Eine  dieser  seit  dem  15.  Jahrhundert  sehr  zahlreichen 
H8s.  hat  Döllinger,  Materialien  zur  polit.  u.  Kirchengeschichte  der  6  letzten  Jahr- 
hunderte 2,  1  ff.  veröffentlicht.  Vgl.  auch  Ehrle  1.  c.  166  Nr.  35:  Die 
IX.  mensis  septembris  [sc.  1354]  soluti  fuerunt  Johanni  Annoü  clerico  com- 
moranti  Avinione  pro  scribendo  in  pergameno  tabulam  provin- 
cialem  cum  summis  serviciorum  pro  camera  apostolica  necessa- 
riorum  V.  flor. 

')  Für  die  Einzelheiten  und  Belege  verweise  ich  auf  die  ausführlichen  sach- 
lichen Anmerkungen  bei  Fabre.  Nur  soweit  dessen  Cenciusausgabe  bisher  reicht, 
konnte  der  Vergleich  mit  Sicherheit  durchgeführt  werden,  da  die  erst  von  Fabre 
vorgenommene  strenge  Scheidung  zwischen  ursprünglichem  Bestand  und  späteren 
Nachtragen  hiefür  noth wendige  Voraussetzung  ist. 

*)  Dies  hatte  unter  anderem  zur  Folge,  dass  Innocenz  III.  in  der  ersten 
Zeit  seines  Pontificats  dem  Erwählten  von  Antivari  durch  seine  Legaten  das 
Pallium  übersandte,  ihnen  aber  sofort  schrieb,  ob  sie  denn  nicht  im  Liber  Cen- 
suum  gelesen  hätten,  dass  Antivari  gar  nicht  Erzbisthum  sei.  (Potth.  566,  567, 
Fabre,  Etüde  sur  le  Liber  Censuum  S.  4). 


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Einleitung.  •  XIX 

rensem  und  hiezu  erst  vermerkt:  hie  est  metropolis  et  sequentes  sunt 
eius  suffiraganei.1)  Gemeinsam  in  H,  dem  Kanzleibuch  Dietrichs  von 
Nieheim  (E)  und  dem  Gencius  ist  auch  Rieti  den  suburbicaren  Bis- 
thümern  angereiht,  während  es  früher  bei  Albinus2)  und  in  späteren 
Ueberlieferungen  des  Provinciale8)  unter  Spoleto  erscheint.  Gerade 
dies  führt  uns  auf  einen  engbegreuzten  Zeitraum.  Rieti  gehörte  von 
Alters  her  und  auch  wieder  seit  dem  2.  Jahrzehnt  des  13.  Jahrhun- 
derts zum  Herzogthum  Spoleto.4)  Nur  ganz  vorübergehend  wprd  es 
zum  Patrimonium  geschlagen,  als  Coelestin  III.  unmittelbar  nach  dem 
Tod  Heinrichs  VI.  in  der  letzten  Zeit  seines  Pontificats  den  beschei- 
denen Anfang  zu  den  späteren  Recuperationen  dadurch  machte,  dass 
er  Rieti  als  Eigenthum  der  römischen  Kirche  erklärte.5)  Diesem  Vor- 
gang entsprach  es,  dass  der  Name  im  Liber  Gensuum  unter  .,in  Mar- 
sia",  wo  er  ursprünglich  verzeichnet  stand,  getilgt  und  neben  Tivoli 
unmittelbar  den  suburbicaren  Bisthümern  angereiht  wurde.6)  In  die- 
ser Form  gieng ,  die  Liste  des  Cencius  ins  Provinciale  der  Kanzlei  und 
die  daraus  abgeleiteten  Handschriften  H  und  E  über.  Zwischen  dem 
Cencius  und  unseren  Handschriften  ergibt  sich  nur  ein  wichtiger 
Unterschied  in  der  Anordnung.  Cencius  führt  nach  den  suburbicaren 
Bisthümern  nur  noch  die  der  römischen  Campagna  an,  geht  dann  zu 
den  sicilischen  und  unteritalischen  Kirchenprovinzen  über,  reiht  nun 
erst  die  Bisthümer  in  Marsien  und  dem  römischen  Tuscien  an  und 
lasst  die  im  Herzogthum  Spoleto  erst  nach  der  Kirchenprovinz  Pisa 
folgen.  In  der  späteren  Ueberlieferung  aber  finden  wir  alle  unmittel- 
bar unter  Rom  stehenden  mittelitalischen  Bisthümer  in  geschlossener 
Reihe  vereinigt.  Der  beste  Beweis  der  späteren  Ueberarbeitung  ist 
hiebei,  dass  diese  Zusammenstellung  in  H  mit  der  Ueberschrift :  „lsti 
sunt  episcopi  sub  Romano  pontifice,  qui  non  sunt  in  alterius  provincia 
constituti"  auf  dem  ersten  Blatt  getrennt  dem  eigentlichen  Beginn  des 
Provinciale.  „In  civitate  Romana  sunt  quinque  ecclesie  que  patriarchie 
dieuntur"  vorangessellt  ist.7)  In  die  kurze  Spanne  Zeit  zwischen  beiden 


')  Ausser  H  nur  noch  die  eine  Hs.  bei  Schelstrate,  Antiquitas  ecclesiae 
Seite  751. 

*)  Cenni,  Monumenta  dominationis  pontificiae  2,  XL.  In  der  ebenda 
S.  XXXIV  enthaltenen  Liste  der  exempten  Bisthümer  erscheint  es  unter  „In  Marsia." 

•)  Schelstrate  1.  c.  747.  Miraeus,  Notitia  episcopatuum  orbis  Christiani  2. 
Hs.  C.  meiner  Ausgabe. 

4)  Picker,  Forschungen  zur  Reichs-  und  Rechtsgeschichte  Italiens,  2,  243; 
noch  1185  gebietet  dort  Konrad  v.  Uerslingen,  der  Herzog  von  Spoleto. 

*)  Ficker  1.  c.  2,  370. 

fl)  Fabre  le  Liber  Censuum.  S.  11  und  15. 

7)  In  gleicher  Weise  in  der  ältesten  bisher  veröffentlichten  selbststandigen 

II* 


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XX   *  Einleitung. 

Bearbeitungen  fällt  die  durch  die  Recuperationen  Innocenz'  III.  her- 
beigeführte Umwälzung. 

Die  Aufzählung  der  Bisthümer  im  Ducat  von  Born,  der  Cam- 
pagna,  im  römischen  und  langobardischen  Tuscien,  im  Herzogthum 
Spoleto,  der  Mark  Ancona  und  der  Bomagna  bedeutet  eben  nicht  nur 
ein  kirchliches  sondern  von  nun  an  auch  ein  politisches  Ganze,  den 
durch  Innocenz  III.  geschaffenen  Kirchenstaat.1) 

Versuchen  wir  es  nun,  das  Alter  des  in  H  überlieferten  Provin- 
ciale festzustellen,  so  finden  wir  die  c.  1210—1212  durchgeführte  Or- 
ganisation der  griechischen  Kirche  bereits  aufgenommen,2)  Interamna, 
das  bis  1218  mit  Spoleto  vereinigt  war,  von  diesem  getrennt3)  und 
unter  den  Suffraganen  von  Salzburg  bereits  auch  Ghiemsee  (1215), 
Seckau  (1218)  und  Lavant  (1225— 28.)4) 

Minder  sicher  lässt  sich  die  Grenze  nach  oben  hin  ziehen.  Es 
fehlt  unter  den  ungarischen  Bisthümern  das  Anfang  1229  gegründete 
Sirmium6);  und  wir  gelangten  dadurch  zu  einer  ganz  eng  gezogenen 
Grenze.  Allein  H  hat  an  dieser  Stelle  überhaupt  eine  grössere  Lücke, 
indem  alle  Namen  von  Waradiensem  (unter  Kalocza)  bis  Lubucensem 
(unter  Gnesen)  fehlen.  Es  muss  also  völlig  dahingestellt  bleiben,  ob 
H  den  Namen  Sirmium  in  seiner  Vorlage  bereits  vorfand  oder 
nicht.  Hervorzuheben  ist  ferner,  dass  diese  Auslassung  nicht  der 
einzige  Flüchtigkeitsfehler  in  H.  ist;  es  fehlen  ausserdem  Sarsina 
(unter   Bavenna),   Corbavia   (unter    Spalato)    Soissons  (unter   Beims), 

Ueberlieferung  des  Provinciale  (2.  Jahrzehnt  des  13.  Jahrh.)  bei  Schelstrate  1.  c. 
2,  747.  Auch  im  Cod.  authenticus  des  Cencius  wurden  eine  Reihe  von  den 
neuen  Verhältnissen  Rechnung  tragenden  Correcturen  angebracht;  vgl.  darüber 
Fahre,  S.  51  A.,  der  auch  die  Verschiedenheiten  der  ihm  bekaunten  Provinciale- 
Hss.  daraufhin  eingehend  verfolgt. 

!)  Einen  davon  wesentlich  verschiedenen  Charakter  trägt  das  aus  Albinus 
geschöpfte  Verzeichnis  aller  exempten  Bisthümer  (Cenni.  1.  c.  2,  XX XIV),  das 
neben  den  mittelitalischen  auch  die  langobardischen,  burgundischen,  spanischen 
und  schottischen  enthält. 

>)  Rattinger  1.  c.  30,  32. 

8)  Die  Abtrennung  verfugte  Honorius  III.  am  13.  Jänner  1218  (Bull.  Roman. 
Ed.  Taurin.  3,   337). 

<)  Die  Vorverhandlungen  über  die  Gründung  fallen  ins  Jahr  1225;  1226 
wurde  die  Gründung  selbst  vollzogen;  aber  erst  am  10.  Mai  1228  setzte  Erzb. 
Eberhard  von  Salzburg  das  Verhältnis  der  neuen  Diöcese  endgiltig  fest  und  4 
Tage  später  wurde  der  seit  1227  als  „electus"  nachweisbare  erste  Bischof  Ulrich 
feierlich  geweiht,  (vgl.  Meiller,  Salzburger  Regesten  S.  235  ff.  Nr.  291,  292,  300, 
317,  318.)  Für  Eintragung  des  Namens  im  officiellen  Verzeichnis  der  Curie 
scheint  mir  eher  das  spätere  Stadium  wahrscheinlich. 

*)  Vgl.  die  Bullen  vom  20.  Jänner  1229  (Bull.  Roman.  Ed.  Taurinensis  3, 
442)  und  vom  3.  März  1229  (Theiner,  Monum.  Hung.  1,  88  Nr.  158,  159). 


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Einleitung.  XXI 

Bath  (Wells)  und  Norwich  (unter  Canterbury),  durchaus  Namen,  die 
sich  im  Cencius  und  E  finden,  demnach  auch  in  der  Vorlage  von  H 
gestanden  haben  dürften.  Die  Zahl  der  Auslassungen  ist  gegenüber 
den  rund  1000  Namen  nicht  bedeutend;  bestimmte  Schlüsse  aus  dem 
Wegbleiben  eines  einzelnen  Namens  zu  ziehen,  ist  aber  trotzdem  miss- 
lich. Mit  Sicherheit  wird  man  nur  nach  dem  Fehlen  ganzer  Gruppen 
urtheilen  können.1)  Nun  vermissen  wir  die  um  die  Mitte  de3  13.  Jahr- 
hunderts errichteten  italischen  Bisthümer  Aquila  [1257],  Atri  [1252] 
und  Noli  [1246]  2);  auch  die  1244  erfolgte  Uebertragung  des  Bischofs- 
sitzes von  Antibes  nach  Grosse  ist  noch  nicht  berücksichtigt8) ;  es  fehlt 
das  Erzbisthum  Riga  mit  allen  seinen  Suffraganen.  Der  Erzbischof 
von  „Livland,  Esthland  und  Preussen"  erhielt  von  Papst  Alexander  IV. 
am  20.  Jänner  1255  die  Erlaubnis,  seinen  ständigen  Sitz  in  Riga  zu 
nehmen  und  am  31.  März  desselben  Jahres  wurden  die  Rechte  des 
neuen  Erzbisthums  bestätigt.4)  Allein  die  Organisation  der  Livlän- 
dischen  Kirchenprovinz  hatte  sich  nicht  mit  einem  Schlag  vollzogen 
sondern  war  das  Ergebnis  einer  halbhundertjährigen  Entwicklung. 
Bereits  1211 — 12  ist  das  1224  nach  Dorpat  übertragene  Bisthum  Leal 
nachweisbar6),  das  von  Semgallen  seit  12196),  ohne  dass  wir  sie  in 
unserer  und  anderen  gleichzeitigen  Provinciale-Handschriften  fänden. 
Das  zeigt  wohl,  dass  man  erst  dann  zur  Eintragung  schritt,  als  1255 
die  Metropolitanverfassung  endgiltig  festgestellt  war.  Von  den  neu- 
gegründeten Bisthümern  in  Spanien  fehlt  die  ganze  Kirchenprovinz 
Sevilla  [Ei-zbisthum  seit  1249] 7)  und  das  seit  1255  bestehende  Bis- 
thum Badajoz;8)  endlich  Mallorca  [unter  Tarragona].  Am  15.  Juli 
1337  gab  Gregor  IX.  Auftrag,  für  die  Besetzung  des  Bischofsitzes  zu 
sorgen,  und  am  12.  Okt.  1238  wird  ein  Bischof  Raimund  genannt; 
aber  bereits   am   20.  Dec.   1230   hatte  Gregor  IX.   den  Wunsch  des 


l)  Zu  demselben  Schluss  gelangt  auch  Erler  1.  c.  XVIII.  So  dürfte  auch  der 
Umstand,  dass  das  Bisthum  Sithia  auf  Greta  in  H  fehlt  und  in  £  erst  von  an- 
derer Hand  eingefügt  ist,  auf  einen  Mangel  der  gemeinsamen  Vorlage  zurückzu- 
führen sein.  Vgl.  Rattinger  l.  c.  33  A.  2.  und  andererseits  Simonsfeld,  Beiträge 
zum  p&petl.  Kanzleiwesen,  Sitzungsberichte  der  k.  bair.  Akad.  d.  Wiese  na  eh.  phil. 
Classe,  1890,  2,  220. 

*)  Potth.  16740,  14547,  12192. 

•)  Gallia  Christiana  3,  1145  und  1158—59. 

*)  Bunge,  Iivländ.  ÜB.  1,  361  Nr.  279  und  364  Nr.  282. 

*)  Bnnge,  1.  c.  230  Nr.  23  und  2,  64  Nr.  61,  69  Nr.  64. 

a)  Bunge  1.  c.  2,  49  Nr.  43. 

*)  Potth.  13379-80. 

8)  Potth.  16066. 


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XXII  Einleitung. 

Königs  von  Arragonien,  in  Mallorka  ein  Bisthum  zu  gründen,  zuge- 
stimmt und  ihn  aufgefordert,  dasselbe  entsprechend  zu  dotiren.1) 

Nach  allem  können  wir  sagen,  dass  das  im  Bologneser  Codex 
überlieferte  Provinciale  der  Zeit  um  1230  entspricht. 

Anderthalb  Jahrhunderte  später  hat  Dietrich  von  Nieheim  das 
Provinciale  aus  derselben  Quelle,  dem  authentischen  Kanzleibuch,  auf- 
gezeichnet (E)  und  bringt  nun  alle  unter  Bonifaz  VIII.,  Johann  XXII. 
und  Clemens  VI.  vorgenommenen  Aenderungen.  Ob  er  dabei  die  viel- 
fach vermerkten  genauen  Daten  in  seiner  Vorlage  fand,  oder  ob  wir 
die  Hinzufügung  derselben  seiner  historischen  Ader  verdanken,  muss 
dahingestellt  bleiben. 

Eine  um  etwa  2  Jahrzehnte  jüngere  Kopie  aus  E,  der  Cod.  Ottob. 
lat.  911  (0)  nahm  dann  noch  die  in  E  von  anderer  Hand  nachge- 
tragenen Aenderungen  unter  Urban  VI.  und  Bonifaz  IX.  in  den  Con- 
text  auf,  so  dass  wir  die  Ausgestaltung  des  Provinciale  im  Kanzlei- 
buch durch  rund  zwei  Jahrhunderte  verfolgen  können. 

Zwischen  H  und  E  fällt  das  Provinciale  im  Formelbuch  aus  dem 
2.  Band  der  Papierregister  Clemens'  VT.  (C)  Es  ist  unter  Johann  XXII. 
geschrieben  und  enthält  die  Neugründungen  Bonifaz'  VIII.,  von  denen 
Johannes  XXII  aber  nur  Vabres  unter  Poitou,  immerhin  ein  Zeichen, 
dass  der  Schreiber  von  der  am  13.  August  1317  erfolgten  Neugrün- 
dung bereits  Kunde  hatte.  Im  übrigen  weicht  C  in  Lesearten  und 
Reihenfolge  so  ab,  dass  eine  directe  Herleitung  von  C  aus  dem  offi- 
ciellen  Provinciale  ausgeschlossen  ist. 

Mit  dem  Provinciale  war  ein  für  den  Amtsverkehr  der 
Kanzlei  unentbehrliches  Handbuch  geschaffen,  an  dass  ich  im  Lauf 
der  Zeit  Verordnungen,  Eide  und  Formeln  naturgemäss  angliedern 
konnten.  Der  Bisthumskatalog  hat  denn  auch  als  Kern  und  ältester 
Theil  dem  Kanzleibuch  bis  weit  ins  14.  Jahrhundert  hinein  den 
Namen  gegeben.  Es  hiess  Liber  Provincialis,  einfach  Provincialis  oder 
Provincialis    Cancellariae2) ;     erst    1380     begegnet*  in     den    Trans- 

*)  Potth.  8638,  10415,  Garns,  Kirchengeschichte  Spaniens  3,  1.  Abth.  216. 
Auvray,  Reg.  Greg.  IX.  Nr.  523—24.  Die  Sicherheit  eines  daraus  zu  ziehenden 
Schlusses  wird  dadurch  beeinträchtigt,  dass  der  Name  auch  in  E  fehlt,  ein  Man- 
gel der  gemeinsamen  Vorlage  also  wahrscheinlich  ist. 

9)  Vgl.  zunächst  die  Citate  im  Eanzleibuch  selbst:  S.  40,  Juramenta  VI.  c- 
d.  tazationes  scriptas  et  insertas  in  provinciali  cancellarie.  S.  62,  Con. 
stitutiones  V  mit  Verweisung  auf  I. :  sicut  in  provinciali  scriptum  est.  S.  65, 
VII.  1  mit  Verweisung  auf  II.  3 :  prout  in  provinciali  cancellariae  ple- 
nius  continetur  S.  82,  IX.  89:  item  de  hiis  que  continentur  in  provinciali. 
S.  30),  Formulae  C  I.  6:  secundum  quod  sunt  in  provinciali.  8.  ut  est  in 
provinciali.  9:  uf  poneretur  in  provinciali.  11:  indulgentias  in  pro- 
vinciali cancellarie  scriptas. 


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Einleitung.  XXIII 

sompten  Dietrichs  von  Nieheim  zum  erstenmal  dafür  die  Bezeichnung 
„Liber  Cancellariae",  die  von  da  an  die  herrschende  geworden  ist. 

Suchen  wir  nun  die  allmählige  Angliederung  der  Kanzleiordnun- 
gen an  das  Provinciale  zu  verfolgen,  so  haben  wir  bei  den  älteren 
Theilen  zwischen  Entstehung  überhaupt  und  Aufnahme  ins  Kanzlei- 
buch wohl  zu  scheiden;  denn  während  sich  die  letztere  vor  dem  3. 
Jahrzehnt  des  13.  Jahrhunderts  nicht  nachweisen  lässt,  reicht  das 
Alter  einzelner  Bestimmungen  noch  in  das  12.  Jahrhundert  zurück. 
Die  eine  dieser  Verfügungen  regelt  die  Bezüge  der  Kanzlei  an  Geld 
und  Naturalien.1)  Da  als  Kanzleichef  noch  der  Kanzler  genannt  wird, 
ist  sie  jedenfalls  vor  1216  entstanden.2)  Einen  weiteren  Anhaltspunkt 
gibt  der  Schlusssatz.  Die  Eintragung  erfolgte  ursprünglich  nicht  im 
Kanzleibuch,  das  in  dieser  Weise  wohl  noch  nicht  bestand,  sondern 
im  Liber  Censuum  und  wurde  daraus  erst  später  für  das  erstere  kopirt 
und  zwar  von  der  letzten  Seite  der  11.  Lage.  Fahre  schloss 
daraus  mit  Recht,  dass  das  Citat  auf  den  Codex  authenticus  weise. 
Leider  fehlen  jetzt  aber  gerade  in  jener  Handschrift,  die  alle  Merk- 
male dieser  Authenticität  trägt,  dem  Cod.  Vat.  lat.  8486,  die  10.  und 
11.  Lage.  Aus  dem  daraus  abgeleiteten  Cod.  Biccardianus  228  kennen 
wir  aber  wenigstens  den  Inhalt  der  fehlenden  Blätter  verlässlich  und 
daraus  wird  in  der  That  wahrscheinlich,  dass  unmittelbar  nach  dem 
Senatoreneid  als  Nr.  60  und  61  als  letzte  Eintragung  auf  der  nun 
fehlenden  11.  Lage  stand:  de  procuratione,  que  datur  curie  Romane 
und  de  procuratione  que  datur  pape  et  cardinalibus.8)  Infolge  dieser 
Lücke  in  der  Handschrift  sind  wir  auch  nicht  in  der  Lage  festzu- 
stellen, ob  die  Eintragung  von  erster  Hand  herrührt,  also  bereits  1 192 


Ausserhalb  des  Kanzleibuchs:  Originalbulle  Gregors  IX.  für  das  Kloster 
Seitz  vom  17.  Nov.  1228  mit  dem  Vermerk:  ascultetur  cum  provintiali 
(Diekamp,  Mittheil.  d.  Instituts  f.  österr.  GF.  3,  600).  Innocenz  IV.  1247  April 
9  .für  das  Hospiz  auf  dem  grossen  St.  Bernhard  (Registereintragung)  ut  habetur 
in  pro  vinciali  cancellari  ae  (Acta  pontificum  Helvetica  1,  199  Nr.  320; 
vgl.  Mittheil.  d.  Institut  f.  österr.  GF.  13,  639).  Bulle  „Cum  ad  sacrosanctae" 
Johanns  XXII.  (Extravag.  Johannis  XXIL  tit.  13.  Friedberg  Corp.  iur.  can.  2, 
1218) :  secundum  taxationem  litterarum  ipsarum,  quae  inlibro  provincial 
invenitur  esse  conscripta. 

0  S.  53  Constit.  I. 

*)  Bresslan,  UL.  1,  257  Nr.  30. 

•)  Vgl.  darüber  Fahre,  Etüde  sur  le  Liber  Censuum  171—172  und  200  A. 
1;  derselbe  in  Melanges  d'archäologie  et  d'histoire  3,  342  A.  4  und  350  und 
meine  Ausführungen  in  Mittheil.  d.  Instituts  f.  österr.  GF.  14,  498—99.  Damit 
stimmt  auch,  dass  Merkel,  Arch.  stör.  Ital.  append.  5,  151  Nr.  XU  aus  Cod.  Ric- 
car<J.  unmittelbar  nach  dem  Senatoreneid  unser  Stück  „Cum  datur  procuratio" 
druckt. 


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XXIV  Einleitung. 

erfolgte,  oder  erst  später  nachgetragen  wurde.1)  Der  eigenartigen 
Stellung  des  Cencius  und  der  kanzlerlosen  Zeit  entspricht  sie  auch 
inhaltlich  vollkommen.  —  Pabre  hat  aus  dem  erwähnten  Citat  noch 
einen  weiteren  Schluss  gezogen.2}  Frühestens  im  Jahre  1236  wurden  an 
der  Spitze  der  Handschrift  eine  Lage  und  zwei  Doppelblätter  eingefügt,3) 
dadurch  wurde,  meint  Fabre,  die  ursprünglich  11.  Lage  zur  12.  Nur 
bis  1236  konnte  daher  der  Kopist  das  heutige  f.  98,  auf  dem  die 
Eintragung  gestanden  haben  musste,  als  das  letzte  Blatt  der  11.  Lage 
bezeichnen;  die  Uebertragung  des  Stückes  in  den  Liber  Cancellariae 
müsse  daher  vor  1236  erfolgt  sein.  —  So  bestechend  der  Schluss  auf 
den  ersten  Blick  scheint  und  so  willkommen  er  für  die  Geschichte  des 
Kanzleibuchs  wäre,  erweist  er  sich  bei  näherer  Erwägung  doch  als  ziemlich 
unsicher.  Zwar  besass  der  Liber  Censuum  weder  eine  ursprüngliche 
noch  eine  spätere  Lagenbezeichnung/)  so  dass  der  Kopist  die  Lage 
auf  der  die  Eintragung  stand,  nicht  einfach  ablesen  konnte  sondern 
nachzählen  musste;  ob  aber  einem  curialen  Schreiber  nicht  soviel 
Unterscheidungsvermögen  zuzutrauen  ist,  dass  er  seine  Zählung  auch 
nach  1236  unbekümmert  um  seitherige  Einschiebsel  erst  auf  f.  11  bei 
„Incipit  liber  censuum"  etc.  begann  und  daher  mit  f.  98  nach  wie 
vor  beim  letzten  Blatt  der  11.  Lage  anlangte,  scheint  mir  denn  doch 
zu  erwägen. 

Ein  sicherer  terminus  ad  quem  ist  der  Verweis  in  Constit.  V.  4, 
der  die  Eintragung  ins  Kanzleibuch  als  bereits  erfolgt  voraussetzt.  — 
Ungefähr  derselben  Zeit  wie  Nr.  I  gehört  die  älteste  uns  erhaltene 
Verfügung  über  die  Erledigung  der  Petitionen  an.5)  Bresslau  setzte 
sie  in  die  Mitte  des  13.  Jahrhunderts6)  und  schloss  dies  aus  der  Form 
„breviator",  die  in  gleicher  Weise  in  den  Kanzleiverordnungen  des 
Lyoner  Concils  bezeugt7)  ist.  Es  ist  richtig,  dass  die  Conceptsbeamten 
bald  darauf  abbreviatores  hiessen;8)  wie  lange  sie  aber  schon  früher 
und  zwar  unter  dem  Namen  breviatores  bestanden,  müssen  wir  bei 
dem  Mangel  an  irgendwelchen  Nachrichten  darüber  ganz  dahingestellt 


!)  Ich  habe  dementsprechend  als  Zeitgrenzen  in  der  Ausgabe  angenommen : 
1192  (Ursprüngliche  Anlage  des  Liber  Censuum)  und  1216  (Aufhören  des  Kanz- 
lertitels). 

*)  Etüde  200  A.  1. 

»)  Jetzt  f.  1—10. 

4)  Freundliche  Mittheilung  des  Herrn  Dr.  Teige, 

8)  S.  53.  Constit.  II. 

«)  ÜL.  1,  257—258. 

*)  S.  58.  Constit.  HI.  14. 

*)  So  bereits  unter  Alezander  IV.  Constit.  IV.  4,  wenn  der  Text  Dietrichs  v. 
Nieheim  an  dieser  Stelle  verlässlich  ist. 


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Einleitung.  XXV 

* 

sein  lassen.1)  Ich  möchte  eine  genauere  Einreihung  aus  der  Fassung 
des  ersten  Absatzes  zu  begründen  versuchen.  Als  Mittelspersonen 
zwischen  Papst  und  Notaren,  aus  deren  Händen  letztere  die  Petitionen 
entgegen  nehmen,  werden  genannt:  „einer  der  Kardinäle,  ein  Kaplan 
oder  der  Kämmerer".  Es  lässt  dies  auf  einen  Ausnahmszustand 
schliessen ;  denn  die  Petitionen  oder,  wie  sie  seit  dem  14.  Jahrhundert 
officiell  biessen,  Suppliken  vertheilte  späterhin  stets  der  Vicekanzler 
und  in  früherer  Zeit  dementsprechend  der  Kanzler.  Eine  Gegenüber- 
stellung unseres  Stücks  zur  ältesten  Fassung  des  Abbreviatoreneides 
wird  dies  noch  besonders  klar  machen. 


Iuramenta  IX.  a. 
Item   non  recipient   (sc.  brevia- 
tores)    petitiones    simplices   preter 
eas,  que  sibi  de  communi  data  pro- 1 
venient  nisi  de  mandato  vicecan- 
cellarii  seu  notarii. 


Constitutiones  II.  1. 
Nullus  omnino  notarius  petitio- 
nes recipiat  nisi  que  fuerint  in 
communi  data  recepte  vel  quas 
dominus  papa  tradiderit  aut  ali- 
quis  cardinalium  cappella- 
nus  quoque  vel  camerarius. 

Im  Abbreviatoreneid  tritt  der  Notar  als  unmittelbarer  Vorgesetz- 
ter hinzu,  über  demselben  steht  nur  der  Vicekanzler.  Es  gab  nur 
eine  Zeit,  wo  an  der  Spitze  der  Kanzlei  weder  ein  Kanzler  noch 
ein  Vicekanzler  stand,  sondern  drei  Männner  sich  in  die  Einflussnahme 
auf  die  Kanzlei  thefilten:  Der  Kardinal  Aegidius  (aliquis  cardinalium), 
bei  dessen  Verhinderung  der  Subdiacon  Moses   (capellanus)   und  Cen- 


l)  Ich  möchte  aus  der  Zeit  Innocenz  III.  nur  das  Jahr  1201  herausgreifen. 
Der  Notar  Blasius  leitete  damals  die  Kanzlei  [Bresslau  1,  206],  kam  daher  für 
die  Conceptarbeit  wohl  kaum  in  Betracht,  während  gleichzeitig  Notar  Philipp 
als  Begleiter  des  Kardinals  Guido  von  Palestrina  sich  in  Deutschland  aufhielt. 
]Böhmer-Ficker-Winkelmann  Nr.  5726,  5743  u.  a.].  So  blieben  von  der  Sieben- 
zahl der  Notare  für  den  eigentlichen  Dienst  fünf.  Ob  diese  imstande  waren,  den 
unter  Innocenz  III.  gewaltig  gesteigerten  Geschäftskreis  allein  zu  bewältigen,  ist 
denn  doch  mehr  als  fraglich.  Gerade  dass  der  Notar  Philipp  und  später  an- 
lässlich der  Albigenser- Wirren  Milo  auf  lange  Zeit  fern  von  der  Curie  weilen 
konnten,  scheint  darauf  hinzudeuten,  dass  in  solchen  Fällen  für  Ersatz  und  Stell- 
vertretung an  der  Curie  gesorgt  war.  Eine  bestimmtere  Organisation  der  Abbre- 
viaturen vollzog  sich  allerdings  erst  später,  wie  denn  in  unserer  Constitution 
zwar  der  Name  breviator  genannt  wird,  aber  im  Gegensatz  zum  späteren  Abbre- 
viatoreneid bei  Erledigung  der  Petitionen  die  Notare  nach  aussen  hin  als  einzig  ver- 
antwortlich erscheinen.  Dass  die  Regelung  des  Geschäftsgangs  speciell  im  Peti- 
tionsbureau, der  data  communis,  weiter  zurückreicht,  als  man  bisher  angenommen 
hatte,  ist  jetzt  auch  durch  Auvray,  Note  sur  un  traite"  des  requötes  en  cour  de 
Rome  du  XÜI«  siecle  (Melanges  d'archeologie  et  d'histoire,  10,  112  ff.,  251  ff.) 
bezeugt;  Verfasser  des  daselbst  mitgetheilten  „libellus  de  formis  petitionum  secundum 
cursum  Romane  curieu  ist  der  1227  verstorbene  Kardinal  Guala. 


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XXVI  Einleitung. 

cias  (camerarius).  So  sehen  wir,  dass  die  Fassung  unserer  Stelle  ein- 
zig und  allein  den  eigenartigen  Verhältnissen  unter  Coelestin  III. 
entspricht 

Auch  diese  Verordnung  fand  Aufnahme  in  den  Liber  Censuum, 
und  eben  das  Verhältnis  beider  Ueberlieferungen  gibt  uns  Anhalts- 
punkte zu  weiteren  Schlüssen.  Die  Verordnung  steht  im  Cod.  Vat. 
lat.  8486  auf  f.  1701  als  Nr.  CCIX  unter  dem  Titel  „Institutio  cancel- 
larie  super  petdtionibus  dandis  et  recipiendis"  und  ist  von  derselben 
Hand  geschrieben,  die  nach  Fabre  um  1236  die  ersten  umfassenden 
Nachträge  dem  Liber  Censuum  beifügte.1)  Die  Frage  der  Entstehung 
wird  dadurch  keineswegs  berührt.  Kammer  und  Kanzlei  waren  da- 
mals längst  wieder  vollständig  getrennt;  auch  steht  unsere  Constitu- 
tion mitten  in  der  Gesellschaft  von  älteren  vom  Beginn  des  13.  bis 
ins  12.  und  selbst  ins  Ende  des  11.  Jahrhunderts  zurückreichenden 
•Stücken2);  die  ganze  Gruppe  trägt  daher  weniger  den  Charakter  einer 
Fortsetzung,  als  den  einer  Nachlese  zum  ursprünglichen  Bestand.  Die 
erste  Aufzeichnung  wird  wohl  auf  einem  Einzelblatt  erfolgt  sein,8) 
ebenso  wie  die  Eidesformeln  ursprünglich  auf  Einzelblättern  aufge- 
zeichnet und  erst  später  gesammelt  worden  sind.  Diese  scheda  scheint 
die  gemeinsame  Quelle  für  die  Eintragung  in  Kanzlei  und  Kammer 
geworden  zu  sein;  nur  bewahrt  auch  hier  das  Kammerbuch  die  ur- 
sprüngliche Form  (Nr.  1 — 10),  während  die  Kanzleieintragung  eine 
erweiterte  Fassung  bietet  Nr.  10,  das  die  Verlesung  im  Petitions- 
bureau, der  data  communis,  verfügt,  wurde  fortgelassen,  da  die  Ein- 
tragung ins  Kanzleibuch  selbst  einer  Publication  für  immerwährende 
Zeiten  gleichkam  und  die  zeitweilige  Verlesung  der  Kanzleiverord- 
nungen, die  im  14.  und  15.  Jahrhundert  ausdrücklich  verfügt  wird, 
auch  im  13.  Jh.  bereits  üblich  gewesen  sein  dürfte.  Dafür  erhielt  die 
Verordnung  in  der  Kanzlei  eine  bedeutende  Fortsetzung  (Nr.  11 — 17),4) 
die  ersten  Punkte  derselben  halten  sich  in  der  Fassung  noch  an  die 
ursprüngliche  Form  (Nr.  1  Nullus  notarius  ...  recipiat,  Nr.  12  Item 
oinnes  procuratores  ...recedant);  so  beginnt  auch  noch  Nr.  13 
mit:   Item  nullus  procurator  habens  concubinam  admittatur,  setzt 


f)  Daher  die  Altersbestimmung  in  der  Ausgabe:  1192  (frühester  Entste- 
hungszeit aus  sachlichen  Gründen)  —  1236  (erste  erhaltene  Niederschrift.) 

*)  Melanges  3,  360—61  Nr.  203—218;  diese  Gruppe  bildet  auf  f.  167—174 
auch  eine  gemeinsame  Lage. 

8)  Auch  die  Verfugung  über  die  litterae  legendae  wurde  1278  Nikolaus  IIL 
als  „cedula"  vorgelegt  (S.  72  Constit.  IX.) 

<)  Dieser  Theil  hätte  in  der  Ausgabe  streng  genommen  durch  kleineren 
Druck  gekennzeichnet  werden  sollen. 


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Einleitung.  XXVII 

aber  unmittelbar  darauf  fort:  Item  excommunicamus  omnes  pro- 
curatores  tenentes  manifeste  concupinam.  Entscheidend  ist  dann 
Nr.  14:  Presenti  decreto  statuimus,  ut  procuratores  archi- 
episcoporum  etc.  simul  et  semel  omnes  petitiones  secundum  sta- 
tntum  nostrum  et  predecessoris  nostri  porrigant  per  se 
ipsos  quantotius  poterunt.  Wir  erfahren,  dass  der  Papst  selbst  es  ist, 
der  eine  gleichlautende  Verfügung  eines  Vorgängers  bestätigt.  Diese 
Verfügung  ist  aber  nichts  anderes  als  eben  der  ursprüngliche  Bestand 
unseres  Stücks,  dessen  Nr.  5  „Omnes  tarnen  petitiones  quas  promo- 
vendas  suscepit  simul  et  semel  exhibeatu  bereits  genau  dasselbe  ver- 
fügte, was  in  Nr.  14  ein  späterer  Papst  erneuerte  und  bestätigte.  Als 
den  praedecessor  glaube  ich  Coelestin  III.  erwiesen  zu  haben ;  weniger 
sicher  lässt  sich  der  Nachfolger  feststellen.  Für  Zuweisung  von  Streit- 
sachen an  einen  Kardinal  als  Auditor  finden  sich  im  Register  Inno- 
cenz  III.  zahlreiche  Belege;  dass  dem  Procurator  der  Partei  zwei 
Curialadvocaten  zur  Seite  stehen  und  dass  er  persönlich  in  der  Au- 
dientia  litterarum  contradictarum  zu  erscheinen  hat,  schildert  uns 
aus  dem  Jahre  1205  die  Chronik  von  Evesham.1)  Innocenz  III.  als 
unmittelbarer  Nachfolger  ist  daher  bereits  möglich;  die  Fortsetzung 
kann  aber  auch  einem  der  folgenden  Päpste  aus  der  ersten  Hälfte  des 
13.  Jahrhunderts  angehören. 

Die  erste  Berufung  auf  die  Eintragung  unserer  Verfügung  findet 
sich  erst  in  den  Kanzleiregeln  aus  der  zweiten  Hälfte  des  13.  Jahr- 
hunderts :  Constit.  VII.  1. :  Consueverunt .  .  .  notarii  legere  . . ,  .  peti- 
tiones exceptis  dignitatibus  episcopatuum  etc.,  quas  legere  non  debe- 
bant,  prout  in  provinciali  cancellarie  plenius  continetur 
(vgl.  II.  3).  Es  ist  dies  zugleich  ein  Beweis  dafür,  dass  die  Reihen- 
folge in  der  uns  jetzt  erhaltenen  Ueberlieferung  des  Kanzleibuchs 
keinen  sicheren  Anhaltspunkt  für  das  Alter  der  einzelnen  Stücke  zu 
bieten  vermag;  denn  Nr.  VII  steht  in  H  auf  p.  92,  Nr.  II  aber  erst 
auf  p.  105.  (Dietrich  v.  Nieheim  hat  unsere  Constitution  in  sein 
Kanzleibuch  nicht  aufgenommen);  ebenso  steht  Constit.  V.  in  H  auf 
p.  89  in  E  auf  f.  87,  Constit.  I.  dagegen,  die  in  ersterer  als  bereits 
eingetragen  citirt  wird,  in  H  auf  p.  105  in  E  auf  f.  88. 

Die  erste  sicher  zu  datirende  Verfügung  (Constit.  III.)  führt  uns 
in  die  Zeit  des  ersten  Lyoner  Concils.  Demjenigen,  was  ich  darüber 
in  der  Einleitung  zum  betreffenden  Stück  S.  56  bemerkte,  habe  ich 
wenig  hinzuzufügen.  Aus  den  Canones  des  Concils  wurde  eine  Aus- 
wahl von  solchen  Bestimmungen  getroffen,  die  auch  für  die  Thätigkeit 
der  Kanzlei  in  Betracht  kamen  (Nr.  2 — 9);  ihnen  wurden  weitere  die 

*)  Chronicon  abbatiae  de  Evesham  ed.  Macray  S.  145  f.  152  f. 


XXVIII  Einleitung. 

Kanzlei  allein  berührende  Verfügungen  angereiht  (Nr.  10 — 18).  Die 
Bestimmungen  richten  sich  durchaus  in  allgemeinen  Worten  gegen 
die  Bestechlichkeit  der  atrialen  Beamten  und  die  Uebervortheilung 
der  Parteien.  Nur  die  rechtmässigen  und  hergebrachten  Abgaben  sind 
zulässig.1)  Die  Curie  soll  vom  Vorwurf  der  Geldgier  reingewaschen 
und  den  Verläumdern  jeder  Anhaltspunkt  zu  Angriffen  entzogen 
werden.  2) 

Dieser  üble  Ruf  haftete  der  römischen  Curie  allerdings  längst  an, 
und  zwar  waren  es  zunächst  nicht  die  Gegner  der  Päpste  gewesen, 
die  diese  Dinge  zur  Sprache  brachten,  sondern  warme  Anhänger  der 
Curie,  zugleich  aber  auch  eifrige  Vorkämpfer  der  Kirchenreform.  In 
diesem  Sinn  hatte  zuerst  Bernhard  von  Clairvaux  Eugen  III.  gegen- 
über seine  Stimme  erhoben,  Johann  von  Salisbury  und  Gerhoch  von 
Beichersberg  waren  ihm  hierin  gefolgt.  Was  bei  diesen  Männern 
wohlgemeinte,  eindringliche  Mahnung  war,  wurde  im  Munde  der 
Gegner  zum  gehässigen  Angriff  und  beissenden  Spott.  Diese  Rich- 
tung tritt  am  schärfsten  hervor  in  den  Liedern  der  Vaganten.  Die 
Missbräuche  an  der  Curie  zu  geissein,  war  an  sich  ein  dankbares 
Thema )  wurde  es  noch  in  gewandte,  witzige  Form  gekleidet,  dann 
wanderte  der  lustige  Reim  eines  Spottgedichts  von  Mund  zu  Mund  und 
erlaugte  allgemeine  Verbreitung.  8) 

Gegen  diese  Angriffe  der  Vaganten  wendet  sich  nun  in  höchst 
merkwürdiger  Weise  der  letzte  Absatz  unserer  Constitution:  Item 
cum  multi  vitam  pro  sua  voluntate  ducentes  sepe  curiam 
nostram,  ubi  culpa  non  suffuit,  suis  oblocutionibus  offuscarint  et  illius 
famam  usque  hodie  detractationibus  impetere  non  desistant  etc.  Es 
wird  verfügt,  dass  in  Zukunft  jedermann  für  eine  20  solidi  überstei- 
gende Zahlung  eine  schriftliche  Bestätigung  erhalten  solle,  damit  er 
sich  seinen  Auftraggebern  über  die  Höhe  der  Kosten  auszuweisen  ver- 


')  Consi  III.  13  Excipimus  tarnen  iusta  ac  solita  salaria  laborantium  in 
eißdem.  So  glaube  ich  das  iusticia  solita  der  Hs.  emendiren  zu  sollen,  während 
sich  Erler  1.  c.  133  durch  Verweisung  des  Wortes  iusticia  in  den  vorhergehenden 
Satz  behalf. 

*)  S.  57,  Constit.  m.  10. 

8)  Carmina  Burana,  Bibl.  d.  liter.  Vereins  zu  Stuttgart  16,  1  ff.  Die 
schärfsten  sind  S.  13  Nr.  XIX,  Strofe  4  ff.  „Roma  caput  mundi  est  sed  nil 
capit  mundum",  und  S.  22  Nr.  XXI.  Initium  sancti  evangelii  secundum  marcas 
argenti ;  vgl.  auch  S.  23  Nr.  XXIa.  Bezeichnend  für  die  weite  Verbreitung  ist, 
dass  Giraldus  Cambrensis  eines  der  genannten  Spottgedichte  „Roma  caput  mundi 
est"  in  theilweise  veränderter  Form  kennt  (Speculum  ecclesiae ;  opp.  ed.  Brewer 
4,  291).     Als  Verfasser  nennt  er  Golias,  das  bekannte  Haupt  der  Vaganten. 


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Einleitung.  XXIX 

möge.1)  Wenn  nun  kurze  Zeit  nach  diesen  Verfügungen  Taxvermerke 
auf  den  päpstlichen  Bullen  auftauchen,  so  wird  man  die  Neuerung 
wohl  damit  in  Zusammenhang  bringen  und  sie  als  Quittung  an  die 
Partei  über  die  Höhe  der  Kanzleitaxe  auffassen  können. 

Durch  die  besprochenen  allgemeinen  Bestimmungen  auf  dem  ersten 
Lyoner  Concil  war  auch  die  Frage  einer  Regelung  des  Taxwesens  in 
der  Kanzlei  in  Fluss  gerathen.  Die  folgende  Verordnung  (Constit.  IV.) 
bedeutet  darin  einen  weiteren  Schritt  durch  Schaffung  der  ersten 
uns  erhaltenen  Taxliste.  Ich  hatte  in  meiner  Abhandlung  über 
das  Taxwesen  der  päpstlichen  Kanzlei  diese  Liste  dem  Pontificat 
Alexander's  IV.  zuweisen  zu  können  geglaubt2) ;  die  Gründe  hieiür  hielt 
ich  unten  S.  59  aufrecht  und  versuchte  mit  Benützung  der  beiden  mir  be- 
kannten Ueberlieferungen  die  Gesammtverfügung  Alexanders  IV. 
beziehungsweise  die  Publication  derselben  durch  den  Vicekanzler  zu 
reconstruiren.  Dass  Dietrich  von  Nieheim  für  seine  Abschrift  des  Kanz- 
leibuchs die  veralteten  Punkte  strich  und  daher  die  Verordnung  nur 
verstümmelt  bietet,  scheint  mit  genügend  erwiesen.  Einer  Erörterung 
bedarf  aber  der  Umstand,  dass  im  Formelbach  des  Registrum  Cle- 
mentis  der  Beginn  fehlt  und  der  Text  erst  mit  Nr.  5  einsetzt.  Die 
Erklärung  scheint  mir  in  dem  Umstand  gegeben,  dass  letztere  Ueber- 
lieferung  nur  die  ursprünglich  wohl  auf  Einzelblatt  aufgezeichnete 
Taxordnung  enthalt,  während  bei  der  Eintragung  ins  Kanzleibuch  der 
Vicekanzler  noch  die  Publication  mehrerer  mündlicher  Aufträge  des 
Papstes  vorangehen  liess.8)  Daraus  erklärt  sich  auch  das  eigenthüm- 
liche  Schwanken  in  der  Fassung.  Der  Text  beginnt  in  IV.  1  sub- 
iectiv  im  Singular  mit  Ego  .  .  .  vicecancellarius  moneo  .  .  .,  ad  vo- 
luntatem  meam,  fahrt  aber  schon  mit  IV.  4  in  obiectiver  Fassung 
fort:  mandato  vicecancellarii  semper  salvo  und  geht  endlich  dort, 
wo  die  schriftliche  Vorlage  einsetzt,  in  die  erste  Person  pluralis  über : 
Circa  salarium  . .  .  duximus  providendum. 

Noch  ein  anderes  Moment  ist  bei  der  Frage  zu  beachten.  So- 
wohl Diekamp4)  als  mir  war  bei  der  Darstellung  des  Taxwesens  im 
13.  Jahrhundert  eine  wichtige  Stelle  in  den  Gesta  Innocentii  III.  c. 
41 5)  entgangen,  die  ich  hier  nachtrage:  Inter  omnes  itaque  pestes 
habuit   venalitatem   exosam,   cogitans   qualiter  eam  posset   a  Bomana 

*)  S.  59  Constit.  III.  18,  ut  per  illas  de  quantitate  servitii  possit  veritas 
obtineri. 

*)  Mittheil.  d.  Instituts  f.  öaterr.  GF.  13,9. 

■)  De  mandato . . .  domini  Alexandri  .  .  summi  pontificia  facto  michi  ora- 
culo  vive  vocis. 

*)  Mittheil.  d.  Instituts  f.  österr.  GF.  4,  509—510. 

°)  Baluze,  1,  17. 


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XXX  Einleitung. 

curia  extirpare.  Statim  ergo  fecit  edictum,  ut  nullus  offi- 
cialium  curiae  suae  quicquam  exigeret  praeter  solos 
scriptores  et  bullatores,  quibus  tarnen  certum  modum 
praefixit,  districte  praecipiens,  ut  singuli  suum  officium  gratis  im- 
penderent,  recepturi  gratanter,  si  quid  eis  gratuito  dona- 
retur.  Daraus  könnte  man  immerhin  schliessen,  dass  bereits  Inno- 
cenz  III.  nicht  nur  allgemeine  Verfügungen  sondern  bereits  eine  be- 
stimmte Taxordnung  erlassen  habe,  und  sich  versucht  fühlen,  die  im 
Registrum  Clementis  überlieferte  Taxliste  hieher  einzureihen.  Dies 
erweist  sich  jedoch  aus  folgenden  Erwägungen  als  unzulässig.  Inno- 
cenz  III.  nahm  in  der  Triukgelderfrage  eineu  äusserst  milden  Staud- 
punkt ein,  indem  er  nur  die  Erpressung  verbot,  dagegen  die  Annahme 
freiwilliger  Geschenke  ausdrücklich  gestattete.  Dass  durch  diese  merk- 
würdige Auslegung  der  „venalitas"  das  Gespenst  der  Bestechlichkeit 
von  der  Curie  nicht  zu  bannen  war,  liegt  auf  der  Hand ;  und  so  ver- 
tritt denn  auch  die  erhaltene  Taxordnung  den  gerade  entgegengesetzten 
Standpunkt,  indem  sie  auch  die  Annahme  freiwillig  gebotener  Ge- 
schenke mit  der  Excommunication  belegt1)  Die  Einreihung  zu  Ale- 
xander IV.  wird  demnach  auch  dadurch  nicht  berührt.  Wohl  aber 
wird  der  Gesichtspunkt  im  Auge  zu  behalten  sein,  dass  Alexander  IV. 
damit  nichts  völlig  neues  schuf  sondern  an  bereits  bestehende  ältere 
Verfügungen  anknüpfte. 

Die  einzige  bestimmt  datirte  Kanzleiordnung  aus  dem  13.  Jahr- 
hundert ist  der  Erlass  Nikolaus1  III.  über  die  litterae  dandae  et  legen- 
dae  vom  12.  Februar  1278,  der  uns  einerseits  als  ursprünglicher  Ent- 
wurf und  andererseits  als  daraus  erfolgte  Ueberarbeitung  im  Kanzlei- 
buch erhalten  ist.  Bezüglich  des  Verhältnisses  der  verschiedenen 
Ueberiieferungen  verweise  ich  auf  meine  Ausführungen  in  der  Vorbe- 
merkung zur  Ausgabe  des  betreffenden  Stücks.2) 

War  es  bei  den  bisher  besprochenen  Eintragungen  schon  oft  schwer,  be- 
stimmte Anhaltspunkte  für  eine  annähernde  Datirung  zu  finden,  so  ist  dies 
bei  Constit.  Nr.  V — VIII,  den  sogenannten  Jura  et  consuetudines  cancel- 
lariae,  in  noch  höherem  Masse  der  Fall.  Die  Einreihung  zwischen  Nr.  IV 
nud  IX  gieng  von  der  Erwägung  aus,  dass  die  Aufzeichnungen  nicht  über  das 
erste  Lyoner  Concil  zurückreichen  und  sich  wiederholt  auf  die  frü- 
heren Verfügungen   als  bereits   im   Kanzleibuch   eingetragen   berufen 


*)  S.  60  Constit.  IV.  5  .  .  .  duximus  providendum,  quod,  scriptores  ultra 
taxationem  .  .  .  nichil  exigant  vel  eciam  sponte  oblatum  recipiant; 
et  si  quis  contrafecerit,  dans  et  recipiens  excommunicacionis  sententia  eint 
astricti. 

*)  S.  69  ff.  Constit.  IX.  vgl  auch  Zusätze  und  Berichtigungen  S.  429. 


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Einleitung. 


XXXI 


und  andererseits  vor  die  Constitution  Nikolaus'  III.  von  1278  fallen 
dürften ;  denn  letztere  kommt  der  Abfassungszeit  der  Bologneser  Hand- 
schrift bereits  so  nahe,  dass  eine  Einreihung  nach  1278  unwahr- 
scheinlich wird.  Bei  der  Reihenfolge  der  Stücke  habe  ich  mich 
gegenüber  Dietrich  von  Nieheim  an  die  ältere  und  verlässlichere  Bolog- 
neser Handschrift  gehalten. 

Im  einzelnen  finden  sich  doch  Anhaltspunkte,  die  Entstehungszeit 
auch  hier  wenigstens  annähernd  zu  begrenzen.1)  Vor  allem  ergibt 
sich,  dass  VI — VIII  nicht  gleichzeitig  sondern  später  entstanden  sind 
als  V;  denn  einzelne  Punkte  von  V  werden  in  VI  und  VTl 
wiederholt  und  ergänzt  und  zwar  in  der  Weise,  dass  dasjenige,  was 
in  V  als  in  der  Gegenwart  zu  Recht  bestehend  erscheint,  in  VI  und 
VII  als  hergebrachte  Gewohnheit  wiederkehrt. 

V.  4.  I  VII.   11. 

Item   si  curie  . .  .  fiat  procuratio       Consuevit  autem  habere  can- 


in  cibis,   cancellaria   debet   reci- 
pere  pro  duobus  cardinalibus. 

V.  10. 

Item  debent  habere  . . .  unuin 
somarium,  quandocunque  curia 
transfert  se  de  loco  ad  locum, 
ad  portandum  coquinam  et  alia 
utensilia  ad  opus  mense  cancellarie. 
V.  11. 

Item  si  aliqua  vasa  enea  sive 
ferrea  necessaria  sint  coquine  can- 
cellarie, quilibet  notarius  debet 
ponere  partem  suam  tarn  ad  emen- 
dum  quam  ad  reparandum  illa. 

Dass  der  Schluss  nicht  trügerisch  ist,  ersehen  wir  aus  VII.  1 
und  II.  3,  wo  dasselbe  sprachliche  Verhältnis  wiederkehrt  mit  der 
ausdrücklichen  Berufung,  dass  die  eine  Bestimmung  bereits  im  Kanz- 
leibuch eingetragen  sei. 


cellaria  in  procurationibus  et  en- 
xenniis,  quantum  habent  duo  car- 
dinales. 

VI.  3. 
Et   quando   curia    transfere- 
batur  de   loco   ad   locum,  sump- 
tibus  camere  papalis  portabatur 
(sc.  suppellex  cancellarie). 

VI.  3. 
Item    omnes   supplex,    que  per- 
tinebat   ad  mensam   et   coquinam, 
communi    contributione    emeba- 
tur.  • 


n.  3. 

Nullus  (sc.  notarius)  .  .  .  petitio- 
nes  .  . .  exhibeat. 


VII.  1. 
.  .    .   quas    legere    non    debe- 
bant,  prout  in  provinciali  cancel- 
larie plenius  continetur. 


«)  Vgl.  die  Datirungsversuche  Bresslaus,  UL.  1,  256—257  Nr.  18,  19,  30. 


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XXXII  Einleitung. 

Auch  wenn  in  VII.  13  austeile  der  in  V.  9  festgesetzten  Mate- 
riallieferung für  den  Hufbeschlag  der  Pferde  ein  Geldpauschale  ge- 
treten ist,  so  verweist  dies  auf  spätere  Verhältnisse. 

In  V.  24  nnd  28  werden  als  herrschende  Münze  genannt  die 
solidi  und  denarii  Provisini,  in  VII.  13  kehren  sie  als  solidi  Provisini 
antiqui  wieder;  daneben  setzt  die  Erwähnung  der  parvi  Turonenses 
antiqui  die  Bekanntschaft  mit  den  grossi  Turonenses  bereits  voraus. 

Gelangen  wir  daher  zun)  Schluss,  Nr.  V  einerseits  und  Nr.  VI 
bis  VIII  andererseits  bezüglich  ihrer  Entstehungszeit  auseinander  zu 
halten,  so  gilt  es  noch,  die  beiden  Gruppen  annähernd  einzureihen. 
Die  erste  feste  Handhabe  für  beide  bietet  der  Vicekanzlertitel ;  1216 
ist  also  als  sicherer  terminus  a  quo  gegeben.  Nr.  V  und  in  Wieder- 
holung und  näherer  Ausführung  desselben  auch  VI  und  VII  enthalten 
eingehende  Bestimmungen  über  Unterkunft,  Verpflegung  und  Versor- 
gung der  Kanzlei  auf  Reisen.  Solche  Verfügungen  waren  für  die 
häufige  Residenzverlegung  der  Curie  nach  Anagni,  Ferentino  oder 
Viterbo,  Orte  die  durchaus  in  einem  Tag  zu  erreichen  waren,  wohl 
nicht  nöthig.  V.  4  erwähnt  die  Verpflegung  der  Curie  durch  einen 
Erzbischof  oder  Bischof.  Nun  gab  es  von  Rom  nördlich  keinen  Erz- 
bischof bis  Pisa  und  Ravenna  und  südlich  nicht  bis  Capua  und  Bene- 
vent. Es  muss  sich  also  um  grössere  Reisen  oder  um  eine  bekannte 
grosse  Reise  handeln,  die  weit  über  das  Gebiet  von  Rom  hinausgieng ; 
und  da  kommt  wohl  in  erster  Linie  in  Betracht  die  Verlegung  der 
Curie  nach  Lyon.  In  der  Nacht  des  28.  Juni  1244  war  Innocenz  IV. 
mit  nur  5  Begleitern  von  Civita  Castellana  der  Meeresküste  zugeeilt, 
wo  Genuesische  Galeeren  seiner  harrten.  Die  Kanzlei  folgte  damals 
wohl  mit  der  Mehrzahl  der  Kardinäle  auf  dem  Landweg  nach.  In 
Genua  sammelte  sich  die  Curie  wieder  um  den  Papst  und  von  dort 
gieugs  im  gemeinsamen  Zug  nach  Lyon  weiter.  Die  Erlebnisse  und 
Erfahrungen  dieser  Reise  scheinen  mir  den  Consuetudines  zunächst 
zugrunde  zu  liegen.  In  Lyon  galt  es  dann,  den  unterbrochenen 
und  gestörten  Geschäftsgang  der  Kanzlei  wieder  ins  Geleise  zu  bringen. 
Durch  ein  halbes  Jahr  mangeln  aus  jener  Zeit  alle  Registereintragungen *), 
und  der  Biograph  des  Papstes,  Nicolaus  de  Curbio,  berichtet,  dass  da- 
mals von  langer  Zeit  her  angewachsene  Rückstände  aufgearbeitet 
wurden.2)     In  jener  Zeit  war  ferner,  wie  wir  noch  sehen  werden,  die 


»)  Das  1.  Pontificatsjahr  ßchliesst  mit  aus  Civita  Castellana  von  Ende  Juni 
1244  datirten  Bullen  (Berger  Nr.  740—747),  während  die  ersten  Eintragungen 
aus  dem  2.  Pontificatsjahr  (Berger  Nr.  748  ff.)  vom  December  1244  und  aus  Lyon 
datiren. 

2)  Muratori  SS.  3  rr.    Ital.  3  a,  Vita   Innoc.  IV.  c.  XVI.     „Ibi    ergo  curia 


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Einleitung.  XXXIII 

imLiber  Prövincialis  enthaltene  Formelsammlung  bereits  zumAbschluss  ge- 
bracht worden,  und  auch  an  den  Verhandlungen  des  Concils  selbst 
hat  die  Kanzlei  regen  Antheil  genommen.1)  Wir  werden  daher  kaum 
fehl  gehen,  wenn  wir  das  ältere  Stück  der  Consuetudines  dieser  Zeit 
zuweisen.  Dagegen  werden  Nr.  VI — VTH  beträchtlich  gegen  die  Zeit 
Nicolaus'  III.  und  die  Constitution  von  1278  hinaufzurücken  sein.  Auf 
die  entscheidenden  Gründe  hiefür  hat  bereits  Bresslau  aufmerksam  ge- 
macht.2) Wenn  in  VII.  13  der  parvi  Turonenses  antiqui  gedacht 
wird,  so  setzt  dies  die  erst  in  der  2.  Hälfte  des  13.  Jahrhunderts  er- 
folgte Prägung  der  neuen  grossi  Turonenses  bereits  voraus.  VII.  19 
setzt  die  Zahl  der  Notare  auf  6  statt  früher  auf  7  fest.  Die  Herab- 
minderung erfolgte  erst  unter  Alexander  IV.  Der  Aufzeichnung  VII.  7 
liegt  die  Verordnung  IV.  7 — 9  bereits  zugrunde;  'dementsprechend 
spricht  VII.  9,  10  schon  von  der  taxatio  an ti q  ua.  Dass  auch  Nr.  VIII, 
das  an  und  für  sich  keine  chronologischen  Merkmale  trägt,  in  diese 
Zeit  fallt,  beweist  der  ebenfalls  schon  von  Bresslau  hervorgehobene 
Umstand,  dass  die  Vertheilung  der  Naturalbezüge  nur  auf  6  Notare 
berechnet  ist,  also  mit  VII.  19  sich  deckt.3) 

Innerhalb  des  verfügbaren  Spielraumes  wird  man  die  Aufzeich- 
nungen Nr.  VI — VIII.  am  ehesten  mit  der  Zeit  Gregors  X.  in  Ver- 
bindung bringen  können,  da  sich  nach  der  mehr  als  zweijährigen 
Sedisvacanz  eine  Revision  der  Kanzleiordnung  als  wünschenswert  her- 
ausgestellt haben  mochte.4) 

Verhältnissmäsig  schlimm  steht  es  mit  der  Ueberlieferung  der 
Amtseide  aus  dem  13.  Jahrhundert.  Die  Bologneser  Handschrift  ent- 
hält nur  wenige ;  dass  dabei  von  Vollständigkeit  keine  Bede  sein  kann, 


iam  quasi  castrornm  acie  ordinata  innumeris  de  eunetis  mundi  partibus  tanquam 
ad  Romam  alteram  confluentibus  coepit  apostolatus  officium  exercere  tarn  viri- 
liter  quam  prudenter  . . .  Causas  enim  non  solum  tempore  vacationis  exortas  verum 
etiam  a  longis  retro  temporibus  a  suis  predecessoribus  indecisas  sub  brevissimo 
tempori8  spatio  sua  industri  sapientia  terminabat. 

*)  Mittheil.  d.  Instituts  f.  österr.  GP.  12,  249  f. 

»)  ÜL.  256  Nr.  19. 

»)  Bresslau,  UL.  1,  216  A.  7.  Dem  VertheilungBmodus  von  VIII.  1  entspricht 
auch  vollkommen  VII.  12,  während  eine  ähnliche  im  Reg.  dementia  V.  Appendix 
tom.  1,  p.  3  mitgetheilte  Liste  bereits  andere  Münze  und  andere  Zahlen  aufweist. 
Die  Geltung  unserer  Verfugungen  erseheint  dadurch  auch  nach  oben  hin  auf  das 
13.  Jahrhundert  beschränkt. 

<)  Der  unter  Gregor  X.  aufgezeichnete  Ordo  Romanus  s.  XIII.  weist  An- 
klänge mit  VI.  8  nnd  VIII.  9  auf;  Mabillon,  Museum  Ital.  2,  234:  Eodem  die 
(sc  nativitatis  domini)  omnes  penitentiarii  cum  eorum  famulis  et  elemosinarius 
hebdomadarius  et  vicecancellarius  cum  tota  cancellaria  veniunt 
videre  papam  et  papa  dat  omnibus  species  et  vinum. 

T * n %  1 ,  Päpstl .  KonzleiordirangeD.  Hl 

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XXXIV  Einleitung. 

beweist  die  bedeutende  Nachlese,  die  gerade  hiefür  das  Formelbuch 
aus  dem  %  Band  der  Papierregister  Clemens'  VI.  bietet.  Erst  die 
Kanzleibücher  des  14.  und  15.  Jahrhunderts  enthalten  reichhaltige 
Sammlungen.  Und  doch  reicht  gerade  diese  Gruppe  neben  dem  Bis- 
thumsverzeiehnis  vielleicht  am  weitesten  zurück.  Eidesleistung  nach 
bestimmter  Formel  ist  zu  Beginn  des  Pontificats  Innocenz'  III.  bereits 
gang  und  gäbe.  So  leistet  am  Tag  nach  der  Krönung  der  Stadtprae- 
fect  Petrus  den  Fidelitätseid,  seit  Innocenz  III.  wurde  auch  den  neu- 
gewählten Bischöfen  der  Obödienzeid  immer  allgemeiner  abgefordert; 
auch  der  Liber  Censuum  enthielt  bereits  einzelne  Eidesformeln.  Da 
ist  es  mehr  als  wahrscheinlich,  dass  auch  die  curialen  Beamten  ihre 
Amtseide  nach  bestimmten  Formeln  ablegten. 

Der  Vicekanzlereid  hat  in  der  uns  überlieferten  Form  von  Jo- 
hann XXII.  bis  Martin  V.  unverändert  fortbestanden.1)  Merkel  ver- 
öffentlichte als  Nr.  XII  seiner  Documenta  aliquot  aus  den  beiden 
Cencius-Handschriften  der  Biccardiana  in  Florenz  einen  Zusatz  zum 
Vicekanzlereid,  der  sich  mit  dem  letzten  Theil  unseres  Textes:  Et 
officiales  ac  familiäres  meos  iuramento  adstringam  etc.  deckt  Der 
Zusatz  fallt  jedenfalls  vor  Johann  XXII.  Zum  ursprünglichen  Be- 
stand des  Cencius  gehört  er  nicht,2)  und  auch  in  dem  in  der  ersten 
Hälfte  des  13.  Jahrhunderts  entstandenen  Cod.  Riccard.  228 3)  ist  er 
vielleicht  erst  von  späterer  Hand  eingefügt.  Einreihung  des  Zusatzes 
in  die  2.  Hälfte  des  13.  Jahrhunderts  wird  aus  diesen  Erwägungen 
wahrscheinlich;  der  Kern  des  Eides  reicht  weiter,  vielleicht  bis  1216 
zurück.  Der  Eid  der  familiäres  vicecancellarii  ist  mit  dem  Zusatz 
zum  Vicekanzlereid  gleichzeitig  und  hat  wohl  die  Veranlassung  dazu 
gebildet. 

Zwei  der  wichtigsten  Eide,  der  der  Notare  und  der  des  Correctors, 
sind  uns  erst  aus  einer  Zeit  erhalten,  zu  der  die  Bedeutung  dieser 
Beamten  gegenüber  anderen  neu  emporgekommenen  bereits  wesent- 
lich zurückgetreten  war.  Für  die  ungleich  grössere  Wichtigkeit  der 
beiden  Aemter  im  13.  Jahrhundert  lassen  sie  sichere  Rückschlüsse 
nicht  zu. 

Der  Scriptoreneid  erwähnt  in  der  älteren  Fassung  noch  den 
Kanzler,  ist  also  vor  1216  entstanden,  fortan  übrigens  mit  alleiniger 
Ersetzung  des  „cancellarii"  durch  ^vicecancellarii"  unverändert  ge- 
blieben. 4) 


l)  Vgl.  S.  33  Anm.  a. 

*)  Er  fehlt  in  der  Inhaltsangabe  bei  Fabre,  Melanges  3,  342  A.  4. 

8)  Fabre,  Etüde  tur  le  Liber  Censuum  180. 

«)  Bresslau,  ÜL.  1,   255  Nr.   9. 


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Einleitung.  XXXV 

Von  einer  Reihe  älterer  Aufzeichnungen,  die  sieh  schon  formell 
von  den  späteren  dadurch  unterscheiden,  dass  sie  nicht  den  Wortlaut 
sondern  nur  den  Inhalt  des  Eides  geben,  sind  uns  nur  drei  Bruch- 
stücke erhalten :  S.  43  Nr.  IX.  „Jurabunt  breviatores1',  S.  47  Zusatz 
zu  Nr.  XII.  „Jurent  eciam  procuratores"  und  S.  48  Nr.  XIV  „Jura- 
bunt examinatores."  Die  Form  „breviatores"  macht  Einreihung  vor 
Mitte  des  13.  Jahrhunderts  wahrscheinlich. 

Die  Eide  für  Auditoren  und  Notare  der  Rota  (Juram.  X.  XL)  sind 
durch  Johann  XXII.  angeordnet  und  von  da  an  unverändert  geblieben. 

Grösseren  Wandel  weisen  die  Rescribendareide  auf.  Das  genaue 
Eingehen  auf  Tax-  und  Münzwesen  in  denselben  und  der  grosse 
Wechsel,  dem  diese  Dinge  im  Laufe  der  Zeit  unterworfen  waren,  haben 
auch  eine  Veränderung  der  Eide  mit  sich  gebracht,  und  diese  bieten 
dadurch  Anhaltspunkte  zu  engerer  zeitlicher  Begrenzung.  Allem  An- 
scheine nach  hat  erst  die  Regelung  des  Taxwesens  die  Ausgestaltung 
dieses  Amtes  und  die  Festsetzung  seiner  Befugnisse  zur  Folge  gehabt. 
Demgemäss  beruft  sich  bereits  die  älteste  Fassung  des  Rescribendar- 
eides  (Juram.  VI.  a)  aui  die  im  Kanzleibuch  verzeichnete  Taxe;  und 
ich  glaube  nicht  fehlzugehen,  weun  ich  die  Entstehung  dieser  ältesten 
Eidesformel  mit  der  Auflichtung  der  Taxliste  in  unmittelbaren  Zu- 
sammenhang bringe.1)  Das  Amt  war  ursprünglich  einheitlich;  der 
Distributor  notarum  nennt  sich  gleichzeitig  Rescribendar  (quousque 
fuero  rescribendarius)  und  zu  seinen  Befugnissen  zählt  die  Vertheilung 
sowohl  der  Concepte  als  der  litterae  rescribendae.  Das  Recht,  den 
Distributor  zu  ernennen,  theilte  der  Vicekanzler  mit  den  Notaren. 
Das  Streben  desselben,  aus  seiner  Stellung  als  primus  inter  pares 
gegenüber  den  Notaren  hinauszukommen,  führte  später  zur  Einschrän- 
kung des  Amtes  auf  die  Vertheilung  der  Concepte,  während  für  die 
Vertheilung  der  litterae  rescribendae  eine  neue  Stelle  geschaffen  wurde, 
deren  Verleihung  dem  Vicekanzler  allein  zustand.2)  Diesen  Verhält- 
nissen entspricht  die  Fassungvon  Juram.  VI.  b  und  Constit.  VII.  10 — 11. 
Neuen  Wandel  erfuhren  beide  Aemter  durch  die  unter  Johann  XXII. 
erfolgte  völlige  Trennung  der  Cancellaria  iustitiae  vom  Gratialbureau. 
Zweitheilung  und  Namen  blieben,  aber  die  Befugnisse  änderten  sich, 
so  zwar,  dass  der  Rescribendar  ausschliesslich  im  Gratialbureau,  der 
Distributor  ausschliesslich  im  Justizbureau  seines  Amtes  waltete;  bei- 
den oblag  innerhalb  ihres  Wirkungskreises  sowohl  die  Vertheilung 
und  Taxirung  der  Concepte  als  auch  der  litterae  rescribendae.     Beide 

*)  Vgl.  darüber  auch  meine  Ausführungen  in  Mittheil.  d.  Instituts  f.  österr. 
GP.  13,  10. 

>)  Vgl.  die  theilweise  abweichende  Darstellung  bei  Bresslau,  UL.  1,  223, 
dem  Juram.  VI.  a  noch  nicht  vorlag. 

III- 


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XXXVI  Einleitung. 

ernannte  der  Vicekanzler  allein;  von  einem  Miternennungsrecht  der 
Notare  ist  weiter  nicht  mehr  die  Rede.1) 

Eine  ganz  bestimmte  Datirung  gewinnen  wir  endlich  noch  aus 
dem  Obödienzeid  des  Erzbischofs  (Juram.  XVIII).  Derselbe  beginnt 
im  Bologneser  Codex :  „Ego  ß.  archiepiscopus  Taraconensis  .  .  .  fidelis 
et  obediens  ero  . . .  domino  meo  pape  Q."  Es  ist  dies  Baimund  von 
Pennafort,  der  berühmte  Compilator  der  Dekretalensammlung  Gre- 
gors IX.,  der  nach  Fertigstellung  des  Werkes  1234  mit  dem  Erzbis- 
thumTaragona  belohnt  wurde,  darauf  aber  sehr  bald  wieder  verzichtete.2) 
Dass  gerade  die  damals  für  ihn  entworfene  Eidesformel  Eintragung 
ins  Kanzleibuch  fand,  legt  uns  den  Zusammenhang  zwischen  der  all- 
gemeinen codificatorischen  Thätigkeit  an  der  Curie  überhaupt  und  der 
speciellen  in  der  Kanzlei  nahe.8) 

Eine  umfangreiche  Gruppe  des  älteren  Kanzleibuchs  bilden  die 
Formeln.4)  Hier  gilt  es  zunächst  Entstehungszeit  der  Sammlung  und 
Aufkommen  der  einzelnen  Formeln  zu  scheiden,  das  der  Formel  zu- 
grunde liegende  concrete  Beispiel  zu  finden,  beziehungsweise  festzu- 
stellen, seit  wann  Bullen  von  gleicher  Fassung  die  päpstliche  Kanzlei 
verlassen  haben.  Ich  gebe  diese  Vorarbeit  in  Form  einer  dem  Schlüsse 
der  Einleitung  angefügten  Tabelle,  die  bei  der  Mangelhaftigkeit  der 
Ordensbullarien  auf  Vollständigkeit  allerdings  keinen  Anspruch  erhebt. 

Viel  näher  als  bei  den  Formeln  des  alten  Liber  Diurnns  berühren 
sich  bei  denen  des  neuen  Kanzleibuchs  Zeit  der  Entstehung  und  der 
Sammlung:  beide  fallen  wesentlich  in  die  erste  Hälfte  des  13.  Jahr- 
hunderts. Von  den  74  verschiedenen  Formelanfangen  sind  48  vor 
1198  überhaupt  nicht  nachweisbar,  12  weitere  sind  an  der  Hand  der 
Neubearbeitung  der  Jafffe'schen  Regesten  für  das  12.  Jahrhundert 
zwar  bereits  zu  belegen  —  hieher  gehören  die  ganz  allgemeinen  „Justis 
petentium",  „Cum  a  nobis  petitur",  „Solet  annuere"  und  „Pervenit 
ad  nos41,  —  der  Inhalt  der  betreffenden  Briefe  weicht  aber  von  dem 
der  Formeln  ganz  ab;  nur  14  Arengen,  beziehungsweise  18  Formeln 
waren  in  gleicher  oder  ähnlicher  Fassung  seit  der  zweiten  Hälfte  des 
12.  Jahrhunderts  in  der  päpstlichen  Kanzlei  in  Gebranch. 


*)  Vgl.  die  Titel  in  Juram.  VI.  c  und  d:  ego  rescribendarius,  ego 
distributor  und  die  entsprechende  Nebeneinanderstellung  beider  in  der  Con- 
stitution Johanns  XXII.  „Qui  exacti  temporis"  (S.  114,  Constii  XIII.  19).  Die 
Bezeichnung  „rescribendariuB  de  gratia4*  und  „de  iustitia"  dürfte  vielleicht  erst 
von  Dietrich  von  Nieheim  hinzugefugt  sein.  Für  die  spätere  Entwicklung  vgl. 
meine  Ausfuhrungen  in  Mittheil.  d.  Instituts  f.  österr.  GF.  13,  50. 

*)  Schulte,  Gesch.  d.  Quellen  u.  Lit  des  canon.  Rechts  2,  408. 

•)  Mittheil.  d.  Instituts  12,  188. 

<)  unten  Nr.  I-CI. 


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Einleitung.  XXXVII 

Erler  hat  bereits,  hervorgehoben,  dass  die  Sammlung  nach  be- 
stimmtem Plan  angelegt  ist.1)  Und  dieser  Plan  lässt  sich  an  der  auch 
in  der  Ausgabe  beibehaltenen  Reihenfolge  der  Bologneser  Handschrift 
noch  klarer  erkennen  als  am  Kanzleibuch  von  1380.  Die  Sammlung 
gliedert  sich  folgendennassen :  A.  Privilegien,  und  zwar:  1.  Gister- 
cienser.  2.  Cistercienserinnen.  3.  Praemonstratenser,  (Einzelklöster), 
Augustiner,  Benedictiner.  4.  Praemonstratenser  (Mutterkloster).  5. 
Karthäuser.  6.  Pranciscanerinnen.  7.  Templer.  8.  Johanniter.  9.  Deut- 
scher Orden.  10.  Bischöfe.  11.  Erzbischöfe.  12.  Juden.  B.  Aus- 
führungsbestimmungen  und  kleinere  Schutzbriefe  für  die  exempten 
Orden,2)  und  zwar:  Nr.  13—29  für  die  Cister/eienser,  Nr.  30—55  für 
die  Bitterorden.  C.  Bullen  für  die  Hospize.  Nr.  56^-61.  D.  Schutz-  . 
briefe  zu  Gunsten  der  Bettelorden  und  zwar:  Nr.  62 — 89  für  die 
Dominikaner,  Nr.  90 — 100  für  die  Minoriten. 

So  geringfügig  die  Zahl  dieser  Formeln  gegenüber  dem  ausge- 
breiteten und  vielgestaltigen  Geschäftskreis  der  päpstlichen  Kanzlei 
erscheint,  bilden  sie  doch  ein  in  sich  geschlossenes  Ganze  und  unter- 
scheiden sich  von  den  zahlreichen  privaten  Sammlungen,  den  Sum- 
mae  oder  Artes  dictandi  noch  durch  einen  besonderen  Umstand,  der 
sich  aus  dem  Begriff  des  Privilegiums  herleitet.  Privilegien  sind  vom 
gemeinen  Recht  abweichende  Rechtsbegünstigungen ;  sie  schaffen 
neues  und  zwar  Specialrecht.8)  Die  Sammlung  aller  Begünstigungen 
und  Vorrechte,  welche  die  Curie  in  wechselndem  Ausmass  den  ver- 
schiedenen Orden  gewährte,  war  dementsprechend  mehr  als  eine  blosse 
Aneinanderreihung  von  Stilmustern,  sie  war  zugleich  Rechtsaufzeich- 
nung, und  daraus  erklärt  sich  wohl  auch  die  officielle  Form,  in  der 
sie  erfolgte.  Zu  einer  Codificirung  der  Privilegien  hatte  aber  das  4. 
Lateranconcil  von  1215  bestimmten  Anlass  gegeben.  Von  den  Cano- 
nes  des  Concils,  das  sich  auch  sonst  mehrfach  mit  dem  Verhältnis 
zwischen  Weltgeistlichkeit  und  Orden  beschäftigte,  kommen  hiefür 
besonders  zwei  in  Betracht:4)  §  13,  der  die  Gründung  neuer  Orden 
untersagte,  und  §  55,  der  die  in  den  Privilegien  des  12.  Jahrhunderts 
am  meisten  schwankende  Frage  bezüglich  der  Entrichtung  der  Zehenten 
endgiltig  regelte.6) 


*)  Einleitung  8.  XIX 

*)  Fflr  die  Scheidung  von  exempten  Orden  vgl.  u.  S.  73,  Constit.  IX.  7,  8. 
•)  Hinschius,  Kirchenrecht  3,  805. 
«)  Mansi  22,  1002,  1042. 

8)  Vgl.  darüber  Erler  S.  XX  und   meine   Ausführungen  im  Arch.  f.  österr. 
Gesch.  76,  293  f. 


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XXXVIII  Einleitung. 

An  letztere  Bestimmung  knüpft  denn  auch  gleich  der  Beginn 
unserer  Sammlung  an,1)  und  der  Verweis  auf  das  „Concilium  gene- 
rale" kehrt  dann  im  folgenden  immer  wieder.  Auch  bei  denjenigen 
Formeln,  die  wie  Nr.  IV,  VII  und  VIII  sonst  wörtlich  aus  viel  frü- 
herer Zeit  entnommen  sind,  ist  die  Zehentklausel  gemäss  den  Satzungen 
des  4.  Lateranconcils  umgeändert. 

Bin  fester  Ausgangspunkt  für  die  Entstehung  unserer  Formel- 
sammlung ist  also  durch  das  4.  Lateranconcil  gegeben.  Es  fragt  sich 
nur,  wie  viele  Zeit  danach  bis  zur  thatsächlichen  Codificirung  ver- 
strichen ist.  Darüber  stehen  sich  bisher  zwei  Ansichten  gegenüber. 
Während  Erler,  der  erste  Herausgeber  dieser  Formelsammlung,  ange- 
nommen hatte,  dass  sie  in  der  ersten  Zeit  Innocenz'  IV.  entstanden 
sei,2)  setzte  sie  Simonsfeld  erst  in  die  2.  Hälfte  des  13.  Jahrhunderts.8) 
Er  wies  darauf  hin,  dass  die  Formel  „Devotionis  vestre"4)  einer  am 
31.  Mai  1265  von  Clemens IV.  erlassenen  Bulle  entspreche;  ausserdem 
enthalte  die  Sammlung  im  Bologneser  Codex  zwei  Privilegien  für  den 
Cistercienser-  und  Prediger-Orden  vom  3.  und  9.  Juni  1265  und  über- 
dies eine  Reihe  undatirter  Formeln,  deren  Entstehung  theilwöise  erst 
in  die  Zeit  Urbans  IV.  falle. 

Allein  Simonsfeld  hat  dabei  übersehen,  dass  die  Fortsetzung 
unserer  Formelsammlung  bereits  aus  den  ersten  Jahren  Alexanders  IV. 
bestimmte  Zeugnisse  für  den  Bestand  derselben  enthält.5)  Führt  uns 
dies  allein  schon  dazu,  mit  Erler  die  Sammlung  im  grossen  und  ganzen 
und  vereinzelte  Nachträge  auseinanderzuhalten  und  die  Entstehungszeit 
der  ersteren  unabhängig  von  der  Datirung  der  letzteren  zu  ermitteln, 
so  werden  wir  darin  auch  noch  durch  das  handschriftliche  Verhältnis 
bestärkt  In  allen  von  Simonsfeld  hervorgehobenen  Fällen  weichen 
die  beiden  Ueberlieferungen  unserer  Formelsammlung  von  einander  ab. 
Es  zeigt  sich,  dass  die  Compilatoren  von  H  und  E  nur  den  Grundstock 
der  Sammlung  übereinstimmend  wiedergaben,  während  sie  bei  der 
Aufnahme  späterer  Zusätze  und  Nachträge  ihre  eigenen  Wege  giengen. 
Die  beiden  Privilegien  für  Cistercienser  und  Dominikaner  Potth, 
Nr.  19175  und  19185  —  es  sind  übrigens  Bullen,  nicht  Formeln 
und  stehen  daher  mit  der  übrigen  Sammlung  in  keinem  inneren  Zu- 

!)  unten  S.  223,  Ueberschrift  von  Formel  I. 

*)  S.  XXV. 

•)  „Beiträge  zum  päpstl.  Kanzleiwesen  im  Mittelalter",  Sitzungsberichte  d. 
k.  bair.  Akad.  d.  Wiss.  phil.  hist.  Cl.  1890,  S.  221  ff.;  vgl.  S.  223:  „demnach 
dürfte  diese  Sammlung  von  Privilegien  nicht  früher  als  in  die  zweite  Hälfte  des 
13.  Jahrhunderts  zu  setzen  sein.41 

<)  unten  S.  275  Anm. 

*)  unten  S.  300  Form.  Cl.  4  und  6  ff. 


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Einleitung.  XXXIX 

sammenhang  —  finden  sich  nur  in  H,  die  Bulle  „Devotionis  vestre" 
und  die  Fortsetzung,  die  sich  an  die  Formelsammlung  reihte  (Nr.  Gl), 
nur  in  E. 

Die  Beachtung  dieses  Verhältnisses  giebt  uns  wohl  auch  den 
Schlüssel  zur  Lösung  der  einzig  verwickelten  Frage  der  Cistercienser- 
briefe,  bezüglich  deren  Simonsfeld  allerdings  sehr  bemerkenswerte  Ein- 
wände erhoben  hat. l)  Sie  betrifft  die  Formeln  13 — 29,  Ausföhmngs- 
bestimmungen,  um  die  Cistercienser  im  Genüsse  einzelner  ihnen  ver- 
liehener Vorrechte  zu  schützen.  Diese  theilen  sich  wieder  in  zwei 
Gruppen :  1)  Formel  13 — 20,  nur  in  R  in  vollem  Wortlaut  überliefert, 
in  E  nur  mit  den  Anfängen  und  in  theil weise  abweichender  und  er- 
weiterter Fassung  angeführt.  2)  Formel  21 — 29,  in  H  und  E  nach 
Wortlaut  und  Reihenfolge  gleich  enthalten.- 

Diesem  Gegensatz  in  der  handschriftlichen  Ueberlieferung  ent- 
spricht nun  auch  ein  bedeutsamer  Unterschied  in  der  Entstehungszeit. 
Von  der  zweiten  Gruppe  lassen  sich  die  Formeln  Nr.  21 — 27  aus  der* 
Zeit  Gregors  IX.  nachweisen,  einzelne  davon  sind  in  der  ersten  Zeit 
Innocenz'  IV.  gleichlautend  wiederholt.  F.  28  und  29  reichen  in  noch 
frühere  Zeit  zurück,  die  Fassung  im  Formelbuch  entspricht  aber  spä- 
terer Ueberarbeitung.  F.  28  ist  von  Honorius  III.,  Gregor  IX.  und 
Innocenz  IV.  in  einer  von  der  Formel  stark  abweichenden  Fassung  aus- 
gestellt2) Eine  Bulle  aus  der  späteren  Zeit  Innocenz'  IV.  nähert  sich 
zwar  der  Formel,8)  doch  fehlt  noch  die  Klausel:  „et  si  pro  mona- 
steriis  de  novo  fundandis  tales  possessiones  pia  fidelium  devotione 
collate  eis  fuerint  aut  empte,  committantur  aliis  excolende,  a  quibus 
ectlesiis  decime  persolvantur."  Erst  eine  Ausfertigung  unter  Alexan- 
der IV.  vom  9.  Sept.  1255  deckt  sich  vollständig   mit  der  Formel.4) 

Schritt  für  Schritt  lässt  sich  die  Ausgestaltung  der  letzten  Formel 
Nr.  29  „Non  absque  dolore"  verfolgen.5)  Das  Incipit  taucht  zum 
erstenmal  auf  in  IL  15356,  1185  Jänner  23,  für  die  Johanniter.6)  Die 
Formel  ist  wesentlich  bereits  dieselbe,  Einzelheiten  weichen  noch  stark 
ab.     Näher  noch  schliesst  sich  ein  Beispiel  aus  der  Zeit  Innocenz'  III. 


l)  L  c.  S.  221—222. 

*)  Honorius  III.  1224  Nov.  11  (Henriquez,  Priv.  ord.  Cisterc.  60  Nr.  12)  1225 
März  4  (Monuments  pour  servir  ä  Thistoire  des  provinces  du  Namur  etc.  2,  27) 
Gregor  EX.  1230  Jan.  7  (Dugdale,  Monast  Anglic.  5,  601  Nr.  27)  Innocenz  IV. 
1244  April  8  (Monum.  39  Nr.  32). 

«)  Innocenz  IV.  1250  Okt  7  (Weech  Cod.  dipl  Salem.  295  Nr.  264.) 

«)  Wirtemberg.  ÜB.  5,  123. 

ö)  Ich  gebe  von  der  sehr  häufig  ausgefertigten  Formel  nur  einige  charak- 
teristische Beispiele. 

8)  Pflugk-Harttung,  Acta  pontificum  2,  391. 


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XL  Einleitung. 

vom  26.  Nov.  1212  an;1)  weil  es  aber  vor  das  Lateranconcil  fallt, 
lautet  die  Zehentclausel  „vel  decimas  laborum  vel  nutrimentorum 
ipsorum",  der  Zusatz  „de  terris  habitis  ante  concilium  gene- 
rale1' fehlt,  dagegen  folgt  zum  Schluss  eine  Fortsetzung  „de 
monachis  autem  et  canonicis  regularibus  id  servetur"  etc.  Eine 
Bulle  Honorius'  III.  vom  15.  Sept.  1216*)  enthält  die  Zehent- 
clausel bereits  gleich  der  Formel,  zum  Schluss  aber  noch  eine  Fort- 
setzung „Villas  autem  in  quibus  bona  predictorum  fratrom  vel  homi- 
num  suorum  per  violentiam  detenta  fuerint,  quamdiu  ibi  sunt,  inter- 
dicti  sententie  supponatis."  Gleichlautend  damit  ist  eine  Urkunde 
Gregors  IX.  für  das  Kloster  Bebenhausen;8)  dagegen  hat  eine  wenig 
spätere  Ausfertigung  vom  2.  Mai  1231  für  das  Kloster  Schönthai4) 
den  erwähnten  Schlusssatz  bereits  abgestossen,  nur  mangelt  gegen- 
über der  Formel  noch  die  Klausel  „ante  quod  susceperunt  eiusdem 
ordinis  institutau.  Eine  Bulle  Innocenz'  IV.  endlich  vom  8.  April 
1244  fiir  das  Kloster  Maulbronn  stimmt  wörtlich  mit  der  Formel 
überein.6)  Die  Formeln  21 — 29  waren  daher  unter  Gregor  IX.  um 
das  Jahr  1235  bereits  in  Geltung  und  sind  auch  unverändert  ge- 
blieben, nur  bei  F.  28  und  29  wurden  unter  Innocenz  IV.  und  Ale- 
xander IV.  noch  Klauseln  und  Zusätze  eingefügt. 

Anders  steht  die  Sache  bei  der  Gruppe  13—20.  Hievon  tauchen 
Nr.  13,  14  und  19  in  der  ersten  Hälfte  des  Jahres  1244  auf,  also 
gerade  zu  der  Zeit,  die  wir  gleich  als  die  Abschlusszeit  der  Sammlung 
im  grossen  und  ganzen  kennen  lernen  werden.  Nr.  15 — 17  kann  ich 
erst  aus  den  Jahren  1245  und  1246,  Nr.  20  erst  unter  Alexander  IV. 
nachweisen.  6) 

Ein  weiteres  Stadium  verweist  nun  in  die  Zeit  Urbans  IV.  Unter 
ihm  erfolgte  eine   Reihe   von  Privilegienbestätigungen   für   die  Cister- 

l)  Monum.  2,   18. 

*)  ebenda  2,  21  Nr.  13. 

«)  Wirtemberg.  ÜB.  3,  247. 

«)  ebenda  2,  283. 

5)  ebenda  4,  77. 

fl)  S.  die  Nachweiße  unten  in  der  Tabelle.  Bei  Formel  18  dürfte  vielleicht 
ein  Irrthum  in  der  Eintragung  obwalten.  Unter  der  Arenga  „Solet  annuere" 
wird  den  Cisterciensern  Zehentfreiheit  „de  animalium  nutrimentis"  etc.  zuge- 
standen (Diplomatarium  Arna-Magnaenum  ed.  Thorkelin  1,  140  Innocenz  IV.  1244 
März  1),  während  ihnen  die  in  der  Formel  enthaltene  allgemeine  Privilegienbe- 
stätigung  unter  der  ähnlichen  Arenga  „Annuere  consuevit  sedes  apostolica  piis 
votis  et  honestis  petentium  precibus  favorem  benivolum  impertiri"  ertheilt  wird 
(Thorkelin  1,  141,  Innocenz  IV.  1244  März  2).  Bis  auf  unbedeutende  Abweichungen 
gleichlautend  mit  der  Formel  ist  die  Bulle  Alexanders  IV.  von  1256  Juni  11  für  das 
Benedictinerklobter  Komburg  (Wirtemberg.  ÜB.  5,  158). 


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Einleitung.  XLI 

cienser;  die  meisten  wurden  wörtlich  nach  den  bestehenden  Formeln 
wiederholt,  bei  •  anderen  wurden  geringfügige  Aenderungen  vorge- 
nommen; so  wurde  bei  F.  13  der  Schluss  etwas  abgeändert,  bei  F.  15 
trat  das  „ad  instar  Innocentii  IV.  predecessoris  nostri"  hinzu,  F.  17 
„Meritis  sacre  religionis"  wurde  in  anderer  Fassung  ausgestellt1)  Neu 
hinzu  kamen  die  Formeln  „Religionis  vestre41  und  „Sacre  vestre  reli- 
gionis."2) 

Wir  haben  also  einen  Grundstock  von  Formeln  zu  scheiden,  der 
1244  bereits  vorhanden  sein  konnte,  und  eine  Reihe  von  Nachträgen 
und  Zusätzen.  H  bringt  den  Wortlaut  der  Nachträge  aus  der  Zeit 
Innocenz'  IV.  und  Alexanders  IV.  und  F.  13  und  15  mit  den  unter 
Urban  IV.  vorgenommenen  Veränderungen,  E  bringt  statt  dessen  so- 
zusagen ein  Regest  der  letzten  Redaktion:  „Dominus  Urbanus  papa 
concessit  has  iudulgentias  Cisterciensibusu  etc. 

Ein  ganz  ähnliches  Verhältnis  obwaltet  bei  Formel  VI.  Die  Regel 
für  die  „moniales  inclusae  S.  Damiani"  gab  Kardinal  Ugolino,  der 
spätere  Papst  Gregor  IX.,  als  päpstlicher  Legat.8)  Ein  Privileg,  das  er 
am  26.  Aug.  1235  für  das  in  der  Formel  genannte  S.  Gregor-  und 
Marienkloster  in  Ascoli  ausstellte,*)  stimmt  auch  bereits  mit  der 
Formel  überein;  nur  fehlt  natürlich  der  Zusatz  im  §  3  „et  formulam 
vite  vestre  a  felicis  recordationis  G.  papa  predecessore  nostro  ordini 
vestro  traditam,  cum  adhuc  esset  in  minori  oflicio  constitutum"  Der 
Zeit  Gregors  IX.  entspsicht  auch  der  in  der  Formel  und  dem  Privileg 
von  1235  genannte  Bischof  M.  v.  Ascoli  —  es  ist  Marcellinus  (1230— 1237). 

Die  ursprüngliche  Eintragung  muss  also  auf  das  Privileg  von  1235 
zurückgehen;  aber  keine  der  beiden  Ueberlieferungen  bringt  sie  un- 
verändert. H  schaltet  den  oben  angeführten  Zusatz  ein,  den  ich  zum 
erstenmal  in  einem  Privileg  für  Santo  Spirito  in  Penne  vom  9.  Nov. 
1252 5)  nachweisen  kann.  Durch  Urban  IV.  erhielt  der  Orden  am 
18.  Oct.  1264  eine  neue  Regel  und  den  nunmehr  ausschliesslichen 
Namen  Clarissinen.6)  Diesem  Stadium  entspricht  die  Ueberlieferung 
in  E,  die  überdies,  da  sie  Urban  IV.  als  bereits  verstorben  erwähnt, 
erst  nach  1264  entstanden  sein  kann.7) 

*)  Urban  IV.  1262  Mai  15  (Henriquez  73  Nr.  39). 

»)  1262  Mai  6  (Henriquez  72  Nr.  37.) 

»)  Sbaralea,  Bullar.  Franciscan.  1,  394  inserirt  in  die  Bestätigung  Inno- 
cenz' IV.  von  1245  Nov.  13. 

♦)  Sbaralea  1,  172. 

*)  Sbaralea  1,  637. 

*)  Sbaralea  2,  509. 

*)  Das  erste  der  Fassung  von  E  entsprechende  Beispiel  bietet  ein  Privileg 
vom  23.  März  1266  für  das  Kloster  „Montis  Lucii",  Sbaralea  3,  375. 


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XLII  Einleitung. 

Wesentlich  einfacher  steht  die  Frage  bezüglich  derjenigen  For- 
meln, bei  denen  H  und  E  übereinstimmen.  Ein  Blick  in  die  Tabelle 
lehrt,  dass  der  grössere  Theil  derselben  auf  Innocenz  III.  und  mehr 
noch  auf  Honorius  III.  und  Gregor  IX.  zurückgeht,  ein  kleinerer 
Theil  entstammt  der  Zeit  Innocenz  IV.  Ueber  diese  geht  keine  hin- 
aus.1) Nur  für  die  Gruppe  Kr.  56—61,  Schutzbriefe  für  die  beiden 
Hospitale  von  Altopascio  (zwischen  Lucca  und  Pistoja)  und  Santo 
Spirito  in  Born  ist  es  mir  nicht  gelungen  Belege  beizubringen.8)  Aber 
der  Bestand  dieser  Gruppe  wird  für  die  erste  Zeit  Innocenz'  IV.  einer- 
seits durch  die  auf  unsere  Formeln  bereits  Bezug  nehmenden  Nach- 
träge,8) andererseits  durch  eine  gleich  nnten  zu  besprechende  Kegister- 
eintragung  vom  Jahre  1247  bezeugt.  Sichere  Schlüsse  lassen  sich 
besonders  aus  den  die  Bettelorden  betreffenden  Formeln  (Nr.  62 — 100) 
ziehen.  Die  Untersuchung  dieser  Gruppe  hat  bereits  Erler  abschliessend 
durchgeführt,4)  so  dass  ich  lediglich  auf  seine  Ausführungen  verweisen 
und  die  wesentlichen  Ergebnisse  derselben  wiederholen  kann.  Von 
den  38  Formeln  gehen  22  auf  Honorius  III.  nnd  Gregor  IX.  zurück ; 
sie  alle  sind  in  der  ersten  Regierungszeit  Innocenz'  IV.  (1243 — 1244) 
neu  ausgefertigt  und  dabei  theilweise  abgeändert,5)  16  weitere  sind 
damals  neu  hinzugefügt  worden.  Die  Fassung  der  Formeln  entspricht 
dabei  genau  der  Ausfertigung  unter  Innocenz  IV.;  dagegen  ist  Nr.  75 
von  Innocenz  IV.  am  27.  Juli  1246  in  etwas  erweiterter  Gestalt 
wiederholt,  die  Formel  schliesst  sich  aber  der  ursprünglichen  Fassung 
vom  6.  April  1244  an.  Daraus  hat  Erler  geschlossen,  dass  die  Formel- 
sammlung „im  Beginn  von  Innocenz'  IV.  Pontificat  abgetasst  wurde." 

Ausser  durch  die  Nachträge  erhalten  wir  dafür  noch  ein  ganz 
bestimmtes  Zeugnis  durch  die  Registereintragung  eines  Privilegs  für 
das  Hospiz  auf  dem  grossen  St.  Bernhard  vom  9.  April  1247.6)     Die 

')  Wenn  F.  48  „Querelam  dilectorum  filiorum"  in  der  Ausfertigung  für  den 
deutschen  Orden  erst  aus  der  Zeit  Alexanders  IV.  zu  belegen  ist,  so  widerspricht 
dies  nicht,  dass  die  der  Formel  zugrunde  liegende  Ausfertigung  für  die  Templer 
in  der  Gascogne  in  frühere  Zeit  zurückreichen  kann.  Andernfalls  wäre  hier  ein 
vereinzelter  späterer  Nachtrag  zu  verzeichnen. 

*)  Win  schlecht  es  hier  noch  mit  der  Ueberlieferung  beziehungsweise  den 
Drucken  bestellt  ist,  mag  daraus  ersehen  werden,  dass  von  den  bestimmt  datirten 
Beispielen  des  Nachtrags  F.  CI.  nur  zwei  nachzuweisen  sind :  F.  CI.  1  =  Berger, 
Reg.  d'Innocent  IV.  Nr.  381,  1243,  Dec.  8  und  F.  CI.  2  =  Potth.  15050  aber 
vom  7.  Juli  1253  datirt. 

*)  Vgl.  insbesondere  CI.  4. 

*)  s.  xxin-xxv. 

6)  Vgl.  Erler  1.  c.  und  unten  in  der  Tabelle  die  Anmerkung  zu  F.  63,  65, 
78  und  90. 

*)  BernouUi,  Acta  pontificum  Helvetica,  1,  198—199:  vgl.  dazu  Mittheil  d. 
Instituts  f.  Osten:.  GF.  13,  639. 


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Einleitung.  XLIH 

Fassung  des  Privilegs  deckt  sich  vollkommen  mit  der  Formel  LVI 
für  Altopascio.  Der  Text  im  Eegister,  beziehungsweise  dem  der  ße- 
gistereintragung  in  dem  Fall  wohl  zugrunde  liegenden  Goncept,  läuft 
nur  bis  zur  Nennung  des  Eigennamens  und  verweist  für  das  weitere 
einfach  auf  die  Formel:  etc.  ut  habetur  in  provinciali  can- 
cellarie  usque  in  finem. 

Zur  Bestimmung  der  Grenze  nach  oben  dürfte  auch  noch  der 
Umstand  geltend  gemacht  werden  können,  dass  das  vom  2.  Jänner 
1245  datirte  Einberufungsschreiben  zum  Lyoner  Concil,  Potth.  11493 
in  H  als  letztes  Stück  an  die  Formelsammlung  sich  anreiht.1)  Die 
Zeit  von  der  Flucht  aus  Givita  Gastellana  bis  zur  Ankunft  in  Lyon 
(Ende  Juni  bis  Anfang  December  1244)  kommt  für  unsere  Frage  ausser 
Betracht,  da  die  Kanzlei  damals  so  gut  wie  aufgelöst  war.2)  Es  bleiben 
also  für  den  Abschluss  der  Formelsammlung  zwei  Möglichkeiten :  die 
erste  Hälfte  des  Jahres  1244,  oder  die  erste  Zeit  des  Aufenthaltes  zu 
Lyon.  Für  die  erstere  Annahme  spricht  der  Umstand,  dass  die  jüngsten 
datirbaren  Stücke  auffallend  stark  dieser  Zeit  angehören.  Den  For- 
meln 65,  71  und  76  entsprechen  Bullen  vom  6.  April  1244,  F.  1b  ist 
vom  7.  F.  89  vom  21.  April,  F.  88.  und  87  vom  17.  und  24.  Juni 
datirt;  die  letzteren  Stücke  sind  bereits  in  Civita  Castellana  ausge- 
gestellt  und  dürften  demnach  unmittelbar  vor  der  Flucht  des  Papstes 
eingetragen  sein;  sie  schliessen  zugleich  die  Beihe  der  Dominicaner 
Privilegien. 

Die  oben  erwähnte  Begistereintragung  vom  9.  April  1247  habe 
ich  an  anderer  Stelle  als  das  älteste  datirte  Zeugnis  für  den  Bestand 
der  im  Liber  Provincialis  vereinigten  Formelsammlung  bezeichnet.8) 
Ich  mus8  dies  jetzt  dahin  einschränken,  dass  ich  sie  nur  als  frühestes 
Zeugnis  für  den  Abschluss  der  Sammlung  gelten  lassen  kann,  wäh- 
rend ich  für  den  Bestand  einer  ursprünglichen  Theilsammlung  seither 
auf  einen  älteren  Beleg  aufmerksam  geworden  bin.  Das  Original  eines 
Privilegs  für  die  Karthause  Seitz  vom  17.  November  12284)  trägt  am 
oberen  Band  den  Vermerk:  ascultetur  cum  provintiali.5)  Ende 
1228  war  demnach  die  Formel  für  das  Karthäuser-Privileg  bereits  in 
den  Liber  Ptovincialis  eingetragen,  und  zwar,  wie  wir  bestimmt  an- 
nehmen dürfen,  nicht  sie   allein,    sondern   eben   der   Grundstock  der 


*)  Vgl.  darüber  Mittheil.  d.  Institute  f.  österr.  GF.  12,  248. 
»)  Vgl  o.  S.  xxxn. 

«)  Mittheil.  d.  Instituts  f.  österr.  GF.  13,  640. 
<)  Zahn,  ÜB.  d.  Herzogthums  Steiermark  2,  346. 

*)  Diekamp,  Zum  päpstlichen  Urkundenwesen  des  XI.   XII.   und  der  ersten 
Hälfte  des  XIII.  Jahrhunderte,  Mittheil,  des  Instituts  f.  österr.  GF.  3,  600. 


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XLIV  Einleitung. 

ganzen  Sammlung.  Woraus  dieser  bestanden  haben  kann,  darüber 
gibt  uns  wieder  ein  Blick  in  die  Tabelle  den  raschesten  Aufschluss. 
Es  waren  die  Privilegien  für  die  eigentlichen  Mönchsorden  (mit  Aus- 
schluss von  P.  6),  für  die  Bitterorden  und  vielleicht  auch  das 
für  Erzbischöfe,  Bischöfe  und  Juden,  ferner  die  gesammten  kleineren 
Schutzbriefe  und  Ausführungsbestimmungen  für  die  Bitterorden  (etwa 
mit  Ausnahme  von  Nr.  48),  vielleicht  auch  bereits  einzelne  Formeln 
für  Cistercieaiser  und  Bettelorden. 

Der  Kern  unserer  Sammlung  konnte  also  bereits  damals  im 
Kanzleibuch  vereinigt  sein.  Erlers  Annahme,  die  auch  ich  theile,  dass 
die  Sammlung  nach  bestimmtem  Plan  und  wesentlich  in  einem  Guss 
erfolgt  sei, x)  wird  dadurch  nicht  erschüttert.  Nur  wird  zwischen  einer 
ersten  einheitlichen  Anlage  und  späteren  Fortsetzungen  geschieden  und 
die  Zeit  dieser  ersten  Anlage  bedeutend  hinaufgerückt.  Halten  wir 
am  4.  Lateranconcil  als  Ausgangspunkt  fest,  so  gelangen  wir  dadurch 
zu  ganz  engen  Grenzen:  1215—1228.  Da  das  letzte  Lebensjahr 
Innocenz1  III.  kaum  mehr  in  Betracht  kommen  dürfte,  bleibt  der  Pon- 
tificat  Honorius'  IQ.  oder  die  erste  Zeit  Gregors  IX. 

Gerade  an  der  Grenze  beider  Pontificate,  Ende  1226  und  1227,* 
stand  Sinibald  Fieschi,  der  spätere  Papst  Innocenz  IV.,  an  der  Spitze 
der  päpstlichen  Kauzlei.8)  Wenn  hier  eine  Vermuthung  gestattet  ist, 
so  möchte  ich  annehmen,  dass  er  damals  als  Kanzleichef  begann,  was 
er  später  als  Papst  erweitert  und  vollendet  hat.  In  jenen  Jahren 
war  ja  die  codificatorische  Thätigkeit  an  der  Curie  auch  auf  ver- 
wandtem Gebiet  voll  in  Fluss.  1226  veröffentlichte  Honorius  III.  seine 
Decretalensammlung,  gleich  zu  Beginn  seiner  Begierung  begann  Gre- 
gor IX.  die  viel  umfassenderen  Vorarbeiten  zu  der  seinigen.8) 

1228  war  der  Grundstock  der  Sammlung  bereits  da  und  wahr- 
scheinlich kurz  zuvor  entstanden.  In  den  späteren  Jahren  Gregors  IX 
mögen  vereinzelte  Nachträga  vorgenommen  worden  sein.  Sicher  ist 
dann  unter  Innocenz  IV.  1244  eine  umfassende  Bevision  und  Ergänzung 
der  Sammlung  erfolgt.  Einzelne  Formeln  wurden  entsprechend  um- 
geändert, ausserdem  wurden  ganze  Gruppen  neu  hinzugefügt,  so  der 
eine  Theil  der  Cistercienser-Urkunden  und  die  grosse  Gruppe  der 
Schutzbriefe  für  die  Bettelorden  und  wahrscheinlich  auch  für  die  Ho- 
spitale von  Santo  Spirito  und  Altopascio. 

Damit  war  die  ursprüngliche  Sammlung  abgeschlossen,  und  nun 
reihten  sich  an  sie  ganz  ähnlich  wie  beim  Liber  Censuum  Nachträge 


*)  S.  XIX. 

*)  Bresslau,  ÜL.  1,  207—208. 

8)  Schulte,  Gesoh.  d.  Quellen  u.  Ldt.  des  canon.  Rechts,  1,  90  und  2,  4. 


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Einleitung.  XLV 

in  doppelter  Form:  einerseits  als  Fortsetzung  der  ursprünglichen 
Sammlung  (F.  CI.),  andererseits  als  Einschiebsel  und  Zusätze  zu  den 
bereits  bestehenden  Formeln.  Dieser  Art  gehört  die  Ueberarbeitung 
von  F.  13  und  15  und  die  Einschaltung  der  Formel  Devotionis  vestre 
und  der  Constitutionen  für  Dominicaner  und  Cistercienser,  Potth. 
19175  und  19185,  an. 

In  dieser  Weise  lässt  sich  die  Weiterbildung  der  Privilegien- 
sammlung durch  die  Poniificate  Alexanders  IV.,  Urbans  1Y.  und  Cle- 
mens9 IV.  verfolgen. 

Der  Vermerk  auf  dem  Seiter  Privileg  und  die  Registereintragung 
der  Urkunde  für  das  Hospiz  anf  dem  grossen  St.  Bernhard  geben  uns 
auch  Aufechluss  über  die  doppelte  Art  der  Benützung,  der  unsere 
Formelsammlung  in  der  Eanzlei  zugeführt  wurde.  Sie  diente  einer- 
seits als  Nachschlagebuch  in  zweifelhatten  Fällen,  andererseits  als  Vor- 
lage bei  Anfertigung  des  Concepts  und  der  Reinschrift.1) 

Dass  im  13.  Jahrhundert  neben  der  officiellen  eine  Reihe  an- 
derer Formelsammlungen  zum  Handgebrauch  in  der  päpstlichen  Kanzlei 
gedient  haben,  ist  nicht  zweifelhaft.  Ich  stimme  insbesondere  der 
Annahme  Bresslaus  2)  vollkommen  bei,  dass  der  Verhandlung  von  1278 
über  die  litterae  legendae  et  dandae  die  in  den  betreffenden  Absätzen 
des  Entwurfs  nur  mit  kurzen  Schlagworten  bezeichneten  Formeln 
selbst  zugrunde  gelegt  waren.  Eine  oflficielle  Sammlung  und  Buchung 
derselben  ist  jedoch  nicht  nachzuweisen.8) 

Es  dürfte  sich  empfehlen,  die  bisherigen  Ausführungen  über  das 
Eanzleibuch  des  13.  Jahrhunderts  kurz  zusammenzufassen.  Kern  des- 
selben war  das  Bisthumsverzeichnis,  das  um  das  Jahr  1200  bereits 
selbstständig  von  der  Fassung  des  Liber  Censuum  bestand.  Im  Jahre 
1228  hatten  sich  bereits  der  Grundstock  der  Privilegiensammlung, 
wahrscheinlich  auch  einige  der  ältesten  Eide  und  Constit.  I  und  II 
daran  geschlossen.  Eine  wesentliche  Bereicherung  verdankt  das  Kanzlei- 
buch dem  Pontificat  Innocenz1  IV..  Unter  ihm  wurde  die  Formel- 
sammlung erweitert  und  abgeschlossen,  einzelne  Canones  des  ersten 
Lyoner  Concils  und  eine  officielle  Darstellung  über  den  Verlauf  des- 
selben, endlich  der  ältere  Theil  der  Aufzeichnungen  über  Rechte  und 
Gewohnheiten  der  Kanzlei   (Constit.  V.)   eingetragen.     Unter  Alexan- 


i)  Vgl.  Mittheil.  d.  Institute  f.  österr.  GF.  13,  640.  Gegen  Erler,  der  den 
Zweck  der  Sammlung  auf  die  blosse  Vergleichung  in  strittigen  Fällen  beschränkt 
wissen  wollte,  hat  bereits  Bresslau,  HL.  1,  637  A.  4  Einsprache  erhoben. 

*)  UL.  1,  637-638. 

*)  Eine  Anzahl  derselben  findet  sich  im  Formelbuch  des  Registrum  Cle- 
mentis  und  im  Cod.  Vindob.  2188. 


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XLV1  Einleitung. 

der  IV.  kam  die  älteste  Erhaltene  Taxliste  und  der  ihr  entsprechende 
Rescribendareid  hinzu,  unter  ihm  und  seinen  beiden  Nachfolgern 
Urban  IV.  und  Clemens  IV.  wurde  die  Formelsammlung  durch  Nach- 
tzäge  und  Zusätze  bereichert.  Unter  Nikolaus  III.  wurde  die  wichtige 
Verfügung  über  die  geschäftsordnungsmässige  Behandlung  der  päpst- 
lichen Bullen  aufgenommen.  (Constit.  IX.)  Kurz  vorher,  vielleicht 
unter  Gregor  X.,  hatten  weitere  Autzeichnungen  über  den  Kanzlei- 
brauch stattgefunden  (Constit.  VI — VHL) 

Soweit  war  die  Führung  des  Kanzleibuchs  bis  zur  Verlegung  der 
Curie  nach  Avignon  gediehen.  Johann  XXII.  bereicherte  es  im  Jahre 
1331  durch  die  drei  Constitutionen  „Ratio  iuris",  „Pater  familias"  und 
„Qui  exacti  temporis14  (Constit.  XI — XIII.),  die  für  die  Kanzleiorgani- 
sation der  Folgezeit  grundlegend  geworden  sind. 

In  der  erstgenannten  Bulle  Johanns  XXII.  „Ratio  iuris"  ist  noch 
der  Eintragungsbefehl  beachtenswert:  S.  91:  Volumus  et  statuimus, 
ut  ordinationes  et  statuta  nostra  huiusmodi  de  verbo  ad  verbum  in 
cancellarie  et  predicte  audientie  litterarum  nostrarum 
regestris  ex  integro  conscribantur.  Unter  „regestrum  can- 
cellarie" wird  unser  Kanzleibuch  zu  verstehen  sein,  während  wir  unter 
dem  „regestrum  audientie"  ein  uns  nicht  erhaltenes  oder  nicht  be- 
kanntes Normalienbuch  der  Audientia  sacri  palatii,  der  späteren  Rota, 
vermuthen  können.1)  „Regestrum  Cancellariae  (so  genannt  zum  Unter- 
schied von  Regestrum  litterarum  und  Regestrum  supplicationum)  war 
der  dem  Wesen  und  Inhalt  des  Kanzleibuchs  entsprechendste  Name, 
weiter  und  richtiger  als  Liber  Provincialis  nnd  minder  farblos  als 
Liber,  Quaternus  oder  Quinternus  Cancellariae.  Aber  gerade  diese 
richtigste  Bezeichnung  ist  ganz  vereinzelt  geblieben.  Der  gleiche  Ein- 
tragungsbefehl kehrt  nur  noch  in  der  ebenfalls  für  die  Rota  erlassenen 
Constitution  Gregors  XI.  „Quamvis  a  felicis"  (Constit.  XXI)  wieder, 
deren  Schluss  die  vielfach  wörtliche  Benützung  der  Vorurkunde  Jo- 
hannes XXII.  deutlich  erkennen  last.2) 

An  den  Pontificat  Johannes  XXII.  knüpft  sich  noch  eine  weitere 
Neuerung.  Schon  zu  Beginn  seiner  Regierung  hatte  der  Papst  ver- 
einzelte Bestimmungen  über  Pfründenreservation  und  die  Behandlung 
der  entsprechenden  Bulleu   getroffen.     Diese  hatten  noch  gleich  den 


*)  Ins  allgemeine  Register  wurden  die  Constitutionen  nicht  eingetragen. 
Herr  Dr.  Teige,  der  jetzt  sämmtliche  Bände  Johanns  XXII.  Blatt  für  Blatt  durch- 
genommen hat,  versichert  mir  bestimmt,  dass  sich  fceine  der  drei  Constitutionen 
in  den  Registern  findet,  während  er  die  im,  Kanzleibuch  fehlende  Constit.  XIV. 
im  Registerband  Nr.  101  vorfand  (vgl.  unten  Zusätze  und  Berichtigungen  S.  450) 

*)  Vgl  Constit.  XXI,  13  nnd  XI,  45. 


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Einleitung.  XLVTT 

Constitutionen  Aufnahme  in  den  alten  Liber  Provincialis  gefunden. l) 
Als  er  aber  später  zusammenhängende  Verfügungen  darüber  erliess 
und  dadurch  zum  Begründer  der  Eegulae  Cancellariae  wurde,  fanden 
diese  sowie  ihre  fortan  ständige  Erneuerung  und  Erweiterung  von 
Papst  zu  Papst  Aufnahme  in  ein  selbstständiges  von  der  Constitutio- 
nen- und  Formelsammlung  unabhängiges  Kanzleibuch.2)  In  ähnlicher 
Weise  schritt  man  ebenfalls  noch  unter  Johann  XXII.  zur  Anlegung 
eines  selbstständigen  Taxbuches,  das  im  15.  Jahrhundert  als  Liber 
Johannis  XXII.  citirt  wurde.3) 

Der  Begriff  „Liber  Cancellariae"  wird  fortan  zum  Sammelnamen; 
die  Bezeichnung  kam  in  gleicher  Weise  den  Constitutionen  und  den 
Begulae  zu  und  taucht  für  letztere  sogar  früher  auf  als  für  erstere.4) 
Nur  selten  wird  in  genauerer  Weise  zwischen  den  beiden  Abtheilungen 
geschieden.6) 

Aber  auch  die  Einheitlichkeit  des  Liber  Cancellariae  im  en- 
geren Sinn,  des  Constitutionen-  und  Formelbuchs,  hatte  bald  ein 
Ende.  Die  Constitution  „Decens  et  necessarium44  (Constit.  XVI.),  die 
Benedikt  XII.  ergänzend  zur  Bulle  „Ratio  iuris44  erliess,  fand  noch 
Aufnahme  in  den  Liber  Provincialis6);  als  man  aber  unter  den  spä- 
teren Avignonesischen  Päpsten  umfangreichere  Neueintragungen  begann, 
schuf  man  dazu  ein  neues  selbstständiges  Kanzleibuch,  das  ergänzend 
zum  alten  Provincialis  trat.     Unterrichtet  sind  wir  darüber  durch  das 


i)  Erler  167— 16a 

*)  Vgl.  Ottenthai,  Regulae  Cancellariae  S.  VII  ff.  und  meine  Bemerkungen 
in  Mittheil.  d.  Instituts  f.  österr.  GF.  11,  341. 

s)  Vgl.  darüber  Mittheil.  13,  22  ff.  insbesondere  S.  25  und  30. 

4)  Reg.  Canc.  Clement.  VII.  Nr.  76  (1379  Jan.  25)  mandavit  quod  ita  in 
libro  cancellarie  scriberetur.  Für  das  Constitutionenbuch  zum  erstenmal 
im  Schlusswort  zu  den  Transsumpten  Dietrichs  von  Nieheim  gebraucht;  dann 
officiell  in  den  Eonstanzer  Concordaten  und  in  der  Constitution  Martins  V.  „In 
apostolicae  dignitatisu  unten  S.  136  Constit.  XXVI.  10. 

8)  Regul.  Canc.  Clement.  VII.  Nr.  119:  ita  est  in  libro  regularum 
cancellarie,  Nr.  131:  et  hoc  mandavit  scribi  in  regulis  cancellarie 
ebenso  in  Nr.  132  und  133.  Nr.  136:  in  libro  regularum  et  ordinatio- 
num.  Regal.  Bonifatii  IX.  Nr.  66:  et  mandavit  michi  Barthol omeo  Francisci, 
ut  hoc  scriberem  et  ponerem  in  regulis  dicte  cancellarie.  Umgekehrt 
lautet  die  Publicationsnotiz  in  den  Konstanzer  Concordaten  (Hübler,  die  Kon- 
stanzer Reformation  165):  in  libro  cancellarie  S.  R.  E.,  in  quo  Roma- 
norum pontificum  constitutiones  solent  conscribi. 

fl)  Ob  die  in  den  Constitutionen  XI  und  XII  enthaltenen  Eide  (Iuram.  IX. 
b.  c.  X.  XL)  bereits  unter  Benedikt  XII.  oder  erst  durch  Dietrich  von  Nieheim 
selbstständig  aufgezeichnet  wurden,  lässt  sich  nicht  entscheiden  (vgl.  die  Fassung 
„per  felicis  recordationis  Johannem  XXII.  gegenüber  „per  dominum  nostrum  Jo- 
hannem(t  in  den  Bullen). 


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XLVIII  Einleitung. 

Schlusswort,  das  Dietrich  von  Nieheim  dorn  zweiten  Theil  seines 
Kanzleibuchs  anfügte:  „Finis  secundi  libri  cancellarie  .  .  . 
de  libro  eiusdem  cancellarie  qui  inibi  vulgariter  appel- 
latur  „quaternus  albus"  extracti.1) 

Der  Inhalt  dieser  „neuen  Lage"  gliedert  sich  in  zwei  grosse 
Gruppen:  a)  Formeln  b)  päpstliche  Constitutionen.  Letztere  ent- 
halten zum  grössten  Theil  die  Bullen,  welche  die  Päpste  von  Johann  XXTL 
bis  Urban  VI.  zur  Reservirung  der  Pfründen  speciell  in  den  der 
römischen  Kirche  unmittelbar  unterworfenen  Gebieten  und  den  Kirchen- 
provinzen Mittel-  und  Oberitaliens  erliessen.  Inhaltlich  stehen  diese 
Keservationsbullen  in  naher  Verwantschaft  zu  den  Kegulae  Cancel- 
lariae,  welch  letztere  wiederholt  auf  die  ihnen  zn  Grunde  liegenden 
Constitutionen  verweisen.2)  Der  Zweck,  den  man  mit  der  Eintragung 
und  Sammlung  dieser  Constitutionen  im  Kanzleibuch  verfolgte,  ist 
leicht  einzusehen;  sie  boten  ja  die  rechtliche  Grundlage  für  einen 
Theil  der  Vielgeschäftigkeit  der  päpstlichen  Kanzlei,  ihr  Wortlaut  war 
für  die  Fassnng  der  Beneficialbullen  zu  berücksichtigen. 

Heute  sind  sie  lediglich  für  den  Canonisten  von  Wert  und  würden 
von  dieser  Seite  allerdings  Beachtung  und  zusammenhängende  Bear- 
beitung verdienen8);  für  die  Kenntnis  des  formellen  Geschäftsgangs  der 
Kanzlei  sind  sie  belanglos.  Ich  habe  mich  daher  begnügt,  eine  genaue 
Inhaltsangabe  dieses  Theils  unten  in  der  Beschreibung  der  Handschrift 
B  zu  geben,  für  die  Edition  habe  ich  aus  diesem  Theil  nur  zwei  Con- 
stitutionen ausgewählt,  die  in  näherer  Beziehung  zur  Kanzlei  und  den 
mit  ihr  verwandten  und  verbundenen  Curialbehörden  stehen  (Constit. 
XV.  und  XXI.)  Auf  letztere  Constitution  wird  überdies  in  der  Gesetz- 
gebung Martins  V.  Bezug  genommen.4) 

Wichtiger  für  unsere  Zwecke  sind  die  in  diesem  Kanzleibuch  ver- 
einigten Formeln  (unten  Form.  Nr.  CII — CLXXX.)  Sie  gliedern  sich 
wieder  in  drei  Gruppen:  Nr.  CH  — CV,  Nr.  CVI-CLXIII  und 
Nr.  CLXIV— CLXXX. 

*)  Vgl.  darüber  meine  Ausfuhrungen  in  Mittheil.  d.  Instituts  f.  österr.  GF. 
10,  464.  Erhalten  ist  uns  der  „Quaternus  albus*1  einerseits  in  der  Abschrift 
Dietrichs  von  Nieheini  Cod.  ßarberin  XXXV.  69.,  andererseits  im  Cod.  Vat.  lat  3984. 

2)  Vgl.  Ottenthai  Reg.  Urbani  V.  Nr.  10  :  Item  idem  dominus  noster  non. 
ian.  pontificatus  sui  anno  primo  revocavit  omnes  expectationes  concessas  per 
predecessorem  suum  dominum  Innocentium,  in  quibus  ius  non  esset  in  re  ex* 
pectanda  quesitum,  prout  in  constitutione  super  hoc  facta  plenius 
continetur;  die  betreffende  Bulle  steht  im  Cod.  Barb.  XXXV.  69  (B)  p.  159; 
ebenso  decken  sich  Urban  V.  Nr.  29  mit  B.  p.  156,  Gregor  XI.  Nr.  37  mit  B.  p. 
164,  Urban  VI.  Nr.  5  mit  B.  p.  171. 

s)  Vgl.  jetzt  Eubel,  Zum  päpstl.  Reservations-  und  Provisionswesen,  Rom. 
Quart  Schrift,  8,  169  ff. 

4)  „In  apostolicae  dignitatis"  Constit.  XXVI.  1. 


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Einleitung.  XLIX 

Die  erste  Gruppe  steht  noch  in  enger  Beziehung  zur  Formel- 
sammlung des  alten  Kanzleibuchs,  zu  der  sie  ergänzend  tritt.  Sie 
enthält  die  bereits  von  Delisle  veröffentlichte  und  vielbesprochene  An- 
weisung zur  Herstellung  der  grossen  Privilegien,  reiht  daran  zwei 
Privilegienmuster  für  Benediktiner  und  Augustiner,  die  im  alten  Kanzlei- 
buch nur  gemeinsaih  mit  den  Praemonstratensern  bedacht  worden 
waren  (Nr.  III),  und  schliesst  mit  den  Eota-Devisen  von  Innocenz  VI. 
bis  Urban  VI.  Formel  CHI  nennt  in  Titel  und  Datumzeile  Clemens  VI., 
in  der  Unterschrift  und  Bota  Johann  XXII.  und  bringt  zum  Schluss 
ein  bestimmtes  Datum,  den  4.  April  1343.  Diese  Aufzeichnung  kann 
daher  erst  unter  Clemens  VI.  entstanden  sein,  und  damit  stimmt  auch, 
dass    die  Nachtragung   der  Eota-Devisen   mit  Innocenz  VI.   einsetzt.1) 

Die  Ausfertigung  der  grossen  Privilegien,  die  im  12.  Jahrhundert 
und  im  13.  noch  bis  auf  Gregor  IX.  zu  den  häufigsten  Urkundenarten 
der  päpstlichen  Kanzlei  gehörten,  hatte  seit  dem  Pontificat  Innocenz'  IV. 
plötzlich  abgenommen2) ;  im  14.  Jahrhundert  zählten  sie  zu  den  Selten- 
heiten. Die  Regeln  über  die  Schreibart  der  Privilegien  wurden  dem- 
nach nicht  damals  aufgezeichnet,  als  sie  häufig  angewandt  und  daher 
auch  jedem  geläufig  waren,  sondern  gut  ein  Jahrhundert  später,  da 
sie  selten  geübt  und  daher  in  Gefahr  waren,  in  Vergessenheit  zu  ge- 
rathen. 

Ganz  anders  gestaltet  sich  die  folgende  Gruppe.  Sie  steht  in 
keinem  Zusammenhang  mehr  mit  der  Formelsammlung  des  Provin- 
cialis, sondern  spiegelt  die  Eigenart  der  Papsturkunden  aus  Avigno- 
nesischer  Zeit  wider.3)  Sie  umfasst  das  grosse  Gebiet  der  litterae  de 
gratia  und  enthält  im  Gegensatz  zu  den  Beneficialbullen,  für  deren 
Ausgestaltung  von  Fall  zu  Fall  die  Begulae  Cancellariae  den  Schlüssel 
an  die  Hand  gaben,  jene  Briefe,  die  nach  feststehender  Formel  aus- 
gefertigt werden  konnten.4)  Es  ist  die  grosse  Masse  der  Indulgenzen 
und  Dispensen.  Der  Charakter  einer  auf  zahlreichste  Wiederholung 
in  Einzelfallen  berechneten  Mustersammlung  tritt  hier  deutlich  hervor. 
Vollständigkeit  ist  sowenig  erreicht  wie  bei  der  officiellen  Sammlung 
aus   dem    13.  Jahrhundert;     aber  für   einen   stattlichen  Theil   immer 


l)  Einen  der  seltenen  Fälle  eines  grossen  Privilegs  aus  der  Zeit  Clemens'  VI. 
bringt  Tafel  58a  der  Specimina  Vaticana  Regestrorum  summorum  pontificum 
(1350  Sept.  27).  Die  Rotadevise  Clemens1  VI.  ist  dieselbe  wie  die  Johanns  XXII., 
weshalb  in  Formel  Olli  nur  letztere  eigens  angeführt  ist. 

*)  Vielleicht  hängt  dies  gerade  mit  der  erfolgten  Codificirung  zusammen. 

8)  Als  etwas  Neues  wird  sie  auch  im  Kanzleibuch  durch  die  Ueberschrift 
„Incipiunt  diverse  forme  litterarum  domini  pape"  (unten  S.  307)  eingeführt. 

4)  Es  sind  die  in  Constit.  XII.  5  genannten  litterae  gratiosae  quae  non 
mutantur. 

Tan  gl,  P4p«U.  Kanzleiordnungen.  IV 

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L  Einleitung. 

wiederkehrender  Fälle  war  damit  doch  vorgesorgt.  Nach  Formel  106 
wurden  im  6.  Pontificatsjahr  Innocenz'  VI.  allein  über  600  Briefe  aus- 
gefertigt1) ;  ihr  sowie  den  Formeln  108, 1 1 1—113,  1 16—1 19,  129—130, 
132 — 133  entsprechen  in  den  Registern  jener  Zeit  Jahr  für  Jahr 
ganze  Lagen. 

Wie  die  im  Kanzleibuch  gesammelte  Reihe  der  Reservationsbullen 
mit  den  Regulae,  so  stehen  die  Formeln  mit  den  Taxlisten  in  nahem 
Zusammenhang.  Bezeichnend  ist,  dass  die  6  ersten  Formeln  genau 
dieselbe  Reihenfolge  einhalten  wie  die  in  der  Bulle  „Pater  familiasu 
enthaltenen  Ansätze  der  Abbreviaturen-  und  Scriptorentaxe  (Constit. 
XII.  60 — 65  und  136—142).  Bei  den  weiteren  Formeln  ändert  sich 
zwar  die  Reihenfolge  aber  nicht  die  nahe  Beziehung.  Die  Schlag- 
worte, die  in  der  Taxliste  der  Bulle  „Pater  familias"  begegnen,  wird 
man  zum  grossen  Theil  in  den  Ueberschriften  der  Formeln  wieder- 
finden. Andere  Formeln,  die  in  der  Bulle  „Pater  familiär"  nicht  er- 
wähnt werden,  lassen  sich  aus  dem  späteren  Avignonesischen  Taxbuch 
belegen.2)  Der  bezeichnendste  Fall  ist  folgender:  Taxbuch  Nr.  13: 
Mandatur  provideri  in  forma  que  incipit  „Dignum  arbitra- 
mur",  taxatur  ad  gr.  XX;     dem  entspricht  Formel  163. 

So  gut  wie  der  Verhandlung  unter  Nicolaus  III.  über  die  litterae 
legendae  dürften  auch  der  Taxbulle  Johanns  XXII.  die  entsprechenden 
Formeln  bereits  zugrunde  gelegen  haben.  Ihre  Sammlung  im  neuen 
Kanzleibuch  erfolgte  allerdings  erst  beträchtlich  später.  Im  folgenden 
soll  versucht  werden,  die  Handhaben,  welche  die  Formeln  selbst  für 
ihre  Einreihung  bieten,  zusammenzustellen: 

F.  106  fällt  jedenfalls  vor  Gregor  XL,  da  sie  unter  ihm  durch 
Zusätze  vermehrt  worden  ist.  F.  111  „Petro  tt.  s.  Martini  in  Montibus 
presbitero  card."  Ein  Kardinal  gleichen  Namens  und  Titels  wird  in 
Papstbriefen  aus  den  Jahren  1330  und  1335  erwähnt.3)  Die  Ausfertigung 
der  Formel  fällt  also  in  die  letztere  Zeit  Johannes  XXII.  oder  in  die  ersten 
Jahre  Benedikts  XII.  F.  121  und  132  nennen  den  1323— 1361  nachweis- 
baren Vicekanzler  Petrus,  Kardinalbischof  von  Palestrina.4)    F.  1 27 — 128 


>)  Mittheil.  d.  Instituts  f.  österr.  GF.  13,  39. 

')  Mittheil.  d.  Instituts  f.  österr.  GF.  13,77  ff.  So  deckt  sich  F.  116-119 
mit  Taxb.  30,  F.  125  =  Taxb.  92,  F.  128  =  Taxb.  93-94,  F.  153  =  Taxb.  228, 
F.154u.  176  =  Taxb.  123,  F.  160  =  Taxb.  190,  F.  161  =  Taxb.  178,  F.  164  =  Taxb. 
88,  F.  166  =  Taxb.  163,  F.  170  =  Taxb.  247,  F.  173  =  Taxb.  165,  F.  174  = 
Taxb.  120,  F.  179  =  Taxb.  162. 

8)  Riezler,  Vatik.  Akten  z.  deutschen  Gesch.  in  d.  Zeit  Ludwigs  d.  Baiern 
Nr.  1420  und  1762;  scheint  identisch  mit  dem  1336  verstorbenen  Kard.  Petrus 
des  Chappes  (Ciaconius  2,  426). 

4)  Bresslau  UL.  1,   210.    Kardinalbischof  von   Palestrina   seit    1323,    Vice- 


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Einleitung.  LI 

sind  gerichtet  an  einen  Erzbischof  von  Braga,  der  früher  Bischof  von 
Lissabon  gewesen  war.  Es  ist  dies  Gonzalo  Pereira,  der  1326  zum 
Erzbischof  von  Braga  erhoben  wurde.  Demgemäss  ist  auch  in  der 
Formel  der  Pallienüberreichung  Johann  XXII.  genannt.  F.  129  ist 
nach  Clemens  V.  [ausgestellt.  F.  130  steht  gleichlautend  als  Bulle 
Johanns  XXII.  vom  23.  Jänner  1327  in  den  Extravag.  comm.  2,  1, 
nur  dass  in  der  Formel  Johann  XXII.  als  bereits  verstorben  genannt 
wird.  F.  131  ist  gerichtet  an  einen  Erzbischof  Jakob  von  Lund;  der 
eine  dieses  Namens  von  1253 — 1274  ist  ausgeschlossen,  weil  in  der 
Formel  Bonifaz  VIII.  bereits  als  „predecessor"  des  ausfertigenden 
Papstes  erscheint;  bleibt  also  der  andere  von  1355 — 1361,  und  da- 
mit ist  die  Zugehörigkeit  dieser  Formel,  beziehungsweise  ihrer  Einzel- 
aasfertigung zum  Pontificat  Innocenz'  VI.  sichergestellt.  F.  135  nennt 
Clemens  V.,  F.  150  Benedikt  XII  als  verstorben.  F.  154  und  158— 
161  sind  gerichtet  an  Maria,  die  Tochter  König  Philipps  VI.  und  der 
Königin  Johanna  von  Frankreich.  Die  Ehe  der  Eltern  währte  von 
1313 — 1348;  die  Bullen  fallen  jedenfalls  vor  die  Heirat  Marias  mit 
Johann  von  Brabant.  F.  161  nennt  als  Papst  Johann  XXII.,  dessen 
Pontificat  demnach  die  ganze  Gruppe  zuzuweisen  sein  wird. 

Die  Sammlung  dieser  Formeln  ist  also  jedenfalls  nach  Clemens  V. 
und  vor  Gregor  XI  entstanden;  innerhalb  dieser  Grenze  verweisen 
einige  in  den  Pontificat  Johanns  XXII.,  die  jüngeren  in  die  Zeit  Cle- 
mens'  VX  und  Innocenz1  VI. 

Dieser  zusammenhängenden  Gruppe  von  Formeln  folgen  nun  im 
2.  Theil  dieses  Kanzleibuchs,  unter  die  Reservationsbullen  versprengt, 
noch  einzelne  Nachläufer.  Es  wird  sich  vor  allem  darum  handeln,  ob 
sich  aus  den  meist  bestimmt  datirten  Constitutionen  irgend  welche 
Anhaltspunkte  ergeben. l)  Es  zeigt  sich,  dass  zwei  Bullen  Benedikts  XII. 
denen  Johanns  XXII.  vorangestellt  sind  und  dass  den  Eintragungen 
aus  der  Zeit  Johanns  XXII.,  Benedikts  XII.  und  Clemens1  VI.  streng 
chronologische  Reihenfolge  mangelt  und  sich  erst  mit  einer  einzigen 
Ausnahme  seit  dem  Pontificat  Innocenz1  VI.  einstellt  Die  Reserva- 
tionsbullen Johanns  XXII.  und  Benedikts  XII.  finden  sich  ferner 
8ämmtlich  auch  in  den  Registern,  können  daher  sehr  wohl  erst  später 
aus  ihnen  gesammelt  worden  sein. 

Von  den  Formeln  dieser  Gruppe  nennt  F.  165  Johann  XXII.  als 
bereits  verstorben,   F.    168   ist   von  diesem  Papst   am  9.   Febr.   1332 


kanzler  seit  c.  1330.    Dagegen  vermag  ich  einen  in  F.    122  genannten  P.  episc 
Tuseulanus  aus  dem  14.  Jahrhundert  nicht  nachzuweisen;    ebensowenig,  den  in 
F.  125  genannten  Bischof  von  Chios,  der  als  Erzbischof  nach  Corfu  übersetzt  wurde. 
0  Vgl.  die  Aufzählung  unten  bei  der  Beschreibung  der  Hs.  B. 

IV 


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LH  Einleitung. 

ausgestellt.  F.  170  datirt  vom  8.  August  1346,  F.  171  allgemein  aus 
der  Zeit  Clemens'  VI.,  F.  172  vom  18.  August  1347,  F.  173  fallt  un- 
mittelbar vor  das  Jubeljahr  1350.  Der  „Symon  electus  Cantuariensis" 
in  F.  174  ist  nicht  sicher  festzustellen,  da  es  im  14.  Jahrhundert  drei 
dieses  Namens  gab;  die  Wahrscheinlichkeit  spricht  aber  für  Symon 
Islip  1349—1366.  F.  175  datirt  vom  30.  Mai  1350.  F.  176  fällt 
jedenfalls  vor  1360,  in  welchem  Jahre  die  in  ihr  genannte  Herzogin 
Johanna  von  Burgund  starb.  F.  177  gedenkt  Ludwigs  des  Baiern 
als  bereits  verstorben  (also  nach  1347).  F.  178  nennt  als  Papst  Cle- 
mens VI.  und  ist  gerichtet  an  N.  Bischof  von  Ostia.  N.  ist  in  dem 
Fall  nicht  etwa  eine  Abkürzung  von  Nicolaus  sondern  die  beliebte 
Unbekannte  für  Eigennamen.  Der  wahre  Name  lässt  sich  aber  aus 
den  weiteren  Angaben  der  Formel  feststellen.  Der  betreffende  war 
zuerst  Bischof  von  Clermont,  dann  Kardinalpriester  von  S.  Giovanni 
e  Paolo  und  endlich  Kardmalbischof  von  Ostia.  Es  ist  dies  niemand 
anderer  als  Stephan  Aubert,  der  spätere  Papst  Innocenz  VI.,  seit 
13.  Februar  1352  Bischof  von  Ostia.1)  Die  Bulle  fällt  also  in  die 
letzte  Zeit  Clemens1  VI.  und  dürfte  unter  seinem  Nachfolger,  für  den 
sie  ausgestellt  war,  Eintragung  ins  Kanzleibuch  gefunden  haben.  Die 
letzte  dieser  Formeln  endlich  Nr.  180  ist  von  Innocenz  VI.  selbst 
ausgestellt. 

Auch  dieses  Kanzleibuch  ist  uns  nur  in  Abschrift  überliefert,  die 
betreffenden  Handschriften  decken  sich  in  Inhalt  und  Reihenfolge  voll- 
ständig *) ;  gleichzeitige  Belege  für  das  Bestehen  der  ganzen  Formel- 
sammlung oder  von  Theilen  derselben  vermag  ich  nicht  zu  erbringen.8) 
Es  mangelt  also  an  jenen  Behelfen,  die  bei  der  Formelsammlung  des 
13.  Jahrhunderts  nähere  Einsicht  in  die  Entstehungs weise  ermöglichten. 


l)  Ciaconius  2,  495. 

*)  Cod.  Vat.  lat.  3984  schaltet  nach  Constit.  XV.  f.  77'  ff.  Nachträge  aus 
der  Zeit  Johannes  XXIII  und  des  Konstanzer  Concils  ein,  bemerkt  aber  ausdrück- 
lich: Hec  que  ponuntur  in  hiis  tribus  foliis  et  abhinc  in  presenti  sexterno  non 
sunt  de  quaterno  cancellarie. 

*)  Eine  Verwertung  des  Vorkommens  von  Formularien  in  der  Bibliothek 
der  Päpste  (vgl.  Ehrle,  Historia  bibliothecae  Romanorum  pontificum"  S.  54 
Nr.  250  S.  92  Nr.  562)  für  unsere  Zwecke  scheint  unstatthaft.  Die  Citate  sind 
erstens  viel  zu  unbestimmt,  und  dann  müssen  wir  das  officielle  Kanzleibuch  mit 
seinen  Formeln  für  jene  Zeit  im  Bureau  des  Vicekanzlers  nicht  aber  in  der  päpst- 
lichen Bibliothek  vermuthen.  Am  meisten  beachtenswerth  erscheint  noch  eine 
Aufzählung  im  Inventar  von  1375  (Ehrle  S.  508  Nr.  805:  Thomas  v.  Capua, 
Nr.  804:  Berard  v.  Neapel,  Nr.  805:  prima  pars  formulariorum  Nr.  806: 
secunda  pars  formulariorum,  Nr.  807;  formularius  litterarum,  Nr.  808 
— 812:  ein  Register-  und  ein  Conceptband,  dann  abermals  Thomas  von  Capua 
und  Berard  von  Neapel. 


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Einleitung.  LIII 

Unter  den  ersten  Avignonesischen  Päpsten  dürfte  das  neuere 
Kanzleibuch  noch  in  keinem  seiner  Theile  bestanden  haben.  Es  ist 
höchst  unwahrscheinlich  dass  sie  in  dem  Fall  ihre  eigenen  Constitu- 
tionen noch  dem  alten  Provincialis  einverleibt  hätten.  Der  Beginn 
des  neuen  Kanzleibuchs,  der  Nachtrag  zur  Privilegiensammlung,  weist 
bestimmt  auf  die  Zeit  Clemens1  VI.1)  Dass  man  damals  um  dieser 
Ergänzung  willen  allein  zur  Anlegung  eines  neuen  Kanzleibuchs  ge- 
schritten wäre,  ist  nicht  wohl  anzunehmen.  Meiner  Ansicht  nach 
dürfte  auch  der  Kern  der  neuen  Formelsammlung  Clemens  VI.  seine 
Entstehung  verdanken.  Eine  bedeutende  Rolle  in  der  Weiterbildung 
und  Vervollständigung  des  neuen  Kanzleibuchs  fällt  dann  jedenfalls 
Innocenz  VI.  zu.  Die  Formeln  scheinen  damals  abgeschlossen  worden 
zu  sein,  nur  die  Eintragung  der  Constitutionen  wurde  unter  den  letzten 
Avignonesischen  Päpsten  Urban  V.  und  Gregor  XI.   noch   fortgesetzt 

Im  XV.  Jahrhundert  werden  unsere  Formeln  in  der  päpstlichen 
Kanzlei  als  die  formae  communes  (simplices)  quaterni  (oder  quinterni) 
cancellariae  citirt.2) 

So  war  das  Kanzleibuch  zu  Avignon  wesentlich  erweitert  und 
umgestaltet  worden. 

Es  folgte  die  Rückkehr  der  Curie  nach  Rom,  der  Tod  Gregors  XI., 
die  Wahl  Urbans  VI.,  bald  darauf  der  Abfall  der  französischen  Kar- 
dinäle, die  Wahl  des  Gegenpapstes  Clemens1  VIL  und  damit  der  Aus- 
bruch des  grossen  Schismas  —  Ereignisse,  die  auch  für  die  Geschichte 
der  päpstlichen  Kanzlei  von  ausschlaggebender  Bedeutung  geworden 
sind.  Der  Vicekanzler  Petrus  von  Monterucco  hatte  den  französischen 
Boden  niemals  verlassen;  nach  längerem  Schwanken  schloss  er  sich 
dem  Gegenpapst  an,  in  dessen  Gefolge  auch  ein  grosser  Theil  der 
Curialen,  darunter  mehrere  von  den  leitenden  Männern  der  päpstlichen 
Kanzlei,  zurück  nach  Avignon  zogen.3) 


')  8.  o.  S.  XLTX. 

»)  Martin  V.  Reg.  Canc.  Nr.  72  (Ottenthai  S.  201):  Item  quod  nobilibus 
laicis  et  notabilibus  personis  ecclesiasticis  possit  altare  portatile,  ante  diem  in 
locis  interdictiß,  in  mortis  articulo,  tabellionatus  officium  et  cetera  commu- 

nia  quaterni  cancellarie per  „Concessum"  sub  bulla  concedere  ut 

in  forma.  Die  Constitution  Sixtus'  IV.  „Cum  sicut  frequentibus  (unten  S.  424) 
unterscheidet  zwischen  den  „simplices  in  forma  quinterni  cancellarie*4 
und  den  „non  simplices  et  extra  formam  quinterni  predicti."  Vgl. 
auch  die  Ueberschrift  im  Cod.  Vat.  lat.  3984  f.  50:  Incipit  formularium  alias 
quaternu8  cancellarie. 

8)  Erler,  Dietrich  von  Nieheim  S.  41  und  Mittheil.  d.  Instituts  f.  österr. 
GF.  II,  339. 


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LIV  Einleitung. 

Zwei  Jahre  nach  seiner  Wahl  gab  Urban  VI.  den  Auftrag,  von 
den  bisherigen  Kanzleibüchern  amtliche  Abschriften  anzulegen.  Die 
Arbeit  leitete  der  Scriptor  und  Abbreviator  Dietrich  von  Nieheim,  in- 
dem er  Auswahl  und  Reihenfolge  der  einzelnen  Stücke  bestimmte  und 
die  Durchsicht  des  fertig  gestellten  Textes  vornahm.1)  Dass  Dietrich 
die  Abschrift  nicht  eigenhändig  anfertigte,  hat  bereits  Erler  nachge- 
wiesen.2) Doch  scheint  mir  nichts  flir  die  Annahme  Erlers  zu  sprechen, 
dass  Dietrich  seine  Vorlage  zunächst  als  Concept  abgeschrieben  habe ; 
ich  glaube  vielmehr,  dass  das  alte  Kanzleibuch  selbst  als  Vorlage  für 
die  Reinschrift  gedient  hat.3) 

Die  Abschrift  der  beiden  Theile  des  Kanzleibuchs  wurde  in  den 
Monaten  April  und  Mai  1380  vollendet. 

Bereits  Erler  brachte  den  Auftrag  Urbans  VI.  mit  der  Neuein- 
richtung der  Kanzlei  in  Zusammenhang;  er  wies  auch  darauf  hin, 
dass  wenige  Jahre  später  in  ähnlicher  Weise  eine  Abschrift  vom 
Liber  Censuum  genommen  wurde.4)  Im  Anschluss  an  Erler  bezeich- 
nete auch  ich  in  der  gesteigerten  Notwendigkeit  zur  Einsicht  ins 
Kanzleibuch,  hervorgerufen  durch  das  Eindringen  zahlreicher  homines 
novi  in  die  Kanzlei,  den  nächsten  Entstehungsgrund  für  die  Trans- 
sumpte  Dietrichs  von  Nieheim.5)  Hiezu  kam  vielleicht  noch  der  nicht 
ganz  unbegründete  Argwohn  Urbans  VI.  gegen  seine  Umgebung.  Zum 
täglichen  Gebrauch  sollten  die  amtlichen  Kopien  des  Kanzleibuchs 
dienen,  während  der  Papst  die  Originale  wohl  in  eigene  Verwahrung 
nahm,  um  sich  ihren  Besitz  bei  einem  neuen  Abfall  seiner  Curialen 
zu  sichern. 

Der  grosse  Wert  der  Leistung  Dietrichs  von  Nieheim  beruht  nicht 
nur  darin,  dass  er  eine  neue  Ueberlieferung  des  Kanzleibuchs  schuf, 
sondern  auch  darin,  dass  er  sie  im  angefügten  Schlusswort  „klar  als 
Ableitung  aus  dem  officiellen  Kanzleibuch  erklärte.446) 


l)  Für  den  Vorgang  giebt  das  Schlusswort  zu  beiden  Theilen  des  Kanzlei- 
buchs genaue  Auskunft;  s.  unten  bei  der  Beschreibung  der  Hss.  E  und  B. 

*)  S.  VIII.  Das  Iustitut  f.  österr.  Geschichtsforschung  besitzt  eine  auf  Die- 
kamps  Veranlassung  aufgenommene  Photographie  des  Nachtrags  zum  Provinciale, 
unten  S.  30  Sp.  2  „Isti  duo  ultimi"  etc.  Dieser  wie  es  scheint  authographe 
Nachtrag  schliesst  Schriftgleichheit  mit  dem  übrigen  Context  aus. 

3)  Gegen  Erlers  Ansicht  hat  auch  Ottenthai,  Mittheil.  9,  679  Einsprache 
erhoben. 

«)  S.  EX. 

*)  Mittheil.  11,  339. 

«)  Ottenthai,  Regulae  Cancellariae  S.  XXIV. 


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Einleitung.  LV 

Nach  dem  Jahr  1380  gab  es  in  der  päpstlichen  Kanzlei  4  Exem- 
plare des  Kanzleibuchs:1) 

den  alten  Provincialis  P. 

den  daraus  abgeleiteten  Liber  I.  Cancellariae  Dietrichs  von  Nie- 
heim (Cod.  Paris,  lat.  4169)  E. 

den  in  Avignon  neu  angelegten  „Quaternus  Albus"  Q. 

den  daraus  kopirten  Liber  II.  Cancellariae  Dietrichs  (Cod.  Bar- 
berin.  XXXV.  69)  B. 

Nur  die  beiden  abgeleiteten  Quellen  sind  heute  noch  nachweisbar, 
die  Originalhandschriften  sind  seither  verschollen.  Es  ist  dies  nicht 
nur  vom  Standpunkt  der  Kritik  der  früheren  Theile  lebhaft  zu  be- 
klagen, sondern  auch  wegen  der  Frage  nach  der  Führung  der  Nach- 
träge. 

Dass  man  den  alten,  nach  Dietrichs  Zeugnis  bereits  hart 
mitgenommenen  Provincialis8)  noch  weiter  in  Gebrauch  gelassen  hätte, 
ist  ganz  unwahrscheinlich. 

An  E  reihte  sich  zwar  eine  Fortsetzung  (Erler  204 — 214),  aber 
dieselbe  blieb  unbedeutend,  enthielt  nur  Personalien,  mit  einer  einzigen 
Ausnahme  (Constit.  XXII.)  keine  normativen  Verfügungen  und  ver- 
siegte mit  dem  Jahre  1417  gänzlich.  Die  Erklärung  hieflir,  die  Erler 
S.  X  noch  sehr  vorsichtig  fasste,  klingt  jetzt,  da  wir  den  zweiten 
Theil  des  Kanzleibuchs  kennen,  allerdings  viel  bestimmter.  Die  Hand- 
schrift brauchte  darum  1417  keineswegs  bereits  aus  der  Kanzlei  ver- 
schwunden zu  sein,  sie  wurde  nur  ausser  Gebrauch  gesetzt;  und  auch 
dies  klärt  sich  leicht  auf.  P  und  E  boten  für  den  Curialen  des  15. 
Jahrhunderts  doch  nur  mehr  historisches  Interesse;  höchstens  dass 
noch  die  Verfügungen  Johanns  XXII.  ein  und  das  anderemal  ins  Ge- 
dächtnis gerufen  wurden. 

Dagegen  enthielten  Q  und  B  das  für  den  Historiker  zwar  minder 
wichtige,  für  den  damaligen  Kanzleibeamten  aber  ungleich  actuellere 
Material  So  erklärt  es  sich,  dass  diese  Ueberlieferungen  des  Kanzlei- 
buchs die  Träger  der  Fortsetzung  desselben  wurden. 

In  B  beginnen  diese  Nachträge,  in  Zug  und  Tinte  stets  wechselnd, 
mit  Bonifaz  IX.  und  fliessen  fort  das  ganze  15.  Jahrhundert  hindurch 
bis  1560.  Sie  nehmen  den  weitaus  grösseren  Theil  des  stattlichen 
Bandes  ein  und  bedingen  eigentlich  den  hohen  Wert  dieser  Hand- 
schrift.    Von  1423  an  tragen  diese  Eintragungen  nicht  nur  den  Cha- 


')  Von  rein  privaten  Abschriften  oder  unvollständigen  Compilationen  sehe 
ich  hier  ab. 

*)  Dietrich  nennt  ihn  „non  modica  vetustate  corroBus.1' 


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LVI  Einleitung. 

rakter  der  Gleichzeitigkeit  sondern  auch  der  Authenticitäi  Die  An- 
haltspunkte hiefür  sind  die  nämlichen,  auf  grund  deren  wir  überhaupt 
Originalurkunden  von  gleichzeitigen  Kopien  scheiden;  sie  bestehen 
in  bestimmten  Beglaubigungsformen  am  Schlüsse  der  Urkunden.  Eier 
in  unserem  Fall  sind  es  die  Notizen  über  die  erfolgte  Publication  in 
der  Kanzlei,  Unterschriften  der  hiezu  berufenen  Beamten  und  mehr- 
fach eigenhändige  Signirungen  des  Vicekanzlers.1)  So  tragen  die  Con- 
stitutionen Martins  V.  „Bomani  pontificis"  und  „Sanctissimus  domi- 
nus noster"  in  gleicher  individueller  Schrift  die  Unterfertigung: 
Jfohannes]  Ost[iensis]. 

S.  426  begegnet  der  Vermerk :  Ita  est  R[odericus]  vicecancellarius  manu 
propria.  Es  ist  die  höchst  charakteristische  Schrift  Rodrigo  Borgias,  des 
späteren  Papstes  Alexander  VI.,  die  sich  in  einem  im  Staatsarchiv  zu 
Florenz  verwahrten  eigenhändigen  Schreiben  desselben  an  seine  Tochter 
Lucrezia  Borgia  wiederfindet.  Der  Bulle  Eugens  IV.  „In  eminenti" 
über  die  Art  der  Kardinalscreation*)  ist  p.  278  der  im  Bullarium 
Bomanum  fehlende  von  mir  in  Mittheil,  des  Instituts  f.  österr.  OF. 
10,  466  veröffentlichte  Zusatz  beigefügt  „Lecta  et  publicata  fuit  hec 
constitutio  de  mandato  sanctissimi  domini  nostri  pape  in  audientia 
contradictarum  et  cancellaria  apostolica  ...  et  deinde  in  quaterno 
isto  auttentico  de  mandato  ipsius  domini  regen tis  sie  descripta. 
Dazu  kommt,  dass  alle  jene  Constitutionen,  die  in  der  bisher  be- 
kannten Literatur  als  dem  Kanzleibuch  entnommen  genannt  werden, 
sich  in   unserem  Codex  Barberinianus   finden.3)     Ueberdies   trägt  die 


*)  Der  erste  diesbezügliche  Vermerk  steht  p.  253  nach  der  Bulle  Martins  V. 
„Romani  pontificis"  Constit.  XXIX. 

*)  Bull.  Rom.  Ed.  Taurin.  5,2. 

3)  Ciampini,  de  abbreviatorum  de  parco  maiori  .  .  .  antiquo  statu,  etc.  S.  9 : 
Martin  V.  „In  apostolice  dignitatis"  („ex  quinterno  cancellariae  apostolicae")  = 
u.  Constit.  XXVI.  p.  12.  Martin  V.  „Romani  pontificis"  („ex  eodem  quin* 
terno")  =  u.  Constit.  XXIX.  p.  17  Eugen  IV.  „Romani  pontificis"  („quae  in 
laudato  quinterno  reperitur")  =  u.  Const.  XXXVII.  p.  21  Abbreviatoreneid  („ex 
eodem  quinterno")  =  u.  Juram.  IX.  b.  p.  25,  28,  Pius  IL  „Vices  illius"  und 
„Quo  salubrius"  (p.  25  „quas  ex  supra  relato  quinterno  cancellariae  apostolicae 
transcripimus")  =  u.  Constit.  XLIII,  XLIV  [Auf  zwei  weitere  Citate  Ciampinis  komme 
ich  später  in  anderem  Zusammenhang  zu  sprechen.]  Hiezu  gesellen  sich  noch  im 
Bull.  Roman,  gedruckte  Constitutionen  Innocenz'  VIII.  Dem  Abdruck  sind  keine 
Quellenverweise  beigefügt,  aber  sie  enthalten  zum  Schluss  Publicationsnotizen,  aus 
denen  ihre  erfolgte  Eintragung  ins  Kanzleibnch  deutlich  hervorgeht;  sie  stehen 
8ämmtlich  in  unserem  Cod.  Barberin.  XXXV.  69  (B.)  und  zwar:  Bull.  Roman.  5, 
311  „Apostolicae  camerae"  -=  B.  p.  482.  1.  c.  5,  329  „Cum  sicut  =  B.  p.  493.  1. 
c.  5,  339  „Finem  litibus"  —  B.  492  und  1.  c.  5,  346  „Ofticii  nostri  debitum" 
=  B.  518. 


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Einleitung.  LVII 

Handschrift  Spuren  reichlichster  Benützung;  die  Blätter  sind  abge- 
griffen, die  Schrift  oft  bis  zur  Unleserlichkeit  abgerieben,  die  Bänder 
wimmeln  von  Nachträgen,  ungiltige  Verfügungen  sind  getilgt,  wider- 
rufene wohl  auch  herausgeschnitten.1)  Auf  die  Sammlung  der  Amts- 
eide folgen  p.  310  in  schöner  gothischer  Minuskel  die  Evangelienab- 
schnitte, darauf  auf  gesondertem  Blatt  in  sorgfältiger  Federzeichnung 
das  Bild  des  Gekreuzigten,  so  dass  der  Codex  augenscheinlich  den 
Zweck  hatte,  bei  Beeidigungen  der  Beamten  zugleich  als  Formular 
und  Evangeliar  zu  dienen;  —  kurz  es  haften  der  Handschrift  alle 
Spuren  an,  dass  sie  im  15.  und  16.  Jahrhundert  in  der  päpstlichen 
Kanzlei  als  neuer  „Liber  diurnusu  gedient  hat.  Der  Codex  ist  so  bis 
1560  geführt  und  bietet,  da  er  ununterbrochen  Schriftproben  und 
Unterschriften  aus  der  päpstlichen  Kanzlei  für  die  Zeit  von  fast  zwei 
Jahrhunderten  enthält,  auch  für  den  Palaeographen  hohes  Interesse. 
Yon  dem  reichen  Inhalt  der  Handschrift  ist  es  schwer,  ein  auch 
nur  annähernd  anschauliches  Bild  zu  entwerfen.  Päpstliche  Consti- 
tutionen, Privilegien,  Ernennungspatente  für  Vicekanzler  und  deren 
Stellvertreter,  Reservationsbullen,  Ablassformeln  und  Eide  wechseln 
mit  einander  in  bunter  Folge.   Nur  die  zeitliche  Aufeinanderfolge  ist, 


*)  Tilgung  durch  Durchstreichen  und  Herausschneiden  fand  statt  bei  der 
durch  Paul  II.  widerrufenen  Constitution  Pius'  II.  „Vices  illius"  (vgl.  u.  Const. 
XLIII.)  Ein  besonders  deutlicher  Fall  von  Abänderung  und  Tilgung  einer 
Verordnung  des  Vorgfingers  soll  hier  noch  besonders  erwähnt  werden:  p.  350 
steht  eine  Bulle  Callixts  III.  in  Streitigkeiten  der  Bettelorden  mit  der  Weltgeist- 
lichkeit. „Illius  licet"  8.  Maria  Maggiore,  1456  Aug.  21 ;  darunter  in  indivi- 
dueller Schrift :  Jo[hannes]  Zamoren[sis]  und  dann  vom  Schreiber  des  Contextes : 
placet  ut  ponatur  in  libro  cancellarie.  A.  Die  Bulle  ist  von  späterer  Hand  kräf- 
tig durchstrichen  und  trägt  folgende  Randbemerkungen:  1.  1457,  21.  mensis 
aprilis  mandavit  cardinalis  Zamorensis  regens  cancellariam,  quod  de  cetero  non 
dentur  nee  expediantur  bulle  super  ista  constitutione.  2.  (von  anderer  Hand) 
cassata  et  cancellata  de  mandato  S.  D.  N.  Sixti  papae  IUI.,  die  XIII.  augusti 
MCCCCLXXÜ  . .  3.  (am  unteren  Rand,  wieder  von  neuer  Hand) :  Motu  proprio  etc. 
Venerabili  fratri  nostro  Symoni  archiepiscopo  Antibarensi  venerabilis  fratris  nostri 
Roderici  episcopi  Albanensis  sanete  Romane  ecclesie  vicecancellarii  locumtenenti. 
Mandantins,  quatenus  constitutionem  per  felicis  recordationis  Calixtum  papam  III. 
predecessorem  nostrum  contra  professores  ordinum  mendicantium  super  observa- 
tione  etc.  . .  .  que  ineipit  „Callistus  episcopus  s.  8.  d.  ad  perp.  rei  mem.  Illius  licet 
immeriti  vices  gerentes  in  terris"  etc.  subdata:  „Rome  apud  S.  Mariam  Maiorem 
a.  ine.  dominice  MCCCCLVI.  XII.  kal.  septembris  pont.  sui  a.  seeundo  et  illius 
executoriales  editas  et  ab  eodem  Calisto  emanatas  in  libro  cancellariae 
aposto lice  descriptas  casset  penitus  de  eodem  libro  delet  (so 
Hs.)  et  cancellet,  cum  nos  illas  ex  certis  causis  per  alias  certas  litteras  revo- 
caverimus  et  annullaverimus ;  von  anderer  Hand :  Placet  et  ita  mandamus.  F.  die 
XnL  aug.  1472. 


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LVIII  Einleitung. 

wie  bei  Originaleintragungen  nicht  anders  zu  erwarten,  ziemlich  streng 
gewahrt.  Sie  wird  nur  dann  durchbrochen,  wenn  die  eine  oder  andere 
Verfügung  ursprünglich  andern  Orts,  etwa  im  Register,  Eintragung 
gefunden  hatte,  und  im  Kanzleibuch  erst  nachträglich  gebucht  wurde.1) 

Der  Hergang  bei  Erlassung  der  Kanzleiordnungen,  wie  er  uns 
aus  dem  authentischen  Kanzleibuch  entgegentritt,  war  folgender:  Die 
Verordnungen  wurden  Zunächst  als  Entwurf  dem  Papst  vorgelegt. 
Hatten  sie  die  Signatur  erhalten,  so  wurden  sie  ins  Kanzleibuch  ein- 
getragen und  darauf  in  der  Kanzlei  öffentlich  verlautbart.2) 

Die  Eintragung  ins  Kanzleibuch  entsprach  also  gleichzeitig  der 
Mundirung  und  Registrirung  der  Bullen.  Der  Eintragung  wurde  dann 
noch  eine  Notiz  über  die  erfolgte  Publicirung  angefügt.  Damit  war 
die  Verordnung  in  Rechtskraft  erwachsen.  Der  Abstand  im  Datum 
der  Erlässe  und  ihrer  Verlautbarung  ist  meist  ein  geringer.3)  Nur  die 
vom  25.  April  1457  datirte  Ernennung  Rodrigo  Borgias  zum  Vice- 
kanzler  wurde  erst  am  3.  November  desselben  Jahres  publicirt.4) 

Ist  also  für  die  Zeit  von  1423  an  die  Auihenticität  unserer  Hand- 
schrift ziemlich  sicher  zu  erweisen,  so  muss  sie  für  die  vorhergehende 
Zeit  von  1380 — 1423  ebenso  bestimmt  bestritten  werden.  Zwar  sind 
die  Eintragungen  auch  für  diese  Zeit  von  wechselnden  Händen  und 
daher  ganz  oder  doch  nahezu  gleichzeitig  erfolgt,  aber  es  mangelt 
jeder  Vermerk,  der  sie  als  authentische  kennzeichnen  würde.  Ausschlag- 
gebend aher  ist  folgendes:  Es  fehlen  in  unserer  Handschrift  aus 
jener  Zeit  eine  Reihe  von  Eintragungen,  von  denen  uus  bestimmt 
bezeugt  ist/  dass  sie  Aufnahme  ins  Kanzleibuch  gefunden  haben.  Es 
ist  dies  die   wichtige  Gruppe   der   Konstanzer   Concordate6)   und   der 


*)  So  steht  die  Constitution  Sixtus'  IV.  „Divina  aeterni"  zwischen  den  Ein- 
tragungen aus  der  Zeit  Innocenz  VIII.  und  Alexanders  VI.;  vgl.  die  Vorbemer- 
kung unten  8.  195. 

*)  Die  Priorität  der  Eintragung  gegenüber  der  Publicirung  wird  sichergestellt 
durch  die  Publikationsnotiz  der  Eonstanzer  Concordate,  Hübler,  Die  Konstanzer 
Reformation  S.  165 :  in  libro  cancellariae  .  .  .  die  quinta  decima  mensis  aprilis 
pontificatus  dicti  domini  nostri  papae  anno  primo  conscripta  fuerunt  ac  de  simili 
mandato  in  audientia  contradictarum  die  secunda  mensis  maii  anno  quo  supra 
lecta  et  publicata.  Dem  entspricht  auch  der  Schriftbefund,  indem  die  Publica- 
tionsnotiz  in  der  Mehrzahl  der  Fälle  von  anderer  Hand  beigefugt  ist. 

8)  Vgl.  unten  S.  J65,  183.    S.  193  ein  Abstand  von  zwei  Monaten.      , 

*)  B.  p.  360.  Vgl.  Pastor  1,  594  A.  6.  Die  Registereintragung,  auf  die  er 
sich  dort  beruft,  datart  vom  1.  Mai.  Ueber  die  verspätete  Publicirung  vgl.  ebenda 
S.  699  (Berufung  auf  Cod.  Barberin.  XXXV.  94  f.  184.) 

6)  Hübler,  Die  Konstanzer  Reformation  S.  59,  165,  194,  207  und  Walter, 
Fontes  iuris  ecclesiastici  S.  86. 


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Einleitung.  LIX 

im  Verein  mit  der  Constitution  „In  apostolicae  sedis"  erlassene  Gusto- 
deneid. l) 

Die  Annahme,  dass  die  betreffenden  Eintragungen  etwa  im  Kanzlei- 
buch, äas  die  Regulae  enthielt,  erfolgt  sei,  ist  durch  die  sehr  be- 
stimmte Fassung  der  Publicationsnotiz  ausgeschlossen:  „in  libro 
cancellarie  S.  ß.  E.  in  quo  Romanorum  pontificum  con- 
stitutiones  solent  conscribi  .  .  .  conscripta  fuerunt2)  Da 
erübrigt  nur  der  Schluss,  dass  eine  von  B  verschiedene  Handschrift 
in  Konstanz  und  Genf  als  officielles  Kanzleibuch  gedient  habe,  und  ' 
alle  Wahrscheinlichkeit  spricht  dabei  für  die  oben  mit  Q  bezeichnete 
seither  verschollene  Vorlage  des  zweiten  Kanzleibuchs  Dietrichs.8) 
Den  Liber  Provincialis  hatte  Dietrich  als  alt  und  schadhaft  bezeichnet; 
von  dem  Avignonesischen  Kanzleibuch,  dem  „Quatemus  albus44  konnte 
dies  wohl  nicht  gelten.  Es  reichte  mit  seinen  älteren  Bestanden  in 
die  Zeit  Clemens'  VI.  zurück,  stand  also  1380  in  dem  für  eine  Per- 
gamenthandschrift recht  zarten  Alter  von  noch  nicht  40  Jahren  und  musste 
für  die  nächste  Zukunft  als  vollkommen  diensttauglich  erscheinen. 
Wenn  man  demnach  auch  die  Abschrift  Dietrichs  nach  1380  durch 
Nachträge  in  der  Hauptsache  auf  dem  laufenden  erhielt,  so  hat  doch  als  offi- 
cielIes"Handbuch  zunächst  die  Vorlage  weiter  gedient  und  ist  erst  nach 
der  Rückkehr  Martins  V.  nach  Rom  abgelöst  worden.4)  Diese  Hand- 
schrift, die  ich  wohl  für  verschollen,  aber  nicht  für  verloren  halte, 
zu  finden,  ist  mir  nicht  geglückt,6)  und  ich  betrachte  dies  als  empfind- 
liche Lücke  in  meiner  Arbeit  Nicht  nur,  dass  die  Kritik  des  späteren 
Kanzleibuchs  durch  diesen  Fund  auf  viel  festere  Grundlage  gestellt 
würde,  wäre  es  vor  allem  auch  von  Interesse  zu  erfahren,  was  jene 
Handschrift  aus  späterer  Zeit  ausser  den  Konstanzer  Concordaten  und 
Genfer  Reformen  noch  enthalten  hat  und  inwieweit  sie  etwa  in  den 
folgenden  Jahrzehnten  des  15.  Jahrhunderts  coneurrirend  neben  B  ge- 
führt worden  ist.    Nur  so  viel  ist  sicher,   dass  sie  zu   Ende   des  15. 


*)  Vgl.  unten  S.  136,  Constit  XXVI.  und  die  Vorbemerkung  unten  S.  422. 

*)  Hübler  S.  59  erblickt  unter  dem  Liber  cancellariae  irriger  Weise  die 
Uegisterbände,  wogegen  bereits  Ottenthai,  Mittheil.  d.  Instituts  f.  österr.  GF. 
Erg.  B.  1,  499  A.  1  Einsprache  erhoben  hat 

*)  Ueber  die  Lückenhaftigkeit  der  bisher  bekannten  Handschriften  der  Eon- 
stanzer Concordate  a.  Chroust  in  der  „Deutschen  Zs.  f.  Geschichtswissenschaft  4, 
1  ff.  Daselbst  ist  auch  der  Bestand  eines  eigenen  spanischen  Concordate  nach- 
gewiesen. Die  verschärfte  Suche  aui  diesem  Gebiet  könnte  auch  dem  Kanzlei- 
buch und  seiner  Geschichte  zugute  kommen. 

«)  Aehnliche  Ablösung  und  Aufeinanderfolge  hat  Fabre  für  Hss.  des  Liber 
Censuum  festgestellt,  Etüde  sur  le  Liber  Censuum,  4.  Kapitel,  (vgl.  Mittheil.  14,498.) 

*)  Vgl.  unten  im  Hss.  Verzeichnis  die  Bemerkung  Über  Cod.  Paris,  lat.  4172. 


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LX  Einleitung. 

Jahrhunderts  aus  der  Kanzlei  bereits  abhanden  gekommen  war.  Als 
die  von  Alexander  VI.  1497  eingesetzte  Cardinalscommission  die  Ver- 
ordnungen früherer  Päpste  sammelte  und  überprüfte,  vermochte  sie 
den  seinerzeit  in  Verbindung  mit  der  Genfer  Constitution  „In  apo- 
stolicae  dignitatisu  eingetragenen  Custodeneid  nirgends  ausfindig  zu 
machen.1) 

Ueber  die  ferneren  Schicksale  der  verschiedenen  Exemplare  des 
Kanzleibuchs  sind  nur  spärliche  Nachrichten  zu  gewinnen.  Der  Re- 
formen twurf  Pias  II.  aus  dem  Jahre  1464  bringt  die  letzte  oflicielle 
Reminiscenz  an  die  Kanzleiordnungen  des  13.  Jahrhunderts8),  und  30 
Jahre  später  spricht  der  Entwurf  der  Reformcommission  von  libri 
cancellariae  und  zählt  ausser  den  Constitutionen  der  Quatrocento- 
Päpste  auch  jene  Johanns  XXII.  und  Benedikts  XII.  auf.3)  In  irgend 
welcher  Form  befand  sich  demnach  das  alte  Kanzleibuch  zu  Ende  des 
15.  Jahrhunderts  noch  an  der  Curie,  sei  es  als  Original  oder  als  das 
erste  Kanzleibuch  Dietrichs. 

Im  16.  Jahrhundert  citirt  der  Canonist  Ludwig  Qomez  wörtlich 
Stellen  aus  den  alten  Consuetudines  Cancellariae.4)  Er  hatte  als  Zög- 
ling des  spanischen  Collegs  zu  Bologna  studirt  und  war  unter  Cle- 
mens VII.  als  Auditor  Botae  nach  Rom  gekommen,  in  welcher  Stel- 
lung er,  nachdem  er  1534  Bischof  von  Sarno  geworden  war,  noch 
bis  1544  verblieb;  1553  starb  er  zu  Sarno.5)  Nach  Bildungsgang  und 
Lebenslauf  konnte  er  also  alle  uns  heute  noch  bekannten  Ueberliefe- 
rungen  des  Kanzleibuchs  eingesehen  haben,  eventuell  auch  noch  ältere 
und  bessere.  Eingeschränkt  wird  die  Auswahl  dadurch,  dass  die  Hand- 


*)  Vgl.  unten  Reform.  X.  18  „cum  non  reperiatur**  und  X.  53  „et  tarnen  eius 
forma  ad  presens  non  reperitur." 

*)  S.  375  Reform.  III.  21. 

»)  S.  406  Reform.  X.   10—11. 

4)  Gomez,  Commentaria  in  Regulas  Cancellariae,  Romae,  1540.  f.  1 :  Circa 
primam  quaestionem  illud  satis  compertum  est,  regulae  cancellariae  sub  Jo.  vigesimo- 
secundo  initium  et  originem  habuisse.  Nam  in  vetusto  quodam  mein- 
brano  codice,  quem  vulgares  quinternum  cancellariae  aposto- 
licae  vocant,  primuB  omnium  in  ordine  ponitur  Jo.  XXII.  regu* 
larum  author.  f.  2*  Illud  etiam  non  est  omittendum,  quod  antequam  vice- 
cancellarius  crearetur  cardinalis,  una  et  eadem  erat  ipsius  et  notariorum  mensa 
semel  in  die  etc.  (=  Constit  VI.  1.)  Et  quod  est  magis  mirandum,  nullus  ex 
officialibus  ita  communiter  viventibus  medicinam  sumere  aut  sanguinem  minuere 
poterant  absqus  speciali  licentia  vicecancellarii  faciliter  obtinenda.  ut  in  prae- 
dicto  membrano  libro  pervetusto  latius  enarratur,  (=  Constit.  VI. 
7).    Ausserdem  noch  kurze  Verweise  auf  V.  1  und  VI.  5. 

6)  Vgl.  über  ihn  Schulte,  Gesch.  d.  Quellen  u.  Literatur  d.  canon.  Rechts 
2,  354. 


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Einleitung.  LXI 

schrift,  aus  der  Gomez  Bruchstücke  der  Consuetudines  citirte,  gleich- 
zeitig die  ßegulae  Cancellariae  von  Johann  XXII.  abwärts  enthielt. 
Dieser  Eigenschaft  entspricht  unter  den  mir  heute  bekannten  Hand- 
schriften nur  der  Cod.  Ottob.  lat.  911. 

Zu  Ende  des  17.  Jahrhunderts  klagt  Ciampini,  dass  ihm  ein  ähn- 
licher Schatz  wie  Gomez  leider  nicht  zugänglich  sei.1)  Damals  mussten 
also  alle  Ueberlieferungen  des  älteren  Eanzleibuchs  aus  der  päpstlichen 
Kanzlei  bereits  verschwunden  sein,  da  sie  sonst  ihm  als  langjährigen 
Beamten  derselben  nicht  entgangen  wären. 

Unsere  Handschrift  B  war,  wie  schon  erwähnt,  bis  zum  Jahre 
1560  fortgeführt  worden.  In  die  Bibliotheca  Barberini  kam  sie  wohl 
durch  den  Kardinal  Francesco  Barberini,  den  berühmten  Nepoteu 
Urbaus  VIII.,  dem  es  während  seiner  mehrjährigen  Thätigkeit  als 
Vizekanzler  ein  leichtes  war,  von  der  Handschrift  Kenntnis  zu  er- 
halten und  sich  in  den  Besitz  derselben  zu  setzen.2) 

Ich  habe  seinerzeit  die  Ansicht  ausgesprochen,  dass  Ciampini  den 
Abdruck  seiner  Constitutionen  aus  dieser  Quelle  geschöpft  hat.3)  Ich 
war  darin  ausser  durch  die  starke  Uebereinstimmung  der  Lesearten 
noch  durch  ein  äusserliches  Merkmal  bestärkt  worden.  Bei  der  Con- 
stitution Pius1  II.  „Quo  salubrius'1  läuft  in  B  nach  Aufzählung  der 
Abbreviaturen  der  Rest  der  einen  und  die  ganze  folgende  Zeile  leer; 
dasselbe  begegnet  bei  Ciampini  S.  28.  Allein  die  Beweiskraft  dieser 
Stelle  verringerte  sich  durch  die  Wahrnehmung,  dass  sich  im  Cod. 
Paris,  lat.  4172,  einer  Abschrift  aus  B,  die  Lücke  in  ganz  gleicher 
Weise  vorfindet,  also  nicht  als  Eigentümlichkeit  einer  einzigen  Hand- 
schrift gelten  kann.  Anderweitige  Anhaltspunkte  ergaben  sich  aus 
folgendem:  Ciampini  citirt  an  zwei  Stellen  die  Seitenzahl  seiner 
Vorlage:  S.  42:  De  juramento  praelatorum  „ex  quinterno  cancellariae 
p.  394u  und  S.  43 :  Deputatio  regentis  per  papam  „in  praedicto  quin- 
terno p.  404.u  Die  beiden  Eintragungen  stehen  in  B  auf  S.  556  und 
567,  während  die  ältere  Poliirung  viel  niedrigere  Zahlen  aufweist. 
Der  Pariser  Codex  reicht  überhaupt  nicht  so  weit  und  auch  mit  der 
zweiten  mir  bekannten  Kopie  von  B,  dem  Cod.  Barberiu.  XXXV.  94 
stimmen  die  Zahlen  nicht.  Ciampini  hat  demnach  nicht  aus  dem 
Original-Codex  sondern  aus  einer  derzeit  unbekannten  Abschrift  des- 


*)  Ciampini,  De  S.  R.  E.  vicecancellario,  Romae  1697  S.  32:  Gomesius  in 
proem.  regul.  uum.  8,  ubi  de  eodem  vicecancellario  se  plura  ex  quodam  mem- 
branico  codice  desumpsisse  scribit.  Utinam  ad  meas  talis  absconditus 
thesauruß  perveniseet  nianus! 

*)  Vgl.  über  ihn  Ciaconiue  4,  525  ff 

8)  Mittheil.  d.  Instituts  f.  österr.  GF.  11,  341. 


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LXTt  Einleitung. 

selben  geschöpft;  man  müsste  dann  annehmen,  dass  eine  von  der 
alten  Foliirung  und  der  neueren  Paginirung  verschiedene  Blattbe- 
zeichnung beim  Einbinden,  wobei  die  Rander  der  Handschrift  that- 
sächlich  hart  mitgenommen  wurden,1)  weggefallen  wäre. 

Möge  es  erneuter  Forschung  auf  dem  lange  brach  gelegenen  Ge- 
biet gelingen,  so  manche  Unklarheiten  aufzuhellen  und  noch  vor- 
handene Lücken  auszufällen. 


Acta  deperdita. 

1.  Benedikt  XII.  über  die  Zahl  der  Abbreviaturen,  (erwähnt  S.  180 
in  der  Constit.  Pius'  II.  „Vices  illius4'  und  S.  198  in  der  Constit. 
Sixtus*  IV.  „Divina  eterni".) 

2.  Urban  V.  bezüglich  der  Scriptores  litterarum  secretarum  (citirt 
von  Gregor  XI.  in  den  Constit.  „Statutum  per  felicis"  und  „Etsi  de 
cunctis44  unten  S.  126 — 127;  in  letzterer  Constitution  ist  der  wesent- 
liche Inhalt  wiedergegeben). 

3.  Urban  V.  setzt  die  Zahl  der  Scriptores  litterarum  apostolicarum 
auf  101  fest,  (erwähnt  in  der  Bulle  Bonifaz'  IX.  „Ex  provisione  sa- 
lubri",  unten  S.  132,  Constit.  XXIV.) 

4.  Kanzleiordnungen  der  Auditores  contradictarum  Gotfried  von 
Saligny  und  Petrus  von  Sortenac  (unter  Gregor  XL)  (erwähnt  in  der 
Constitution  Martins  V.  „In  apostolice  dignitatis",  unten  S.  133.) 

5.  Martin  V.  über  die  Neuordnung  des  Geschäftsgangs  in  der 
Kanzlei,  1423  Febr.  4.  (bereits  am  1.  März  1423  als  „nimium  rigo- 
rpsa"  widerrufen;  erwähnt  in  der  Constit.  Martins  V.  „Romani  pon- 
tificis44,  unten  S.  146.) 


Handschriften- Verzeichnis. 

H.  Cod.  collegii  Hispanki  Bononiensis  Nr.  275^  2°,  membr.  110 
pag.  s.  XIII  ex  (Vgl.  über  die  Hs. :  Merkel,  Documenta  aliquot,  quae 
ad  Bomani  pontificis  notarios  et  curiales  pertinent,  Arch.  storico  Ital. 
Append.  5,  135  ff;  Simonsfeld,  Beiträge  zum  päpstl.  Kanzleiwesen  im 


')  Vgl.  unten  S.  160  die  Vorbemerkung  zu  Constit  XXXI. 

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Einleitung.  LXIII 

Mittelalter,  Sitzungsberichte  der  philos.  philolog.  u.  hist.  Cl.  der  k. 
bayr.  Akad.  d.  Wiss.  1890,  B.  2.  218  ff.  Bresslau  ÜL.  1,  253  und 
meine  Ausführungen  in  Mittheil.  d.  Instituts  f.  österr.  GF.  12,  248 
und  1,3,  11  £)  Holzdeckeleinband  mit  Lederrücken:  in  tergo;  Pro- 
vinciale omnium  ecclesiarum;  und  275.  Voran  gehen  5  Papierblätter 
mit  Index  s.  XVIDL  p.  1 — 88  4  Lagen  (2  Quinternen  und  2  Sexter- 
nen)  p.  89—110  ein  unvollständiger  Sextern,  dessen  letztes  Blatt  jetzt 
fehlt  (näheres  darüber  s.  Mittheil.  13,  11).  Auf  der  Verso-Seite  des 
letzten  Blattes  der  4  ersten  Lagen  fortlaufende  Bezeichnung  I — IUI; 
da  das  entsprechende  Blatt  der  letzten  Lage  fehlt,  lässt  sich  nicht 
sicher  entscheiden,  ob  sich  diese  als  Nr.  V  unmittelbar  an  die  vorher- 
gehenden an&chloss;  doch  scheint  mir  der  etwaige  Verlust  einer 
ganzen  Lage  nicht  wahrscheinlich. 

Inhalt:  p.  1 — 20  das  Provinciale.  p.  21—81  die  unten  S.  229 
bis  299  abgedruckte  Formelsammlung  (vgl.  die  Vorbemerkung  S.  228). 
p.  82  das  Einberufungsschreiben  zum  1.  Lyoner  Concil,  Potth.  11493 
und  p.  83  die  als  Brevis  Nota  bekannte  officielle  Aufzeichnung  über 
den  Verlauf  des  Concils  (vgl.  darüber  Mittheil.  d.  Instituts  f.  österr. 
GF.  12,  246  ff.)  p.  86—88  leer;  p.  89—101  ein  Theil  der  Kanzlei- 
ordnungen aus  dem  13.  Jahrh.,  unten  S.  61 — 82,  Constit.  V — IX;  der 
Best  von  p.  101  und  p.  102  leer.  p.  103:  =r  Merkel  144  Nr.  VI, 
Erler  148 ;  ferner  Abbreviatoren-  und  Scriptoreneid,  unten  S.  37  und 
43,  Juram.  IX.a  und  V,  p.  104  Obödienzeid  des  Erzbischofs,  unten 
S.  50  Juram.  XVIII.  p.  105  =  unten  Constit.  I.  und  II.  p.  106  Ver- 
ordnungen Friedrichs  II.  und  Honorius'  III.  gegen  die  Ketzer,  Erler 
149—153.  p.  107—110  leer. 

Schrift:  Zwei  Hände,  von  denen  die  eine  das  Provinciale,  die 
andere  alles  übrige  schrieb:  Besonders  die  letztere  gleicht  ganz  auf- 
fallend der  Registerschrift  zu  Ende  des  13.  Jahrhunderts. 

Alter:  Von  Merkel  ins  14.  Jahrhundert  gesetzt,  von  Simonsfeld 
und  mir  noch  dem  13.  zugewiesen.  Ausser  dem  Schriftbefund  ist 
hiefür  noch  zweierlei  in  Betracht  zu  ziehen.  Die  jüngste  datirte  Ein- 
tragung ist  die  Constitution  Nikolaus1  III.  von  1278.  An  sie  reiht 
sich  nach  zwei  leergelassenen  Seiten  p.  103  eine  Excommunications- 
sentenz  gegen  alle  jene,  die  an  der  Curie  Bestechung  üben  oder  sich 
bestechen  lassen.  (Merkel  144  =  Erler  148.)  Auf  sie  folgt  in  H 
und  E  gleichmässig  die  älteste  Fassung  des  Abbreviatoreneids  und  die 
Verordnungen  Honorius'  III.  und  Friedrichs  II.  gegen  die  Ketzer. 
Mitten  zwischen  die  jüngsten  und  ältesten  bestimmt  datirten  Stücke 
gestellt,  enthält  sie  selbst  weder  Papstnamen  noch  Datirung  noch  in- 
haltlich irgend  welchen  Anhaltspunkt  hiezu.     Die  Excommunications- 


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LXIV  Einleitung. 

bulle  findet  sich  aber  gleichlautend  in  den  Extravag.  comm.  V,  tO 
und  im  Bull.  Roman.  4,  126,  in  beiden  unter  dem  Namen  Bonifaz'  VIII. 
die  eine  Hs.  der  Extravag.  hat  noch  die  Datirung:  1295  Dec.  1. 
(Friedberg,  Corp.  iur.  can.  2,  1310).  Ohne  die  Zuweisung  zu  Boni- 
faz  VIII.  a.  a.  0.  bestreiten  zu  wollen,  möchte  ich  doch  die  Ansicht 
vertreten,  dass  die  Excommunicationsbulle  von  Bonifaz  VIII.  nicht 
neu  geschaffen  sondern  nur  wiederholt  worden  ist.  Eine  Straf- 
sentenz gleichen  Inhalts  findet  sich  bereits  unter  den  Satzungen 
des  ersten  Lyoner  Concils  (u.  S.  58  Constit.  III.  15)  die  Excom- 
municationsformel  konnte  daher  lange  vor  Bonifaz  VIII.  im  Kanz- 
leibuch stehen  und  bereits  von  anderen  Päpsten  gefällt  und  wiederholt 
worden  sein,  während  in  das  Corpus  iuris  gerade  die  Ausfertigung 
unter  Bonifaz  VIII.  Aufnahme  fand.  Wiederholung  ähnlicher  Sen- 
tenzen ist  ja  auch  sonst  nachzuweisen.  Ich  möchte  in  der  Bulle  Bo- 
nifaz VIII.  daher  eher  einen  terminus  ad  quem  statt  a  quo  für  die  Ein- 
tragung der  Sentenz  ins  Kanzleibuch  erblicken.  Einen  weiteren  An- 
haltspunkt bietet  die  Bemerkung  am  unteren  Rand  von  p.  21:  Magistri 
Francisci  de  Bononia  Johaunes  . .  .  VII.  iunii  Villi6  indict.  Die  Lesung 
dieser  Worte  steht  fest,  unsicher  bleibt  aber  die  Deutung  des  auf 
Johannes  folgenden  Wortes.  Merkel  las:  „sosp?u  „so"  ist  zwar  wahr- 
scheinlich aber  nicht  sicher;  die  Schlinge  des  langen  s  ist  nämlich 
soweit  gegen  o  herabgeführt,  dass  zwar  ein  kleiner  Absatz  zwischen 
beiden  noch  kenntlich  bleibt,  eine  Lesung  „sb"  aber  nicht  völlig  aus- 
geschlossen wäre;  als  dritter  Buchstabe  ist  s  sicher,  ebenso  ist  der 
letzte  Buchstabe  ein  s  mit  durchgelegter  Schlinge  (entsprechend  der 
Kürzung:  secundum  oderser.)  Die  Deutung  ,,sospu(so8pes?)  scheint  mir 
ausgeschlossen  und  überdies  sinnlos ;  „sossu  wäre  die  nach  dem  Schrift- 
befand nächstliegende,  dem  Sinn  nach  aber  ebenso  unbefriedigende 
Lesung.  Eine  Deutung  ermöglichte  aber  die  Annahme  eines  etwas 
mislungenen  sb  und  dementsprechend  sbss  =  subscripsit;  der  Sinn 
wäre  also  etwa :  „Geschrieben  von  Johannes  (Sohn)  des  Magister  Fran- 
ciscus  von  Bologna  am  7.  Juni  einer  9.  Indiction",  wobei  aber  die 
Wortstellung  noch  immer  auffallend  bleibt.  Der  Vermerk  ist  viel 
kleiner  geschrieben  als  der  Context;  ob  von  gleicher  oder  anderer 
Hand  ist  bei  den  wenigen  Buchstaben  und  der  veränderten  Schriftart 
ebenso  unsicher  zu  behaupten  als  zu  verneinen.  Der  Schriftcharakter 
ist  dem  übrigen  Context  wenigstens  ähnlich  und  gleichzeitig.  Lässt 
man,  ohne  über  die  Deutung  des  Vermerkes  im  einzelnen  zu  rechten, 
die  Verwerthung  der  Indiction  IX.  für  die  Datirung  der  Hs.  gelten, 
so  gelangt  man  zu  den  Jahren  1281  oder  1296,  je  nachdem  man 
1278  oder  1295  als  Datum   der  jüngsten  Eintragung   annimmt.    Ich 


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Einleitung.  LXV 

entscheide  mich  wie  gesagt  fürs  erstere.  Als  Kopie  des  Kanzleibuchs, 
das  sich  ja  unter  Obhut  des  Vicekanzlers  befand,  kann  die  Es.  nur 
in  der  päpstlichen  Kanzlei  geschrieben  sein;  dafür  spricht  auch  die 
zweifellos  curiale  Schrift  In  officiellem  Dienst  scheint  sie  nie  ge- 
standen zu  haben.  Wahrscheinlich  war  sie  von  einem  Mitglied  der 
Kanzlei  zum  Privatgebrauch  angelegt  worden.  Nach  Bologna  dürfte 
sie  schon  frühzeitig  durch  den  aus  Bologna  stammenden  und  mit  der 
Stadt  in  Beziehung  stehenden  Schreiber  oder  Besitzer  (vgl.  den  Rand- 
vermerk) gekommen  sein. 

E.  Cod.  Paris,  lat.  4169.  2°,  niembr.  114  foL  Abschrift  (be- 
ziehungsweise Auszug)  aus  dem  älteren  Kanzleibuch;  angelegt  im  April 
1380  unter  Leitung  des  Scriptors  und  Abbreviators  Dietrich  von  Nie- 
heim. Vgl  den  Schlusssatz  f.  106':  Finis  unius  libri  cancel- 
larie  domini  nostri  pape  de  mandato  reverendissimi  patris  et  domini 
domini  Ramnulphi  tt.  s.  Potentiane  dignissimi  presbiteri  cardinalis 
regentis  officium  cancellarie  prefate  in  absentia  reverendissimi  patris 
et  domini  domini  Petri  tt.  s.  Anastasie  presbiteri  cardinalis  vicecan- 
cellarii  sancte  Romane  ecclesie  per  me  Theodericum  de  Nyem 
abbreviatorem  et  scriptorem  litterarum  apbstolicarum 
fideliter  extracti  de  libro  cancellarie  prefate  non  mo- 
dica  vetustate  corroso,  cum  quo  presentem  librum  diligenter 
auscultando  in  omnibus  et  per  omnia  concordavi  et  per  ordinem  me- 
liori  modo  quo  potui  eius  capitula  quelibet  collocavi  cum  nonnullarum, 
que  tarnen  in  dicto  libro  veteri  defuere,  addicionibus  rubricarum.  In- 
ceptus  et  perfectus  fuit  liber  huiusmodi  sub  anno  a 
nativitate  domini  millesimo  trecentesimo  octuagesimo, 
indictione  tercia,  de  mense  aprili,  sanctissimo  in  Christo  patre 
et  domino  nostro  domino  Urbano  papa  VI.  sacrosancte  Romane  ac 
universali  ecclesie  tunc  feliciter  presidente.  Sorgfältige  Beschreibung 
der  Hs.  bei  Erler,  der  Liber  Cancellariae  apostolicae  vom  Jahre  1380, 
S.  I  ff.  Vollständiger  Textabdruck  genau  nach  der  Anordnung  der 
Hs.  ebendaselbst.  Für  einzelne  Berichtigungen  vgl.  Ottenthai  in  Mit- 
theil d.  Instituts  f.  österr.  GF.  9,  679  f. 

0.  Cod.  Ottob.  lat.  911.  membr.  2°,  s.  XV.  ine. 

Inhalt:  Ist  eine  Abschrift  des  Liber  L  Cancellariae  (vgl.  darüber 
Mittheil.  d.  Instituts  f.  österr.  GF.  10,  464)  der  Anfang  fehlt;  der 
Text  beginnt  mit  Erler  S.  3,  Z.  11,  huiusmodi  rescr[ibendarium  nee 
scribam  a]liquam  litteram  und  deckt  sich  bis  zum  Schluss  vollkommen  mit 
der  Vorlage  (doch  Finis  huius  libri  cancellarie  st.  unius);  die  nun 
folgenden  Nachträge  sind  aber  mehrfach  verschieden.  Zunächst  folgen 
die  beiden  Nachträge  Erler   204   von   unter  sich  gleicher,  aber  vom 

•  Tan  gl ,  P&prtl.  Kanzleiordnungen.  V 


- 


LXVI  Einleitung. 

vorhergehenden  Context  verschiedener  Hand;  dann  aber:  Copia  littere 
a  presidentibus  in  campo  domini  Karoli  de  Duracio  prope  et  contra 
castrum  civitatis  Lucerie  Christianorum  hostiliter  commorantis  omnibns 
et  singulis  in  dicto  Castro  in  fidelitate  sanctissimi  in  Christo  patris 
.  .  .  Urbani  .  .  .  pape  VI.  manentibus  destinate  et  ad  sonum  tibicine 
promulgate  die  mercurii  X.  maii  VIII.  indictione  pontificatus  anno 
VII;  dann  eine  Formel  über  Aufnahme  eines  von  der  Obödienz  des 
Gegenpapstes  sich  Lossagenden,  beides  von  neuer  Hand.  Dieselbe 
schreibt  dann  auch  die  Nachträge  Erler  205  „die  ultima  februarii", 
aber  in  theilweise  anderer  Eeihenfolge.  Von  ähnlicher  Hand  folgen 
dann  Regulae  Cancellariae  in  einem  Zug  bis  Gregor  XII.  Nr.  15. 
(Ottenthai  S.  88.) 

Die  unter  Urban  VI.  und  Bonifaz  IX.  vorgenommenen  Aende- 
rungen  in  der  Diöcesaneintheilung,  die  in  E  von  anderer  Hand  nach- 
getragen sind,  stehen  in  0  von  gleicher  Hand  im  Context  (vgl.  u. 
S.  7  Sp.  1).  Die  Entstehung  des  Codex  dürfte  in  die  späteren  Jahre 
Bonifaz'  IX.  fallen ;  die  Schrift  entspricht  der  ßegisterschrift  jener  Zeit. 
Da  unser  Codex  bei  den  Kanzleiregeln  Gregors  XII.  eine  kleine  bis 
in  die  letzte  Zeit  dieses  Papstes  reichende,  bei  Ottenthai  fehlende  Fort- 
setzung enthält,  dürften  wir  in  ihm  jenes  Exemplar  des  Kanzleibachs 
erblicken,  das  der  Curie  Gregors  XII.  auch  nach  dessen  Absetzung 
durch  das  Pisaner  Concil  verblieben  war. 

C.  Registr.  Avin.  Clement.  VI.  a.  I.  p.  2.  f.  397—450.  Ein 
diesem  Papierregisterbande  beigebundenes  Formelbuch  s.  XIV.  Be- 
schreibung und  Inhaltsangabe  s.  in  Mittheil.  d.  Instituts  f.  österr.  GF. 
13,  7;  vgl.  auch:  Vatican.  Akten  z.  deutsch.  Geschichte  in  d.  Zeit 
Ludwigs  d.  B.  S.  XXIII.  Angelegt  unter  Johann  XXII.  Der  Name 
dieses  Papstes  wird  im  Vicekanzlereid  genannt;  dazu  stimmt  auch, 
dass  das  Provinciale  in  C  von  den  Neugründungen  Johanns  XXII. 
nur  Vabres  (unter  Poitou)  anführt.  Wahrscheinlich  war  eine  Vor- 
lage benützt,  welche  die  1317 — 1318  neugeschaffenen  Bisthümer  über- 
haupt noch  nicht  enthielt;  nur  Vabres,  das  dem  Schreiber  vielleicht 
persönlich  näher  gieng,  wurde  von  ihm  selbstständig  eingefügt,  die 
Anlage  dürfte  danach  in  die  ersten  Jahre  Johanns  XXII.  fallen.  Die 
in  den  Vat.  Akten  1.  c.  erwähnte  Eintragung  auf  f.  450  aus  dem  6. 
Pontificatsjahr  Clemens'  VII.  rührt  von  anderer,  jüngerer  Hand  her, 
wonach  zu  berichtigen  ist,  wenn  Grauert  1.  c.  S.  XII.  das  Formel- 
buch „wahrscheinlich  der  Zeit  des  Gegenpapstes  Clemens'  VIL"  zuweist. 
—  Benützt  für  das  Provinciale,  die   älteren  Eide  und  Constii  II,  IV. 

Cod.  Marcian.  Cl.  IV.  Nr.  30.  chart.  s.  XV.  ine.  (Vgl.  die  Be- 
schreibung der  Hs.   bei   Simonsfeld,  Beiträge   z.   päpstl.  Kanzleiwesen 


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Einleitung.  LXYQ 

Sitz.  Ber.  d.  k.  bair.  Akad.  d.  Wiss.  1890,  2.  B.  S.  218  ff.  und  meine 
Bemerkungen  in  Mittheil.  d.  Instituts  f.  österr.  GF.  12,  188—189.) 
Enthält  auf  f.  53'  Constit.  IX.  in  der  Fassung  des  Entwurfs. 

B.  Cod.  Barberin.  XXXV.  69.  2°,  membr.  694  pag.  s.  XIV— XVI.. 
(Vgl.  meine  Fundnotiz  in  Mittheil.  d.  Instituts  f.  österr.  GF.  10,  464  f ) 
Pappendeckel-Einband  mit  grünem  Leder  überzogen ;  auf  dem  Vorder- 
deckel Kardinalshut  mit  Barberini- Wappen. 

Inhalt:  f.  1  leer,  f.  2 — 7  Index,  bis  Nr.  143  von  einer  Hand,  dann 
von  wechselnden  Händen  geführt  f.  9  ein  immerwährender  julianischer  Ka- 
lender, hierauf  beginnt  der  eigentliche  Context  Derselbe  scheidet  sich 
in  zwei  Theile:  der  I.  Theil  (pag.  1—174)  ist  eine  1380  durch  Diet- 
rich von  Nieheim  besorgte  Abschrift  des  Avignonesischen  Kanzleibuchs, 
das  im  Einzelnen  folgende  Eintragungen  enthält:  p.  1 — 54  =  unten 
S.  303—345,  Formulae  CII— CLXIII.  p.  55  Benedict  XII.  Ne  quis 
mendicantium  intret  ordines  Cisterciensem  et  monachorum  nigrorum 
sine  dispensatione  pape.  „Regulärem  vitam  professis44  1335  Jul.  4. 
p.  56.  Benedict  XII.  Super  apostatis  monasterio  exeuntibus  ordine  et 
habitu  relictis.  „Pastor  bonus44  1335  Jun.  17.  p.  62—64  =  Form. 
CLX1V— CLXVIL  p.  65  Johann  XXII.  Reservationsbulle  „Ex  de- 
bito44  Extravag.  comm.  1,  2  c.  4.  p.  67  Reservatio  domini  Johannis 
in  terris  ecclesie.  „Imminente  nobis44  1319  Sept.  13  (Bull.  Rom.  ed 
Taurin.  4,  287)  p.  68  Reservatio  in  patriarchatu  Aquilegensi  et  Me- 
diolanensi,  Ravennatensi,  Januensi  et  Pisana  provinciis.  „In  aposto- 
lice  solicitudinis"  1322  Juli  30  p.  69.  Prorogatio  reservationum 
in  Italia  „Dudum  videlicet"  1325  März  27.  p.  70  Prorogatio  reser- 
vationum in  provinciis  Italic  „Olim  ad  statum44  1327  März  29.  p. 
71  Alia  prorogatio  reservationum  in  provinciis  Italie.  „Circa  statum14 
1329  März  28.  p.  72  Restrictio  reservationum  in  Tuscia  et  terris  Ro- 
mane ecclesie  subiectis.  „Dudum  ad  statum44  1329  Dec.  31.  p.  73. 
Alia  prorogatio  reservationum  in  provinciis  Italie.  „Dudum  circa44 
1331  März  27.  p.  74  Form.  CLXVIII.  p.  76  Prorogatio  reservacionum 
factarum  in  civitate  diocesi  et  provincia  Gradensi.  „Circa  statum44. 
1333  März  28.  (ebenso  für  die  Provinzen  von  Aquileja,  Genua,  Mai- 
land, Pisa  und  Ravenna)  p.  77  =  Form.  CLXIX.  p.  78  Prorogatio 
reservationum  in  partibus  Tuscie.  „Ad  statum  pacificum44  1333  Dec.  29 
p.  79  Benedict  XII.  Benedictes  revocat  commendas  ecclesiarum  et 
monasteriorum.  „Super  gregem44  1335  Mai  18.  p.  80.  Decläratio 
quod  reservaciones  per  dominum  Johannem  papam  facte  non  fuerunt 
revocate.  „Dudum  felicis  recordationis"  (undatirt)  p.  81.  Reservatio 
per  dominum  Benedictum  in  terris  ecclesie.  „Circa  confovendum44. 
1336  Mai  6.  p.   82.    Alia  reservatio   in  terris  ecclesie.     „Attendentes 

V 


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LXVm  Einleitung. 

quod".  1338  Juni  2.  p.  83  Constitutio  domini  Benedicti  legenda  in 
Cena  domini.  „Excommunicamus  et  anathematizamus".  1338  April 
16  (Beginn  =  Erler  153,  Fortsetzung  aber  verschieden),  p.  84  Assig- 
natio  stipendiorum  personis  mittendis  extra  curiam  super  reformacione 
nionasteriorum  et  ecclesiaruni.  „Cum  te  ad  monasteriumu  1336  Juni 
30.  p.  85  Revocacio  beneficiorum  que  debeant  vacare  per  assecutionem 
beneficiorum  aliorum.  „Dudum  nosu.  1336  Sept.  22.  (Bull.  Rom.  4, 
390.)  p.  87.  Wiederholung  von  o.  p.  79.  „Super  gregem".  p.  87  Re- 
vocacio decimarum  regi  Francie  concessarum  extra  regnum  suum  et 
quod  levata  restituantur.  „Ex  cotidiana  instantia".  1336  Dec.  18.  p. 
90  =  unten  S.  117  Constit.  XV.  p.  90  Reservatio  beneficiorum  car- 
dinalium  capellanoruin  et  aliorum  Romane  ecclesie  officialium.  „Ad 
regimen"  (Extravag.  comm.  3,  2  c.  13.)  p.  93  Declaratio  quod  bene- 
ficia,  que  debeant  vacare  per  assecutionem  aliorum  beneficiorum,  ante 
assecucionem  huiusmodi  resignata  vel  permutata  sunt  apud  sedem  apo- 
stolicam  reservata.  „Dudum  nos".  1336  Okt.  23.  (theilweise  wörtliche 
Wiederholung  von  o.  p.  85.)  p.  94  Revocacio  graciarum  generalium 
et  aliarum  expectacionum  per  predecessorem  factarum.  „Experimente 
didicimus"  1335  Dec.  18.  p.  97  Ordinatio  super  procurationibus  pre- 
latorum  et  taxationibus  et  subsidio.  „Vas  electionis".  1336  Dec.  18. 
(Extravag.  comm.  3,  10.)  p.  104  Revocatio  decimarum  regi  Francie 
infra  regnum  suum  concessarum.  „Ex  cotidiana  instantia11.  1337  Jan. 
21.  p.  106  Constitutio  quod  impetrantes  in  forma  pauperum  non  ad- 
mittantur  in  ecclesiis  collegiatis.  „Ad  providam  circumspectionem". 
1341  Okt.  23.  p.  108.  Clemens  VI.  Reservatio  generalis  in  Tuscia 
et  provinciis  Tuscie.  „Solicitudo  pastoralist;.  1344  Febr.  14.  p.  111 
Prorogatio  reservacionum  in  patriarchatu  Aquilegensi  et  partibus  Tuscie. 
„Dudum  videlicet".  1344  Febr.  8.  p.  111  Processus  contra  illos  qui 
impediunt  venientes  ad  Romanam  curiam.  „Graves  deo"  1346  Febr.  3. 
p.  114  Decernitur  reservatio  domini  Johannis  perinde  valere  acsi  littere 
super  ea  facte  fuissent.  „Dudum  felicis"  (undatirt)  p.  115  Declaratio 
prima  et  restitutio  relaxacionis  graciarum  expectancium  super  reser- 
vacionibus.  „Apostolice  sedis".  1344  Okt.  1.  p.  116  Secunda  decla- 
racio  relaxacionis  predicte.  „Provida  sedis"  1344  Okt.  19.  p.  117 
Declaratio  quod  reservato  beneficio  persone  regularis  quod  obtinebat 
in  loco  in  quo  erat  certus  numerus,  locus,  quem  habebat  in  loco  ipso, 
sit  eo  ipso  reservatus.  „Apostolice  sedis  providencia"  1345  Okt.  10. 
p.  118  Declaratio  quod  loca  regularium  certum  numerum  habencium 
remaneant  reservata.  „Officii  nostri  debitum"  1346  April  13.  p. 
119—120  =  Form.  CLXX— CLXXI.  p.  121  Reservacio  in  regno  Sicilie 
.et  terris   sub   dominio   Romane   ecclesie  existentibus.     „Inter  cetera11. 


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Einleitung.  LXIX 

1343  Febr.  6.  p.  122  Relaxacio  pro  expectantibus  ad  biennium  de 
beneficiis  reservatis.  „Romanus  pontifex44  1344  Okt.  1.  p.  123  Reser- 
vacio  generalis  episcopalium  et  aliarum  collegiatarum  ecclesiarum  et 
monasteriorum  in  provinciis.  „Dirigentes  nostreu  1344  Febr.  13.  p. 
124  Revocacio  generalis  reservacionum  domini  Johannis  pape  in  pro- 
yinciis Italie  et  reservacio  illorum,  de  quibus  non  fuit  ordinatum. 
„Super  universas".  1344  Febr.  13.  p.  127  =  Form.  CLXXH,  CLXXIII. 
p.  128.  Declaratur  dispensacio  duorum  in  tertio  et  quarto  gradibus  se 
attingencium  in  quarto  gradu  solummodo  obtenta  vel  obtinenda  vali- 
tura,  „Nuper  proposito".  1344  Juni  3.  p.  129—130  =  Form.  CLXXIV, 
CLXXV.  p.  131  Reservacio  in  terris  ecclesie  Romane  subiectis.  „Inter 
solicitudines"  1343  Mai  5.  p.  132  Reservacio  dignitatum  prebendarum 
ecclesiarum  et  aliorum  beneficiorum  per  assecucionem  vacancium  vel 
vacaturorum.  „Djidum  nos44  1343  Sept.  22.  p.  133.  Declaracio  reser- 
vacionis  dignitatum  et  aliorum  beneficiorum  per  assecucionem  vaca- 
turorum (undatirt)  p.  134.  Processus  contra  illos  qui  impediunt  rece- 
dentes  de  curia.  „Quos  noxie  voluntatis14  (undatirt  und  unvollständig) 
p.  136—138  =  Form.  CLXXVI— CLXXIX.  p.  138.  Revocacio  reser- 
vacionum.  „Apostolice  sedis  providencia".  1351  Dec.  6.  p.  139. 
Declaracio  super  revocacione  reservacionum.  „Dudum  videlicet44 
1352  März  11.  p.  140  Declaracio  quod  forma  „perinde  valere44 
vel  alia  confirmacio  ita  afficit  sicut  collacio.  „Dudum  omnes".  1352 
Juni  19.  p.  141.  InnocenzVI.  Form.  CLXXX.  p.  142  Revocacio  ex- 
pectacionum.  „Quia  sicut'1  1353  Jan.  29.  p.  145  Revocacio  commen- 
darum  cathedralium  ecclesiarum  monasteriorum  et  aliorum  prelaturarum. 
„Pastoris  eterni44  (undatirt.)  p.  147.  Processus  contra  offensores  cap- 
tores  etc.  clericorum  et  aliarum  personarum  ecclesiasticarum.  „Ad  repri- 
mendas.41  1354  Juni  2.  p.  151.  Quod  ordinarii  possent  conferre  personis 
idoneis  beneficia  vacancia  reservata.  „Ad  ea  que44.  1362  Jan.  16.  p. 
154.  Urban  V.  Declaracio  domini  Urbani  pape  V.  (betreffend  die 
Behandlung  der  reservirten  Pfründen,  über  die  beim  Tod  Innocenz'  VI. 
noch  nicht  verfügt  worden  war.)  „Dudum  felicis44.  1363  Febr.  15. 
p.  155.  Revocacio  privilegiorum  prelatorum,  quod  possent  visitare. 
(Widerrufung  der  durch  F.  CLII  und  CLXXIV  gewährten  Vorrechte.) 
„Regimini8  universalis'4  1363  Febr.  28.  p.  156.  Ordinacio  de  trice- 
sima  camere  et  reductio  decime  de  Francia  persolvi  consuete.  „Paterna 
Caritas44.  1363  Febr.  27  (vgl.  Ottenthai,  Regulae  Canc.  S.  20  Nr.  29.) 
p.  159.  Revocacio  expectacionum  factarum  per  Innocentium  VI.  „Ad  ea 
per  que44  1363  Jan.  5  (vgl.  Ottenthai  1.  c.  S.  16  Nr.  10)  p.  161  Cle- 
mens IV,  Ordinacio  de  locis  vel  spaciis  ecclesiarum  et  monasteriorum 
religiosorum.     Potth.  20  405.  p.    162.   Processus  contra  proscribentes  • 


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LXX  Einleitung. 

vel  relegantes  clericos  et  personas  eclesiasticas.  „Quia  sicut"  1367 
Dec.  10.  p.  163.  Gregor  XI.  Quod  religiosi  cappellani  sedis  aposto- 
lice  suis  superioribus  teneantur  obedire.  „Ad  Bomani  pontificis".  1373 
Nov.  9.  p.  164.  ßevocacio  expectacionum  factarum  per  dominum  Ur- 
banum  V.  „Nuper  attendentes".  1371  Jan.  8.  (vgl.  Ottenthai  L  c.  30. 
Nr.  37)  p.  167  =  Constit.  XXI.  p.  168  =  Juram.  XIX.  p.  170 
„Quod  providentes  aliis  de  beneficiis  ecclesiasticis  nicbil  inde  capiant 
vel  sibi  promitti  faciant.  „Solicite  vitari  debet".  1375  Okt.  27.  p.  171. 
Urban  VI.  ßevocacio  domini  Drbani  VI.  expectacionum  factarum  per 
Gregorium  XI.  1378  April  18.  (vgl.  Ottenthai  1.  c.  S.  46  Nr.  5)  p.  173 
Ordinacio  Urbani  VI.  de  studentibus  in  locis  privilegiatis.  „Dudum 
videlicet14  1380  Jan.  3.  p.  174:  Schlusswort:  „Finis  secundi 
libri  cancellarie  de  mandato  reverendissimi  patris  et  domini 
domini  Rampnulphi  tt.  sancte  Potentiane  dignissimi  presbiteri  cardi- 
nalis  regentis  officium  cancellarie  domini  nostri  pape  quoad  presens 
per  me  Theodericum  de  Nyem  scriptorem  et  abbrevia- 
torem  litterarum  apostolicarum  de  libro  eiusdem  can- 
cellarie qui  inibi  vulgariter  appellatur  „quatemus  al- 
bus" extracti  et  fideliter  cum  eodem  quaterno  per  sin- 
gula  concordati  collatione  matura  incepti  etperfecti  de 
mense  maii  sub  anno  a  nativitate  domini  MCCCLXXX,  pon- 
tificatus  domini  nostri  domini  Urbani  pape  VI.  anno 
tertio. 

Schrift  dieses  ersten  Theils:  Zwei  Hände;  die  eine 
schrieb  bis  p.  65,  die  andere  p.  66 — 174.  Erste re  Hand  ist 
identisch  mit  der  Schrift  des  ersten  Kanzleibuchs  (E). 
Die  Schrift  der  zweiten  Hand  ist  etwas  kleiner  und  steifer,  auch  die 
Form  der  Kürzungen  ist  anders.  Dazu  kommen  orthographische  Ver- 
schiedenheiten: vorwiegend  ci  statt  ti,  sollicitus  statt  solicitus,  Papst- 
titel und  die  Formeln  „Nulli  ergo,  Si  quis  autem"  werden  von  dieser 
zweiten  Hand  häufig  ausgeschrieben,  während  sie  von  erster  Hand 
stets  gekürzt  sind.  Mit  Dietrich  selbst  dürfte  auch  äiese  zweite  Hand 
nicht  identisch  sein.  Der  Schreiber  des  ersten  Kanzleibuchs  begann 
daher  auch  noch  das  zweite,  wurde  aber  etwa  nach  dem  ersten  Drittel 
von  einem  andern  abgelöst.  Als  Schreibstoff  wurde  vielfach  Bullen- 
pergament verwendet,  an  dem  bereits  Linirung  und  Plica  vorgerichtet 
waren. 

II.  Theil  p.  175  ff.  Nachträge  von  wechselnden  Händen, 
beginnend  mit  ßonifaz  IX.  und  fortlaufend  geführt  bis  1560.  Von 
p.  253  an  diente  diese  Handschrift  als  Liber  Cancellariae 
authenticus  (vgL  darüber  oben  S.  LV  £).  Die  auf  die  Kanzleior- 


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Einleitung.  LXXI 

ganisation  bezüglichen  Verordnungen  sind  unten  S.  132 — 227  abge- 
druckt. In  die  Bibliotheca  Barberini  dürfte  die  Handschrift  durch  den 
Kardinal  Francesco  Barberini  gekommen  sein. 

P.  Cod.  Paris,  lat.  4172,  membr.  2°,  300  fol.  s.  XV.  Ist  eine 
in  einem  Zug  geschriebene  sorgfältige  Abschrift  von  B,  mit  dem 
auch  Inhalt  und  Reihenfolge  der  Nachträge  vollkommen  stimmen ;  (es 
fehlt  nur  am  Schluss  des  zweiten  Kanzleibuchs  Dietrichs  von  Nieheim 
die  Transsumptionsnotiz  „Finis  secundi  libri  cancellarieu  etc.)  Als 
letzter  Nachtrag  von  gleicher  Hand  steht  f.  279  (=  B.  p.  415)  die 
Ernennung  des  Alvarus  Bischofs  von  Evora  zum  Kanzleileiter,  1468 
Juni  18.  Unmittelbar  nach  diesem  Datum  dürfte  auch  die  Abfassung 
von  P.  fallen.  (Delisle  hat  die  Hs.  in  seinem  Memoire  sur  les  actes 
d'Innocent  IIL  S.  73  irrig  dem  14.  Jahrhundert  zugewiesen.)  f. 
280 — 281  sind  leer,  fol  285  folgt  von  anderer  Hand  das  Provinciale, 
£  296  der  Festkalender  und  f.  299—300  eine  Notiz  über  die  Curial- 
ferien.  Da  der  Text  von  B  sorgfältig  wiedergegeben  und  vorzüglich 
erhalten  ist,  wurde  diese  Hs.  in  allen  Fällen  zur  Ergänzung  von  B 
herangezogen,  wo  die  Schrift  in  letzterem  entweder  durch  das  Be- 
schneiden des  Bandes  zerstört  oder  infolge  häufiger  Benützung  abge- 
rieben und  beschädigt  war  (unten  Constit.  XXXI,  XXXV,  XLIV.) 

Cod.  Barb.  XXXV.  94.  von  Pastor,  Gesch.  d.  Päpste  wiederholt 
citirt,  ist  eine  Abschrift  von  B  aus  dem  Ende  des  16.  Jahrhunderts. 
Neben  B.  benützt  ftr  Constit.  L1V. 

V.  Cod.  Vat.  lat.  3984.  2°,  chart.  146  fol.  s.  XV.  ine.  Wahr- 
scheinlich vom  Scriptor  L.  de  Temperiis  (1403 — 1411  in  der  päpst- 
lichen Kanzlei  nachweisbar)  aus  den  verschiedenen  Theilen  des  Kanzlei- 
buchs compilirt.  (Beschreibung  der  Hs.  bei  Ottenthai,  Regulae  Canc. 
S.  XL.,  dazu  meine  Ausführungen  in  Mittbeil.  d.  Instituts  f.  österr. 
GF.  11,  340  und  13,  22).  Enthält  fol.  43—111  das  Kanzleibuch 
Dietrichs  von  Nieheim  doch  ohne  das  Schlusswort.  Ob  V  aus  B  oder 
direkt  aus  der  Vorlage  des  letzteren,  dem  Quaternus  albus,  abgeleitet 
ist,  lässt  sich  nicht  sicher  entscheiden.  Die  in  B  unvollständige  Ein- 
tragung p.  134:  Processus  contra  illos,  qui  impediunt  recedentes  de 
curia.  „Quos  noxie  voluntatis"  bricht  auch  in  V  an  gleicher  Stelle 
mitten  im  Context  ab ;  doch  kann  auch  dies  auf  die  gemeinsame  Vor- 
lage zurückgehen.     Die  Hs.  wimmelt  von  Flüchtigkeitsfehlern. 

Cod.  PcUat.  lat.  647.  4°,  chart  321  fol.  s.  XV.  Sammlung  von 
Constitutionen  und  Kanzleiregeln,  von  einem  Mitglied  der  Kanzlei  zu 
eigenem  Gebrauch  angelegt,  (s.  die  genaue  Inhaltsangabe  bei  de  Bossi- 
Stevenson,  Bibliothecae  apostolicae  Vaticauae  Codices  manuscripti  1. 
B.)  benützt  für  Constit.  XXVI. 


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LXXII  Einleitung. 

Cod.  bibliothecae  Corsinianae  (Romae)  Nr.  874.  chart.  4°,  230  f. 
s.  XVI— XVII.  (Beschreibung  und  Inhaltsangabe  in  meinem  „Tax- 
wesen", Mittheil.  d.  Instituts  f.  österr.  GF.  13,  25—26)  f.  97  ff: 
Constitutiönes  et  statuta  officii  dominorum  scriptorum, 
Abschrift  und  Auszug  ans  dem  Statutenbuch  des  Scriptorencollegs. 
Quelle  für  Constit  XXXVIII,  LH,  LIII  und  LVI. 

Cod.  Sessor.  232,  jetzt  1239  der  Bibliotheca  Vtitorio-Emanuele  in 
itoro,  chart.  4°,  s.  XVII.  Bezeichnet  als  „Materie  di  Cancellariau. 
Gleich  der  vorhergehenden  Hs.  abgeleitet  aus  dem  Statutenbuch  der 
Scriptoren.  Benützt  für  Constit.  XXXVIII  und  LIL  f.  276:  Abgren- 
zung der  durch  die  Kanzlei  zu  expedirenden  Sachen  gegenüber  denen 
der  Camera,  getroffen  durch  den  Kardinal  -  Vicekanzler  Alexander 
Farnese. 

Cod.  Vat.  tat  3883.  4°,  chart.  174  fol.  wechselnde  Hände  s.  XV 
ex.  Pappendeckeleinband  mit  grünem  Leder  überzogen,  darauf  Borghese- 
wappen.  Vorsteckblatt  Pergament:  Propositiones  et  avisamenta  pro 
reformatione.  R.  die  Innenseite  des  Blattes  ist  eioe  zerschnittene 
Bulle.  Aus  den  noch  erhaltenen  Theilen  des  Papstnamens  ergibt  sich 
die  Zugehörigheit  zu  Alexander  VI.  f.  1  N.  Cussa  cardinalis  pro  refor- 
matione. f.  14 — 24  (von  derselben  Hand)  Reformentwurf  Sixtus'  IV. 
(unten  S.  379)  f.  25  (neue  H.)  Reformatio  Sixti  (betrifft  die  Poeni- 
tentiarie  f.  26  f.  (neue  H.)  A  penitentiariis  (f.  30  Innocenz  VIII.  ge* 
nannt.)  f.  36  (neue  EL)  Penitentiaria  f.  44  ff.  Bullen  Eugens  IV.  In-  '■« 
nocenz  VIII.  und  Alexanders  VI.  die  Poenitentiarie  betreffend,  f.  52. 
Cancellaria  f.  53  (neue  Hand)  =  u.  S.  386  Reform.  V.  f.  62  =  Con- 
stit. XL VIII.  dto.  =  Constit.  XLIX.  f.  63  =  Constit.  LI.  f.  64  (neue 
H.)  =  Reform.  VIII.  f.  66  (neue  H.)  =  Reform.  VII.  f.  70  (neue 
Hand)  Innocenz  VIII.  „Etsi  de  cunctis1'  (nur  hier  erhalten,  Schluss 
getrennt  auf  f.  78.)  =  Constit.  LIV  a  S.  425-  f.  72  (neue  H.)  = 
Reform.  IX.  f.  73  (neue  H.)  --  Reform.  VI.  f.  74  ff.  folgen  einzelne 
Conceptblätter  (Propositiones)  Vorarbeiten  zur  Redigirung  der  Reform- 
bulle Alexanders  VI.,  flüchtige  Schrift,  vielfach  durchstrichen,  Rand- 
correcturen.  f.  80.  Regule  signature  gratiarum  f.  84.  Regule  signa- 
turae  commissionum.  f.  85.  Epitome  XXX  capitulorum  reformatio- 
nis  Martini  V.  que  sunt  in  libro  viridi  serici  cancellarie  c.  189.  f.  90 
Conclusa;  Concepte  zum  Reformentwurf,  corrigirt,  mit  Randbemerkungen 
versehen,  viele  Blätter  ganz  durchstrichen,  f.  94'.  Secretarii,  pro- 
thonotarii  Sanctum  horum  officia  sine  ipsorum  preiu- 
dicio  extinguere  vel  legem  dare  taxis  eorum,  et  si  taxas 
non  habent,  constituere  moderatas;  si  habent  et  sint 
immoderate    vel   eas    excedant,    novum   moderamen   eis 


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Einleitung.  LXXTTT 

apponere.  Et  quod  de  cetero  minori  precio  vendereniur, 
ut  facilius  moderationem  taxarum  ferrent.  f.  104  Propo- 
nenda:  prima  bulla:  papam  et  palatium,  secunda  bulla:  cardinales, 
tertia  bulla:  officiales  Romane  curie,  quarta  bulla:  generalis.  Omnes 
publicabuntur  et  registrabuntur,  ultima  imprimetur.  (Reform.  X.  deckt 
sich  also  wohl  mit  der  dritten  der  beabsichtigten  Reformbullen).  Depu- 
tabuntur  executores  sub  nomine  officiorum  vel  dignitatum.  Demum 
visitetur  et  reformetur  clerus  Romanus.  Car[dinalis]  Ulixb[onen- 
sis]  hoc  notavit  Von  dieser  Hand  rühren  zahlreiche  Randbemer- 
kungen und  Zusätze  her,  so  auch  der  oben  kopirte  über  die  Sekretäre 
und  Prothonotare.  f.  158.  Capitula  conclavis  Innocentii  VIII.  Ueber 
die  Entstehungsgeschichte  dieser  Hs.  vgl.  u.  S.  361 — 362.  Eine  ge- 
naue Bearbeitung  der  Conceptblätter,  zu  der  es  mir  leider  an  Zeit 
gebrach,  würde  sich  noch  verlohnen. 

Cod.  Vat.  lat.  3884,  chart.  4Ö,  132  fol.  s.  XVI.  ine.  Der  Anfang 
fehlt;  fol.  1  beginnt  mit  „assistant,  non  de  una  tan  tum  mundi  re- 
gione  sed  de  Omnibus  nationibus"  etc.  Fragment  eines  Reformtractats. 
f.  15 — 24  unten  Reform.  I.  f.  27 — 49  (anscheinend  von  derselben  Hand 
wie  das  Vorhergehende)  Reform.  II.:  von  gleicher  Hand  folgt  dann 
f.  50 :  Incipit  chronica  summorum  pontificum,  Papstreihe  mit  Angabe 
der  Regierungszeit  nach  dem  alten  Schema:  sedit  annos  .  menses  . . 
dies  .  .  und  Todesjahr,  f  52'  als  vorletzter  Pius  HI.  . .  .  dies  XXVI.  a. 
d.  1503;  es  folgt  noch  Julius  II.  aber  ohne  Angabe  von  Regierungs- 
zeit und  Todesjahr.  Der  Codex  ist  also  unter  dem  Pontificat  Julius9  II. 
geschrieben,  f.  53  Constitution  Martins  V.  „In  apostolice  dignitatis44 
(u.  Constit.  XXVI.)  f.  64'  Martin  V.  „Romani  pontificis44  (u.  Constit. 
XXIX.)  f.  73.  f.  Constitutionum  reformationis  Romane  curie  ab  Ale- 
xandro  VL  pont.  max.  prohemium  (u.  Reform.  X.)  f.  110:  Fuerunt 
ista  composita  a  bone  memorie  revmo  cardinali  Neapolitano  (Oliviero 
Caraffa  f  1511).  pro  reformatione  status  pontificis  Alexandri  VI.  et 
eins  palatii  et  curie.  f.  118  ff.  der  Reformentwurf  Sixtus'  IV.  (u.  Re- 
form. IV.) 

Cod.  Barberin.  XXVlL  6.  2°.  chart.  s,  XVII.  358  fol.  Enthält  f 
1 — 52  den  Reformentwurf  Pius'  IL  (vgl.  Pastor,  Gesch.  d.  Päpste  2, 
611  ff.  und  S.  372  ff.) 

Cod.  Monac.  422.  Sammelband  s.  XVI.  (vgl.  die  Inhaltsangabe 
im  Catal.  codd.  Monacens.)  Enthält  f.  239  den  Reformentwurf  Sixtus1  IV 
(u.  Reform.  IV.) 


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LXXIV 


Einleitung. 


Tabelle  zu  S.  XXXVI  ff. 

(Nachweisder   Formeln   Nr.   I  —  C.) 

Bei  den  Privilegienformeln  „Beligiosam  vitam"  wurden  vor  das 
4.  Lateran-Concil  fallende  Beispiele  unberücksichtigt  gelassen. 

Erklärung  einiger  abgekürzt  citirter  Drucke:  Berger,  les  ßegi- 
stres  d'Innocent  IV.  Dugdale,  Monasticon  Anglicanum.  Ferreira,  Me- 
morias  e  noticias  da  celebre  ordern  dos  Templarios,  Lisboa,  1735.  Hen- 
riquez,  Regula,'  constitutiones  et  privilegia  ord.  Cisterciensis,  Antver- 
piae  1630.  Monum.  •==  Monuments  pour  servir  a  Thistoire  des  pro- 
vinces  de  Namur,  de  Hainaut  et  de  Luxembourg.  Le  Paige,  Biblio- 
theca  Praemonstratensis  ordinis,  Paris  1633.  Ripoll,  Bullarium  ord. 
frat.  Praedicatorum.  Sbaralea,  Bullarium  Franciscanum.  Strehlke, 
Tabulae  ord.  Theutonici. 


Nr. 


Incipit 


Datum 


Druck 


2 
3 


Religiosam  vi- 
tam  eligenti- 
bus 


In  eminenti 


Honorius  III.  1216  X.  11, 
Gregor  IX.  1229  HL  8  *) 
1231  V.122),  1237  V.21.8) 

Honorius  III.  1225  V.  94) 

Gregor  IX.  1231  IV.  6 

Lucius  III.  1184  X.  3  =  Ur- 
ban  III.  1187  VI.  30  = 
Clemens  III.  1188  X.  15 
=  Innocenz  III.  1198  VTL 
27 6) 


Wirte  mberg.  ÜB. 

3,  57,  252,284, 

392. 
Wirtemberg.  ÜB. 

3,  152. 
WestfäL  ÜB.  5, 

168  Nr.  366. 
Le    Paige,    635, 

640,  643.   Bull. 

Roman.  Ed.  Tau- 

rin.  3,  125. 


')  gleich  der  Formel,  doch  fehlt  die  Claueel  „de  quibus  novalibus  ali- 
quis  hactenus  non  percepit.44 

8)  für  das  neugegründete  Kloster  Heiligkreuzthal,  daher  gemäss  der 
der  Formel  vorangestellten  Einleitung :  „Sane  novalium";  Klausel  „de  quibus44 
vorhanden. 

8)  vollkommen  gleich  der  Formel. 

4)  gleich  der  Formel  bis  auf  die  Clausel  „de  quibus  novalibus  aliquis 
hactenus  non  percepit.44 

6)  Absatz  Ober  die  Zehenten  verschieden,  weil  vor  dem  4.  Lateranconcil. 


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Einleitung. 


LXXV 


Nr. 

Incipit 

Datum 

Druck 

5 

Beligiosam  vi- 

Gregor  IX.  1228  XI.  17,  1235 

Zahn,  Steir.  ÜB. 

tam 

XII.  18  (ftir Seite)*)  Inno- 

2,346,430.  Pri- 

cenz  IV.   1245   XI.  3  (für 

vil.  ord.Carthus. 

d.  Mutterkloster)  2) 

(Basell510)f.l8'. 

6 

»» 

Gregor    IX.    1235   VIII.   26 

Sbaralea  1,    172 

Innocenz  IV.  1252  XI.  93) 

und  673. 

7 

Omne     datum 

Urban  HI.    1186  VIIL  1  == 

Ferreira  1,  2.Th. 

Optimum 

Coelestin  III.    1194  V.  26 
=  Innocenz  III.  1168  VL 

154) 

811,  827,  838. 

8 

Christiane  fidei 

Innocenz   IL    1137     II.    8ß) 

Migne  179,  312; 

religio 

Anastasius  IV.  1154  X.  21 6) 

Mansi  21,   780. 

Alexander  III.  1169  I.  10 

JL.11586, 13025 

=  1 178  IL  14  =  Urban  IE. 

15551,  15629. 

1186  III.   12  =    1185  — 

1187  VI.  11. 

9 

Etsi  neque  qui 

Honorius  III.    1220  XII.  15 

Strehlke  275  Nr. 

plantat 

15  Gregor  IX.    1227  VII. 

306  Bull.  Rom. 

28*) 

3,  423. 

10 

In  eminenti 

Honorius  HL  1223  V.  30  (f. 

Ughelli  2,  868; 

Sinigaglia)  Gregor  IX  1237 

7,  148. 

VI.  3  (f.  Tricarico)») 

11 

Cum   universis 

Honorius  HL  1224  V.  14  (f. 

Bull.   Rom.    Ed. 

Ravenna)9) 

Taurin.   3,  401. 

12 

Sicut  ludeis 

Honorius  HL  1217  XL  7  = 

Bull.  Rom.3, 330. 

Gregor  IX.  1235,   V.   310) 

Raynald     ad    a. 
1235  §  20. 

l)  Zehentclausel  ei 

;was  abweichend  von  d.  Formel. 

*)  vollkommen  =  der  Formel.    Vgl.  über  die  Formel  o.  S. 

»)  Vgl.  darüber  o.  S.  XLI. 

4)  Vollkommen  gleich  der  Formel  bis  auf  die  Zebentclausel.  Alezander  EL 

1163  L  7  (Ferreira  774)  gleiches  Incipit,  Fassung  noch  mehrfach  verschieden. 

.*)  Nur  bis  §  8  =  der  Formel,  §  9  verschieden,  §  10  ff.  fehlt. 

6)  Bis  auf  die  Zehentclausel  (§  9)  bereits  gleich  der  Formel. 

7)  Formel  =  der  Bulle  Honorius'  III. 

8)  Letzteres  =  der  Formel,  ersteres  noch  abweichend  (§9,  10  fehlt.) 

•)  Bis  §  10  =  der  Formel,  von  da  an  verschieden. 

10)  Formel  =  der 

Bulle  Gregors  IX. 

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LXXVI 


Einleitung. 


Nr. 


Incipit 


Datum 


Druck 


13 

14 

15 
16 

172) 

19 

20 

21 
22 

23,24 

25 
26 


Dilecti  filii  ab- 
bas  Cistercii 

Cum    a    nobis 
petitur 


Thesauro    vir- 
tutum 


Meritis    vestre 
religionis 

Iustis      peten- 
tium 

Ne   tranquilli- 
tas  ordinis 

Ex  parte  vestra 

Quia    refriges- 
cente 

Quanto  studio- 
sius 


Cum  monachos 


Animarum  sa- 
lutem 


Innocenz   IV.    1244  IV.   28. 
Urban  IV.  1262  V.  5l) 

Innocenz    IV.    1244    IL     8 
1244  IV.  6. 

Innocenz  IV.  1245  IV.   28  *) 

Innocenz  IV.  1244  L  27, 1245 
V.  2,  1245  IV.  26  *) 


Innocenz  IV.   1245  XII.  23, 
1246  VHL  18 

Innocenz  IV.    1244  III.    12, 
1249  V.  53) 

Alexander  IV.  1255  XII.  7 


Gregor  IX.  1234  L  23. 

Gregor  IX.  1234  I.  23.  In- 
nocenz IV.  1244  III.  28. 

Gregor  IX.  1235  II.  8—9. 
Innocenz  IV.  1244  ü.  13 
u.  26. 

Gregor  IX.  1234  L  23.  In- 
nocenz IV.  1244  IL  11. 

Gregor  IX.  1235  IL  12. 


Monum.    2,    44. 

Henriquez72Nr. 

36. 
Dugdale  5,  234. 

Monum.   2,    43 

Nr.  38. 
Henriquez  63  Nr. 

19. 
Berger  Nr.  479. 

Henriquez64Nr. 

20.  Gallia  Christ 

4,  982. 
Monum.    2,    47, 

Henriquetf      65 

Nr.  21. 
Monum.    2,    37, 

Nr.  30,   Henri- 
quez 65  Nr.  23. 
Weech,  Cod.  dipl. 

Salem.  1,350  Nr. 

315. 
Henriquez  62  Nr. 

16. 
Henriquez  61  Nr. 

15,Monum.  2, 38 

Nr.  31. 
Font.  rr.   Austr. 

II  11,   86—87. 

Monum.  2,  35  — 

36  Nr.  27—28. 
Henriquez  62  Nr. 

17.  Monum.    2, 

34  Nr.  26. 
Font.   rr.   Austr. 

H,  11,  89. 


*)  Schlug  der  Formel  =  der  Bulle  Urbans  IV. 

*)  yon  Urban  IV.  wiederholt. 

8)  Ueber  F.  18  vgl.  o.  S.  XL  A.  6. 


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Einleitung. 


Lxxvn 


Nr. 

Incipit 

Datum 

Druck 

27 

CumCistercien- 

Gregor  IX.  1228  I.  11 

Henriquez  61  Nr. 

sis  ordiiiis  ti- 

14. 

tulus 

28 

Com      abbates 

Honorius  III.   1224  XI.   11. 

Henriquez  60  Nr. 

Cisterciensis 

Innocenz  IV.  1244   IV.  8. 

12.  Monum.  39 

ordinis 

1250  X.  7.1)  Alexander  IV. 

Nr.  32.  Weech, 

1255,  IX.  9a) 

295  Nr.  264. 
Wirtemberg.üB. 
5,  123. 

29 

Nonabsque  do- 

Innocenz IV.  1244  IV.  83) 

Wirtemb.  ÜB.  4, 

lore 

77. 

30 

Cum  dilectis  fi- 

Honorius    III.    1221    I.    16. 

Strehlke  284  Nr. 

liis 

Gregor  IX.  1231  IV.*) 

314  und  315  Nr. 

31 

Dilecti  filii  fra- 

Honorius  III.  1221  L  206) 

453. 

tres      militie 

Strehlke  303  Nr. 

templi 

338. 

32 

Querelam  gra- 

Alexander  HI.  1179  XII.  20. 

JL.    Nr.    13502 

vemrecipimus 

Honorius  III.  1222 II.  206) 

(ined.) ;  Strehlke 
320  Nr.  367. 

33 

Cum  dilecti  filii 

Innocenz  HI.   1209  VH.    13 

Ferreira852,853 

=  Honorius   IH.   1217  I. 

Strehlke  275  Nr. 

20.  Honorius  IH.  1218  X.  1 

305. 

34 

Dilecti  filii  fra- 

Honorius   III.    1221    I.    20. 

Strehlke  304  Nr. 

tres  Ierosoli- 

Gregor  IX.  1235  V.  29 

339Ferreira894 

mitani  hospi- 

talis 

35 

Querela  dilec- 

Urban  HI.  1186  IH.  10.  Ho- 

JL.   Nr.    15544 

torum     filio- 

norius  III.  1221  I.  19 

(ined.)   Strehlke 

rum 

303  Nr.  337. 

!)  nicht  ganz  ident 

isch  mit  der  Formel. 

*)  gleich  der  Formel;  vgl.  o.  S.  XXXIX. 

»)  Vgl.  o.  S.  XXXIX. 

4)  als  Neuausfertigung  und  Bestätigung  für  den   deutschen  Orden;    Fas- 

sung der  Formel  =  der  Bestätigung. 

ß)  Neuausfertigung  für  den  deutschen  Orden ;  Formel  als  Bestätigung  mit 

dem  Zusatz:  dudum  a  predecessoribus  nostris  facte. 

e 

)  nicht  ganz  gle 

ichlautend  mit  der  Formel. 

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Lxxvm 


Einleitung. 


Nr. 

Incipit 

Datum 

Druck 

36 

Si   discrimina 

Honorius  III.  1223  I.  31 l) 

Strehlke  326  Nr. 
383. 

37 

Religiososviros 

Innocenz  III.    1209   Hl.    11. 

Ferreira        849 

Honorius  III.  1221  I.  18 

Strehlke  298  Nr. 
330. 

38 

Sidiligenterat- 

Honorius  III.  undatirt 

Strehlke  338  Nr. 

tenditis 

413. 

39 

Milites    templi 

Bugen  III.    1148  IX.   3   = 

Perreira765, 767, 

Ierosolimitani 

Hadrian  IV.  1159  VI.  6  = 
Alexanderin.  1177 IV.  28.2) 

769. 

Alexander  III.   1171  —  1180 

JL.  13548  (ined.) 

40 

Paci   et  quieti 

VII.  19.  Honorius  III.  1217 

Ferreira       885, 

I.  28  =  Gregor  IX.  1235 

887. 

V.  30. 

41 

Militum  templi 
professio 

Innocenz  III.  1209  V.  11 

Ferreira  876. 

42 

Militia  dei  que 

Hadrian  IV.  1158  VI.  18  = 

Ferreira867,868. 

dicitur  templi 

Innocenz  III.  1199  IV.  23 

43 

Cum    de   yiris 

Honorius  TU  1221  L  193) 

Strehlke  300  Nr. 

ecclesiasticis 

332. 

Dilecti  filii  fra- 

Honorius  III.  1221  L  19 3) 

Strehlke  301  Nr. 

44 

tres      militie 
templi 

334. 

45 

»i 

Innocenz  HI.  1198  VII.  9  = 
Honorius  III.  1217  I.  17 

Ferreira  870— 71. 

46 

Pervenit  ad  nos 

Honorius  III.  1220  XII.  163) 

Strehlke  280  Nr. 
307. 

,  47 

Cum  a  religio- 

Honorius  III.  1221  I  17 3) 

Strehlke  292  Nr. 

sorum     viro- 

323. 

* 

rum  pressuris 

l)  für  den  deutschen  Orden;  ähnlich  bereits  Alexander  III.  1160  Sept.  14. 

Prutz,  Malteser  ürk.  38  Nr.  6. 

*)  nicht  identisch:     es  fehlt  die  Klausel:    „dummodo  de  peccatis  suis 

vere  contriti  fuerint  et  confessi*1,  die  Erwähnung  der  „ueurarii"   und  der  Zu- 

satz „salva  in  omnibus  premissis  moderatione  concilii   generali14.    Auch   Ho- 

noriis  III.  1221  I.  16   (Strehlke   290,   Nr.   321)  f.   d.   deutsch.   Ord.  ist  nicht 

identisch  mit  der  Formel. 

3 

)  für  den  deutscht 

m  Orden. 

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Einleitung. 


lxxk 


Nr. 

Incipit 

Datum 

Druck 

48 

Querelam     di- 

Alexander  IV.  1259  IL  22  *) 

Strehlke  405  Nr. 

lectoram  filio- 

604. 

rum 

49 

Iustis      peten- 

Gregor  IX.   1227  VIII.  21 x) 

Strehlke  347  Nr. 

tium 

437. 

50 

Decet  pastora- 

Honorius  III.  1221  I.  21 l) 

Strehlke  306  Nr. 

lis   solicitudi- 

342. 

nem  dignita- 

tis 

51 

Quanto  maiora 

ürban    IE.    1186—1187    I. 
30  =   Gregor  IX.    1231 
VII.  23a) 

Perreira823,824. 

52 

Quantopergra- 

Lucius  III.  1184—1185  XI.  4 

Pflugk-Harttung, 

idam  dei 

Actapont.2,389 

53 

Evangelicedoc- 

Honorius  III.    1221    L    16. 

Strehlke  288  Nr. 

trine 

Gregor  IX.  1235  V.  28 

$17Perreira895 

54 

Quieti  veetre 

Gregor  IX.  1227  VIII.  18 

Strehlke  346  Nr. 
436, 

55*) 

Vestra    religio 

Gregor  IX.  1227  VI.  12 

Strehlke  340  Nr. 
416. 

62 

Ne  pro  eo 

Gregor  IX.  1227  IX.  5,  1234 

Kipoll  1,  24,  72, 

XL  27.  Innocenz  IV.  1243 

121. 

IX.  4 

63 

Cum  pauperta- 

Gregor  IX.  1227  V.  25.4)  In- 

ßipoll  1,19, 130. 

tem 

nocenz  IV.  1244  I.  21 

64 

Com  tamquam 

Gregor  IX.  1228  IV.  9.   In- 

Ripoll 1,  28, 121. 

veri 

nocenz  IV.  1243  IX.  5 

65 

Quieti  vestre 

Honorius  III.   1225  III.  76) 
Innocenz  IV.   1244  IV.  6 

Bipoll  1, 16,  139. 

66 

Cum     dilecto- 

Gregor  IX.  1227  VIIL  3.  In- 

ßipoll 1, 23, 138. 

rum   filiorum 

nocenz  IV.  1244  III.  25 

67 

Quoniam  hab- 
undavit 

Innocenz  IV.  1244  HL  24 

Ripoll  1,  137. 

l)  für  den  deutsche 

m  Orden. 

*)  für  die  Templer;  die  Formel  entspricht  der  Urkunde  Gregors  IX. 

•)  über  F.  56-61  vgl.  o.  S.  XLII. 

4)  ohne  den  Schlusssatz  „Quod  si  quis"  etc. 

6 

)  ohne  die  Schlusi 

iclaußel  „Nisi  in  litteris44  etc. 

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LXXX 


Einleitung. 


Nr. 

Incipit 

Datum 

Drnck 

68 

Auctoritate  vo- 

Gregor  IX.  1227  VI.  18.  In- 

ßipoll  1, 20,  122. 

bis      presen- 

nocenz  IV.  1243  IX.  5 

tium 

69 

Postulastis      a 

Honorius  HI.  1221  V.  6.  In- 

Ripoll  1, 14,  121. 

nobis 

nocenz  IV.  1243  IX.  4 

70 

Cum  iam    per 

Innocenz  IV.  1244  I.  21 

Ripoll  1,  130. 

=  91 

eius    gratiam 

71 

In  iure   cano- 

Innocenz  IV.  1244  IV.  6 

Ripoll  1,  140. 

72  73 

11  ICO 

Quia    confusio 
habitus 

Innocenz  IV.  1244  III.  25 

Ripoll  1,  138. 

74 

Inspirationis 

Gregor  IX.  1239  X.  25.  In- 

Ripoll  1,107, 121. 

divine 

nocenz  IV.  1243  IX.  3 

75 

Quia  proni  sunt 

Gregor  IX.  1238  IV.  5.   In- 
nocenz IV.  1244  IV.  7 

Ripoll  1,99,  140. 

76 

Licet  ad  hoc 

Innocenz  IV.  1244  IV.  61) 

Ripoll  1,  139. 

77 

Vobis      extre- 

Gregor  IX.  1241  VI.  20.  In- 

Ripoll 1,  124. 

mam 

nocenz  IV.  1243  X.  11 

78 

Cum    a    nobis 

Gregor   IX.    1227    XL   30.2) 

Ripoll  1,  25, 133. 

petitur 

Innocenz  IV.  1244  IL  10 

79 

Provisionis 

Innocenz  IV.  1244  II.   5 

Ripoll  1,  132. 

nostre 

_ 

80 

Odori  suavi 

Innocenz  IV.  1244  II.  5 

Ripoll  1,  132. 

81 

Vobis  assidue 

Innocenz  IV.  1244  IL  4 

Ripoll  1,  131. 

82 

Vestra   semper 

Innocenz  IV.  1244  II.  3 

Ripoll  1,  130. 

83 

Qui  postposita 
yanitate 

Innocenz  IV.  1244  III.  26 

Ripoll  1,  139. 

84 

Qui  deum 

Innocenz  IV.  1244  II.  3 

Ripoll  1,  131. 

85 

Precibu8vestris 

Gregor  IX.  1228  II.  12.  In- 
nocenz IV.  1244  III.  1 

Ripoll  1,25, 133. 

86 

Celestis   amor 

Innocenz  IV.  1244  III.  22. 

Ripoll  1,  136. 

87 

Meminimus  vo- 

Innocenz  IV.  1244  VI.  24 

Sbaralea    1,  345 

bis 

—346,  Ripoll  1, 
144. 

88 

Non  solum  in 

Innocenz  IV.  1244  VI.  17 

Sbaralea  1,  342, 

favorem 

Ripoll  1,  144. 

*)  wiederholt  1246 , 

(uli  27  mit  dem  Zusatz :  in  provinciis  et  conventi- 

bus  sibi  commissis,  Formel  =  der  ersten  Fassung. 

s 

)  ohne  den  Zusatz 

nisi  ezcommunicatd-usurani. 

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Einleitung. 


LXXXI 


Nr. 

Incipit 

Datum 

Druck         1 

89 

Quo     vos      in 

Innocenz  IV.  1244  IV.  21 

Sbaralea  1,  327, 

Christo 

Ripoll  1,  141. 

90 

Qoieti  vestre 

Gregor  IX.  1236  II.  25.  In- 

Sbaralea 1,  184, 

=  65 

nocenz  IV.  1243  X.  9,  dto. 
1244  VI.  22 1) 

311,  345. 

.91 

Cum    iam  per 

Gregor    IX.    1235   VII.    18, 

Sbaralea  1,  167, 

=  70 

eius 

1236  II.  21.  Innocenz  IV. 
1243  XI.  21,  1244  VIL  22. 

184,  318,  347. 

92 

Devotionis  ve- 

Gregor IX.  1233  HI.  10,  1240. 

Sbaralea    1,   99, 

stre 

Innocenz  IV.  1243  XI.  20. 
1244  VII.  20. 

285,  318,  346. 

93 

In  iure  cano- 

Gregor  IX.  1240  XII.  12.  In- 

Sbaralea 1,  287, 

=  71 

nico 

nocenz  IV.  1243  XII.  25. 
1244  Vn.  21. 

323,  347. 

94,95 

Quia    confusio 

Gregor  IX  1240  XII  13.  In- 

Sbaralea 1,  289, 

= 

habitus 

nocenz  IV.   1243   XI.   20. 

317,  341,  348. 

72,73 

1244  V.  30,  1244  VII.  23. 

96 

Prohibente  re- 

Gregor  IX.  1240  XII.  20.  In- 

Sbaralea 1,  287, 

gula 

nocenz  IV.    1243   X.   30, 
1244  VII.  23. 

312,  347. 

97 

Nos  attenden- 

Gregor  IX.  1228  V.  26.  In- 

Sbaralea   1,  41, 

tes 

nocenz    IV.    1243    X.    7, 
1245  X.  30. 

311,  392. 

98 

Licet  ad  hoc 

Gregor  IX.  1241  VI.  6.   In- 

Sbaralea 1,  295, 

=  76 

nocenz  IV.   1243    X.   30, 
1244  VII.  21 

312,  347. 

99 

Qui  postposita 

Gregor    IX.    1240    IV.    22, 

Sbaralea  1,  277, 

=  83 

vanitate 

1241  IV.  27.  Innocenz  IV. 
1244  VU.  29 

294,  349. 

100 

Yobis  extrem- 

Gregor  IX.  1221  VL  20.  In- 

Sbaralea 1,  298, 

77  = 

am 

nocenz  IV.  1243  X.  9,  XI. 

311,   318,    346, 

20,  1244  VI.  25,   VIII  1 

349. 

')  mit  Auslassung 

des  letzten  Wortes:   mentio   habeatur   specialis; 

diese 

r  Fassung  entspric 

ht  die  Formel. 

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I.  Provinciale. 


Cod.  Colleg.  Hispan.  Bononien.  275,  foL  1  (H).  Arcb.  Vatic.  Regietr.  Avin. 
Clement  VI,  ann.  1,  p.  2,  fol.  446  (C).  Cod.  Paris,  lat.  4169,  foL  9  (E);  aus  letzterem 
abgeleitet  Cod.  Ottob.  lat.  911  (0). 

Ans  dem  Kanzleibuch  Dietrichs  von  Nieheim  (E)  gedruckt  bei  Erler,  Der 
über  Cancellariae  apostolicae  vom  Jahre  1380,  S.  17  ff.  Die  Zusammenstellung 
Belbstständiger  Provinciale  -  Handschriften  und  daraus  erfolgter  Drucke  siehe  bei 
Rattinger,  Der  Patriarchatsprengel  von  Constantinopel  und  die  bulgarische  Kirche 
zur  Zeit  der  Lateinerherrschaft  in  Byzanz.  Hist.  Jahrb.  2,  25—26  und  Röhricht, 
Bibliotheca  geographica  Palaestinae,  8.  7—8. 

Ich  muss  zunächst  die  principielle  Bemerkung  voranschicken,  dass 
ich  nicht  eine  auf  umfassender  Untersuchung  der  zahlreichen  Hss. 
beruhende  Edition  des  Provinciale  überhaupt  bieten  und  daher  auch 
der  von  Battinger  1.  c.  26,  A.  2  angekündigten  Ausgabe  weder  vor- 
greifen noch  Concurrenz  machen  will.  Meine  Aufgabe  beschränkt  sich 
darauf,  das  Provinciale  als  den  Grundstock  und  Kern  des  Kanzlei- 
buchs, an  den  sich  allmälig  die  officiellen  Verordnungen,  Eide  und 
Formeln  angliederten,  wiederzugeben.  Daher  kamen  für  mich  auch 
nur  jene  Hss.  in  Betracht,  welche  das  Provinciale  im  Verein  mit  be- 
stimmten Theilen  des  Kanzleibuchs  enthielten.  Die  älteste  derselben 
H  überliefert  uns  den  Bisthumskatalog  in  einer  der  Zeit  um  1230  ent- 
sprechenden Gestalt,  C  gibt  eine  Fassung  aus  der  Zeit  Johanns  XXIL 
und  E  gehört  dem  Jahre  1380  an.  Zur  Controle  der  [Nachträge,  die 
während  der  Pontificate  Urbans  VI.  und  Bonifaz1  IX.  in  E  erfolgten, 
war  noch  die  um  etwa  20  Jahre  jüngere  aus  E  abgeleitete  und  für 
den  älteren  Bestand  bis  in  alle  Einzelheiten  sich  eng  an  E  anschlies- 
sende Hs.  0  heranzuziehen,  dagegen  konnte  Cod.  Vatic.  lat.  3984,  der 
fol  114  ff.  das  Provinciale  enthält,  ausser  Betracht  gelassen  werden 
(vgl  über  denselben  meine  Beschreibung  in   Mitth.   des  Instituts  für 

Tan  gl,  Papstl.  Kamloiordnnngen.  X 


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österr.  GF.  13,  22).  Von  den  genannten  Hss.  hat  E  nach  den  Schluss- 
worten Dietrichs  von  Nieheim  sicher  direct  aus  dem  alten  Liber  Pro- 
vincialis geschöpft ;  von  H  ist  dies  wenigstens  in  hohem  Grade  wahr- 
scheinlich; dagegen  setzen  die  mehrfach  stark  abweichenden  Lesearten 
von  C  sowie  die  Aufnahme  von  in  H  und  E  fehlenden  Namen  das 
Vorhandensein  von  Zwischengliedern  voraus.  Der  Ausgabe  habe  ich 
die  älteste  Bedaction  H  zugrunde  gelegt  uud  die  aus  den  anderen  Hss. 
für  die  Folgezeit  von  etwa  170  Jahren  sich  ergebenden  Nachträge  in 
kleinerem  Druck  beigefügt. 

Wo  die  Hss.  bezüglich  der  Namensformen  von  einander  abwichen, 
habe  ich  diejenige  in  den  Text  aufgenommen,  die  ich  aus  Original- 
bullen oder  Kegistern  belegen  konnte.  Zu  emendiren  hielt  ich  mich 
nirgends  für  berechtigt;  denn  nicht  darauf  kommt  es  an,  wie  dies 
und  jenes  Bisthum  wirklich  hiess,  son'dern  wie  man  es  an  der  Curie 
schrieb  und  buchte,  —  Bezüglich  der  Entstehungszeit  des  Provinciale 
und  seines  Verhältnisses  zum  Liber  Censuum  verweise  ich  auf  meine 
Abhandlung  über  den  Liber  Cancellariae,  Mitth.  d.  Instituts  f.  österr. 
Geschichtsforsch.  15,1  ff. 

Die  modernen  Namen  der  Bisthümer  sind  dem  alphabetischen 
Index  beigefügt 


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In  civitate  Romana  sunt  quinque  ecclesie,  que  patriarchie  dicun- 
tur,a)  et  sunt: 

ecclesia  sancid  Johannis  Lateranensis,  que  habet  priorem; 
ecclesia  sancti  Petri,  que  habet  archipresbiterum,  qui  debet  esse  car- 

dinalis ; 
ecclesia  sancti  Pauli,  quQ  habet  abbatem;  . 
ecclesia  sancte  Marie  Maioris,  que  habet  archipresbiterum; 
ecclesia  sancti  Laurentii  forismurum, b)  que  habet  abbatem. 

Prime  autem  ecclesie0)  assignati  sunt  VII  episcopi  videlicet: 
dominus  papa 
Ostiensis,  Albanensis,  Portuensis, 

Sabinensis,  Tusculanus,  Penestrinus. 

Singalis   vero   aliis   quatuor   ecclesiis    predictis d)   assignati    sunt 
septem  presbiteri  cardinales,  qui  sunt  viginti  octo,  videlicet:  e) 
presbiter  cardinalis  tituli  Sancte  Crucis  in  Jerusalem, 
„  „  „      sanctorum  Petri  et  Marcellini, 

„  „  „      sanctorum  Quatuor  Coronatorum, 

„  „  sanctorum  Johannis  et  Pauli,  tituli 

Pamachii, f ) 
„  „  „      sancte  Anastasie, 

„  „  „      sancte  Sabine, 

„  „  „      sancti  Stephani  in  Celio  monte, 

.„  „  „      sancti  Clementis, 

„  „  „      sanctorum  Nerei  et  Achillei, 

„  „  „      sancte  Susanne, 

„  „  ü      sancte  Pudenciane, 


»)  Ueb«5rschrift  in  E:  Sequuntur  ordo  et  tituli  dominorum  cardinalium  ec- 
clesie Romane  sacrosancte;  in  H  ist  die  Aufzählung  der  Cardinalstitel  p.  2  vor 
den  Sicilischen  Bisthümern  eingeschoben.  b)  forismuros  E.  c)  vor  prime 

in  EO  Ueber8chrift:    Sequuntur    episcopi    cardinales;    ecclesie    predictarum   E. 
d)  quatuor-predictis  fehlt  H.  e)  in  E  Rubrik:   Sequuntur  tituli  dominorum 

presbiterorum  cardinalium.  f)  Epamachi  E. 

r 

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L  Provinciale. 

presbiter  cardinalis  tituli  sancti  Sixti, a) 

„  „          sancti  Petri  ad  Vincula,  tituli  Eudoxie,b) 

„  „          sancti  Martini,  tituli  Equicii, 

„  „          tituli  sancti  Eusebii, 

„  „             „      sancte  Prisce, 

„  „             „      sancte  Praxedis, 

„  „             „      sancti  Vitalis, 

„  „             „      sancti  Ciriaci  in  Tennis, 

„  „             „      sancti  Marci, 

„  „             „      basilice  Duodecim  Apostolorum, 

„  „             „      sancti  Marcelli, 

„  „             „      sancti  Laurencii  in  Lucina, 

„  „             „      sancti  Laurencii  in  Damaso, 

„  „             „      sancte  Balbine,c) 

„  „         sancte  Marie  in  Transtiberim,  tituli  Galixti, 

„  „             „      sancte  Cecilie, 

„  „             „      sancti  Grisogoni 
Biaconi  eciam  decem  et  octo  sunt  ibidem  et  sunt  hü:d) 
diaconus  cardinalis  sancte  Lucie  in  Septem  Soliis,0) 

„  „          sancte  Marie  in  Aquiro, 

„  „          sancti  Theodori, 

„  „          sancte  Marie  in  Cosmedin, 

„  „          sancti  Georgii  ad  Velum  Aureum, 

„  „          sanctorum  Cosme  et  Damiani, 

„  „          sancte  Marie  Nove, 

„  „          sancti  Adriani, 

„  „          sanctorum  Sergii  et  Bachi, 

„  „          sancte  Marie  in  Via  Lata, 

„  „          sancte  Marie  in  Porticu, 

„  „          sancti  Angeli, 

„  „          sancti  Nicolai  in  carcere  Tulliano, 

„  „          sancte  Marie  in  Dompnica, 

„  „          sancti  Eustachii, 

„  „          sancte  Lucie  inter  Imagines, 

„  „          sancti  Viti  in  Macello, 

„  „          sancte  Agathe. 

Penestrinaf)  decreto  domini  felicia   recordacionis  Bonifacii  pape  VIII, 


»)  Xisti  H.  b)  Eudosie  E.  c)  Salbine  H.  d)  et-hii  fehlt  H,  in 

E  darauf  Rubrik :  tituli  diaconorum  cardinalium.  c)  eeptem  boIü  H.        f )  das 

folgende  nur  in  EO  mit  der  Ueberschrift :  destructio  civitatis  Penestrine  ac  crea- 
cio  seu  erectio  Ciyitatis-papalis. 


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I.  Provinciale. 


accedente  fratrum  suorum  consilio  deleta  est  et  aratrum  passa  et  sale 
seminata,  nomen  eciam  eius  abolitum  et  dampnatum  ac  dignitate  episco- 
pali  et  cardinali  imperpetuum  privata,  quia  favit  scismaticis,  videlicet 
dampnate  memorie  Jacobo  et  Petro  de  Columpna  olim  sancte  Romane  ec- 
clesie  cardinalibus ;  et  per  eundem  dominum  Bonifacium  papam  civitas  ibi 
prope  de  novo  constructa,  cui  Civitatispapalis  nomen  tradidit  eamque  epis- 
copatus  et  cardinalatus  dignitate  decoravit,  ut  episcopus  civitatis  eiusdem 
esset  sancte  Romane  ecclesie  cardinalis;  et  ibi  prefecit  in  episcopum  do- 
minum Theodericum,  tunc  tituli  Sancte  Grucis  in  Jerusalem  presbiterum 
cardinalem. 


Isti    sunt    episcopi    sub 
Eomano   pontifice,    qui   non 
sunt  in  alterius  provinciaa) 
constituti: 
Ostiensis1*) 
Portuensis  c) 
Albanensis 

Penestrinus,  superius  nominatus  Civi- 
tatispapalis0) 
Sabinensis 
Tusculanus 
Tiburtinus 
Keatinus. e) 

In  Campania: 
Anagninus 
Signinusf) 
Ferentinas*) 
Alatrinus 
Verulanus 
Terracinensis 


Soranus  h) 
Fundanus 
Gaietanus. 

In  Marsia:1) 
Furconensis, k)  qui  modo  dicitur  Aqui- 

lensis  et  sunt  coniuncti *)  *) 
Marsicanus 
Valvensis 
Adriensis  2) 
Pennensis  unitim) 
Tbeatinusn) 
Aprutinus. 

In  Tuscia: 
Nepesinus 
Sutrinus 
Civitatensis  °) 
Ortanus 
Balneoregensis 
Urbevetanus 
Viterbiensis  et  TuscanensisP) 


Montisflasconensis  Q)  8) 

a)  qui—provincia  fehlt  C.  b)  Hostiensis  H,  et  Veletrensis  v.  a.  HandO. 

«)  et  s.  Rufine  von  a.  Hand  0.  d)  fehlt  HC.  e)  in  C  unter  den  Bis- 

thümern    des  Herzogthums    Spoleto.  f)  Signitius  C.  8)  Feren- 

tinus  H.  h)  in  C  folgt  hier  Aquinas,   welches  Bisthum  später  in  allen  drei 

Hs8.  übereinstimmend  als  Suflragan  von  Capua  erscheint.  *)  fehlt  E.  k)  Fur- 
cinensis  E.  l)  nur  in  C.  m)  Adriensis  und  uniti  nur  in  C.  n)  Tea- 

tinu8  E.  °)  alias  Civitatiscastellanensis  E.  p)  Zusatz  uniti  in  C,  E  führt 

die  beiden  Bisthümer  getrennt  an.  <i)  nur  in  E. 

')  Aquila  wurde  durch  Alexander  IV.  1257  Febr.  20  zum  Bisthum  erhoben 
und  mit  Forcone  vereinigt  (Potthast  16740).  *)  Atri  wurde  durch  Innocenz 

IV.  1252  Apr.  2  zum  Bisthum  erhoben  und  mit  Penne  vereinigt  (Potthast  14  547). 
•)  Die  Gründung  des  Biathums  Montefiascone  erfolgte  durch  Urban  V.  1369  Aug. 
31  (Ughelli,  Italia  sacra,  ed.  II,  1,976). 


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L  Provinciale. 


Castrensis 

Suaneiisis 

Clusinus  &) 

Perasinus 

Castellanus  vel  Civitatis  Castellib) 

Aretinus.  Dominus  Johannes  papa 
XXII.  in  diocesi  Aretina  fecit  alium 
episcopatum,  qui  vocatur  Cortonen- 
sis  c)  !) 

Grossetanus 

Vulteranus 

Senensis 

Lucanus 

Pistoriensis 

Florentinus 

Fesulanus 

Lunensis. 

In  ducatu  Spoletano:d) 

Asisinas 

Fuliginas 

Nucerinus 

Eugubinus 

Spoletanus  e) 

Tudertinus 

Amelinus f ) 

Narniensis 

Iterampnensis. 

In  Marchia:d) 

Esculanus 

Firmanus 

Camerinensis 

Auximanus 


Humanas 
Anconitanus 
Esinas  s) 
Senogalliensis  h) 
Fanensis 
Pesauriensis *) 
Forosinfroniensis 
Callensis 
Urbinas. 

In  Romania:k) 
Ariminensis 
Feretranus. 

In  Sicilia: 
Panormitana  metropolis  hos 

habet  suffraganeos : 
Agrigentinum 
Mazarensem 
Milevitanum. l) 
Archiepiscopatus      Montis- 

regalis  hos  habet  suffraganeos: 
Siracusanum 
Cataniensem  m) 
Messana  metropolis  hos  habet 

suffraganeos : 
Chephaludensem 
Pactensem 

Lippariensem  sancti  Marci11) 
Militensem.  °) 2) 

In  Calabria: 
Archiepiscopatus     Reginus 

hos  habet  suffraganeos: 
Cassanensem 


»)  Clausinus  C.  *>)  ohne  Zußatz  H;   hodie  dicitur  Civitatis -castelli  E. 

c)  so  E  als  Randnote,  0  im  Context.  *)  fehlt  E,  in  ducatu  C.  e)  jn  c  folgt 

Reatinus,  das  in  H  E  als  letztes  unter  den  suburbicaren  Bisthümern  steht.  f )  Ame- 
liensis  vel  Amelinus  C,  Ameliensis  E.  e)  Esinas  vel  Esinus  C,  Esinus  E.  h)  Seno- 
galiensis  E,  Senegall.  C.  i)  Pensauriensis  CE.  k)  c  hat  statt  dessen 

folgendes:  In  Romandiola:  archiepiscopatus  Ravennas  hos  habet  suffraganeos: 
Ariminensem,    Feretranum,   Imolensem,   Cesenatensem.  i)  Milentanum  C. 

*)  Cath.  E.  n)  Lipar.  C.  o}  fehlt  H,  Miletensem  C. 

!)  Bulle  vom  19.  Juni  1325  (Bull.  Rom.  Ed.  Taurin.  4,  313).  »)  Vgl. 

unter  Reggio. 


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I.  Provinciale. 


Neucastrensem 

Catacensem  a) 

Crotoniensem  b) 

Tropieusem 

Oppensem c) 

Bovensem  d) 

Geratinensem e) 

Squillacensem 

Militensem,  qui  est  specialis  aposto- 

lice  sedisf)  Kj 
Nicotirensem  erectum  de  novo.  &) 

Dominus  noster  dominus  Boni- 
facius  papa  Villi  2)  XVII.  kal.  sep- 
tembris  anno  tercio  locum  Nicotire 
in  partibus  Calabrie  erexit  in  civitatem 
ibique  constituit  ecclesiam  cathedra- 
lem  statuens  in  ea  numerum  octo 
canonicorum  computato  archidiacono 
ac  univit  ipsi  archidiaconatui  parro- 
chialem  ecclesiam  dicti  loci  Nicotire 
voluitque  dietam  ecclesiam  suffraga- 
neam  esse  ecclesie  Regine  ac  eidem 
providit  de  persona  fratris  Jacobi  de 
civitate  saneti  Angeli  ordinis  here- 
mitarum  saneti  Augustini  ac  posses- 
siones  et  redditus  mense  archiepis- 
copalis  ibi  existentes  donavit  nove 
ecclesie  predicte,  cui  casalia  et  teni- 
menta  loci  predicti  pro  diocesi  assig- 
navit. 


Archiepiscopatus  Cusenti- 
nus  unum  habet  suffraganeum 
scilicet: 

Marturanensem. 

Archiepiscopatus  ßossanus 
nullum  habet  suffraganeum; 

Episcopatus  Bisignianensis  est  do- 
rn ini  nostri  pape. h) 

Archiepiscopatus  Sancte  Se~ 
verine  hos  habet  suffraganeos : 

Bbriacensem  alias  Umbriaticensetn *) 

Stroniensem  k) 

Geneocastrensem 

Gerantinum *) 

Insulensem 

Saneti  Leonism) 
In  Apulia: 

Archiepiscopatus  Consanus 
hos  habet  suflFraganeos : 

Moranensem  n) 

Satrianensem 

Montisviridensem 

Laquedonensem 

Saneti  Angeli0) 

Bisaciensera  p) 

Archiepiscopatus  Acheron- 
tinus  hos  habet  suflfraganeos: 

Potentinum 

Tricaricensem 

Venusinum 


»)  Caracensem  C.  b)  Crotoceosis  vel  Crotroniensis  id  est  Curtona  C. 

c)  Oppen.  id  est  Oppidanum  C.  d)  Benensem  0.  e)  Geratinum  E. 

f)  Miletensis  est  domini  pape  C,   fehlt  E.  g)  fehlt  HC  in  E  als  Nachtrag, 

in  0  im  Context.  h)  Bisignanensem  et  saneti  Marci  exemptum  C,  nach  suf- 

fraganeum:  episcopataß   saneti  Marci  E.  !)  Ebriacensem  vel  Ebriaticensem 

C,  nur  Ebriacensem  H.  k)  in  E  von  a.  Hand  zum  Schluss  beigefügt  Strangu- 
lensem.         l)  Geruntinum  C.         ra)  fehlt  H.  n)  Maranensem  H.         °)  E  mit 

dem  Zusatz  de  Loiubardis.  p)  fehlt  C  E. 

!)  Vgl.  o.  unter  Messina.  *j  E  hat  Bonifacius  papa  VIII.    Der  lapsus 

calami  wird  völlig  klar  aus  Ughelli,  ed.  II.  9,413,  der  sich  auf  die  betreffende  Bulle 
im  Register  Bonifaz'  IX.  beruft.  Damit  stimmt  auch,  dass  die  Eintragung  in  C 
fehlt,  in  E  nur  als  Nachtrag  von  anderer  Hand  und  erst  in  0  im  Context  er- 
scheint. 


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8 


I.  ProYinciale. 


Gravinensem 
Angionensem  ft) 
Archiepiscopatus    Tarenti- 

nus  lios  habet  suffraganeos: 
Mutulensem 
Castellaiiensem  b) 
Brundisina  metropolis  hunc 

habet  suffraganeum : 
Astunensem c) 
Tdrontina     metropolis     hos 

habet  suffraganeos: 
Castrensem 
Gallipolitanum  d) 
Liciensem 
Ugentinum 
Leucensem  sivee)  Leucadensem. 

Barensis  metropolis  hos  habet 
suffraganeos : 

Botontinum f ) 

Melphetanum 

Juvenacensem 

Rubetinum  vel  Bubensem *) 

Salpensem 

Cannensem 

Bitterensem  h) 

Conversanum  *) 

Minervinensem  k) 

Polignanensem *) 

Caterinensem  m)  x) 

Lavellinum. 


Tranensis  metropolis  hos  ha- 
bet suffraganeos: 
Vigiliensem 
Andrensem. 

Sipontina  metropolis  hos  ha- 
bet suffraganeos : 
Vestanum 

Troianum,  qui  est  domini  pape11) 
Melphiensem,  qui  est  domini  pape 
Monopolitanum,  qui  est  domini  pape 
Rapollanum,  qui  est  domini  pape. 

In  terra  Laboris: 
Archiepiscopatus    Beneven- 
tanus hos  habet  suffraganeos: 
Thelesinum  °) 
Sancte  Agathe 
Aliphiensem  p) 
MonÜ8inarani 
Montiscorvini  <*) 
Avellinensemr) 
Vicanum 
Arianensem 
ßoianensem 
Asculensem 8) 
Lucerinura 
Tortibulensem*) 
Draconariensem 
Vulturariensem  u) 
Larinensem  T) 
Florentinum  w) 


a)  Angloriensem  H.  b)  Castellanatensem  E.  c)  Hostunensem  C,  Istunen- 
sem  E,  Ostunensem  0.  d)  Galipolitanensem  vel  Galipolitanum  C.  e)  alias 
dictum  E.  f)  Botonensem  C.  e)  Rubensem  vel  Tinum  H,  Rubensem  E. 

b)  Botontinum  C,  Betrecensem  0.  l)  vel  Gupersanum  C.  k)  vel  Mener- 

ven8em  C,  Menerbinensem  E.  l)  Polignianensem  H,  Poliganensem  C.  m)  Ca- 
therinensem E.  n)  C  statt  dessen  exempti.  °)  Telesinum  0.  P)  Alipha- 
num  vel  Aliphiensem  C,  Aliphanum  H.  <i)  Montiscorvinensem  C.  r)  Avei- 
linum  E.  *)  Asculanum  vel  Asculensem  C.        *)  Torlibulensem  H.         u)  vel 

Vulturanum  C.  v)  Alarniensem  alias  Alarinum  E.  WJ  Florentinensem  E. 

*)  Vgl.  darüber  Fabre,  Le  Liber  Censuum  de  l^glise  Romaine  31,  A.  1. 


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I.  Provinciale. 


Civitatensem 
Termulanum  a) 
Lesinensem 
Frequentinum 
Treventinum 
Biviensem  b) 
Wardiensem c) 
Musanensem  d) 

Salernitana   metropolis   hos 

habet  suffraganeos: 
Marsicensem  e) 
Caputaquensem 
Policastrensem 

Nusquitanum  alias  Nuscanum 
Sarnensem 
Acernensem f ) 
Ravellensem,  qui  est  domini  pape,  *) 

Lucerie  Chrlstianorum. *) 

Dominus  noster  Urbanus  papa 
VI.  restituit  ad  dignitatem  episcopalem 
terram  Lucerie  cum  omnibus  honori- 
bus  privilegiis  et  libertatibus  etc.  et 
voluit,  quod  vocaretur  Luceria  Chri- 
stianorum;  VI.  id.  octobris  anno 
septimo. 
Archiepiscopatus   Amalphi- 

tanus1)  hos  habet  suffraganeos: 
Capricanumk) 
Scalensem 
Minorensem 
Litteranum. l) 
Archiepiscopatus  Surrenti- 

nus  hos  habet  suffraganeos: 
Lobren8emm) 


Equensem 

Salpensem  n) 

Castellimaris  alias  Stabiensem.  °) 

Neapolitana  metropolis  hos 
habet  suffraganeos: 

Aversanum 

Nolanum 

Puteolanum 

Cumanum 

Isclanum  vel  Insulanum 

Acerranum  p) 

Archiepiscopatus  Capuanus 
hos  habet  suffraganeos: 

Teanensem 

Calvensem 

Galinensem 

Gasertanum 

Suessanum 

Venafranum 

Aquinatem 

Iserniensem 

Caiacciensem  vel  Caiaccianum.  <i) 
In  Tuscia: 

Archiepiscopatus      Pisanus 
hos  habet  suffraganeos: 

Massanum 

Aiacensem 

Aleriensem 

Sagonensem r) 

Januensis  metropolis  hos  ha- 
bet suffraganeos: 

Bobiensem 

Bruniacensem s) 

Maranensem  *) 


*)  alias  Termolensem  C  E.  b)  Bunnensem  E,  vel  Bunniensem  C.  c)  Guar- 
diensem  CE.  <*)  E  ragt  die  Bemerkung  bei:  non  est.  e)  fehlt  H.  f)  Acer- 
rarum  Tel  Acerranum  C.  i)  exemptum  C.  h)  fehlt  H  C  in  E  als  Nach- 

trag von  gleicher  Hand,  in  0  im  Context.         *)  Amelphetanus  C.  k)  Capri- 

canensem  C.  l)  Luceranensem  C.  m)  Laborensem  C.  n)  nur  C. 

°)  ßtabinen8em  C.         p)  Acerrensem  vel  Acerraoum  C.         <i)  fehlt  Hf  Caracien- 
sem  E.  r)  fehlt  H.  »)  Apruniacensem  alias  Bruniacensem  E,   Aprunia- 

censem  C.  *)  Matanensem  EL 


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10 


L  Provinciäle. 


Naulensem  a)  x) 
Accinensem  b) 
Nobiensem.'c) 

In  Flaminea: 
ArchiepiscopatusKavennas 

hos  habet  suffragaaeos: 
Adriensem  .<   '. 

Comaclensem 
Cerviensem 
Foroliviensem  d) 
Foropopuliensem 
Kretonoriensem  e)  *) 
Cesanatein 

Sarcinensem  vel  Sassenatensem f ) 
Faventinum 
Imolensem  &) 
Bononiensem 
Mutinensem 
Reginum 
Parmensem. 

In  Lombardia: 
Archiepiscopatus     Mediola- 

nensis  hos  habet  suffraganeos : 
Pergaraensem 
Brixiensem 
Cremonensem 
Laudensem 
Novariensem 
Vercellensem 
Iporiensem 


»)  fehlt  H. 


b)  fehlt  HE.. 


Taurinensem 
Astensem. 

Dominus  noster  dominus  Urba- 
nus  papa  VI.  Perusiis  VL   id.    iunii 
anno  XL  locum    Montisviti   Astensis 
diocesis  tunc  erexit  in  civitatem  Mon- 
;tisregalis  et  constituit  ibi  ecclesiam,  eui 
prefecit  in  episcopum  dominum  Damia- 
nuui  episcopum  tunc  Niciensem. h)  3) 
Aquensem 
Albensem 
Terdonensem 
Saonensem *) 
Albiganensem  k) 
Vigintimilliensera 

Placentinum,  qui  est  domini  pape1) 
Papiensem,  qui  est  domini  pape 
Ferrariensem, m)  qui  est  domini  pape. 

In  Dalmacia  supra  mare: 
Patriarchatus11)   Aquilegen- 

sis  hos  habet  suffraganeos: 
Mantuanum 
Cumanum 
Tridentinum 
Veronensem 
Paduanum 
Vicentinum 
Tervisinum 
Concordiensem 
Cenetensem 

c)  fehlt  H,  Nubiensem  E.    C  ragt  bei 


Albiganensem,  von  allen  Hss.  ausserdem  übereinstimmend  unter  den  Suffraganen 
von  Mailand.  .    <*)  vel  Foroiuliensem  C.  «)  fehlt  HC.  f)  fehlt  H. 

Sarcinensem  alias  Bobiensem  vel  Sassenatem  E.  e)  Imolensem  Ferrariensem 

exempti  C.        h)  fehlt  HC,  in  E  Zusatz  von  a.  Hand  in  0.  im  Context.        l)  Sau- 
nensem E,  Saurionensem  C.  k)  Albinganensem  vel  Albigensem  C,  Albiensem 
alias   Albiganensem  E.             i)  exemptum  C.  m)  in  C  bereits   früher,  nach 
Imola  eingereiht.            n)  archiepiscopatus  H.  ...... 

!)  Die  Bestätigung  der  Erhebung  Nolis  zur  Kathedrale  erfolgte  im  3.  JPpn- 
tificatsjabrlnnocenz'IV.fPotthast  12192,  üghelli,  Italiasacra,  ed.Il.  4,1004).  *.  *)tfach 
Rertinoro  wurde  der  Bischofsitz  nach  der  1360  erfolgten  Zerstörung  von  Forlim- 
popoli  übertragen  (Ughelli  ed.  II.  2,607).  »)  Bulle  vom  8.  Juni  1388  (Bull. 

Rom.  Ed.  Taurin.  4,599). 


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I.  Provinciale. 


u 


Feltrensem 

Belunensem  a) 

Polanum  vel  Polensem b) 

Parentinum 

Triestinum c)  vel  Tergestinum 

Comaclensem  vel  Petenensemd) 

Capitis    Ystrie    vel    Justinopoüta- 

nume) 
Maranensem  (hie  non  est)f) 

In  Ystria  supra  mare:    , 
Patriarchatus  *)     Qradensis 

hos  habet  suffraganeo*: 
Castellanum 
Torcellanum 

Equilensem h)  vel  Esulanum 
Caprulensem 
Olugiensem 
Civitatis  Nove. 

Archiepiscopatus  Jadrensis 

hos  habet  suffiraganeos : 
Signensem  (non  est  hie) *)  l) 
Absarensem  k) 
Veglensem  . 
Arbensem  *) 

Nonensem  (non  est  hie)  *)  l) 
Archiepiscopatns  Spalaten- 

sis  hos  habet  suffiraganeos: 
Tragnriensem 


Farensemm) 

Signensem  *) 

Scardonensem 

Arbensem  (non  est  hic)n)  *) 

Nonensem  l) 

Croatensem  °) 

Kerbavensem  p) 

Tiniensem 

Sibenicensem ;  <i)  et  hie  fuit  de  novo 

creatus   per   dominum  Bonifacium 

papam  VHL  2) 
In  Sclavonia: 
Archiepiscopatus      Ragusie 

hos  habet  suffiraganeos: 
Stagnensemr) 
Bossenensera s) 
Tribuniensem 
Catarinensem ;  hie  est  suffraganeus 

Barensis  *) 
Rose  u) 

BiduaneDsem.v) 
Archiepiscopatus      Antiba- 

rensis    et    Diöclensis     hos 

habet  suffiraganeos:  w) 
Dulchinensem  x) 
Suacinensem 
Drivastensem 
Polatensem  y) 
Scodriensem z) 


•)  Bellunensem.  E.  b)  Polanensem,  Polensem  vel  Polanum  E.  c)  fehlt  E. 
d)  Comachensem  C,  Comadensem  E.  »)  in  E  folgt  als  Nachtrag  von  a.  Hand 
Civitatis  Nove  vel  Emonensem.  f)  nur  in  H.  ß)  archiepiscopatus  H. 


h)  Aquilensem   E. 
k)  Ausarensem  HE. 
CE.  «)  fehlt  C. 

darauf  Seniensem  C. 
Scibenicensem  C. 


l)  so   H;    fehlt  in   C.   Signensem   ohne   Bemerkung  E. 

l)  fehlt  C.  Nonensem  ohne  Bemerkung  E.         m)  fehlt 

Arbanensem  ohne  Bemerkung  E.  °)  Charensem  und 

P)  Rarbanensem  C.  <J)  fehlt  H.   Sybenicensem  vel 

r)  alias  Corsulensem  E.        s)  Rossanensem  C.        l)  fehlt  0. 


u)  in  C  als   Rosuensem  unter  Antivari.  v)  in  C  als   Buduanensem.  unter 

Antivari.  w)  Antivarensem  und  dazu  bemerkt:   hie  est  metropolis  et  se-. 

quentea  sunt  eius  suflraganei  H,   Antivarensis  alias  Antibarensis  E.  x)  Dul- 

cinensem  E.  >')  Ipolatensem  E.  L)  Scodrinensem  alias  Scodriensem  E. 

J)  Vgl.  die  Suffiragane  von  Zara  und  Spalato.  *)  Potthast  24672. 


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12 


I.  Provinciale, 


Arbanensem  a) 
Sardanensem  b) 
Scutarensem. c) 

In  Ungaria: 
Archiepiscopatus       Strigo- 
n  i  e  n  s  i  s  hos  habet  suffraganeos : 
Agriensem 
Nitriensem  d) 
Waciensera 
Jauriensem 
Quinqueecclesiensem 
Vesprimiensem. 

Archiepiscopatus    Colocen- 

sise)  hos  habet  suffraganeos : 
Ultrasilvanum f ) 
Zagrabiensem 
Waradiensem  *) 
Cenadiensemh) 
Sirimiensem *) x) 
Argensem. k) 

Dominus  noster  dominus  Urba- 
nus  papa  VL  VII.  id.  maii  anno 
quarto  erexit  locum  de  Argos  in 
Walachia  maiori  in  civitatem  et  con- 
stituit  ibi  ecclesiam  cathedralem,  cui 
prefecit  in  episcopum  fratrem  Nico- 
laum    Antonii    ordinis    predicatorum 


et  vocatur  ecclesia  Argensis  in  pro- 
vincia  Colocensi. 

In  Polonia: 
Archiepiscopatus    Gneznen- 

sis  hos  habet  suffraganeos: 
Wratislavieusem 

Wladislaviensem  alias  Cuiaviensem l) 
Lubicensem 
Plocen8emm) 
Cracoviensem 
Poznaniensem 
Mazoviensem 

Pomeraniensem  vel  Caminensem11) 
Wylnensem.  °)  2) 

In  Alamania  supra  Monam*.P) 

Archiepiscopatus  Magunti- 
nus  hos  habet  suffraganeos: 

Pragen8em;  et  iste  iam  est  archi- 
episcopatus per  se  <J)  s) 

Moraviensem  vel  Olomucensem;  r) 
et  iste  est  sab  Pragensi 

Eistetensera 8) 

Herbipolensem  vel  Wirzeburgen- 
sem*) 

Constantiensem 

Curiensem 

Argentinensem 


»)  et  Cunamen8em  (?)  zwischen  C  und  a  4  und  dann  3  gleiche  Schäfte  C. 
b)  Sardensem  HE.  c)  C  führt  ausserdem  noch  folgende  an :  Birensem,  Croen- 

sem,  Zelimensem,  Sabadensem.         d)  Nutriensem  C.  e)  Nachtrag  von  a.  Hand 

in  E:  cui  ecclesia  Bachiensis  est  unita.  f)  Transsilvanum  C,  in  E  Nachtrag 

von  a.  Hand :  Severinensem.  e)  von  hier  an  grössere  Auslassung  in  H  bis  Lubi- 

censem (unter  Gnesen).        h)  danach  Chanadiensem  C.        4)  fehlt  H  C.        k)  nur 
in  E  als  Nachtrag  vor  a.  Hand.  l)  nur  Cuiaviensem  nach  Lubicensem  H,  Cura- 

viensem  E.  m)  Plosensem  C.  n)  nur  Caminensem  C;    ezemptum  C, 

qui  est  exemptus  E.  °)  fehlt  HC,  in  E  als  Nachtrag  vor  a.  Hand,  in  0  von 

gleicher  H.  im  Context.  p)  Alemannia  Magna  C.  <1)  Zusatz  fehlt  HC. 

r)  Holomucensem  H,  beide  Namen  getrennt  C.    Zusatz  fehlt  HC.  8)  Eyste- 

tensem  CE.  l)  Wiseburgensem  gesondert  von  Herbip.   C,   nur  Herbip.   E. 

')  Gegründet  Anfang  1229,  vgl  die  Bullen  vom  20.  Jan.  und  3.  März  1229 
(Potthast  8318  und  8348).  *)  Bisthum  seit  1386.  8)  Zum  Erzbisthum 

erhoben  durch  Bulle  vom  30.  Apr.  1344  (Cod.  dipl.  Moraviae  7,392,  No.  542). 


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I.  Provinciale. 


13 


Spirensem 
Wormaciensem  a) 
Verdensem 
Eildesemensem 
HAlberstadensem  b) 
Padeburnensem  °) 
Bambergensem  exemptumd) 
Augustensem. 

Supra  Bhenum: 

Archiepiscopatus  Colonien- 

sis  hos  habet  suffraganeos: 
Leodiensem 
Traiectensem 
Monasteriensem 
Mindensem 
Osnaburgensem. 

In  Saxonia  supra  Wiseram: 

Archiepiscopatus  Bremens is 

hos  habet  suffraganeos: 
Bardewicensem ;   et  ille  hodie  non 

est  episcopatus. e) 
Sleswicensem 
Razeburgensem f ) 
Zwerinensem   alias   Michiliburgen- 

sem. *) 
Lubicensem 
Bigensem  sive  Livonensem,  qui  hodie 

est  archiepiscopatus  per  se.b) 

In  insula  Livonie: 
Archiepiscopatus    Bigensis    fuit   per 
dominum  Alexandrum  papam  IUI. 


primo  anno  sui  pontificatus  de 
novo  creatus ;  x)  qui  sequentes  habet 
suffraganeos : l) 

Osiliensem 

Tarbatensem 

Curoniensem 

Wironiensem 

Culmensem 

Warmiensem 

Pomezaniensem 

Sambiensem 

Ruthenensem 

Wersomensem. 

In  Saxonia  supra  Albiam: 

Archiepiscopatus  Magdebur- 
gensis  hos  habet  suffraganeos: 
Havelbergensem 
Brandeburgensem 
Misnensem  alias  Misenensem k) 
Merseburgensem 
Cicensem  vel  Numburgenaem l) 

Supra  Tonubium: 
Archiepiscopatus  Salzebur- 
gen sis  hos  habet  suffraganeos: 
Pataviensem 
Batisponensem 
Frisingensem  m) 
Gurcensem 
Brbrinensem 
Secoviensem  n) 
Kimeusem  °) 
Laventinensem.  p) 


»)  Warmaciensem  H.  b)  Alberstadensem  H.  c)  Brandeburnensem  C. 
d)  Pandebergensem  H.  Zusatz  fehlt  H.  c)  Bardvicensem  C.  Zusatz  fehlt  H  C. 
f)  Rasceb.  H,  Raekeb.  C.  s)  umgekehrte  Stellung  H,  nur  Zwerinensem  C. 

1»)  fehlt  vollständig  in  C;  Zusatz  fehlt  in  H.  *)  fehlt  H;  C.  hat  statt  dessen: 

archiepiscopatus  Rigensis  hunc  habet  suffraganeum :  Emptabarcensem.  k)  Mise- 
num  vel  Misnensem  H,  Missenum  E.  ])  Nuemburgensem,  qui  olim  vocabatur 
Cicensis  E.  m)  Frisiensem  vel  Frising.  C.  n)  Sequonensem  (v.  a.  Hand. 

Seckouiensem)  C,  Sequovensem  E.  °)  Eemensem  C,  Kiemensem  E.  p)  Laven- 
din.  H,  Lavedun.  C. 

')  Bulle  vom  31.  März  1255  (Potthast  15  770). 


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14 


I.  Provinciale. 


Supra  Mosam : 
Archiepiscopatus  Treveren- 

sis  hos  habet  suffraganeos : 
Metensem 
Tullensem 
Virdunensem. 

In  Burgundia: 

Archiepiscopatus    Tarenta- 
siensis  hos  habet  suffraganeos: 
Sedunensem 
Augustensem. 

Archiepiscopatus    Bisunti- 

n'u  s  hos-  habet  suffraganeos : 
ßasiliensem 
Lausanensem 
Bellicensem. a) 

Archiepiscopatus  Ebredu- 
nensis  hos  habet  suffraganeos : 

Dignensem 

Niciensem  .      «    . 

Antipolitanum ,  qui  hodie  dicitur 
Grassensis  b)  *) 

Glandatensem c) 

Senecensem 

Venciensem. 

In  Provincia: 

Archiepiscopatus   Aquengis 

hos  habet  suffraganeos: 
Aptensem 
Regensem 
Foroiuliensem 
Vapincensem 
Sistericensem. d) 


Archiepiscopatus  Arelaten- 

sis  hos  habet  suffraganeos: 
Massiliensem 
Avinionensem 
Aurasicensem e)  T 

Vasionensem 
Cavalliceüsem 
Tricastrinum f ) 
Carpentoracensem 
Tolonensem. 

In  Delphinatu: 

Archiepiscopatus    Viennen- 

sis  hos  habet  suffraganeos : 
Valentinum*) 
Vivariensem 
Diensem 

Gracionopolitanum 
Gebennensem. 

In  Prancia: 
Ar  chiepi  sco  pa  tu  s  Lugdune  n- 

sis  hos  habet  suffraganeos: 
Eduensem 
Matisconensem 
Gabiionensem 
Lingonensem. 
Archiepiscopatus    Senonen- 

sis  hos  hab»>t  suffraganeos: 
Parisiensem 
Carnotensem 
Aurelianensem 
Nivernensem 
Autisiodorensem  h) 
Trecensem 
Meldensem. 


a)  Belic.  H,  Belliconensem  C,        b)  fehlt  Ht  vel  Grassensem  C. 
dentensem  H  d)  Sistaricensem  E.  c)   Auraycenseni   E. 

h 


c)  Glan- 
f)  Trisca- 
ternum  C.  ß)  Valentinum  et  Diensein  coniuncti  C.  h)  Authis.  CE. 

!)  Der  Bischofssitz  wurde  nach  Gallia  christiana  3,1145  und  1158—59  durch 
Bulle  Innocenz*  IV.  vom  19.  Juli  1244  von  Antibes  nach  Grasee  Übertragen.  (Pott- 
hast und  Berger  — ). 


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I.  Provinciale. 


15 


Archiepiscopatus   Remensis 

hos  habet  suffraganeos: 
Suessionensem  a) 
Cathalaunensem 
Cameracensem 
Tornacensem 
Morinensem 
Atrebatensem 
Ambianensem 
Noviomensem 
Silvanectensem 
Belvacensem 
Laudunensem. 

Archiepiscopatus  ßothoma- 
gensis  hos  habet  suffraganeos : 
ßaiocensem  . 
Abricen8em  b) 
Ebroicensem 
Sagiensem 
Lexoviensem 
Gonstanciensem. 

Archiepiscopatus   Turonen- 

sis  hos  habet  suffraganeos: 
Cenomanensem 
Bedonensem 
Andegavensem 
Nanetensem c) 
Corisopitensem 
Venetensem 
Macloviensem 
ßriocensem 
Trecorensem  d) 
Leonensem 
Dolensem. 


ArchiepiscopatnsBitujricen- 
sis  hos  habet  suffraganeos: 

Claromontensem  r  in  cuius  diocesi 
sanctissimus  pater  dominus  Johan- 

-  nes  papa  XXII.  primo  anno  pon- 
tificatus  sni  fecit  alium  episcopa- 
tum,  videlicet  Sancti  Flori. e)  *) 

Buthenensem,  in  quo  pariter  idem 
dominus  Johannes  papa  XXII. 
primo  anno  pontificatus  sni  fecit 
alium  episcopatum,  videlicet  Va- 
brensem f )  2) 

Caturcensem 

Lemovicensem,  in  quo  dictus  domi- 
nus Johannes  papa  XXII.  alium 
fecit  episcopatum,  videlicet  Tutel- 
lensem. e)  8) 

Mimatensem 

Albiensem,  *)  in  quo  prefatus  domi- 
nus Johannes  papa  XXII.  fecit 
alium  episcopatum  de  novo,  vide- 
licet Castrehsem  *) 

Aniciensem  sive  Podiensem,  qui  est 
domini  pape. h) 

Archiepiscopatus  Burdega- 
lensis  hos  habet  suffraganeos: 

Pictaviensem,  in  quo  dictus  dominus 
Johannes  papa  XXII.  duos  de  novo 
creavit  episcopatus,  videlicet  Mal*, 
leacensem  et  Luoionensem  °)  5) 

Xanctonensem 

Engolismensem 

Petragoricensem ;  et  in  istius  diocesi 
prefatus   dominus   Johannes    papa 


c)  Nanectensem  C,  Nannect.  E» 

f)  Zusatz  fehlt  Hj  in  C  steht 

ß)  Albigensem  HE.   Zusatz 


»)  fehlt  H.  *>)  Abrincensem  C. 

d)  Tregorensem  E.  *)  Zusatz  fehlt  HC. 

Vabren8em  an  vorletzter  Stelle  vor  Aniciensem. 
fehlt  HC.  h)  Aniciensem  exemptum  C. 

*.  i)  Bulle  vom  9.  Juli  1317  (Bull.  Rom.  Ed.  Taurin.  4,244).  .*)  Bulle  vom 
13.  Aug.  1317  (1.  c.  249).  8)  Bulle  vom  13.  Aug.  1318  (1.  c.  277).  *)  Bulle 
vom  9.  Juli  1317  (1.  c.  242).  5)  Bulle  vom  13.  Aug.  1317  (1.  c.  247). 


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16 


I.  Provinciale. 


XXII.  fecit  novum  episcopatum, 
scilicet  Sarlatensem  a)  x) 
Agennensem,  in  quo  dictus  dominus 
Johannes  papa  XXII.  fecit  alium 
de  novo  episcopatum,  videlicet  Con- 
domiensem. a)  2) 
In  Wasconia:  b) 

Archiepiscopatus  Auxitanus 
hos  habet  suflraganeos: 

Aquensem 

Lectorensem 

Convenarum 

Consuranum  c) 

Bigorritanum  vel  Tarinensem d) 

Olorensem 

Lascurrensem 

Vasatensem e) 

Baionensem 

Adurensem f ) 

ArchiepiscopatusNarbonen— 
sis  hos  habet  suffiraganeos: 

Carcasonensem  *) 

Bitterensem  h) 

Agathensem 

Lotevensem  alias  Lodovensera  *) 

Tholosanum,  qui  modo  est  archi- 
episcopatus, ut  statim  subicitur 
infrak) 

Appamiarum,  qui  fuit  de  novo  crea- 
tus  per  dominum  Bonifacium  papam 
VIII.  et  est  de  provincia  Tholo- 
sana *)  8) 


Magalonensem 

Nemausensem 

Uticensem 

Elnensem 

Electensem  m) 

Sancti  Poncii  Thomeriarum,  quos 
quidem  duos  episcopatus  idem  do- 
minus Johannes  papa  XXII.  erexit 
et  fecit  de  novo  pontificatus  sui 
anno  secundo  in  diocesi  Narbonensi 
et  eosdem  episcopatus,  videlicet 
Electensem  et  Sancti  Poncii  Tho- 
meriarum,  prefatus  dominus  Jo- 
hannes papa  voluit  esse  de  et  sub 
provincia  Narbonensi.  4) 

Archiepiscopatus  Tholosanus  hos  habet 

suffraganeos : n) 
Montisalbanum 
Rivenaem 
Sancti  Papuli 
Lomberiensem 
Mirapiscensem 
Vaurensem 
Appamiarum,    qui   ut   prefertur   fuit 

de    novo    creatus    per    dominum 

Bonifacium  papam  VIII. 

Anno  domini  millesimo  trecen- 
tesimo  decimo  septimo  die  nona  iulii 
sanctissimus  pater  dominus  Johan- 
nes papa  XXII.  primo  anno  sui 
pontificatus  erexit  in  ecclesiam  me- 
tropolitanam      predictam      ecclesiam 


»)  Zusatz  fehlt  H  C.  b)  fehlt  E.  *)  Coseranum  E.  *)  Tauriensem 

C.  Bigoriensem  E.         e)  Basatensem  E.         f)  fehlt  E.        k)  Carcassonensein  C. 
*»)  Bitenensem  C.  *)  Lodovensem  C.  *)  Zusatz  fehlt  HC.  »)  fehlt 

vollständig  in  H;    in  C  der  Name  ohne  Zusatz.  m)  das  folgende  fehlt  HC. 

n)  der  ganze  Absatz  bis  in  Ispania  fehlt  HC. 

»)  Bulle  vom  13.  Jänner  1318  (Gallia  christiana  2,  Instrum.  497).        *)  Bulle 
vom  13.  Aug.  1317  (Bull.  Rom.  Ed.  Taurin.  4,  249).  »)  Bullen  vom  23.  Juli 

und  16.  Sept.  1295  (Potthast  24148,  24185).  *)  Bulle  vom  28.  Februar  1318 

(Bull.  Rom.  Ed.  Taurin.  4,268). 


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I.  Provinciale. 


17 


Tholosanan  et  fecit  de  novo  in  sua '  Pampilonensem. 


diocesi  quatuor  episcopos,  videlicet 
Montisalbanum  dudum  de  diocesi 
Caturcensi,  Rivensem,  Sancti  Papuli, 
Lomberiensem ,  Mirapicensem  et 
Vaurensem,  quos  etiam  una  cum 
episcopatu  Appamiarum  constituit 
esse  de  cetero  de  provincia  Tholo- 
sana  et  suffraganeos  ecclesie  Tholo- 
sane. x) 

In  Ispania: 

Archiepiscopatus  Terraco- 
n  e  n  8  i  s  a)  hos  habet  suffraganeos : 

Barchinonensem  b) 

Maioricensem  exemptura  c) 2) 

Gerundensem 

Ausonensem  sive  Vicenserad) 

Hilerdensem  e) 

Oscensem 

Tirasonensem f ) 

Calaguritanum 

Urgellensem 

Cesaraugustanum,  qui  nunc  est  ar- 
chiepiscopatus *) 

Dertusensem 


Archiepiscopatus  Cesaraugustanus  hos 

habet  suffraganeos :  h)  3) 
Dertusensem 
Valentinum 
Pampilonensem. 

Archiepiscopatus  Toletanus 

hos  habet  suffraganeos: 
Seguntinum  *) 
Oxomensem 

Burgensem,  qui  est  domini  pape1) 
Palentinum 
Segobricensem  k) 
Secobiensem l) 
Conchensem. m) 

Archiepiscopatus  Compo  st  el- 
lanus  alias  Emeritensis n)  hos 
habet  suffraganeos: 

Abulensem 

Placentinum 

Salamantinum 

Elborensem 

Cauriensem 

Ulixbonensem 

Legionensem,  qui  est  domini  pape  °) 


•)  Terragonensis  C.  b)  Bartinonensem  H.  c)  fehlt  HE.  <*)  in  c 

als  gesonderte  Bisthümer.  *)  yi.  C.  11.  E.  f)  Tyr.  C.  6)  fehlt  voll- 

ständig in  C,  wo  es  im  folgenden  als  Erzbisthum  ausgeschieden  ist ;  ohne  Zusatz 
in  H.  h)  ganzer  Absatz  nur  in  C.  *)  exeniptum  C.  k)  Segurbien- 

sem  vel  Arbaresinum  C.  l)  Segobiensem  C.  ra)  Concesensem  H.  n)  in  H 
nur  Emeritensis.  °)  Zusatz  in  H  v.  a.  Hand,  exemptum  C. 

l)  Die  betreffenden  Bullen  sind  vom  25.  Juni,  7.  und  9.  Juli  1317  datirt 
(Gallia  christiana  13,    Instrum.  S.  55  —  60).  2)  Vgl.  die  Bullen  vom  20.  und 

23.  Dec  1230  (Auvray,  Reg.  Greg.  IX,  No.  523—4).  3)  Die  Abzweigung  Saragossas 
von  Tarragona  erfolgte  durch  Johann  XXII.  am  18.  Juli  1318  (Bull.  Rom.  Ed. 
Taurin.  4,  271).  Doch  nimmt  die  Errichtungsbulle  die  Theilung 
der  Suffragane  zwischen  den  beiden  Metropolen  ganz  anders 
vor:  1.  c.  272  volentes  ac  decernentes  .  .  .  ,  quod  Tarraconensi  metropoli .  .  .  , 
Barchinonensis,  Illerdensis,  Gerundensis,  Dertusensis,  Vicensis,  Urgellensis  et  Valen- 
tina  ecclesiae  .  .  .  debeant  remanere  r Nos  Oscensem,  Tirasonensem,  Pam- 
pilonensem et  Calaguritanam  ecclesias  sutfraganeas  quondam  predicte  Tarraco- 
nensis  ecclesie  .  .  .  ipsius  ecclesiae  Caesar augustanae  sutfraganeas  ac  de  provincia 
Caesaraugustana  in  perpetuum  fore  decernimus. 

T  a  n  g  1 ,  P&pstl.  Kanzloiordaangcn.  2 


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18 


I.  Provinciale. 


Zainorensem a) 

Ovetensem,   qui  est  domini  pape b)  | 

Civitatenseni  | 

Egitaniensemc) 

Pacensem^)  x) 

I 
Sanctissimus     dominus      noster  | 

dominus   Bonifacius   papa  Villi.   IV. 

id.    novembris    pontificatus    eiusdem 

anno    quinto    errexit     in    ecclesiam 

metropoliticam   ecclesiam   Ulixbonen- 

sem,  que  erat  suflraganea  Compostel- 

lane  ecclesie  eique  metropolitico  iure 

subiecit   infrascriptas    ecclesias  vide- 

licet:  Elborensem,  Egitaniensem,  que 

erant  suffraganee  ecclesie  Compostel- 

lane    predicte,    Lamecensem    suffra- 

ganeam     ecclesie      Bracharensis      ac 

Silvensem  suffraganeam  ecclesie  Ispa- 

lensis. e) 

In  Portugalia: 
Archiepiscopatus      Bracha- 
rensis hos  habet  suffraganeos: 
Portugalensem 
Colimbriensem f ) 
Visensem 
Lamecensem 
Auriensem 
Tudensem 
Lucensem 
Astoricensem 
Minduniensem  *) 

a)  Hamor.  C,  Samor.  alias  Zamor.  E.  b)  exemptum  C.  c)  Egitamen- 

8em  C.  d)  fehlt  HE  in  C  steht-  davor  noch  Lamecensem,  welches  die  anderen 
H8S.  unter  Braga  anfuhren.  e)  fehlt  HC  in  E  Nachtrag  v.  a.  H.  in  0  von 

gleicher  H.  im  Context.  f)  Columbr.  H.  g)  Mindon.  C.  h)  der  ganze 

Absatz  fehlt  in  H.  •)  (Jienen.  E.  k)  Zusatz  fehlt  in  E.  *)  Gadacen.  E, 

m)  Baton.  E.  n)  fehlt  H.     E  hat  zu  diesem  und  dem  vorhergehenden  den 

Zusatz:    Isti    duo    sunt   uniti.  °)   Saresbirien.    CE.  p)   Wigorien.   H, 

Q)  Conventren.  et  Lichefeld.  C,  Lichefeld.  et  Conventren.  unitaB  E.  «■)  fehlt  H. 

8)  Eliensem  CE.  l)  Landevenaem  H.  u)  Assaven.  C,    Sancti  Assaph   H. 

i)  Badajoz  gegründet  kurz  vor  1255  (vgl.  Potthast  16066).  ?)  Sevilla 

Erzbisthum  seit  1249,  vgl.  Potthast  13  379—80. 


Archiepiscopatus  Ispalensis  hos  habet 

suffraganeos : h)  *) 
Giennensem *) 
Cordubensem 

Cartaginensem  exemptumk) 
Silvensem 
Gadicensem1)  alias  Insuie  Viridis. 

In  Anglia: 
Archiepiscopatus      Cantua- 

r  i  e  d  s  i  s  hos  habet  suffraganeos : 
Londoniensem 

Roffensem  sive  Rovecestrensem 
Cicestrensem 
Exoniensem 
Wintonieusem 
Bathoniensem  m) 
Wellensem  n) 
Saresburiensem  °) 
Wigorniensem  p) 
Herefordensem 
Conventrensem  sive  Cestrensem  vel 

Lichifeldensem  q) 
Lincolniensem 
Norwicensem r) 
Heliensem s) 
Menevensem 
Landavensem l) 
Bangorensem 
de  Sancto  Asaphu) 
Archiepiscopatus  Eboracen- 

sis  hos  habet  suffraganeos: 
Dunelmensem 


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I.  Provinciale.  J9 

Cardocensem   vel   Karleolensem :  a)  Faterenseni  vel  Farevenseni m) 
et  sie  scribitur  in  litteris   aposto-  jn  Islandia: 

licis,  videlicet   sub   titulo   Karleo-  Scaloltensem  et  Holensem») 

lensis.  Grenelandiensem.  °) 

In  Dacia:  In  regno  Suecie:  p) 
ArchiepiscopatusLundensis   Archiepi8C0Patus     übsalen- 

hos  habet  sunraganeos :  .     *   ,       ,    ,    .       ~ 

^      .„,            u  sis<n  hos  haoet  suffraganeos : 

Boschildensem b)  A      .           rN 

~tl     .            v    '  Arusiensem r) 

Ottomensem c)  I  A                   ' 

01       .             '  _x  '  Aguriensem s) 

oleswicensem :  d)   attende,  quia  iste   Cj.          •               ♦. 

7                  ^  i  ötragwinensein f) 

est  nominatus  superius  de  provin-   T.  \.     T  . 

.       r               r  Lingacopensem  alias  LiDCopensem,u) 

cia    Bremensi,    tarnen    revera  non 

est  nisi  unus  episcopatus  sub  isto 

vocabulo  Sleswicensis. 
Bipensein 
Revalienseme)  ,  Wexiouensem  *) 

Wibergensem  I  In  Scocia:  w) 

Arusiensem  '  Sancti  Andree 

Burglavensem.  f )  j  Glasguensis  *) 

In  Norwegia :  j  Candide  Case  y) 

ArchiepiscopatusNidrosien- 

sis  hos  habet  suffraganeos : 
Bergensem 

Staviangriensem  &) 

Hamarcopiensem  vel  Hamarensem  h) 

Hasleoensem  alias  Osloensem1) 

Horcadensem  k)  Catanensis  8) 

Sodorensem1)  vel  Insulanum  DeAregarchelvelLismoriensis.s) 


et   sie   hodie    scribitur    in    litteris 
apostolicis,  videlicet  Lincopensis. 
Searensem 


Duncheldensis z) 

Dumblanensis 

Brechinensis 

Aberdonensis  a) 

Murensem  vel  Moraniensem  ß) 

Rosmarchinensis  vel  Bossensis  y) 


•  pH 

•  pH 

a 

o 


0 

o4 


&)  Karlolensem  C.  Zusatz  fehlt  H  C,  in  C  folgt  noch :  Candidecase.         b)  Ros- 
kild.  C.  c)  Othon.  C.  d)  Glevicensem  H.  Zusatz  fehlt  H  C.  <)  fehlt 

H  E.  0  alias  Burgalanen.  E.  e)  Stawangren.  C.  h)  Amaren.  C.  *)  Aslo- 
ensem  CE.  Zusatz  fehlt  C.  k)  Orchaden.  C.  *)  Sodrensem  E.  Zusatz  fehlt  C. 
m)  vel  Revensem  H.  Farensem  allein  C.  n)  Nslanden  H.  Island  eneem  von  den 

beiden  anderen  getrennt  C.    Olensem  C.  °)  Grelandensem  C.    C  hat  ausser 

den  angeführten  Bisthümern  noch  Gardensem.  p)  In  Swetrinia  C.  4)  Uspa- 
lensis  C,  Ypsalensis  E,  r)  Arosien.  E,  fehlt  H,  wo  es  nur  unter  Lund  steht, 

s)  fehlt  C.  *)  Strenguinen.  C,  Strawinensem  alias  Straganensem  E.  »)  Lin- 
gacop.  H,  Lincop.  C.    Zusatz  fehlt  HC.  v)  fehlt  HE.         w)  in  E  die  Bemer- 

kung :  archiepi8Copatus  non  est  ibi,  x)  Glascuen.  E  y)  fehlt  C.   Dieses  schiebt 

dafür  ein:  Ergadiensis.         '•)  Dulkelderisis  C.  a)  Aberconensis  H.  ß)  nur 

Moraniensis  C.  fO  nur  Rossensis  C,  nur  Rosmarchinensis  E.  5)  Cathinen- 

ßi8  C.  c)  De  fehlt  E,  nur  Lismoriensis  C.  C)  so  H,  omnes  sunt  exempti  C. 
E  zu  jedem  domini  pape  und  ausserdem  nach  Murensis;  qui  et  VII  episcopatus 
proxime  scripti  sunt  prout  sequentes  tres  immediate  domini  nostri  pape. 


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20 


L  Provinciale. 


In  Ybernia:  a) 
Archiepiscopatus  Armachieb)  primatus  tofcius  Ybernie  hos  habet 
suffraganeos : 


H 


Midensem  de  Midia 

Connerinensem 

Cluanensem  de  Cloemnachnois 

Dundalechglas 

Lugundunensem 

Tirbrunensem  de  Tirbrum 

Cluaniraird 

Clochorensem  de  Clochor 


Connerensem  de  Connere 
Drummorensem  de  Drummor 
Ardachadensem  de  Ardachar 
Rathbocensem  de  Bathboth 
Dunnensem  de  Dun 
Kathlurensem  de  ßathluri 
Danliguirensem 
Datrihensem. 


C 


Conorensem  vel  Conorinensem 

Midensem 

Clonfortensem 

Lugundunensem  vel  Codorensem 

Ardachadensem 

Bochobonensem  vel  Rappochensem 


1  Ciotorensem  vel  Connarensem 
Drummorensem 
Archadensem 

Danligiarensem  vel  Derensem 
Dunensem. 


E 


Midensem  de  Midia  vel  Cluaniraud 
Dunensem  alias  Dundalechglas 
Lugundimensem  alias  Clochorensem 
et  sub  isto  ultimo  vocabulo,  sei- 
licet   Clochorensis,    scribitur    in 
litteris  apostolicis  hodie 
Connerensem  de  Connere 
Ardachadensem  de  Ardachaz 


Eathobotensem  alias  Rathbotensem 
de  Eathbotha 

Kathlurensem  de  Kathluri  vel  Egho- 
nensem ;  sub  isto  ultimo  vocabulo 
hodie  in  litteris  apostolicis  de- 
scribitur,  scilicet  Eghonensis 

Danliguirensem 

Darrihensem. 


Archiepiscopatus  Dublinensis  hos  habet  suffraganeos: 

H 


Glendelacensem 
Fernensem  de  Ferna 
de  Cainic  vel  Ossoriensem  de  Kil- 
beini 


de  Glan  vel  Lethlinensem  de  Leth- 

glin 
Kilderensem  vel  Darensem  de  Kil- 

dara. 


a)  Ibernia  E.  Da  die  Namen  der  Bisthümer  in  Schreibweise,  Anzahl  und 
Reihenfolge  in  den  Hss.  gerade  hier  allzuarg  von  einander  abweichen,  zog  ich 
es  vor,  die  einzelnen  Ueberlieferungen  in  Spaltendruck  zu  geben.  h)  Anna- 

chanue  C,  primatus  totius  Ybernie  fehlt  C. 


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I.  Provinciale. 


21 


Glendelacensem 
Feriiensem 
Lethlensem 
Canusleglenensem 

Glendelacensem 
Fernensem 

Ossorensem  alias  de  Caniic 
de  Glen  alias  Lechlinensem ;  et  sub 
isto  vocabulo  Lechlinensis  hodie 


Ossoriensem 

Darensem 

Olensem  vel  Geetinum 

Ghildarac 


E 


scribitur  in  litteris  apostolicis 
Eilderensem  alias  Darensem ;  et  sie 
idem  describitur  in  litteris  aposto- 
licis,  scilicet   sub   isto    vocabulo 
Darensis. 


Archiepiscopatus  Cassellensis  hos  habet  suffraganeos : a) 

H 

Lumricensem  de  Lumrich  I  Watrafordensem  de  Wadreforde 

de  insula  Gathay  Lismorensem  de  Lismor 

Finnauarensem  de  Finnauer  I  Clonensem  de  Cluenoma 

Decelluinabrach  .  Cortaiensem  de  Cortaia 

Ymlicensem  de  Yinlech  Ide  Rosailithir 

Roscensem  de  Roselichu  Ardfertensem  de  Ardferta. 


C 


Cathay 

Derosanum 

Cluanensem 

Corcogensem 

Artfortensem 

Fertensem 

Roffensem 

Sanctibrandanum. 


Laoniensem 

Limiricensem  vel  Lamenec 

Finabarensem 

Insulanum 

Deymlech 

Imlacensem 

Roscensem 

Watinfordensem 

Laoniensem  de  Cendaluan 

de  Lumnech  alias  Lumricensem 

de  insula  Gathay 

de  Celluinabrach 

de  Imloch  alias  Imilicensem 

Roscensem  alias  Roscreen 

de  Waltifordian  alias  Watraforden-  '  Corcarensem 


E 


sie  scribitur  hodie  in  litteris 
apostolicis,  videlicet  sub  nomine 
Lismorensis 
de  Cluanuaman  alias  Clonensem; 
et  sie  scribitur  hodie  in  litteris 
apostolicis,  scilicet  Clonensis 


sem 


de   Lismor  alias  Lismorensem;   et 


de  Rosarlithir 
Deardfertensem  Deardferta. 


a)  Ueberschrift  fehlt  in  H, 


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22 


I.  Provinciale. 


Archiepiscopatus  Tuamensis  hos  habet  suffiraganeos: 

H 


Duacensem  de  Kilmachduoth 

de  Mageo 

Enachdunensen  de  Enachdun 

de  Cellaiaid 

de  Roscomon 

Clomferten8era  de  Cloniferta 

Alachdonensem  ipse  tenet 

Elfinensem 

Clonfortensem 

Achadensem 

Culnanfortensem 

Suacensem 

Duacensem  vel  Kilmachduohc 
de  Mageo 

Enachdunensem  de  Enachdun 
de  Cellaiaro  alias  de  Celiaio 
de  Roscommon 
Clonfertensem  de  Clonferta 

In  Sardinia: 
Archiepiscopatus    Calarita- 

nus  hos  habet  suffiraganeos: 
Sulcitanum  b) 
Doliensem 
Suellensem. 
Archiepiscopatus     Turrita- 

nus  hos  habet  suffiraganeos: 
Sorrensem c) 
Plavaceusem 
Ampuriensem 
Gisardensem  d) 
Castrensem 
Othanensem 


Achadensem  vel  Achadamuri 

Aldensem  de  Chilalech 

Decolairi 

de  Celmunduath 

Elfinensem  de  Elfide. 


C 


|  Conactensem 
Aladensem 
Colmunduach 
Enachdunensem 
Blodensem. 


E 


I  Achadensem  de  Achad  alias  Achad- 
'      xoniri a) 

Aladensem  de  Eillalech 
i  de  Conairi  alias  de  Colairi 
|  de  Celmunduach 
i  Elfinensem  de  Elfind. 

'  Bosanum. 

Archiepiscopatus    Arboren- 
I      sis  hos  habet  suffiraganeos: 
|  Usellensem  e) 
Sancte  Juste 
Terre  Albe 

Civitatensem,  qui  est  domini  pape 
Galtellinensem,f )  qui  est  domini  pape. 

Ultra  mare: 
Jerosolomitanus  patriarcha- 
tus  habet  sub  se  has  metropoles 
inferius  annotatas  et  hos  suffira- 
ganeos : 
Ebronensem 


R)  Achadeoniri  0.  b)  Sulciensem   vel   Sulcitanum   C,    Sulectanum    E. 

c)  Sorranum  vel  Sorrensem  0.  d)  Gissarden.  vel  Girathen.  C,    Gisarelens.  E. 

°)  U8elen8.  E.  f)  Caltellieneem.  Civitatensem  exempti  U.  ß)  metropolos 

et  euifraganeo8  G. 


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Lidensem 

Aschalonensem,  qui  est  Bethleera.a) 

Archiepiscopatus  Tirensis  hos  habet 

suffraganeos : 
Acconensem  b) 
Sidoniensem () 
Beritensem 


Bibliensem,  qui  dicitur  Gibelet.m) 
Archiepiscopatus  Tarsensis. 
Archiepiscopatus  Edessenus,  qui  alio 

nomine  dicitur  ßagesmedorum. 
Archiepiscopatus  Apphamiensis  hunc 

habet  suffraganeum : 
Valauiensem. 


Paneensem,  qui  alio  nomine  dicitur  Archiepiscopatus  Tulupensis, ")   qui 

Belinensis. d)  j      eciam  Elyospolitanus   appellatur. 

Archiepiscopatus     Cesaree e)     hunc  |  Archiepiscopatus  Corizensis.  °) 

habet  suffraganeum:  Archiepiscopatus  Maraistrensis. 

Sebastensem,  que   civitas   alio   no-  JuxtaP)  traditiones .  veterum  et 

mine  dicitur  Samaria. f )  ,  eciam  quedam  scripta,  que  auctori- 

Archiepiscopatus     NazareeS)     hunc  tatem  habent  non    modicam   apud 

habet  suffraganeum :  Palestinos  et  maxime  Grecos  Jero- 

Tyberiadensem.  solimitana  <i)  ecclesia  usque  ad  tem- 

Archiepiscopatus  Petracensis h)  nul-  pora     domini     Justiniani     sancte 

lum  habet  suffraganeum.1)  recordacionis     augusti     episcopum 

In  Antiochia:  habuit  nulla  vel  modicar)  dignitatis 

In  Antiochenok)  patriarcha-  prerogativa  gaudentem. 

tu    sunt    centum    quinquaginta  Tempore  vero  predicti  deo  di- 

tres  cathedrales  ecclesie  ad  instar  lecti  principis  congregata  est  syno- 

illius    evangelii:    „Impletum   est  dus  generalis  apud  Constantinopo- 

rete  magnis  piscibus  centum  quin-  lim    tempore    domini  Vigilii    pape, 

quaginta   tribus."     De    hiis  istis  Euticii  Constautinopolitani,   Apoli- 

temporibus  hos  habuit  archiepisco-  nariis)  Alexandrini,  Dompni1)  An- 

pos,  qui  inferius  aunotantur;  hos  tioceni,  Eustachii u)  Jerosolimitani v) 

autem1)  habet  suffraganeos:  patriarcharum  sub  tribus  capitulis, 

Laodicensem  videlicet  scriptis  Theodoreti  Cyti, w) 

Gabulensem  item   scriptis   Theodori   Mopsvestie 

Anteradensem  episcoporum    et   epistola    Hibe    ad 

Tripolitanum  Marim  Persam. 


a)  Qui  eciam  Bethleera  dicitur  E.  b)  Aconensein  H  E.  c)  Sydou.  C. 

d)  Paneaden.  vel  Belinens.  C\  Bellinens.  H.  e)  Oesariensis  C.         f)  vel  Sama- 

ria vel  Sebastia  C.  e)  Nazariensis  C.  h)  Patracensis  H.  ')  nulluni- 

suffrag.  fehlt  H;  in  C  folgt  darauf  nur   noch   f.  450   archiepiscopatus   Pariensis, 
episcopatus  Spitarensis,  Lapsacensis ;  damit  bricht  der  Text  in  C  ab.  k)  Antio- 

ceno  E.  *)  fehlt  H.  nl)  cuius   civitas,    Biblum   videlicet,    hodie  Gibelet 

dicitur  E.  n)  Tupulensis  E.  °)  Corisensis  E.  P)  in  E  die  Ueberschrift : 

In8titutio  patriarchatus  Jerosolomitani.  <l)  Jerosolomitana  E.  r)  vel  saltem 

mod.  E.  »)  Appollinarii  E.  l)  Domini  E,  ")  fehlt  E.  v)  Jero- 

solomitani E.  w)  Cyoti  E, 


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24 


I.  Provinciale. 


In  qua  synodo  post  alias  ec- 1  metropolitanis   et  eorum   suflraga- 

clesie  dei  necessarias  instituciones,  neis;  est  enim  ordo  talis: 

quas    pro    tempore    proinulgandas  T     p  1      . 

.  .  .  .  .  i  in  x  alestina  • 

decreverat   sanctorum   patrura,  qui 

ad  eam  convenerant,  auctoritas, pre-  Sedes  prima:  Cesareamaritima, quasi 
dictam  deo  amabilem  honorare  ec-       ******  <l™*  reedificavit  Hero- 
clesiam  et  eius  episcopo  locum  inter  j        es*  ) 
patriarchas    dare   comnnmi    sanxit '  Sub  hac  sunt  episcopatus  XIX,  vi- 

voluntate ,     reverenciam     exhibens 


sancte    resurrectioni.     Et  quoniam 
predicta  dei  cultrix,    scilicet  Jeru- 
salem4) civitas,    quasi  in  limitibus 
Alexandrini  et  Anthiocheni  patriar- 
chatuum  erat   nee   haberent,   unde 
illi  urbes   ordinareot  suflraganeas, 
nisi  utrique  patriarche  aliquid  de- 
traherent,    visum   est   expedire   ab 
utroque  aliquid  decerpere,  ut  eidem  | 
iuxta  formam   aliorum   patriarcha-  j  Regium  Livas 
tuum  ordinarent  subiectos.  Subtra-  |  ^P™*  »adaron 
xerunt  ergo  Anthiocheno  Cesarien-  | Azotus  Paralia8'  id  est  ^lmermiu 
sem   et  Scitopolitanum  metropoli-   Azotus  TJPumk) 
tanos,  Alexandrino  vero  Rabensem,  Eftomasoni) 


delicet : 
Dora 

Antipatrida 
Janinas  ?) 
Nicopolis 
Onush) 
Sorucis 
Rafias1) 

Regium  Apatos 
Regium  Jericho 


qui  est  hodie  Petracensis b)  et  Be- 
terrensem, ubi  non  est  hodie  archi- 
episcopus ,  item  metropolitanos. c) 
Et  quoniam  iterum  eundem  patriar- 
cham  oportebat  habere  preter  supra- 
dictos     metropolitauos     familiäres 


Eftalion  m) 

Tricomias 

Toxus 

Saltuum 

Constantiniaquis. 

In  Galilea: 


suflfraganeos,  quos   Greci   cincellos   Secunda  sedes  Scitopolis, ")   id   est 


vocant,  subtraxerunt  predictis  me- 
tropolitanis quosdam  suffraganeos  d) 
episcopos  et  quosdam  de  novo  crea- 
verunt  usque  ad  viginti  quinque, 
quarume)  urbium  numerum  et  no- 
mina  subiunximus,  computatis  prius 

b)  PatracenaiB  H. 


Bethsan;  sed  hodie  translata  e^t 
sedes  ad  Nazareth  ob  veneracio- 
nem  annunciacionis  dominiee  et 
nativitatis  °)  beate  Marie  Virginis. 
Sub  hac  sunt  episcopatus  decem,v) 
videlicet : 


Ä)  Jero8alem  E.  b)  PatracenaiB  H.  c)  archiepiscopatua  Rabensem 

et  Beterrensem  item  metropolitanos  H.  Die  Namen  fehlen  dafür  an  ihrer  rich- 
tigen Stelle.  d)  fehlt  H.  *)  quorum  H.  f )  quasi  -  HerodeB  fehlt  H. 
e)  Janias  id  est  Assur  E.  h)  Onue  H.  »)  Rasias  H.  k)  Tipum  E. 
l)  Estomason  H.  m)  Efcilion  E.  »)  Scitapolis  E.  °)  uativitatem  E. 
P)  IX  IL 


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L  Proyinciald. 


25 


Capitoliados 

Mira 

Gadaram  a) 

Pelon 

Villis 

Ippus 

Tetracomias 

Climagaulanis 

Comanas 

Tiberias. b) 

In  Arabia: 

Sedes  tercia:  Araba  Moabitis,  id 
est  Petra  deserti  unde  Petracön- 
sis.  Sub  hac  sunt  episcopatus  Xll : 

Augustopolis 

Arindila 

Karach c) 

Jerapolis 

Memsidos 

Elucisd) 

Zora 

Virossam  e) 

Pentacomia 

Mamapson 

Mitrocomias 

Saltum  Jeraticon.f) 

In  Siria  Sobal: 
Sedes  quarta:  Beteira*)  Arabie.  Sub 

hac  sunt  episcopatus  XXXV: 
Adrasson 
Dias 

Medauon 
Jerasson 
Nevi 

Filadelphias  h) 
Jerapolis 


a)  Madarum 
c)  Virossa  E. 
i»)  Filadelfias  H. 
goarechon  H. 
p)  Bereberrin  IL 


Esius 

Neapolis 

Pilipopolis 

Fenustus 

Dionisias 

Constancianis 

Pentaconias *) 

Tricomias 

Canofados 

Saltum 

Votaneos 

Exacomias 

Enacomias 

Comogonias 

Comogeros 

Comostanis 

Comismadeicon  k) 

Coraocoreatas 

Comiscapron 

Comisvilvanos 

Comispirgoarethon l) 

Comispectius 

Coniisariocon 

Comisneotis 

Clunaanatolis  que  Nismon 

Comistrachonos 

Couiisariothas 

Comisvesdamos. m) 

Suffraganearum   prima   Lidda,  que 
hodie  est  Sanctus  Georgius 

Joppe  id  est  Jaffe 

Ascalon11) 

Gaza 

Meymas 
|  Diooclicianopolis  °) 

Begheberin  p)  id  est  Bersabee 
|  Neapolis  id  est  Sichern 

H.  M  Tyb.   E.  c)  Rarrach  H.  <*)  Fliicw   H. 

f)  Saltura  Jeraticon  als  getrennte  Bisthümer.  g)  Betera  H. 

l)  Pentaconias.  k)  Comismahdeicon  E.  *)  Comispir- 

m)  Comisvedanos  E.        »)  Aschalon  E.  °)  Piodicianopolis  H. 


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26 


X  Provinciale. 


Sebastea 

Jericuntus  a) 

Tyberiadis 

Dioceaarea 

Ebron,  que  de  novo  est  episcopatus, 
dicitur  Sanctus  Abraham  vulga- 
riter i») 

Legionum  id  est  Ligunc) 

Capitolina 

Mauronensis 

Gederad) 

Hadroga  °) 

Nazareth,  ubi  hodie  est  archiepi- 
scopus 

Tabor,  f)  ubi  transfiguratus  est 
Christus 

Caraca  vel  Petra  id  est  Cara*) 

Affra 

Helis 

Faram 

Helenopolis 

Mons  Synai, h)  ubi  in  pede  montis 
est  abbacia  et1)  in  vertice  epi- 
scopatus. 

Hec  est  ordinacio  sub  apostolica 
sede  Antiochie  catholicorum  me- 
tropolitanorum  archiepiscoporum 
episcoporum : 

Catholicus  Yrirapolis,  que  est  Bal- 
dach 

Catholicus  Ani,  qui  est  Persidis. 

Sedes  prima:  Tyrus.    Sub  hac  sede 

sunt  episcopatus  XIII : 
Porfirionk)  id  est  Cayfas 


Archis 

Sydon 

Ptolemaydis  id  est  Accon 

Sarepta  id  est  Sarphenti1) 

Biblium 

Botrion 

Orchosia 

Arados 

Antarados  id  est  Tortosa1") 

Paneas11)  id  est  Beiinas 

Aracli  id  est  Maireclea0) 

Beritus  id  est  Barut 

Tripolis. 

Sedes  secunda :  Tharsus.  v)  Sub  hac 

sede  sunt  episcopatus  V: 
Sebastis 
Mallos 
Tina 
Coricos 
Poderados.  {i) 

In  Armenia: 

Sedes  tertia:  Edessa, r)  id  est  Ba- 
ges.  Sub  hac  sede  sunt  episco- 
patus X :  s) 

Virchi 

Constantia 

Carron 

Mareopolis 

Vatnon 

Cedmaron  *) 

Ymeria 

Querquensia 

Tapsaron 
i  Calunicos. 


B)  Jericunctus  H.  b)  Ebron,  qui  de  novo  est  factua  et  vocatur  Sanctus 

Abraham  E.  *■')  Liguni  H.  d)  Gedara  H.  e)  Hadraga  H.  f)  Thabor  H. 
p)  Caraca  id  est  Cara  vel  Petra  H.  **)  Mons  Syna  H.  »)  fehlt  H.  k)  Por- 
fireon  H.  J)  Sarphent  H.  ,n)  Antharados  id  est  Torrosa  E.  «)  Peneas  H. 

•>)  Tracli  id  est  Mauroclea  E.  v)  Tarsus  E.  4)  Poderatos  11.  r)  Edessei  11. 
»)  XI  H.  l)  Cedinaron  H. 


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I.  Provitfciale. 


27 


Sedes  quarta:   Aparaia 

id  est 

Al- 

Dyonisia 

bara.a)    Sub  hac  sede  sunt 

epi- 

Conaathori f ) 

scopatus  VII: 

Marimopolis &) 

Epyphania 

Philipolis 

Seleucovalla  id  est  Seleucia 

Crisopolis 

Larissa 

Neylon 

Valanea 

Lorea. h) 

Mariani 

In  Armenia: 

Kaphonia 

Sedes  septima :  Anavarza.    Sub  hac 

Arethusa. 

sede  sunt  episcopatus  IX: 

Sedes  quinta:  Jerapolir 

id  est  Mal- 

Epiphania 

bech.     Sub  hac  sede  sunt  episco- 

Alexandros  id  est  parva  Alexandria 

patus  octo: 

Irinopolis 

Zeuma 

Cambrisopolis 

Surron  b) 

Flavias 

Varvalis 

Kossos 

Neocesarea 

Castavali 

Perri 

Eguas 

Orimon 

TV     1*     1    • 

Sisia 

Dolichi 
Europi. 

Sedes  octava:    Seleucia.     Sub   hac 

sede  sunt  episcopatus  XXIIII: 

In  Arabia: 

Claudiopolis 

Sedessexta:  Bostra  id  est  Busselech. 

Diocesarea 

Sub   hac  sede   sunt 

episcopatus 

Oropi 

XIX: 

Dalixandos 

Genison 

Sevila 

Philadelphia 

Kelenderis 

Adraon 

Anemori 

Midaon c) 

Titopolis 

Austandon 

Lamos 

Belrauudon 

Antiochia1)  parva 

Zoroynia 

Nephelia 

Herri 

Kistra*) 

Yeni*) 

Selemerita 

Euthny6) 

Yotapi 

Constancia 

Philadelphia  parva 

Paramboli 

Irinopolis 

R)  Abbara  H.         t>)  Zurron  E.  c)  Miadon  H.         ,l)  Yevi  E.        <-*)  Euti- 

mii  H.  ')  Conaathoii  H.  e)  Marimpolie  H.  •')  Norea  E.  >)  An- 

thioccia  H.  K)  Kistra  E. 


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28 


L  Pjroyinciale. 


Germanicopolis 

Mobda 

Dometiopolis  a) 

Sbidi 

Zinopolis 

Adrason 

Miloi 

Neapolis. 

In  Siria: 
Sedes  nona:  Damascus. h)  Sub  hac 
sede  sunt  episcopatus  X,  scilicet : 
Abli 

Pamipon 
Laodicia  c) 
Euria 

Konokora  d) 
Jabruda 
Danabi 
Karothea 
Hardani e) 
Surraquini: f ) 

In  insula  Cypri :  j 

Archiepiscopatus  Nicosien* 

sis&)  hos  habet  suffraganeos: 
Paphensem 

Limichonienseui  vel  Limolensem h)  Liodinensem 
Famagustanum  *)  I  Destillaria. 

De  Solia. k)  Isti  gunt  ultra  brachium  sancti 

Isti  sunt  episcopi  Bulgarie:       Georgii: 
Tornoviensis1)  archiepisco-   ArchiepiscopatusSquisicen- 

pus,  qui  est  primae,  j      sisP)  hos  habet  suifraganeos: 

archiepiscopusVelesbudien-  [Troianum 

s  i  s,  1  Andrimitanum 

archiepiscopus   Prosthlavi-  |  Lacorensem 

e  n  s  i  s :  de  Nicomedia 

Scopiensis  de  Candimonia 

a)  Domecinopoli8  E.  b)  Dasmascue  H.  c)  Laodd.  H.  d)  Kono- 

liora  E.         c)  Hardam  E.  •)  Sinraquini  E.         s)  Nicoeciensis  E.        h)  Limi- 

choniensem  alias  Limolensem  vel  Nimociensem  E.  »)  Famaguatanus  UE. 

k)  fehlt  H.  *)  Tonoviensis  H.  "»)  Budim(ni  ?)ensis  H.         n)  Dariensem  H. 

°)  Anchad.  E.  p)  Equisicensis  ü 


Pizriensis 
Budinensis  "*) 
Lomsiensis 
Brunziberensiä. 

In  Grecia: 
Constantinopolitana    eccle- 

sia  hos  habet  suffragaiieos : 
Solumbriensem 
Naturensem 
Spigacensem 
Panadensem 
Derkensem 
Calcedonensem. 

Archiepiscopatus  Iraclien- 
sis  hos  habet  suifraganeos: 

Redestonensem 

Peristasiensem 

Calipolensem 

Danensem  n) 

Churlotensem 

Archadopolitanum  ü) 

Missinensem. 

Archiepiscopatus  Pariensis 
hos  habet  suffraganeos: 

Lapsacensem 


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I.  trovinciale. 


29 


Lupudiensem 

de  Palea 

de  Epygoniaa) 

Libariensem. 

Archiepiscopatus   Verisien- 

sisb)  hos  habet  suffraganeos: 
Bussionensem 
Aprensem 
Kypsalensem. 
Archiepiscopatus    Maditen- 

sis  nullum  habet  suffraganeum. 
Archiepiscopatus  Adrinopo- 

litanus   nullum   habet   suffra- 

ganeum. c) 
Archiepiscopatus    Traiano- 

politanus  hunc  habet  suflra- 

ganeum: 
Aniensem. 
Archiepiscopatus     Makren- 

sisd)  hunc  habet  suffraganeum : 
Maroniensem. 
Archiepiscopatus     Messin  o- 

p  o  1  i  t  a  n  u  s e)  hunc  habet  suffra- 
ganeum: 
Xanthiensem.f) 

In  Macedonia: 

Archiepiscopatus  Philip- 
pen sis  hos  habet  suffraganeos: 

Ghristopolitanum 

Draginensem 

Chrisopolitanum. 

Archiepiscopatus  Serrensis 
nullum  habet  suffraganeum. 

Archiepiscopatus  Thessalo- 


nicensis   hos   habet    suffraga- 
neos: 
Citrensem 
Verisiensem. 
Archiepiscopatus  Larissenus 

hos  habet  suffraganeos: 
Dimitriensem 
Almirensem 
Cardicensem 
Sidoniensem 
Nazarocensein 
Dimicensem. 
Archiepiscopatus        Neopa- 

trensis  habet  suffraganeum: 
Lavacensem. 

In  Achaya: 
Archiepiscopatus  Thebanus 

hos  habet  suffraganeos: 
Zaratoviensem 
Castoriensem. 
Archiepiscopatus  Athenien- 

sis  hos  habet  suffraganeos: 
Termopilensem 
Davaliensem 
Salonensem 
Nigripontensem  &) 
Abeloneusem 
Reonensem 
Megarensem 
Eginensem. h) 
Archiepiscopatus   Corinthi- 

e  n  s  i  s  hunc  habet  suffraganeum : 
Argolicensem. {) 
Archiepiscopatus  Patracen- 

sis  hos  habet  suffraganeos: 
Olenensem 


*)  Turpigonia  BL  b)  Versienßia  H.  c)  Atrin.  H;  hos  habet  suflra- 

ganeoB  aber  ohne  Namen  H.  d)  Malkerensis  H.  e)  Messipolitanus  E. 

f)  Xancthiensem  E.  i)  Nigripotensem  H.  k)  Epirinensem  E.  *)  Argi- 

vensem  H. 


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30 


I.  Provinciale. 


Mothonenseni 

Coronen8em 

Amiclensem 

Andrevillensem 

Cephaluniensem  a) 

Jacinthensem. b) 

Archiepiscopatus  Corfien- 
s  i  s c) 

Archiepiscopatus  Duracen- 
sis.c) 

In  insula: 

Archiepiscopatus  Criten- 
sis.c) 

Archiepiscopatus  Cretensis 
hos  habet  suffraganeos: 

Satrensem  alias  Sitrensemd) 

Canticensem 

Arianensem 

Milopotamiensem 

Kyrothonissiensem 

Calamonensem. e) 

Archiepiscopatus  Colocen- 
sise)  qui  dicitur  Rodo. 

Archiepiscopatus f )  Cambaliensis  in 
dominio  Tartarorum  fuit  creatus 
de  novo  per  dominum  dementem 
papam  V.  *)  Habet  sex  suffraga- 
neos consecratos  in  curia  de  man- 
dato  domini  pape,  quibus  depu- 
tandi  sunt  episcopatus  per  archi- 
episcopum    supradictura    videlicet : 

Gambaliensem 

Caphensem 


Albicastrensem 

Tariensem 

Zaytanensem 

Feraensem 

et  Montiscaspensem. 

Archiepiscopus  Soltaniensis  in  domi- 
nio Tartarorum  parcium  aquilo- 
narum  fuit  creatus  de  novo  per 
felicis  recordacionis  Johannem  pa- 
pam XXII.  et  habet  sex  suffraga- 
neos consecratos  in  curia  de  man- 
dato  ipsius  domini  pape,  quibus 
deputandi  sunt  episcopatus  per 
archiepiscopum  supradictura.  Datum 
kal.  apriL  pontificatus  eiusdem 
domini  Johannis  pape  anno  secun- 
do ;  et  sunt  hii :  2) 

Thaurisiensis 

Nachuanensis 

Sevastopolis 

Maragensis 

Argionensis 

Teflisiensis 

Sebastensis 

et  Achalczachtensis. 

Isti  duo  Ultimi  additi  fuerunt 
per  eundem  papam  Joannem,  ut  mihi 
T[heoderico]  plena  informacio  facta 
fuit  et  plures  ad  horum  titulorum 
ecclesias  promoti  fuerunt  pro  tem- 
pore successive.  *) 

Conaviensis   in  Albania,    et   videlicet 


a)  Ophalunensem  H.  h)  Jachinttensem  E.  e)  in  H  noch  als  Suf- 

fragane  von  Patras.  <•)  fehlt  H;  in  E  von  a.  Hand  nachgetragen,  in  0  von 

gleicher  Hand  im  Context.  «)  Colosensis  H.  f)  das  folgende  bis  S.  31 

Ex  parte  Egypti  fehlt  in  H.  e)  Eigenhändiger  Zusatz  Dietrichs  von  Nieheim : 

das  k.  k.  Institut  für  österr.  Geschichtsforsch.  in  Wien  besitzt  aus  Diekaraps 
Nachlass  eine  photographische  Aufnahme  dieser  Stelle. 

')  1307;  vgl.  Hist.  polit,  Blätter  36,868,  Reg.  Clement,  V.  2,147,  No.  2216. 
*)  Vgl.  Hist.  polit.  Blätter  36,868—70. 


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I.  Provinciale. 


31 


iuxta    depo8icionem    testium    XV 
ducatorum,  et  est  exempta. B) 

In  regno  Boemie : 

Archiepiscopatns    Pragensis,    qui    de 

provincia  Maguntina  fuit  subtractus, 

erectus  est  in  ecclesiam  metropo- 

litanam    per    felicis   recordacionis 

;  h)    qui     quidem    Pragensis 

archiepiscopatus     sequentes    habet 
suffraganeos  videlicet:  l) 
Olomucensem  alias  Moraviensem,  olim 
suflraganeum  archiepiscopi  Magun- 
tini 
Luthomuslenseni. 

Ex  parte  Egygti c) 2)  detinet 
soldanus  super  maritimam  Scalonam, 
ubi  fait  tempore  Grecorum  sedes 
archiepiscopalis. 

Item  detinet  Gazarum  et  Daronem, 
que  fuerunt  castra  Templariorum 
et  sedes  episcopales  tempore  Gre- 
corum. 

Versus  Jerusalem  detinet  Seba- 
stem,  qued)  fuit  et  est  sedes  epi- 
scopalis ; 

item  Neapolim,  que  una  cum 
terra  Sebastem  antiquitus  Samaria 
dicebatur. 

Item  detinet  grandeGerinume) 
et  castrum  Pianorum  et  castrum 
Falbarum,  que  fuerunt  castra  nobi- 


lissima  Templariorum .  Et  hec  oninia 
detinet  cum  pertinentiis  suis. 

Versus  Arabiam  et  in  Arabia 
detinet  Ebroo,  que  nunc  Sanctus 
Abraam  nuncupatur  et  est  sedes 
episcopalis ; 

item  civitatem  ficuum,  que 
Betula  antiquitus  dicebatur  et  est 
sedes  episcopalis; 

item  castrum  nobilissimum, 
quod  Taphila  dicitur; 

item  Petracensem  civitatem  et 
est  archiepiscopalis  sedes,  que  nunc 
Cracum  vulgariter  appellatur; 

item  castra  Montisregalis  et 
Seile  cum  pluribus  aliis  castris, 
quorum  nomina  nescio  et  cum  per- 
tinenciis  suis,  et  hec  terra  debet 
esse  filie  principis  Rupini 3)  et  pro- 
tenditur  a  Jerusalem  per  quinque 
dietas; 

item  vallem  de  Mossa,  que  est 
pars  Ydumee,  et  hoc  est  versus 
Damascum;  ibi  sunt  plura  castra 
et  ville,  quarum  nomina  nescio,  et 
debent  esse  domicelle  supradicte. 

Versus  Acconf)  et  versus  Na- 
zareth  castrum  Saphorie,  quod 
fuit  regis; 

item  montem  Thabor,  qui  fuit 
abbatis  eiusdem  loci,  et  castrum 
Burie,  quod  fuit  eiusdem    abbatis; 


*)  Nachtrag  von  a.  Hand  als  der  Dietrichs.  b)  5  Zeilen  freigelassen  E. 

c)  in  E  die  üeberschrift :  Sequuntur  nomina  quarundam  terrarum  ultra  mare 
sitarum  videlicet  in  Terra  Sancta  pridera  possessarum  per  christianos,  tunc  de- 
tentarum  per  infideles.        d)  qui  H.        e)  Grande  et  Gerinum  H.        f)  Acon  H. 

*)  Vgl.  o.  S.  12  A.  3.  *)  Vgl.  von  hier  an  das  von  Rey,  Recherches 

geographiques  et  histosiques  sur  la  domination  des  Latins  en  Orient,  S.  16  aus 
Cod.  Paris,  lat.  8985,  f.  235  herausgegebene  Fragment  mit  der  Üeberschrift:  In 
eodem  provinciali  post  patriarchatus  Constantinopolitani  descriptas  sedes  legitur. 
8)  Alice,  Tochter  Rupens  von  Armenien,  vermählt  mit  Raimund,  Sohn  Boemunds  III. 
von  Antiochien;  vgl.  Wilken,  Gesch.  d.  Kreuzzöge  5,9  und  7,50—51. 


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32 


I.  frovinciale. 


item  civitatem  Naym, a)  ubi 
olim  fuit  sedes  episcopalis; 

item  ßeersaydam  civitatem 
Petri  et  Andree  apostolorum ;  V) 

item  castrum,  quod  Belum- 
videre  dicitur  et  fuit  hospitalis 
Jerusalemitani; 

item  in  terra  de  Gor,  ubi  fuit 
Sodoma  et  Gomorra,  castrum  quod 
Marescalciac)  dicitur,  quod  fuit  regis ; 

item  Jericho,  que  fuit  abba- 
iisse  sancti  Lazari  de  Bethania  et 
distat  ab  hac  parte  a  Jerusalem 
per  septem  leucas; 

item  super  mare  Galilee  civi- 
tatem Tiberiadis,  que  est  sedes  epi- 
scopalis et  protenditur  hec  terra 
per  duas  magnas  dietas  et  amplius ; 
et  hec  omnia  detinet  cum  perti- 
nenciis  suis. 

Item  versus  Arabiam  ex  hac 
parte  castrum,  quod  dicitur  Cava 
de  Suet,  qui  est  fluvius,  qui  iuxta 
Tiberiadem  fluvio  Jordanis  iungitur ; 
dominus  autem  Tiberiadis  vocatur 
princeps  Galilee; 


item  detinet  Tyrum  et  Accon, d) 
versus  montana  castrum  Saphet,0) 
quod  fuit  Templariorum ; 

item  castrum  novum,  quod  fuit 
domini  Turonis,  quod  esse  debet 
filie  principis  Kupini; 

item  vadum  Jacob,  quod  fuit 
Templariorum ; 

item  Cesaream  Philippi,  que f ) 
|  Beiinas  vulgariter  appellatur  et  est 
sedes  episcopalis  et  debet  esse  filie 
principis  Bupini ;  et  hec  omnia  tenet 
cum  pertinentii8  suis  et  hec  terra 
protenditur  per  unam  magnam  die- 
tam  et  amplius ;  super  Tyrum  tres 
cavas  munitisöimas  cum  montanis ; ?) 

item  in  episcopatu  Sidonieusi 
castrum,  quod  Belferte h)  dicitur 
et  cavam  Beleassem  cum  montanis 
et  protenditur  plus  quam  per  dietam 
magnam; 

in  episcopatu  Beritensi  duas 
cavas  munitissimas  cum  omnibus 
montanis,  que  similiter  protenditur 
ad  unam  magnam  dietam  et  plus. 


»)  Naum  H.  *>)  fehlt  H.  c)  Merescalcia  E.  d)  Acon  H. 

«)  Zaphet  E.  f)  quod  H.  g)  dieser  Satz  ist  in  H  durch  Verweisungs- 

zeichen vor  „item  detinet  Tyrum  et  Accon"  hinaufgerückt.  h)  Beifort  H. 


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IL  Juramenta. 

i. 

Juramentum  ricecancellarii. 

Reg.  Avin.  Clement.  VI.  a.  I,  p.  2,  fol.  437'  (C).    Cod.  Paris.  4169,  fol.  1  (E). 
Cod.  Barberin.  XXXV.  69,  p.  297  (B). 
Erler,  Liber  Cancellariae  1  aus  E. 

Ego  . .  sacrosancte  Komane  ecclesie  vicecancellarius  ab  hac  hora 
inantea  fidelis  ero  beato  Petro  sancteque  Romane  ecclesie  et  domino 
nieo  .  .  a)  eiusque  successoribus  canonice  intrantibus.  Non  ero  in  con- 
silio  facto  vel  consensu,  quod  vitam  perdant  aut  membrum  vel  capi- 
antur  mala  capcione.  Consilium,  quod  per  se  vel  per  nuncium  suum 
seu  litteras  michi  credituri  sunt,  signo  verbo  vel  nutub)  me  sciente 
ad  eorum  dampnum  nulli  pandam.  Si  dampnum  ipsorum  tractari  scivero, 
pro  posse  meo  impediam,  ne  fiat.  Quod  si  per  me  non  potero,  per 
nuncium  aut  per  litteras  eis  significare  curabo  vel  illi,  per  quem  cicius 
ad  eorum  notitiam  deducatur.  Papatum  Romanum  et  regalia  sanctic) 
Petri,  que  habet  ubique,  adiutor  eis d)  ero  ad  retinendum  et  defenden- 
dum  contra  omnem  hominem. 

Officium  michi  commissura  bene  et  fideliter  regam  et  in  eo  ser- 
vabo  iusticiam  et  pro  posse  faciara  ab  aliis  observari.  A  muneribus 
donis  et  enseniis6)  abstinebo  et  meos  officiales  et  familiäres  abstinere 
omni  diligencia  qua  potero  procurabo,  esculentis  et  poculentis  non 
fraudulentis  dumtaxat  exceptis,  ita  quod  per  me  vel  per  alium  in  ali- 
quo  casu  nichil  recipiam  nee  a  meis  officialibus  vel  familiaribus  reeipi 
permittam  ab  aliqua  persona,  que  corain  me  vel  in  cancellaria  habe- 
bitf)    aliquod   negocium  expedire,  quod  ad  meum  officium  pertinet,  &) 

»)  .  .  pape  XXII.  C.  Urbano  divina  providencia  pape  VI.  E.  Martino  V.  B. 
t>)  mutui  C.  c)  beati  C.  d)  fehlt  EB.  e)  exenniis  C.  0  habe- 

ret  C.  i)  pertineret  C. 

T  *  n  g  1,  P&peti.  Kanzleiordnungon.  3 

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34  H.  Juramenta. 

esculentis  et  poculentis  predictis  dumtaxat  exceptis.  Et  ofticiales  ac 
familiäres  meos  iuramento  astringam  ad  ea,  que  ad  puritatem  cancel- 
larie  et  niundiciam  pertinebuiit.  Nullam  eciam  litteram  bullari  faciaiu, 
quam  nou  possim  ex  comniisso  michi  officio  expedire  absque  domini 
pape  mandato  vel  licentia  speciali.  Nullam  insuper  litteram  expedire 
tardabo  vel  faciam  retardari  alicuius  gracia  precibusa)  odio  vel  favore. 
Peusiones  vel  beneficia  per  nie  vel  per  alium  seu  pro  alio  nou  reci- 
piam  nee  a  meis  officialibus  vel  familiaribus  reeipi  permittam  nisi  de 
ipsius  domini  pape  licencia  speciali. 

Supradicta  omnia  et  singula  iuro  et  promitto  atteudere  et  obser- 
vare,  attendi  et  observari  facere  sine  omni  dolo  et  fraude.  Sie  nie 
deus  adiuvet  et  hec  saneta  dei  evangelia. ])) 

IL 
Juranientiiiu  familiarium  viceeancellarii. 

Cod.  Paris.  41 6U,  fol.  1'  (E).     Cod.  Bavberin.  XXXV.  69,  p.  20!)  (B). 
Erler,  1.  c.  2  aus  E. 

Ego  .  .  familiaris  domini  viceeancellarii  aut  ipsius  vicesgerentis 
iuro,  quod  fidelitatem  servabo  in  Omnibus,  que  ad  commissum  sibi 
officium  cancellarie  pertinent.  Abstinebo  a  muneribus  donis  et  enseniis 
quibuseunque,  esculentis  et  poculentis  non  fraudulentis  dumtaxat  ex- 
ceptis; ita  quod  per  me  vel  alium  nichil  aliquo  casu  reeipiam  ab  ali- 
qua  persona,  que  habebit  seu  habet  aliquod  negocium  expedire  in 
cancellaria  vel  ad  officium  eiusdem  domini  viceeancellarii  seu  eiusdem 
vicesgerentis  pertinens,  predictis  esculentis  et  poculentis  exceptis.  In 
domo  seu  hospicio  cancellarie  inhouestatem  non  committam  nee  per 
alium  committi  permittam  scieuter,  et  si  seivero  et  prohibere  nou 
potero,  eidem  vicecancellario  revelabo  aut  eius  vicesgerenti  prefato 
quantocius  potero  manifestabo.  In  omnibus  hiis,  que  speetant  ad  of- 
ficium supradictum,  puritatem  et  mundiciam  servabo  et  que  r.tcione 
sui  officii  idem  dominus  vicecancellarius  aut  eius  vicesgerens  michi 
mandabit,  fideliter  adiinplebo.  Secreta  vero  domini  viceeancellarii  seu 
eius  vicesgerentis,  que  secreta  esse  seivero,  nemiui  revelabo.  Sic  me 
deus  etc. c) 


a)  precio  B.  b)  in  E  am  Schlüsse  Collationsvermerk:    T[heodericusJ. 

c)  in  E  Dietrichs  Collationsvermerk  T. 


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II.  Juramenta.  35 

III. 

Juraiuciitum  iiotarioriun. 

Cod.  Barberin.  XXXV.  69  p.  298  (B)  als  Formel  mit  der  Ueberschrift :  iura- 
mentum  pro  notario  pape;  Reg.  No.  311  (Urbani  VI.)  fol.  37  (R)  als  der  am 
3.  October  1386  geleistete  Eid  des  Notars  Rupert 

Ego  .  .  a)  notarius  domini  nostri  pape  ab  hac  hora  inantea  fidelis 
erob)  etc.  =  No.  I.  —  ad  eorum  notitiam  deducatur.  Papatum  Koma- 
num  et  regalia  sancti  Petri  et  omnia  iura  Romane  ecclesie,  que  habet 
ubique,  manutenebo  totis  viribus  et  defendam  et  adiutor  ero  ad  recu- 
perandum  contra  omnes  homines  pro  posse  meo. 

Negocia  michi  a  domino  papa  commissa  vel  committenda  fideliter 
geram  et  sollicite  procurabo.  Notariatus  predicti  officium  fideliter 
exercebo  nil  addendo  vel  minuendo  sine  voluntate  domini  nostri,  quod 
immutet  substanüam  actus  mihi  iinpositi.  Attestaciones  super  uegociis 
inquisicionum c)  fideliter  inscriptis  et d)  imponenda  michi  in  consistorio 
et  redigenda  in  publicum  formam  fideliter  redigam  et  ömnia  alia,  que 
ubique  imponentur  michi  per  dominum  nostrum,e)  fideliter  peragam. 
Dolum  seu  fraudem  aliquamf)  circa  s)  ipsum  officium  non  committam 
nee  committi  consentiam;  et  si  sciam  aliquem  dolum  seu  fraudem 
circa  illud h)  committentem,  domino  nostro,  quantocius1)  commode 
potero,  revelabo.k)  Litteras,  que  expediri  debent  in  cancellaria,  mali- 
ciose  non  impediam  nee  impediri  consenciam.  Impugnantes  vero  lit- 
teras in  cancellaria  predieta  partibus  seu  procuratoribus  vel  personis 
aliis,  per  quas  perrenire  possin  i,  ad  eorum  noticiam,  minime  revelabo. 
Secreta  etiam  alia  ipsius  cancellarie,  que  secreta  esse  cognovero,  se- 
crete  tenebo  eaque  sciencer  nemini  pandam.  —  Supradicta1)  omnia  et 
singula  promitto  et.  iuro  attendere  et  observare  sine  omni  dolo  et 
fraude  ac  malicia.     Sic  me  deus  etc. 

Zusatz  in  ß  vor  Supradicta  omnia: 

Item  Boberto  olim  basilice  XII  apostolorum  dicto  Gebennensi  nunc 
antipape,  qui  se  dementem  VII.  nominat,  Johanni  olim  tituli  s.  Mar- 
celli  dicto  Ambianensi,  Geraldo  olim  tituli  s.  Clemcntis  dicto  Maioris- 
monasterii  presbiteris  dicte  ecclesie  cardiualibus  prodicionis  filiis  iusto  dei 
iudicio  auetoritate  apostolica  condemnatis  et  eorum  sequaeibus  ac  dan- 


a)  Rupertus   canonicus   Coloniensis  R.  b)  domino   meo  Urbano  pape 

sexto  R.  Martino  pape  V.,  durchstrichen  und  von  a.  Hand  darüber  gesetzt :  Nico- 
iao pape  V.  B.  c)  am  Rand  von  a.  Hand  nachgetragen  respicientibus  B. 
d)  fehlt  B.  e)  per-nostrum  fehlt  R.  f)  in  B  3  cm  leerer  Raum.  6)  contra  B. 
h)  hec  R.  l)  quanto  cicius  R.  k)  manifestabo  R.  l)  von  a.  Hand 
nachgetragen  itaque. 

3- 


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36  H.  Juramenta. 

tibus  eis  vel  eorum  alteri  auxiliura  consiliuni  vel  favoreni,  cuiuscunque 
fuerint  preeminencie  ordinis  religionis  condicionis  aut  status,  eciam  si 
pontificali  regali  seu  regiuali  vel  alia  quavis  prefulgeant  dignitate, 
eciam  si  fuerint  Koinane  ecclesie  cardinales,  seu  aliis  quibuscunque  per 
ecclesiam  denotatis  vel  imposteruin  denotandis,  quamdiu  extra  graciam 
et  communionem  sedis  apostolice  permanebunt,  non  dabo  quovismodo 
per  me  vel  alium  directe  vel  iudirecte  publice  vel  occulte  auxilium 
consilium  vel  favorem  nee  ab  aliis,  quantum  in  me  fuerit  et  impedire 
potero,  dari  permittam,  sed  eos  seeundum  posse  meum,  donec  conver- 
tantur,  iuxta  processus  apostolicos,  prout  iustum  fuerit,  persequar. 

IV. 
Juramentum  eorrectorls  litterarum  apostollcarum. 

Cod.  Barberin.  XXXV.  69  auf  dem  unteren  Rand  von  p.  298  und  dem  obern 
von  p.  299  von  anderer  Hand  als  derjenigen,  welche  die  übrigen  Eide  schrieb, 
nachgetragen  (B). 

Ego  N.  corrector  litterarum  apostolicarum  ab  hac  hora  inantea 
fidelis  eroa)  etc.  =  dem  Notareid  —  pro  posse  meo. 

Correctorie  officium  fideliter  exercebo.  Sentenciarum  quoque  exe- 
cutorias  nee  non  remissorias  et  sequestracionum  et  similes  absque  ipso- 
rum  auditorum  seu  iudicum  et  commissariorum  sigillis  ac  subscripeio- 
nibus  et  alias  quaslibet  legendas  litteras  absque  notarii  et  meo  signis 
veris  ad  publicam  audienciam  non  transmittam  ipsasque  aliter  vel 
eciam  sie  leetas,  donec  in  cameris  per  dominum  vicecancellarium  de- 
putatis  seu  deputandis  vise  et  per  abbreviatores  ad  id  deputatos  ap- 
probate  fuerint,  ad  expedicionem  non  admittam  ac  litteras  executorias 
huiusmodi  cum  earum  regestris  fideliter  concordabo.  Earundem  quoque 
litterarum  computationem  ad  officium  nieum  speetantem  fideliter  faciam 
et  in  expedicione  litterarum  eidem  domino  vicecancellario  et  eius 
locumtenenti  fideliter  assistam.  Pro  singulis  quoque  provisionibus 
prelatorum  vel  aliis  litteris  per  me  quomodolibet  siguandis  nichil  reci- 
piam,  nisi  prout  ex  antiqua  et  laudabili  consuetudine  est  fieri  con- 
suetum ;  et  alias  in  premissis  et  airca  ea  constituciones  a  felicis  recor- 
dacionis  domino  Johanne  papa  XXIL  editas  observabo.  Dolum  vel 
fraudem  etc.  =  No.  III. 


aj  domino  nostro  domino  N.  B. 


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n.  Juramenta. 


37 


V. 
Juraiuentum  scriptorum  litterarum  apostolicarum. 

Cod.  275  Colleg.  Hispan.  Bonon.  p.  103  (H).  Reg.  Avin.  Clement.  VI.  a.  I, 
p.  2,  fol.  437'  (C).    Cod.  Paris.  4169  fol.  4  (E). 

Merkel,  Documenta  aliquot  quae  ad  Romani  pontificis  notarios  et  curiales 
pertinent.    Archivio  storico  Italiano,  Appendice  5, 145  aus  H.    Erler,  1.  c.  7  aus  E. 

Ego  .  .  a)  iuro,  quod  officium  meum  fideliter  exequar,  falsitatem 
vel  fraudem  circa  ea,  que  committentur  michi,  non  committam  nee 
consentiam  committenti ;  b)  et  si  scirem  aliquem  committentem  et  im- 
pedire  noii  possem,  significabo  illud  domino  pape  vel  domino  cancel- 
lario c)  aut  eius  vicemgerenti  vel  alii,  per  quem  ad  eorum  posset  noti- 
tiam  peiTenire.  Secreta  domini  pape  et  domini  caucellarii d)  aut  eius 
vicemgerentis,  que  secreta  esse  cognovero,  nemini  revelabo  ad  eorum 
dampnum  me  sciente.  Et  quod  °)  nichil  dedi  vel  promisi  nee  dari  vel 
promitti  aliquid  procuravi  pro  scriptorie  officio f)  assequeudo.  Sic  me 
deus  etc.») 

VI. 


Juramenta  rescribendarü. 


a. 


Reg.  Avin.  Clement.  VI.  a.  I.  p.  2 
fol.  438.    (C)  ohne  Ueberschrift. 

Tangl,  Das  Taxwesen  der  päpstlichen 
Kanzlei  vom  13.  bis  zur  Mitte  des  15. 
Jahrhunderts.  Mitth.  des  Instituts  für 
österr.  Geschichtsforsch.  13,76.  Ueber 
das  Yerhältniss  der  beiden  Eide  a  und 
b  vgl.  ebendort  8.  10. 

Ego  .  .  iuro,  quod  distribucionem 
notarum  a  vobis,  domine  .  .  vice- 
cancellarie  et  notarii,  mihi  usque 
ad  dimidium  annum  commissam 
exequar  fideliter  et  diligenter,  quo 
tempore  finito  nee  prosequar  ulte- 
rius  hoc  officium.  Item  contentus 
ero  singulis  diebus,  in  quibus  au- 
diencia  fiet,  pro  distribucionis  salario 
quatuor  notis  simplieibus,   quarum 


Cod.  Paris.  4169  fol.  2  (E)  mit  der 
Ueberschrift  :  Antiquum  iuramentum 
scriptorum  qui  solebant  distribuere  lit- 
teras  rescribendas  cancellarie  dumtaxat, 
daraus  Cod.  Ottobon.  lat.  911,  fol.  1  (0). 
Cod.  Barberin.  XXXV.  69,  p.  299  (B) 
als  „antiquum  iuramentum  scriptoris 
camere". 

Erler,  1.  c.  3  aus  E. 

Ego . .  distributor  litterarum  apo- 
stolicarum  rescribendarum  iuro,  quod 
distribucionem  rescribendarum  a 
vobis,  domine  .  .  vicecancellarie, h) 
michi  usque  ad  dimidium  annum 
commissam  exequar  fideliter  et  dili- 
genter. Item  ero  contentus  salario 
quatuor  rescribendarum  —  prout 
j  continetur   in   iuramento  distribu- 


a)  R.  H.  b)  committi  C.  c)  vicecancellario  CE.  d)  vicecan- 

cellarii  CE.  *)  fehlt  CE.  0  officium  CE.  g)  fehlt  H.  h)  domino 

vicecancellario  B. 


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38 


II.  Juramenta. 


aliqua  in  mercede  recipienda  laboris 
novem  denariorum  numerum  secun- 
dum  taxacionem  solitam  non  ex- 
cedat,  et  nullam  aliam  notam  per 
me  vel  per  medium  recipiam.  Item 
quod  pretextu  alicuius  lueri  seu 
familiaritatis  nemini  specialiter  dabo 
notam,  et  quod  in  distribucione 
notarum  per  me  facienda  semper 
prout  potero  servabo  equalitatem 
et  paritatem  de  die  in  diem  nee 
faciam  vicariam,  quousque  fuero 
rescribendarius,  nee  scribam  aliquam 
litteram  pro  recompensacione  vel 
spe  alicuius  remuneracionis,  nee 
dabo  aliquam  ad  scribendura,  ut 
debeat  mihi  aliquod  commodum 
provenire.  Item  quod  nullam  re- 
scribendam  preter  illas  que  michi 
iuste  provenient  alicui  scribendam 
dabo  ad  partem.  Item  euneta  se- 
creta  secrete  servabo  et  assignabo  a) 
scribenda  personis  idoneis.  Item 
quod  taxacionem  litterarum,  sicut 
in  provinciali  continetur,  fideliter 
exercebo.  Item  quod  pro  distri- 
bucione huiusmodi  assequenda  nichil 
dedi  vel  promisi  per  me  .aut  per 
alium  nee  quemquam  rogavi  aut 
alius,  me  procurante,  rogavit.  Item 
quod  nulli  dabo  rescribendam,  quem 
dominus  papa  vel  vicecancellarius 
ad  tempus  vel  imperpetuum  duxerit 
suspendendum.  Item  quod  per  me 
vel  alium  nichil  recipiam  nee  ser- 
vientem  vel  alium  reeipere  faciam 
vel  permittam  pro  litteris  expe- 
diendis  vel   ostendendis   aut  inve- 


toris  notarum b)  —  dumtaxat  qua- 
libet  die,  qua  fiet  audiencia  vel 
distribucio,  et  nullam  aliam  per  me 
vel  per  medium  recipiam.  Item 
quod  pretextu  alicuius  lucri  seu 
familiaritatis  aut  dilectionis  nemini 
specialiter  dabo  rescribendam  ali- 
quam meliorem  uni  quam  alteri, 
sed  semper  prout  potero  equalitatem 
servabo  et  paritatem  de  die  in  diem 
in  talibus,  nee  faciam  vicariam, 
quamdiu  fuero  rescribendarius  seu 
distributor  huiusmodi  rescriben- 
clarum  nee  scribam  aliquam  litteram 
pro  recompensacione  vel  sub  spe 
alicuius  remuneracionis  nee  dabo 
aliquam  ad  scribendum,  ut  debeat 
michi  provenire  aliquod  commodum. 
Item  quod  in  mane  vel  alia  certa 
hora  diei  distribuam  per  memet 
ipsum  rescribendas  scriptoribus  per- 
sonaliter ad  me  venientibus,  nisi 
vel  ego  aut  ipsi  scriptores  legitimo 
impedimeuto  fuerimus  impediti;  et 
cum  ego  fuero  impeditus,  commit- 
tam  alicui  scriptori  idoneo,  qui  fide- 
liter idem  observet.  Cum  autem 
scriptores  fuerint  impediti,  eorum 
certis  nuneiis  ad  hoc  missis  rescri- 
bendas per  me  ipsum  dabo.  Item 
quod  nullam  rescribendam  preter 
illas  etc.  =  a. 


*)  assignacio  C.  b)  zu  ergänzen  also  aus  a:  quaruni  aliqua  in  mercede 

recipienda  laboris  novem  denariorum  numerum  seeundum  taxationem  solitam  non 
excedat.    Vgl.  Mitth.  des  Instituts  fiir  österr.  Geschichtsforsch..  13,10. 


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II.  Juramenta, 


39 


niendisa)  sive  ad  vicecancellarium 
deferendis  vel  aliquarura  litterarum 
copia  facienda.  Item  quod  millam 
difficultateni  ingeram  in  expedicione 
aliquarum  litterarum  tacite  vel  ex-  I 
pressim ;  salvo  per  omnia  mandato  j 
vestro.     Sic  deus  etc.  | 


iL 


Jiirauieiitiini  rescribendarii  <le 
Justitiar) 


Jurameutum  rescribendarii  de 
gratia.  ; 

('od.  Paris.  4169  fol.  2'  (E).    Cod.  Bar-         Cod.  Paris.  41G0  fol.  3  (E).    Cod.  ßar 
berin.  XXXV.  09  p.  300  (B).  berin.  XXXV.  69  p.  301  (B). 


Erler,  1.  e.  4  aus  E. 

Ego  .  .  rescribendarius  iure,  quod 
officium  michi  per  vos,  domine  .  . 
vicecancellarie,  usque  ad  diiuidium 
aunum  commissum  diligenter  et 
fideliter  exercebo,  fraudem  aut  do- 
lum  circa  illud  nullatenus  commit- 
tendo.  Item1»)  quod  duorum  Turo- 
nensium  grossorum  argenti  pro; 
singulis  diebus,  quibus  erit  audieu-- 
cia,  tempore  vero  vacacionum  gene- 
ralium  pro  singulis  inensibus,  eis- 
demvacacionibusdurautibus.triginta  ' 
similium  Turonensium  .salario  con- 
tentus  ero,  illud  in  singulis  pre- 
dictis  casibus  pro  universali  salario 
meo  dumtaxat  reeipiens  et  non 
ultra.  Pro  aliis  vero  diebus,  qui- 
bus audiencia  non  fuerit,  nichil 
omnino  reeipiam;  nee  faciam  vica- 


Erler,  1.  c.  5  aus  E. 

Ego  .  .  distributor  notarum  litte- 
rarum, (1)  que  per  cameras  notario- 
rum  transeunt,  iuro  etc.  —  c  — 
committendo. 


Item  quod  duorum  Turonensium 
grossorum  argenti  pro  singulis  die- 
bus, quibus  erit  audiencia,  salario 
contentus  ero,  illud  pro  universali 
salario  tneo  duutaxat  reeipiens  et 
non  ultra;  pro  aliis  vero  diebus, 
quibus  audiencia  non  fuerit,  nichil 
omnino  reeipiam;  nee  faciam  vica- 
riam  pro  aliquo  alio  scriptore,  quam- 
diu  fuero  distributor. 


a)  ostendend i  aut  inveniendi  C.  h)  in  B  ist  die  ganze  Stelle  von  Item 

quod— omnino  reeipiam  durchstrichen  und  mit  anderer  Tinte  aber  von  ähnlicher 
Hand  folgendes  an  den  Rand  gesehrieben:  Item  quod  de  quinque  flore- 
nis  de  camer a,  quatuor  videlicet  pro  salario  officii  rescriben- 
dariatus  et  uno  pro  pitaffio  quolibet  mense  contentus  ero  nee 
ultra  id  per  rae  vel  alium  reeipiam  aut  reeipi  faciam  quolibet 
modo.  c)  in  B  folgt  der  Ueberschrift  iuramentum  rescribendarii  de  iusticia 

der  Zusatz:  quod  autem  servatur.  d)  fehlt  B. 


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40 


II.  Juramenta. 


riam  pro  aliquo  alio  scriptore  quam- 
diu  rescribendarius  fuero.  Item  quod 
in  distribuendis  notis  seu  litteris 
semper  fideliter  et  solicite  prout 
potero  equalitatem  et  paritatem 
servabo.  Item  quod  cuncta  secreta 
racione  officii  predicti  michi  com- 
mittenda  sive  communicanda  secrete 
servabo  ac  ea  hiis,  quibus  illa  ex 
officio  predicto  per  eos  scribenda 
communicare  habebo,  secrete  scri- 
benda et  expedienda  committam. 
Item  quod  taxaciones  litterar  um  per 
felicis  recordacionis  dominum  Jo- 
hannem  papam  XXII.  novissime 
ordinatas  scriptas  et  insertas  in 
provinciali  cancellarie  fideliter  ob- 
servabo.  Item  quod  omnes  litteras 
apostolicas  sive  per  me  sive  per 
alios  scriptores  scriptas  per  me  ta- 
xandas,  exceptis  litteris  curie  et  illis 
duntaxat,  que  per  vos  vel  alium 
seu  alios  de  mandato  vestro  pro 
deo  vel  alias  ad  scribendum  gratis 
signate  fuerint,  scriptoribus  qui  eas 
scripserint,  in  pitaffio  fideliter  com- 
putabo,  nullam  de  eis  scienter  com- 
putare  illis,  qui  eas  ut  prefertur, 
scripserint,  quomodolibet  pretermit- 
tens.a)  Item  quod  pro  huiusmodi 
officium  assequendo  nichil  dedi  aut 
promisi  per  me  aut  per  alium  nee 
quemquam  rogavi  nee  alius,  me 
procurante,  rogavit.  Item  quod  nulli 
dabo  sive  distribuam  notam  vel 
litteram  ad  scribendum,  quem   do- 


Item  quod  in  distribuendis  notis 
semper  fideliter  etc.  =  c  —  com- 
mittam. 


Item  quod  taxaciones  per  felicis 
recordacionis  Johannem  divina  pro- 
videncia  papam  XXII.  ordinatas 
scriptas  et  insertas  in  provinciali 
cancellarie  fideliter  observabo. 

Item  quod  etc.  =  a  —  rogavit 


Item  quod  nulli  dabo  sive  distri- 
buam notam  ad  scribendum  quem 
dominus  noster  papa  etc.  =  a. 


»)  B  schaltet  hier  im  Context  folgendes  ein:  Item  quod  non  exponam 
neesolvam  aliquid  de  officio  alicui  persone  nee  taxabo  ali- 
quid super  officio  nee  dabo  absenciam  alicui  scriptori  nisi  de 
volunt ate  scriptorum  vel  maioris  partis  et  ipsis  congregatis 
nee  aliquo  quesito  colore  reeipiam  munus  vel  ensenium  pro 
faciendo  aliquid  in  officio  rescribendarii. 


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II.  Juramenta.  41 

minus  papa  vel  vicecancellarius  ad 
tempus  vel  imperpetuum  duxerit 
suspeiidendum ;  salvo  per  omnia 
mandato  vestro.     Sic  me  deus  etc. 

Die  Neuordnung  dieses  Eides  unter  Eugen  IV.  durch  die  Bulle  „Sicut  pru« 
dens"  vom  7.  Juni  1445  siehe  bei  Ottenthai  „Die  Bullenregister  Martin  V.  und 
Eugen  IV.U  Mitth.  d.  Instituts  f.  österr.  Geschichtsforsch.  Egb.  1,582,  §  40. 

vn. 

Juramenta  auscultatoriim  et  computatoruui. 

a. 
Reg.  Avin.  Clement.  VI.  a.  I,  p.  2  fol.  438'  (C). 

Der  Eid  entbehrt  gleich  allen  übrigen  in  C  überlieferten  einer  Ueberschritt 
und  nennt  auch  nicht  den  Titel  des  den  Eid  leistenden  Beamten.  Doch  lässt 
der  Inhalt  und  die  zum  Theil  wörtliche  Uebereinstimmung  mit  dem  folgen- 
den (b)  keinen  Zweifel  darüber,  dass  wir  es  mit  einem  Auscultatoreneid  zu  thun 
haben.  Wahrscheinlich  bildet  er  gleich  dem  Rescribendareid  a  eine  noch  dem 
13.  Jahrhundert  angehörige  Vorstufe  zu  den  späteren. 

Ego  .  .  iuro  officium  michi  commissum  fideliter  exequi  et  quod 
nullas  litteras  ponain  inter  illas,  quas  michi  corrector  dederit  vel  dari 
fecerit  mittendas  ad  audienciam  sive  de  rescribendis  sive  de  notis  sine 
speciali  mandato  vicecancellarii.  Item  quod  nullam  litteram  scriptam 
et  signatam  signo  alicuius  scriptoris  signabo  in  carta  aut  signari  faciam 
delebo  aut  deleri  faciam  aut  apponam  vel  apponi  faciam  alteri 
scriptori  amore  prece  vel  odio  me  sciente.  Item  nullam  litteram  signabo 
vel  signari  faciam  alicui  scriptori  ad  dictum  alicuius  vel  apponam  aut 
apponi  faciam,  nisi  sit  de  mandato  vicecancellarii  aut  correctoris. 
Item  quod  vices  meas  non  committam  in  signando  alicui  nisi  gravi 
infirmitate  detentus  vel  alia  evidenti  causa,  et  tunc  non  committam  nisi 
de  mandato  vicecancellarii  aut  consilio  correctoris,  cum  hoc  sit  de 
beneplacito  vicecancellarii.  Item  quod  litteras  scriptas  manu  mea  non 
pretermittam  sed  signabo  in  eadem  carta  sicut  alias  aliorum  scrip- 
torum ;  sie  me  deus  etc. 

b. 

Cod.  Paris.  4169  fol.  3'  (E).  Cod.  Barberin.  XXXV.  69  p.  302  (B)  mit  der 
Ueberschrift :  Juramentum  auscultatoriim  et  computatorum  lttterarum  de  iusticia 
in  correctoria.  &) 

Erler,  1.  c.  6  aus  E. 

Ego  .  .  iuro,  quod  officium  michi  commissum  diligenter  et  fideliter 
exercebo,    fraudem    aut  dolum  circa  illud  nullatenus  committendo  seu 

a)  in  B  ist  auscultatorum  et  durchstrichen. 

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42  II.  Juramenta. 

committi  per  alium  me  sciente  quomodolibet  permittendo.  Item  quod 
nullam  litteram  ponam  inter  illas,  quas  raichi  corrector  dederit  vel  dari 
fecerit  mittendas  ad  audienciam  sive  de  rescribendis  sive  de  notis  sine 
speciali  mandato  vicecancellarii.  Item  quod  nullam  litteram  scriptam 
et  signatam  sigoo  alicuius  scriptoris  conputabo  in  pitaffio  sive  carta, 
signari  aut  computari  faciam  vel  permittam  alteri  scriptori  nee  ali- 
quam  legitime  computatam  alicui  scriptori  delebo  aut  deleri  faciam,  ut 
eain  alteri  scriptori  Computern  vel  computari  faciam  alias  quovis  modo. 
Item  nullam  litteram  computabo  vel  computari  faciam  alicui  scriptori 
vel  appouam  aut  apponi  faciam  in  pitaffio  ad  dictum  alicuius  nisi 
illam  videam.  Item  ])  quod  omues  litteras  predietas  sive  per  me  sive 
per  quosvis  alios  scriptores  scriptas  seriptoribus,  qui  eas  scripserint,  in 
pitaffio  fideliter  computabo  seu  per  socium  meum  ad  huiusmodi  offi- 
cium ociam  deputatum  faciam  computari.  nullam  de  <is  scienter  com- 
putare  seu  per  eundem  socium  computare  facere  illis,  qui  eas  ut  pre- 
fertur  scripserint,  quomodolibet  pretermittens.  Item  quod  pro  huius- 
modi officium  assequendo  nichil  dedi  vel  promisi  per  me  aut  per  alium 
nee  quemquam  rogavi  nee  alius,  me  procurante,  rogavit.  Sic  me 
deus  etc. 


Cod.  Paris.  4169  fol.  3'  (E).    Cod.  ßarberin.  XXXV.  69    p.  303  (B)  mit  der 
Ueberschrift:  Juramentuni  auscultancium  litteras  in  cancellaria. 
Erler,  1.  c.  6  aus  E. 

Ego  .  .  iuro,  quod  officium  michi  commissum  diligenter  et  fideliter 
exercebo,  fraudem  seu  dolum  circa  illud  nullatenus  coinmittendo  seu 
committi  per  socium  meum  ad  huiusmodi  officium  eciam  deputatum 
vel  queravis  alium  quomodolibet  permittendo.'  Item  quod  pro  huius- 
modi officio  assequendo  nichil  dedi  vel  promisi  per  me  aut  per  alium 
nee  quemquam  rogavi  nee  alius,  me  procurante,  rogavit.  Sic  me 
deu9  etc. 

Für  die  Neuordnung  dieser  Eide  durch  die  Bulle  Eugens  IV.  „Sicut  pru- 
densu  vom  7.  Juni  1445  vgl.  Ottenthai,  Die  Bullenregister  Martin  V.  und  Eugen  IV., 
Mitth.  des  Instituts  für  österr.  Geschichtsforsch.  Egb.  1.583,  §  41  und  42. 


!)  Vgl»  VOa  n^er  an  tUe  vielfach  wörtliche  lebereiustimmung   mit  den  Re- 
Hcribendareiden  c  d. 


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II.  Juramenta.  43 

vin. 

Juraiaentuin  lectorum  litteraruni  in  audieneia  contra- 

dictarum. a) 

Reg.  Avin.  Clement.  VI.  a.  I,  p.  2  fol.  438  (C).    Cod.  Paris.  4161»  fol.  4  (K), 
Cod.  Barberin.  XXXV.  69  p.  303. 
Erler, -1.  c.  6  aus  E. 

Ego  .  .  iuro,  quod  nullas  litteras  papales  vel  sub  nomine  domini 
nostrib)  pape  scripta«  portabo  ad  audienciam  vel  summittani  vel  in 
audieneia  legam,  nisi  quas  reeipiam  de  manibus  vicecancellarii  auditoris 
et  correctoris  vel  nuueiorum  ipsorum.  Item  nullum  litteram  non  ab- 
solutam  per  auditorem  vel  de  mandato  domini  pape  vel  vicecancellarii 
ponain  vel  poni  procurabo  cum  absolutis  aut  absolvi  procurabo  in 
fraudem.  Item  nullam  litteram  in  audieneia  procurabo.  Item  nullam 
litteram  absolutam  reeipiam  in  audieneia  ad  rescribendum c)  nisi  de 
mandato  domini  vicecancellarii  vel  auditoris.  Item  nullam  fraudem 
committam  in  audieneia  vel  circa  officium  audiencie,  sed  fideliter  ine 
habebo  circa  ea,  que  michi  commissa  ibidem  fuerint.    Sic  me  deus  etc. 

IX. 
Juramenta  abbreviatoruui. 

a. 
Cod.  Colleg.  Hisp.  Bonon.  No.  275  p.  103  (H).    Reg.  Avin.  Clement.  VI.  a.  I, 
p.  2  fol.  438'  iC).    Cod.  Paris.  4169  fol.  76  (E). 

Merkel,  1.  c.  145,  No.  VII  aus  H.    Erler,  1.  c.  148  aus  E. 

Jurabunt  breviatores d)  suuin  officium  fideliter  exercere.  Item  ser- 
vabunt  taxationem  in  notis  taxatis ;  in  aliis  autem  non  taxatis,  que  de 
iustitia  fuerint,  stabunt  arbitrio  notarii.  Item  pro  sola  signatione  nota- 
rum  vel  note  aut  petitionum  vel  petitlonise)  nichil  reeipient.  Item  non 
reeipient  petitiones  simplices  preter  eas,  que  sibi  de  communi  data  pro- 
venient,  nisi  de  mandato  vicecancellarii  seu  notarii;  et  has  petitiones 
reeipient  per  manus  duorum  vel  unius  f )  iurati  &)  distributoris  earum, 
qui  sit  breviator  per  unius  mensis  spatium  duraturus,  quibus  vel  cui 
succedant  alii h)  breviatores  simili  modo  iurati.  Item  aliquam  legendam 
non  signabunt  sine  mandato  notarii  nee  ad  cancellariam  transmittent 
vel  portabunt  sine  mandato  notarii.  *)  Item  nullam  notam  seu  petitionem 
signabunt,  nisi  sint  de  camera  notarii  vel  de  conscientia  ipsius. 

a)  Ueberschrift  in  E.  h)  domini  nostri  fehlt  B.  c)  scribendum  C. 

<*)  so  stets  C.  abrer.  H,  abbrev.  E ;  die  in  C  überlieferte  Form  war  als  die  ältere 
und  ursprüngliche  in  den  Text  aufzunehmen.  c)  petitiones  E.  *)  vel 

unius  fehlt  C.  ^)  iuramenti  H  E.  h)  fehlt  C.  *)  nee— notarri  fehlt  C. 


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44  U-  Juramenta. 


Cod.  Paris.  4169  fol.  4  und  fol.  91  inserirt  in  die  Bulle  Johanns  XXII. 
„Pater  familias"  (E).  Cod.  Barbarin.  XXXV.  69  p.  304  (B). 

Erler,  1.  c.  7  und  175  aus  E.  Ciampini,  De  abbreviatorum  de  parco  maiori . . . 
antiquo  statu  etc.  S.  21  aus  B. 

Ego  .  .  abbreviator  iuro,  quod  officium  meum  fideliter  exercebo; 
dolum  l)  seu  fraudem  aliquam  circa  ipsum  officium  non  committam 
nee  consenciam  committenti;  et  si  sciam  aliquem  dolum  vel  fraudem 
circa  hec  committentem,  domino  vicecancellario,a)  quantocius  comode 
potero,  revelabo.  Litteras,  que  expediri  debent  in  cancellaria,  maliciose 
non  impediam  nee  impediri  consenciam  nee,  quantum  in  me  fuerit, 
impediri  faciam  vel  permittam;  impediendas  eciam  maliciose  expedire 
minime  procurabo.  Inipugnantes  vero  litteras  ipsas  in  cancellaria  pre- 
dieta  partibus  seu  eas  procurantibus  vel  persouis  aliis,  per  quas  per- 
venire  possit  ad  eorum  noticiam,  minime  revelabo.  Secreta  eciam  alia 
ipsius  cancellarie,  que  secreta  esse  cognovero,  secrete  tenebo  eaque 
scieuter  nemini  pandam.     Sic  me  deus  etc. 

c. 

Cod.  Paris.  4169  fol.  6'  mit  der  Ueberschriffc :  Juramentum  abbreviatorum, 
qui  tenent  cameras  dominorum  prothonotariorum b)  und  fol.  90  inserirt  in  die 
Bulle  Johanns  XXII.  „Pater  familias"  (E).     Cod.  Barberin.  XXXV.  69  p.  307  (B). 

Lindner,  Beitr.  zu  dem  Leben  und  den  Schriften  Dietrichs  von  Niem,  Forsch, 
zur  deutsch.  Gesch.  21,73.     Erler,  1.  c.  12  und  174  aus  E. 

Ego  .  .  abbreviator  iuro  —  b  —  revelabo.  Taxaciones  notarum 
per  dominum  nostrum  dominum c)  Johann  em  XXII.  gummum  pontificem 
ordinatas  diligencius  observabo  nee  aliquid  scienter  per  me  vel  alium 
exigam  seu  reeipiam  ultra  illas.  Pro  signacione  notarum 2)  seu  note 
aut  peticionum  vel  peticionis  nichil  reeipiam.  Item  non  reeipiam  peti- 
ciones  seu  notas  litterarum  audiencie  preter  eas,  que  michi  de  communi 
data  provenient,  nisi  de  mandato  domini  vicecancellarii  seu  notarii;  et 
has  peticiones  reeipiam  per  manus  duorum  vel  unius  iurati  distributoris 
earum,  qui  sit  abbreviator  per  unius  mensis  vel  minus  spacium,  prout 
est  vel  fuerit  ordinatum  per  notarios,  duraturus,  quibus  vel  cui  succedant 
alii   abbreviatores   simili   modo   iurati.     Item   aliquam   legendam   non 

a)  B  fügt   hinzu:   aut  cancellariam  regenti.  b)  gleichlautend   in  B. 

v)  so  E,  fol.  90;  E,  fol.  6'  und  B  haben  statt  dessen  per  felicis  recordacionis 
Johannem  XX II. 

')  Ymt  wörtlich  gleichlautend  mit  dem  2.  Theil  des  Notareids;  vgl.  oben 
Xo.  III.  -)  Von  hier  an  —  oonscienciain  ipsius  sachlich  und  vielfach  auch 

wörtlich  —  <*, 


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II.  Juramenta.  45 

signabo  sine  mandato  notarii  nee  ad  correetoriam  transmitlam  vel 
portabo  sine  mandato  notarii.*)  Item  nullam  notam  seu  peticionem 
signabo, b)  nisi  sit  de  camera  notarii  domini  mei  et  de  consciencia  ipsius. 
Litteras,  que  expediri  debent  in  cancellaria  etc.  =  //  —  nemini  pan- 
dam.  Et  si  ad  noticiam  meam  aliquid  devenire  contingat,  quod  in 
periculum  seu  grave  dampnum  Eomani  pontificis  aut  domini  vice- 
cancellarii  seu  derogacionem  honoris  vel  status  cancellarie  cederet,  illud 
pro  posse  impediam.  Quod  si  impedire  non  possem,  bona  fide  pro- 
curabo  ad  domini  pape  vel  ipsius  vicecancellarii c)  noticiam  id  perferri. 
Sic  me  deus  etc.d) 

X. 
Juramentnm  auditornm  palatii. 

Cod.   Paris.  4169   fol.  5  und   fol.  82  inserirt  in  die   Bulle  Johanns  XXII. 
„Ratio  iuris"  (E).    Cod.  Barberin.  XXXV.  69  p.  304  (B). 
Erler,  1.  c.  9  und  159. 

Ego  . .  auditor  ab  hac  hora  inantea  fidelis  ero  etc. e)  =  I.  —  ad 
eorum  notitiam  deducatur.  Papatum  Romanum  et  regalia  beati  Petri 
et  omnia  iura  Romane  ecclesie  que  habet  ubique  manutenebo  totis 
viribus  et  defendam. *) 

Negocia  et  officia  michi  a  domino  .  .  papa  vel  eius  vicecancel- 
lario  commissa  vel  committenda  fideliter  geram  et  sollicite  exer- 
cebo  et  specialiter  officium  auditoris  sacri  palacii  in  reddendo  iusti- 
tiam  euieunque.  Dona  vel  munera  seu  ensenia  aut  obligacionem 
vel  promissionem f)  super  Ulis  per  me  vel  alium  seu  alios  a  par- 
tibus  coram  me  causas  habentibus  seu  earum  aliqua  vel  a  nota- 
riis  deputatis  ad  scribeudum  coram  me  acta  dietarum  causarum  vel 
ab  aliis  pro  iisdem  seu  eorum  *)  nomine  non  reeipiam  quinymo  omnes 
familiäres  et  officiales  meos  omni  diligencia  qua  potero  faciam  absti- 
nere.  Nee  eciam  pro  sigillo  meo  nee  pro  rubricis  faciendis  in  causis, 
in  quibus  sum  vel  fuero  deputatus  auditor,  nee  alio  quesito  colore 
aliquid  reeipiam  nee  a  predictis  meis  officialibus  seu  familiaribus  reeipi 
permittam.  Con&ilia  vero  coauditorum  meorum  secrete  data  secrete 
tenebo,  usquequo  in  causa  sentencia  sit  prolata.h)   Supradicta  omnia  et 


»)  nee— notarii  fehlt  B.  *>)  fehlt  B.  c)  E  fol.  6'  und  B  schalten 

hoch  ein:  seu  locumtenentis  eiusdem  domini  vicecancellarie.  d)  in  E  zum 

SchlusB  Collationsvermerk  Dietrichs  von  Nieheim  (T).  e)  in  B  mit  anderer 

Tinte  Nicoiao  pape  V.  f)  pensionem  E  fol.  5.  s)  earum  E  fol.  5. 

h)  prelata  E  foL  5. 

*)  Die  Fassung  dieses  Punktes  hält  die  Mitte  zwischen  den  Eiden  I  und  III. 


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46  II.  Jura  inen  ta. 

singula   promitto   et  iuro   atteudere  et  observare   sine  omni   dolo  et 
fraude.     Sic  me  deus  etc. 

XL 
Juraniciitum  notariorum  palatii. 

Cod.  Paris.  4169  fol.  5'  und  fol.  83'    inserirt   in   die   Bulle  Johanna   XXII. 
„Ratio  iuris"  (E).     Cod.  Barberin.  XXXV.  69  p.  305  (B). 
Erler,  1.  c.  10  und  162. 

Ego  .  .  Dotarius  .  .  auditoris  coinniissum  michi  officium  sollicite  et 
fideliter  exercebo,  a  partibus  cau^as  habentibus  vel  habituris,  in  qui- 
bus  sum  vel  fuero  notarius  deputatus,  vel  ab  earuma)  aliqua  seu  a 
quocuuque  alio  earum  nomine  quovis  colore,  ^U  jnodo  quesitis  nichil 
recipiam  ultra  taxacionem  per  dominum  nostrum  dominum b)  Johan- 
nem  XXTI.  summum  pontificem  super  hoc  ordmatam;  nullam*  causam 
michi  committi  scribendam  procurabo  nee  adhibebo  instanciam  aliquam 
in  liac  parte.  Non  ero  promotor  seu  procurator  in  causis,  que  coram 
auditore  meo  agitantur  seu  agitari  contingent. c)  In  causis  predictis, 
in*  quibus  sum  vel  fuero  ut  prefertur  notarius  deputatus,  omnes  actus 
iudiciarios  substancialiter  iu  maiiuali  seu  memoriali  in  auditoris  mei 
presencia  et  eciam  partium,  si  hec  expeetare  voluerint,  conscribam ;  et 
postquam  illos  conscripsero,  eos  neenon  instrumenta  et  omnia  alia  et 
singula  in  causis  producta,  ubi  requisitus  ab  auditore  vel  partibus  seu 
earum  aliqua  fuero,  in  regestruni  fideliter  redigam  vel  redigi  faciam. 
Requisitus  ab  eisdem  partibus  vel  ab  earum  aliqua  in  singulis  terminis 
successive  partibus  ipsis  copiam,  cum  per  auditorem  decreta  fuerit, 
sine  difficultate  et  fraude  quaeunque  faciam,  salvo  meo  iusto  salario 
per  ipsum  dominum  uostrum  summum  pontificem  moderato.  Secreta 
cause  secrete  servabo  et  presertim  consilia  auditorum  et  sententiam, 
donec  ipsa  sentencia  sit  prolata.     Supradicta  omnia  etc. 

XII. 

Jurameiitum  proeuratoruiii  audieneic  contradietaruin  et 

aclvocatoruin. 

Cod.  Paris.  4169   fol.  4'  (E),    daraus   abgeleitet   Cod.  Ottob.  911  (0).     Cod. 
Barberin.  XXXV.  69  p.  304  (B). 
Erler,  1.  c.  8  aus  E. 

a)  eorum  B.  b)  so  E  fol.  83';  E  fol.  5'  und  B  haben  statt  desB«n  pe* 

fehciB  recordacionia.  c)  continget  E&. 


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II.  Juramenta.  47 

Ego  .  .  iuro,  quod  partes,  quaruin  patrocinium  suscepero,  fideliter 
et  sine  tergiversacione  aliqua  adiuvare  curabo  et  id,  quod  verum  et 
iustum  extimavero,  eisdem  partibus  inferre  studebo.  Causas  quoque 
improbas  scienter  non  recipiam  et  si  quas  reeepero  partis  forte  men- 
daeiis  coloratas, a)  que  michi  iuste  iu  principio  videbuntur  et  in  pro- 
cessu  iudicii  apparebunt  iniuste,  ipsannn  patrocinium  in  continenti 
dimittani.     Sic  me  deus  etc. 

Addicio  reperta  ex  antiquis  iuramentis  cancellarie  ad  iuramentum 
procuratorum : ]t) 

Jurent  eciam  procuratores,  quod  ipsi  omuino  irichil  a  partibus, 
pro  quibus  litteras  graciam  seu  iusticiam  continentes  in  Romana  curia 
procuraverint,  ultra  debitum  et  taxatum  ac  corisuetum  sälaTium  eoruin 
qüicquam  non  extorqueant  seu  recipiant  per  se  vel  alios  eorum  nomine 
quovis  quesito  colore  nee  ipsuru  salarium  recipiant  seu  reeipere  inten- 
dant,  quousque  littere  huiusmodi  in  bulla  penitus  fuerint  expedite  et 
lecte  ibidem  publice.  Et  quod  ipsi  in  audiencia  contradietarum  mali- 
ciose  non  impediant  aliquas  litteras,  eciamsi  ad  impedieudum  huius- 
modi litteras  fuerint  specialiter  constituti.  Et  quod  pariter  non  im- 
pediant litteras  ibidem  legendas,  nisi  specialem  ac  sufficientem  ad  id 
habeant  potestatem. 

X11I. 
Juranicntuni  secretariorum. 

Divers,  cam.  Martin.  V.  4  fol.  83. 

Die  Eidesformel  der  Sekretäre  fehlt  in  den  Aufzeichnungen  der  Kanzlei, 
wohl  aus  dem  Grunde,  weil  der  Eid  nicht  in  die  Hände  des  Vicekanzlers,  son- 
dern in  die  des  Kämmerers  abgelegt  wurde.  So  blieb  als  einzige  Quelle  der  in 
seinen  wesentlichen  Sätzen  von  Ottenthai,  Bullenregister,  Mitth.  des  Instituts  für 
österr.  Geschichtsforach.,  Egb.  1,471,  A.  1  veröffentlichte  Eid  des  Sekretärs  Paulus 
Serlandi  de  Orlandinis  vom  5.  April  1418. 

Ego  Paulus  Serlandi  de  Orlandinis  domiui  nostri  pape  secretarius 
ab  hac  hora  inautea  fidelis  ero  etc.  —  dem  Eid  der  Auditoren  — 
defendam.  ^egocia  michi  a  domino  papa  vel  eius  camerario  commissa 
vel  committenda  fideliter  gerani  et  sollicite  exercebo  in  scribendo  no- 
tando  et  regestrendo  ea,   que   fuerint   officio   meo   secretariatus   opor- 

Ä)  in  E  auf  dem  Rande  nachgetragen,  in  0  B  im  Context.  *>)  so  die 

Ueberschriit  in  E.  Der  Zusatz  ist  überdies  durch  Nachtragung  von  anderer  Hand 
mittelst  Verweisungszeichen  dem  Eide  selbst  vor  Sic  me  deus  hinzugefügt.  Der 
Text  ist  dementsprechend  in  die  erste  Person  überarbeitet  (also  Nichil  omnino 
procuravero)  stimmt  aber  sonst  wörtlich;  in  0  steht  der  Nachtrag  im  Context, 
in  B  ebenfalls,  ist  aber  durchstrichen  und  am  Rande  bemerkt:  hueusque. 


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48  IL  Juramenta. 

tuna  et  res,  que  mee  custodie  committentur  ad  cameram  apostolicam 
vel  quoscunque  alios  pertinentes  fideiiter  custodiam  et  nichil  defrau- 
dabo  de  eis  nee  permittam  ab  alio  defraudari.  Supradicta  omnia  et 
singula  promitto  et  iuro  attendere  et  observare  sine  omni  dolo  et 
fraude  ac  malicia.     Sic  me  deus  etc. 

XIV. 
Jnramcntum  examinancium  in  Bomana  curia  deputatorum. 

Cod.  Paris.  4169  fol.  7   (E),   daraus  abgeleitet  Cod.  Ottobon.  lat.  911  (0). 
Cod.  Barberin.  XXXV.  69  p.  308  (B). 
Erler,  1.  c.  13  aus  E. 

Jurabunt  examinatores,  quod  bene  et  fideiiter  se  gerent  in  officio 
eis  commisso.  Item  quod  nee  amore  nee  odio  nee  prece  nee  precio 
in  negocio  seu  officio  predicto  procedent.  Item  quod  nichil  reeipient 
a  personis  examin andis  vel  aliis  eorum  nomine.  Item  quod  facient 
iurare  notarios  et  porterios  ac  familiäres  eorum  eis  in  officio  exami- 
nacionis  huiusmodi  assistentes,  quod  a  predictis  personis  nichil  reci- 
piant  aut  ab  aliis  nomine  ipsarum  nee  in  introducendis  personis  pre- 
dictis ad  examen  aliquam  fraudem  odium  vel  favorem  committant  et 
quod  eorum  notarii  fideiiter  regestrent  peticiones  et  titulos  examioa- 
tarum  personarum  ipsarum. 

Tituli  examinatarum  personarum :  a) 
Tria  bene:     habeant. 

Duo  bene  et  unum  competenter:     habeant. 
Unum  bene  et  unura  competenter  et  unum  debiliter:     habeant. 
Duo  bene  et  unum  male:    habeant. 
Duo  competenter  et  unum  male  in  tota  Ispania  et  Vasconia :   habeant. h) 

XV. 
Juramentum  inquisitoris  heretice  pravitatis. 

Cod.  Paris.  4169,  fol.  6'  (E).     Cod.  Barberin.  XXXV.  69,  p.  306  (B). 
Erler,  1.  c.  11  aus  E. 

Ego  .  .  inquisitor  ab  hac  hora  inantea  fidelis  ero c)  etc.  =  1.  — 
deducatur.  Officium  inquisicionis  michi  commissum  fideiiter  geram  et 
solicite  exercebo ;  prece  vel  precio  favore  vel  odio  a  iustitia  non  rece- 


a)  fehlt  in  B.  b)  dominus  Urbanus  non  voluit,  quod  isti  haberent;  in 

E  mit  anderer  Tinte  nachgetragen,  in  0  im  Context.  c)  Name  des  Papstes 

in  E  Urbano  pape  VI.,  in  B  Eugenio  pape  Uli. 


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II.  Juramenta.  49 

dam,  eciam  penas  seu  penitencias  mitigando  vel  relaxando  seu  in  eis 
alias  dispensando.  Dona  munera  seu  encenia  aut  obligacionem  seu 
promissioiiem  super  Ulis  per  me  vel  alium  seu  alios  a  personis  coram 
me  causas  habentibus  seu  ab  aliis  pro  eisdem  pro  penitenciis  impositis 
vel  imponendis  nee  alias  michi  vel  meo  officio  applicando  non  reci- 
piam,  quinymo  omnes  familiäres  et  officiales  meos  cum  diligencia  qua 
potero  ab  hiis  faciam  abstinere  et  ad  hoc  astringam  eos  eorum  pro- 
prio iuramento.  Non  rogavi  nee  supplieavi  nee  aliquid  dedi  seu  pro- 
misi  aut  dari  seu  promitti  feci  pro  isto  officio  assequendo.  Sic  me 
deus  etc.a) 

XVI. 

Juramentum  peniteneiariorum. 

Cod.  Barberin.  XXXV.  69  p.  127  (B).  Cod.  Paris.  4169  fol.  T  (E).  Cod. 
Vat.  lat.  3984,  fol.  92  (V). 

Erler,  1.  c.  13  aus  E.  Bull.  Rom.  Ed.  Taurin.  4,422  und  Denifle,  Archiv  f.  Lit. 
u.  Kirchenge  seh.  d.  Mittelalt.  4,218  aus  der  Bulle  Benedicts  XU.   „In  agro  dominico." 

Ego  .  .  ordiois  .  .  professor  domini  nostri  pape  penitenciarius, b)  ab 
hac  hora  inantea  fidelis  ero  etc.  =  1.  —  deducatur.  Papatum  Ro- 
manum  et  regalia  beati  Petri  et  omnia  iura  Romane  ecclesie,  que  habet 
ubique,  manutenebo  totis  viribus  et  defendam  ac  adiutor  eis  ero  ad 
retinendum  et  defendendum  contra  omnem  hominem.  Res  quoque 
ipsius  domini  pape  et  ecclesie  Romane,  que  mee  custodie  committen- 
tur,  diligenter  custodiam  et  fideliter  reservabo. c)  Ambassiatas  eciam 
et  queeunque  alia  negocia  michi  commissa  firmiter  portabo  ac  fideliter 
et  diligenter  referam  sine  fraude.  Et  pro  confessionibus  audiendis  et 
absolucionibus  faciendis  aut  aliis  que  speetant  ad  meum  officium  nichil 
omnino  per  me  aut  alium  exigam  vel  petam  aut  reeipiam  eciam  sub 
titulo  vel  specie  elemosine  seu  ensenii  vel  mutui  vel  alio  quo  vis  modo. 
Et  non  absolvam  vel  dispensabo  scienter  in  aliquo  casu  michi  non 
permi8SOd)  nee  scienter  quemquam  absolvam  a  peccato  vel  peccatis 
aliquibus  in  aliquo  casu  ambiguo  nee  eciam  in  huiusmodi  casu e)  am- 
biguo  scienter  cum  aliquo  dispensabo,  nisi  de  speciali  mandato  summi 
pontificis  vel  penitenciarii  maioris,  cui  exprimam  dictum  casum  sine 
alieuius  revelacione  vel  expressione  persone.  Et  non  iniungam  peni- 
tencias peeuniarias  expresse  michi  vel  alicui  persone  vel  ordini  meo 
seu  alteri  applicandas.  Super  restitucionibus  vero  iniungendis  et 
faciendis  servabo,   prout   est  per   pie   memorie   dominum  Benedictum 

a)  in  E  zum  Schluss  Collationsvermerk  T.  b)  irater  Angelus  de  . .  ordinis 

fratrum  predicatorum  domini  nostri  pape  in  urbe  penitenciarius  BV;  als  Papst 
nennen  B  und  V  Clemens  VI.,    E  Urban  VI.  c)  resignabo  E.  d)  cotn- 

misso  E.  e)  michi  non  permisso— in  huiusmodi  casu  fehlt  V. 

Tangl,  P&petl.  Kanxleiordnongen.  4 


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50  ft-  Juramenta. 

papam  XII.  Ordination.  Et  supradictaa)  omuia  et  singula  promitto 
et  iuro  attendere  et  observare  sine  omni  dolo  et  fraude  ac  malicia; 
sie  me  deus  etc. 

XVII. 

Juramentam  super  tabellionatus h)  officio. 

Cod.  Paris.  4169  fol.  6  (E).     Cod.  Barberin.  XXXV.  69  p.  306  (B). 
Erler,  1.  c.  10  aus  E. 

Ego  .  .  ab  hac  hora  inantea  fidelis  ero  c)  etc.  =  1.  —  contra  omnes 
homines.  Tabellionatus  officium  fideliter  exercebo.  Contractus,  in  qui- 
bus  exigitur  consensus  parcium,  fideliter  faciam  nil  addendo  vel  minu- 
endo  sine  voluntate  parciura,  quod  substanciam  contractus  immutet. 
Si  vero  in  conficiendo  aliquod  instrumentum  unius  solius  partis  sit 
requirenda  voluntas,  hoc  ipsum  faciam,  ut  scilicet  nil  addara  vel  minuam, 
quod  immutet  substanciam  facti  contra  voluntatem  ipsius.  Instrumen- 
tum non  conficiam  de  aliquo  contractu,  in  quo  sciam  intervenire  vel 
intercedere  vim  vel  fraudem.  Contractus  in  prothocollum  redigam  et 
postquam  in  prothocollum  redegero,  maliciose  non  differam  contra 
voluntatem  illorum  vel  illius,  quorum  est  contractus,  super  eo  confi- 
cere  publicum  instrumentum;  salvo  meo  iusto  et  consueto  salario.  Sic 
me  deus  etc.d) 

XVIII. 

Juramentum  arehlepiscopi. 

Cod.  Colleg.  Hispan.  Bonon.  275  p.  104  (H).      Cod.  Paris.  4169  fol.  79'  (E). 
Cod.  Barberin.  XXXV.  69  p.  24  (B). 
Erler,  1.  c.  155  aus  E. 

Ego  .  .  archiepiscopus  .  .  e)  ab  hac  hora  inantea  fidelis  et  obediens 
ero  beato  Petro  sancteque  apostolice  Komane  ecclesie  et  domino  meo 
.  .  domino  .  .  pape  .  .  f)  suisque  successoribus  canonice  intrautibus.  Non 
ero  in  consilio  aut  cousensu  vel  facto,  ut  vitam  perdant  aut  mem- 
brum&)  aut  capiantur  mala  captione.  Consilium  vero,  quod  michi  cre- 
dituri  sunt  per  se  aut  per  nuutios  suos  sive  per  litteras,  ad  eorum 
dampnum  me  seien te  nemini h)  pandam.  Papatum  ßomanum  et  regalia 
saneti  Petri  adiutor  eis  ero  ad  retinendum  et  defendendura,  salvo  meo 
ordine,  contra   omnem  horainem.     Legatum  apostolice  sedis  in  eundo 


*)  edieta  E.  b)  tabellionis  B.  c)  Name  des  Papstes  in  E  . .  pape 

VI.,  in  B  nur  Punkte.  d)  in  E  zum  Schluss  Collationsvermerk  T.  «)  R. 

archiepiscopus  Taraconensis  H.  f)  pape  G.  H,   Gregorio  E.         e)  membra  E. 

h)  non  H. 


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IL  Juramenta.  51 

et  redeundo  honorifice  tractabo  et  in  suis  necessitatibus  adiuvabo. 
Vocatus  ad  sinodum  veniam,  nisi  prepeditus  fuero  canonica  prepedi- 
tione.  Apostolorum  limina  .  .  *)  visitabo  aut  per  me  aut  per  meum 
nuntium,  nisi  apostulica  absolvar  licentia.  Possessiones  vero  ad  men- 
sam  mei  archiepiscopatus a)  pertinentes  non  vendara  neque  donabo 
neque  impignorabo  neque  de  novo  infendabo  vel  aliquo  modo  alienabo  b) 
inconsulto  Romano  pontifice.     Sic  me  deus  etc. 

Ista  clausula c)  debet  apponi  in  litteris,  que  mittuntur  examiua- 
toribus  electionis: 

Formam d)  autem  iuramenti,  quod  ipse  prestabit,  de  verbo  ad  ver- 
bum,  nobis  per  eiusdem  patentes  litteras  suo  sigillo  signatas  per  pro- 
prium nuntium  quantotius  destinetis. 

XIX. 
Juramentum  episeoporum  vel  abbatum. 2) 

Cod.  Barberin.  XXXV.  69  p.  168  (B).     Cod.  Paris.  4169  fol.  80  (E). 
Erler,  1.  c.  156  aus  E. 

Ego  .  .  episcopus  vel  abbas  monasterii  .  .  ordinis  .  .  diocesis  e)  pro- 
mitto  et  iuro,  quod  ab  hac  hora  inantea,  quamdiu  vixero,  fidelis  et 
obediens  ero  beato  Petro  sancteque  apostolice  Romane  ecclesie  et  do- 
min o  meo  domino  Urbano  divina  providentia  pape  VI.  suisque  succes- 
soribus  canonice  intrantibus.  Non  ero  in  cönsilio  con&ensu  vel  facto, 
ut  vitam  perdant  aut  membrum  vel  capiantur  mala  captione.  Consi- 
lium  vero,  quod  michi  credituri  sunt  per  se  aut  per  nuntios  sive  per 
litteras,  nulli  manifestabo  ad  eorum  dampnum  me  sciente.  Papatum 
Romanum  et  regalia  sancti  Petri  adiutor  eis  ero  ad  retinendum  defen- 
dendum  et  recuperandum,  salvo  meo  ordine,  contra  omnem  hominem 
ac  honorem  et  statum  ipsorum,  quantum  in  me  fuerit,  conservabo 
ipsisque  adherebo  et  pro  posse  favebo.  Legatos  et  nuntios  sedis 
apostolice  benigne  in  mea  diocesi  velf)  in  terris  mei  monasterii  sus- 
cipiam  dirigam  et  defendam  securumque   ducatum  prestabo  eisdem  ac 

a)  episcopatus  E.  b)  neque  impignorabo— alienabo  fehlt  H.  c)  das 

folgende   fehlt  in   B  ganz,    in  H   steht  es   ohne   Ueberschrift.  d)  forma  H. 

c)  Elizarius  abbas  monasterii  sancte  Marie  de  üualdo  ordinis  sancti  Benedicti 
Beneventane  diocesis  E.  f)  in  mea  diocesi  vel  fehlt  E. 

')  Dazu  nachgetragen :  Apuli,  Italici  singulis  annis,  Teotonici,  Gallici,  Un- 
gari,  Provinciales,  Siculi  bienniis;  Anglici,  Ispani  trienniis;  Ulti*amarini  qua- 
drienniis.    E  und  B  haben  Apuli-ttalici  an  letzter  Stelle.  *)  E  hat  die  Ueber- 

schrift: Sequitur  forma  iuramenti,  quod  dominus  Urbanus  papa  VI.  ammodo 
voluit  in  litteris  apostolicis  super  consecrationibus  quorumlibet  electorum  con- 
ficiendis  apponi,  scismate  presenti  durante. 

4* 


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52  H.  Juramenta. 

in  eundo  et  redeundo  eos  honorifice  tractabo  et  in  suis  necessitatibus 
adiuvabo  nee,  quantum  in  me  fuerit,  permittam  eis  aliquam  ininriam 
fleri  vel  inferri  et  quibuseunque,  qui  contra  premissa  Tel  eorum  ali- 
quod  conarentur  aliquid  attemptare,  quantum  potero,  me  opponam 
eosque  pro  posse  impediam.  Offensiones  et  dampna  predicti  domini 
n  ob  tri  pape  et  dicte  Romane  ecclesie  quantum  potero  evitabo  nee  ero 
in  consilio  vel  in  facto  seu  traetatu,  in  quibus  contra  ipsum  et  Roma- 
nam  ecclesiam  predietam  aliqua  sinistra  vel  preiudicialia  machinentur; 
et  si  talia  a  quibusvis  procurari  novero  vel  traetari,  impediam  hoc 
pro  posse  et  quautocius  potero  commode,  significabo  alteri,  per  quem 
possit  ad  eorum  noticiam  pervenire.  Vocatus  ex  quaeunque  causa  ad 
sinodum  seu  ad  eos  accedam,  nisi  prepeditus  fuero  canonica  prepedi- 
cione  eisque  obedienciam  et  reverenciam  debitas  exhibebo  et  prestabo. 
Apostolorum  limina,  Romana  curia  existente  citra  montes,  singulis 
annis,  ultra  vero  montes  singulis  bienniis  visitabo  aut  per  me  aut  per 
nuncium  meum,  nisi  apostolica  absolvar  licencia.  Possessiones  vero 
ad  men«am  meam  episcopalem  vela)  meum  monasterium  pertinentes 
non  vendam  nee  donabo  neque  impignorabo  neque  de  novo  infeudabo 
vel  aliquo  modo  alienabo  inconsulto  Romano  pontifice.  Item  Roberto 
olim  basilice  XII  apostolorum  dicto  Qebennensi  nunc  antipape  etc.  = 
oben  No.  III.,  Zusatz  zum  Notarseid  —  persequar.  l)    Sic  me  deus  etc. 

»)  menaam— vel  fehlt  E. 

')  Zu  den  im  Zusatz  zum  Notarseid  genannten  Kardinalpriestern  fugten 
beide  Uss.  urspi-ttnglich  noch :  et  Petro  olim  tituli  saneti  Eustachii  diacono  .... 
cardinalibus ;  in  E  ist  dies  durch  vacat  getilgt,  in  B  ist  Überhaupt  die  ganze 
Stelle  radirt. 


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IH.  Jura  et  consuetudines 
cancellariap. 

Constitntiones  summoram 
pontificum. 

i. 

Cod.  Colleg.  Hispan.  Bonon.  275  p.  105  (H).  Cod.  Paris,  lat.  4169  fol.  88  (E). 
Daraus  Cod.  Ottobon.  lat.  911  (0). 

Merkel,  Documenta  aliquot  quae  ad  Romani  pontificis  notarios  et  curiales 
pertinent.    Arcli.  stör.  Jtal.«  App.  5,146  No.  VIII  aus  H.    Erler,  1.  c.  170  aus  E. 

Für  die  Einreihung  dieses  Stückes  (1192—1216)  siehe  meine  Abhandlung 
über  den  Liber  Cancellariae  in  den  Mitth.  des  Instituts  f.  österr.  GF.  15,1  ff. 

Cum  datur  procuratio,  si  fuerit  cancellarius,  de  parte  cardinalium 
recipiat  pro  duobus  cardinalibus,  sive  in  denariis  sive  in  victualibus 
detur.  Si  vero  non  fuerit  cancellarius,  de  tota  procuratione  communiter 
de  parte  domini  pape  et  cardinalium  pro  duobus  cardinalibus  cancel- 
laria  recipiat,  si  detur  in  victualibus;  sed  si  detur  in  denariis,  tunc 
cancellaria  pro  uno  tantum  cardinali  recipiat  sed  de  parte  tantum- 
modo  cardinalium.0)  Et  hoc  scriptum  est  in  ultima  pagina  undecimi 
quaterni  censualis  camere  domini  pape.  l) 

IL 

Cod.  Vatic.  lat.  8486  fol.  170'  (C.  authenticus  Cencii  camerarii)  (A)  mit  der 
Ueberschrift :  Institutio  cancellarie  super  petitionibus  dandis  et  recipiendis  (No. 
1—10).  Cod.  Colleg.  Hispan.  Bonon.  275,  p.  105  (H).  Reg.  Clement.  VI.  a.  I, 
p.  2  fol.  439  (C),  vollständig  bis  auf  No.  10. 

Muratori,  Antiquit.  1,708  aus  A.    Merkel.  1.  c.  S.  146,  No.  IX  aus  H. 

1192—1236;  vgl.  meine  Arbeit  Über  den  Liber  Cancellariae  15,1  ff.  Mura- 
tori setzte  es  „circiter  annum  1220." 


»)  cardinali  E. 

*)  Vgl.  darüber  Fabre,  £tude  sur  le  Liber  Censuum  200  A.  1  und  171—172. 


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54  HL  Constitutione s. 

In  noraine   dei  eterni  et  salvatoris   nostria)  Jesu  Christi.    Amen. 

1.  Nullus  omnino  notarius  petitiones  recipiat,  nisi  que  fuerint  in 
communi  data  recepte  vel  quas  dominus  papa  tradiderit  aut  aliquis 
cardinal ium  capellanus  quoque  vel  camerarius,  sed  neuter  sine  man- 
dato  domini  pape,  ita  ut,  cum  notarius  legerit  illas,  dicat,  quis  eas 
sibi  recipiendas  mandavit. b) 

2.  Item  nullus  omnino a)  notarius  bullator  breviator  aut  scriptor 
petitiones  aliquas  promovendas  assumat,  nisi  proprias  aut  consaugui- 
neorum  ßuorum  vel  specialium  amicorum,  quas  tarnen  non  alii  quam 
domino  pape  offerat  admittendas;  sed  officio  suo  sit  uuasquisque  con- 
tentus.  Quicunque  vero  predictorum  deprehensus  fuerit  contra  fecisse,b) 
officii  sui  amissionemc)  incurrat. 

3.  Nullus  petitiones  sublimium  personarum  ut  regum  ducum  mar- 
chionum  comitum  vel  baronum  archiepiscoporum  episcoporum  abbatum 
decanorum  archidiaconorura  aut  huiusmodi  personarum,  que  proprium 
consueverunt  habere  sigillum,  exhibeat  in  data  communi,  nisi  litteras 
eorum  propter  hoc  sigillatas  ostendat  Caveat  tarnen  sibi,  ne  proferat 
falsas  litteras,  quia  deprehensus  penam  falsarii  non  evadet. 

4.  Petitiones  autem  humiliura  et  maxime  miserabilium  personarum 
libere  porrigat  et  licenter,   dummodo   multitudinem   eflrenatam   evitet. 

5.  Omnes  tarnen  petitiones,  quas  promovendas  suscepit,  simul  et 
semel  exhibeat  scriptas  in  una  carta  vel  etiam  in  diversis  consutis,  ut 
unus  notarius  semper  habeat  omnes  petitiones  eiusdem. 

6.  Repudiatas  autem  non  presumat  ulterius  promovere,  nisi  apud 
dominum  papamprimo  secundo  et  tertio  supplicaado  possitgratiam  invenire. 

7.  Item  nemo  per  alium  petitiones  offerat  vel  procuretd)  nece) 
quisquara  petitiones  alterius  offerendas  vel  promovendas  assumat,  sed 
quilibet  hoc  faciat  per  se  ipsuin,  nisi  forte  sit  sublimis  persona,  que 
per  certum  et  idoneum  nuutium  id  decenter  et  honeste  procuret. 

8.  Liberum  tarnen  sit  cuilibet  proprium,  si  necesse  fuerit,  inter- 
cessorem  habere  maxime  cardinalem. 

9.  Cum  autem  notas  correctas  acceperit,  sine  dilatione  faciat  eas 
scribi  et  scriptas  bullari;  et  postquam  bullatas  acceperit,  non  faciat 
longam  moram,  sed  expeditus  ad  propria  revertatur.  Quicunque  vero 
presumpserit  contra  venire,  careat  non  solum  impetratis  verum  etiam 
impetrandis  et  alias f)  secundum   arbitrium  summi  pontificis  puniatur. 

10.  Ne  quis  autem  ex  ignorantia  occasionem  accipiat  in  peccatis, 
semper  in  communi  (data)*)  legatur  hoc  scriptum  et  sint  presentes 
notarii  scriptores  et  bullatores,  ut  ad  deprehendam  fraudem  diligenter 

a)  fehlt  AH.  b)  fehlt  C.  c)  ammissionem  HC.  d)  procurat  H. 

e)  ne  H.  0  fehlt  C.  ß)  fehlt  A. 


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III.  Constitutione 8.  55 

notent  personas   et   deprehensas   in   fraude   detegant   et  ostendant,  si 
proprium  volunt  periculum  evitare. 

11.  Ad  hec  si  pro  iustitia  vel  spirituali  negotio  proraovendis  fiat 
pactio  vel  certa  promissio,  et  dans  et  recipiens  ab  officio  et  beneficio 
suspendatur,  si  clericus  fuerit,  et  offerens  insuper  careat  impetratis; 
laicus  vero  excominunicetur  et  de  curia  litteris  impetratis  privatus 
nichilominus  repellatar. 

12.  Item  omnes  procuratores,  qui  fuerint  in  curia  per  biennium, 
infra  mensem  recedant,  nisi  habeant  propriam  causam  sive  dominorum 
suorum  in  curia  in  iudicio  pertractandam ; a)  alioquin  extunc  non  admit- 
tantur  ad  impetrandum  contradicendum  vel  aliud  alieno  nomine  faciendum. 

13.  Item  nullus  procurator  habens  coucubinam  admittatur  ad  im- 
petrandum vel  contradicendum;  et  si  irapetraverit,  careat  impetratis. 
Item  excommunicamus  omnes  procuratores  tenentes  manifeste  concu- 
pinam  et  eos,  qui  eis  domos  ad  habitandum  concesserint  vel  eis  neces- 
saria  ad  earum  sustentationem  presumpserint  ministrare. 

14.  Presenti  decreto  statuimus,  ut  procuratores  archiepiscoporum 
episcoporum  et  aliorum  prelatorum  aut  magnatum, b)  quando  ad  curiam 
veniunt,  simul  et  semel  omnes  petitiones  secundum  statutum  nostrum 
et  predecessoris  nostri  porrigant  per  se  ipsos,  quantotius  poterunt. 

15.  Procuratores  vero  ad  contradicendum  personaliter  audientie 
intersiut  nee  aliqui  substituantur  ab  eis,  nisi  suac)  absentia  rationa- 
biliter  excusetur;  et  tunc  substitutus  non  admittatur  nisi  pro  illustri- 
bus  personis  tantum,  a  quibas  fuerat  absens  specialiter  institutus. 

16.  Prohibemus  districte, d)  ne  ultra  summam  XX  librarum  dena- 
riorum  senatus  in  aliqua  causa  quisquam  advocatorum  reeipiat.  Infra 
vero  reeipiant  secundum  moderamen  auditoris  cardinalis  pro  negotii 
qualitate.  Advocatus  autem,  qui  contra  predictum  statutum  reeeperit, 
officio  advocatie  usque  ad  nostrum  beneplacitum  suspendatur.  Qui  vero 
dederit,  si  clericus  fuerit,  suspendatur  ab  officio  ad  mandatum  nostrum; 
si  laicus  fuerit6)  puniatur  extraordinarie  ad  arbitrium  cardinalis,  qui 
fuerit  cause  illius  auditor. 

17.  Precipimus  insuper,  ut  in  quaeunque  causa  unus  sit  advocatus 
vel  ad  plus  duo  ex  una  parte,  nee  alicui  liceat  plus  habere. 

III. 

Cod.  Paris.  4169  fo).  68  mit  der  Ueberschrift :  Sequuntur  alique  constitu- 
tiones  facte  in  concilio  Lugdunensi  (E);  daraus  Cod.  Ottobon.  lat.  911  (0). 

Erler,  1.  c.  130  ff.  aus  E  vollständig.  Mansi,  S.  Concil.  collect,  ampl.  23,619 
und  8.  651  ff.  und  Corpus  iur.  can.  Liber  Sextus  tbeilweise. 

a)  perpetrandam  C.  b)  fehlt  C.  c)  eorum  C.  d)  discrete  C. 

e)  fehlt  H. 


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56  IE.  Constitutiones. 

Die  Einleitung  (No.  1)  unseres  Stuckes  ist  der  Ueberschrift  entlehnt,  unter 
welcher  Innocenz  IV.  die  Sammlung  der  Lyoner  Canones  der  Universität  Bologna 
abersandte.  An  sie  reihen  sich  zunächst  8  ebenfalls  aus  jener  Compilation  aus- 
gewählte und  mit  einer  einzigen  Ausnahme  auch  im  Liber  Sextus  Decretalium 
wiederkehrende  Punkte  (No.  2—9),  welche  auch  für  die  Kanzlei  von  Bedeutung 
waren.  Den  Schluss  bilden  9  die  Kanzlei  ausschliesslich  berührende  Bestim- 
mungen, die  daher  auch  nur  durch  die  Eintragung  ins  Kanzleibuch  erhalten 
sind.  Ueber  die  Canones  des  Lyoner  Concils  vgl.  Hefele-Knöpfler,  Conciliengesch. 
5,1113  ff. 

1.  Cum  nuper  in  concilio  Lugdunensi a)  quasdam  constitutiones 
super  certis  articulis  duxerimus  promulgandas,  universitati  vestre  per 
apostolica  scripta b)  mandamus,  quatinus  eis,  quas  sub  bulla  nostra 
vobis  transmittimus,  uti  velitis  ammodo  tarn  in  iudiciis  quam  in  scolis, 
ipsas  sub  suis  titulis,  prout  super  qualibet c)  earum d)  exprimitur,  inseri 
facientes. 

2.  Cum  in  multis  iuris  articulis  infinitas  reprobetur,  provide  duxi- 
mus  statuendum,  ut  per  generalem  clausulam  „Quidam  alii",  que  fre- 
quenter  in  litteris  nostris  inseritur,  ultra  tres  vel  quatuor  in  iudicium 
non  trahantur,  quorum  nomina  in  primo  citatorio  exprimat  impetrator, 
ne  fraudi  locus  forsitan  relinquatur,    si  circa  ea  possit  libere   variare. 

3.  Presenti  decreto6)  duximus  statuendum,  ne  a  sede  apostolica 
Tel  legatis f )  ipsius  cause  aliquibus  committantur,  nisi  personis,  que  vel 
dignitate  sint  predite  vel  in  ecclesiis  catliedralibus  seu  aliis  collegiatis 
honorabilibus  institute.  &)  Nee  alibi  quam  in  civitatibus  vel  locis 
magnis  et  insignibus,  ubi  haberi  valeat  iuris  copia  peritorum,  cause 
huiusmodi  agitentur.  Judicibus  vero,  qui  contra  hoc  statutum  ad  alia 
loca  alterutram  partium  citaverint  vel  utramque,  non  pareatur  impune, 
nisi  citatio  de  communi  utriusque  partis  processerit  voluntate. 

4.  In  electionibus  et  postulationibus  ac  scrutiniis,  ex  quibus  ius 
oritur  eligendi,  vota  conditionalia  alternativa  et  incerta  h)  penitus  repro- 
bamus,  statuentes,  ut  huiusmodi  votis  pro  non  adiectis  habitis,  ex  puris 
consensibus  celebretur  electio,  voce  illorum,  qui  non  pure  consenaerint, 
ea  vice  in  alios  reeidente. 

5.  Statuimus,  ut  conservatores,  quos  plerumque  concedimus,  a  niani- 
festis   violentiis   et  iniuriis   defendere   possint,    quos   eis    committimus 


*)  concilio  generali  apud  Lugdunum,  Mansi.  b)  fehlt  E  0.  c)  quarum- 
libet  Eü.  d)  causarum  E.  e)  de  cetero  E,  de  ceto  0.  f)  delegatis 

Mansi  619.  e)  constitute  Mansi  619.  h)  inserta  EO. 

1.  Mansi,  1.  c.  651 :  Innocentius  episcopus  servus  servorum  dei  dilectis  filiis 
universitati  magistrorum  et  scolarium  Bononie  commorantibus  salutem  et  aposto- 
licam   benedictionem.     Cum   nuper  etc.  2.  Mansi,   1.  c.   619,  651 ;   1.  VI. 

1,3  c.  2.  3.  Mansi  619,  651.  4.  Mansi  619,  652;  1.  VL  1,6  c.  2.  5.  Mansi 
619,  653;  l  VI.  1,14  c.  1. 


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III.  Constitution  es.  57 

defendendos,   nee   ad    alia,   que    iudicialera   indaginera   exigunt,    suam 
valeant  extendere  potestatem. 

6.  Juris  esse  ambiguum  non  videtur  iudiceni  delegatum,  qui  a 
sede  apostolica  ad  hoc  raandatum  non  reeeperit  speciale,  iubere  non 
posse  alterutram  partium  coram  se  personaliter  in  iudicio  comparere, 
nisi  causa  fuerit  criminalis  vel  nisi  pro  veritate  dicenda  vel  iuramento 
calumpnie  faciendo  iuris  necessitas  partes  coram  eo  personaliter  exe- 
gerit  presentari. 

7.  Exceptionis  peremptorie  seu  defensionis  cuiuslibet  principalis 
cognitionem  negotii  continentis  ante  litem  contestatam  obiectus,  nisi 
de  re  iudicata  vel  transaeta  seu  finita  excipiat  litigator,  litis  confcesta- 
tionem  non  impediat  nee  retardet,  licet  dicat  obiector  rescriptum  non 
fuisse  obtentum,  si,  que  sunt  impetranti  opposita,  fuissent  exposita 
deleganti. 

8.  Actor,  qui  venire  ad  terminum,  ad  quem  citari  adversarium 
fecerat,  non  curavit,  venienti  reo  in  expensis  propter  hoc  factis  legi- 
time condempnetur,  ad  citationem  aliam,  nisi  sufficienter  caverit,  a) 
quod  in  termino  fideliterb)  compareat, c)  minime  admittendus. 

9.  Dispendia  litium  equitatis  compendio  volentes  qua  possumus 
industria  coaretare, d)  statutum  felicis  recordationis  Innocentii  pape  III. 
super  hoc  editum  ampliautes  decernimus,  ut,  si  quis  contra  alium 
plures  personales  movere  voluerit  questiones,  non  ad  diversos  iudices 
sed  eosdem  super  omnibus  huiusmodi  questionibus  litteras  studeat  im- 
petrare.  Qui  vero  contrarium  fecerit.  omnium  commodo  careat  lit- 
terarum. 

10.  Viri  ecclesiastici  et  vite.debent  precellere  puritate  et  bone  tarne 
testimonio  decorari,  quod  iiitus  deo  ex  cordis  munditia  placeant  et 
foris  proximo  luceant  ad  exemplum.  Proinde,  ut  fame  nostre  curie 
consulatur,  omnem  ab  ea  notam  cupiditatis  abicere  volumus  ac  detrac- 
toribus  occasionem  obloquutionis  auferre. 

11.  Sane  si  orta  inter  aliquos  fuerit  materia  questionis,  dum  pen- 
det  in  curia  nostra  negotium,  aut  si  ex  proximo  ibidem  moveri  speratur 
vel  si  sit  sub  examine  aliorum,  duramodo  ex  litterarum  nostrarum 
tenore  super  eodem  ad  aliquos  direetarum  ad  nos  fiierit  referendum: 
statuimus,  ne  nobis  aut  alicui  de  curia  nostra  persone  qualicunque e) 
absque   delectu   aliquo,   sive   magna   fuerit   sive  parva,  aliquid  det  aut 

»)  caveat  EO.  *>)  fehlt  EO.  °)  debeat  comparere,  Mansi  656. 

d)  cohartare  E.  e)  qualiscumque  EO. 

6.  Mansi  619,  654,  1.  VI.  2,1  c.  1.  7.  Mansi  61.9,  655;  1.  VI.  2,3  c.  1. 

8.  Mansi  619,  656:  1.  VI.  2,6  c.  1.  9.  Mansi  619;  1.  VI.  1,3  c.  3;  in  beiden 

mit  Fortsetzung,  die  im  Kanzleibuch  fehlt. 


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58  HI.  Constitutiones. 

promissionem  vel  spein  de  dando  faciat  habens  huiusmodi  uegotium 
terminandura.  Et  si  contra  fecerit,  excommuuicationis  laqueo  sit 
astrictus. 

12.  De  iudicibus  et  advocatis  nostris  generalibus  specialiter  duxi- 
mus  statuendum,  quod  nullus  curie  nostre  iudici,  coram  quo  causam 
habet,  et  advocato  generali,  cuius  patrociuio  fuugitur,  aliquid  det, 
quam  diu  in  eodem  moratur  officio;  et  si  contra  fecerit,  eidem  sententie 
subiacebit. 

13.  Cum  inter  alia  que  nobis  ex  sollicitudine  cotidiana  iucumbuut, 
ad  exauditionem  eta)  expeditionem  petitionum,b)  quantum  cum  deo  pos- 
sumus,  nos  liberales  promptos  et  faciles  prebeamus,  in  virtute  obedientie 
firmiter  inhibenius,  ne  quisquam  pro  litteris  legeudis  obtinendis  vel 
etiam  iam  obtentis  aliquid  nobis  vel  alii  cccasione  huiusmodi  offerat 
vel  presentet;  et  si  contra  fecerit,  preter  inobedientie  vitium,  quod 
iucurret,  dei  et  nostre  maledictioni  subiaceat,  et  nichilominus  eum 
carerec)  volumus  impetratis. d)  Excipimus  tarnen  iusta  ace)  solita 
salaria  laborantium  in  eisdem. 

14.  Verum  cavendum  est  et  districtius  observaudum,  ne  brevia- 
tores  et  alii  de  familia  notariorum  et  tocius  cancellarie  pro  litteris 
legendis  nomine  suo  vel  alieno  aliquid  exigant  vel  pactum  de  reci- 
piendo  faciant  nee  super  hoc  ipso  traetatum  cum  aliquo  admittaut  uec 
petitionem  vel  notam  causa  aliquid  extorquendi  malitiose  detineant; 
et  si  contrafecerit,  et  dans  et  extorquens  vel  in  aliquo  predictorum 
modorum  maleversatus  ipso  facto  sententiam  exeoinmunicationis  in- 
currat. 

15.  Ad  hec,  ut  via  eulpis  et  maculis  precludatur,  omnes  illos  ex- 
communicationi  subieimus,  qui  de  curia  nostra  et  familia  nostra  cum 
aliquo  de  curia  nostra  vel  etiam  cum  quoeunque  extraneo,  euiuseunque 
conditionis  existat,  vel  cum  altero  eius  nomine  pro  sui  aut  alieni  ex- 
peditione  negotii  aliquam  fecerint  pactionem  de  dando  vel  faciendo 
aliquid  sibi  vel  alii  consideratione  sui  seu  euiuseunque  persone.  Pre- 
terea  si  aliquis  de  iam  dieta  curia  quiequam  a  quoeunque  exegerit 
aut  qui  dederit  aliquid  exaetori  iuxta  predictum  modum,  exeommuni- 
cationis laqueo  sint  astricti. 

16.  Ha*  autem  omnes  exeommunicationes  nullatenus  volumus 
relaxari,  nisi  per  nos  vel  penitentiarium  nostrum,  cui  hoc  duxerimus 
committendum,  preterquam  in  mortis  articulo,  in  quo  per  alium  possit 
munus  absolutiouis  impendi,  ita  quod  ligatus  disponat  de   absolventis 


»)  fehlt  EO.  b)  petitionem  EO.  c)  carcere  EO.  d)  irape- 

trata  K  e)  iustitia  EO. 


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III.  Constitutiones.  59 

consilio,  qualiter  ad  nos  vel  ad  penitentiariuni,  cui  hoc  commi  .suin 
fuerit,  sine  mora  perveniat,  cui  pro  negotio  suo  aliquid  dederit,  quid 
et  quantum. 

17.  Penam  autem  constitutionum  nostrarum  nullatenus  evitabit, 
qui  eis  fraudem  fecerit  modis  illis,  quibus  consueverunt  legibus  frau- 
dem facere,  qui  verba  legum  tenentes  contra  ipsarum  gestiuut  volun- 
tatem. 

18.  Item  cum  multi  vitam  pro  sua  voluntate  ducentes  sepe  curiam 
nostram,  ubi  culpa  non  suffuit,  suis  oblocutionibus  offusearint  et  illius 
famam  usque  hodie  detractionibus  impetere  non  desistant:  volumus  et 
sub  anathematis  interminatione  mandamus,  quatinus  omnis,  qui  nobis 
vel  cuicunque  de  curia  nostra  pro  certa  et  legitima  causa  ultra  viginti 
solidos  servierit,  per  litteras  illius,  cui  servitium  exhibuit,  domino  suo 
de  servitio  plenam  referat  veritatem.  Si  autem  dominus  eius  huius- 
modi  servitium  scire  postposuerit,  contra  ipsum,  sicut  hominem  de 
honore  ecclesie  non  curantem, a)  suo  loco  et  tempore  procedemus.  Ab 
illis  etiam,  qui  de  proprio  servierint  pro  suis  specialibus  negotiis,  littere 
testimoniales  similiter  habeantur.  De  quibus  et  predictis  aliis  est 
diligenter  tenendum,  ut  per  illas  de  quantitate  servitii  possit  veritas 
obtineri.  Esculenta  tarnen  et  poculenta  non  fraudulenta  intelligantur 
excepta  in  omnibns  predictis,  pro  quibus  nolumus  aliquem  anathemati 
subiacere. 

IV. 

Cod.  Paris,  lat.  4169,  fol.  88'  (E)  mit  der  Ueberschrift :  Quedam  eonstitu- 
tiones  iuxta  officium  scriptorie  litterarnm  apostolicarum  more  antiquo,  unvoll- 
ständig (No.  1—4,  8,  9);  daraus  Cod.  Ottobon.  lat.  911  (0);  ergänzend  hiezu 
Reg.  Avin.  Clement.  VI.  a.  I,  p.  2,  fol.  438'  (C)  (No.  5—10). 

Erler,  1.  c.  171  aus  E.  Tang],  Das  Taxwesen  der  päpstlichen  Kanzlei  vom 
13.  bis  zur  Mitte  des  15.  Jahrhunderts,  Mitth.  der  Instituts  f.  österr.  GF.  13,75 
die  Ergänzungen  aus  C. 

Die  Entstebungszeit  dieser  Verfügung  ist  einerseits  durch  den  Beginn  des 
Pontificats  Alexanders  IV.  (1254  Dec.  12)  und  andererseits  durch  den  Schluss  der 
Amisdauer  des  Vicekanzlers  Wilhelm,  an  dessen  Stelle  am  12.  Juni  1256  bereits 
sein  Nachfolger  Roland  erscheint,  ziemlich  enge  begrenzt. 

Dass  Dietrich  von  Nieheim  unsere  Constitution  nur  unvollständig  in  sein 
Kanzleibuch  aufnahm  und  dass  die  Ergänzung  hiezu  in  der  in  C  überlieferten 
Taxordnung  zu  suchen  sei,  glaube  ich  S.  9  meines  Taxwesens  wahrscheinlich 
gemacht  zu  haben;  hier  möchte  ich  nur  noch  einen  weiteren  Grund  beibringen : 
No.  9  Verum  si  littere  curiales  et  rescribende  gratis  scribende  simul  occurrant, 
negocium  semper  curie  preferatur  ist  nach  der  in  C  überlieferten  Fassung  aus 
den  beiden  Prämissen  (No.  7,  8j,     dass  die   litterae   rescribendae   einerseits   und 


*)  curante  EO. 

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(50  III.  Constitutiones. 

die  litterae  de  curia  andererseits  vor  allen  anderen  zu  erledigen  sind,  völlig  ver- 
ständlich, nicht  aber  aus  E,  wo  von  litterae  rescribendae  früher  gar  nicht  die 
Rede  ist.  So  erfordert  schon  der  Sinn  von  No.  9  die  vorhergehende  Ergänzung. 
Im  Folgenden  versuche  ich  mit  Benützung  beider  Ueberlieferungen  die  Gesammt- 
verfugung  zu  reconstruiren. 

1.  Ad  decorem  officii  scriptorie  servandum  ego  Guillelmus  raagister 
scolarum  Parmensium  sacrosancte  Romane  ecclesie  vicecancellarius  de 
niandato  sanctissimi  patris  doiuini  Alexandri  dei  gratia  summi  ponti- 
ficis  facto  michi  oraculo  vive  vocis  moneo  scriptores  suos  omnes  deti- 
nentes  publice  concubinas,  quod  usque  ad  octo  dies  eas  a  se  remo- 
veant  et  dimittant  nee  eas  vel  alias  abinde  presumant  admittere;  et 
de  hoc  ad  voluntatem  meam  prestent  idoneam  cautionem;  alioquin 
extunc  ipso  facto  sententiam  exeommunicationis  ineurrant. 

2.  Item  scriptores  omnes  predictos  exnunc  amoveo  ab  officio 
eorum  scriptorie. 

3.  Item  scriptores  omnes  partes  reeipientes  moneo,  qnod  per  civi- 
tatem  honestum  habitum  deferant,  videlicet  capas  rotundas  vel  clami- 
des  houestas  et  vestes  desuper  clausas.  Tabarda  vero  et  capas  rugatas 
in  civitatibus,  in  quibus  curia  Eomana  residet,  huiusmodi  residentie 
tempore  penitus  non  utantur ;  et  qui  contra  fecerit,  ipso  facto  sit  sus- 
penso ab  officio  scriptorie. 

4.  Item  nullus  abbreviator,  qui  sit  scriptor,  notam  in  grossam 
redigat,  nisi  ei  per  manum  distributoris  sicut  aliis  scriptoribus  assig- 
netur ;  et  qui  contra  fecerit,  extunc  ipso  facto  sententiam  exeommuni- 
cationis ineurrat,  mandato  vicecancellarii  semper  salvo. 

5.  Circa  salarium  scriptorum  duximus  providendum,  quod  scrip- 
tores pro  litteris  quas  scripserint  ultra  taxaeionem  infrascriptam  nichil 
exigant  vel  eciam  sponte  oblatum  reeipiant;  et  si  quis  contrafecerit, 
dans  et  reeipiens  exeommunicacionis  sentencia  sint  astricti. 

Taxacio  autem  pro  litteris  scribendis  talis  est: 
Pro  litteris  simplieibus,    scilicet   super   terris  et  rebus   aliis   etc.  super 

usuris    super   iniectione   inanuum    super   revocandis   alienatis   super 

monachatu  VI  denarii  usualis  monete; 

pro  litteris,  in  quibus  consuevit  poni  „Pre- 

terea41  vel  „Iidem  quoque"  vel  alias         IX  den. 
pro  litteris  super  defectu  natalium  IX  den. 

pro  simplici  confirmacione  vel  protectione, 

que  bullanda  est  cum  serico,  XII  den. 

pro   confirmacione   et  protectione   in   una 

littera  XVUI  den. 

5.  Vgl.  u.  VII.  9  und  o.  Juramenta  VI.  a. 

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III»  Constitutiones.  61 

pro  littera  super  absolucione  monachorum   XVIII  den. 

pro  littera  „Quoniam  ut  ait  apostolus"  data 
cathedralibus  ecclesiis  et  aliis  magnis 
collegiis,  que  cum  maiori  diligentia  est 
scribenda,  duos  solidos. 

pro  privilegiis  X  6[olidos]. 

6.  Alias  autem,  in  quibus  certa  et  generalis  taxacio  in  scriptis 
redigi  non  potest  propter  diversitatem  ipsarum,  distributores  qui  pro 
tempore  fuerint  habita  consideracione  ad  alias  taxatas,  prout  melius 
eis  videbitur,  taxare  studebunt  et  taxacionem  ipsarum  tarn  impetrantes 
quam  scriptores  sub  pena  eiusdem  sentencie  observabunt. 

7.  Scriptores  qui  rescribendas  gratis  gratis  non  rescripserint,  ante- 
quam  alias  incipiant  scribere,  eadem  excommunicaciouis  sentencia  sint 
ligati 

8.  Scriptores  qui  litteras  curie  non  scripserint,  antequam  alias 
incipiant a)  scribere,  per  VII  dies  a  scriptorie  officio  sint  suspensi. 

9.  Verum  si  littere  curiales  et  rescribende  gratis  scribende  simul 
occurrant,  negocium  semper  curie  preferatur. 

10.  Peticionarii  vero  ultra  X  sfolidos]  nichil  exigant  pro  aliqua 
peticione  formanda,  &ed  sibi h)  infra  quantitatem  eandem,  prout  negocii 
exegerit  qualitas  et  labor  exposcitur,  salario  siut  contenti.  Si  vero 
fuerit  negocium  multum  iudicatum,  ad  cuius  expedicionem  labor  et 
pervigil  diligencia  requirantur,  tunc  ultra  dictamc)  quantitatem  infra 
tarnen d)  XX  s[olidos]  taxetur  salarium  arbitrio  notarii,  quem  impe- 
trans  duxerit  eligendum. 


Cod.  Colleg.  Hispan.  Bononien.  275,  p.  89  (H)  mit  der  Ueberschrift:  Inci- 
piant iura  consuetudines  debita  et  ceremonie  cancellarie.  Cod.  Paris,  lat.  4169, 
foL  87  (E),  daraas  Cod.  Ottob.  lat.  911  (0)  mit  der  Ueberschrift:  Sequuntur  mira- 
bilia  pennata.    Regimen  et  iura  cancellarie  luore  antiquo. 

Merkel,  1.  c.  142,  No.  V  aus  H.    Erler,  1.  c.  168  aus  E. 

1.  Curia  de  uno  loco  ad  alium  procedente,  senescalcus  cancellarie 
debet  recipere  cotidie  vivandas  pro  domino  vicecancellario  et  notariis, 
sive  omnes  sint  presentes  sive  non;  debet  etiam  dividere  vivandas 
absentium  inter  presentes. 

2.  Item  si  est  ibi  vicecancellarius  vel  notarius  solus,  alter  ipsorum 
debet  vivandas  illas  percipere  et  habere. 

*)  recipiant  E.  b)  si  C.  c)  dicta  C.  d)  tantum  C. 

8.  In  E  mit  der  Ueberschrift:  Sed  etiam  hec  constitutio  servatur  hodie 
et  merito. 


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(32  HI.  Con8titution.es. 

3.  Item  quando  curia  vadit  de  loco  ad  locum,  cancellaria  debet 
in  pitantiis*)  pro  tertia  parte  plus  recipere. 

4.  Item  si  curieb)  in  loco,  in  quem  devenerit,  ab  archiepiscopo 
vel  episcopo  seu  quocunque  prelato  aut  communitate  loci  fiat  procu- 
ratio  in  cibis,  cancellaria  debet  recipere  pro  duobus  cardinalibus.  Si 
vero,  fiat  in  pecunia,  debet  recipere  pro  uno  cardinale, c)  sicut  in  pro- 
vinciali  scriptum  est. 

5.  Item  si  procuratio  sit  pecuniaria,  prior  notariorum  vel  alius, 
qui  reciperet  eam,  debet  illam  conservare  ac  dividere  inter  vicecancel- 
larium  et  notarios. 

6.  Item  si  curia  perveniat  ad  aliquem  locum,  in  quo  resideat,  et 
aliquis  notariorum  non  adesset,  vivanda  diei  sue  non  debet  in  diem 
aliam  commutari. 

7.  Item  si  aliquis  vellet  commutare  diem  suum  in  alium,  non 
potest,  nisi  ordo  successionis  daret  ei. 

8.  Item  si  notarius  absens  fuerit,  debet  habere  partem  de  omni 
pecunia,  que  communitati d)  cancellarie  provenerit  ex  quacunque  causa, 
acsi  preseus  esset,  nisi  legationis  officio  fungeretur. 

9.  Item  vicecancellarius  et  omnes  notarii  debent  habere  quolibet 
mense  a  curia  XVI  ferros0)  cum  clavis  ad  ferrandum  equos,  et  ista 
debent  dividi  inter  omnes. 

10.  Item  vicecancellarius  et  notarii  debent  habere  commuuiter  a 
domino  papa  unum  somarium,  quandocunque  curia  transferret f )  se  de 
loco  ad  locum,  ad  portandum  coquinam  et  alia  utensilia  ad  opus  mense 
cancellarie;  item  debet  habere  anonam  pro  eodem  somario  et  vivan- 
dam  pro  famulo,  qui  ducit  illum. 

11.  Item  si  aliqua  vasa  enea*)  sive  ferrea  necessaria  sint  coquine 
cancellarie,  quilibet  notarius  debet  ponere  partem  suam  tarn  ad  emen- 
dum  quam  ad  reparanduin  illa;  et  ad  i&ta  tenenturh)  tarn  absentes 
quam  presentes. 

12.  Item  vicecancellarius  debet  habere  a  domino  papa  duos  soma- 
rios  per  viam,  quando  curia  est  in  itinere  constituta,  et  vivandas  pro 
famulis*)  et  anonam  pro  somariis. 

13.  Item  vicecancellarius  solus  non  potest  facere  seu  recipere 
senescalcum  cancellarie  sine  conscientia  notariorum;  similiter  fitk)  de 
coquo  portario  et  brodario. 

14.  Item  niillus  istorum   debet   excludi   sine   conscientia   notario- 


a)  pictanciis  H.  b)  curia  HE  cur.  0.  c)  cardinali  0.  d)  coin- 

tuunicare  H.  c)  feroß  E.  f)  transfert  E.  P)  erea  E.  h)  tenean- 

tur  E.  »)  iabro  famulia  0.  k)  sit  E. 

4.  Vgl.  o.  Ko.  L 


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III.  Constitutiones.  63 

rum;   et  est  ratio,  quia  sunt   familiäres   communiter  vicecancellarii  et 
notariorum. 

15.  Item  in  vivandis  et  denariis,  quos  quilibet  officialium  eorun- 
dem  recipit,  vicecancellarius  et  notarii  contribuere  debent. 

16.  Item  viöecancellarius  auditor  et  corrector  debent  habere  domos 
a  curia  gratis,  ubicunque  fuerit, a)  et  quilibet  prob)  se;  ac  etiam 
senescalcus  cancellarie  pro  se  et  coquo  portario  et  brodario  debet  habere 
domum  a  curia  ita  magnam,  quod  possint  in  ea  omnes  c)  simul  manere. 

17.  Item  dictu8  auditor  debet  habere  unum  somarium  a  curia  et 
vivandamd)  pro  famulo  et  anonam  pro  somario. 

18.  Iteme)  eodem  modo  debet  habere  corrector. 

19.  Item  auditor  et  corrector  iidem  debent  habere  similiter  unam 
partem  in  pecunia  sicut  unus  notarius. 

20.  Item  enxennia,f)  que  mittuntur  communitati  cancellarie,  non 
debent  dividi  sine  presentia  senescalci  seu  familiaris?)  vicecancellarii 
vel  prioris  notariorum ;  et  de  predictis  enxenniis  auditor  contradictarum 
et  corrector  debent  habere  simul  talem  partem  sicut  notarius  unus. 

21.  Item  divisis  enxeuniis  debet  vocari  famulus  cuiuslibet  ad 
recipiendum  partem  domini  sui ;  et  primo  debet  recipere  famulus  vice- 
caucellarii  postea  famulus  prioris  notariorum  deiude  per  ordinem 
quilibet. 

22.  Item  causa  curialitatis  consuevit  de  dictis  enxenniis  dari  ali- 
quid senescaico  coquo  portario  et  brodario. h) 

23.  item  senescalcus  ut  coquus  nullam  habet1)  potestatem  reci- 
piendi  vel  excludendi  portarium  aut  brodarium  sine  conscientia  vice- 
cancellarii et  notariorum. 

24.  Item  senescalcus  debet  habere  a  vicecancellario  et  a  quolibet 
notariorum  XL  solidos  Provisinorum  annuatim  pro  vestimentis  suis, 
videlicet  viginti  solidos  in  pentecosten  et  viginti  in  festo  omnium 
sanctorum;  et  debent  etiam  absentes  contribuere,  nisi  legationis  officio 
fungerentur. k) 

25.  Item  coquus  debet  habere  quatuor  libras  Provisinorum1)  an- 
nuatim a  vicecancellario  et  notariis;  m)  et  debent  etiam  absentes  con- 
tribuere, nisi  legationis  officio  fungerentur. k) 

26.  Item  in  nativitate  domini  senescallus  debet  habere  IUI n)  soli- 
dos Provisinorum  pro  oblationibus  a  quolibet  et  totidem  in  pascha. 


»)  fuerint  HE.  *>)  per  HE.  c)  fehlt  H.  d)  yivandas  E.  «)  in  E. 
f)  ensennia  E.  e)  familiari  E.  h)  bordario  HE.  »)  habent  H.  k)  fun- 
geretur  HE.  l)  provenienses  0.  m)  notario  E.  n)  fehlt  0. 


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(54  IH-  Constitutione s. 

27.  Item  coquus  debet  habere  II  solidos  Provisinorum  pro  obla- 
tionibus  a  quolibet  in  eisdem  festivitatibus. 

28.  Item  portarius  debet  habere  XII a)  denariosb)  Provisinorum 
pro  oblationibus  in  eisdem  festivitatibus. 

29.  Itemc)  eodem  modo  debet  habere  brodarius. 

30.  Item  predicti  senescalcus  coquus  portarius  et  brodarius  debent 
quilibet  per  se  recipere  vivandas,  sicut  consuetum  esi 

VI. 

Cod.  Colleg.  Hispan.  Bonon.  275,  p.  91  (H)  mit  der  Ueberschrift :  Hec  sunt 
debita  consuetudines  et  ceremonie  ex  approbato  more  antiquorum.  Cod.  Paris. 
4169  fol.  70  (E).  Daraus  Cod.  Ottobon.  lat.  911  mit  der  Ueberschrift :  Sequun- 
tur  alia  circa  regimen  vicecancellarii  et  notariorum  constitutionum  cancellarie. 

Merkel,  1.  c.  135t  No.  1  aus  H.     Erler,  1.  c.  134  aus  E. 

1.  Inprimis  mensa  vicecancellarii  et  notariorum  omnium  una  eratd) 
semel  in  die,  in  qua  nullus,  cuiuscuuque  esset  preeminentie  conditionis 
et  status,  audebat  comederee)  nee  debebat  nisi  de  summi  pontificis 
licentia  speciali.  Qui  teuebantur,  omnibus  aliis  quibuseunque  abbre- 
viatoribusf)  exclusis,  litteras  dubias  examinare  de  iure  et  de  stilo 
(cum)»)  abbreviatoribus  advocatis. h) 

2.  Cousuevit  etiam  cancellaria  habere  communes  senescalcum  co- 
quum  et  hostiarium,  qui  assumebantur  de  commuui  omnium  voluntate 
et,  nisi  alias  delinquerent,  erant  perpetui. 

3.  Item  omnis  suppellex,  que  pertinebat  ad  mensam  et  coquinam, 
communi  contributione  emebatur;  que  postmoduni  facta  inutilis  dictis 
ipsorum  officialibus  debebatur.  Et  quando  curia  transferebatur  de  loco 
ad  locum,  *)  sumptibus  camere  papalis  portabatur. 

»)  XIII  E.  *>)  fehlt  E.  c)  item  in  H,  in  E.  «*)  erit  0.  *)  com- 
medere  E.  f)  regelmässig  abr.  H.  e)  fehlt  HE.  h)  examinatoribus 

et  advocatis  E.  l)  alium  0. 

1.  Qui  tenebantur  etc.  Verderbt  sind  beide  Ueberlieferungen.  Den  Omni- 
bus aliis  abbreviatoribus  exclusis  stehen  gewisse  abbreviatores  advocati 
gegenüber;  es  sind  diejenigen,  die  nach  VII.  23  vom  Vicekanzler  „ad  exami- 
nationem  litterarum"  berufen  werden.  Darauf  baute  auch  Dietrich  von  Nie- 
heim seinen  Erklärungsversuch,  indem  er  das  zweitemal  statt  abbreviatoribus 
examinatoribus  einsetzte;  indem  er  aber  advocatis  nicht  adjeetivisch,  sondern 
substantivisch  fasste  und  daher  die  beiden  Worte  durch  et  verband,  verschlim- 
merte er  die  Sache  erst  recht.  Die  Einschaltung  eines  cum  in  den  Text  der 
Bologneser  Hs.  scheint  mir  zur  Herstellung  eines  guten  Sinns  zu  genügen :  Vice- 
kanzler und  Notare  haben  mit  Beiziehung  gewisser  (erfahrener)  Abbreviaturen 
zweifelhafte,  Briefe  nach  Rechtsinhalt  und  Stil  unter  Ausschluss  aller  Übrigen 
Abbreviatoren  zu  prüfen.  Bresslaus  Emendationsversuch  (U.  L.  1,219  A.  5)  scheint 
mir  nicht  geglückt. 


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III.  Constitutiones.  65 

4.  Item  equitante  domino  papa  per  civitatem  vel  locum  vicinum 
tenebatur  vicecancellarius  sequi  ipsum  concomitantibus  a)  notariis  Om- 
nibus tamquam  peculiaris  et  specialis  familia  pape.  Et  debet b)  vice- 
cancellarius et  deinde  notarii  auditor  contradictarum  et  corrector  sedere 
post  presbiteros  cardinales,  quando  dominus  papa  celebrat,  quibus- 
cunque  prelatis  post  sedentibus. 

5.  Tenebatur'  etiam  vicecancellarius  et  notarii  antedicti  assistere 
pape  in  camera  ad  exequendum  mandata  eius,  cardinales  autem  propter 
eorum  status  excellentiam  in  consistorio  et  divinis  officiis. 

6.  Consuevit  etiam  ultimus  notariorum,  quando  papa  transfert  se 
de  loco  ad  locum,  specialiter  ipsum  sequi;  pro  quo  hospitia  in  itinere 
specialiter  reservantur  et  percipit  partes  omnium  absentium  pro  se. 

7.  Item  nullus  officialium  cancellarie,  quando  sie  regulariter  ut 
predicitur  vivebatur,  audebat  medicinam  sumere  vel  sibi  minuere  sine 
vicecancellarii  licentia  speciali  faciliter  obtinenda. 

8.  Item  tenebantur  predicti  omnes  simul  auditore  contradictarum 
et  correctore  adiunetis  visitare  dominum  papam  iu  nativitatis  et  resur- 
rectionU  dominice  festivitatibus  et  consueverunt  bibere  et  comedere 
speciales  cum  domino  papa;  quibus  etiam  dominus  papa  consuevit 
dare  speciales  grossas  aromaticas  propriis  manibus  habundanter.  Et  in 
istis  festivitatibus  consueverunt  reeipere  communionem  de  manibus  pape 
immediate  post  diaconos  cardinales. 

VII. 

Cod.  Colleg.  Hispan.  Bonon.  275,  p.  92  (H)  mit  der  Ueberschrift :  Incipiunt 
consuetudines  cancellarie.  Cod.  Paris,  lat.  4169  fol.  70'  (E)  =  Cod.  Ottobon. 
lat.  911  (0)  mit  dem  vorhergehenden  Stück  vereinigt. 

Merkel,  1.  c.  136,  No.  II  aus  H.    Erler,  1.  c.  136  aus  E. 

1.  Consueverunt  itaque  notarii  ex  ordine  legere  quaseunque  peti- 
tiones  coram  domino  papa,  exceptis  dignitatibus  epiöcopatuum  abba- 
tiarum  et  aliarum c)  superiorum,  item  exceptis  dispensationibus  clararum 
illustrium  et  superillustrium  personarum;  quas  legere  non  debebant, 
prout  in  provinciali  cancellarie  plenius  continetur. 

2.  Item  solummodo  notarii  consueverunt  et  debent  facere  abbre- 
viatoresd)  et  alii  non,  euiuseunque  preeminentie  conditionis  et  status 
fuerini 


a)  cum  comitantibus  0.  b)  debent  0.  c)  aliorum  E.  d)  regel- 

mässig abbrev.  H. 

4.  Die  Rangordnung  wurde  erst  unter  Martin  V.  durch  die  Constitution 
„Sanctissimus  dominus  noster"  theilweise  abgeändert. 

VII.    1.  Vgl.  o.  No.  IL  3. 

T  a  n  g  1 ,  P&pstl.  Kanxl  ei  Ordnungen.  5 


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66  III.  Constitutionen 

3.  Item  iidera  notarii  solummodo  vel  eorum  abbreviatores  de 
ipsorum  mandato  signarea)  consueverunt  omnes  notas  etb)  grossas 
provisionum  et  formas  pauperum  et  quascuuque  alias  gratias  et  iusti- 
tiam  continente8;  et  qui  secus  faceret,  derogaret  officio  notarii.0)  Et 
si  forte  cardinalis  aliquis  gratiam  aliquam  impetrabat,  mittebat  eam 
sub  sigillo  suo  expediendam  ad  notarium  quem  volebat,  qui  notarius 
scribebat  in  margine  grosse  mittende  ad  cancellariam :  „Non  legi,  sed 
dominus  talis  cardinalis  mandavit.u 

4.  Item  tenebantur  scriptores  pape  examinatid)  per  vicecancella- 
rium  presentari  notariis,  quando  de  novo  fiebant. 

5.  Item  quando  scriptor  aliquis  negligenter  vel  inobedienter  se 
gerebat  in  officio  suo  äive  erga  vicecancellarium  sive  erga  notarios, 
suspendebatur  ab  officio  citra  amotionem e)  totalem  vel  alias  punie- 
batur  ad  simplicem  denuntiationem  notarii  pro  arbitrio  vicecancellarii. 

6.  Item  tenebantur  et  tenentur  scriptores  scribere  gratis  litteras 
pro  personis  notariorum  fratrum  et  nepotum  suorum,  et  pro  regestro 
ab  eisdem  nichil  dari  consuevit. 

7.  Item  tenentur  litteras  factas  sibi  rescribendas  gratis  sive  per 
manus  notarii  seu  abbreviatorum  rescribere  sine  aliqua  dilatione,  pre- 
ponendo  eas  omnibus  aliis,  nisi  essent  negotia  curie,  super  hoc f )  cre- 
dendo  simpliciter  scripto*)  seu  correctioni  notarii  vel  abbreviatoris. 

8.  Item  etiam  huiusmodi  littere  rescribende  consueverunt  bullari 
gratis. 

9.  Item  in  signum  iurisdictionis,  quam  habent  vicecancellarius  et 
notarii  in  scriptores,  consuevit  vicecancellarius  primo  pro  vice  sua  et 
postea  quilibet  notarius  successive  per  se  unum  de  scriptoribus  facere 
distributorem  notarum  grossandarum  generalem,  cuius  officium  durat 
per  VI  menses  et  qui  habet  taxare  grossatash)  secundum  taxationem 
antiquam  vel  consideratione  ipsius  habita,  si  littera  maior  vel  minor 
occurrat. 

10.  Item  vicecancellarius  per  se  ipsum  tantum  facit1)  rescriben- 
darium. 

11.  Consuevit  autem  habere  cancellaria  in  procurationibus  et 
enxenniis, k)  quantum  habent  duo  cardinales,  et  de  provisionibus  pre- 
latorum,  quantum  habet  unus  cardinalis;  et  ista  dividuntur  equaliter 
inter  vicecancellarium  et   notarios,   eo   excepto,   quod   auditor   contra- 


*)  8ignificare  0.  b)  fehlt  0.  c)  notarie  H.  d)  examinandi  E. 

e)  ammotionem  H,  ammonitionem  E.         f)  hec  0.         e)  Scripte  0.         h)  gros- 
satos  E.  *)  facit  tantum  E.  k)  enseniis  E. 

7.  Vgl.  o.  No.  IV.  7—9.  9.  Vgl.  o.  IV.  5  und  Juramenta  VI.  a. 


10.  Vgl.  o.  Juramenta  VI.  b. 


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III.  Constitutionen  67 

dictarum  et  corrector  simal  habent  tantam   partem.  quantam*)  habet 
unus  notarius. 

12.  Item  unusquisque  notariorum  singulariter  sua  die  debet  habere 
specialem  pictantiam  a  domino  papa,  videlicet  XVIII  panes,  item  X 
tatias  Yini  item  X  frustra  carnium,  que  faciebant  unum  magnuni  castra- 
tum  cum  dimidio,  et  de  aliis  omnibus  equivalentia  frustra, b)  et  hoc 
diebus  carnium;  aliis  vero  diebus  pisces  vel  ova.  Et  si  aliquis  nota- 
riorum non  esset  presens  vel  non  esset  plenus  eorum  numerus,  pre- 
sentes,  etiam.si  esset  unus  tantum,  debentc)  recipere  totura,  quod  reci- 
perent  alii,  si  numerus  esset  plenus.  Vicecancellarius  autem  cum  uno- 
quoque  notariorum  singulis  diebus  recipitd)  partem  suam. 

13.  Item  quilibet  notarius  debet  habere  a  curia  pape  quolibet 
mense  XXX  prebendas  equorum  et  per  quamlibet  ebdomadam  pro 
clavis  equorum  V  solidos  antiquorum  Provisinorum,  qui  valebant6) 
quasi  totidem  parvorum  Turonensium  antiquorum. 

14.  Et  est  sciendum,  quod  corrector  non  debet  habere  aliud  offi- 
cium quam  officium  correctorie f )  nec&)  debet  esse  scriptor  vel  abbre- 
viator. 

15.  Item  debet  habere  cancellaria  hospitia  gratis,  etiamsi  cardi- 
nales  non  habeant. 

16.  Item  vicecancellarius  et  notarii  nullius  iurisdictioni h)  subsunt 
nisi  specialiter  domini  pape. 

17.  Item  notarii  consueverunt  habere  cartas,  quando  specialia 
negotia  sibi  a  curia  committuntur. *) 

18.  Similiter  etk)  scriptores  consueverunt  habere  a  curia  cartas 
pro  omnibus  litteris  quas  scribunt,  cuiuscunque  conditionis  existant;1) 
que  carte  debent  emi  de  pecunia  bulle. 

19.  Item  consueverunt  esse  VI  notarii  numero  m)  et  aliquando  VII 
de  gratia  speciali,  cui  dominus  papa  faciebat  dari  equivalentem  vivan- 
dam,  intactis  portionibus  aliorum. 

20.  Item  habent  potestatem  notarii  post  vicecancellarium  capiendi 
falsarium  quemlibet  litterarum  apostolicarum,  illarum  precipue  quas  in 
propriis  cameris  falsaverunt,  et  captum  ad  eundem  vicecancellarium 
mittendi  puniendum ; n)  similiter  et  °)  procuratorem,  qui  falsitatem  com- 
mitteret  in  singulis  camerarum  vel  in  audientia  vel  multo  fortius  in 
cancellaria. 


*)  quantum   E.  b)  equivalentiam   frustrorum  E.  c)  debet  HE. 

d)  recipere  E.  e)  valebunt  0.  f)  correctorie  E.  8)  nisi  0.        h)  iuris- 

dictionis  0.  l)  committantur  0.  k)  fehlt  E.  l)  exietunt  E.  m)  in 

numero  0.  n)  puniendi  HE.  °)  item  E. 


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68  Ht  ConstitutioneB. 

21.  Item  quando  papa  cum  prelatis  recipit  pabulum  caritatis  in 
die  Jovis  sancta  vel  die  coronationis,  debent  vicecancellarius  et  notarii 
habere  de  coquina  papali  pro  eorum  libito  voluntatis.  Quod  si  mensa 
non  servatur,   debent  habere  qnilibet  pro  se  enxenniaa)  habundanter. 

22.  Item  debet  habere  vicecancellarius  regestrum  apud  se,  notariis 
exclusis. 

23.  Item  potest  vicecancellarius  quoscunque  abbreviatores,  quos 
vult,  vocare  ad  examinationem  litterarum. 

vm. 

Cod.  Colleg.  Hiapan.  Bonon.  275  p.  94  (H).  Cod.  Paria,  lat.  4169  fol.  7l' 
(E)  ==  Cod.  üttobon.  lai  911  (0)  ohne  Ueberschrift. 

Merkel,  1.  c  139,  No.  III  aus  H.    Erler,  1.  c.  139  aus  E. 

1.  Cancellaria  debet  habere  omni  die,  qua  dantur  carnes,  a  curia 
XVIII  petias  carnium  in  computatia  pictantiis,  item  XXXVI  panes  item 
XVI  tatias  vini,  de  quibus  debet  dare  senescalcus  vicecancellarii  sin- 
gulis  notariis  semel  in  ebdomada  XVIII  panes,  item  X  petias  carnium, 
item  X  tatias  vini,  ita  quod  vicecancellario  reraanent  pro  qualibet  die 
XVIII  panes  VI  tatie  vinib)  et  VIII  petie  carnium.  Et  si  numerus 
notariorum  plenus  non  fuerit,  tunc  partes  absentium  debent  dividi  inter 
vicecancellarium  et  notarios  presentes. 

2.  Item  debet  habere  vicecancellarius  singulis  VII  diebus  ebdo- 
made  III  prebendas  annone,  die  vero  sabbati  VII  prebendas  annone; 
item  XXXVI  panes,  item  XVI  tatias  vini,  item  XXXVI  ova  a  pana- 
taria c)  et  totidem  a  coquina,  de  quibus  non  debet  dare  partem  alicui. 

3.  Diebus  vero  Veneris  et  ieiuniorum  consueyit  recipere  cancel- 
laria cicera  non  cocta,  de  quibus,  si  aliquis  notarius  voluerit  partem, 
consuevit  sibi  dari. 

4.  Item  consueyit  habere  vicecancellarius  singulis  mensibus  XXII1I 
solidos  pro  ferris  equorum  et  paleis. 

5.  Item  debet  habere  singulis  mensibus  pro  caulibus  et  foliis  III 
libras,  de  quibus  tenetur  dare  auditori  contradictarum  XV  solidos  et 
correctori  XV  solidos. 

6.  Item  debet  recipere  per  II  vices  in  anno  XII  libras,  videlicet 
VI  libras  pro  duabus  gonellis  pro  dimidio  anno  et  VI  alias  pro  alio 
dimidio. 

7.  Item  debet  recipere  certam  quantitatem  pecuuie  pro  barberio 
et  certam  pro  togaleis. 

»)  ensenia  E.  b)  ita  quod— vini  fehlt  0.  c)  panetria  E. 

1.  Ueber  die  Art  der  Vertheilung  vgl.  Bresslau,  U.  L.  1,216,  A.  7. 


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III.  Constitutione s.  69 

8.  In  quadragesima  autem  panis  et  vinum  dividuntur  modo  pre- 
dicto.  Pisces  vero,  qui  dantur  ter  in  septimana,  et  ficus,  que a)  dantur 
bis  in  ebdomada,  dividuntur  in  dnas  equales  partes,  quarum  una  pars b) 
est  Ticecancellarii  °)  et  alia  debet  dividi  inter  notarios.  De  piscibus 
autem  debent  habere  notarii  aliquantulura  meliorem  partem  sicut  et 
de  carnibus. 

9.  In  natdvitate  antem  domini  et  aliis  sollempnibus  festivitatibus 
fieri  consueverunt  pictantie  tarn  de  piscibus  quam  de  carnibus  crudis, 
que  dividuntur  sicut  vivande. 

IX. 

Papst  Nikolaus  III.  verfügt  auf  grund  eines  vom  Vicekanzler,  Magister 
Petrus  von  Mailand,  eingebrachten  und  mit  ihm  und  den  Notaren  durchbera- 
thenen  Entwurfes,  welche  Bullen  fortan  durch  die  Kanzlei  in  eigener  Machtvoll- 
kommenheit ezpedirt  werden  dürfen  und  welche  beim  Papst  zur  Verlesung  zu 
bringen  sind. 

1278  Februar  12  (Rom). 

Cod.  Colleg.  Hispan.  Bonon.  276  p.  97  (H).  Cod.  Paris.  4169  fol.  72  (E), 
daraus  Cod.  Ottobon.  lat  911  (0).  Cod.  Bibl.  Marc.  Venet.  Cl.  IV,  No.  30, 
fol.  53'  (M). 

Merkel,  1.  c.  140  aus  H  (unvollständig).  Erler,  1.  c  140  aus  E.  Pitra,  Ana- 
lecta  novissima  spicilegii  Solesmensis  162  angeblich  aus  Codd.  Vat.  3039,  fol.  291 
und  3040.  Textvarianten  aus  H  und  M  gibt  Simonsfeld,  „Beiträge  zum  päpst- 
lichen Kanzleiwesen  im  Mittelalter"  (Sitzungsber.  der  philos.-pnilolog.  und  bist. 
Classe  der  k.  bair.  Akad.  der  Wissensch.  1890  B.  2,  Heft  2,  S.  226  f.). 

Ottenthal  hat  im  9.  B.  der  Mitth.  d.  Instituts  f.  österr.  GF.  S.  681  auf  eine 
Abschrift  aufmerksam  gemacht,  die  Diekamp  aus  den  Codd.  Vaüc.  3039,  3040 
und  dem  Cod.  Cl.  IV,  No.  30  der  Biblioteca  Marciana  in  Venedig  angefertigt 
haben  sollte ;  und  nach  den  voranstehenden  Signaturen  der  Handschriften  musste 
sie  auch  auf  Jedermann  diesen  Eindruck  machen.  Allein  eine  Nachforschung  im 
Journal  der  Biblioteca  Vaticana,  die  Herr  Hofrath  v.  Sickel  auf  meine  Bitte  hin 
zu  veranlassen  die  Güte  hatte,  ergab,  dass  Diekamp  die  beiden  Codd.  nie  in 
Händen  gehabt  hatte.  Das  betreifende  Stück  aus  seinem  Nachläse  kann  daher 
nur  eine  Abschrift  aus  dem  damals  eben  erschienenen  Pitra  sein,  nach  welcher 
Diekamp  später  collationiren  wollte;  bekanntlich  wurde  er  aber  schon  in  der 
ersten  Zeit  seines  römischen  Aufenthaltes  vom  Tode  ereilt  (vgl.  Mitth.  des  Insti- 
tuts f.  österr.  GF.  7,207).  In  den  beiden  von  Pitra  citirten  Has.  findet  sich  aber 
weder  von  der  Constitution  Nikolaus*  III.  noch  von  sonstigen  Kanzleiordnungen 
eine  Spur;  beide  sind  eine  Historia  naturalis  Nicolai  Boneti,  sind  durchaus  von 
einer  Hand  geschrieben  und  frei  von  jedem  fremdartigen  Einschiebsel.  Cod.  Vatic. 
lat.  3039  besteht  überdies  nur  aus  132  Blättern,  kann  daher  unmöglich  auf  fol. 
291  unsere  Constitution  enthalten.  Von  den  übrigen  Fonds  der  Vaticanischen 
Bibliothek  reicht  nur  noch  die  Ottoboniana  bis  zu  so  hohen  Nummern,  aber  auch 
die  trafen  nicht  zu;    ebenso  erfolglos  blieb  mein  Versuch,   mit  Hilfe  des  Index 


»)  qui  E.  b)  fehlt  E.  °)  vicecancellario  E. 

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70  KI«  Constitution.es. 

und  Inventars  oder  durch  Versetzung  und  Veränderung  der  einzelnen  Ziffern  zum 
richtigen  Citat  zu  gelangen.  Im  Folgenden  citire  ich  einfach  Pitra  als  Gewährs- 
mann für  zwei  unbekannte  Vaticanische  Handschriften. 

Das  Verhältniss  der  verschiedenen  handschriftlichen  Ueberlieferungen  zu 
einander  hat  bereits  Ottenthai  (Mitth.  des  Instituts  f.  österr.  GF.  9,681)  richtig 
erkannt.  Der  Papst  hatte  in  dem  Bestreben,  grösseren  persönlichen  Einfluss  auf 
die  Kanzleigeschäfte  zu  gewinnen,  bald  nach  seiner  Wahl  die  Kanzlei  mit  einer 
Zusammenstellung  der  gebräuchlichsten  Formeln  und  ihrer  Erledigung  nach  dem 
geltenden  Geschäftsgang  beauftragt.  Der  vom  Vicekanzler  Petrus  von  Mailand 
daraufhin  eingereichte  Entwurf  wurde  dann  unter  Beiziehung  -  einiger  Notare 
Punkt  für  Punkt  durchberathen,  wobei  die  bisherige  Gepflogenheit  theils  gutge- 
heißen, theils  aber  dahin  abgeändert  wurde,  dass  Briefe,  die  bisher  von  der 
Kanzlei  in  eigener  Machtvollkommenheit  expedirt  worden  waren,  fortan  zuvor 
beim  Papst  zur  Verlesung  gelangen  sollten  (vgl.  No.  7,  10,  13,  21,  29,  30,  72,  76, 
bei  denen  die  Verschärfung  besonders  deutlich  hervortritt).  Auf  diesem  ursprüng- 
lichen Entwurf  beruhen  M  und  Pitra. 

Für  die  nachherige  Eintragung  in  den  Liber  Provincialis,  auf  den  H  und  E 
zurückgehen,  empfahl  sich  aber  aus  praktischen  Gründen  eine  systematische  An- 
ordnung der  einzelnen  Posten.  Dem  entspricht  nun  auch  die  Reihenfolge  bei 
Erler;  die  litterae  dandae  des  Entwurfs  bilden  hier  der  Reihe  nach  die  Num- 
mern 1  —43 ;  nur  No.  3  des  Entwurfs  ist  im  Kanzleibuch  an  die  letzte  Stelle  als 
No.  43  gerathen ;  ihnen  folgen  als  No.  44—84  die  litterae  legendae.  No.  33  mit 
der  Resolution  „legatur  per  notarium,  reliquis  detur  sine  lectione**  erscheint 
dementsprechend  bei  Erler  doppelt,  sowohl  unter  den  litterae  dandae  (S.  142, 
Z.  23)  als  unter  den  legendae  (S.  146,  Z.  7).  Dieser  Anordnung  entsprach  es 
auch,  dass  H  vor  No.  1  die  Ueberschrift  „dentur"  setzte  und  H  und  E  nach 
No.  43  mit  „ista  hodie  dantur"  (Erler  145,  Z.  6)  abschlössen.  Die  nun  folgen- 
den litterae  legendae  entbehren  aber  einer  Ueberschrift ;  denn  die  bei  Erler  144, 
Z.  20  „lila  in  virtute  obedientie  legantur**  ist  irrthümlich  als  Rubrik  behandelt, 
während  sie  thatsächlich  einen  Theil  der  päpstlichen  Resolution  zu  No.  76  bil- 
det: Dentur,  sed  illa  „in  virtute  obedientie"  legatur. 

Ich  mus8  in  diesem  Zusammenhang  noch  näher  auf  die  Ueberschrift  eingehen, 
welche  unsere  Aufzeichnung  in  H,  M  und  Pitra  führt :  Iste  sunt  littere  que  solent 
dari  sine  lectione  et  que  transeunt  per  audientiam.  Ottenthai  (Mitth.  des  Instituts  f. 
österr.  GF.  9,681)  hat  die  Ansicht  vertreten,  dass  die  Briefe  von  Seite  der  Kana- 
lei  unter  dieser  Ueberschrift  ursprünglich  sämmtlich  als  litterae  dandae  einge- 
geben waren.  Allein  dem  ist  entgegenzuhalten,  dass  No.  3;  6,  34  und  76  bereits 
nach  der  hisherigen  Gepflogenheit  ausdrücklich  als  vollständige  oder  theil  weise 
litterae  legendae  bezeichnet  wurden,  abgesehen  davon,  dass  uns  meist  alle  An- 
haltspunkte zur  Entscheidung  darüber  fehlen,  ob  die  päpstliche  Resolution  „lega- 
tur** den  bisherigen  Brauch  abänderte  oder  nur  bestätigte. 

Mir  scheint  eine  andere  Erklärung  wahrscheinlicher,  dass  man  die  in  Rede 
stehenden  Worte  erst  dem  genehmigten  Entwurf  als  Ueberschrift  der  litterae 
dandae  für  die  Eintragung  ins  Kanzleibuch  hinzufügte,  während  an  der  Spitze 
der  litterae  legendae  das  stehen  sollte,  was  jetzt  in  den  Hss.  ziemlich  unver- 
ständlich am  Schlüsse  folgt:  Cetera  omnia  sunt  legenda;  denn  nach  den  klaren 
Verfügungen,  welche  No.  87  über  alle  im  Entwurf  nicht  ausdrücklich  enthaltenen 
Formeln  trifft,  ist  dieser  Nachsatz  recht  überflüssig,  während  er  bei  Erler  S.  145, 


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m.  Constitutiones.  71 

Z.  6  (Ist«  hodie  dantar,  cetera  omnia  sunt  1  e g e n d a)  allerdings  vollständig 
am  Platze  wäre. 

Da  im  Kanzleibuch  die  Zusammenstellung  der  Posten  systematisch  erfolgte, 
wurden  die  Schlagworte  „dentur,  legantur"  weggelassen;  nur  besondere  Bestim- 
mungen, die  sich  in  einzelnen  Fällen  daran  reihten,  wurden  beibehalten,  blie- 
ben aber  ohne  das  vorhergehende  Schlagwort  ziemlich  unverständlich  (vgl.  Erler 
144,  Z.  6  und  31,  wo  beide  male  vor  sed  servetur  das  dentur  fehlt).  In  H  wurde 
der  Mangel  dadurch  behoben,  dass  zu  jedem  Posten  mit  Benützung  des  Entwurfs 
von  anderer  gleichzeitiger  Hand  die  Resolution  am  Rande  hinzugefügt  wurde. 

Die  vollständigste  Liste  unter  den  verschiedenen  Ueberlieferungen  bietet 
Pitra  (No.  33  druckt  Pitra  doppelt,  S.  164,  8p.  2,  Z.  5  und  dann  wieder  S.  165, 
Sp.  1,  Z.  9  v.  u.  aus  Merkel  mit  der  Bemerkung,  dass  sie  in  seiner  Vorlage  fehle); 
in  M,  welches  dieselbe  Reihenfolge  bewahrt,  fehlen  einzelne  Nummern  des  Con- 
textes  und  der  Schluss.  Pitra  zunächst  steht  H;  es  fehlen  in  demselben  die 
No.  44  und  67,  dagegen  enthält  es  No.  26  allein ;  der  gleiche  Anfang  mit  No.  27 
hatte  in  M  und  Pitra  wahrscheinlich  die  Auslassung  verschuldet,  weshalb  auch 
die  Einreihung  zwischen  das  inhaltlich  verwandte  No.  25  und  das  mit  denselben 
Worten  beginnende  No.  27  gerechtfertigt  erscheinen  dürfte.  In  E  fehlen  die 
Nummern  24,  26,  29,  44  und  67.  No.  29  wurde  wahrscheinlich  seiner  Resolu- 
tion wegen  (non  dentur,  nisi  prius  melius  discutiantur)  von  Dietrich  von  Nieheim 
aus  der  Reihe  der  litterae  dandae  gestrichen;  die  übrigen  Auslassungen  sind 
Flüchtigkeitsfehler. 

Für  die  Anordnung  der  Posten  in  der  Edition  war  mir  die  Reihenfolge  im 
Entwurf  massgebend ;  doch  habe  ich  die  Aufeinanderfolge  bei  Erler  durch  die 
in  Klammern  beigefügten  Nummern  bezeichnet.  Der  Herstellung  des  Textes  wurde 
aber  zunächst  H  zu  Grunde  gelegt;  denn  es  ist  die  älteste,  der  Verordnung 
nahezu  gleichzeitige  Handschrift,  hat  überdies,  wie  die  HinzufÜgung  der  Reso- 
lutionen beweist,  aus  beiden  Quellen  geschöpft  und  ist  weitaus  correcter,  als 
dies  Bresslau  nach  dem  unvollständigen  und  mangelhaften  Abdruck  bei  Merkel 
voraussetzte  (U.  L.  1,256).  Viel  minderwerthig  ist  die  ein  Jahrhundert  später 
von  Dietrich  von  Nieheim  besorgte  Abschrift  aus  dem  Kanzleibuch.  M  bot  im 
Allgemeinen  gute  Lesearten,  die  zur  Ergänzung  und  Bestätigung  von  H,  sowie 
zur  Controle  gegenüber  Pitra  sehr  willkommen  waren;  No.  76  ist  in  M  allein 
vollständig  und  verständlich  Überliefert.  Dagegen  zeichnet  sich  der  Text  bei 
Pitra  keineswegs  durch  jene  Correctheit  aus,  wie  Bresslau  annahm.  Abgesehen 
von  einer  Reihe  unverständlicher  Lesearten,  bei  denen  dabingesteUt  bleiben  muss, 
wie  viel  davon  den  Handschriften  und  wie  viel  dem  Herausgeber  zur  Last  fällt, 
ist  bei  mehreren  Nummern  die  päpstliche  Entscheidung  verstellt  (vgl.  No  32 — 
34,  48,  73—74,  78—80);  in  anderen  Fällen  erweist  sie  sich  aus  der  Einreihung 
im  Kanzleibuch  und  der  Uebereinstimmung  der  von  einander  unabhängigen 
Ueberlieferungen  in  H  und  M  als  unrichtig  (vgl.  No.  12—13,  27,  72). 

Die  in  der  Verordnung  genannten  Formeln  finden  sich  theilweise  im  formu- 
larium  der  audientia  litterarum  contradietarum  wieder;  vgl.  meine  Zusammen- 
stellung der  betreffenden  Hss.  in  den  Mitth.  des  Instituts  f.  österr.  6F.  12,189. 

Schliesslich  noch  einiges  über  die  Datirung: 

Die  aus  dem  Kanzleibuch  abgeleiteten  Handschriften  und  der  Codex  der 
Marciana  haben  übereinstimmend  1278  und  annus  pontificatus  I,  an  Stelle  des 
Tagesdatums  aber  nur  „die",  was  sich  daraus  vollkommen  erklärt,  dass  man  in 


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72  m.  Constitutione a. 

dem  Entwurf  ursprünglich  Raum  für  die  Nachtragung  des  genauen  Datums  der 
Schlussberathung  Hess.  Diese  Ergänzung  enthalten  aber  nur  die  beiden  von  Pitra 
benützten  Handschriften  in  der  Form  von  „XII  februarii".  Da  ist  es  nun  wohl 
das  nächstliegende,  beide  Lesearten  zu  „die  XII.  februarii'4  zu  vereinen,  umsomehr 
als  fortlaufende  Datirung  an  der  Spitze  der  Instrumente  damals  bereits  allge- 
mein üblich  und  beispielsweise  in  den  Aufzeichnungen  der  päpstlichen  Kammer 
geradezu  regelmässig  ist.  Pitra  aber  emendirt:  XII.  (kal.)  februarii  und  ihm 
folgt  Erler  (S.  140  A.  2).  Trotzdem  glaube  ich  bei  meiner  Annahme  umso 
eher  bleiben  zu  sollen,  als  sie  durch  den  Festkalender  eine  sachliche  Stütze 
erhält.  XIL  kal.  februarii,  der  21.  Jänner  und  Tag  der  heiligen  Agnes,  ist 
und  war  an  der  Curie  Festtag  und  erscheint  als  solcher  auch  in  dem  zum 
officiellen  Kanzleigebrauche  angelegten  Kalender,  welcher  dem  Liber  IL  Cancel- 
lariae  Dietrichs  von  Nieheim  vorangeht.  Bekanntlich  wurden  an  dem  Tage  die 
Lämmer,  aus  deren  Wolle  die  erzbischöflichen  Pallien  verfertigt  wurden,  dem 
Papste  vorgeführt  und  geweiht  Dass  der  Papst  an  diesem  Tage  eine  lange  Be- 
rathung  mit  Vicekanzler  und  Notaren  über  die  litterae  legendae  gepflogen  habe, 
ist  höchst  unwahrscheinlich ;  dagegen  erheben  sich  gegen  Samstag  den  12.  Februar 
keinerlei  Bedenken. 

Anno  domini  MCCLXXVÜI,  XII.  die  februarii  a),  pontificatus 
domini  Nicolai  pape  III.  anno  primo,  cum  quedam  cedula  continens 
formas  litterarum  apostolicarum  infrascriptas  oblata  esset  eidem  b)  domino 
per  vicecancellarium :  idem  dominus  papac)  dictis  formis  inspectis  et 
discussis  presentibus  eodem  vicecancellario  et  quibusdam  notariis  dedit 
certum  modum,  quem  circa  easdem  formas  vult  observari,  quousque 
aliud  duxerit  ordinandum:*) 

1.  (1)  „Ea  que  de  bonis"  in  maiori  forma,  ubi  continetur,  quod 
non  obstantibus  iuramentis  renuntiationibus  instrumentis e)  et  confir- 
mationibus  in  forma  communi  ab  apostolica  sede  obtentis  bona  eccle- 
siarum  alienata  illicite  vel  distracta  ad  ius  et  proprietatem  ecclesiarum 
legitime  revocentur.  —  Dentur.') 

2.  (2)  Item  „Ea  que  de  bonis"  in  minori  forma,  ubi  non  est  ali- 
quid non  obstante.  —  Dentur. 


*)  Nur  die  H  E  M,   XII  februarii  Pitra.  b)  ibidem  M.  «)  papa  nur 

in  M.  d)  nach  ordinandum  dentur  H.     Danach  Ueberschrift :    iste   sunt 

littere,  que  solent  dari  sine  lectione  et  transeunt  per  audientiam  HM.  Pitra. 
e)  M  fügt  noch  ein  penis.  f)  stets  am  Rande  v.  a.  Hand  H,  von  gleicher 

Hand  M,  fehlt  regelmässig  E. 

1—2.  Die  Bezeichnung  dieser  Briefe  ist  aus  den  Contextworten  genommen: 
„mandamus,  quatenus  ea,  que  de  bonis  ....  alienata  inveneris  .  .,  ad  ius  et 
proprietatem  . .  revoces"  (revocare  procures).  Als  Beispiele  für  die  forma  maior 
verweise  ich  auf  Auvray,  Les  Registres  de  Gregoire  IX,  No.  89  (1227  Mai  19) 
und  Potthast  No.  19478  (1265  Dec.  1.  ÜB.  <L  Landes  ob  der  Enns  3,341);  für  die 
forma  minor  vgl.  Finke,  Westfal.  ÜB.  5,297,  No.  638  (1264  Febr.  8). 


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III.  Constitutiones.  73 

3.  (43)  Item  dispensationes  super  defectu  natalium,  que  mitteban- 
tura)  subb)  sigillo  cardinalis  penitentiarii,  tarn  pro  presentibus  quam 
pro  absentibus  expediebantur  usque  ad  tempus  domiui  Gregorii  pape  X., 
qui  restrinxit  easc)  ad  presentes  tan  tum;  quarum  nulla  legebatur,  nisi 
fuisset  pro  natis  de  adulterio  vel  regularibus d)  aut  incestu  procreatis. e) 
—  Dentur  presentibus  sine  lectione.f) 

4.  (44)  Item  citationes*)  citrah)  duas  dietas.  —  Legantur. 

5.  (45)  Item  examinationes  testium  sententiarura  prolatarum  per 
auditores  a  Romano  pontifice  deputatos  ad  mandatum  auditoris  factum 
per  8igillum  vel  nuncium  specialem  expediebantur.1) —  Legantur. k) 

6.  (46)  Item  confirmationes  legebantur1)  per  vicecancellarium.  — 
Legantur. 

7.  (47)  Item  privilegia  communia  non  legebantur,  sed  scripta  in 
grossa  per  vicecancellarium  portabantur  ad  papam,  ut  signarentur.  — 
Legantur  per  vicecancellarium. 

8.  (48)  Item  privilegia  exemptorum,  si  petanturm)  renovari,11) 
legantur  per  notarium  vel  per0)  vicecancellarium. 

9.  (3)  Item  „Ordinati  a  non  suo  episcopo"  expediebantur  sigillo 
apposito  summi  penitentiarii.  —  Dentur. 

10.  (49)  Item  indulgentia  X  dierum  pro  benefacioribus  leprosorum 
per  unam  civitatem  et  diocesim  data  fuit  usque  ad  tempus  Gregorii 
pape  X.  —  LegendaP)  per  notarium  et  vicecancellarium. °*) 

11.  (50 — 51)  Item  de  danda  licentia  nobilibus  construendi r)  capel- 
lam,  si  sint8)  ab  ecclesia  matrici  remoti.  Hec*)  etiam  datur  religiosis 
de  novo  edificantibus  et  scribituru)  diocesano.  —  Non  detur  sine 
lectione.T) 

12.  (52)  Item  „Nonnulli  iniquitatis  filii",  ubi  mandatur,  quod 
occultatores  bonorum  ecclesiasticorum  et  alii  occulti  sacrilegi,w)  qui 


*)  mittuntur  M.  b)  tali  Pitra.  c)  eam  HEO.  d)  irregularibus 

Pitra.  e)  procreati  M.  ')  ista  hodie  dantur  HEO.  g)  fehlt  Pitra. 

*)  circa  Pitra  0.  *)  fehlt  M.  *)  dentur  H.  i)  legantur  HEOM. 

m)  portantur  Pitra.  »)  revocari  HEO.  °)  et  HEO,  et  per  Pitra.  P)  Le- 
gantur Pitra.  <l)  so  M,  fehlt  H.  r)  construenda  EO.  »)  sunt  M. 
Pitra.  *)  hoc  Pitra.  ")  scribatur  EO.  ▼)  datur  M,  fehlt  Pitra 
^  8acrilegii  HO. 

8.  Als  exempt  galten  die  geistlichen  Ritterorden  und  die  Cistercienser 
(Decret  Greg.  IX.  3,  30  c.  10).  Die  Muster  für  deren  Privilegien  siehe  unten  in 
der  Formelsammlung.  Die  Exemptionsclausel  bei  Sbaralea,  Bull.  Francisc.  3,89, 
No.  88  nennt  ausserdem  noch  Karth&user  und  Clarissinen. 

12.  Vgl.  Westföl.  ÜB.  5,373,  No.  785  (1290  Octob.  11)  „Pervenit  ad  audien- 
tiam  nostram,  quod  nonnulli  iniquitatis  filii  . . .  elemosinas,  legata .... 
colligere  ac  in  proprios  usus  convertere  dampnabili  temeritate  presumunt". 


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74  HL  Constitutiones. 

sciri  non  possunt,  nisi  post  monitionem  publice  in  ecclesiis  coram 
populo  factam  satisfaciant, a)  excommunicantur  et  denunciantur  excom- 
municati,  dari  solet  per  notarium,  sed  modo  datur  per  vicecancella- 
rium.b)  —  Non  deturc)  sine  lectione.d) 

13.  (53)  Item  datur  contra  incendiarios  ecclesiarum.  —  Non 
detur  ut  supra.6) 

14  (4)  Item  solet  dari  cum  speciali  et  iusta  conclusione')  contra 
comites  barones  milites  et  alios,  qui  possessiones  et  bona  tenent  ab 
ecclesiis,  quod  censum  seu  redditum  pro  illis  debitum  sohere  com- 
pellantur.s)  —  Dentur. h) 

15.  (5)  Item  contra  eosdem,  quod  de  possessionibus  et  bonis,  que 
tenent  ab  ecclesiis  sine  consensu  dominorum  ecclesiarum l)  alios k)  non 
infeudent.  —  Dentur.  *) 

16.  (6)  Item  indulgerim)  solet  religiosis,  ne  aliqui  temeritate  pro- 
pria  occasione  questionum,  quas  contra  illos  asserunt  se  habere,  bona 
ipsorum   pignorare   presumant11)   nec°)   etiam  vadiare.  —  Dentur.  p) 

17.  (7)  Item  protectio  et<i)  bonorum  confirmatio  in  forma  com- 
muni  datur  religiosis  et  omnibus  piis  locis  ac  etiam  leprosis;  pro 
quibus  leprosis1)  adicitur,  quod  de  ortis  et  virgultis  et  animalium 
nutrimentis  decimas  non  persolvant.  —  Dentur.8) 

18.  (8)  Item  quod1)  religiosi  preter  illos,  qui  possessiones  non 
habent,  possint  succedere  in  bonis  fratrum  professorum  sine  iuris  pre- 
iudicio  alieni.  —  Dentür.u) 

19.  (9)  Item  confirmatio  libertatum  et  immunitatum  in  forma 
generali  fuit  data T)  usque  ad  dies  fere  Ultimos  domini  Johannis  pape. 
—  Dentur. w) 

20.  (10)  Item  sententie  late  ubicunque  in  foro  ecclesiastico,  ubi 
concludi  potest  „Sicut  provide"  etc.  confirmari  solent  in  forma  com- 
muni.  —  Dentur1)  ut  in  cedula. 


*)  satisfecerint  EO.  b)  dari— vicecancellarium  fehlt  M.  Pitra.  c)  datur  M. 
d)  dentur  Pitra.  e)  non  datur  sine  lectione  M,  dentur  Pitra.  f)  iuxta 

conclusionem  Pitra.  e)  non  compellantur  EO.  h)  datur  M.  ')  eccle- 

siasticorum  M.  Pitra.  k)  aliis  Pitra.  >)  datur  M.  m)  indulgere  Pitra, 

indulgentia  dari  M.  n)  presumunt  Pitra.  °)  fehlt  M.  P)  datur  M. 

q)  fehlt  M.  ')  pro— leprosis  fehlt  Pitra.  »)  datur  M.  t)  fehlt  M. 

u)  datur  M.  v)  fuit  data  fehlt  M.  w)  datur  M,  et  dentur  ut  in  cedula 

HEO.  *)  datur  M. 

19.  Gemeint  Johann  XXL,  der  unmittelbare  Vorgänger  Nikolaus'  HL 

20.  „Sicut  sine  pravitate  pro  vi  de  facta  est  et  ab  utraque  parte  sponte 
recepta  et  hactenus  pacifice  observata**  etc.  Finke,  Westf&L  ÜB.  6, 146,  No.  305, 
Potthast  No.  6948. 


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HI.  Constitutionen  75 

21.  (54)  Item  quicquid  contingeret a)  statum  ecclesiastice  libertatis 
sive  per  statuta  edita  contra  eamb)  sive  per  similiac)  solet  expediri 
et  dari  clausula  illa:  „Invocato  d)u  etc.  —  Legatur  per  notarium 
et  vicecancellarium.0) 

22.  (55)  Similiter  contra  imponentes  nova  pedagia  nisif)  contra 
reges.  *)  —  Legatur  per  notarium,  si  contra  specialem 
petitur,h)  alioquin  detur  siue  lectione.1) 

23.  (56)  Similiter  contra  impedientes  vel  capientes  illos,  qui 
yeniunt  ad  sedem  apostolicam,  seuk)  recedentes  ab  ipsa,  contra  quos 
sententia  Eomani  pontificis ])  annuatim  in  tales  ter  promulgata  m)  usque 
ad  satisfactionem  condignam  publicari  mandatur,  „invocato"  n)  etc.  — 
Legatur  ut  in  proxima  superiorl 

24.  ( — )°)  Item  quod  parrochiani  ecclesiarum  compellantur  sol- 
vere  decimas  de  proventibus  terrarum  vinearum  hortorum  et  aliorum 
bonorum,  que  habent  infra  parrochias  eanun;  de  qua  quidem  forma 
dominus  Clemens  papa  IUI.  p)  amoveri<i)  fecit  „de  fructibus  arborum 
leguminibus  ovis  et  pullis  ac  minutis.ur)  —  Dentur8)  ut  in  cedula. 

25.  (12)  Item  contra  Judeos  super  decimis*)  deu)  possessionibus 
et  domibus,  que  a  Christianis  devenerunt  ad  illos.  —  Dentur. T) 

26. w)  Item  solet  scribi  dioceseno,  quod  Judeos  compellat  ferre 
habitum,  quo  distinguantur  a  Christianis.  —  Dentur. 

27.  (11) x)  Item  solet  scribi  diocesanis  contra  rectores,  qui  pro 
exequiis  mortuorum  benedictionibus  nubentiumy)  et  ecclesiasticis  sacra- 
mentis  pecuniam  exigunt  a  parrochianis  suis.  —  Dentur.2) 

28.  (13)  Item   „Posta)   iter  arreptum"  tarn  pro  peregrinantibus 

»)  contingit  M.  *>)  eum  EO.  c)  familiam  Pitra.  d)  fehlt  Pitra. 

e)  legenda  per  notarium  H.  f )  et  E  0.  e)  leges  H  E  0.  h)  pniar.  E  0. 

»)  legatur  —  lectione  fehlt  M.  Dafür  ut  in  proxima  superiori ;  No.  22  und  23  in 
M  verstellt.  k)  fehlt  Pitra  et  E  0.  l)  Roraanus  pontifex  Pitra.  m)  sen- 

tentiam— promulgatam  EO.  Pitra.  n)  invocat  Pitra.  °)  fehlt  EO,  in 

H  unmittelbar  nach  dem  Vorhergehenden.  p)  Clemens  Pitra  G.  M.  <1)  am- 
moveri  H,   ammoneri  M.   Pitra.  ')  mimicis  Pitra  (verlesen  aus  minutis?). 

•)  datur  M.  *)  decimas  Pitra.  ")  fehlt  HEO.        v)  datur  M.        w)  nur 

in  H  überliefert,  wo  es  unmittelbar  nach  No.  24  folgt;  der  gleiche  Anfang  mit 
dem  folgenden  scheint  in  M  und  Pitra  die  Auslassung  verursacht  zu  haben. 
*)  fehlt  in  M.  y)  inhibentium  EO.  Pitra.  *)  legantur  per  notarium  Pitra. 

a)  quod  Pitra. 

21.  „Invocato  ad  hoc,  si  necesse  fuerit,  auxilio  brachii  secularis",  Ber- 
noulü,  Acta  pontificum  Helvetica,  S.  153,  No.  227  (1246  Jan.  23). 

28.  „N08  igitur  ad  eosdem  negotium  remittentes  ipsis  dedimus  in  mandatis, 
ut  revocato  in  irritum,  si  quid  post  iter  ab  eodem  ad  presentiam  nostram 
arreptum  contra  ipsum  invenirent  indebite  attemptatum  . . .  statuerent,  quod 
canonicum  videretur".  Finke,  Westfftl.  ÜB.  5,191,  No.  408  (1235  Juni  9);  vgl. 
auch  1.  c  No.  423. 


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76  EL  Constitutiones. 

clericis  quam  pro  aliis  personis  ecclesiasticis,  qui  causa  peregrinationis 
et  pro  a)  aliis  negotiis  venerunt  ad  curiam ,  littera  dari  solet.  — 
Deturb)  cum  expressione  legitime  cause  adventus. 

29.  (— ) c)  Item  solet  dari  quasi  similis d)  pro  redeuntibus  de  par- 
tibus  transmarinis  que  vocatur  „cum  in  sacro".  —  Non  detur,  nisi 
prius6)  meliusf)  discutiatur. 

30.  (57)  Item  a  tempore  domini  Urbani  data  fuit  littera  omni 
canonico  dicenti  se  receptum  et  non  habere  prebendam,  quod  *)  provi- 
deatur  sibi  de  prebendah)  sie  sibi,  quod  riulli  alii  sit1)  de  iure  debita.  — 
Legatur  per  notarium. 

31.  (58)  Item  „cum  tanta  prematur  inopia"  comittitur  diocesano 
pro  pauperibus  ecclesiarum  patronis.  —  Legatur  per  notarium. 

32.  (13,  2.  Theil)  Item  „cum  seeundum  apostolumuk)  datur  sine 
certo  titulo  ordinatis  tarn  prima,  que  dirigitur  ordinatori  vel  presen- 
tatori,  quam  alia  monitoria.1)  —  Detur  sine  lectione,  execu- 
toria  legatur.™) 

33.  (14  =  59)  Item  de  episcopis  regibus  et  etiam  aliis  magnatibus 
conservatoria.  —  Legatur11)  per  notarium,  reliquis  detur0) 
sine  lectione  et  scribatur  ordinariis. 

34.  (15)  Item  protectio  crucesignatorum  p)  et  conservatoria  datur 
clericis  et  laicis  non  tarnen  episcopis  et  regibus  sine  lectione.  <i)  — 
Detur.r) 

35.  (16)  Item  quod  ordinarii  et  abbates  circa  subditorum  excessus 
officii  sui  debitum  exequantur.  —  Dentur. 

36.  (17)  Item  quandoeunque  ecclesia  se  dicit  enormiter  esse  lesam, 
subvenitur  ei  per  beneficium  restitutionis 8)  in  integrum  non  obstante 
iuramento.  —  Dentur. 


»)  fehlt  M.   Pitra.  *>)  dentur  Pitra.  ')  fehlt  EO.  &)  statt 

dessen  „post  iter  arrei>tum"  H.  c)  fehlt  H.  f)  non— melius  fehlt  M. 

g)  que  Pitra.  h)  de  prebenda  fehlt  Pitra.  »)  nur  in  M.  *)  aposto- 

licum  Pitfa.  l)  monitori  H  E.  m)  detur  sine  lectione  fehlt  E  0,  bei  Pitra 

zur  nächsten  Nummer  verschoben ;  executoria  legatur  als  Rubrik  H  E  0.  n)  bei 
Pitra  zur  folgenden  No.  verstellt.  °)  reliqua  dentur  Pitra.    HEO  haben 

dazu  in  rubro  die  Bemerkung:  Datur  hodie  tantum  canonicis.  Pitra  stellte 
den  ganzen  Absatz  S.  165,1,  Z.  9  v.  u.  noch  einmal  aus  Merkel  ein  mit  der 
Behauptung,   dass  er  in  seiner  Vorlage  fehle.  p)  crucesignatis  HEOM. 

<i)  datur— lectione  bei  Pitra  zur  nächsten  No.  verschoben.  r)  nur  M.  »)  bene- 
ficiorum  reatitutioneni  Pitra. 

29.  Reg.  Avin.  Clement.  VI.  A.  1,  p.  2  Formel  No.  77  „Cum  in  sacro 
generali  concilio  provida  fuerit  deliberatione  statutum,  ut  crucesignatorum  bona . . 
sub  apostolice  sedis  defensione  consistant . .  .  mandamus. 

31.  Aehnlich  Finke,  Westfäl  ÜB.  5,203,  No.  431  (1239  Mai  17)  „cum . . . 
Osnaburgensis  ecclesia  tanto  prematur  eris  onere  alieni". 


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III.  ConstitutioneB.  77 

37.  (18)  Item  super  absolutione a)  monachorum  et  dispensatione 
scribitar  prelatis  suis,  ut  hac  yice  etc.  —  Dentur. b) 

38.  (60)  Item  diocesano  scribitur  communiter  pro  beneficiatis 
sue  diocesis  studentibus  in  theologia,  ut  proventus c)  suos  ecclesiasticos 
iuxta  constitutionem  domini  Honorii  pape  III. d)  faciat  ministrarL e)  — 
Legantur  quoad  personatusf)  et  beneficia  cum  cura,  et 
si  immineret*)  onus  residentie.h) 

39.  (19)  Item  „sicut  provide",  confirmatur  quicquid  a  laicis  datur 
ecclesiis,  sive  sit  ius  patronatus  sive  decima,  de  assensu  diocesani.  — 
Dentur.*) 

40.  (20)  Item  ad  petitionem  religiosorum  collegiorum  scribitur 
diocesanis,  ne  tempore  visitationis  introducant  seculares  in  claustra, 
nisi  duosk)  vel  tres  de  ecclesia  cathedrali.  —  Dentur.1) 

41.  (61)  Similiter  scribitur  diocesanis,  quodm)  volentibus  simul 
religiöse  vivere  de  loco  provideant  competenti,  prout  ad  suum  spectat 
officium,  sine  preiudicio  iuris  alieni.  —  Legatur.11) 

42.  (62)  Item  ad  petitionem  religiosorum  collegiorum0)  non  ha- 
bentium  certam  regulam  scribitur  diocesano,  quod  eis  provideat  de 
aliquo  ordine  approbato.  —  Legatur. 

43.  (63)  Item  scribitur  diocesanis,  quod  canonicos  et  rectores  ec- 
clesiarum  sibi  subiectarum  residere  compellant  in  eis  P)  per  subtractio- 
nem4)  proventuum,  nisi  habeant  indulgentiam  vel  domini  pape  aut 
cardinalium  obsequiis  immorentur.  —  Legatur. 

44.  ( — )r)  Similiter  contra  rectores  non  curantes  promoveri.  — 
Dentur. 

45.  (21)  Item  quod  diocesanus  amoyeat  illegitime  natos  a  benefi- 
ciis,  que  habent  sine  dispensatione.  —  Dentur. 

46.  (22)  Item  quod  diocesani  possint  cogere  executores  testamen- 
torum  negligentes  ad  executionem  illorum.  —  Dentur. 

47.  (64)  Item  quod  diocesani  contra  obtinentes  plura8)  beneficia 
cum  cura  sine  dispensatione  faciant  formam  concilii  observari.  — 
Legatur  per  notariuni.*) 

48.  (23)  Item  quod  diocesanus  contra  monachos  solitarios  formam 
concilii  contra  tales  editam  faciat  observari.  —  Dentur. u) 

»)  absolutionem  E.  *>)  datur  M.  *)  provectus  Pitra.  d)  fehlt 

M.  Pitra.  e)  faciant  observari  M.  f)  patronatus  Pitra.  e)  imminet  M. 

h)  in  HEM  folgt  noch   iurare    (vielleicht    verderbt  aus    vitare?).  »)  de 

assensu  —  dentur  fehlt  Pitra,   datur  M.  k)  duo  HEO.  l)  datur  M. 

m)  pro  Pitra.  »)  so  HM,  dentur  Pitra.  »)  fehlt  HEO  et  collegiorum  M. 

P)  fehlt  HEO.  <i)  surreptionem  Pitra.  ')  fehlt  HEO.  *)  plurima 

Pitra.  l)  dentur  Pitra.  u)  dentur  et  legantur  per  notarium  Pitra;    der 

zweite  Theil  gehörte  nach  H  und  M  wohl  zur  vorhergehenden  Nummer. 

39.  Vgl.  o.  No.  20. 


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7g  III.  Constitutiones. 

49.  (24)  Item  contra  concubinarios  beneficiatos,  uttt)  officii  sui 
debitum  exequantur.  —  Dentur. 

50.  (24,  2.  Theil)  Similiter  contra  clericos  arma  portantes  et 
u8urarios.  —  Dentur. 

51.  (25)  Item  solet  scribi  iudicibus,  ut  ea,  que  a  maiori  parte 
collegiorum  ecclesiasticorum  licite  ordinantur,  faciant  observari,  nisi 
minor  pars  rationabile  contrarium  proposuerit  et  ostendat. b)  —  Den- 
tur.6) 

52.  (26)  Item  indulgetur  religiosis,  quod  in  causis  propriis  possint 
testimonio  fratrum  suorum  uti.  —  Dentur. 

53.  (27)  Item  mandatur  iudicibus,  quod  recipiant  testes  d)  ad 
futuram  memoriam  super  bonis  ecclesiarum,  de  quibus  non  apparent 
publica  instrumenta.  —  Dentur. 

54.  (28)  Item  quod  religiosi  possint  uti  privilegiis,  quibus  per 
negligentiam  non  sunt  usi,  nisie)  per  prescriptionem  vel  alias  sit  eis 
legitime  derogatum.  —  Dentur. f) 

55.  (29)  Item  quod  tempore  interdicti  possint  religiosi  clausis 
ianuis  celebrare  diviua  etc.*)  —  Dentur. 

56.  (65)  Item  scribitur  diocesanis  ad  petitionem  alicuius  rectoris 
ecclesie,  ut  in  procurationibus,  que  imponuntur  clero,  illum  non  per- 
mittant  ultra  facultates  proprias  aggravari.  —  Legatur.h) 

57.  (66)  Item  indulgetur  religiosis,  quod  ordinariis  visitantibus !) 
denegarek)  liceat,  quicquid  petunt  ultra  id,  quod  in  concilio  est1) 
taxatum.  —  Legatur. 

58.  (67)  Item  littere  predecessorum  Romanorum  pontificum  in 
litteris  apostolicis  annotantur.  —  Legatur  m)  et  idem  de  litteris11), 
que  inveniuntur0)  in  registris  eorundemP)  Romanorumi) 
pontificum. 

59.  (30) r)  Item  indulgetur  religiosis,  quod  in  questionibus  adver- 
sus  eos  motis  non  teneantur  se  defendere  per  duellum.  —  Dentur. 

60.  (68)  Item  indulgetur  religiosis,  quod  possint  percipere  decimas 
novalium  in  forma  communi  pro  ea  portione,  qua s)  percipiunt  veteres 
ex  privilegio.  —  Legatur. 


a)  fehlt  M.  Pitra.  b)  proposuit  et  ostendit  Pitra.  c)  fehlt  Pitra. 

*»)  fehlt  Pitra.  e)  fehlt  M.  f)  fehlt  Pitra.  b)  divina.  H,  div.  officia 

£0.  h)  so  H  und  die  eine  der  von  Pitra  benützten  Hs.;  die  andere  und  M 

dentur.  *)  vißitationibua  H  E  0  und  die  eine  Hs.  bei  Pitra.  k)  denegari  M. 

i)  fehlt  EO.  n»)  in  M  am  Schlüsse.  n)  bonis  Pitra.  °)  innovantnr 

EO.  P)  fehlt  EO.  <i)  fehlt  Pitra.  *)  fehlt  M.  »)  quam  M.  Pitra. 


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HL  Constitutione*.  79 

61.  (31) a)  Item  quando  reus  excommunicatur  a  delegato  pro  con- 
tumacia, b)  committitur  absolutio  excommunicatori  vel  ordinario,  quando 
expiravit  iurisdictio  excom,municantis.  —  Dentur. 

62.  (32)  Item  quando  reus  dicit  impetratumc)  esse  contra  se  ad 
unum  iudicem,  dummodo  ad  litis  contestationem  non  sit  processum  in 
causa,  additur  unus  iudex  officio  d)  auditoris  et  alter  ad  instantiam  rei. 

—  Dentur.6) 

63.  (69)  Item  quando  aliquis  rite f)  excommunicatus  moritur 
non  &)  absolutus  nee  precedant h)  signa  penitentie,  exhumari  mandatur. 

—  Legatur. 

64.  (70)  Item  si  fuerint  in  eo  penitentie  signa  et  morte  preoecu- 
patus  fuerit,1)  sepeliri  mandatur,  debita  absolutione  premissa.  —  Le- 
gatur. 

65.  (33) k)  Item  indulgetur  collegiis  ecclesiarum  secularium,  quod 
possint  redimere  deeimas  de  manibus  laicorum  de  consensu  rectoris 
parrochialis  et  diocesani.1)  —  Dentur. m) 

66.  (71)  Item  indulgetur  prelatis  et  locis  ecclesiasticis,  ut  non 
teneantur  ad  solutionem  debitorum,   nisi   probaverint  creditores n)  etc. 

—  Legatur.0) 

67.  ( — )P)  Item  si  prelati  obligent  se  providere  alicui  clerico  de 
beneficio,  compelluntur  promissionem  servare  et  solvere  pensionem 
subtraetam  medio  tempore  et  cavere,  quod  iuxta  promissionem  persol- 
vant  in  futurum.  —  Legatur. 

68.  (72)  Item  datur  etiam   littera  de  sola  pensionem)  subtraeta. 

—  Legatur. 

69.  (34)  Item  compositiones  et  arbitria  rite  lata  confirmantur 
„sicut  provide"  r) ;  et  si  agatur  de  deeimis  vel  spiritualibus  rebus,  ad- 
ditur „et  in  alieuius  preiudicium  non  redundat".  —  Dentur, s)  sed*) 
servetur  in  earum  concessione,  quod  dictum  est  iu  cedula 


»)  fehlt  M.  b)  per  contumaciam  Pitra.  c)  impetrari  M.  d)  ex 

officio  Pitra.  c)  legatur  Pitra.  f)  fehlt  M.  ß)  nee  Pitra.         »»)  pre- 

cedens  M.  Pitra.        l)  preoecupetur  Pitra.        k)  in  M  sind  diese  und  die  folgende 
Nummer  verstellt.  ])  ordinarii  Pitra,  parrochialium  et  diocesanorum  M,  nach 

parrochialis  noch  ecclesie  . .  £  0.  m)  legatur  M.  n)  creditorum  E  0. 

°)  dentur  M.  P)  fehlt  HEO.  <i)  petitione  HO.         ')  providere  etc.  Pitra. 

•)  fehlt  M,  in  H  zum  Schluss.  l)  fehlt  M  sie  H. 

69.  Vgl.  die  Bestätigung  des  Diploms  Ottos  II.  Stumpf  No.  598,  DO.  II.  50 
für  die  Kirche  von  Köln  durch  Innocenz  IV.  1254  Sept.  27,  Finke,  Westf&L  ÜB. 
5,248,  No.  542  und  543:  „quod...  provide  factum  est  et  in  alterius 
preiudioium  non  redundat,  ratum  habentes  ....  confirmamus".  Vgl.  auch 
o.  No.  20. 


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80  EL  Constitutiones. 

de  litteris  super  confirmationibus  sententiarum  in  forma 
communi  dandiß. 

70.  (73)  Item  scribitur  diocesanis,  quod  compellant  Judeos a)  ad 
demoliendum  sinagogam  plus  quam  veterem  exaltatam.  —  Legaiur. 

71.  (35)  Item  quando  clericus  conyenit  clericum  coram  iudice 
seculari,  scribitur  diocesaiio  vel  iudici,  quod  puniat  in  hoc  actorem 
secundum  canonicas  sanctiones.  —  Dentur.1*) 

72.  (74)  Item  dantur  littere  contra  falsarios  litterarum  apostoli- 
carum  seu  bulle.  —  Legatur  per  vicecancellarium.c) 

73.  (75)  Item  dantur  iudices  contra  scolaresd)  et  alios,  qui  fide- 
iussores  suos  super  hiis  non  servant  indempnes.  —  Dentur;  (sed 
servetur)6)  quod  dictum  est  in  cedula  de  f)  „partibus  con- 
vocatis"  et  „vocatis*)  qui  fuerint  evocandi". 

74.  (76)  Item  pro  dominish)  contra  homines  suos,  qui  se  sub- 
trahunt  a  dominus  eorundem.  —  Ut  in  proxima.1) 

75.  (36)  Item  hospitalariis  et  Bimilibus  datur  littera  contra  falsos 
nuntios  seu  quedtuarios  eorum  nomine  elemosinas  postulantes.  — 
Dentur. 

76.  (37)  Item  dantur  littere  super  monachatu,  primo  preces 
postmoduin  preceptoria  et  monitoria  et  demum  „in  virtute  obedientie ;" 
sed  „in  virtute  obedientie41  k)  data  fiiit  tempore  aliquorum  Romanorum 
pontificum  sine  lectione  et  tempore  aliquorum  cum  lectione.  —  Den- 
tur, sed  illa  „in  virtute  obedientie"  legatur.1) 

77.  (38)  Item  dantur  similiter  pro  leprosis,  quod  recipiantur m)  in 
fratres  et  socios.  —  Dentur  ut  in  proxima  superiorL 


»)  fehlt  £0.  *>)  legantur  per  vicecancellarium  Pitra.  c)  dentur 

Pitra.  d)  seculares  die  eine  der  von  Pitra  benützten  Hss.  e)  dentur  nur 

in  EL  am  Schluss;  die  Ergänzung  von  sed  servetur  ergibt  sich  aus  der  Analogie 
mit  No.  69  und  79—80.  f)  fehlt  HEO.  g)  personis  .  .  et  notis  Pitra, 

zur  folgenden  Nummer  gestellt.  h)  item  quod  domini  tenentur  homines  M. 

»)  fehlt  Pitra,  proximo  HEO.  k)  sed— obedientie  nur  in  M.  l)  vollständig 

nur  in  M,  bei  Pitra  fehlt  dentur,  in  0  die  ganze  Zeile,  in  H  und  E  irrthümlich 
als  Rubrica:   illa  in  virtute  obedientie  legantur.  m)  recipiant  HEO,  qui 

recipiuntur  Pitra. 

76.  Beispiele:  1)  Finke,  Westf&l.  Uß.  5,222,  No.  480  „Preces  et  man- 
da  tum  nostrum  taliter  impleturi,  ut  augmentum  favoris  et  gratie  vobis  apud 
nos  po88it  exinde  provenire ;"  vgl.  auch  No.  473,  483.  2)  Einfaches  Mandat,  1.  c. 
227,  No.  495.  3)  Kategorischer  Befehl,  nachdem  ein  früherer  Auftrag  unbeachtet 
gelassen  war,  1.  c.  221,  No.  479  (1247  April  24)  „Ne  igitur,  quod  de  ipso  ince- 
pimus,  remaneat  imperfectum,  discretioni  vestre  per  apostolica  scripta  in  vir- 
tute obedientie  precipiendo  mandamus,  quatinus,  ei  est  ita,  sublato  difficul- 
tatis  obstaculo  in  negotio  procedatis  eodem  iuxta  priorum  continentiam  litte- 


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III.  Constitutiones.  81 

78.  (39)  Item  scribitur  pro  eiectis  et  fugitivis  presidentibus  a) 
capitulo  generali  sui  ordinis,  si  ordo  ipse  habeat  presidentes;  alioquinb) 
scribitur  diocesanis,  quod  faciant«)  statutum  Gregorii  circa  tales  ob- 
servari.  —  Dentur.d) 

79.  (40)  Item  confirmantur  in  forma  communi  beneficia  ecclesia- 
stica  dicentibus  ea  se  esse  canonice  assecutos  et  pacifice  possidere.  — 
Dentur,6)  sed  servetur,  quod  dictum  est  in  cedula  de  lit- 
te r is  super  confirmatione  f)  sententiarum  in  forma  com- 
muni dandis. 

80.  (41)  Item  „sicut  provide"  confirmantur  in  communi  forma 
statuta  et  ordinationes,  que  fiunt  per  capitula  abbates  conventus  et 
alias  personas  ecclesiasticas.  —  Dentur  sed  servetur,  ut  dictum 
est  supra  in  proximal) 

81.  (42)  Similiter  confirmaturh)  in  forma  communi  certus  numerus 
canonicorum  et  monialium  institutus  de  consensu  diocesani.1)  —  Den- 
tur.*) 

82.  (77)  Item  scribitur  diocesano  pro1)  illis,  qui  intrant  ordinem 
aliquemm)  et  non  facta  professione  exeunt  infra  aunum,  quod,  nisi 
per  religionis  habitum,  qui  dari  consuevit  profitentibus,  veln)  profes- 
sionem  expressam  evidenter  appareat,  quod  absolute  voluerint0)  vitam 
mutare,  P)  denuncient  <i)  eos  ad  regulärem  observantiam  non  teneri.  — 
Legatur. 

83.  (78)  Item  conservatoria  privilegiorum  contra  indulta.  —  Le- 
gatur. 

84.  (79)  Item  contra  raptores  et  predones  datur  per  vicecancel- 
larium,  sed  per  notarios  dari  debet.r)  —  Dentur  exemptis  sine 
lection*,  sed  pro  aliis  legantur.s) 

85.  (80)  Simplicium  vero  super  possessionibus,  *)  debitis  et  diver- 
sitate  iniuriarum   super   usuris   pignoribus  iniectione  manuum  matri- 

a)  possidentibus  und  dem  entsprechend  später  possidentes  Pitra,  preceden- 
tibus  M.  b)  aliquando  HO.  c)  faciunt  Pitra.  d)  das  bei  Pitra  auf 

dentur  folgende  gehört  zum  nächsten  Absatz.  e)  bei  Pitra  zur  vorhergehen- 

den Nummer  gestellt,  dentur  fehlt  E  0.  r)  affirmatione  H,  confirmationibus  M. 

g)  bei  Pitra  verstellt;  proximo  HEO.         h)  confirmantur  HEO.  »)  diocesa- 

norum  M.  Pitra.  k)  fehlt  M.  *)  quod  HEO.  m)  aliquando  H.  Pitra. 

n)  vel  per  M.  °)  noluerint  E.  Pitra;  volunt  M.  P)  immutare  M.  <i)  fehlt 
in  einer  der  Hss.  bei  Pitra.  T)  fehlt  M.  Pitra,  in  HEO  folgt  es  erst  nach 

dentur;   sed  per  notarios  dari  debet  in  H  durch  Punkte  getilgt.  8)  legatur 

die  Hss.  *)  portionibus  H. 

79.  Vgl.  o.  No.  17  und  20. 

82.  Die  Richtigkeit  von  voluerint  gegenüber  noluerint  bei  Erler  und  Pitra 
ergibt  sich  aus  Decret.  Gregor.  IX.  3,31  c.  23;  vgl.  auch  Auvray,  Les  registres 
de  Gregoire  IX.  S.  364,  No.  572,  Potthast  No.  8682. 

Tangl,  PapsU.  Eanzleiordnongen.  6 

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82  HL  Constitutiones. 

moniis  et  presentationibus  clericoruin  ad  beneficiaa)  et  excommunica- 
tionum  senteutiis  receptionibus  testium  et  super  appellationibus  et 
revocatoriis  litterarum  seu  formarum  numerus  vix  habetur.1*) 

86.  (81)  Item  littere  alie,  que  iustitiam  continent,  dantur  sub 
iustis  uarrationibus  et  conclusionibus,  que  propter  varietatem  negotio- 
rum numerari  nou  possunt.0) 

87.  (82)  Item  in d)  premissa  generalitate  litterarum,  que  iustitiam 
continent,  hoc  servetur, e)  ut,  si  quando  emerg^t  seu  occurrat  forma, 
que  non  contineatur  inter  supra  expensas, f)  legatur  domino  nostro 
forma,  que  occurrit,  ut  ipse  mandet,  quod  velit  in  litteris  eiusdem 
forme  servari;  scilicet  utrum  veHt  eas  dari&)  cum  lectioneh)  vel  sine. 

88.  (83)  Item  de  revocatoriis. 

89.  (84)  Item  de  hiis,  que  continentur  in  provinciali.  Cetera 
omnia  sunt  legenda. 

X. 

Clemens  V.  beauftragt  den  Vicekanzler  Arnold,  Abt  von  Fontefroide,  die 
Zahl  der  Scriptoren  durch  Nichtbesetzung  der  erledigten  Stellen  bis  zu  einer  ihm 
angemessen  scheinenden  Zahl  zu  vermindern. 

1310  October  27  (Pernes). 

Reg.  No.  57  fol.  266  epist.  1076. 

Reg.  Clement,  papae  V.  ed.  cura  et  studio  monachorum  ord.  S.  Benedicti, 
Romae  1885—1887,  Prolegomena  S.  CXXXIX  =  5,375,  No.  6264  (correkter). 

Aus  der  daran  anknüpfenden  Bulle  Johanns  XXI L  (s.  u.  No.  XIV)  wird  er- 
sichtlich, dass  die  Reduction  20  (90  statt  110)  betrug. 

Dilecto  filio  Arnaldo  abbati  monasterii  Fontisfrigidi  Cisterciensis 
ordiuis  Narbonensis  diocesis  sancte  Romane  ecclesie  vicecancellario. 
Dignum  est,  ut  in  nostris  et  apostolice  sedis  officiis  determinatus 
ministrorum  seu  officialium  numerus  habeatur,  ne  provisione  careat 
multitudo  vel  ex  paucitate  oportunum  nobis  et  eidem  sedi  servitium 
subtrahatur.  Sane  frequenter  pro  parte  dilectorum  filiorum  scriptorum 
litterarum  nostrarum  fuit  nobis  expositum,  quod  propter  importunam 
instantiam  plurimorum,  quibus  sedes  predicta  se  exhibuit  liberalem, 
eorum  numerus  adeo  dicitur  augmeutatus,  quod  ipsi,  qui  ad  presens 
centum  et  decem  vel  circiter  esse  noscuntur,  secuudum  eorum  decen- 
tiam  et  laudabilem  antiquara  Romane  curie  consuetudinem  non  pos- 
sint  de  officii  sui  obventibus  comode  sustentari.  Quare  ex  parte  ipso- 
rum  fuit  nobis  humiliter  supplicatum,  ut  cum  temporibus  aliorum 
Romanorum   pontificum   predecessorum   nostrorum  iidem  scriptores  in 


a)  beneficia  clericorum.  Pitra.  b)  legantur  M.  c)  possin t  H  E,  hiemit 

scliliesst  der  Text  in  M.  d)  fehlt  Pitra.  c)  servatur  Pitra.  ')  fehlt 

UEÜ.  K)  dare  HO.  *»)  fehlt  Eü. 


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III.  Constitutiones.  83 

tanta  lnultitudine  non  fuisseui  sed  eorum  officium  in  decenti  numero 
personarum,  prout  incumbentium  agendorum  exposcebat  qualitas  et 
utilitas,  faerit  moderatum,  providere  super  hoc  de  benignitate  aposto- 
lica  dignaremur  dictumque  officium  reduci  ad  certum  scriptorum 
numerum  mandaremus.  Cum  igitur  nostre  intentionis  existat,  quod 
dicti  scriptores,  qui  nostri  officiales  existunt,  propter  superfluam  multi- 
iudinem  non  graventur  quiiiimmo  ad  decentem  redacti  numerum  iuxta 
eorum  decentiam  et  consuetudinem  prelibatam  comode  valeant  susten- 
tari,  considerantes  quod  tarn  agendorum  multiplicium  qualitates  et 
onera,  que  variarum  rerum  producit  continuata  necessitas,  quam  dicto- 
rum  scriptorum  multitudo  superflua  te  non  latent,  sed  te  ipsa  facti 
iam  longa  experientia  docuit,  quid  in  talibus  secundum  dicte  sedis 
decentiam  debeat  observari :  discretioni  tue,  de  qua  in  hiis  et  aliis  fidu- 
ciam  in  domino  gerimus  specialem,  per  apostolica  scripta  committimus 
et  mandamus,  quatenus,  si  eorundem  scriptorum  officium  consideratis 
circumstantiis  universis,  que  in  hoc  fuerint  attendende,  inveneris  in 
huiusmodi  multitudine  pregravatum,  officium  ipsum  reducere  ad  certum 
scriptorum  numerum  competentem  iuxta  datam  tibi  a  deo  prudentiam, 
prout  consideratis  premissis  cognoveris  expedire,  auctoritate  nostra 
procures,  statuens  et  ordinans  auctoritate  predicta,  quod  dictum  offi- 
cium deinceps  predicto  uuraero  sit  contentum  nee  ad  illud  de  cetero 
aliquis  admittatur,  quousque  sit  ad  predictum  numerum  per  te  statu- 
endum  redactum  et  aliquis  defecerit  de  eodem,  nisi  forte  multiplicium 
agendorum  vel  alterius  cause  necessitas  aliud  circa  hoc  geri  et  statui 
in  futurum  per  eiusdem  sedis  providentiam  postularet. 

Datum  Paternis  Carpentoratensis  diocesis  VI.  kal.  novembris  anno 
quinto. 

XI. 

Johann  XXII.  ordnet  den  Geschäftsgang  und  das  Gebührenwesen  in  der 
audientia  sacri  palatii. 

1331  November  16  (Avignon). 

Cod.  Paris,  lat.  4169  fol.  81  (E);  daraus  Cod.  Ottobon.  lat.  911  (0). 

Erler,  1.  c.  157  ff.  aus  E.     Bull.  Rom.  Ed.  Taurin.  4,317  undatirt. 

Ueberschrift  in  E  0 :  Anno  domin i  millesimo  trecentesimo  (tricesimo)  primo 
a  natiyitate  sanetissimus  in  Christo  pater  et  dominus  dominus  Johannes  divina 
Providentia  papa  XXII.  ordinationes  infrascriptas,  quas  circa  reformacionem  audi- 
torum  et  notariorum  palatii  apostolici  fecerat,  mandavit  per  nos  Petrum  dei 
gratia  episcopum  Penestrinum  sanete  Romane  ecclesie  vicecancellarii  officium 
gerentem  die  XVI.  mensis  novembris  anno  pontificatus  sui  sextodeeimo  publi- 
cari.     Quarum  quidem  ordinationum  tenor  talis  est: 

Johannes  episcöpus  servus  servorum  dei  ad  perpetuam  rei  memoriam. 

6* 

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g4  IH.  Constitutione s. 

Ratio  iuris  exigit  debitum  honestatis  exposcit  et  pietatis  conside- 
ratio  persuadet,  ut  in  cunctis  dirigendis  iudiciis  et  iustitia  tbinistranda 
sint  quoad  presidentes  vigilantia  studiosa  venusta  modestia  cordium 
puritas  mundicia  manuum  et  consiliorum  sanitas  requirende,  in  per- 
sonis  quoque  ad  conscribendum  acta  iudicialia  deputatis  süfficientia 
operosa  fidelitas  comprobata  vita  honestatis  decentia  commendanda 
mercedis  exactio  moderata  et  benignitas  ad  pauperes  compassiva  sint 
merito  exigende.  Igitur  in  Romana  curia,  communi  quidem  patria,  ubi 
est  summum  tribunal  iudicii  divinitus  constitutum  et  ubi  lux  et  forma 
iustitie  preeminent  et  perlucent a),  hec  oportet  necessario  reperiri.  Quare 
nos,  qui  licet  immeriti  sumus  beati  Petri  successor  et  vice  Christi  fiin- 
gimur  super  terram,  cupientes,  ut  in  apostolico  palatio  audientie  cau- 
sarum  ac  personis  ad  examinationem  et  conscriptionem  illaruui  pro 
tempore  ordinatis  habeatur  limitata  ordinatio  congrua  et  salubris :  circa 
earundem  causarum  auditores  ipsorum(que) b)  notarios  scribentes  in 
causis  huiusmodi  suadentibus  rationabilibus  causis  statuta  et  ordina- 
menta,  que  particulariter  et  seriatim  presentibus  aunotantur,  auctori- 
tate  apostolica  edimus  et  ea  precipimus  perpetuis  futuris  temporibus 
inviolabiliter  observari: 

1.  Statuimus  igitur  ac  etiam  ordinamus,  quod  auditores  sine  capa 
et  roqueto  in  loco,  ubi  residebit  curia,  in  publico  non  incedant. 

2.  Item  quod  prefati  auditores  earundem  causarum  dicti  palatii 
sint  in  audiendis  et  decidendis  causis  eis  commissis  et  committendis 
fortius  solito  diligentes. 

3.  Item  quod  auditores  predicti  bona  hora  singulis  diebus  iuri- 
dicis  ad  palatium  conveniant  et  immediate  post  pulsationem  campane, 
que  pulsatur  ad  horam  tertie  in  ecclesia  cathedrali,  incipiant  sedere 
ad  audiendum  causas  et  dictum  palatium  non  exeant,  donec  partes 
satisfecerint  vel  per  eas  steterit  suis  terminis  coram  eis. 

4.  Item  quod  iidem  auditores  illa  festa  dumtaxat  observent,  que 
hactenus  de  mandato  nostro  per  audientiam  litterarum  nostrarum  et 
per  ipsos  servari  debere  statuta  fuisse  noscuntur,  et  quod  de  cetero 
alia  festa  seu  dies  alios  ex  se  ipsis  vel  alias  statuere  vel  observare 
aliquatenus  non  presumant,  sed  diebus  aliis  sie  se  paratos  et  sollicitos 
exhibeant  in  exhibenda  iustitia  partibus  litigantibus  coram  ipsis,  quod 
ex  hoc  merito  debeant  commendari. 

5.  Item  quod  illi  ex  eisdem  auditoribus,  qui  fratrum  nostrorum 
sanete  Romane  ecclesie  cardinalium  familiäres  existunt,  diebus  iuridicis 
et  horis,   quibus  cause  traetantur,   cardinales  non   sequantur  eosdem 


*)  relucent  ü.  *>)  fehlt  EO. 

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III.  Constitutione  8.  85 

nee   alibi   se  occupent,  nisi  a  nobis  vel  a  dictis  cardinalibus,   quorum 
familiäres  ut  prefertur  existunt,  specialiter  vocarentur. 

6.  Item  quod  auditores  ipsi  per  se  vel  alium  seu  alios  a  partibus 
coram  eis  causam  habentibus  seu  a  suis  notariis  scribentibus  coram 
ipsis  yel  ab  aliis  pro  eisdem  seu  eorum  nomine  nichil  nee  rem  nee 
obligationem  vel  proraissionem  reeipiant  nee  etiam  pro  ipsorum  sigillo 
aut  pro  rubricis  in  causis,  in  quibus  auditores  sunt  vel  fuerint  depu- 
tati,  vel  alio  quesito  colore  quocumque,  et  quod  consilia  coauditorum 
secrete  data  secrete  teuere  debeant  usque  post  sententiam  promulgatam. 
Contrarium  vero  facientes  per  unum  mensem  ab  ingresbu  eiusdem 
palatii  suspendantur.  Si  autem  iterato  in  eandem  eulpam  ineiderint, 
priventur  perpetuo  officio  audientie  causarura  palatii  prelibati. 

7.  Item  quod  auditores  predicti  presentes  et  poateri,  presentes 
videlicet  statiui  post  publicationem  presentis  ordinationis,  posteri  vero, 
antequam  ad  officium  admittantur,  in  manibus  vicecancellarii  sanete 
Romaue  ecclesie  nostro  et  ipsius  ecclesie  nomine  reeipientis  iuramen- 
tum  prestent  in   forma  que  sequitur   per  hec   verba : 

Ego  .  .  auditor  etc.  =  Juramenta  X. 

8.  Item  statuimus  et  ordinamus,  quod  auditor  eiusdem  palatii  a 
tempore  sue  reeeptionis  antiquior  primitus  ineipiat  referre  suis  coaudi- 
toribus  et  causas  quas  audit,  si  ad  hoc  paratus  existat,  inter  eos  in 
relationibus  ponere,  ut  est  moris,  sieque  per  consequens  alii  dicti 
palatii  auditores  successive  seeundum  gradum  reeeptionum  eorum  cuius- 
libet  similiter  referant  et  causas,  quas  audiunt,  in  relationibus  ponant, 
si  ad  hoc  etiam  sint  parati,  et  quod,  postquam  una  causa  in  relatio- 
nibus huiusmodi  posita  fuerit,  alia  non  ponatur,  quousque  partes  alle- 
gaverint,  que  voluerint  allegare.  Non  tarnen  auditores  ipsi  audire 
allegationes  superfluas  astringantur. 

9.  Item  quod  nullus  auditorum  ipsius  palatii  aliquam  diffinitivam 
sententiam,  queeunque  fuerit,  seu  quamvis  interlocutoriam  super  devo- 
lutionibus  causarum  in  Romana  curia  traetandarum,  si  inter  partes  de 
ipsa  devolutione  controversia  fuerit,  vel  super  repulsione  seu  admissione 
articulorum  aut  super  remissione  super  eisdem  articulis  aut  aliis  pro- 
bationibus  extra  curiam  faciendis,  nisi  forsan  de  consensu  partium 
fierent  remissio  vel  admissio  supradicte,  nee  non  super  restitutione  seu 
revocatione  attemptatorum  seu  innovatorum  lite  vel  appellatione  pen- 
dente  sive  super  appellationibus  ab  interlocutoria  vel  a  gravamine 
interpositis  aut  aliam  quameunque  interlocutoriam  super  re  de  qua 
agitur  contra  alteram  partium  finem  negotio  imponentem  absque  rela- 
tione  publica  et  consilio  coauditorum  proferat  sui  gradus.  Super  aliis 
vero  interlocutoriis  absque  publica  relatione  cum  consilio  tarnen  coau- 


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86  HL  Constitutione s. 

ditorum  dictorum  ad  earum  prolationein  possit  procedere,  prout  hactenus 
extitit  in  palatio  laudabiliter  observatum. 

10.  Item  quod  auditor  referens  facta  relatione  coauditoribus  suis 
consüia  eorundem  coauditorum  infra  duodecim  dierum  termiuum  diu- 
genter  requirere  et  eisdera  consiliis  habitis  dictas  causas  expedire  et 
terminare  celeriter  teneatur. 

11.  Item  quod  quilibet  dictorum  auditorum  notarios  intelligentes 
fideles  et  honestos  habeat,  ita  quod  quatuor  notariorum  uumerum  non 
excedat.a)  Qui  siquidem  notarii  per  se  et  non  per  alios  coram  audi- 
toribus  ipsis  causas  scribant  nee  dicti  auditores  committant  scribeodas 
alicui  alteri  notario  causas  commissas  eisdem;  nee  aliquis  dictorum 
auditorum  quemquam  in  notarium  reeipiat,  qui  sit  alterius  notarius 
auditoris. 

12.  Item  quod  prefati  auditores  provideant  diligenter,  quod  eorum 
notarii  super  ipsorum  reeeptione  salarii  non  excedant  nee  aHquid  ultra 
reeipiant,  nisi  prout  est  infra  distinetum  taxatum  et  etiam  ordinatum. 

13.  Item  quod  si  aliqui  sint  vel  fuerint,  qui  ob  paupertatem 
nequeant  acta  redimere  sue  cause:  ipsi  auditores  suos  compellant  no- 
tarios 8cribentes  in  actis  eisdem  ad  restituendum  gratis  huiusmodi 
actorum  copiam  parti  solvere  ut  premittitur  nequeunti,  si  auditori  cause 
illius  paupertas  notabilis  videatur. 

14.  Item  quod  nullus  eorundem  auditorum  in  causis,  que  sunt  in 
dicto  palatio  vel  in  brevi  sperantur  existere,  consilium  nee  per  se  nee 
per  interpositam  personam  partibus  prebeat  neque  aliqaod  patrocinium 
prestet,  nisi  cause  proprie  vel  suorum  usque  ad  tertium  consauguini- 
tatis  vel  dominorum  aut  familiarium  suorum  seu  ecclesiarum,  in  qui- 
buB  beneficiatus  foret,  existerent,  et  in  prenrissis  ultimis  casibus  ad 
coauditorum  suorum  consüia  minime  admittatur,  quodque  hoc  revelare 
teneatur,  si  existeret  id  oecultum. 

15.  Item  quod  nullus  auditorum  ipsorum  causam  reeipiat  audien- 
dam,  si  committatur  eidem,  in  qua  consilium  dederit,  sed  ad  cancel- 
lariam  ipsam  incontinenti  remittat  alteri  committendam. 

16.  Item  quod  eorundem  auditorum  consüia,  que  prebentur  in 
causis,  scribantur  per  notarium  illius  cause,  in  qua  huiusmodi  consüia 
impenduntur, b)  et  secreta  causarum  et  consiliorum  eorundem  tarn  per 
ipsos  auditores  dietarum  causarum  quam  per  notarios  in  eis  scribentes 
sub  sigillo  credentie  teneantur. 

17.  Item  quod,  quando  testes  sint c)  vel  fuerint  in  curia  examinandi 
in  causis,  que  in  dicto  palatio  veotilantur,  in  punetis  arduis  eosdem 
testes  per  se  dicti  examinent  auditores. 

ft)  exoedant  £.  h)  impendentur  E.  c)  eunt  EO. 

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III.  Constitution  es.  87 

18.  De  supradictis  quoque  notariis  eorundeni  auditoruin  scribeu- 
tibus  in  causis  illis  commissis  similiter  statuendo  et  ordinando  subiun- 
giraus,  quod  diligentes  et  attenti  existant  in  commisso  eis  officio  no- 
tarii  prelibati,  quodque  fideliter  et  sollicite  scribant  et  exerceant  offi- 
cium antedictum  et  quod  a  partibus  vel  aliquo  earum  nomine  nichil 
recipiant,  nisi  prout  est  infra  distinctum  taxatum  et  etiam  ordinatum. 
Contrarium  vero  facientes  duplum  restituere  teneantur. 

19.  Item  quod  nullus  eorundem  notariorum  in  eodem  palatio 
scribat  in  causis  coram  aliquo  ipsius  palatii  auditore,  nisi  prius  per 
vicecancellariiun  vel  alium  de  eius  speciali  mandato  de  litteratura  et 
scriptura  sufficienti tt)  ad  huiusmodi  notariatus  officium  exercendum 
examinatus  ac  de  vita  et  conversatione  ipsius  informatio  recepta  nee 
non  approbatus  fuerit  per  eundem  ac  etiam  iuramentum  in  manu  vice- 
cancellarii  prestiterit  in  hac  forma: 

Ego  .  .  talis  notarius  etc.  =  Juramenta  XL 

20.  Item  statuimus  et  etiam  ordiuamus,  quod  nullus  notariorum 
ipsorum  causam  aliquam  sibi  committi  scribendam  per  se  vel  alium 
procuret  sive  exhibeat  instantiam  in  hac  parte. 

21.  Item  quod  predicti  notarii  omnem  modestiam  et  honestatem 
iu  omnibus  studeant  observare,  quodque  nullus  eorundem  notariorum, 
qui  per  aliquem  dictorum  auditorum  in  notarium  reeeptus  extiterit, 
alterius  auditoris  notarius  esse  valeat,  quamdiu  erit  primi  notarius  auditoris. 

22.  Item  quod  nullus  notariorum  ipsorum  coneubinam  publice 
tenere  presumat;  et  si  quis  eorum  ad  presens  teneret  aliquam,  eam 
dimittere  teneatur.  Si  vero  infra  octo  dies  post  publicationem  statuti 
et  ordinationis  presentis  ipsam  non  dimiserit,  illam  vel  aliam  deineeps 
minime  resumpturus  et  deiueeps  ipse  vel  alii  reperti  fuerint  aliquas 
publice  tenere,  ab  officio  notariatus  in  dicto  palatio  exercendo  perpe- 
tuo  sint  privati. 

23.  Item  quod  prefati  notarii  promotores  seu  procuratores  in 
causis,  que  coram  auditore  suo  agitantur,  in  dicto  palatio  non  existant. 

24.  Item  quod  nullus  notarius  alieuius  auditoris  deineeps  audeat 
scribere  vel  presumat  in  causa,  si  alterutrius  partium  dicte  cause  in 
audientialitterarum  contradietarum  b)  vel  in  palatio  apostolico  seu  ia  Romana 
curia  procurator  vel  promotor  negotiorum  seu  pensionarius  quoquomodo 
fuerit  vel  existat;  sed  si  ex  ignorantia  contingeret  auditorem  aliquam 
vel  aliquas  causam  seu  causas  tales  alicui  tali  notario  committere  ad 
scribendum:  statim  notarius  huiusmodi  causam  seu  commissionem  in 
manibus  dicti  auditoris  restituat.  Contrarium  faciens  per  uuum  annum 
ab  officio  notariatus  in  palatio  exercendo  sit  eo  ip*o  privatus. 

»)  sufficienter  EO.  *>)  fehlt  EO. 

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88  .  HI-  Coiistitutioneß. 

25.  Item  quod  prefati  notarii  regestrum  cuiuscunque  cause,  in  qua 
notarius  deputatus  existit,  cum  manuali  et  productis  originalibus,  ante- 
quam  regestrum  auditori  exhibeant  et  copias  in  publicam  formam  seu 
in  simplicem  scripturam  redactas  cum  eodem  regestro,  antequam  par- 
tibus  tradant,  diligenter  auscultent  et  alias  sie  perfecte  videant  et 
corrigant  diligenter,  quod  per  eorum  ineuriam  negligentiam  vel  alias 
nichil  de  substantialibus  ommittatur  seu  damnum  aliquod  patiatur 
aliqua  partium  earundem,  nee  in  favorem  vel  preiudicium  unius  par- 
tium premissa  complere  differant  vel  postponant. a) 

26.  Item  quod  iamdicti  notarii  omnes  actus  iudiciarios  clare  distinete 
ac  substantialiter  in  manuali  seu  memoriali  in  auditoris  cause,  in  qua 
scribunt,  presentia  ac  partium,  si  expeetare  voluerint,  conscribere  non 
postponant,  et  postquam  illos  conscripserint,  in  regestrum  fideliter 
redigant  vel  redigi  faciant  et  requisiti  ab  ipsis  partibus  vel  earum 
aliqua  in  singulis  terminis  successive  partibus  eisdem  copiam,  cum  per 
dictum  auditorem  decreta  fuerit,  sine  difficultate  et  fraude  quaeunque 
faciant,  salvo  iusto  salario  inferius  moderato. 

27.  Item  quod  iidem  notarii  in  regestro  illius  cause,  in  qua  scri- 
bunt ut  predicitur,  omnes  sententias  diffinitivas  et  interlocutorias  ac 
iuhibitiones  neenon  intimationes  et  appellationes  verbo  vel  in  scriptis 
emissas  ex  integro  de  verbo  ad  verbum  conscribant,  cum  per  partem 
vel  partes  seu  auditorem  ipsius  cause  fuerint  requisiti. 

28.  Item  quod  instrumenta  et  alia  per  partes  producta  diligenter 
registrent  vel  registrari  faciant  notarii  memorati.  Acta  vero  in  par- 
tibus habita  minime  registrentur  sed  consignentur  et  conserventur  per 
illius  cause  notarium  diligenter,  nisi  alias  partes  vel  earum  altera  illa 
peterent  registrari.  Pars  autem  id  petens  de  regestro  satisfacere  teneatur. 

29.  Item  quod  notarii,  quos  interdum  perpetuo  et  interdum  ad 
tempus  de  curia  absentari  continget,  omnia  regestra  acta  et  producta 
causarum  in  quibus  erunt  notarii  deputati,  illi  videlicet,  qui  cum  animo 
non  redeundi  recederent,  alicui  alteri  notario  idoneo  iurato  examinato 
et  approbato  ut  supra  surrogando  in  loco  ipsius,  ille  vero,  qui  ad 
tempus  recedere  voluerit,  uni  ex  aliis  notariis  auditoris  sui  de  ipsius 
auditoris  licentia  et  conscientia  tradere  et  deponere  teneatur;  qui  no- 
tarius depositarius  in  predictis  causis  eidem  se  absentanti b)  commissis 
pro  eodem  absente  scribat  fideliter  et  suppleat  eius  vices. 

30.  Ceterum  quia  optat  premium  quisque  labor  et  laboranti  non 
est  debite  mercedis  exhibitio  deneganda,  moderamine  nichilominus 
observato,  ne  sanguinem  eliceat  nimitas   emungentis,   subsequitur   pro 


#ft)  ditferat  vel  poßtponat  EO.  b)  absentati  E. 

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III.  Constitutionea.  89 

statuto  et  ordinatione  huiusmodi  certus  modus  rationabilis  et  discretus, 
per  quem  predictis  notariis  pro  eorum  salario  moderata  satisfactio  pre- 
beatur  et  litigantes,  qui  litigiorum  involvuntur  anfractibus  et  plerum- 
que  fatigautur  laboribus  diuturnis,  superfluis  expensarum  effusiouibus 
non  graventur. 

31.  Quod  videlicet  predicti  notarii  pro  petia  regestri  unum  Turo- 
nensem  argenti  cum  dimidio  et  non  plus  habeant  et  petia  huiusmodi 
viginti '  sex  lineas  ex  utraque  parte  contineat.  et  quelibet  dictarum 
linearum  quatuordecim  habeat  dictiones. 

32.  Item  quod  pro  petia  regestri  redacta  in  formam  publicam 
receptione  unius  Turonensis  argenti  cum  dimidio  similiter  sint  contenti. 

33.  Item  quod  pro  copia  sive  in  copiario  sive  in  quaterno  sive 
in  petiis  longis  fiant,  de  folio  sive  petia  regestri  unum  tantum  similem 
recipiant  Turonensem. 

34.  Item  quod  pro  citatione  in  audientia  publica  legenda  ultra 
medium  similem  Turonensem  ipsis  recipere  licitum  non  existat. 

35.  Item  quod  pro  inhibitione,  que  in  causis  fieri  assolet,  si  redi- 
gatur  in  publicum  instrumentum,  sex  similes  Turonenses  recipiant  et 
non  ultra. 

36.  Item  quod  pro  intimatione,  cum  in  publicum  redigatur  in- 
strumentum, non  amplius  quam  quatuor  similes  valeant  recipere  Turo- 
nenses. 

37.  Item  quod  pro  appellatione,  si  redigatur  in  publicum  instru- 
mentum,  de  petia  regestri  duos  dumtaxat  Turonenses  recipere  licitum 
sit  eisdem. 

38.  Item  quod  pro  attestationibus  testium,  quos  quisque  notario- 
rum  examinaverit  prefatorum,  de  petia  regestri  receptionem  duorum 
Turonensium  similium  non  excedat,  et  de  copia  ipsarum  attestationum 
unum  cum  dimidio  similem  Turonensem  notarii  predicti  de  petia  eius- 
dem  regestri  recipiant,  si  copia  ipsa  in  formam  publicam  redigatur. 
Si  vero  fiat  huiusmodi  copia  in  papiro,  recipiatur  prout  supra  de  aliis 
copiis  est  expressum. 

39.  Item  quod  de  sententia  diffinitiva  pro  qualibet  petia  regestri 
possint  duodecim  similes  recipere  Turonenses,  de  instrumento  vero 
publico,  cum  per  se  de  sententia  ipsa  confectum  extiterit,  duodecim 
similes  Turonenses  pro  qualibet  regestri  petia  debeantur  et  pro  copia 
sive  in  publico  sive  in  simplici,  quantum  et  prout  de  aliis  copiis  supe- 
rius  est  expressum. 

38.  Am  Rande  von  a.  Hand :  Hanc  etiam  constitutionem  sanctissimus  domi- 
nus noster  dominus  Urbanus  papa  VI.  voluit  et  mandavit  observari  circa  receptio- 
nem et  exarainationem  testium,  qui  recipiuntuv  et  examinantur  in  factis  electionum 
ecclesiarum  cathedralium  et  abbatiarum  per  quoscunque. 


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90  Hl.  Constitutiones. 

40.  Item  quod  de  interlocutoria,  que  vim  diffinitive  habuerit,  ut 
de  sententia  supra  proxime  exprimitur,  observetur.  Si  vero  talis  inter- 
locutoria vim  diffinitive  nequaquam  habeat,  recipiantur  duo  similes 
Turonenses  pro  petia  regestri  ut  supra  dicitur  computaudo.  Et  si  de 
interlocutoria  ipsa  instrumentum  publicum  per  se  fiat,  sex  similes 
Turonenses  pro  eodern  recipi  poterunt  instrumenta. 

41.  Item  volumus  statuimus  et  etiam  ordinamus,  quod  cetcre 
scripture  iudiciales  taxeutur  secuudum  modum  superius  desiguatum, 
hoc  tarnen  adiecto  et  ordinato  specialiter  et  expresse,  quod  videlicet, 
ubicunque  in  taxatiouibus  antedictis  de  Turonensi  grosso  fit  mentio, 
id  de  illo  intelligi  volumus,  quamdiu  Bomana  curia  fuerit  citra  mon- 
tes ;  ubi  vero  ultra  montes,  Rome  videlicet  vel  in  aliis  Italie  partibus, 
curiam  ipsam  esse  contigerit,  Romaninus  loco  Turonensis  ponatur  et 
computetur  in  taxatiouibus  antedictis. 

42.  Caveant  tarnen  notarii  memorati,  quod  propter  premissas 
modificationes  scripturas  prolixiores  nequaquam  efficiant  neque  ponant 
superflua  in  eisdem,  nisi  prout  necessarium  fuerit  et  est  hactenus  fieri 
consuetum ;  nee  malitiose  differant  vel  differri  procurent  scripturas  par- 
tibus assignare.  Contrarium  vero  facientes  duplum  restituant;  et  si 
super  hoc  frequentarint  excessum,  ab  auditorio  sui  auditoris  et  pre- 
dicto  palatio  expellantur. 

43.  Volumus  insuper  statuimus  et  etiam  ordinamus,  quod  venera- 
biles  fratres  nostri  sanete  Romane  ecclesie  cardinales  ab  auditoribus 
et  notariis  suis  neeuon  camerarius  noster  ab  auditore  vel  viceauditore 
curie  camere  nostre  ipsiusque  notariis  ac  etiam  marescallus  Romane 
curie  a  iudieibus  et  notariis  curie  sue  ac  quieunque  alii  auetoritate 
apostolica  causas  in  Romana  curia  audientes  seu  etium  audituri  a 
notariis  suis  in  eisdem  causis  iuramentum  reeipiant  iuxta  formas,  qui- 
bus  iurare  debent  dicti  auditores  et  notarii  palatii  apostolici  per  nos 
ut  premittitur  ordinatas,  in  quantum  tanget  officia  eorundem. 

44.  Item  statuimus  et  etiam  ordinamus,  quod  prefata  alia  quoad 
munera  dona  et  enseunia  ac  scripturarum  taxationes,  que  per  nos  ut 
prefertur  de  auditoribus  et  notariis  dicti  palatii  sunt  statuta  et  etiam 
ordinata,  perft)  dictorum  cardinalium  et  etiam  curie  nostre  camere 
auditores  ac  iudices  curie  marescalli  ac  per  ipsorum  et  quorumeunque 
aliorum  in  Romana  curia  causas  auetoritate  apostolica  audientium  et 
auditurorum  imposterum  notarios  inviolabiliter  observentur. 

45.  Ut  igitur  ordinationes  et  statuta  nostra  huiusmodi,  que  per- 
petuis  futuris  temporibus  duratura  censemus,  inviolabiliter  observentur 
et  ne  illa  ob   memorie   labilitatem   humaue   oblivioni  dentur  et  etiam 

*)  fehlt  EO. 

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III.  Constitutiones.  91 

ut  auditores  et  notarii  prelibati  per  ordinationum  et  statutorum  eorun- 
dem  inspectionem  assiduam  circa  eorum  observantiam  accuratius  et 
vigilantius  sint  attenti:  voliimus  et  statuimus,  ut  ordinationes  et  sta- 
tuta nostra  huiusmodi  de  verbo  ad  verbum  in  cancellarie  et  predicte 
audientie  litterarum  nostrarum  regestris  ex  integro  conscribautur, 
quodque  singulis  annis  in  kalendis  octobris  vel  prima  sequenti  au- 
dientie die,  si  festum  fuerit  die  kalendarum  ipsarum,  ordinationes  et 
statuta  huiusmodi  legantur  solemuiter  in  audientia  prelibata,  et  quod 
quilibet  auditorum  et  notariorum  ipsorum  penes  se  copiam  conservet 
et  habeat  eorundem.     Nulli  ergo  etc. 

XII. 

Johann  XXII.   ordnet   den  Geschäftsgang   und   das   Gebührenwesen   in  der 

päpstlichen  Kanzlei. 

133  t  November  16  (Avignon). 

Cod.  Paris.  4169   fol.  89'  ff.  (E),   daraus  Cod.  Ottobon.  lat.  911  (0). 

Erler,  1.  c.  172  ff.  aus  E. 

Ueberschrift  in  E  0 :  Anno  a  nativitate  domini  et  niense  quibus  supra  idein 
summus  pontifex  ordinationes  infrascriptas,  quas  circa  reformatioiiem  officiorum 
yicecancellarie  sanete  Romane  ecclesie  fecerat,  per  nos  Petrum  dei  gratia  epi- 
scopum  Penestrinum  eiusdem  vicecancellarie  gerentem  officium,  anno  pontificatus 
sui  predicto  publicari  mandavit.    Quarum  ordinationum  tenor  talis  est. 

Die  Berufung  bezüglich  der  Datirung  geht  auf  die  Ueberschrift  der  unmit- 
telbar voranstehenden  Bulle  „Ratio  iuris44.  Ist  es  schon  an  sich  wahrscheinlich, 
dass  die  gesammten  Neuordnungen  der  einzelnen  Aemter  an  einem  Tage,  dem 
16.  November  1331,  veröffentlicht  wurden,  so  erhalten  wir  für  das  Publications- 
datuin  von  „Pater  familias44  noch  einen  ausdrücklichen  Beleg  durch  die  vom 
16.  November  1331  datirte  Bulle  „Decet  et  expedit"  (s.  u.  No.  XIV),  in  welcher 
die  Verfügungen  über  die  einzelnen  Abtheilungen  der  päpstlichen  Kanzlei  und 
speciell  auch  die  Neuordnung  des  Gebührenwesens  als  „hodie44  publicirt  bezeichnet 
werden.  Danach  ist  zu  berichtigen,  wenn  Ottenthai  (Mitth.  des  Instituts  f.  österr. 
GF.  9,680)  die  Bullen  „Pater  familias44  und  „Qui  exaeti  temporis44  als  undatirt 
bezeichnet  und  eine  Circadatirung  von  1320—1330  vornimmt. 

Der  Inhalt  der  sehr  umfangreichen  Constitution  gliedert  sich  folgender- 
massen: 

No.  1 — 12  Allgemeine  Bestimmungen  über  das  Amt  der  Abbreviaturen  und 
Eide;  No.  13—115  Abbreviatorentaxe  (No.  13—57  litterae  de  iustitia,  No.  58— 
115  litterae  de  gratia);  No.  116—127  Allgemeine  Verfügungen  über  die  Scripto- 
ren;  No.  128—234  Scriptorentaxe ;  No.  235—239  Bestimmungen  über  die  Regi- 
straturen. 

Bei  den  einzelnen  Ansätzen  der  Abbreviatoren-  und  Scriptorentaxe  habe  ich 
gegenseitige  Verweisungen  beigefügt;  bei  der  Scriptorentaxe  citire  ich  überdies 
als  „Taxbuch4*  den  von  mir  in  den  Mitth.  des  Instituts  f.  österr.  GF.  13,77  ff. 
veröffentlichten  Iaber  taxarum  cancellariae  apostolicae  paparum  Avinionensium 
temporibus. 

W.  Altmann  gibt  im  Neuen  Archiv  15,420  Varianten  zu  dieser  Constitution 
aus  dem  Cod.  A.  IV.  20  der  Universitätsbibliothek  zu  Basel.  Dieselben  entsprechen 


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92  HI.  Constitutiones. 

einer  späteren  erweiterten  Fassung  der  Constitution  und  decken  sich  in  Text 
und  Zusätzen  mit  dem  Avignonesischen  Taxbuch.  Für  die  Herstellung  des 
Textes  konnten  sie  daher  ausser  Betracht  bleiben,  doch  habe  ich  die  sachlichen 
Abweichungen  in  den  Noten  berücksichtigt. 

Johannes  episcopus  servus  servorum  dei  ad  perpetuam  rei  memoriam. 

Pater  familias  per  viam  mandatorum  domini  incedens  et  diligens 
familiam  domus  sue  illi  honeste  vivendi  recteque  agendi  normam  tri- 
buit  et  modum  imponit,  quibus  regatur  et  dirigatur  salubriter  et  rao- 
deste,  in  eos  qui  a  recto  deviant  virgam  correctionis  exercens,  que  illis 
ad  medelam  proveniat  et  cautelam  prebeat  inantea,  ne  delirent.  Nos 
sane,  qui  licet  immeriti  super  sancte  domus  dei  familiam  ex  disposi- 
tione  sua  prelationis  officium  exercemus,  ad  officiales  nostros  rainistros 
et  alios  operarios  cancellarie  sancte  Romane  ecclesie  nostre  considera- 
tionis  attente  intuitum  convertentes  officii  nostri  debito  exigente  sua- 
dentibus  quoque  quamplurimis  rationabilibus  causis  ad  decorem  et 
decus  eiusdem  cancellarie  rei  publice  honorem  et  commodum  confluen- 
tium  quoque  inter  cetera  ex  cunctis  orbis  partibus  ad  sedem  apostoli- 
cam  pro  gratiis  et  iustitia  obtinendis  alleviationem  benignam  expedi- 
tionem  celerem  et  profectum  ac  officialium  ministrorum  et  operariorum 
predictorum  attentiorem  exercitationem  pleniorem  informationem  et 
tenatiorem  commemorationem  statuta  et  ordinationes,  que  infra  inse- 
runtur  particulariter  et  distincte,  auctoritate  apostolica  edimus  et  ea 
precipimus  perpetuis  futuris  temporibus  inviolabiliter  observari. 

L  Statuimus  igitur  et  etiam  ordinamus,  quod  notarii  nostri  fideles 
bonos  et  expertos  abbreviatores  habeant,  qui  siquidem  suum  abbrevia- 
tionis  offitium  exerceant  ac  observent  taxationes  inferius  designatas 
pro  correctione  notarum  litteraruru  apostolicarum,  quas  infra  suis  voca- 
bulis  intelligibiliter  nominamus,  et  quod  ultra  taxationes  ipsas  nichil 
recipiant,  etiam  si  gratis  offeratur  eisdem. 

2.  Quod  nullus  abbreviator,  qui  ad  dictam  cancellariam  admittitur 
pro  ipsarum  examine  litterarum,  per  se  vel  alium  officium  procuratoris 
exerceat  nee  locum  in  audientia  publica  teueat;  et  si  reperiatur  cön- 
trarium,  talis  non  admittatur  deineeps  ut  abbreviator  in  hiis,  que  ad 
officium  cancellarie  pertinent,  sed  ad  procurationis  officium  sit  con- 
tentus. 

3.  Quod  nullus  audeat  formare  notam,  nisi  abbreviator  per  vice- 
cancellarium  vel  notarium  seu  quemvis  eorum  factus  existat,  simplici- 
bus  ac  legendis  et  gratiosistt)  aliisque  formis  communibus  de  iusticia, 
que  non  mutantur,  dumtaxat  exceptis. 


a)  grossis  EO. 

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III.  Constitutiones.  93 

4.  Quod  nullus  abbreviator  aliquam  notam  signet,  nisi  prius  dili- 
genter  eam  legerit  et  correxerit  nee  non  clausulas  et  conclusiones  con- 
suetas  et  debitas  apposuerit  in  eadem,  etiam  si  procuratores  hoc  volue- 
rint  atque  petant. 

5.  Quod  si  aliqua  de  litteris  simplieibus  legendis  gratiosisa)  et 
aliis  forinis  communibus,  que  ut  predicitur  non  mutantur,  culpa  ab- 
breviatoris,  qui  notam  minus  plene  correxerit  et  signarit,  fuerit  rescri- 
benda:  expensis  dicti  abbreyiatoris  prefata  littera  rescribatur.  Si  vero 
littere  forent  de  formis  aliis,  que  mutantur,  et  propter  defectum  ab- 
breviatorum,  qui  eas  correxerint  et  signarint,  existentem  in  clausulis 
et  conclusionibus  supradictis  littere  ipse  fierent  rescribende:  predicti 
abbreviatores  id,  quod  pro  nota  corrigenda  reeeperint,  restituere  tene- 
antur,  nisi  forsan  clausule  vel  conclusiones  huiusmodi  forent  adeo 
dubie,  quod  inter  alios  abbreviatores  in  cancellaria  esset  altercatio 
super  illis. 

6.  Quod  abbreviatores  qui  tenent  tarn  primam  generalem  quam 
alias  cameras  dictorum  notariorum,  horis  consuetist  videliceb  ab  hora 
nona  usque  ad  cenam  parati  reperiantur  in  hospitiis  notariorum  eorun- 
dem  vel  prope  illa  pro  expediendis  notis  et  aliis  ad  suum  officium 
speetantibus  exercendis  diligenter  et  celeriter  peragendis. 

7.  Quod  abbreviatores,  qui  pro  litteris  examinandis  et  corrigendis 
ad  cancellariam  veniunt  supradietam,  iurare  teneantur  inter  cetera, 
quod  impugnatores  litterarum  ipsarum  non  revelabunt  partibus  nee 
aliquibus  aliis,  per  quos  ad  partes  ipsas  valeat  pervenire. 

8.  Quod  abbreviatores  in  expediendis  negotiis  partium  ad  eos  pro- 
venientium  diligentes  existant;  et  si  forent  impediti  infirinitate  vel 
alia  de  causa,  negocia  minhne  reeipiant.  Quod  si  reeeperint  huiusmodi 
negotia,  illa,  quamprimum  eis  impedimentum  oecurret,  .restituant  par- 
tibus. Et  si  reperiantur  culpabiles  in  predictis,  circa  expensas  et  damna 
ipsarum  partium  vicecancellarii  arbitrio  puniantur. 

9.  Quod  pro  notarum  vel  litterarum  signo  nichil  reeipiatur  a 
notariis  vel  abbreviatoribus  supradictis. 

10.  Quod  pro  portandis  litteris  de  cameris  notariorum  ad  correcto- 
riam  vel  de  correctoria  ad  cancellariam  nichil  exigatur  vel  reeipiatur 
a  procurantibus  expeditionem  huiusmodi  litterarum,  etiam  si  gratis  eis 

»)  groBsis  EO. 

3.,  5.  Die  Emendation  von  gratiosis  aus  grossis  war  durch  den  Sinn  der 
beiden  Sätze  bedingt.  Gemeint  sind  die  forme  gratiose  des  Kanzleibuchs  gegenüber 
den  im  Formelbuch  der  audientia  contradietarum  enthaltenen  forme  de  iustitia. 
Unter  den  forme  que  mutantur  (No.  5)  sind  die  Beneficialbullen  mit  allen  ihren 
Abarten  verstanden,  bei  denen  die  Clausein  und  Schlussformeln  je  nach  der  Signatur 
der  Suppliken  und  den  Kanzleiregeln  wechseln.     Vgl.  Bresslau,  U.  L.  1,238  A.  3. 


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94  HL  Con8titutione8. 

oblatum  fuerit.   Quod  si  contrarium   aliquis   fecerit,   duplum   restituere 
teneatur  et  alias  arbitrio  vicecancellarii  puniatur. 

11.  Quod  abbreviatores,  qui  tenebunt  cameras  notariorum  nostro- 
rum  quique  vocabuntur  ad  cancellariam  pro  litteris  examinandis,  iurare 
habeant  in  manibus  vicecancellarii  sub  hac  forma: 

Ego  .  .  abbreviator  iuro  etc.  =  Juramenta  IX.  c. 

12.  Alii  vero  abbreviatores,  qui  non  tenebunt  cameras  notariorum, 
si  eos  contingat  ad  cancellariam  vocari  pro  litteris  iustitie  vel  gratiosis 
examinandia,  iurare  etiam  habeant  in  manu  dicti  vicecancellarii  sub 
hac  forma: 

Ego  . .  abbreviator  iuro  etc.  =  Juramenta  IX.  b. 

13.  Subsecuutur  preterea  moderamina  per  nos  apposita  circa  illos 
abbreviatores,  qui  formant  petitiones  seu  notas  litterarum  iusticie :  Quod 
abbreviatores  pro  formanda  nota  revocatorie  a  diffinitiva  ultra  tres 
grossos  non  exigant  vel  recipiant  Turonenses;  et  si  sententia  super 
personali  accione  lata  foret  vel  alias  esset  levis  et  absque  prolixa 
narratione,  iuxta  qualitatem  negotii  minus  recipere  teneantur. 

14.  De  aliis  vero  revocatoriis,  que  non  sunt  a  diffiuitiva,  conti- 
nentibus  unum  solum  gravamen  dicti  abbreviatores  receptionem  qua- 
tuor  similium  Turonensium  nequaquam  excedant. 

15.  Si  autem  continerent  duo  vel  plura  gravamina,  ipsi  abbrevia- 
tores ultra  decem  non  recipiant  similes  Turonenses,  nisi  forsan  esset 
casus  novus  difficilis  et  prolixus;  in  quo  siquidem  casu  iidem  abbre- 
viatores ultra  viginti  non  recipiant  similes  Turonenses;  et  si  abbre- 
viatores ipsi  receptione  diccorum  viginti  Turonensium  propter  difficul- 
tatem  et  singularitatem  casuum  contenti  non  existerent  vel  impetrans 
se  de  predicti§  reputaret  gravatum,  recurratur  ad  arbitxium  unius 
notariorum  nostrorum,  quem  dictus  impetrans  duxerit  eligendum. 

16.  Quod  prefati  abbreviatores  de  formatione  note  executionis 
unius  sententie  late  in  apostolico  palatio  vel  per  aliquem  auditorem 
in  Komaua  curia  ex  cominissione  apostolica  deputatum  ultra  XII  non 
recipiant  similes  Turonenses. 

17.  Et  si  contineant  duas  sententias,  receptionem  sedecim  Turo- 
nensium similium  nequaquam  excedant 

18.  Si  vero  contineant  tres  sententias,  ultra  viginti  non  recipiant 
similes  Turonenses,  nisi  nota  ipsa  contineret  diversas  interlocutorias 
et  instancias  vel  alias  negotium  multum  prolixum  et  intricatum  existeret, 
et  tunc,  si  abbreviator  et  impetrans  minime  concordarent,  recurratur 
ad  arbitrium  unius  notariorum,  quem  ipse  impetrans,  ut  supra  dicitur, 
duxerit  eligendum. 


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III.  Constitutiones.  95 

19.  Quod  dicti  abbreviatores  de  nota  executionis  interlocutoriarum 
vel  interlocutorie  ac  revocationis  attemptatorum  non  recipiant  ultra 
decem  similes  Turonenses. 

20.  Et  si  nota  esset  brevis  et  facilis,  receptionem  octo  similium 
Taronensium  nequaquam  excedant. 

21.  Quod  iidem  abbreviatores  pro  singulis  notis  remissionum  in- 
hibitionum  sequestrationum  deuunciationum  excommunicatornm  in 
eodem  palatio  vel  per  aliquem  auditorem  in  dicta  curia  ut  premittitur 
deputatum  receptionem  octo  similium  Turonensium  aliquatenus  non 
excedant. 

22.  Quodque  abbreviatores  dictorum  notariorum  pro  correctione 
notarum  ipsarum  ultra  taxationes  non  recipiaut  infrascriptas,  que  tales 
existunt  videlicet,  quod,  uno  Turonensi  argenti  pro  duodecim  denariis 
Turonensibus  parvis  nunc  et  imposterum  immutabiliter  computato, 
pro  correctione  quatuor  simplicium  unius  Turonensis  argenti  receptio 
nullatenus  excedatur. 

23.  Pro  correctione  duplicis  note  litterarum  protectionis  eruce- 
signatorum  nou  ultra  unius  similis  Turonensis. 

24.  Pro  correctione  duplicis  note  forme  „Cum  secundum  aposto- 
lumu  non  ultra  unius  similis  Turonensis. 

25.  Pro  correctione  note  protectionis  religiosorum  denominate 
„Personas  vestras  et  locum"  et  confirmationis  cum  subiunctione  clau- 
sule,  scilicet  „Specialiter  autem  decimas  terras"  cum  sequentibus  non 
ultra  unius  similis  Turonensis. 

26.  Pro  correctione  duplicis  note  „Excommunicati  contra  statuta 
concilii  generalis41  unius  similis  Turonensis. 

27.  Pro  correctione  note  super  relaxatione  iuramenti  extorti  de 
non  repetendis  usuris  aut  pignoribus  detentis  sub  false  venditionis 
specie  in  fraudem  usurarum  simulate  concepte  unius  scilicet  similis 
Turonensis. 

28.  Pro  correctione  note  conquestionis  mercatorum  contra  debi- 
tores  suos,  qui  non  solverant  terminis  prestitutis,  unius  similis  Turo- 
nensis. 

29.  Pro  correctione  note  super  absolvendis  monachis  canonicis 
regularibus  et  conversis  per  abbates  seu  prelatos  eorum  alios  reguläres 
dimidii  similis  Turonensis. 


22.  Vgl.  u.  209  (Script.  T.  1). 

23.  Vgl.  u.  215—216  (Script.  T.  2— 2«/2). 

24.  Vgl.  u.  213-214  (Script.  T.  2%-3). 

25.  Vgl.  u.  227-228  (Script,  T.  3-4). 
29.  Vgl.  u.  219  (Script.  T.  2). 


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96  HL  Constitutionen 

30.  Pro  correctione  iiote  illorum,  qui  ab  alieno  antistite  fuerant 
ordinati,  dimidii  similis  Turonensis. 

31.  Nota  vero  spoliationis,  in  qua  interponitur  clausula  de  resti- 
tuendis  iniuste  spoliatis,  sicut  una  de  supradictis  simplicibus  com- 
putetur. 

32.  Pro  correctione  note  contra  rectores  parrochiales  seu  alios 
animarum  parrochianorum  super  boc  impetrancium  curam  gerentes, 
qui  non  absque  symoniaca  labe  pecuniam  extorquent  ab  eisdem  par- 
rochiauis  pro  exequiis  mortuorum  benedictionibus  nubentium  et  aliis 
ecclesiasticis  sacrauientis  non  ultra  unius  similis  Turonensis. 

33.  Pro  correctione  note  super  defectu  natalium  pro  diacono  sub- 
diacono  clerico  vel  Scolari  presente,  cum  super  hoc  ad  partes  iuxta 
exigenciam  stili  consuetudinarii  scribitur,  unius  similis  Turonensis. 

34.  Pro  correctione  note  maioris  forme  super  bonis  alienatis  revo- 
candis  cum  vel  sine  iuramenti  expressione  quoad  impetrantem  vel 
impetrantes,  duorum  similium  Turonensium. 

35.  Pro  correctione  note  super  attemptatis  in  partibus  post  im- 
petrantis  iter  arreptum  ad  sedem  apostolicam  revocandis  duorum  simi- 
lium Turonensium. 

36.  Pro  correctione  note  contra  parrochianos  decimas  ecclesiis  non 
solventes,  pretensa  per  eos  prava  consuetudine  de  ipsis  deciinis  non 
solveudis,  duorum  similium  Turouenbium. 

37.  Pro  correctione  note  confirmationis  omuium  libertatum  et 
immuuitatum  in  forma  generali  pro  regularibus,  non  tarnen  pro  hospi- 
talibus,  cum  expressione  ordinis  vel  secularibus  ecclesiis  duorum  simi- 
lium Turonensium. 

38.  Privilegium  autem  commune  quoad  eins  taxationein  pro  una 
simplici  computetur. 

39.  Pro  corrigenda  nota  adiectionis  iudicum,  ut  siue  suspitione 
procedat  iudicium,  duorum  similium  Turonensium. 

40.  JPro  correctione  revocatorie  facientis  mentionem  de  iusto  im- 
pedimento,  quo  impetrans  quantum  ad  prosecutionem  non  factam 
detentus  extiterat,  duorum  similium  Turonensium. 

41.  Pro  correctione  note  observationis  diffinitive  ac  excommuni- 
cationis  sententiarum  vel  solius  excommunicationis  per  annum  et  am- 
plius  tolerate  quatuor  similium  Turonensium. 

42.  Pro  correctione  revocatorie  duas  appellationes  continentis 
duorum  similium  Turonensium. 


34.    Vgl.  u.  211  (Script.  T.  2). 

37.  Vgl.  o.  217  (Script.  T.  2). 

38.  Vgl.  u.  222  (Script.  T.  8). 


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III.  Constitutionea.  97 

43.  Pro  correctione  alterius  revocatorie  unius  appellationis  absque 
narrationis  magnitudine  unius  similis  Turonensis. 

44.  Pro  correctione  note  contra  feudatarios  alienantes  feuda  sine 
dominorum  ecclesiasticorum  assensu,  unius  similis  Turonensis. 

45.  Pro  correctione  note  contra  censuarios  dominis  ecclesiasticis 
census  debitos  non  solventes  duorum  similium  Turonensium. 

46.  Pro  correctione  conservatorie  triennalis  contra  predonum 
raptorum  et  invasorum  audatiam  pro  exemptis  et  non  exemptis  regu- 
laribus  duorum  similium  Turonensium. 

47.  Pro  correctione  note  simplicis  confirmationis  unius  similis 
Turonensis. 

48.  Pro  correctione  eiusdem  cum  narratione  facti  duorum  simi- 
lium Turonensium. 

49.  Pro  correctione  note,  quod  religiosi  possint  uti  privilegiis, 
quibus  usi  non  fuerant  negligenter,  dummodo  per  prescriptionem  vel 
alias  legitime  illis  non  existeret  derogatum,  duorum  similium  Turo- 
nensium. 

50.  Pro  correctione  duplicis  note,  cum  iudex  causam  tenuit  diu- 
tius  in  suspenso  per  annum  et  amplius  in  ea  minime  procedendo 
duorum  similium  Turonensium. 

51.  Pro  correctione  note,  quod  abbas  vel  alius  prelatus  regularis 
possit  procedere  ad  correctionem  monachorum  canonicorum  regularium 
et  conversorum  suorum,  non  obstante  frivole  appellationis  obiectu, 
dimidii  similis  Turonensis. 

52.  Pro  correctione  note,  quod  religiosi  possint  bona  professorum 
suorum  petere  ac  recipere  feudalibus  dumtaxat  exceptis,  unius  similis 
Turonensis. 

53.  Nota  contra  illum,  qui  excommuuicavit  quempiam  etiam  ad 
instantiam  alterius  nullam  habens  iurisdictionem  ordinariam  seu  etiam 
delegatam,  et  alia  nota  contra  eum,  qui  ad  instantiam  etiam  alterius 
denunciavit  excommunicatum  illum,  qui  nulla  erat  excommunicatione 
nodatus,  inter  simplices  quelibet  earuin  et  pro  una  simplici  computetur. 

54.  Pro  corrigenda  nota,  cum  appellatur  a  sententia  diffinitiva 
cum  longa  narratione  duorum  similium  Turonensium;  et  cum  brevem 
narrationem  continet,  unius  similis  Turonensis. 

55.  ßursus  pro  correctione  inhibitionis  vel  remissionis  seu  seque- 
strationis  aut  denuntiationis  excommunicati  per  auditorem  ex  com- 
missione  apostolica  in  palatio  apostolico  vel  in  Romana  curia  depu- 
tatumautexcommunicationis  cuiuscunque  interlocutorie  sive  revocationis 
attemptatorum  vel  expensarum  tantum  seu  absolutionis  ad  cautelam 
sex  similium  Turonensium. 

Tangl,  Päpstl.  Kaxuleiordnungen.  7 

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98  III.  Constitutione s. 

56.  Pro  correctione  note  executorie  uuius  sententie  diffinitive  seu 
vim  diffinitive  haben  tis  aut  non  habentis  in  eodem  late  palatio,  etiam 
si  contineat  interlocutorias  vel  diversas  narrationes,  duodecim  similiuin 
Turonensium, 

57.  Et  preter  dictos  duodecim  Turonenses  pro  qualibet  de  duabus 
aliis  sententiis  in  eadem  executoria  contentis  sex  similium  Turonensium. 

58.  Sane  vacare  non  videtur  a  ministerio  rationis,  quod  horum 
statutonim  et  ordinationum  certus  vigor  et  effectus  abbreviatores  nota- 
rum  gratiosarum  et  aliarum  litterarum,  que  per  petitiones  a  nobis 
signatas  expediuntur,  specialiter  comprehendant,  ut  videlicet  in  ordina- 
tione  huiusmodi  notarum  curam  adhibeant  diligentem,  quodque  abbre- 
viatores ipsi  pro  notis  huiusmodi  salarium  recipiant  moderatum. 

59.  Statuimus  itaque  ac  etiam  ordinamus,  quod  ipsi  abbreviatores 
pro  nota  facienda  de  beneficio  ecclesiastico  cum  cura  vel  sine  cura  vel 
de  canonicatu  et  prebenda  vacantibus  vel  vacaturis  ac  dignitate  per- 
sonatu  vel  prioratu  seu  officio  aut  adniinistratione  simul  in  una  nota 
vel  separatini  in  duabus  eciam  si  conventualis  existat  seu  ad  illam  vel 
illuni  consueverit  quis  per  electionem  assumi  vel  eciain  de  permuta- 
tionibus  dictorum  beneficiorum,  nisi  clausule  insolite  vel  alias  difficiles 
ibi  fuerint,  ut  dispensationum  reservationum  vel  narratio  aliarum  gra- 
tiarum  vel  vacationis  aut  reservationis  pro  qualibet  nota  duodecim 
Turonensium  argenti  pro  eorum  salario  sint  contenti. 

60.  De  confessore  eligendo  simpliciter  vel  etiam  in  casibus  reservatis, 

61.  de  iudulgentia  plenaria, 

62.  de  altari  portatili, 

63.  de  celebracione  misse  ante  lucem, 

64.  de  sacramentis  ecclesiasticis  ministrandis, 

65.  de  audiendis  divinis  in  loco  interdicto, 

66.  de  licencia  recedendi  pro  prelato  consecrato  vel  benedicto, 

67.  de  licentia  ingrediendi  monasteria  cum  certis  personis, 

68.  de  absolutione  a  sententiis  excommunicationum  latis  a  canone 
etiam  in  casibus  reservatis, 


59.  Vgl.  u.  129—131  (Script.  T.  10—12  gr.). 

60.  Vgl.  u.  136  (Script.  T.  10  gr.). 

61.  Vgl.  u.  137  (Script.  T.  14-16  gr.). 

62.  Vgl.  u.  138  (Script.  T.  10  gr.). 

63.  Vgl.  u.  139  (Script.  T.  10  gr.). 

64.  Vgl.  u.  140  (Script.  T.  10  gr.). 

65.  Vgl.  u.  141  (Script.  T.  10  gr.). 

66.  Vgl.  u.  142  (Script.  T.  10  gr.). 

67.  Vgl.  u.  143  (Script.  T.  10  gr.). 

68.  Vgl.  u.  144  (Script.  T.  20  gr.). 


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III.  Consta  tu  ti  one8.  99 

69.  de  licentia  recipiendi  tonsuram  vel  alios  ordines, 

70.  de  licentia,  quod  quis   non  teneatar  promoveri  usque  ad  cer- 
tum  tempus  ratione  beneficii, 

71.  de   licentia,   quod    quis   non   teneatur  in   parrochiali  ecclesia 
residere, 

72.  de  licentia  comedendi  carnes  pro  religiosis, 

73.  de  licentia  simili  pro  secularibus  temporibus  prohibitis, 

74.  de  licentia  audiendi  leges  usque  ad  certum  tempus, 

75.  de  reconciliatione  cymiteriorum, 

76.  de  absolutione  prelati  a  iuramento  prestito  de  liminibus  visi- 
tandis, 

77.  de  officio  tabellionatus,   si  concedatur  vel  committatur  conce- 
dendum, 

78.  de  licentia   percipiendi  fructus   pro   studente  in   theologia  in 
Romana  curia, 

79.  de  concessione  officii  scriptorie  vel  penitentiarie : 

80.  pro  qualibet  videlicet  nota  predictarum  precedentiura  sex  Turo- 
nensium  similium  sint  receptione  contenti. 

81.  De  indulgencia  vero   pro   porrigentibus  vel  visitantibus  simul 
ultra  duodecim  similes  non  recipiant  Turonenses. 

82.  De  visitantibus  per  se, 

83.  de  porrigentibus  etiam  per  se, 

84.  de  fructibus  percipiendis  in  absentia, 

85.  de  prorogatione  consecrationis  seu  ordiuum  simplici, 

86.  quod   raunus   consecrationis   seu  benedictionis   impendatur  in 
partibus, 

87.  de  una  vel  pluribus  personis  ponendis  seu  recipiendis  in  eccle- 
siis  sive  monasteriis, 

88.  super  defectu  natalium  ad  ordines  et  beneficia, 

89.  de  facultate  per  alium  visitandi  et  recipiendi  procurationes  in 
pecunia  numerata, 


69.  Vgl.  u.  145  (Script.  T.    8  gr.).  70.  Vgl.  u.  146  (Script.  T.  10  gr.). 

71.  Vgl.  u.  147  (Script.  T.  12  gr.).  72.  Vgl.  u.  148  (Script.  T.  10  gr.). 

73.  Vgl.  u.  149  (Script.  T.  10  gr.).  74.  Vgl.  u.  150  (Script.  T.  10  gr.). 

75.  Vgl.  u.  151  (Script.  T.  10  gr.).  76.  Vgl.  u.  152  (Script  T.  10  gr.). 

77.  Vgl.  u.  173  (Script.  T.  16  gr.).  78.  Vgl.  u.  153  (Script.  T.  12  gr.). 

79.  Vgl.  u.  154  (Script.  T.  16  gr.).  81.  Vgl.  u.  155  (Script.  T.  16  gr.). 

82—83.  Vgl.  u.  156  (Script.  T.  10—12).  84.  Vgl.  u.  157—158  (Script. 

T.  10—12).  85.  Vgl.  u.  159—160  (Script.  T.  12—14).  86t  Vgl.  u.  165 

(Script.  T.  10-12).  87.  Vgl.  u.  167  (Script.  T.  14).  88.  Vgl.  u.  172 

(Script.  T.  12).  89.  Vgl.  u.  176-177  (Script.  T.  14—16). 

7* 

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100  III.  Constitutionea. 

90.  de  dispensatione  super  matrimonio  contracto  scienter  vel 
ignoranter  vel  etiam  contrahendo, 

91.  de  reservatione  ecclesie  cathedralis  vel  beneficii, 

92.  de  dicendo  divinum  officium  iuxta  morem  Romanum  vel  alias, 

93.  de  confirmatione  beneficii  ex  certa  scientia  vel  quod  quis  non 
possit  amoveri  a  prioratu, 

94.  quod  sorores  vel  fratres  alicuius  monasterii  gaudeant  privile- 
giis  alterius  monasterii, 

95.  quod  abbas  vel  abbatissa  non  teneantur  solvere  decimas  vel 
collectas  seu  alias  exactiones, 

96.  de  securo  conductu, 

97.  de  conservatoria,  que  incipit  „Frequentes", 

98.  de  conservatoria  in  forma  concilii  Viennensis: 

99.  pro  qualibet  videlicet  notarum  predictarum  similiter  ultra  duo- 
decira  Turonenses  non  recipiant 

100-  De  licentia  quoque  testandi  ultra  decem  non  recipiant  similes 
Turonenses. 

101.  De  recipiendo  resignationem  vel  ex  causa  permutationis  vel 
simpliciter  tantum  decem  Turonenses  similiter  recipere  possint 

102.  De  unione  autem  ecclesiarum  usque  ad  viginti  Turonenses 
recipere  valeant  et  non  ultra. 

103.  Quod  episcopus  vel  abbas  inducatur  in  possessionem  episco- 
patus  vel  monasterii  cum  clausula  „Invocato"  vel  sine,  ultra  viginti 
Turonenses  recipere  non  presumant 

104.  De  dando .  coadiutorem  episcopo  vel  alii  prelato  ultra  viginti 
Turonenses  non  recipiant 

105.  De  recipiendo  resignationem  et  conferendo  beneficia  resignata 
insimul  viginti  Turonenses  habere  valeant  et  non  ultra. 

106.  De  paciente  defectum  natalium,  quod  eligi  possit  in  episco- 
pum  abbatem  vel  abbatissam,  similiter  viginti  Turonenses  recipere 
possint. 

107.  De  subsidio  moderato  cum  executoria  vel  sine  viginti  Turo- 
nenses dumtaxat. 


90.  Vgl.  u.  178—179  (Script.  T.  12—20).  91.  Vgl  u.  180  (Script  T. 

10-12).  92.  Vgl.  u.  181   (Script  T.  10).  93.  Vgl.  u.    182   (Script. 

T.  12).  94.  Vgl.  u.  183  (Script.  T.  10).  95.  Vgl.  u.  201  (Script  T.  12). 

96.  Vgl  u.  184  (Script   T.  10).  97.  Vgl.   u.    185   (Script.   T.   36  —  50). 

98.   Vgl.   u.    186   (Script.   T.   30).  100.   Vgl.   u.    175   (Script   T.    10). 

101.  Vgl.  u.  191  (Script.  T.  12).  102.  Vgl.  u.  187—188  (Script  T.  20—22). 

103.  Vgl.  u.  189  (Script.  T.  20).  104.  Vgl.  u.  190  (Script.  T.  20).  105.  Vgl. 

u.  192   (Script  T.  24).  106.  Vgl.  u.  193   (Script  T.  16).  107.  Vgl. 

u.  202  (Script.  T.  16—18). 


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III.  Constitutiones.  \Q\ 

108.  De  mutuo  contrahendo  sedecim  Turonenses  et  non  ultra. 

109.  De  executoria  super  mutuo   contrahendo  viginti  Turonenses. 

110.  De  forma  communi  pauperum  duos  Turonenses  dumtaxat. 

111.  Et  de  mutatione  collationum  dictorum  pauperum  vel  iudicum 
cum  narratione  quatuor  Turonenses  et  non  ultra. 

112.  Prescriptis  autem  taxationibus  abbreviatores  contententur 
prefati,  sive  pro  una  sive  pro  pluribus  personis  facte  fuerint  gratie; 
et  hec  eadem  taxatio  de  aliis  formis,  in  quibus  maior  labor  non  fuerit, 
observetur. 

113.  Si  vero  maior  labor  fuerit  vel  in  prenominatis  seu  aliis  formis 
superius  non  expressis  alique  clausule  vel  narrationes  intricate  fuerint 
et  impetrantes  non  possint  cum  abbreviatoribus  concordare,  taxentur 
note  per  certum  abbreviatorem  per  vicecancellarium  ad  certum  tempus 
deputandum. 

1 14.  Si  vero  in  predictis  formis  abbreviatoris  culpa  littere  fuerint 
rescribende,  utputa  quia  amiserit  clausulas  consuetas  vel  datas  regulas 
ei  non  servaverit,  expensis  dicti  abbreviatoris  littere  huiusmodi  rescri- 
bantur. 

115.  Item  quod  abbreviatores  ipsi  tarn  litterarum  iustitie  quam 
aliarum  ab  impetrantibus  pro  scriptura  vel  alias  nichil  amplius  quam 
taxaciones  recipiant  subscriptas.  Quod  si  contrarium  fecerint,  duplum 
restituere  teneantur  et  ultra  hoc  eiusdem  vicecancellarii  arbitrio  puni- 
antur. 

116.  Post  formationem  itaque  notarum  gratiam  vel  iustitiam  con- 
tinentium  eisque,  ut  debet  ac  decet  fieri,  preparatis  consequens  est,  ut 
in  scripturam  litterarum  grossarum  note  huiusmodi  redigantur  et  de 
scriptoribus  ideo  nostris  dictarum  congrue  subnectitur  litterarum. 

Unde  statuimus  et  etiam  ordinamus,  quod  scriptores  litterarum 
apostolicarum  per  civitatem  seu  locum,  ubi  curia  Komana  residet  vel 
residebit  inantea,  cum  honesto  incedant  habitu,  capa  videlicet  rotunda 
vel  longo  tabardo,  aliasque  in  domo  et  extra  honeste  se  gerant;  et 
qui  hoc  non  servaverit,  vicecancellarii  arbitrio  puniatur. 

117.  Quod  nullus  abbreviatorum  et  scriptorum  predictorum  teneat 
publice  concubinam  et  si  qui  sint  illas  habentes,  eas  infra  octo  dies 
post  publicationem  huiusmodi  statuti  et  ordinationis  omnino  dimittant, 
illas  extunc  vel  alias  minime  admissuri ;  quod  si  non  fecerint  et  dein- 
ceps  illi  vel  alii  reperti  fuerint  aliquam  seu  aliquas  tenere  publice  ut 
prefertur,  officio  priventur  perpetuo  eorundem.  Et  super  hoc  unus 
alium  deferre  dicto  vicecancellario  teneatur. 


108.  Vgl.  u.  203   (Script.  T.  20).  109.  Vgl.  u.  204  (Script.  T.  30). 

110.  Vgl.  u.  205  (Script.  T.  8),  206  vgl.  u.  206  (Script.  T.  10). 


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102  HL  Constitutione 8. 

118.  Quod  nullus  eoruudem  scriptorum  pro  scribendis  litteris 
apostolicis  nee  ante  nee  post  scriptionem  ipsarum  ultra  taxationem 
dietarum  litterarum  aliquid  reeipiat,  etiam  si  gratis  offeratur  eidem. 
Contrarium  vero  facientes  duplum  restituant  et  per  vicecancellarium 
suspendantur  per  unum  mensem  ab  officio  scriptorie. 

119.  Quod  iidem  scriptores  litteras  rescribendas  gratis  statim 
rescribant a),  etiam  antequam  alias  litteras  scribere  ineipiant,  nisi  forent 
in  scribendis  litteris  de  curia  oecupati  et  hoc  absque  remuneratione 
aliqua,  etiam  si  eis  gratis  oblatum  existeret.  Si  vero  contrarium  fece- 
rint,  modo  simili  puniantur. 

120.  Quod  nullus  eorundem  scriptorum  pro  aliqua  littera  distri- 
buta  gratis  pro  deo  aliquid  reeipiat  etiam  gratis  oblatum;  contrarium 
vero  faciens  pena  simili  puniatur. 

121.  Quod  nullus  scriptorum  ipsorum  sine  distributione  rescriben- 
darii  vel  distributoris  seu  alterius  super  hoc  potestatem  habentis  scribat 
litteras  gratiam  vel  iustitiam  continentes,  nisi  gratis  fuerit  rescribenda; 
et  qui  contrarium  fecerit,  per  unum  mensem  ab  eius  officio  suspendatur. 

122.  Quod  iidem  scriptores,  ex  quo  litteras  scribendas  reeeperint, 
illas  iufra  sex  dies  scribere  ac  impetranti  eas  satisfactione  premissa 
re8tituere  teneantur,  nisi  legitimum  impedimentum  habeant,  quod  statim, 
si  oecurat  vel  cum  infra  huiusmodi  tempus  oecurrerit,  rescribeudario 
seu  distributori  significare  ac  notam  seu  litteras  ipsas  ad  eum  remit- 
tere  teneantur;  et  qui  hoc  non  servaverit,  arbitrio  vicecancellarii 
puniatur. 

123.  Quod  nullus  dictorum  scriptorum  litteras  sibi  distributas  per 
alium  scriptorem  scribi  faciat  sine  vicecancellarii  licentia  speciali ;  faciens 
vero  contrarium  tarn  videlicet  tradens  quam  scribens  per  unum  mensem 
ab  officio  suspendatur. 

124.  Quod  nullus  scriptorum  ipsorum  litteras  per  eum  grossatas 
restituat,  nisi  prius  nomen  suum  ut  moris  est  posuerit  in  eisdem,  easque, 
si  taxande  fuerint,  taxari  faciat;  illi  vero,  qui  contrarium  fecerit,  com- 
putetur  taxatio  duplicata. 

125.  Quod  nullus  eorundem  scriptorum  litteras  per  eum  scriptas 
restituat,  nisi  prius  cum  nota  ipsas  auscultaverit  diligenter  et  eas 
seeundum  notam  correxerit  antedietam;  et  qui  hoc  non  servaverit,  ad 
ipsius  vicecancellarii  arbitrium  puniatur. 

126.  Quod  iidem  scriptores  diligentes  et  attenti  existant,  ut  scri- 
bendo  litteras  ipsas  bone  littere  formam  efficiant,  ne  propter  cupidi- 
tatem    lucri   citius   reeipiendi   vel    se    in   aliis    negotiis   et    actionibus 

»)  fehlt  E  0,  ergänzt  au»  Cod.  Bat*.  A.  IV.  20. 

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III.  Constitutione  8.  1Q3 

occupandi  nirais  festinanter  vel  minus  Ordinate  scribant.  Alioquin 
littere  ipse  taliter  Scripte  gratis  rescribende  mandentur;  et  si  hoc 
nimis  continuent,  precaveant,  quod  eos  pena  gravior  non  sequatur. 

127.  Quod  in  litteris,  que  transire  habeant  per  audientiam  publi- 
cam,  scriptor  apponat  datam  diei,  qua  ipsas  recipiat  ad  scribendum, 
nisi  vacationes  communes  existerent,  et  tunc  datam  pouere  teneatur 
diei  prime  audientie  resumende.  In  gratiosis  vero  litteris  illam  datam 
studeat  apponere,  quam  appositam  sive  scriptam  viderit  in  notis  earun- 
dem.  Quod  si  litteras  ipsas  sine  data  illa  restituerit,  arbitrio  vicecan- 
cellarii  puniatur. 

128.  Premissis  insuper  notarum  taxationibus  predictarum  alie 
grossarum  litterarum  taxationes  per  statuta  et  ordinationes  prefata 
subsequentis  distinctionis  serie  describuntur : 

129.  Quod  videlicet  littera  gratiosa  cum  clausulis  consuetis  super 
canonicatu  et  prebenda  tantum  vel  super  beneficio  ecclesiastico  cum 
cura  vel  sine  cura  simpliciter  vel  cum  additione,  eciam  si  dignitas  vel 
personatus  seu  officium  existat,  vel  super  dignitate  personatu  vel  officio 
in  cathedrali  vel  collegiata  tantum  vacantibus  vel  vacaturis  vel  etiam 
de  canonicatu  et  prebenda  ac  dignitate  personatu  vel  officio  et  de 
prestimoniis  et  etiam  de  mensata  decem  Turonenses  grossos  argenti 
et  non  ultra  taxetur. 

130.  Executoria  vero  eiusdem  duodecim  Turonenses  et  non  ultra 
taxetur. 

131.  Et  hoc  idem  in  litteris  prioratuum  conventualium  ac  digni- 
tatum  personatuum  seu  officiorum  et  beneficiorum,  ad  que  persone 
a8sumuntur  per  electionem,  inconsuetas  clausulas  vel  narrationes  in 
se  minime  continentibus  precipimus  observari. 

132.  Si  vero  in  eisdem  litteris  gratiosis  et  executoriis  earundem 
alique  clausule  non  communes  vel  insolite  apponantur,  puta  narratio 
vacationis  beneficii  et  reservationis  beneficii  specialis  vel  generalis  ante 
vel  post  vacationem  facte  de  illo  vel  narratio  resignationis  simpliciter 
vel  ex  causa  permutacionis  de  mandato  nostro  admisse  vel  clausula 
acceptationis  vel  dispensationis  super  defectu  etatis  vel  natalium  vel 
super  pluralitate  beneficiorum  et  alie  huiusraodi  clausule  insolite:  non 
habita  consideratione  ad  valorem  beneficii,  de  quo  fiet  gratia,  sed  ad 
laborem  scripture  dumtaxat,  pro  duabus  liueis  clausularum  insolitarum 
huiusmodi  dimidius  Turonensis  argenti  et  non  plus  supponatur  et 
computetur  ultra  taxationem  predictam ;  de  omnibus  aliis  lineis  restan- 
tibus,  si  que  fuerint,  hoc  idem  servari  mandantes. 


129—132  =  Taxbuch  7—11;  vgl.  o.  59  (Abbreviatorentaxe  12). 

132.  Cod.  Bas.  schaltet  nach  dieser  Nummer  den  Ansatz  Taxbuch  13  ein. 


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104  IM-  Constitutiones. 

133.  De  commissione,  qua  mandatur  provideri  monacho  de  prio- 
ratu  vel  beneficio  secularia)  et  cum   translatione   sedecim  Turonenses. 

1 34.  De  commissione,  quod  provideatur  de  prioratu  vel  alio  bene- 
ficio, nisi  tempore  date  ius  alii  sit  quesitum,  sedecim  Turonenses. 

135.  De  commissione,  quod  provideatur  de  prioratu  etc.,  ut  in 
precedenti  proxima. 

136.  De  confessore  eligendo  simpliciter  decem  Turonenses. 

137.  De  indulgentia  plenaria  pro  uno  quatuordecim,  pro  viro  et 
uxore  sedecim  Turonenses. 

138.  De  altari  portatili  etiam  si  pro  duobus  decem b)  Turonenses. 

139.  De  celebratione  ante  lucem  decem  Turonenses. 

140.  De  sacramentis  ecclesiasticis  ministrandis  pro  confessore 
decem  Turonenses. 

141.  De  audiendis  divinis  in  loco  interdicto  decem  Turonenses. 

142.  De  licentia  recedendi  pro  prelato  consecrato  vel  benedicto 
decem  Turonenses. 

143.  De  licentia  nobilis  ingrediendi  monasterium  cum  certis  per- 
sonis  decem  Turonenses. 

144.  De  absolutione  a  peccatis  Omnibus  et  a  sententiis  excom- 
municationum  latis  a  canone  etiam  in  casibus  reservatis  taxetur  viginti 
Turonenses. 

145.  De  licentia  recipiendi  tonsuram  vel  alios  ordines  octo  Turo- 
nenses. 

146.  De  licentia,  quod  quis  non  teneatur  promoveri  usque  ad 
certum  tempus  ratione  beneficii,  quod  obtinet,  decem  Turonenses. 

147.  De  licentia,  quod  quis  non  teneatur  promoveri  ratione  par- 
rochialis  ecclesie  nee  in  ea  residere,  duodeeim  Turonenses. 

148.  De  licentia  comedendi  carnes  pro  religiosis  decem  Turo- 
nenses. 

149.  De  licentia  simili  pro  secularibus  temporibus  prohibitis  decem 
Turonenses. 


*)  regulari  Cod.  Bas.  und  Taxbuch.  b)  Taxe  fehlt  in  den  Hra.;   aus 

dem  Taxbuch  ergänzt. 

133.  =  Taxbuch  14;  fehlt  in  der  Abbrev.-Taxe. 

134.  =  Taxbuch  33;  fehlt  in  der  Abbrev.-Taxe.  Cod.  Bas.  schaltet  hier  die 
Clausel  Taxbuch  34  ein. 

135.  Fehlt  im  Taxbuch  und  in  der  Abbrev.-Taxe. 

136-144.  =  Taxbuch  199—201,  204—207,  209,  231,232,230;  vgl.  o.  60— 
68  (Abbrev.-Taxe  6). 

145—153.  r-  Taxbuch  233—238,  210,  329,  239;  vgl.  o.  69—76,  78  (Abbrev.- 
Taxe  6). 


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III.  ConBtitutiones.  105 

150.  De  licentia  audiendi  leges  usque  ad  certum  tempus  decem 
Tiironeii8es. 

151.  De  reconciliatione  cimiteriorum  decem  Turonenses. 

152.  De  absolutione  prelati  a  iuramento  prestito  de  liminibus 
visitandis  decem  Turonenses. 

153.  De  licentia  percipiendi  fructus  pro  studente  in  theologia  in 
Romana  curia  duodecim  Turonenses. 

154.  De  conceßsione  officii  scriptorie  vel  penitentiarie  sedecim 
Turonenses. 

155.  De  indulgentia  pro  porrigentibus  vel  visitantibus  simul  sede- 
cim Turonenses. 

156.  De  visitantibus  per  se  duodecim  Turonenses  vel  de  porrigen- 
tibus per  se  X  Turonenses. 

157.  De  fructibus  percipiendis  in  absentia  usque  ad  certum  tempus 
gratiosa  decem  Turonenses. 

158-  De  executoria  super  eodem  duodecim  Turonenses. 

159.  Et  si  ponatur,  quod  non  teneatur  interim  ad  ordines  pro- 
moveri,  gratiosa  duodecim  Turonenses. 

160.  Pro  executoria  super  eodem  quatuordecim  Turonenses. 

161.  Et  si  pro  pluribus,  pro  qualibet  persona  addatur  unus  Turo- 
nensis  in  taxatione  cuiuslibet  dictarum  litterarnm. 

162.  De  commissione  receptionis  iuramenti  episcopi  vel  abbatis  in 
partibus  sedecim  Turonenses. 

163.  De  forma  iuramenti  octo  Turonenses. 

164.  De  prorogatione  consecrationis  seu  ordinum  cum  retentione 
beneficiorum  usque  ad  certum  tempus  sedecim  Turonenses. 

165.  Quod  munus  consecrationis  seu  benedictionis  impendatur  in 
partibus,  pro  episcopo  duodecim  Turonenses,  pro  abbate  decem  Turo- 
nenses. 

166.  Et  si  addatur  de  ordinibus  recipiendis,  addantur  pro  qualibet 
quataor  Turonenses. 


154.  Fehlt  im  Taxbuch;  vgl.  o.  79  (Abbrev.-Taxe  6). 

155.  ==  Taxbuch  211;  vgl.  o.  81  (Abbrev.-Taxe  12). 

156—160.  =  Taxbuch  212—217;  vgl.  o.  82—85  (Abbrev.-Taxe  12). 

161.  Aehnlich  Taxbuch  218. 

162.  =  Taxbuch  36. 

163.  Aehnlich  Taxbuch  94. 

164.  =  Taxbuch  344. 

161  —  164.  Fehlt  in  der  Abbrev.-Taxe. 

165.  =  Tax  buch  35;  vgl.  o.  86  (Abbrev.-Taxe  12). 

166.  =  Taxbuch  38;  fehlt  in  der  Abbrev.-Taxe. 


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106  m>  Constitutiones. 

167.  De  una  vel  pluribus  personis  ponendis  seu  recipiendis  in 
ecclesiis  sive  monasteriis  regularibus,  si  pro  una  persona  scribatur, 
ponatnr  seu  taxetur  littera  quataordecim  Turonenses. 

168.  Et  si  pro  duabus,  sedecim;  et  si  pro  pluribus,  deinceps  pro 
qualibet  persoua  duo  Turonenses  addantur. 

169.  De  facultate  ponendi  in  pluribus  ecclesiis  singulas  personas 
in  singulis  ad  noniinationem  regis  principis  vel  alterius  pro  prima 
littera  computetur  sedecim  Turonenses. 

170.  Et  pro  secunda  addantur  duo  Turonenses  et  deinceps  pro 
singulis  aliarum  tantundem  addatur. 

171.  Et  sie  seeundum  magis  et  minus  tales  littere  taxabuntur. 

1 72.  Super  defectu  natalium  etiam  geniti  de  presbitero  ad  ordines 
et  beneficia  simpliciter  duodeeim  Turonenses. 

173.  De  concessione  officii  tabellionatus  vel  quod  aliquis  possit 
creare  tabellionem  unicum  dumtaxat,  sedecim  Turonenses. 

174.  Et  si  pro  duobus,  decem  et  octo  Turonenses;  et  deinceps 
pro  quolibet  duos  Turonenses  ad  plus. 

175.  De  licentia  testandi  decem  Turonenses. 

176.  De  facultate  per  alium  visitandi  et  reeipiendi  procurationes 
in  peeunia  numerata,  gratiosa  taxetur  ad  quatuordeeim  Turonenses. 

177.  Et  littera  executoria  sedecim  Turonenses. 

178.  De  dispensatione  super  matrimonio  ignoranter  contractu  vel 
contrahendo  in  gradu  prohibito  duodeeim  Turonenses. 

179.  De  matrimonio  contracto  seien ter  viginti  Turonenses. 

180.  De  reservatione  ecclesie  cathedralis  duodeeim  Turonenses  vel 
beneficii  simplicis  decem  Turonenses. 

181.  De  dicendo  divinum  officium  iuxta  morem  Romanum  vel 
alias  decem  Turonenses. 

182.  De  confirmatione  beneficii  ex  certa  scientia  cum  brevi  nar- 


167.  —  Taxbuch  254;  vgl.  o.  87  (Abbrev.-Taxe  12). 
168—171.  =  Taxbuch  255—260;  fehlt  in  der  Abbrev.-Taxe. 

172.  =  Taxbuch  295  =  o.  88  (Abbrev.-Taxe). 

173.  =  Taxbuch  144;  vgl.  o.  77  (Abbrev.-Taxe  6). 

174.  =r  Taxbuch  145—146;  fehlt  in  der  Abbrev.-Taxe. 

175.  =r  Taxbuch  241  =  o.  100  (Abbrev.-Taxe). 

176—177.  =  Taxbuch  267—268;  vgl.  o.  89  (Abbrev.-Taxe  12).  Cod.  Bas. 
schaltet  hier  die  Ausätze  Taxbuch  269—270  ein. 

178—179.  =  Taxbuch  299,  301;  vgl.  o.  90  (Abbrev.-Taxe  12).  Cod.  Bas. 
schaltet  danach  den  Ansatz  Taxbuch  300  ein. 

180.  =  Taxbuch  1—2;  vgl.  o.  91  (Abbrev.-Taxe  12). 

181.  —  Taxbuch  102;  vgl.  o.  92  (Abbrev.-Taxe  12). 

182.  =  Taxbuch  69  und  101  =  o.  93  (Abbrev.-Taxe). 


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III.  Constitutione 8.  107 

ratione  vel  quod  quis  non  possit  amoveri  a  prioratu  duodecim  Turo- 
neiises. 

183.  Quod  sorores  vel  fratres  alicuius  monasterii  gaudeant  privi- 
legiis  alterius  monasterii  decem  Turonenses. 

184.  De  securo  conductu  decem  Turonenses. 

185.  De  conservatoria  „Frequentes"  pro  una  persona  vel  eollegio 
triginta  sex,  pro  episcopo  et  sua  diocesi  quadraginta  Turonenses,  pro 
archiepiscopo  et  provincia  quinquaginta  Turonenses. 

186.  De  conservatoria  in  forma  concilii  triginta  Turonenses. 

187.  De  unione  ecclesiarum  facta   monasterio  viginti  Turonenses. 

188.  Et  de  executoria,  si  fiat,  viginti  duos  Turonenses. 

189.  Quod  episcopus  vel  abbas  inducatur  in  possessionem  episco- 
patus  vel  monasterii  cum  clausula  „Invocato"  vel  sine,  viginti  Turo- 
nenses. 

190.  De  dando  coadiutorem  episcopo  vel  alii  prelato  viginti  Turo- 
nenses. 

191.  De  recipiendo  resignationem  vel  ex  causa  permutationis  vel 
simpliciter  duodecim  Turonenses. 

192.  De  recipiendo  huiusmodi  resignationem  et  conferendo  bene- 
ficia  resignata  viginti  quatuor  Turonenses. 

193.  De  patiente  defectum  natalium,  quod  possit  eligi  in  episco- 
pum  vel  abbatem  vel  abbatissam,  sedecim  Turonenses. 

194.  De  dispensatione  patientis  defectum  natalium  in  terris  eccle- 
sie,  quod  possit  ad  successionem  et  ad  honorem  assumi,  viginti  Turo- 
nenses. 

195.  De  habilitatione  illius,  qui  unam  vel  plures  ecclesias  vel 
dignitates  iniuste  tenuit  etiam  cum  remissione  fructuum,  viginti  Turo- 
nenses. 

196.  De  habilitatione  illorum,  qui  de  ordine  mendicantium  trans- 
eunt  ad  ordinem  non  mendicantium  cum  dispensatione,  quod  habeant 


183.  =  Taxbuch  103;  vgl.  o.  94  (Abbrev.-Taxe  12). 

184—186.  =  Taxbuch  360,  271  —  275;  vgl.  o.  96  —  98  (Abbrev.-Taxe  12). 
Cod.  Bas.  bringt  die  Ansätze  über  die  Conservatoriae  vollständig  in  der  Fassung 
des  Taxbuches. 

187—188.  =  Taxbuch  279-280;  vgl.  o.  102  (Abbrev.-Taxe  20). 

189.  =  Taxbuch  18  =  o.  103  (Abbrev.-Taxe). 

190.  =  Taxbuch  361  =  o.  104  (Abbrev.-Taxe). 

191.  =r  Taxbuch  99;  vgl.  o.  101  (Abbrev.-Taxe  10). 

192.  =  Taxbuch  100;  vgl.  o.  105  (Abbrev.-Taxe  20). 

193.  Vgl.  Taxbuch  310  (Fassung  abweichend,  Taxe  30);  vgl.  o.  106  (Abbrev.- 
Taxe  20). 

194—196.  =  Taxbuch  302,  322—323;  fehlt  in  der  Abbrev.-Taxe. 


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108  HL  Constitutiones. 

locura  et  vocem  in  capitulo  et  curam   animarum   gerere  et  ad  omnes 
dignitates  assumi  possint,  viginti  Turonenses. 

197.  De  litteris  provisionum  abbatum  pro  qualibet  littera  sedecim 
Turonenses. 

198.  De  litteris  provisionum  episcoporum  pro  qualibet  littera 
viginti  Turonenses. 

199.  De  litteris  provisionum  patriarcharum  et  archiepiscoporum 
pro  qualibet  littera  XXIIII  Turonenses. 

200.  Si  vero  üat  mentio  de  benedictione  abbatis  vel  consecratione 
episcopi  vel  archiepiscopi  seu  patriarche  et  assignatione  pallii,  duo 
Turonenses  possint  poni  ultra  taxationes  predictas  in  qualibet  dictarum 
litterarum. 

201.  Quod  abbas  vel  abbatissa  non  teneantur  solvere  decimas  vel 
collectas  seu  alias  exactiones,  duodecim  Turonenses. 

202.  De  subsidio  moderato  cum  executoria  sedecim  et  decem  et 
octo  Turonenses. 

203.  De  mutuo  contrahendo  viginti  Turonenses. 

204.  De  executoria  super  mutuo  contrahendo  triginta  Turonenses. 

205.  De  forma  communi  pauperum  octo  Turonenses. 

206.  Et  de  mutatione  collationum  dictorum  pauperum  vel  iudicum 
cum  narratione  decem  Turonenses. 

207.  In  aliis  vero  formis  superius  non  expressis  volumus  obser- 
vari,  quod,  si  littera  sit  triginta  linearum  numerum  non  excedens,  de 
singulis  duabus  lineis  recipiatur  unus  similis  Turonensis;  si  vero  in 
predictis  superius  expressis  seu  aliis  quibuscunque  numerum  excedat 
eundem,  in  quantum  illum  excederet,  propter  excessum  huiusmodi 
ratione  difficultatis,  que  in  scribendo  existit,  et  ob  periculum  rescrip- 
tionis  unum  etiam  ßimilem  Turonensem  recipi  permittimus  pro  qualibet 
linearum. 

208.  Premissis  igitur  litterarum  gratie  taxationibus  antedictis 
decens  est,  ut  circa  taxationem  scripture  litterarum  de  iustitia  et  alia- 
rum,  que  per  audientiam  transeunt,  cerfca  similiter  et  distincta  perpetuo 
norma  detur,  que  subsequitur  in  hunc  modum : 


197—200.  =  Taxbuch  3—6;  fehlt  in  der  Abbrev.-Taxe. 

201.  =  Taxbuch  104  =  o.  95  (Abbrev.-Taxe). 

202.  =  Taxbuch  362—363;  vgl.  o.  207  (Abbrev.-Taxe  20). 

203—204.  =  Taxbuch  364—365;  vgl.  o.  108—109  (Abbrev.-Taxe  16—20). 
205—207.  =  Taxbuch  19—22;    vgl.  o.  110  —  111    (Abbrev.-Taxe  2  und  4). 
Cod.  Bas.  fugt  zu  205  hinzu:  que  incipit  „Constitutue". 
207.  =-  Taxbuch  21—22;  fehlt  in  der  Abbrev.-Taxe. 
208—221.  =  Taxbuch  383—399. 


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III.  ConstitutioneB.  109 

209.  „Conquestus",  „Post  iter",  „Ea  que  de  bonisu  in  minori 
forma,  „Preces  et  mandata"  et  alie  simplices  pro  qualibet  unum  Turo- 
nensem  grossum. 

210.  „Accedens"  duos  Turonenses. 

211.  „Ea  que  de  bonis"  in  maiori  forma  duos  Turonenses. 

212.  „Cum  olim"  duos  Turonenses. 

213.  „Cum  secundum  apostolum"  prima  duos  Turonenses  cum 
dimidio. 

214.  Secunda  tres  Turonenses. 

215.  Pro  crucesignatis  prima  duos  Turonenses. 

216.  Pro  secunda  duos  Turonenses  cum  dimidio. 

217.  Confirmationes  cum  protectione  duos  Turonenses. 

218.  „Justis  petentium"  duos  Turonenses. 

219.  Pro  absolutione  monachorum  duos  Turonenses. 

220.  „Quoniam  ut  ait  apostolus"  prima  duos  Turonenses. 

221.  Secunda  duos  Turonenses  cum  dimidio. 

222.  Pro  privilegiis  communibus  octo  Turonenses. 

223.  „Contra  predonum"  quatuor  Turonenses. 

224.  „Nonnulli  parrochiani"  duos  Turonenses  cum  dimidio. 

225.  „Nonnulli  iuiquitatis  filii"  tres  Turonenses. 

226.  „Sub  religionis  habitu"  quatuor  Turonenses. 

227.  „Personas  vestras  et  locum"  tres  Turonenses. 

228.  „Et  specialiter  (decimas  terras)"  a)  quatuor  Turonenses. 

229.  Quod  abbas  possit  corrigere,  tres  Turonenses. 

230.  „Sub  regulari  habitu"  tres  Turonenses. 
231    „Cupientes  terrena"  quatuor  Turonenses. 

232.  „Cupiat  cum  humilitate"  tres  Turonenses. 

233.  „Nonnulli  monachi,  ut  correctionem  evitent",  tres  Turonenses. 

234.  In  aliis  vero  litteris  quibuscunque  audientie  tres  linee  pro 
uno  Turonensi  ponantur  in  taxatione  predicta  et  hoc  nisi  excedant 
numerum  triginta  linearum.  Si  vero  excedant  dictum  numerum,  in 
hoc  quod  excedant  ultra  dictas  triginta,  quia   difficiliores  et  periculo- 


a)  fehlt  in  den  Hss.;  aus  dem  Taxbuch  ergänzt. 

222—230.  =r-  Taxbuch  403—411. 

In  der  Abbrev.-Taxe  finden  sich  nur  folgende: 

209.  =  o.  22. 

211.  =  o.  34. 

213-216.  Vgl.  o.  23—24  (Taxe  1). 

217.  =  o.  37. 

219.  Vgl.  o.  29  (Taxe  */,). 

222.  Vgl  o.  38  (Taxe  1). 

227-228.  Vgl.  o.  25  (Taxe  1). 


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l\Q  IIL  Conatitutiones. 

siores  sint  ad  scribenduin,  due  linee  pro  uno  Turonensi  computentur. 
Lüieaui  autem,  que  viginti  quinque  contineat  dictiones,  intelligi  volu- 
mus  in  omnibus  tarn  litterarum  gracie  quam  iusticie  taxationibus  per 
lineas  ut  predicitur  faciendis. 

235.  Accedit  preterea  circa  regestrum  litterarum  uostrarum  et 
registratores  earum  ut  sequitur  rationabiliter  providere,  videlicet  quod 
ipsi  registratores  pro  huiusmodi  litteris  registrandis  ultra  taxationes, 
que  fueriut  iu  eisdem  litteris  designate,  uon  recipiant,  etiam  si  gratis 
offeratur  eisdem.  Qui  vero  secus  egerint,  duplum  eius,  quod  recepe- 
rint,  restituere  teneantur,  servato  tarnen  moderamine  infrascripto  in 
lttteris  et  pro  eis  iuferius  denotatis,  scilicet: 

236.  Quod  pro  registrandis  litteris  provisionum  prelatorum,  quando 
contingit  plures  fieri  litteras  pro  eisdem,  dicti  registratores  pro  littera 
principali  provisionis  ultra  taxationem  in  ea  expressam  non  recipiant; 
de  aliis  vero  litteris  ad  provisiouem  ipsam  facientibus,  que  non  regi- 
strantur  ex  integro,  prefati  registratores  medietatis  taxationis  expresse 
in  eisdem  aliis  litteris  dumtaxat  sint  receptione  contenti. 

237.  Quod  cum  pro  eodem  ordine  vel  pro  eadem  persona  plures 
eiusdem  tenoris  et  date  littere  conceduntur,  licet  iudices  vel  executores 
seu  conservatores,  quibus  in  ipsis  litteris  scribitur,  sint  diversi,  pro 
una  recipiatur  ab  eisdem  registratoribus  dumtaxat  taxatio  in  eadem 
expressa;  sed  pro  qualibet  aliarum  litterarum  huiusmodi  registratores 
ipsi  ultra  sex  grossos  non  recipiant  Turonenses. 

238.  Quod  pro  registrandis  litteris,  que  intuitu  dei  ob  pauper- 
tatem  impetrantium  vel  ex  aliis  causis  gratis  distribute  gratisque 
Scripte  fuerint,  nichil  registratores  recipiant  prelibati,  etiam  si  gratis 
oblatum  existeret 

239.  Quod  iidem  registratores  pro  litterarum  copiis,  que  sumuntur 
ab  eis  de  regestro,  ultra  tertiam  partem  taxationis  litterarum  ipsarum 
nequaquam  recipiant;  si  autem  earum  taxatio  numerum  triginta  Turo- 
nensium  grossorum  excederet,  non  recipiant  ultra  quartana,  partem 
taxationis  huiusmodi  prefatum  numerum  excedentis,  etiam  si  in  hiis 
vel  aliis  premissis  casibus  facientibus  de  dictis  registratoribus  mentionem 
gratis  offerretur  eisdem;  qui  vero  contrarium  egerint,  duplum  eius, 
quod  receperint,  restituere  teneantur. 

240.  Ceterum  volumus,  quod,  quamdiu  Bomana  curia  fuerit  citra 
montes,  id,  quod  iu  dictis  taxationibus  de  Turonensi  grosso  exprimi- 
tur,  observetur.  Sed  ubi  ultra  montes,  Rome  videlicet  vel  in  Italie 
parübus,  curiam  ipsam  esse  continget,  in  eisdem  taxationibus  Bomaninus 
pro  Turonensi  ponatur.     Nulli  ergo  etc. 


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HL  Constitutiones.  \\\ 

XIII. 

Johann  XXII.  ordnet  den  Geschäftsgang  in  der  Audientia  litterarum  contra- 
dictarum. 

1331  November  16  Avignon. 

Cod.  Paris.  4169  fol.  100  (E),  daraus  Cod.  Ottobon.  lat.  911  (0). 

Erler,  1.  c.  191  ff.  aus  E. 

Ueberschrift :  Anno  mense  dieque  predictis  idem  summus  pontifex  ordina- 
tiones  circa  reformationem  officiorum  audientie  litterarum  contradictarum  per 
ipsum  editas  per  nos  Petrnm  dei  gratia  episcopum  Penestrinum  sancte  Romane 
ecclesie  vicecancellarium  anno  sui  pontificatus  predicto  publicari  mandavit.  Quo- 
rum quidem  ordinationum  tenor  talis  est: 

Johannes  episcopus  servus  servorum  dei  ad  perpetuam  rei 
memoriam. 

Qui  exacti  temporis  gesta  recenset  ac  eorum  rationes  advertit,  pro- 
fecto  reperit  in  publica  litterarum  etiam  contradictarum  apostolice  sedis 
audientia  et  in  rescriptis  aliisque  litteris  apostolicis  et  ceteris  scripturL*, 
pro  quibus  audientia  ipsa  ignara  silentii  extitit  instituta,  et  personis 
regentibus  ac  replentibus  illam  ordinationes  auttenticas  habitas  et  con- 
suetudines  rationabiles.  Digne  igitur  in  premissis  ordioationis  status 
exigitur  et  modificationis  limitatio  vendicat  sibi  locum,  ut  noxius  ap- 
petitu*  absistat  et  mentis  equanimitas  salubriter  ac  iuste  informata 
perduret,  quia  per  eandem  audientiam  velut  patentem  iauuam  ad  ex- 
hibitionem  iustitie  plerumque a)  gratie b)  ac  liberaliter  Omni- 
bus eam  implorantibus  ministrare,  cunctis  pro  ea  confluentibus 
ad  sanctam  Bomanam  ecclesiam  tamquam  matrem  ex  diversis  mundi 
partibus  habetur  introitus  iustum  et  prestitum  exitum  sortiturus.  Per 
ipsam  quoque  audientiam  summi  pontificis  generalis  et  supereminens 
universis  communis  ostentatur  auctoritas  et  iurisdictio  sepius  designa- 
tur.  Nos  ergo,  qui  licet  immeriti  beato  Petro  succedimus  et  vice  Christi 
fungimur  super  terram,  exposcente  qualitate  presentis  temporis  et  utili- 
tate  publica  pietati  etiam  consona  suadente  predictis  Omnibus  in 
examem  diligentis  considerationis  adductis  et  examinatis  attentius,  utile 
et  rationabile  fore  conspeximus  circa  sollicitudinem  et  attentionem 
lectorum  audientie  prelibate  fidelitatemque  honestam  ac  modestiam 
procuratorum  in  audientia  prelibata  et  moderationem  salarii  eis  debiti 
pro  dictarum  impetrationibus  litterarum  et  alia,  que  iam  dicta  contin- 
gunt,  statuta  et  ordinationes  subiuncta  edere  perpetuo  valituraque 
precipimus  inviolabiliter  observari. 

1.  Presentium  nempe  auctoritate  statuimus  ac  etiam  ordinamus, 
quod  dicti  lectores,  qui  duo  fore  solent,  ambo  veniant  cottidie  ad 
legendum,    ne   propter   alicuius   eorum   absentiam    impediri    contingat 

»)  plenumque  0.  b)  in  EO  leerer  Raum  für  10—12  Buchstaben. 

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112  HL  Constitutione s. 

leciuram  huiusniodi  litterarum  et  aliarum  etiam  scripturarum  et  quod, 
donec  littere  et  scripture  huiusmodi  lecte  fuerint,  de  audientia  pre- 
dicta  nisi  ex  causa  legitima  non  discedant. 

2.  Quod  supradicti  lectores  eiusdem  audientie  illis  diebus,  quibus 
eis  imminet  solitum  et  debitum  eorum  lecture  officium  exercere,  in 
audientia  ipsa  hora  tempestiva  conveniant  et,  quamcitius  poterunt  sine 
luce  materiali,  huiusmodi  legendi  officium  inchoent,  bene  et  honeste 
legant  absque  interpolationibus  inhonestis. 

3.  Quod  de  lecturis  extraordinariarum  scripturarum  nichil  perci- 
piant,  nisi  forent  magni  processus  seu  scripture  prolixe,  qui  magnum 
laborem  exigerent  in  legendis ;  et  tunc  ad  plus  ultra  duos  grossos  non 
recipiant  Turonenses.  Caveant  tarnen,  quod  propterea  non  impediatur 
lectura  ordinaria  eorundem. 

4.  Quod  procuratores  in  eadem  audientia  sine  strepitu  maneant 
lecturam  predictam  bene  pacifice  attente  atque  modeste  audiant  sine 
rumoribus  cachinationibus  sibilationibus  restrictionibus  impulsionibus 
et  clamoribus  superfluis  quibuscunque,  ne  lectura  seu  lectores  prefati 
in  executione  ipsius  lecture  seu  alii  audientes  ibidem  in  audieudo  valeant 
quomodolibet  impediri. 

5.  Qui  vero  secus  egerint,  per  notarium  audientie  per  vicecancel- 
larium  ibidem  depututum  ad  requisitionem  lectorum  signentur  et  pro 
qualibet  vice,  qua  signati  fuerint,  unum  Turonensem  argenti  solvere 
teneautur,  et  ille,  qui  ter  repertus  fuerit  in  penam  illam  incidisse, 
preter  solutionem  dictarum  trium  Turonensium,  quam  non  effugiat, 
per  unum  annum  de  audientia  eo  ipso  sentiat  se  expulsum  et  locus 
suus  alteri  interim  assignetur. 

G.  Quod  dicti  procuratores  pro  solutione  salarii  sibi  debiti  pro 
litteris  apostolicis  impetrandis  possint  de  illis  ex  huiusmodi  litteris, 
que  videlicet  taxabuntur,  ab  uno  Turonensi  argenti  usque  ad  sex  tan- 
tum  recipere,  quantum  earundem  ascendet  taxatio  litterarum. 

7.  Pro  aliis  vero  litteris  a  sex  Turonensibus  usque  ad  duodecim 
Turonenses  taxandis  sex  dumtaxat  recipiat  similes  Turonenses,  sed  pro 
aliis  litteris,  quas  ultra  duodecim  Turonenses  taxari  continget,  tantum 
recipere  possint,  quantum  ascendet  taxationis  earum  medietas  et  non 
ultra. 

8.  Quodsi  contrarium  fecerint,  duplum  eius,  quod  ultra  receperint, 
restituere  compellantur.  Et  ei  huiusmodi  excessum  contiuuent,  de  au- 
dientia ipsa  totaliter  expellantur. a) 


»)  continuet  expellatur  EO. 

Ö—9.  Vgl.  o.  Constitutione«  IV.   10. 


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III.  Constitutiones.  113 

9.  Quod  procuratores  in  eadem  audientia  locum  habentes  nichil 
omnino  recipiant  ratione  impetrationis  seu  procurationis  litterarum 
dominorum  suorum,  a  quibus  sint  sua  taxata  vel  taxanda  salaria 
recepturi.  Et  si  aliquid  inde  forsan  reciperent,  tötum  id,  quod  exinde 
receperint,  de  salario  sibi  debito  detrahatur. 

10.  Quod  nullus  eorundem  procuratorum ,  postquam  mandatum 
receperit  vel  promissionem  simplicem  parti  fecerit  de  littera  bullata 
sibi  vel  ad  dictam  audientiam  reportanda,  litteram  eandem  duplicari 
faciat  seu  principalem  vel  quamvis  alium  ad  id  agendum  inducat  aut 
extra  Eomanam  curiam  mittere  litteram  ipsara  per  se  vel  alium  quo- 
quomodo  presumat,  donec  iuxta  mandatum  vel  promissum  huiusmodi 
litteram  ipsam  reportaverit  ut  tenetur.  Contrarium  vero  faciens  de 
audientia  predicta  perpetuo  expellatur. 

11.  Quod  nullus  dictorum  procuratorum  litteram  „Post  iter  arrep- 
tum"  pro  aliquo  clerico  coniugato  pro  absente  scienter  impetrare  pre- 
sumat Qui  vero  contrarium  fecerit,   de  audientia  perpetuo   expellatur. 

12.  Quod  nullus  etiam  pro  salario  impetrationis  gratiarum  aut 
gratiosarum  litterarum  pro  qualibet  videlicet  gratia  prosequenda  reci- 
piat  ultra  quatuor  Turonenses,  nisi  foret  alicuius  prelati  promotio  de 
qua  fiunta)  interdum  quamplures  littere,  pro  quarum  singulis  quatuor 
Turonensium  sit  receptione  contentus. 

13.  Quod  nullus  litteras  per  dictam  audientiam  impetrare  audeat, 
nisi  locum  sibi  assignatum  per  vicecancellarium  habeat  in  eadem,  qui 
etiam  a  tergo  littere,  quam  impetrat,  suum  nomen  apponat,  vel  nisi 
principalis  persona,  que  pro  se  vel  ecclesia  aut  aliis  beneficiis  suis  aut 
pro  coniunctis  sibi  usque  ad  tertium  consanguinitatis  gradum  (impetrat) 
vel  pro  Ulis,  a  quibus  super  hoc  mandatum  habuerit  speciale.  Quod 
si  quis  contrarium  fecerit,  littere,  quas  tunc  impetrabit,  in  eadem  au- 
dientia lanientur. 

14.  Quod  nullus  sit  ausus  nomen  procuratoris  locum  habentis  in 
dicta  audientia  ponere  a  tergo  in  litteris,  que  per  eundem  impetrantur, 
nisi  eo  expresse  maudante.  Et  si  contrarium  repertum  fuerit,  littere 
ipse  in  audientia  ipsa  lanientur. 

15.  Quod  nullus  dictorum  procuratorum  vel  quivis  alius  removere 
audeat  nomen  procuratoris  de  aliqua  nee  6uum  vel  alterius  nomen  in 
ea  ponere  sine  licentia  auditoris  contradietarum  vel  illius  procuratoris, 


»)  fuerit  E. 

11.  Ueber  „Post  iter  arreptuin"  vgl.  o.  IX.  28. 

13.  Der  Satz  ist  in  der  in  E  überlieferten  Form  unvollständig  und  daher 
auch  schwer  verständlich;  als  Prädicat  zu  principalis  persona  que  scheint  mir 
das  Verbuni  impetrat  zu  ergänzen. 

T  a  n  g  1 ,  räpstl.  Kanzleiordnungen.  g 


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114  ttl.  Constitutiones. 

cuius  nomen  supra  scriptum  fuerit  in  eadem.  Contrarium  faciens,  si  sit 
procurator  in  audientia,  per  unum  annum  ab  eadem  audientia  expellatur ; 
si  vero  alius  fuerit,  exconimunicationis  incurrat  sententiam  ipso  facto, 
a  qua  nisi  in  mortis  articulo  per  alium  quam  per  nos  vel  prefatum 
vicecancellarium  non  possit  absolvi. 

16.  Quod  duo  nomina  procuratorum  a  tergo  littere  non  ponantur. 
Et  si  contrarium  repertum  fuerit,  littera  in  audientia  lanietur  et  ex- 
pensis  illius,  qui  secundum  nomen  apposuerit,  rescribatur. 

17.  Quod  nullus  procurator  eiusdem  audientie  litteram  seu  infor- 
mationem  vel  procuratorium,  que  seu  quod  alteri  procuratori  dicte 
audientie  de  partibus  mitteretur,  recipere  seu  aperire  vel  a  casu  recepta 
retinere  presumat,  nisi  super  hoc  ab  eodem  procuratore  mandatum 
habuerit  speciale,  sed  absque  dilatione  qualibet  eidem  procuratori,  cui 
mittuntur,  fideliter  illa  restituat.  Quod  si  contrarium  fecerit,  duplum 
eius,  quod  exinde  receperit,  Uli  qui  ea  sibi  tradidit,  si  existat  in  dicta 
curia,  alioquin  illud  procuratori,  cui  littera  seu  informatio  aut  pro- 
curatorium huiusmodi  mittitur,  restituere  teneatur  et  eadem  audientia 
per  annia)  spatium  sit  privatus. 

18.  Quod  nullus  eorundem  procuratorum  teneat  publice  concu-' 
binam.  Quod  si  fecerit,  ad  impetrandum  et  contradicendum  vel  peten- 
dum  salaria  sua  de  cetero  minime  admittatur.  Et  si  qui  sint  nunc 
illas  habentes,  nisi  infra  VIII  dies  a  publicatione  presentis  ordinationis 
eas  dimiserint  illas  vel  alias  miniine  resumpturi,  et  deinceps  Uli  vel  alii 
reperti  fuerint  aliquain  vel  aliquas  tenere  publice  ut  prefertur,  preter 
penam  predictam  locis  suis  in  audientia  perpetuo  sint  privati. 

19.  Quod  nullus  malitiose  aliquam  litteram  gratiam  vel  iustitiam 
continentem  de  cancellaria  seu  audientia  litterarum  aut  domibus  dicti 
auditoris  contradictarum  correctoris  rescribendarii  distributoris  vel 
bullatoruin  seu  registratorum  aut  abbreviatorum  seu  scriptorum  directe 
vel  indirecte  patenter  vel  latenter  recipiat.  Et  hoc  idem  de  monitio- 
nibus  denuntiationibus  citationibus  et  quibusvis  aliis  scripturis,  que 
leguntur  et  legi  consueverunt  in  audientia  supradicta,  de  audientia  vel 
cancellaria  prefatis  malitiose  ut  prefertur  non  recipiendis  simili  quöque 
modo  de  petitionibus  signatis  et  signandis  a  nobis  vel  de  mandato 
nostro  aut  per  vicecancellarium  de  ipsa  cancellaria  vel  domibus  abbre- 
viatorum sive  scriptorum  eorundem  cum  notis  vel  absque  notis  ex  eis 
formatis  seu  formandis  minime  recipiendis  ut  pretangitur  observari 
statuimus  et  etiam  ordiuamus.  Contrarium  vero  faciens  eo  ipso  excom- 
municationis  sententie   se    novcrit   hubiacere,    a  qua  nisi   per   nos   vel 

a)  annum  E. 

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III.  Constitutiones.  JJ5 

predictum  vicecancellarium  non  possit  nisi  in  periculo  mortis  consti- 
tutus  absolvi;  et  etiam  si  procurator  existat*  locum  in  audientia  ipsa 
obtinens,  eadem  audientia  perpetuo  sit  privatus  et  assignetur  huius- 
modi  locus  suus  alteri. 

20.  Ceterum  statuimus  et  ordinamus,  quod  nullus,  cuiuscunque 
condicionis  aut  status  existat,  nisi  vicecancellarius  vel  qui  super  hoc  a 
nobis  vel  ab  ipso  vicecancellario  fuerint  deputati,  in  litteris  nostris 
bullatis  Tel  in  petitionibus  seu  notis  litterarum  apostolicarum,  post- 
quam  petitiones  seu  note  huiusmodi  per  nos  seu  dictum  vicecancella- 
riura  vel  alias  de  mandato  nostro  vel  suo  signate  nee  etiam  in  dictis 
litteris  etiam  non  bullatis,  postquam  grossate  et  nostro,  prout  con- 
tingit  interdum,  vel  dicti  vicecancellarii  signo  signate  fuerint,  aut  in 
notis  litterarum  apostolicarum,  que  per  cameras  notariorum  nostrorum 
transeunt,  seu  in  ipsis  litteris  etiam  non  bullatis,  postquam  note  vel 
littere  ipse  per  notarios  eosdem  vel  abbreviatores  ipsorum  signate 
fuerint,  quiequam  corrigat  addat  vel  detrahat  seu  alias  quoquomodo 
scribendo  vel  deponendo  manum  in  eis  apponat,  nisi  auditor  contra- 
dietarum  fuerit  in  litteris  videlicet,  que  in  audientia  predieta  de  more 
leguntur,  vel  corrector  litterarum  nostraruin,  prout  ad  eorum  officia 
dinoscitur  pertinere.  Qui  vero  contrarium  fecerit,  exeommunicationis 
ineurrat  sententiam  ipso  facto,  a  qua  non  possit  per  alium  quam  per 
nos  vel  vicecancellarium  antedictum  nisi  in  mortis  articulo  constitutus 
absolutionis.beneficium  obtinere.     Nulli  ergo  etc. 

Datum  Avinione  XVI.  kal.  decembris  pontificatus  nostri  anno 
sextodeeimo. 

XIV. 

Johann  XXII.  setzt  unter  Abänderung  der  Bulle  Clemens'  V.  vom  27.  Octo- 
ber  1310  (o.  No.  X)  die  Zahl  der  Scriptoren  auf  70  fest. 
1331  November  16,  Avignon. 

Reg.  Innocent.  VI.  No.  231  f.  222  epist.  179.  Inserirt  in  die  Bestätigungs- 
bulle vom  12.  April  1355. 

Die  Abschrift  der  Bulle,  von  der  ich  selbst  nur  einen  Auszug  gemacht 
hatte,  wurde  mir  von  Herrn  Dr.  Starzer  gütig  mitgetheilt.  Die  Eintragung  in 
den  Registern  Johanns  XXII.  aufzusuchen,  gebrach  es  mir  an  Zeit. 

Johannes  episcopus  servus  servorum  dei  ad  perpetuam  rei 
memoriam. 

Decet  et  expedit,  ut  ea  interdum,  que,  quatenus  racionabiliter  et 
honeste  eciam  cum  digesta  maturitate  gerantur,  statuunter  et  eciam 
ordinantur,  suadentibus  iustis  et  racionabilibus  postmodum  emergenti- 
bus  seu  contingentibus  novis  causis  presidentis    officio   pensata  eciam 

8* 


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116  III.  Constitutiones. 

varietate  teniporum  et  attenta  qualitate  ipsorum  contingentium  im- 
mutentur  vel  alias  reforinentur.  Sane  iam  dudum  pro  parte  dilectorum 
filiorum  scriptorum  litterarum  apostolicarum  felicis  recordationis  Cle- 
menti  pape  V.  predecessori  nostro  frequenter  exposito,  quod  propter 
importunam  instanciain  pluritnoruni,  quibus  se  dicta  sedes  super  hoc 
exhibuerat  liberalem  adeo  erat  eorum  numerus  augmentatus,  quod 
ipsi,  qui  centum  et  decem  vel  circiter  tunc  temporis  existebant,  secun- 
dum  eorum  decenciam  laudabilem  antiquam  Romane  curie  consuetu- 
dinem  non  poterant  de  officii  sui  obvencionibus  commode  sustentari 
nee  non  ex  parte  ipsorum  ei  supplicato,  quod  providere  super  hoc  de 
benignitate  apostolica  diguaretur:  dictus  predecessor  tarn  hiis  quam 
eciam  aliis  causis  legitimis  tunc  expressis  induetus,  bone  memorie 
Arnoldo  tituli  sanete  Prisce  presbitero  cardinali  tunc  abbati  monasterii 
Fontisfrigidi  Cisterciensis  ordinis  Narbonensis  diocesis  sanete  Romane 
ecclesie  vicecancellario  dedit  inter  alia  suis  litteris  in  mandatis,  ut  si 
eorundem  scriptorum  officium  consideratis  circumstantiis  universis,  que 
in  hoca)  attendeude  forent,  reperiret  taliter  pregravatuin,  officium 
ipsum  ad  certum  scriptorum  numerum  competentem  auetoritate  sua 
reduceret  et  statueret  ac  ordinaret  auetoritate  prefata,  quod  dictum 
officium  extunc  inantea  existeret  numero  iam  dicto  per  eum  statuendo 
contentum  nee  ad  illud  in  posterum  admitteretur  aliquis,  donec  esset 
ad  ipsum  numerum  per  eum b)  statuendum  redactum  et  si  aliquis  defi- 
ceret  de  eodem.  Dictusque  Arnoldus  super  predictis  informacione c) 
plena  reeepta,  quamquam  ipsum,  qui  diu  in  officio  cancellarie  ipsius 
ecclesie  prefuerat,  illa  experiencia  doeuisset,  quia  ea  invenit  ita  esse, d) 
predictum  officium  ad  nonagenarium  scriptorum  numerum  fultus  eadem 
auetoritate  reduxit  atque  taxavit  perpetuo  duraturum  statuens  et  ordi- 
nans,  ut  extunc  officium  ipsum  foret  numero  predicto  contentum 
nee  aliquis  inantea  reeiperetur  ad  illud,  quousque  reduetum  esset  ad 
dictum  nonagenarium  numerum  et  aliquis  deficeret  ab  eodem,  prout 
in  predecessoris  et  Arnoldi  prefatorum  litteris  inde  confectis  serosius 
contmetur.  Processu  vero  temporis  eodem  predecessore  sublato  de 
medio  nobis  postmodum  licet  immeritis  ad  eulmen  summi  pontificii 
per  divinam  dispositionem  assumptis,  novissime  ad  predictum  et  non- 
nulla  officia  alia  Romane  curie  ace)  personas  ipsorum  circumspectionis 
apostolice  intuitum  convertentes,  certaf)  statuta  et  ordinationes  edi- 
dimus  suadentibus  et  urgentibus  quibusdam  racionabilibus  causis  rationi 


a)  hac  R.  b)  ad  per  eum  R.  c)  inform acionem  R.  d)  existere 

ita  esse  R;    wahrscheinlich  die  Tilgung  des  ersteren  vergessen.  c)  fehlt  R. 

f)  circa  R. 


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III.  Constitutiones.  117 

congruis  et  consonis  pietati  eaque  hodie  fecimus  solemniter  publicari, x) 
per  que  inter  alia  eventiones,  quas  dicti  scriptores  recipiebant  pro 
scripturis  litterarum  apostolicarum  et  recepturi  forent  imposterum, 
deliberate  et  provide  duximus  moderandas.  Verum  quia,  sicut  nobis  ex 
parte  ipsorum  scriptorum  facta  nobis  humiliter  et  devota  insinuatio 
patefecit,  iidem  scriptores  iuxta  decenciam  eorum  et  officii  antedicti 
de  obventionibus  huiusmodi,  quas  secundum  moderacionem  ipsam  per- 
ciperent  pro  scripturis  eisdera,  nequirent  inantea  decenter a)  sustentari : 
nos  premissis  diligenter  attentis  volentes  eisdem  scriptoribus  in  hac 
parte  favorabiliter  providere,  predictum  nonagenarium  numerurn  restrin- 
gentes,  illum  ad  septuagenarium  scriptorum  huiusmodi  numerurn  aucto- 
ritate  apostolica  reducimus  et  huiusmodi  septuagenarium  numerurn 
scriptorum  volumus  exuunc  perpetuis  futuris  temporibus  perdurare, 
statuentes  et  ordinantes  auctoritate  prefata,  quod  idem  officium  dein- 
ceps  eodem  septuagenario  numero  sit  contentum  nee  ad  illud  quispiam 
quovis  modo  de  cetero  admittatur,  quousque  ad  predictum  septuagena- 
rium numerurn  sit  deventum  et  aliquis  defuerit  de  septuagenario 
numero  prenotato.     Nulli  ergo  etc. 

Datum  Avinione  XVI.  kal.  decembris  pontificatus  nostri  anno 
sexto  deeimo. 

XV. 

Benedict  XII.  erklärt  diejenigen  ihrer  Pfründen  für  verlustig,  welche  sich 
bei  dem  der  Verleihung  derselben  vorangehenden  Examen  Unredlichkeiten  zu 
Schulden  kommen  lassen. 

1339  December  5,  Avignon. 

Cod.  Barberin.  XXXV.  69  p.  90  No.  88  (B).  Cod.  Vat.  lat.  3984  fol.  76' 
No.  95  (V)  mit  der  Ueberschrift :  Inhabilitatio  illorum,  qui  per  fraudem,  ut  habeant 
beneficia,  loco  sui  faciunt  alium  subire  examen  etc. 

Vgl.  den  Eid  der  Examinatoren,    Juramenta  XIV. 

Benedictes  episcopus  servus  servorum  dei  ad  perpetuam  rei 
memoriam. 

Quoniam  nonnulli,  sicut  aeeepimus,  honestati  nequiciam  et  ani- 
marum  saluti  temporalia  commoda  preferentes  ad  subeundum  examen, 
quod  hii,  qui  adb)  ecclesiastica  beneficia  ex  provisionis  nostre  gratia 
fuerint  promovendi,  in  litteratura  subire  teneantur,  se  minus  ydoneos 
sencientes  ad  illud  supponuntc)  alios  loco  sui,  qui  se  dictorum  minus 
ydoneorum  habere  nomina  et  cognomina  et  esse  de  civitate  seu  diocesi 


»)  docenter  R.  b)  fehlt  V.  c)  apponunt  V. 

l)  Die  Berufung  bezieht  sich  wegen   der  gleich   folgenden  Erwähnung  der 
Taxordnung  speciell  auf  die  Bulle  „Pater  familias". 


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118  III.  Constitutiones. 

eorundem  mendaciter  confingentes  examen  subeunt  pro  eisdem,  sicque 
prefati  minus  ydonei  nullum  subeuntesa)  examen  per  fraudem  huius- 
modi  beneficia  ecclesiastica  consqquuntur :  dos  volentes  huiusmodi  fraudi 
penis  debitis  percellende  salubriter  obviare,  omnes  huiusmodi,  qui  alios 
ßupponunt  examinib)  loco  sui,  nee  non  eos,  qui  aliorum  mentitis 
nominibus  huiusmodi  examen  subeuut  pro  eisdem,  exeommunicacionis 
sentencie  ipso  facto  decernimus  subiaeere  ac  litteras  nostras  per  huius- 
modi fraudem  obtentas  et  imposterum  obtinendas  omnesque  processus 
ipsorum  pretextu  habitos  vel  habendos  fore  cassos  vaeuos  irritos  et 
inanes  et  nullius  penitus  existere  firmitatis.  Predicti  in  super,  qui  sibi 
falsa  nomina  imponentes  pro  aliis  examen  subeunt  ut  prefertur,  Omni- 
bus benefieiis  ecclesiasticis,  si  qua  habent,  sint  eo  ipso  privati ;  si  Yero 
nulla  beneficia  ecclesiastica  obtineant,  eo  ipso  efficiantur  inhabiles  ad 
beneficia  ecclesiastica  obtiuenda.  Nulli  ergo  etc.  nostre  constitutionis 
infringere  etc.     Si  quis  autem  etc. 

Datum  Avinioue,  non.  decembris  pontificatus  nostri  anno  quin to. c) 

XVI. 

Benedict  XII.  regelt  die  Befugnisse  und  Bezüge  der  bei  den  Verhandlungen 
des  Consistoriums  und  der  Audientia  sacri  palatii  beschäftigten  Advocaten  und 
Procuratoren. 

1340  October  27,  Avignon. 

Cod.  Paris,  lat.  4169  fol.  103'  (E);  daraus  Cod.  Ottobon.  lat.  911  (0). 

Erler,  1.  c.  196  aus  E.     Bull.  Rom.  Ed.  Taurin.  4,461  bis,  unvollständig. 

Diese  Constitution  tritt  insofern  ergänzend  zur  Bulle  Johanns  XXII.  „Ratio 
iuris4*,  als  erstere  sich  lediglich  mit  den  Richtern,  diese  ausschliesslich  mit  den 
Anwälten  beschäftigt. 

Benedictus  episcopus  servus  servorum  dei  ad  perpetuam  rei 
memoriam. 

Decens  et  necessarium  extimamus,  ut  patroni  causarum,  qui  in 
Romana  curia  officium  advocationis  exercent,  deineeps  discreto  et  opor- 
tuno  ordine  dirigantur. 

1.  üt  igitur  dicti  patroni  absque  tumultuosis  clamoribus  iurgan- 
tium  et  alias  causas  cum  debita  gravitate  et  ordinatione  proponant: 
preseuti  decreto  statuimus,  ut  nomina  patronum,  qui  deineeps  pro 
procurandis  causis  consistorium  Komani  pontificis  introibunt,  in  matri- 
cula  apud  cancellariam  sanete  Romane  ecclesie  conservanda  specialiter 
annotentur,  cuius  annotationis  ordiuein  iidem  patroni  de  primo  ad 
ultimum  tarn  in  stando  quam  in  proponendo  in  eodem  consistorio 
studeant  observare,  districtius  inhibentes,  ne  deineeps  quieunque  alius 


a)  subientes  B.  b)  examen  V.  c)  Datirung  fehlt  V. 

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III.  Constitutiones.  119 

in  dicta  matricula  non  couscriptus  presuniat  in  dicto  consistorio  tani- 
quam  patronus  cause  alicui  patrocinium  impetrare  vel  in  loco  pro 
ipsis  patronis  in  eodem  consistorio  deputato  se  ponere  vel  locare,  nisi 
de  licentia  Komani  pontificis  super  hoc  ab  eo  petita  specialiter  et 
obtenta. 

2.  Permittimus  tarnen,  quod  principales  persone  ac  procuratores 
et  promotores  causarura  possint  retro  prope  advocatos  suos  consistere, 
ut,  si  advocato  aliquid  ad  memoriam  de  facto  vel  de  iure  voluerint 
reducere,  suimnissa  voce  sine  strepitu  aliquo  dicere  valeaut,  quod  in- 
tendunt,  nisi  forte  urgens  causa  celeris  protestationis  incumbens  aut, 
quod  in  continenti  corrigere  advocati  vellent  errorem,  proponendi  alta 
voce  eis  necessitatem  inducat,  dum  inferri  sibi  preiudiciuni  aliquod  ex 
taciturnitate  verentur.  Principalibus  autem  personis  concedinms,  ut 
prius  petita  a  Romano  pontifice  licentia  et  obtenta  factum  et  ius  suum 
possint  proponere  per  se  ipsas. 

3.  In  causis  vero  in  dicto  consistorio  proponendis  hunc  ordinem 
statuimus  observandum,  ut  primo  cause  pauperum,  quarum  patrocinium 
gratis  pro  deo  patroni  assumpserint,  et  post  eas  electionum  et  postfu- 
lationum,  que  fuerint  in  concordia  celebrate,  et  deinde  electionum  et 
postulationum  discordium  seu  oppositorem  vel  oppositores  habentium 
primo  cathedralium  et  post  eas  regularium  ecclesiarum  et  aliarum  in- 
feriorum  dignitatum  ac  subsequenter  querele  denuntiationes  et  accusa- 
tiones  et  alie  iurgantium  cause  seu  negotia,  si  qua  fuerint,  propo- 
oantur,  ita  videlicet,  ut  primo  advocatus  pauperum  unam  causam 
dumtaxat  pauperis,  quam  viderit  magis  piam,  et  nullam  aliam  quam 
pauperis  causam  proponat,  post  quem  alius,  primus  post  eum  in  matri- 
cola  scriptus,  possit  si  velit  proponere  uuam  causam  pauperis  gratis 
pro  deo  ac  subsequenter  unam  aliam  causam  electionis  in  concordia, 
si  habeat ;  et  si  non  habeat,  per  eundem  modum  et  ordinem  proponat 
alius  immediatus  post  ipsum,  et  sie  reliqui  alii  successive  proponant, 
donec  omnes  et  singuli  auditi  fuerint  servato  ordine  supradicto. 

4.  Et  si  omnes  in  primo  consistorio  audiri  non  possint,  ille  pri- 
mus in  sequenti  consistorio  ad  hoc  deputato  ineipiat  et  proponat,  qui 
post  ultimo  proponentem  in  consistorio  precedenti  proponere  debuisset, 
ac  sie  alii  successive  causas  habentes  aimiles  audiantur;  quibus  expletis 
redeatur  ad  primum  per  eum  et  alios  advocatos  successive  huiusmodi 
ordine  observando. 

5.  Electionum  autem  et  postulationum  in  concordia  causis  seeun- 
dum  premissum  ordinem  propositis  et  auditis,  post  eas  electionum  et 
postulationum  faetarum  in  discordia  cause  per  eundem  ordinem  et  eis 


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120  IH«  Constitutiones. 

expletis  querele  denuntiaticmes  accusationes  et  controversie  aliaque 
negotia  proponantur.  Quilibet  tarnen  dictorum  patronorum  unam 
causam  pauperis  gratis  pro  deo  primo  possit  proponere  si  voluerit  ut 
prefertur. 

6.  Quod  si  forte  aliquis  eorum  causam  secundum  predictum  ordinem 
non  habuerit  quam  proponat,  illum,  qui  eum  immediate  sequitur,  de 
hoc  certificet;  et  si  is  similiter  causam  non  habeat,  quam  proponat, 
certificet  alium  subsequentem  et  sie  de  aliis,  ut  per  certificationem 
huiusmodi  promptius  possint  cause  proponi  et  etiam  negotia  expediri. 

7.  Et  quia  responsiones ,  quas  per  advocatos  interdum  expedit 
fieri  ad  obieeta,  non  principaliter  proponuntur,  sed  accessorie  fiunt: 
volumus,  quod,  si  quis  advocatus  in  quaeunque  causa  responderit  alteri 
proponenti,  talis  responsio  vel  replicatio  non  imputetur  sibi  inter  causas 
per  eum  secundum  premissum  ordinem  proponendas. 

8.  Similiter  etiam,  ubi  eiusdem  facti  duo  fuerint  advocati  et  duo 
principaliter  proponentes,  coadvocatus  eius  propositionem  ipsius  coadiu- 
vabit  forsitan  vel  complebit,  talis  coadunatio  vel  suppletio  sibi,  quo- 
minus  secundum  premissum  ordinem  possit  alias  causas  proponere, 
minime  imputetur. 

9.  Ceterum  attente  caveant  advocati,  ut  electiones  et  postulationes, 
quas  seiverint  in  discordia  faetas  vel  oppositorem  seu  oppositores  habere, 
uon  asserant  fuisse  in  concordia  celebratas  neve  causas  preposcerent, 
sed  prius  antiquas  proponant  secundum  ordinem,  quo  prius  ad  eorum 
patrocinium  devenerunt,  nisi  eis  per  ßomanum  pontificem  aliud  man- 
daretur. 

10.  Sit  autem  cause  patronus  in  proponendo  efficax  atque  brevis 
pertinentia  dumtaxat  ad  negotium,  de  quo  agitur,  recitans  superflua 
et  inpertinentia  non  admiscens  nee  ultra  quam  litium  exposcit  utilitas 
in  licentiara  convitiandi  et  maledicendi  prorumpat  temeritatem. 

11.  Proponentem  autem  causidicum  secundum  ordinem  premissum, 
quamdiu  sibi  per  Romanum  pontificem  audientia  concedetur,  alii  patienter 
audiant  et  expectent  nee  verba  ipsius  ullatenus  interrumpant 

12.  Caveant  tarnen  advocati  predicti,  ne  de  causis  pauperum  pre- 
dictorum,  quas  per  illos,  qui  eas  proponere  voluerint,  gratis  proponi 
volumus,  quiequam  omnino  reeipiant  etiam  ipsorum  pauperum  prompta 
instantia  liberalitatis  oblatum. 

13.  Qui  autem  ab  eis  aliquid  reeeperint,  nequaquam  dominium 
eius  acquirant,  sed  ad  restitutionem  dupli  eius  quod  reeeperint  sie  eos 
teneri  volumus  et  astringi,  ut  etiam  nichil  per  dictos  pauperes  remitti 
posset    eisdem;    ad   quam   quidem  restitutionem  per  vicecancellarium 


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III.  Constitutiones.  121 

sancte  Romane  ecclesie,  qui  erit  pro  tempore,  per  censuram  ecclesiasti- 
cam  compellantur. 

14.  Ne  vero,  quod  absit,  cupiditatis  ardor  incitet  advocatos  pro 
immoderato  lucro  captando  ad  suscipiendum  causarum  multitudinem, 
ad  quarum  patrocinium  non  sufficiant  non  absque  ipsarum  detrimento 
causarum  et  clientulorum  suorum  irreparabili  preiudicio  et  iactura: 
omnibus  advocatis  eiusdem  Romane  curie  presentibus  et  futuris 
districtius  inhibemus,  ne  quisquam  eorum  tot  causas  suscipiat,  quod 
eis  oportunitatem  necessarii  studii  et  solertiam  debitam  in  prosequen- 
dis  seu  dirigendis  eisdem  nequeat  adhibere,  cum  melius  sit  bene  paucis 
intendere  quam  multa  suscipere  periculose. 

15.  Quodsi  forte  contra  inhibitionem  huiusmodi  tot  causas  rece- 
perint,  ut  eisdem  singulis  non  possint  debitum  studium  et  necessariam 
sollertiam  exhibere  et  ob  hoc  dictas  causas  vel  earum  aliquam  perire 
vel  nimis  dispendiose  differri  contingat,  ad  restaurationem  expensarum 
et  dampnorum  et  interesse  partis,  si  talis  sit  causa,  que  extimationem 
recipiat  vel  de  cuius a)  interesse  possit  satisfieri,  integraliter  teneantur. 
Alioquin  ultra  expensas  easdem  pro  eiusdem  vicecancellarii  in  causis 
consistorialibus,  in  causis  vero  aliis,  quas  apud  sedem  apostolicam 
agitari  contigerit,  pro  auditorum  ipsarum  causarum  sive  auditores  ipsi 
sint  sancte  Romane  ecclesie  cardinales  sive  alii,  qui  apud  sedem  pre- 
dictani  huiusmodi  causas  audient,  arbitrio  puniantur. 

16.  Rursus  quilibet  advocatus,  antequam  causam  proponendam  et 
dirigendain  suscipiat,  factum  clientuli,  cuius  erit  negotium  cum  ipso 
principali  si  poterit  vel  cum  procuratore  seu  promotore  cause  ipsius, 
et  que  munimenta  qualesque  probationes  super  dicto  negotio  clientu- 
lus  habeat  vel  habere  poterit,  examinet  diligenter;  et  si  ex  informa- 
tione  huiusmodi  reperiat  iustam  rationabilem  et  probabilem  eius  cau- 
sam, quam  informationem  ad  cautelam  in  scriptis  redactam  sibi  faciat 
exhiberi,  eam  assumere  poterit  suo  patrocinio  adiuvandam. 

17.  Si  vero  iniustam  et  improbam  ex  dicta  informatione  repererit, 
eam  non  assumat,  sed  a  patrocinio  suo  repellat  partique  repulse  con- 
sulat,  quod  dictam  causam  dimittat  nee  in  prosecutione  ipsius  se  et 
alteram  partem  vexet  laboribus  et  expensis. 

18.  Ad  hec  statuimus,  quod  omnes  et  singuli  advocationis  et  pro- 
curationis  in  causis  officia  in  Romana  curia  exercentes  presentes  et 
posteri  tactis  sacrosanetis  evangeliis  prestent  corporaliter  iuramentum, 
quod  partes,  quarum  patrocinium  suseeperint,  fideliter  et  sine  tergi- 
versatione  aliqua  adiuvare  curabunt,  et  id,  quod  verum  et  iustum  ex- 


»)  deeimis  EO. 

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122  NJ-  Conatitutiones. 

timaverint,  suis  clientulis  inferre  studebunt,  causas  quoque  improbas 
seien ter  non  reeipient;  et  si  quas  reeeperint  partis  forte  raeudaeiis 
coloratas,  que  sibi  iuste  in  prineipio  videreutur  et  in  processu  iudicii 
appareant  ipsis  iniuste,  ipsarum  patrociniura  incontinenti  dimittani 

19.  Huiusmodi  quoque  iuramentum  advocati  et  procuratores  cau- 
sarum  in  dieta  Komana  curia  existentes  teneantur  in  manibus  vice- 
cancellarii  predicti  prestare  corporaliter  ut  prefertur  illudque  in  kalen- 
dis  octobris  vel  per  aliquos  dies  ante  annis  singulis  iterare,  nee  ante 
prestationem  ipsius  in  consistorio  Tel  per  auditores  predictos  ad  exer- 
ceuda  sua  officia  admittantur. 

20.  Iu  salariis  autem  eisdem  advocatis  solvendis  tarn  pro  causa- 
rum  propositione  quam  ipsarum  prosecutione  hanc  moderationem 
statuimus  observandam,  ut  iidem  advocati  pro  cuiusvis  electionis  seu 
postulationis  in  cathedrali  vel  regulari  ecclesia  concorditer  vel  discor- 
diter  celebrate  vel  aecusationis  seu  denuntiationis  euiuseunque  prelati 
cathedralis  vel  regularis  ecclesie  vel  alterius  euiuseunque  querele  pro- 
positione in  consistorio  facienda,  si  fruetus  redditus  et  proventus  annui 
mense  prelati,  de  cuius  electione  vel  postulatione  aecusatione  vel  de- 
nuntiatione  agitur  vel  contra  quem  alia  querela  propouitur,  ad  duorum 
milium  florenorum  auri  valorem  iuxta  commuueiu  extimationem  ascen- 
dant,  ultra  duodeeim,  si  autem  ad  duorum  milium  florenorum  annui 
proventus  huiusmodi  non  ascendant,  ultra  decem,  pro  aliis  vero  mino- 
ribus  causis,  si  in  dicto  consistorio  proponantur,  ultra  octo  florenos 
auri  reeipere  non  presumant. 

21.  Pro  patrocinio  quidem  in  prima  instantia  totius  cause  pre- 
stando,  si  causa  fuerit  de  electione  vel  postulatione  cathedralis  vel 
regularis  ecclesie  discorditer  celebrata  vel  electo  seu  postulato  aliquis 
se  opponat  aut  prelatum  cuiusvis  cathedralis  vel  regularis  ecclesie  ac- 
cusari  vel  denuntiari  contingat,  sive  super  eo,  quod  capitulum  cathe- 
dralis ecclesie  a  iurisdictione  prelati  asserat  se  exemptum,  in  Romana 
curia  forsitan  contendatur,  si  eiusdem  prelati  redditus  annui  duorum 
milium  florenorum  auri  valorem  ut  prefertur  attingant,  patronus  cause 
ultra  quinquaginta,  si  autem  minus  valeant,  ultra  quadraginta,  in 
minoribus  vero  causis  ultra  triginta;  in  seeunda  vero  instantia  eo  casu, 
quod  quinquaginta  floreni  in  prima  instantia  dari  causidico  permit- 
tun tur,  ultra  viginti  quinque  et  in  tertia  ultra  duodeeim;  ubi  autem 
in  prima  instantia  quadraginta  florenos  licet  pereipere  advocato,  in 
seeunda  ultra  viginti  et  in  tertia  instantiis  ultra  decem,  in  aliis  vero 
causis  minoribus,  pro  quibus  in  prima  instantia  licet  sibi  reeipere 
triginta,  in  seeunda  ultra  quindeeim  et  in  tertia  instantiis  ultra  septem 
florenos  auri  patronus  reeipere  non  presumat. 


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III.  Constitutione 8.  123 

22.  Procuratores  vero  causarum,  qui  in  Romana  curia  sunta), 
inedietatem  salariorum,  que  secundum  moderationes  predictas  recipiant 
adyocati,  possint  recipere  et  nou  ultra. 

23.  Et  quia  nonnulle  sunt  ecclesie  ac  monasteria,  quorum  redditus 
et  proventus  ad  duorum  florenorum  valorem  annuura  non  ascendunt, 
per  premissa  non  intendimus  clientulis  solvendi  necessitatem  imponere 
vel  advocatis  exigendi  integraliter  sunimas  predictas  tribuere  faculta- 
tera;  sed  dicti  advocati  pro  cousideratione  facultatum  ecclesiarum  et 
monasteriorum  aliorumque  locoruni  et  pro  valore  rerum  et  conditione 
litigantium  non  turpe  compendium  sed  laudis  auginenta  querentes  infra 
predictas  summas  sua  salaria  taliter  moderentur,  quod  divinam  non 
incurrant  oftensam,  nee  expediat  super  hoc  de  alio  oportuno  remedio 
provideri. 

24.  Quodsi  forte,  postquam  conventum  fuerit  pro  cause  prosecu- 
tione  de  certo  salario  patrono  vel  procuratori  solvendo,  contigerit  per 
Romanum  pontificem  absque  alia  Ute  negotium  terminari  vel  partes 
adinvicem  concordare  vel  casu  fortuito  in  personam  advocati  seu  pro- 
curatoris  vel  etiam  clientuli  contingente  a  lite  inchoata  cessari :  equi- 
tatem  preferendo  rigori  volumus,  quod  dictum  salarium  eis  conventum 
nequeant  petere,  immo  si  forte  in  totum  vel  in  partem  eis  fuerit  per- 
solutum,  illud  parti  solventi  restituere  teneantur. 

25.  Si  tarnen  in  talibus  causis  patronus  seu  procurator  forsitan 
laborarint,  in  consistorialibus  per  vicecancellarium  in  aliis  vero  causis 
per  auditores  earum  huiusmodi  laboris  extimatio  fiat  et  iuxta  eam  ad 
mandatum  vicecancellarii  vel  auditorum  predictorum  pro  dicto  labore 
competens  dicto  patrono  seu  procuratori  satisfactio  impendatur. 

26.  Postremo  eisdem  advocatis  et  procuratoribus  causarum  iniun- 
gimus,  ut  premissa  inviolabiliter  studeant  observare. 

27.  Caveant  etiam,  quod  ultra  conventum  salarium  etiam  ratione 
palmarii  vel  alias  nichil  omnino  lite  pendente  recipiant  quantum- 
eunque  gratis  oblatum  nee  cum  clientulis  vel  aliis  pro  ipsis  contractum 
ineautb)  nee  aliquam  faciant  pactionem.  Alioquin  ad  restitutionem 
dupli  eius,  quod  reeeperint  ultra  dietam  conventionem,  teneantur  nulla 
remissione  partis  in  hoc  profutura  et  contractus  et  pactiones  huius- 
modi iuribus  non  subsistant  et  alias  per  eundem  vicecancellarium  in 
causis  consistorialibus,  in  aliis  vero  causis  per  auditores  earum,  prout 
eis  visum  fuerit,  puniantur. 

28.  Si  quis  autem  eorundem  procuratorum  et  advocatorum  ultra 
moderationes  huiusmodi  quiequam  reeeperit  etiam  a  volente,  ad  duplum 
eius  quod  ultra  reeeperit  restituendum  clientulo  in  causis  consistoria- 

•)  fehlt  EO.  t>)  inhiant  EO. 

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124  Hk  Constitutiones. 

libus  per  vicecancellarium  in  aliis  vero  per  auditores  causarum  absque 
Ute  et  appellatione  qualibet  per  censuram  ecclesiasticam  compellautur, 
nulla  eis  in  hiis  remissione  vel  donatione  facta  a  partibus  valitura. 

29.  Premissis  quoque  adiciendum  providimus,  ut,  si  dicti  advocati 
vel  procuratores  minus  fideliter  vel  negligenter  causas  assumptas 
duxisse  seu  direxisse  vel  scienter  malam  causam  vel  improbam 
assumpsisse  inventi  fiierint,  per  prefatos  vicecancellarium  in  causis 
consistorii  et  per  auditores  in  causis,  quas  audient,  ad  emendationem 
dampnorum  et  satisfactionem  expensarum,  que  et  quas  ex  hoc  partes 
incurrerint,  omni  appellatione  cessante  censura  simili  astringantur. 

30.  Et  si  eisdem  vicecancellario  vel  auditoribus  forsitan  videatur 
ex  qualitate  vel  frequentia  dictorum  excessuum  vel  defectuum  dictos 
advocatos  seu  procuratores  fore  gravius  puniendos,  possint  ad  tempus 
vel  imperpetuum  eis  interdicere  officia  prelibata.  Si  vero  advocati  pre- 
dicti  in  consistorio  constitutionem  presentem  in  proponendo  non  ser- 
vaverint,  per  dictum  vicecancellarium  ad  certum  tempus  vel,  si  nimis 
frequentaverint,  imperpetuum,  prout  ei  videbitur,  a  dicto  officio  sus- 
pendantur. 

31.  Denique  quia  periculosura  posset  esse  partibus,  si  patroni 
causarum,  quos  aut  meritum  peritiores  fecerit  aut  vetustas,  in  una 
parte  consistant  sicque  partem  aliam  necesse  sit  a  rudibus  atque  tyro- 
nibus  sustineri :  statuimus,  ut,  si  partes  hoc  petierint,  par  causidicorum 
distributio,  prout  melius  fieri  poterit,  fiat  et  exequatur  partibus  auxi- 
lium  singulorum,  ac  huiusmodi  equa  divisio  in  causis,  que  tractantur 
in  consistorio,  per  vicecancellarium,  in  aliis  vero  per  auditorem  ipsarum 
causarum  fiat;  ac  duobus  advocatis  dumtaxat  pars  quelibet  sit  con- 
tenta  nee  plures  valeat  obtinere.  Nulli  ergo  etc.  nostrorum  statutorum 
inhibitionis  permissionis  concessionis  voluntatum  intentionis  iniuuctiouis 
et  adiectionis  infringere  etc.    Si  quis  autem  etc. 

Datum  Avinione  VI.  kal.  novembris  pontificatus  nostri  anno  sexto. 

XVII. 

Cl erneu 8  VI.  erklärt,  dass  die  Beamten  der  päpstlichen  Kanzlei  Hausgenossen 
des  Papstes  seien  und  alle  Vorrechte  derselben  theilen. 

1347  Juli  8,  Avignon. 
Reg.  Avin.  Clement.  VI.  a.  VI.  p.  7  fol.  150. 

Universis  presentes  litteras  inspecturis  salutem  etc.  Ad  universi- 
tatis  vestre  notitiam  deduci  volumus  per  presentes,  quod  nos  notarios 
et  capellanos  apostolice  sedis  ac  apostolicarum  et  penitentiarie  sedis 
eiusdem  litterarum  scriptores  nee  non  ipsarum  litterarum  abreviatores  a), 

»)  so  R. 

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Itl.  Constitutionen  125 

qui  nobis  et  prefate  sedi  singuli  eorum  videlicet  in  suis  officiis  obse- 
cuntur,  nostros  et  ipsius  sedis  servitores  et  familiäres  reputavimus 
hactenus  et  eciam  reputamus.  Ideoque  cum  dilectus  filius  magister 
Alcherius  de  Lavace  canonicus  Pergamensis  scriptor  et  abreviator  lit- 
terarum  apostolicarum  predictarum  extiterit  et  existat:  nos  ipsum 
privilegiis  honoribus  immunitatibus  et  favoribus  servitoribus  et  familia- 
ribus  nostris  supradicteque  sedis  apostolice  conpetentibus  et  conpetituris 
effectualiter  uti  volumus  et  gaudere. 

Datum  Avinione  VIII.  id.  iulii  anno  sexto. 

Dieselbe  Erklärung  ist  unter  dem  gleichen  Datum  ausgestellt  an  die  Notare : 
Raymundus  de  Valle,  Guillelmus  de  Gardia,  Bernardus  Stephani; 

an  den  Corrector:  Guillelmus  Delhugaco; 

an  den  Registratur :  Petrus  de  Mennaco; 

an  die  Scriptoren  und  Abbreviatoren:  Petrus  de  Fas,  Bernardus  Bruni, 
Petrus  de  Cannis,  Guillelmus  de  Bega,  Petrus  de  Campanhaco,  Raymundus  de 
Lauconia,  Gerald us  de  Chan,  Aymericus  de  Villa,  Lunbertus  de  Sancto  Miniato, 
Arnaldus  Demerii,  Johannes  de  Aretio ; 

an  die  Abbreviatoren :  Johannes  de  Castronovo,    Geraldus  de  Marmarando ; 

an  die  Scriptoren :  Andreas  Raynaldi,  Albizus  de  Luca,  Gasbertus  de  Septem- 
fontibus,  Gasbertus  de  Aula,  Guillelmus  Orceti,  Bartholomeus  de  Spello,  Calce- 
donius  Nicolai  de  Ceperano,  Nicolaus  Mauri  de  Fractis,  Guillelmus  Villarii, 
Martinus  de  Testis,  Arnaldus  de  Bico,  Bernardus  de  Sabadello,  Johannes  Andree, 
Bernardus  de  Marchia,  Quercinus  de  Boneriis,  Arnaldus  Johannis,  Vitalis  de 
Sancto  Petro,  Petrus  de  Mossaco,  Leonardus  de  Veruiis,  Andreas  Barrerie,  Petrus 
Stephani,  Johannes  Michaelis,  Petrus  Ricardi,  Hugo  Taychenderii  de  Calciata, 
Bernardus  Lerbelli,  Guillelmus  Andree,  Stephanus  Guinerii,  Geraldus  Arnaldi, 
Ciprianus  de  Monteregali,  Petrus  Margariti  de  Reate,  Johannes  Nicolai,  Johannes 
Puzarelli  de  Fulgineo,  Thomas  Jacobi,  Nicolaus  Mathei  de  Anagnia,  Arnaldus 
Fabri,  Bernardus  de  Valle,  Transmontanus  Raymbaudi  de  Falcone,  Johannes  de 
Angicuria,  Petrus  de  Campis,  Guillelmus  de  Luca,  Poncius  Fabri,  Jacobus  de 
Incressis,  Gaucelinus  Martini,  Johannes  de  Marciali  de  Sancto  Quintino,  Guillel- 
mus Girardi; 

an  die  Scriptoren  der  Pönitentiarie :  Guillelmus  de  Fabrica,  Durandus  Celas. 

Der  Rest  des  Blattes  ist  durch  Feuchtigkeit  halb  zerstört  und  daher  un- 
leserlich. 

XVIII. 

Clemens  VI.  dehnt  die  von  Johann  XXil.  den  päpstlichen  Beamten  und 
Gesandten  verliehene  Exemption  von  fremder  Gerichtsbarkeit  auch  auf  die 
Scriptoren  der  päpstlichen  Kanzlei  aus. 

1349  Juli  1,  Avignon. 
„Dudum  felicis  recordationis". 
Cod.  Barberin.  XXXV.  69   p.  211   selbstständig  und  p.  238   inserirt  in  die 
Bestätigungsbulle  Martins  V. 


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126  HL  Constitutiones. 

XIX. 

Innocenz  VL  widerruft  die  von  seinem  Vorgänger  gewährte  Ausdehnung 
der  Exeinption  von  der  weltlichen  Gerichtsbarkeit,  da  dieselbe  von  den  Scriptoren 
missbraucht  worden  sei,  und  beschränkt  sie  wieder  auf  die  Beamten  und  Ge- 
sandten der  Curie  und  auf  diese  nur,  solange  sie  in  Ausführung  bestimmter 
päpstlicher  Aufträge  begriffen  sind. 

1357  Jänner  31,  Avignon. 
„Apostolice  sedis  providenciau. 
Cod.  Barberin.  XXXV.  69  p.  209. 

XX. 

Gregor  XI.  bestimmt  unter  Abänderung  strengerer  Verfügungen  Urbans  V., 
dass  die  Scriptoren  die  ihnen  von  den  Sekretären  oder  dem  Rescribendar  zu- 
gewiesenen litterae  secretae  und  de  curia  innerhalb  der  ihnen  vorgeschriebenen 
Zeit  zu  erledigen  haben. 

1372  Juli  22,  Villeneuve. 

Pap.  Reg.  No.  272  fol.  22'  und  fol.  25  =  Perg.  Reg.  Ko.  265  fol.  63  und 
fol.  63'. 

a  gedruckt  im  Bull.  Rom.  Ed.  Taurin.  4,565. 

Die  Vorurkunde,  auf  welche  in  beiden  Bullen  Bezug  genommen  wird,  konnte 
ich  in  den  Registern  Urbans  V.  nicht  finden;  doch  wird  ihr  Inhalt  aus  der 
Fassung  b  ersichtlich. 

a. 

Ad  perpetuam  rei  memoriam. 

Statutum  per  felicis  recordacionis  Urbanum  papam  V.  predeces- 
sorem  nostrum  edituru  super  scribendis  apostolicis  litteris  per  scriptores 
litterarura  ipsarum  existentes  pro  tempore  ex  certis  rationabilibus  causis 
modificantes  et  peuas  in  eo  appositas,  cum  periculose  forent  nimium, 
penitus  amoventes  universis  et  singulis  scriptoribus  earundem  litterarum 
auctoritate  apostolica  presencium  tenore  mandamus,  quod  litteras  de 
curia  et  alias  de  nostro  vel  successorum  nostrorum  Romanorum  pon- 
tificum  mandato  gratis  scribendas,  que  per  nostros  seu  eorundem  suc- 
cessorum secretarios  aut  rescribendarium ,  qui  pro  tempore  fuerint, 
distribuentur  eisdem,  fideliter  infra  competentem  terminum  eis  per 
aliquem  ex  eisdem  secretariis  vel  eundem  rescribendarium  assignandum 
cessaute  impedimento  legitimo,  quod  secretariis  distribuentibus  minutas 
statim  notificare  debeant,  de  bona  littera  scribere  per  se  vel  per  Sub- 
stitutes suos  scribi,  si  eis  concessum  fuerit,  quod  per  Substitutes  scribi 
i'aciant,  non  postponant.  Et  postquam  illas  scripserint,  ipsas  mittant 
secretariis,  qui  minutas  feeerint,  nee  expectent,  quod  super  hoc  ab 
aliquo  requirantur.  Alioquin  contrafacientes  emolumento  officii  scriptorie 
per  unum  mensem  absque  remissione  qualibet,  que  per  nullum  alium 
quam  per  nos  vel  successores  eosdem  possit  fieri,  sint  suspensi;  et  in 


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tll.  Constitutiones.  127 

hoc  eiusdem  rescribendarii,  qui  referentibus  secretariis  super  hoc  credere 
debeat,  conscienciam  oneramus.     Nulli  ergo  etc. 

Datum  apud  Villamnovam  Avinionensis  diocesis  XI.  kal.  augusti 
anno  tercio. 

b. 

Ad  futuram  rei  memoriam. 

Etsi  cunctis  Christi  fidelibus  quantum  cum  deo  possumus  libenter 
nostre  liberalitatis  graciam  impendamus,  hoc  nimirum  scriptoribus 
litterarum  apostolicarum,  qui  pro  apostolica  sede  et  re  publica  laborant 
assidue,  eo  libencius  impendimus,  quo  labores  eorum  huiusmodi  id 
amplius  promerentur. 

Dudum  siquidem  felicis  recordacionis  Urbanus  papa  V.  predecessor 
noster  auctoritate  apostolica  per  suas  litteras  statuit,  quod  iidem 
scriptores  litteras  apostolicas  de  curia  sive  gratis  de  suo  raandato  scri- 
bendas  eis  per  quemcunque  secretarium  suum  vel  per  rescribendarium 
existentes  pro  tempore  distributas  infra  competeutem  terminum  ipsis 
ad  hoc  per  eosdem  secretarium  vel  rescribendarium,  qui  fecisset  distri- 
buciouem  huiusmodi,  assignatum  per  se  vel  per  substitutum  suum,  si 
per  eundem  predecessorem  vel  successorem  suum  Komanum  pontificem  a) 
eis  concessum  fuisset,  quod  per  substitutum  pro  se  scribi  facerent, 
scribere  et  distribuenti  scriptas  portare  seu  remitiere  non  postponerent, 
secretas  autem  per  se  ipsos  scriberent,  nisi  per  illum,  qui  eas  distri- 
buisset,  specialiter  permissum  fuisset  eisdem,  quod  illas  scribi  facerent 
per  huiusmodi  substitutum.  Alioquin  in  hiis  sine  racionabili  causa 
deficientes  eo  ipso  scriptorie  officio  voluit  esse  privates.  Et  si  quis 
eorum  extunc  eidem  officio  aliquas  litteras  apostolicas  scribendo  se 
temerarie  ingereret,  incurreret  excommunicaciouis  senteuciam  ipso 
facto,  prout  in  eisdem  litteris  plenius  continetur.  Cum  autem  sicut 
audivimus,  nonnulli  ex  eisdem  scriptoribus  penas  privacionis  et  exconi- 
municacionis  incurrerint  supradictas:  nos  ipsis  scriptoribus  pio  com- 
pacientes  afFectu  huiusmodi  penas  per  alias  nostras  litteras  hodie  duxi- 
mus  amovendas  volentesque  graciosius  agere  cum  eisdem  omnes  et 
singulos  ex  eis,  qui  dictas  penas  incurisse  nosountur,  a  vinculo  ex- 
communicationis  huiusmodi  auctoritate  apostolica  presencium  tenore 
absolvimus  et  restituimus  ad  officium  supradictum  et  omnia  emolu- 
menta,  que  ex  ipso  officio  post  privacionem  huiusmodi  receperunt  eis 
remittimus  concedimus  et  donamus.  Ac  insuper  cum  illis  ex  eis,  qui 
sie  ligati  celebrando  divina  vel  inmiscendo  se  illis  non  tarnen  in  con- 
temptum  clavium  irregularitatis  maculam  forsitau   contraxerunt,   super 


»)  pontificum  Perg.  Reg. 

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128  m«  Constitutiones. 

irregularitate  huiusmodi  auctoritate  predicta  de  speciali  gracia  dispen- 
samus.    Nulli  ergo  etc. 

Datum  apud  Villamnovam  Avinionensis  diocesis  XL  kal.  augusti 
anno  tereio. 

XXI. 

Gregor  XL  erl&sst  Zusatzbestimmungen  zu  den  Constitutionen  Johanns  XXII. 

„Ratio  iuris44   und   Benedicts  XII.   „Decens  et  necessarium44  über  die  Audientia 

sacri  palatii.  _     ,, 

1375  März  1,  Avignon. 

Cod.   Barberin.   XXXV.  69  p.  167   No.  139  (B).      Cod.  Vat.   lat.  3984   fol. 

105  No.  147  (V). 

Gregorius  episcopus  servus  servorom  dei  ad  perpetuam  rei 
memoriam. 

Quamvis  a  felicis  memorie  Johanne  XXII.  et  Benedicto  XII. 
Romanis  pontificibus  predecessoribus  nostris  circa  auditores  causarum 
palacii  apostolici  ac  patronos  procuratores  notarios  et  personas  alias 
ad  examinacionem  et  expedicionem  causarum  ac  conscripcionem  actorum 
ordinatos  seu  deputatos  quam  plura  salubria  statuta  fuerint  et  eciam 
ordinata,  quia  tarnen  post  illa  sepius  est  compertum  propter  perni- 
ciosas  subtilitates  et  intricaciones  quarundam  causas  plus  debito  pro- 
rogari  et  sepius  partibus  preiudicium  generari :  nos  in  hoc a),  prout  ex 
debito  tenemur  pastoralis  officii,  quantum  possumus  salubriter  providere 
volentes,  iam  provisis  remediis  per  dictos  predecessores  eorumque 
statutis  et  ordinacionibus  in  suo  robore  remansuris,  auctoritate  aposto- 
lica  statuimus: 

1.  quod  advocatus,  antequam  causam  dirigendam  suscipiat,  super 
deliberacione  habenda  et  repulsione  clientuli,  si  in  principio  vel  prose- 
cucione  cause  noverit  eam  esse  iniustam,  per  omnia  constitucionem 
eiusdem  Benedicti  predecessoris  nostri  et  iuramentum  super  hoc  pre- 
stitum  observet;  et  idem  statuimus  in  procuratore  quocunque. 

2.  Item  quod  advocatus,  cum  causam  prosequendam b)  susceperit, 
libellum  sive  petitionem  posiciones  et  articulos  exeepciones  et  defen- 
siones  ordinet  vel  saltem  ordinata  examinet  et  corrigatb)  et  in  eis, 
antequam  producantur  coram  auditore,  se  subscribat  et  processum,  cum 
necesse  fuerit,  videat  et  in  hiis  in  procuratore  non  confidat;  alias 
auditores  ipsosb)  non  admittant,  nisi  causa  racionabilis  allegatur  et 
nichilominus,  dum  convictus  fuerit,  quod  in  premissis  se  negligenter 
vel  maliciose  habuerit,  advocatus  per  auditorem  cause  ad  tenipus  vel 
in  perpetuum,  prout  sibi  videbitur,  officio  advocacionis  privetur  et 
nichilominus  in  expensis  cause  factis  per  suam  partem  omnibus  vel 
parte  earum  condempnetur,  prout  videbitur  libero  arbitrio  auditoris. 

»)  hac  parte  V.  b)  fehlt  V. 

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Dl.  Constitutione*.  129 

3.  Item  procurator  ante  sententiam,  si  pars  advocatum  habeat, 
absque  ipsius  consilio  non  appellet  et  appellacionem  quamcunque  per 
ipsum  interpositam  non  prosequatur  sine  consilio  et  assensu  advocati, 
si  ut  premittitur  advocatum  habeat,  de  cuius  consensu  in  principio 
prosecucionis  cause  appellacionis  appareat  auditori  in  huiusmodi  appel- 
lacionis  causa  deputato  saltem  per  subscripcionem  alicuius  scripture 
producende;  et  sia)  per  auditorem  b)  postea  compertum  fuerit  appella- 
cionem esse  manifeste  frivolam,  advocatus  et  procurator  puniantur  vel 
solus  procurator,  si  sine  advocato  prosequatur  causam  in  expensis  cause 
appellacionis,  ut  in  fine  proximi  precedentis  capituli  continetur.  Et  si 
super  hoc  dubium  oriatur,  utrum  appellacio  sit  manifeste  frivola  vel 
non,  illud  dimittimus  diffinicioni  libere  auditoris. 

4.  Item  quod  procurator  in  relacionibus  non  turbet  advocatum 
allegantem  sed  audiat  pacienter,  nisi  erraret  in  facto  vel  in  actis  cause ; 
et  tunc  sine  tumultu  cum  reverencia  et  honesto  modo  exprimat  tan- 
tummodo  illud,  in  quo  erratur  in  facto ;  si  contrafecerit,  auditor  referens 
ipsum  suspendat  ab  officio  pro  modo  culpe,  prout  ei  videbitur,  imper- 
petuum  vel  ad  tempus  vel  infra  summam  viginti  quinque  florenorum 
ipsum  possit  multarea),  ita  quod  vel  suspensionis  vel  multe  penam 
possit  imponere  secundum  quod  magis  sue  placuerit  volantati. 

5.  Item  quod  notarius  secreta  cause  et  specialiter  illa,  de  quibus 
habuerit  auditor  collacionem  cum  eo,  et  alia,  que  ex  officio  debet 
secreta  tenere,  directe  vel  indirecte  non  revelet  nee  extra  domum 
faciat  copiari  processus;  collacionem  faciat  et  videat,  si  copia  Concor- 
dat  cum  originali  processu ;  et c)  postquam  avisamenta  per  ipsum  audi- 
torem  fuerint  posita  ut  moris  est  in  processu,  notarius  diligenter  et 
secrete  custodiat  registrum  nee  eciam  a  suis  clericis  possint  dieta  a\isa- 
menta  videri.  Qui  notarius  per  se  testes,  cum  ei  commissum  fuerit, 
examinet  et  deposiciones  testium  scribat,  quas  ut  dictum  est  de  registro 
viso  per  auditorem  secrete  teneat,  donec  fuerint  publicate.  Et  si  nota- 
rius contra  premissa  temeritate  propria  venire  presumpserit,  officio 
notariatus  per  auditorem  privetur,  et  insuper  omnes  et  singuli  notarii 
dicti  palacii  pro  offieiis  ad  scribendum  coram  auditoribus  obtinendis 
aut  retinendis  vel  ut  notarii  ipsi  in  pluribus  seu  pinguioribus  causis 
per  huiusmodi  auditores  ad  scribendum  deputentur,  per  se  vel  per 
interpositam  personam  nichil  dent  directe  vel  indirecte  eciam  esculen- 
tum  vel  poculentum  aut  promittant  seu  eorum  nomine  datum  vel 
promissumd)  persolvant  seu  persolvi  faciant  vel  procurent. 


»)  fehlt  V.  b)  pro  auditore  V.  c)  et— processu  fehlt  V.  d)  pro- 

visum  V. 

Tangl,  P&pstl.  Kanilei Ordnungen.  9 

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130  1H*  Constitutione. 

6.  Item  quod  advocati  procuratores  et  notarii  servent  per  omnia 
ordinacionem  Johannis  et  Benedicti  predecessorum  nostrorum  predicto- 
rum  et  de  servandis  tarn  istis  quam  coutentis  in  dictis  constitutionibus 
eorundem  Johannis  et  Benedicti  prestabunt  in  principio  sui  officii  et 
singulis  annis  secundiim  formam  datam  in  eis  corporaliter  iuramenta. 

7.  Item  si  procurator  a  parte  mandatum  habuerit  de  retinendo 
advocatum,  ipsum  retinere  et  pecuniam  quam  a  parte  sive  clientulo 
suo  pro  advocato  habuerit,  eidem  advocato  omnino  tradere  teneatur. 
Si  vero  sine  advocato  causam  susceperit  prosequendam,  non  recipiat, 
nisi  quantum  procuratori  per  constitutionem  eiusdem  Benedicti  pre- 
decessoris  est  taxatum;  et  si  contra  aliquod  premissorum  fecerit,  de 
hoc  convictus  per  auditorem  officio  procuratoris  privetur  et  nichilo- 
minus  teneatur  restituere  quod  accepit. 

8.  Item  quod  non  impetrentur  per  principales  vel  eorum  procura- 
tores commissiones  super  articulo  gravaminis,  nisi  prius  datis  epistolis 
per  iudicem  a  quo  fuerat  appellatum;  et  si  contrafecerint,  commissio 
sit  nulla  et  processus  habitus  per  eandem. 

9.  Item  quod  a)  non  credatur  per  auditorem  procuratori  nee  parti, 
si  pretendat  se  advocatum  habuisse  in  causa,  nisi  de  hoc  fidem  faciat 
sufficienter  vel  per  relacionem  advocati  adhibito  proprio  iuramento; 
et  tunc  eciam  examinet,  quid  per  eum  factum  fnerit  in  causa,  ut  per 
hoc  sciatur,  quantum  ei  pro  salario  debeatur. 

10.  Item  si  procurator  aliquod  calumpniosum  scienter  proponat 
in  negocio  et  propter  hoc  fieri  debeat  condempnacio  expensarum,  quod 
ipse  procurator  in  expensis  huiusmodi  condempnetur  et  non  dominus 
cause,  nisi  in  subsidium  ipso  existente  non  solvendo. 

11.  Item  quod  auditor  procuratorem  calumpniosum  aliquod  pro- 
ponentem  repellat  ab  officio  et  eidem  penam  imponat,  removendo 
ipsum  imperpetuum  vel  ad  tempus,  prout  suo  libero  arbitrio  videbitur 
faciendum. 

12.  Item  quod  detur  auditoribus  potestas,  quod  exeommunicatos 
a  se,  sive  sint  partes  principales  seu  eorum  procuratores  vel  testes,  si 
reperti b)  fuerint  in  sua  coutumacia  persistentes  eciam  cum  eorum  par- 
tieipibus  specialiter  monitis  valeant  aggravare. 

13.  Ut  igitur  huiusmodi  nostra  statuta  et  ordinaciones,  que  per- 
petuis  futuris  temporibus  duratura  censemus,  inviolabiliter  observentur 
et  ne  illa  ob  memorie  labilitatem  humane  oblivioni  dentur  et  eciam, 
ut  auditores  advocati  procuratores  et  notarii  prelibati  per  ordiuacionum 
et  statutorum  eorundem  inspectioiiem  assiduam  circa  eorum  observan- 

»)  fehlt  B.  *>)  reeepti  V. 

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tll.  Constitutiones.  131 

ciam  curacius  et  vigilancius  sint  attenti:  volumus  et  statuimus,  quod 
ordinaciones  et  statuta  nostra  huiusmodi  de  verbo  ad  verbum  in  can- 
cellarie  et  predicte  audiencie  litterarum  nostrarum  registris  ex  integro 
conscribantur  quodque  cum  aliis  statutis  et  ordinacionibus  predictorum 
Johannis  et  Benedicti  predecessorum  nostrorum  singulis  annis  prima 
audiencia  post  festum  dedicacionis  beati  Michaelis  solemniter  legantur  a) 
in  audiencia  supradicta  et  quod  quilibet  auditorum  advocatorum  pro- 
curatorum  et  notariorum  predictorum  penes  se  copiam  conservet  et 
habeat  eorundem.     Nulli  ergo  etc. 

Datum  Avinione  kal.  martii  anno  quinto. 

XXII. 

Rainulf,  Cardinalpriester  von  S.  Pudentiana  und  Leiter  der  päpstlichen 
Kanzlei,  erlässt  eine  Verordnung  gegen  Uebergriffe  der  Scriptoren  und  Abbre- 
viaturen. 

Cod.  Paris,  lat.  4169  fol.  107'  (E)  =  Cod.  üttobon.  lat.  911  (0)  als  Nach- 
trag von  anderer  Hand  zum  ersten  Kanzleibuch  Dietrichs  von  Nieheim. 

Erler,  1.  c.  204  aus  E. 

Diese  undatirte  Constitution  fällt  nach  April  1380  (Beendigung  des  Lib.  I. 
Cancellariae)  und  vor  dem  15.  August  1382  (Tod  des  Cardinais  Rainulf;  vgl. 
CiaconiuB  vitae  pontificum  2,646,  Bresslau  U.  L.  1,211  Anm.). 

Nos  Bamnulphus  miseracione  divina  tituli  sancte  Potentiane  pres- 
biter  cardinalis  gerens  officium  cancellarie  sancte  Romaue  ecclesie  de 
mandato  sanctissimi  in  Christo  patris  et  domini  nostri  domini  Urbani 
divina  providencia  pape  VI.  ad  obviandum  periculis  et  scandalosis 
negociis,  que  verisimiliter  e venire  formidantur,  ordinaciones  fecinius 
subsequentes,  quas  iussimus  in  presenti  libro  cancellarie  annotari: 

1.  Et  primo  quod  nullus  scriptorum  seu  abbreviatorum  litterarum 
dicti  domini  nostri  pape  directe  vel  indirecte  aliquam  litteram  in  dicta 
cancellaria  procurare  presumat  sub  pena. 

2.  Item  etiam  quod  nullus  ipsorum  scriptorum  seu  etiam  abbre- 
viatorum aliquam  litteram  in  cancellaria  ponere  presumat,  nisi  prius 
illam  Johanni  Chambonis  presentet  vel  illi,  qui  ipsas  litteras  pro  tem- 
pore in  cancellaria  conservabit,  nisi  alias  racione  sui  officii  eisdem 
portare  spectaret  sub  pena. 

3.  Item  quod  nullus  predictorum  litteras  in  prima  visione  corri- 
gere  nee  etiam  signare  presumat  nisi  illi  dumtaxat,  qui  per  dominum 
vicecancellarium  instituti  fuerunt  aut  erunt,  ut  ipsas  litteras  in  prima 
visione  corrigerent  et  viderent,  sub  pena. 

4.  Item  quod  nullus  scriptorum  seu  abbreviatorum  ad  seeundam 
litterarum  visionem  accedere  presumat  nisi  vocatus  sub  pena. 

~"      »)  fehlt  V. 


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132  HL  Constitutione*. 

XXIII. 

Bonifaz  IX.  erklärt,  dass  die  Scriptoren  der  päpstlichen  Kanzlei  Hausgenossen 
des  Papstes  seien. 

1391  Juli  24,  Rom,  St.  Peter. 

Cod.  Barberin.  XXXV.  69  p.  222  (B). 

Merkel,  1.  c.  153,  No.  XIV  aus  Cod.  Venet.  Cl.  IV,  No.  30. 

Bonifatius  episcopus  servus  servorum  dei  ad  perpetuam  rei  memoriam. 

Cum  sicut  accepimus  a  nonnullis  in  dubium  yerteretur,  an  scrip- 
tores  litterarum  apostolicarum  sint  veri  familiäres  nostri  ac  sedis 
apostolice  et  ut  tales  reputari  ac  privilegiis  honoribus  immunitatibus 
et  favoribus  familiaribus  nostris  dicteque  sedis  competentibus  et  com- 
petituris  uti  debeant a)  et  gaudere :  nos  ad  huiusmodi  ambiguitatis 
dubium  tollendum  ex  certa  scientia  tenore  presentium  auctoritate 
apostolica  declaramus,  scriptores  ipsos  fuisse  et  esse  veros  familiäres 
nostros  et  dicte  sedis  et  ad  instar  predecessorum  nostrorum  Roma- 
norum pontificum  eos  ut  .tales  reputavimus  hactenus  et  etiam  reputa- 
mus  ac  ipsos  huiusmodi  privilegiis  honoribus  immunitatibus  et  favori- 
bus effectualiter  uti  potuisse  atque  posse  et  uti  volumus  et  gaudere. 
Nulli  ergo  etc. 

Datum  Eome  apud  Sanctum  Petrum  Villi,  kal.  augusti  pontifi- 
catus  nostri  anno  secundo. 

XXIV. 

Bonifaz  IX.  erklärt,  um  die  alte  Zahl  von  100  Scriptoren,  die  Urban  V. 
auf  101  erhöht,  Urban  VI.  und  er  selbst  aber  durch  zahlreiche  Ernennungen  von 
Clerikern  und  Laien  bedeutend  überschritten  hatten,  wieder  herzustellen,  solange 
bei  vorkommenden  Abgängen  keinen  Ersatz  eintreten  zu  lassen,  bis  die  alte  Zahl 
wieder  erreicht  sei. 

1397  Februar  14,  Rom,  St.  Peter. 

„Ex  provisione  salubri". 

Cod.  Barberin.  XXXV.  69  p.  223. 

Verfügungen  aus  Avignonesischer  Zeit,  welche  die  von  Johann  XXII.  auf 
70  herabgesetzte  Zahl  der  Schreiber  (o.  No.  XIV)  wieder  erhöhten,  sind  mir 
nicht  bekannt.  Wenn  solche  erfolgten,  so  müssten  sie  der  Zeit  Urbans  V.  oder 
Gregors  XI.  angehören,  da  Innocenz  VI.  am  12.  April  1355  die  Constitution 
Johanns  XXII.  noch  bestätigte.  (Vgl.  o.  No.  XIV.) 

XXV. 

Martin  V.  erklärt,  solange  keine  Neuernennungen  von  Scriptoren  eintreten 
zu  lassen,  bis  die  während  des  Schismas  bedeutend  überschrittene  alte  Zahl  von 
100  wieder  erreicht  sei. 

1418  August  16,  Genf. 

„Ex  provisione  salubri44. 

Cod.  Barberin.  XXXV.  69  p.  224. 

a)  deberent  B. 

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III.  Constitution  es.  133 

XXVI. 

Martin  V.  erlasst,  anknüpfend  an  die  Constitutionen  Johanns  XXII.,  Bene- 
dicts XII.  und  Gregors  XI.  Zusatzbestimmungen  und  Neuordnungen  für  die  päpst- 
liche Kanzlei  und  die  Audientia  sacri  palatii. 

1418  September  1,  Genf. 

Cod.  Barberin.  XXXV.  69  p.  227  (B).  Cod.  Paris,  lat.  4172  f.  153  (P).  Cod. 
Palat.  lat.  647  f.  86  (R). 

Ciampini,  De  abbreviatorum  de  parco  maiori  .  .  antiquo  statu  .  .  .  ac  pri- 
vilegiis,  Rom  1691  S.  9  unvollständig.    Bull.  Rom.  Ed.  Taurin.  4,680. 

Marianus  episcopus  servus  servorum  dei  adperpetuamreimemoriam. 

In  apostolice  dignitatis  specula  super  gregem  dominicum  licet 
immeriti  constituti  iniunctum  nobis  desuper  apostolatus  officium  debite 
ut  tenemur  exequi  coadiutante  domino  cupientes  ad  ea  libenter  nostre 
dirigimus  considerationis  intuitum  et  diligenter  prospicimus,  que  rei 
publice  utilitatem  respiciunt  et  commodum,  ut  per  nostre  provisionis 
auxilium  evellantur  vitia  planten tur  virtutes  destruantur  iniqua  et 
reedificentur  honesta  ac  prava  transeant  in  directa  et  sublatis  defor- 
mibus  reluceant  debite  reformationis  decor  et  pulcritudo  ac  totius 
equitatis  et  iustitie  exinde  proveniant  incrementa. 

1.  Sane  licet  felicis  recordationis  Joannes  XXII.  Benedictus  XII. ft) 
ac  Gregorius  XI.  Bomani  pontifices  predecessores  nostri  necnon  de 
mandato  apostolico  nonnulli  auditores  audientie  contradictarum  litte- 
rarum  apostolicarum  et  demum  bone  memorie  Gaufridus  episcopus 
Cabilonensis l)  ac  Petrus  tunc  electus  Vivariensis  2)  dicte  audientie  audi- 
tores nonnullas  constitutiones  et  ordinationes  regimen  et  gubernationem 
officialium  ac  officiorum  cancellarie  et  penitentiarie  apostolicarum  nee 
non  predietarum  contradictarum  et  causarum  palatii  apostolici  audien- 
tiarum  et  aliorum  in  Romana  curia  iudicum  seu  commissariorum 
eorumque  notariorum  nee  non  adyocatorum  consistorialium  et  procura- 
torum  in  audientia  predictis  concernentes  laudabiliter  ediderunt,  quia 
tarnen  huiusmundi b)  crescente  malitia  postmodum  aut  debite  non  obser- 
vate  aut  additionibus  utilibus  indigere  noseuntur:  nos  igitur  super 
hoc  intendentes,  prout  ex  debito  pastoralis  officii  nobis  iniuneti  licet 
immeriti  obligamur,  salubriter  et  utiliter  providere,  tenore  presentium 
prefatas  constitutiones  et  ordinationes,  quas  hie  haberi  volumus  pro 
expressis,  auetoritate  apostolica  tenore  presentium  innovantes  ac  eas 
cum  additionibus  infrascriptis  preeipientes  firmiter  observari  eadem 
auetoritate  statuimus  et  etiam  ordinamus: 


»)  am  Rande  von  anderer  Hand  nachgetragen.      b)  huiusmodi  B  R.  hominum  P. 

!)  Gotfried  von  Sab'gny  c.  1373  Bischof  von  Chäions-sur-Saöne.  3)  Gemeint 
wohl  Petrus  V.  de  Sortenac,  Bischof  von  Viviers  1373—1375,  vor  seiner  Ernen- 
nung auditor  rotae,  1375  Cardinalpriester  von  S.  Lorenzo  in  Lucina  (vgl.  Gallia 
Christ.  16,575,  Baluze,  Vitae  paparum  Avin.  1,1170). 


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134  HL  Constitutiones. 

2.  quod,  si  notarii  apostolici  ac  eorum  abbreviatores  et  alii  in 
iustitia  et  etiam  gratia  litterarum  apostolicarum  abbreviatores  taxam 
niiniam  pro  minutis  suis  petierint,  ac  etiam  si  littere  apostolice  ex- 
cessive  taxate  fuerint,  super  excessibus  huiusmodi  per  partes  ad  vice- 
cancellarium  aut  de  mandato  suo  vel  ipso  absente  ad  eius  locumtenentem 
seu  presidentem  in  cancellaria  predicta  habeatur  recursus,  qui  delibe- 
ratione  habita  cum  abbreviatoribus  assistentibus  eidem  vicecancellario 
in  expeditione  litterarum  apostolicarum  in  cancellaria  et  aliis  de  qui- 
bus  sibi  videbitur  in  hoc  peritis  excessus  predictos  ad  debitam  reducant 
moderationem  ac  medietatem  huius,  quod  excessive  petierint,  a  scrip- 
toribus  vel  abbreviatoribus,  qui  illud  petierint,  nee  non  taxatoribus 
litterarum  earundem,  qui  illas  sie  excessive  taxaverint,  exigant  in  usus 
capelle  scriptorum  predictorura  aut  alia  pia  opera  convertendam ; 
quodque  notarii  predicti  pro  minutis  litterarum  provisionum  patriar- 
chalium  metropolitanarum  ac  aliarum  cathedralium  ecclesiarum  ac 
mona8teriorum  quorumque  consistorialiter  faetarum,  cum  alie  non 
pertineant  ad  ipsos,  reeipere  valeant,  sicut  plus  vel  minus  pro  com- 
muni  servitio  solvitur  ab  eisdem :  videlicet  pro  primo  centenario  flore- 
norum  communis  servitii  ultra  quinque  et  pro  quolibet  alio  similium 
florenorum  centenario,  si  plura  sint,  ultra  unum,  et  si  servitium  huius- 
modi ad  centum  florenos  non  ascenderit,  pro  quolibet  decenario  numero 
florenorum  huiusmodi  ultra  medium  florenum  nullatenus  reeipiant  vel 
exigant  quoeunque  quesito  colore.  Alioquin  eorum  quemlibet  penas 
in  dietarum  litterarum  abbreviatores  plus  debito  a  minutis  quas  faciunt 
exigentesa)  latas  inferius  declaratas  incuiTere  volumus  ipso  facto. 

3.  Quod  si  eorum  et  euiuseunque  abbreviatoris  culpa  littere,  qua- 
rum  fecerint  minutas  et  pro  quibus  salaria  seu  emolumenta  reeipiunt, 
fuerint  rescribende,  eorum  sive  illius  expensis  rescribantur,  qui  fuerint 
vel  fuerit  in  culpa,  sub  penis  infra  dictis. 

4.  Et  insuper,  cum  prefati  notarii  expertos  et  sufficientes  habere 
debeant  abbreviatores,  quandoque  reeipiunt  in  arte  abbreviatoria  minus 
expertos  ex  quibus  secuta  sunt  quandoque  detrimenta  atque  damna: 
statuimus,  quod  nullus  dictorum  notariorum  aliquem  suum  abbrevia- 
torem  reeipere  valeat  neque  possit,  nisi  primitus  ad  id  per  assistentes 
vicecancellario  in  expeditione  litterarum  apostolicarum  et  alios,  de 
quibus  sibi  videbitur,  abbreviatores  in  minutis  super  ipsis  de  iustitia 
formandis  expertos  sufficientes  reperti  fuerint  et  etiam  approbati. 

5.  Statuimus  et  etiam  ordinamus,  quod  si  littera  fuerit  in  cancel- 
laria rescribenda  iudicata,  quod  infra  tres  dies  naturales  a  die  requi- 
sitionis  partis  prosequentis  aut  sollicitatoris   expeditionis   eiusdem  ille, 

ft)  abbreviatoribus  exigentibua  BPR. 

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III.  Con8titutiones.  135 

cuius  culpa  iudicata  fuerit  rescribenda,  expensis  suis  propriis  sine  quo- 
cunque  alio  salario  quantumcunque  modico  etiam  gratis  oblato  teneatur 
rescribere  aut  rescribi  facere  sub  pena  Suspension is  ab  officio  scriptorie 
litterarum  predictarum  et  ingressu  cancellarie,  si  scriptor  fuerit  litte- 
rarum  predictarum,  quadraginta  dierum  continuorum  tempore;  nee 
interim  litteram  alieuius  taxe  sibi  distribuat  distributor  sive  rescriben- 
darius  litterarum  earundem  sub  exeommunicationis  pena,  quam,  si 
contrarium  faciat  scienter,  ineurrat  ipso  facto,  a  qua  absolvi  non  possit 
nisi  a  Romano  pontifice,  prius  satisfacto  realiter  et  cum  effectu  parti 
lese  de  damnis  et  interesse,  et  tres  ducatos  solvent  applicaudos  ei  dem 
capelle  scriptorum  litterarum  predictarum  pro  pena.  Si  vero  fuerit  ab- 
breviator,  similiter  compellatur  litteram  facere  scribi  infra  predictum 
terminum  sub  pena  suspensionis  ab  eius  officio  et  eius  ingressu  can- 
cellarie per  tres  menses,  quo  suspensionis  tempore  durante  nihil  sibi 
distribuat  vicecancellarius.  Quod  si  inadvertenter  vel  alias  vicecan- 
cellarius  quiequam  sibi  distribuat  et  ipse  reeipiat  huiusmodi  suspen- 
sionis tempore  durante,  ipso  facto  sententiam  exeommunicationis  in- 
eurrat, a  qua  nullo  modo  possit  absolvi  nisi  a  Eomano  pontifice,  prius 
satisfacto  parti  lese  de  damnis  et  interesse,  et  donec  realiter  solvent 
tres  ducatos  convertendos  ut  prefertur;  et  ad  reiterationem  delicti  sive 
excessus  Iocum  habeat  multiplicatio  pene. 

6.  Et  quod  nulli  ex  scriptoribus  predictis,  qui  per  se  ipsum  eius 
officium  scriptorie  litterarum  predictarum  personaliter  non  exercet  aut 
non  valet  exercere,  quiequam  distribuatur  aut  aliquod  ex  eodem  officio 
pereipiat  emolumentum,  nisi  causa  infirmitatis  aut  alio  legitimo  extiterit 
impedimento  detentus,  quo  casu  cum  eo  possit  per  vicecancellarium 
predictum  per  litteras  eiusdem  causam  dispensationisa)  continentes  prius 
in  ipsa  cancellaria  publicandas b)  ad  tempus,  de  quo  sibi  videbitur, 
dispensari. 

7.  Quodque  de  cetero  nullus  huiusmodi  officium  scriptorie  predicte 
cum  officio  scriptorie  penitentiarie  litterarum  valeat  retinere;  et  si 
quis  hoc  attemptare  presumpserit,  utroque  privatus  existat  ipso  facto. 
Uli  quoque  qui  huiusmodi  abbreviature  vel  scriptorie  apostolicarum 
cum  officio  scriptorie  penitentiarie  litterarum  predictarum  insimul  nunc 
obtinent,  infra  deeimam  diem  proxime  futuram  huiusmodi  officium 
penitentiarie  vel  scriptorie  litterarum  dimittere  teneantur.  Alioquin,  si 
contrarium  fecerint,  penam  ineurrant  proxime  dietam. 

8.  Sane  cum  deceat  abbreviatores  litteranim  predictarum  assistentes 
vicecancellario  aut  locumtenenti  seu  presidenti  predictis  in  huiusmodi 
litterarum  in  cancellaria  predieta   expeditione   abbreviature   litterarum 

»)  distributionia  B.  b)  publicandis  BPR. 

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136  1H.  Constitution  es. 

ipsarum  officio  fore  sufficientes  et  expertos  ac  etiam  circumspectos 
prudentes  et  probos :  similiter  statuimus  et  ordinamus,  quod  nullus  de 
cetero  ad  assistendum  predicto  vicecancellario  seu  locumtenenti  vel 
presidenti  in  litterarum  apostolicarum  expeditione,  nisi  per  dictam 
maiorem  partem  abbreviatorum  continuantium  cancellariam  antedictam 
primitus  examinatus  fuerit  et  ad  id  repertus  sufficiens  et  etiam  ap- 
probatus,  nullatenus  admittatur. 

9.  Et  quod  prefati  assistentes  hora  super  hoc  per  vicecancellarium 
predictum  deputanda  singulis  diebus,  quibus  ipsa  cancellaria  tenebitur, 
ad  eam  venire  et  in  ipsa,  quousque  tenta  fuerit,  residere  debeant  nee 
interim  ab  ipsa  recedere  possint  cessante  excusatione  legitima,  quam 
eidem  vicecancellario  aut  locumtenenti  seu  presidenti,  si  presentes 
fuerint,  vel  in  eorum  absentia  prefatis  assistentibus  exprimere  debeant 
vel  iurare,  se  legitimam  excusationem  habere,  nisi  super  hoc  a  vice- 
cancellario vel  locumtenente  licentiam  habuerint  specialem.  Quodque 
singuli  assistentium  predictorum,  qui  post  tertiam  partem  höre  pre- 
dicte  venerint,  sex  et  similiter,  qui  ante  dictam  cancellariam  finitam 
recesserint,  sex  alios,  qui  vero  eadem  die  ad  dictam  cancellariam  non 
venerint,  duodeeim  grosso9  Turonenses  singulis  diebus,  quibus  hec 
commiserint,  capelle  scriptorum  predictorum  pro  pena  contemptus 
statuti  et  ordinationis  nostre  huiusmodi  infra  tres  dies  tunc  immediate 
sequentes  solvere  sint  adstricti,  nee  ob  id  appellantes,  nisi  prius  satis- 
facto  de  principali  et  expensis,  si  que  inde  facte  fuerint,  ad  huiusmodi 
appellationis  prosecutionem  quomodolibet  admittantur.  Similiter  idem 
per  alios  abbreviatores  sufficientes  ad  continuandum  eandem  cancel- 
lariam per  assistentes  prefatos  ex  aliis  abbreviatoribus  eligendos  nee  non 
in  officialibus  dicte  cancellarie  sub  similibus  penis  volumus  observari. 
10.  Statuimus  insuper  et  etiam  ordinamus,  quod  senescallus  dicte 
cancellarie,  qui  custos  nuneupatur,  iuramentum  in  manibus  dicti  vice- 
cancellarii  in  sua  primaria  reeeptione  ad  officium  senescallie  cancel- 
larie predicte  nee  non  singulis  annis  de  huiusmodi  officio  fideliter 
exercendo  et  alias  iuxta  formam  iuramenti  predicti  per  nos  noviter 
appositam  et  in  libro  cancellarie  inscriptam  prestare  teneatur. 
Quodque  ipse  in  quibuseunque  litteris  de  gratia  diem  reeeptionis 
earundem,  qua  sibi  in  dieta  cancellaria  presentabuntur,  scribat  et  pro 
scriptura  huiusmodi  nihil  reeipiat  etiam  gratis  oblatum  litterasque 
predietas  seeundum  ordinem  reeeptionis  earundem  sine  fraude  in  ex- 
peditione  presentet  expediendas.  Nee  litteras  rotulos  ac  supplicationes 
in  litterarum  expeditione  traditas  vel  traditos  ante  vel  post  ipsarum 
litterarum  expeditionem  in  dieta  cancellaria  celabit  vel  oecultabit  aut 
malitiose  retinebit  seu  earundem   litterarum   expeditionem  differet  aut 


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III.  Constitutiones.  137 

retardabit  per  se  vel  alium  seu  alios  contra  ordinem  supradictum. 
Quod  si  contrarium  scienter  fecerit,  eo  ipso  sententiam  excommuni- 
cationis  incurrat,  a  qua  absolvi  non  possit  nisi  a  Eomano  pontifice 
preterquam  in  mortis  articulo  constitutus.  Quodque  si  senescallus  pre- 
dictus  contra  huiusmodi  suum  iuramentum  fraude  vel  dolo  aliqua 
fecisse  reperiatur,  sit  dicto  officio  eo  ipso  privatus.  Et  quia  de  talibus 
et  similibus  delictis,  que  secrete  committuntur,  potest  cum  difficultate 
constare:  si  sex  de  scriptoribus  vel  abbreviatoribus  prefatis  non 
suspecti  ac  bone  fame  et  boni  nominis  ipsum  senescallum  huiusmodi 
suum  officium  illegaliter  exercuisse  deponant  et  de  hoc  etiam  sit 
publice  diflfamatus,  dicto  suo  officio  sit  eo  ipso  privatus ;  et  nisi  de  eo 
per  dictum  vicecancellarium  infra  tres  dies  inde  sequentes  provisum 
fuerit,  extunc  possit  de  sufficienti  abbreviatore  litterarum  predictarum, 
qui  iuramentum  similiter  prestare  et  omnia  predicta  eidem  senescallo 
incumbentia  adimplere  teneatur,  provideri.  Et  insuper,  quod  nullus 
alius  quam  senescallus  predictus  aliquam  litteram  gratiam  continentem 
expediendam  in  loco  expeditionis  ponat. 

11.  Similiter  statuimus  et  etiam  ordinamus,  quod  nulla  constitu- 
tionum  dicte  cancellarie  cuiquam  [detur]»),  ut  de  ea  in  iudicio  vel 
alibi  fidem  faciat,  nisi  primitus  per  dictos  assistentes  fuerit  iudicatum 
danda,  et  postmodum  per  duos  ex  eis  tunc  presentes  videatur  et  signetur 
in  dorso  ac  per  duos  ex  abbreviatoribus  in  forma  debita  auscultetur 
cum  libro  predicto,  qui  se  subscribant  in  eadem  et  deiude  per  vice- 
cancellarium subscribi  debeat  et  suo  signeto  more  solito  signari  et 
parti  petenti  dari ;  pro  qua  quidem  constitutione  ultra  quatuor  grossos 
Avenionenses,  quorum  sedecim  valent  unum  florenum  auri  de  caniera, 
pro  signo  sigillo  et  scriptura  et  alias  per  secretarium  vel  cubicularium 
dicti  vicecancellarii  et  senescallum  predictum  vel  alios  quoscunque 
nullatenus  recipiatur  vel  etiam  exigatur. 

12.  Preterea  ut  littere  iustitiam  concernentes  absque  partium 
damno  ac  brevius  expediantur:  statuimus  et  ordinamus,  quod  cancel- 
lariab)  litterarum  iustitie,  sic)  ad  hoc  littere  sufficiant d),  ter  singulis 
septimanis,  prout  antiquitus  teneri  consueverat,  si  [vero]  e)  ad  id  huius- 
modi littere  [non]  sufficiant,  singulis  septimanis  saltem  semel  tenea- 
tur f ) ;  ad  quam  notarii,  qui  sex  esse  debent,  eorumque  et  alii  in 
formandis  notis  de  iustitia  vel  in  iure  sufficientes  abbreviatores,  quorum 
nomina  sint  in  matricula  abbreviatorum  dictarum  litterarum  inscripta, 
nee  non  prelati  et  alii  doctores  famosi  ac  practici  in  dieta  curia  pre- 
sentes  et   primitus    per   eosdem   prelatos   et   doctores    solito   prestito 


»)  fehlt  B  P  R,  aus  Nachurkunde  u.  XXIX.  7.  ergänzt.  b)  in  cancellaria 

BP.        c)  que  si  BPR.        <*)  rem  faciant  R.        *)  fehlt  BPR.        f)  teneri  BPR. 


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138  HI.  ConstitutioneB. 

iurameuto  debeant  convocari,  prout  hactenus  extitit  laudabiliter  obser- 
vatum.  Quodque  in  eadem  cancellaria  littere  executorie  super  sententiis 
iu  Romana  curia  latis,  nisi  stilus  in  causis  in  eadem  curia  servari 
solitus  servatus  fuerit  per  ordinem,  prout  in  litteris  predictis  iuxta 
stilum  cancellarie  predicte  narrari  consuevit,  aut  iu  aliquibus  expense 
facte  in  causis  ipsis  excessive  contra  constitutioues  super  hoc  editas 
notorie  taxate  fuerint,  donec  de  partium  vel  partis  victricis  consensu 
vel  alias  iuridice  moderate  fuerint,  minime  possint  et  debeant  expediri. 

13.  Et  insuper  statuimus  et  ordinamus,  quod  examinatores  in 
gratia  speciali,  antequam  exerceant  huiusmodi  examinationis  officium, 
de  illo  fideliter  exercendo  in  manibus  dicti  vicecancellarii  prestent 
iuramentum  ipsique  postmodum  huiusmodi  officium  diligenter  per  se 
ipsos  exerceant,  impetrantes  de  litteratura  scientia  et  idoneitate  et 
illos  beneficia  curam  animarum  aut  iurisdictionem  habentia  petentes, 
rigide  examinent  ac  de  vita  et  moribus  informationem  recipiant  dili- 
gentem  et  predictas  sufficientiam  et  idoneitatem  in  scriptis  sub  signeto 
suo  referant  examinatores,  pro  qua  quidem  scriptura  signeto  salarioque 
et  labore  eorum  ultra  uuum  grossum  Turonensem  et  clericus  scripturam 
faciens  predictam  ultra  similis  grossi  quartara  partem  aliquid  etdam 
gratis  oblatum  nullatenus  recipere  presumant.  Quod  si  examiuator  vel 
clericus  in  contrarium  attemptayerint,  eo  ipso  excommunicationis  sen- 
tentiam  incurrant,  a  qua  non  possiut  absolvi,  donec  fuerit  satis- 
factio  facta. 

14.  Similiter  statuimus  et  ordinamus,  quod  bullatores  dictarum 
litterarum  apostolicarum  pro  ipsis  litteris  bullandis,  sive  gratiam  sive 
iustitiam  contineaut,  ultra  illud,  quod  antiquitus  et  ante  ultimum 
scisina  videlicet  tempore  Gregorii  pape  XI.  predicti  pro  similibus  reci- 
piebant  litteris,  nihil  recipere  presumant,  nee  de  littera  duplicata  ultra 
quatuor  et  de  littera  correeta  iterum  bullanda  nee  non  de  littera  super 
sumpto  habito  de  regestro  ultra  VIII  nee  non  de  litteris  alias  bullatis 
et  iterum,  non  tarnen  propter  defectum  partium,  bullandis  et  in  dicto 
regestro  corrigendis  ultra  unum  Turonensem  grossum  recipere  aut 
exigere  presumant. 

15.  Et  idem  volumus  per  dictarum  litterarum  registratores  in 
predictis  omnibus  observari;  quodque  prefati  registratores  litteras 
registrandas  causa  aliquid  exigendi  vel  extorquendi  a  prosequentibus 
ipsas  plus  debito  dififerri  [non]*)  faciaut  registrari  vel  eas  de  mala 
expeditione  malitiose  redarguant  seu  ad  questum  aecusent  aut  iu  salariis 
clericorum  in  registro  predicto  scribentium  partieipent;  quod  si  con- 
trarium fecerint,  ipso   facto   excommunicationis  sententiam  ineurrant, 

»)  fehlt  BPR. 

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III.  Constitutiones.  139 

a  qua  mortis  casu  excepto  per  alium  quam  Bomanum  pontificem 
nequeant  absolutionis  beneficium  obtiuere,  et  insuper  suo  officio  huius- 
modi,  si  hoc  per  testes  vel  alias  presumptive  probari  poterit,  eo  ipso 
sint  privati  et  perpetuo  inhabiles  ad  quodcunque  officium  exercendum 
in  Romana  curia  existant.  Quodque  clerici  in  dicto  registro  scribentes, 
qui  litteras  eis  traditas  infra  tres  dies  ex  tunc  immediate  sequentes 
cessante  impedimento  legitimo  non  registraverint ,  a  dicto  registro 
penitus  amoti  existant  nee  ad  ibi  scribendum  de  cetero  admittantur. 

16.  Et  nichilominus  cum  iustitiam  in  iudicio  contradictorio  pure 
deceat  exerceri,  statuimus  et  etiam  ordinamus,  quod  nullus  deioeeps 
causarum  palatii  apostolici  in  auditorem  reeipiatur,  nisi  doctor  fuerit 
iuris  famosus  et  post  doctoratum  in  eo  reeeptum  per  triennium  ad 
minus  legerit  in  eodem,  sitque  commendatus  vite  ac  morum  honestate 
aliisque  virtutibus  ac  ab  omni  munere  sint  munde  manus  eius  et 
bonum  habeat  testimonium  habeatque  ad  minus  sive  in  benefieiis  sive 
in  bonis  temporalibus  ducentos  florenos  auri  de  camera  annuatim  in 
portatis,  de  quibus  valeat  in  dieta  curia  residere  et  sustentari. 

17.  Quodque  postquam  fuerit  concessum  per  papam  aliquem  in 
auditorem  causarum  dicti  palatii  admitti,  antequam  ulterius  ad  ipsius 
admissionem  procedatur,  decanus  auditorum  predictorum  de  premissis 
facere  teneatur  inquisitionem  diligentem  et  quiequid  per  eam  repererit, 
fideliter  referat  vicecancellario  predicto,  qui  hoc  similiter  pape  exponere 
teneatur;  quod  si  aliquid  de  premissis  defuerit,  ad  ipsius  admissionem 
in  auditorem  ulterius  minime  procedatur,  nisi  aliud  mandaret  papa 
antedictus. 

18.  Si  vero  per  informationem  huiusmodi  ipsum  constiterit  famo- 
sum  doctorem  aliaque  premissa  fore  vera,  item  vicecancellarius  vocatis 
quatuor  ex  dictis  auditoribus,  si  canonista,  decretalem,  si  vero  legista 
fuerit,  legem,  quam  infra  unius  mensis  spatium  a  die  sibi  assignata 
computandum  in  dicti  vicecancellarii  aut  eius  locumtenentis  presentia  et 
ad  hoc  vocatis  omnibus  dicte  sedis  notariis  et  predictis  auditoribus  et 
consistorialibus  advocatis  tunc  in  eadem  curia  presentibus  invitatis  ad 
id  etiam  prelatis  et  aliis  famosis  et  litteratis  viris,  qui  tunc  in  eadem 
curia  extiterint,  repetere  teneatur  et  singulos,  qui  arguere  voluerint, 
idem  repetens  audire  teneatur;  quodque  quatuor  ultimi  ex  auditoribus 
et  quatuor  ultimi  ex  advocatis  predictis  tunc  presentes  arguere  sint 
adstricti. 

19.  Quod  si  idem  repetens  in  huiusmodi  repetitione  taliter  se 
habuerit,  quod  sit  merito  commendatus,  dictus  vicecancellarius  seeundum 
relationem  maioris  partis  notariorum  et  auditorum  ac  advocatorum 
predictorum  ad  eius   admissionem  in  auditorem  ulterius  procedat;   si 


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140  -U-  Constitutione s. 

vero  secundum  relationem  predictam  repertus  fuerit  diminute  scientie 
vel  iudicii,  relatione  super  hoc  per  dictum  vicecancellarium  pape  facta 
ab  huiusmodi  admissione  repellatur. a) 

20.  Et  insuper,  quod  prefati  auditores  et  eorum  loca  exercentes 
libros  iuris  ordinarios  ad  minus  continuo  secum  habere  teneantur 
processusque  causarum  agitatarum  coram  eis  personaliter  videant  et 
visitent  ac  testes  in  causis  huiusmodi  si  ponderis  fuerint,  maxime  si 
pars  aliqua  hoc  requisiverit,  exaniinent,  in  aliis  vero  per  duos  notarios 
faciant  examinari  diligenter,  nee  euiuseunque  notarii  vel  alterius  rela- 
tioni  credant;  nee  ad  sententiarum  prolationem  in  causis  huiusmodi 
procedant  registris  predictis  per  eos  ut  premittitur  non  visis  et  dili- 
genter examinatis.  Hoc  etiam  volumus  per  quoseunque  iudices  et  com- 
missarios  in  dieta  curia  presentes  similiter  perpetuo  observari.  Et 
nihilominus  quod,  si  quis  ex  auditoribus  fuerit  notatus  de  preeipitatione 
iustitie  negligentia  seu  non  promptitudine  iurium  propter  non  con- 
tinuationem  librorum  aut  alias  et  specialiter  de  corruptione  et  aeeep- 
tatione  munerum,  seu  vagus  fuerit  seu  alias  male  versetur  in  dieta 
curia,  per  prefatum  vicecancellarium  vel  eius  vieegerentem  caritative 
reddatur  attentus,  ut b)  ab  iis  se  abstineat  et  emendet  bonamque  famam 
acquirat  et  in  ea  perseveret  Quod  si  emendare  neglexerit  et  per  tres 
menses  continuos  post  avisationem  huiusmodi  eadem  nota  vel  infamia 
respersus  fuerit,  per  dictum  vicecancellarium  aut  eius  vieegerentem 
commissiones  sibi  nullatenus  committantur.  Et  si  per  alios  tres  menses 
simili  nota  vel  infamia  notatus  fuerit  seque  notorie  non  emendaverit, 
tunc  prefatus  vicecancellarius  aut  vieegerens  cum  duobus  auditoribus 
premissa  pape  referre  teneatur,  qui  provideat,  prout  salubriter  fuerit 
providendum. 

21.  Verum  si  contingat  inter  easdem  personas  et  super  eadem 
re  diversis  auditoribus  aliquam  causam  committi,  is,  cui  primo  fuerit 
presentata  commissio  super  causa  huiusmodi,  remaneat  eiusdem  cause 
iudex.  Quod  si  de  iurisdictione  alterius  extiterit  pro  parte  adversa  data 
exceptio,  tunc  cuius  fuerit  iurisdictio  primitus  cognoscatur:  et  si  ulte- 
rius  procedatur  ante  cognitionem  huiusmodi,  non  valeat  processus  et 
iudex  teneatur  parti  ad  restitutionem  expensarum  inde  faetarum  suumque 
interesse.  Notarius  vero,  qui  visus  est  talem  contentionem  appetere 
propter  lucrum,  scripture  ac  totius  cause  commodum  perdat  teneaturque 
suis  expensis  parti  dare,  quod  expendit  in  causa  huiusmodi.  Quod  si 
idem  auditor  et  notarius  contrarium  fecerint,  eo  ipso  sententiam  ex- 
communicationis   ineurrant,   a  qua  non   possint  absolvi,   donec   super 

.  »)  ad— admissionem  BPR.  *>)  aut  BPH. 

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Hl.  Constitutiones.  141 

hiis  satisfeceriiit  ut  prefertur.  Et  hoc  etiam  ad  quoscunque  iudices  ac 
commissarios  ac  eorum  notarios  in  dicta  curia  presentes  pro  tempore 
duximus  extendendum. 

22.  Pretereaa)  statuimus  et  etiam  ordinamus,  quod  nullus  ex 
notariis  cuiusvis  ex  auditoribus  predictis  cum  eo  moram  trahat;  quod 
si  forsan  aliquis  ex  ipsis  cum  eo  morari  voluerit,  pro  habitatione  b) 
domus  et  expensis  ultra  quod  iustum  et  debitum  fuerit  et  rationa- 
biliter  solvendum  c)  non  solvat.  Et  si  quacunque  causa  vera  vel  simulata 
respectu  officii  aliquid  auditori  dederit  vel  solvent,  notarius  dando  et 
auditor  recipiendo  eo  ipso  excommunicationis  sententiam  incurrant, 
a  qua  nequeant  nisi  per  papam  absolvi  ac  duplo,  quod  notarius  ultra 
debitum  solvent  et  auditor  receperit,  per  eorum  quemlibet  in  usus 
pauperum  de  mandato  dicti  vicecancellarii  distributo. 

23.  Et  quod  nullus  in  notarium  cuiuslibet  auditorum  predictorum, 
nisi  vigesimum  quin  tum  sue  etatis  annum  attigeritd)  et  alias  notariatus 
officium  exercuerit  sitque  boni  nominis  et  bone  fame  ac  sufficiens  et 
idoneus  ad  dictum  notariatus  officium  causarum  dicti  palatii  exercen- 
dum  et  post  diligentem  informationem  super  hiis  habitam  ac  ipsius 
examinationem  et  de  premissis  constiterit,  admittatur. 

24.  Et  quod  notarii  dictorum.  auditorum  sua  notariatus  officia 
personaliter  exerceant ;  et  si  quis  cessante  causa  necessaria  a  sui  nota- 
riatus officii  exercitio  per  meusem  continue  see)  absentaverit,  sit  dicto 
officio  eo  ipso  privatus  et  def)  causa  necessaria  propter  quam  ipsum 
oporteat  dictum  officium  per  substitutum  exercere  et  de  illo  per  sub- 
stitutum  exercendo  a  dicto  vicecancellario  petat  licentiam,  quam  idem 
vicecancellarius,  postquam  de  causa  huiusmodi  sibi  constiterit,  per  suas 
litteras  causam  ipsam  continentes  concedere  poterit  ad  tempus,  de  quo 
sibi  videbitur  faciendum. 

25.  Et  insuper  quod  notarii  predicti  in  habitu  decenti  incedant 
ac  honesto  et  convenienti  clerico  seculari,  tabernas  non  frequentent 
nee  coneubinarii  existant,  cum  ex  &)  hoc  suum  vilescat  officium  et 
malam  famam  acquirant;  et  si  contrarium  fecerint,  suis  priventur 
offieiis. 

26.  Quodque  quilibet  ipsorum  quam  primum  presbiter  [factus]  h) 
seu  dignitatem  vel  personatum  in  cathedrali  vel  collegiata  ecclesia  aut 
parrochialem  ecclesiam  paeifice  assecutus  fuerit,  huiusmodi  notariatus 
officium  omnino  dimittat  et  ad  huiusmodi  officii  exercitium  in  dicta 
audientia  amplius  non  admittatur. 


»)  propterea  B.  b)  habitatio  ad  B.  c)  salarinm  B.  d)  attin- 

geret  BPR.        *)  fehlt  BPR.        f)  si  BPR.         i)  ad  BPR.        **)  fehlt  BPR. 


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142  HL  Conetitutiones. 

27.  Et  insuper,  quod  notarius,  qui  notatus  aut  diffamatus  fuerit, 
[quodj a)  malitiose  negligenter  vel  per  dolura  [scripserit]  a)  aliud  quam 
in  processu  aut  in  iudicio  deductura  vel  actum  fuerit  inter  partes,  seu 
diffamatus,  quod  sit  personarum,  in  quarum  causis  scribit,  acceptor 
plus  uni  quam  alteri  favendo  et  ei  cause  secreta  detegendo,  eo  ipso 
a  suo  notariatus  officio  suspendatur,  et  per  auditorem  camere,  cui  hoc 
per  dictum  vicecancellarium  committatur,  summarie  simpliciter  et  de 
piano  de  huiusmodi  infamia  et  aliis  premissis  inquiratur  diligenter; 
et  si  per  inquisitionem  huiusmodi  culpabilis  repertus  fuerit  aut  si  pur- 
gatio  extiterit  indicenda  et  debite  se  non  expurgaverit,  privetur  quibus- 
cunque  officiis,  que  in  dicta  curia  obtinebit,  et  ab  eadem  curia  per- 
petuo  sit  proscriptus  nee  non  in  quingentis  florenis  auri  de  camera 
per  ipsum  elemosinario  Bomani  pontificis  realiter  tradendis  et  in  usus 
pauperum  convertendis  condemnetur ;  et  idem  volumus  de  quibuseunque 
notariis  quorumeunque  cardinalium  iudicum  et  commissariorum  iu  curia 
pro  tempore  deputatorum  inviolabiliter  observari. 

28.  Et  nichilominu8  quod  dicti  notarii  in  exaetione  salariorum 
suorum b)  pro  suis  processibus  et  scripturis  in  causa  huiusmodi 
taxas  super  hoc  ordinatas  per  dictum  Johannem  XXII.  servare 
teneantur;  quod  si  ultra  dietam  taxam  aliqaid  petierint  aut  reeeperint, 
super  excessu  huiusmodi  ad  vicecancellarium  seu  locumtenentem  pre- 
dictum  super  hoc  habeatur  recursus,  qui  vocatis  in  hoc  peritis  excessus 
predictos  iuxta  taxationes  predietas  ad  debitum  reducat  moderamen 
et  medietatem  haius,  quod  excessive  petierint,  a  notariis  exigat  in 
usus  pauperum  convertendam. 

29.  Quodque  pro  citationibus  compulsoriis  et  inhibitionibus  decretis 
in  partibus  procuratoriis  instrumentis  remissionibus  ad  partes  examina- 
tionibus  testium  ek  quibuseunque  aliis  scripturis  bis  scriptis  in  pro- 
cessu nisi  semel  dumtaxat  taxentur  neque  solvantur.  Termini  quoque 
superflui  seu  ultra  debitum  extensi  et  queeunque  alie  superflue  scrip- 
ture  pro  resecatis  habeantur  taxenturque  clausule  et  dictiones  propor- 
tionabiliter,  prout  rationabiliter  poterant  scribi  in  processu;  quodque 
nullus  notarius,  qui  de  petia  note  registri  sententie  definitive  duodeeim 
grossos  Turonenses  reeeperit,  de  petia  instrumenti  super  ea  confecti, 
cum  sit  copia  dicte  note,  nisi  sicut  de  copia  in  publica  forma  redaeta 
iuxta  constitutionem  dicti  Johannis  XXII.  reeipiat.  Et  si  de  petia 
huiusmodi  instrumenti  similes  duodeeim  Turonenses  reeeperit,  de  huius- 
modi nota  sententie  sicut  de  copia  reeipere  possit;  quod  si  contrarium 
attemptaverit,  quod  ultra  reeeperit  parti  restituat  et  totidem  pro  capella 
predictorum   auditorum   vel   cursorum   infra   octo  dies  tunc  immediate 

•)  fehlt  BPH.  b)  suorum  taxationes  BPB. 

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III.  Constitationes.  143 

sequentes  realiter  solvat;  alioquin  a  sui  officii  executione  per  mensem 
sit  suspensus;  quod  si  se  illi  ingesserit,  gravius  per  vicecancellarium, 
prout  sibi  videbitur,  puniatur. 

30.  Verum  cum  sicut  iudicum  sie  et  advocatorum  requiratur  con- 
silium  maturitas  et  circumspectio  magna:  insuper  statuimus  etiam  et 
ordinamus  consimiliter  adyocatam  nullatenus  admittendnm,  nisi  primi- 
tus  servaYerit,  que  in  auditoribus  servari  statuuntur;  quodque  iidem 
advocati  pro  singulis  per  eos  commissionibus  de  iustitia  extra  con- 
sistorium  proponendis  üno  floreno  de  camera  sint  contenti  nee  aliquid 
ultra  petere  sint  ausi;  quod  si  contrarium  fecerint,  illud,  quod  ultra 
exegerint,  partibus  restituere  et  totidem  dare  pauperibus  teneantur. 

31.  Et  quod,  si  quis  advocatus  in  consistorio  proponat  aliqua,  que 
de  sui  natura  sint  iniuriosa  et  in  alterius  diffamationem  et  notam 
cedant,  licet  hoc  in  commissione  sive  supplicatione  per  ipsum  propo- 
nenda  scriptum  fuerit,  nisi  pars  priocipalis,  cuius  nomine  proponitur, 
sit  presens  et  dicat  et  asserat  hoc  facere  proponi  ad  effeetam  aecusandi 
vel  partem  denuntiatoris  assumendi  in  forma  iuris  seu  eius  procu- 
rator  ad  hoc  habens  mandatum  speciale  aut  sint  substantialia  cause, 
ipse  actione  iniuriarum  teneatur  ei,  contra  quem  Organum  vocis  sue 
prestiterit  et  in  decem  florenis  camere  apostolice  condemnatus  existat. 
Quodque  si  quis  advocatus  in  consistorio  vel  audientia  procax  clamo- 
rosus  iniuriosus  aut  tumultuosus  fuerit  vel  etiam  temere  vel  imniode- 
rate  se  ingerat  replicationi  aut  defensioni  causarum  in  consistorio  sine 
requisitione  et  informatione  partis,  eo  ipso  sit  ab  eius  officio  suspen- 
sus  per  duos  menses  et  quinque  florenos  camere  pro  qualibet  vice, 
qua  hoc  egerit,  eidem  camere  polvere  sit  adstrictus. 

32.  Ceterum  quod  si  duo  advocati  unam  causam  defendant  in 
consistorio ,  eorum  alter  dumtaxat  replicet  a) ;  habeant  tarnen  prius 
consultationem  ad  invicem  vel  in  ipso  consistorio  insimul  se  iungant, 
ita  quod  si  proponens,  alias  reallegans,  aliquid,  quod  faciat  ad 
cause  jäefensionem,  omittat,  aliusb)  submissa  voce  et  sine  tumultu 
hoc  ^gibi  dicat,  ita  quod  in  hiis  et  similibus  iunior  semper  deferat 
a?iiäquiori  advocato,   nisi  ex  causa  aliter  inter  eos  fuerit  concordatum. 

/       33.  Preterea  statuimus  et  etiam  ordinamus,  quod  nullus  ad  publi- 

,J  cum  procurationis c)  officium  in  eadem  curia  de  cetero  admittatur,  nisi 

in  eodem  officio  in  dieta  curia  sit  exercitatus  et  practicus  aut  in  iure 

,'  graduatus  ac  de  diligentia  fidelitate  et  probitate  commendatus  et  super 

|  hiis  et  aliis  ad  huiusmodi  officii  exercitium  necessariis  per  vicecancel- 

i  larium  uno  vel  duobus  ex  auditoribus  et  totidem  ex  advocatis  predictis 

■  *)  alteri  tantum  duplicetur  B.  b)  aliud  B.  c)  procuratioaum  B. 

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144  ID.  Conetitutiones. 

ad  id  vocatis  et  presentibus   fuerit  diligenter  examinatus   et  repertus 
idoneus. 

34.  Et  quod  nullus  ex  dictis  procuratoribus  sit  iniuriosus  verbo 
vel  scriptum  in  causarum  patrocinio  nee  causas,  quas  noyerit  iniustas 
seu  iniquas  vel  alias  desperatas,  recipiata)  nee  pro  causarum  defen- 
sione  ad  eas  diutius  malitiose  protrahendas  materias  subiungat  admis- 
sibiles,  quas  non  veras  esse  sciat  aut  credat  vel  probabiles  per  partem 
suam,  quod  presumi  poterit,  videlicet  si  pars,  pro  qua  causa  ducitur, 
debilem  aut  minus  plenam  informationem  dederit  aut  miserit  super  ea. 
Quod  si  quis  procuratorum  predictorum  in  hoc  eulpabilis  repertus 
fuerit,  per  cause  auditorem  vel  iudicem,  qui  hoc  noverit  aut  in  altero 
premissorum  eum  deprehenderit  seu  si  hoc  neglexerit,  per b)  vicecancel- 
larium  vel  eius  locumteneutem,  quando  sibi  de  hoc  constiterit,  perpetuo 
vel  ad  tempus,  prout  casus  exiget,  a  procurationis  officio  in  dieta  curia 
suspendatur  et  alias  seeundum  casus  exigentiam  per c)  predictum  vice- 
cancellarium  vel  locumtenentem  puniatur.  Idem  volumus,  si  procurator 
per  corruptionem  vel  aliam  malitiam  in  causis,  quas  defendendas  sus- 
ceperit  et  eas  seien  ter  vel  per  eius  negligentiam  perdiderit  in  lesionem 
iuris  sue  partis,  observari ;  quo  casu  ad  queeunque  damna  et  expensas 
ultra  predieta  eidem  parti  restituenda  teneatur;  similiter  in  procura- 
tores,  qui  postquam  pro  una  parte  causam  duxerint,  eam  contra  ipsam 
et  pro  eius  adversa  parte  defendunt  et  dueunt. 

35.  Quodque,  si  quis  ex  procuratoribus  predictis  vel  aliis  post 
appellationem  interpositam  in  dieta  curia  huiusmodi  appellationis  cau- 
sam finxerit  esse  commissam,  ut  partem  adversam  deeipiat  et  eam  ad 
dicendum  contra  huiusmodi  ficfcaiü  commissionem  citari  fecerit,  in 
viginti  florenis  camere  puniatur  in  piis^tfpßribus  per  manum  elemo- 
sinarii  predicti  convertendis ;  et  quod  huiusmoäi  procuratores,  qui,  ut 
lites  diutius  durare  faciant,  fictis  appellationibus^^commissionibus 
utuntur,  nisi  probaverint  causas  appellationum  et  commiM&jn11111  huius- 
modi veras  esse  et  ipsas  relevantes  ad<*)  iuris  sui  declarationei?^ iudici* 
vel  vicecancellarii  seu  presidentis  predictorum  arbitrio  punian^i  ut 
parti  adverse,  quam  indebite  vexarint,  de  damno  et  interesse?Ve 
propterea  ineurrerit,  teneantur.  ^ 

36.  Verum  cum  dicti  procuratores  gravia  gerant  negotia,  simüiter    . 
in  monbus  graves  in  gestu  habitu  et  conversatione  honesti  esse  debent,     N 
quod  prefati  procuratores  in  habitu  decenti  et  honesto  ac  statu  secu- 
lan  et  convenienti  incedant  tabernas  non  frequentantes  nee  sint  con- 
cubmarn.  Si  quis  autem  contrarium  fecerit,  ab  huiusmodi  procurationis 
otüciojper  auditores   iudices   et   commissarios    prefatos   repellatur   et 

*)  reeipiant  B  P  R.  b)  vel  ß  P  R<  c)  ftMt  ß  p  R  d}  et  ^  B  P  r. 


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III.  Constitutiones.  145 

penitus  excludatur  et  alias  per  dictum  vicecancellarium  vel  eius  locum- 
tenentem  animadversione  debita  puniatur. 

37.  Et  nichilominus  quod  de  cetero  nullus  in  sacerdotio  consti- 
tutus  aut  dignitatem  vel  personatum  cathedralis  vel  collegiate  ecclesie 
pacifice  obtinens  ad  huiusmodi  procurationis  officii  exercitium  quo- 
modolibet  admittatur  nee  in  eo  toleretur;  et  si  de  hoc  in  causis  per 
partem  adversam  data  fuerit  exceptio4),  extunc  processus  non  valeat; 
eadem  tarnen  pars  adversa  de  sua  huiusmodi  causa  defensione  confisa 
iterato  de  novo  in  eam  causam  vocetur,  nisi  sit  in  dieta  curia  alius 
procurator,  qui  onus  cause  huiusmodi  in  se  velit  suseipere  defendende. 

38.  Ceterum  cum  advocati  et  procuratores  predicti  iuxta  sui  laboris 
meritum  sint  premiandi:  statuimus  et  etiam  ordinamus,  quod  in  causis 
in  quibus  simpliciter  et  de  piano  aut  per  audientiam  contradietarum 
sive  in  contumaciam  partis  adverse  vel  alias  in  causis  levibus,  in  qui- 
bus non  sit  magna  iurium  discussio,  advocati  in  prima  XX  in  seeunda 
XII  in  tertia  instantia  octo  ac  procuratores  similiter  in  prima  decem 
et  in  seeunda  Septem  ac  in  tertia  instantia  huiusmodi  quatuor  florenis 
similibus  sint  contenti. 

39.  Preterea  volumus  et  etiam  ordinamus  decem  grossos  Turo- 
nenses  circa  taxani  litterarum  apostolicarum  et  penitentiarie  predietarum 
ac  minutarum  earundem  litterarum  apostolicarum  nee  non  in  bulla  et 
regestris  apostolicis  ac  dicte  penitentiarie  nee  non  salarii  notariorum 
et  aliorum  quorumlibet  pro  uno  dumtaxat  floreno  de  camera  computari. 

40.  Verum  ut  huiusmodi  nostre  constitutiones  et  ordinationes  ad 
omnium  perveniant  notitiam:  eas  in  audientia  predieta  siugulis  annis 
in  kalendis  octobris  publicari  nee  non  in  libris  cancellarie  predicte 
inscribi  et  registrari  volumus  per  presentes.     Nulli  ergo  etc. 

Datum  Gebennis  kalendis  septembris  pontificatus  nostri  anno  primo.b) 

xxvn. 

Martin  V.  bestätigt  die  inserirten  Bullen  Clemens'  VI.,  denen  zufolge  die 
Scriptoren  der  päpstlichen  Kanzlei  als  familiäres  des  Papstes  gelten  und  bezüg- 
lich der  Befreiung  von  fremder  Gerichtsbarkeit  sich  derselben  Vorrechte  erfreuen 
sollen  wie  die  nuntii  und  ofQciales. 

1419  September  15,  Florenz. 
„Olim  felicis". 
Cod.  Barberin.  XXXV.  69  p.  238. 

xxvui. 

Martin  V.  wiederholt  die  Aufhebung  jeder  Neuernennung  von  Scriptoren, 
bis  die  frühere  Zahl  von  100  erreicht  sei. 


a)  exceptore  BPR.  b)  seeundo  P. 

Tan  gl,  P&pstl.  Kanzleiordnangen.  \Q 


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146  HL  Constitutiones. 

1419  December  21,  Florenz. 
„Meditacio  nostra." 

Cod.  Barberin.  XXXV.  69  p.  240. 

.  .  .  „Per  admissioneni  autem  dilectorum  filiorum  Jacobi  Bailini,  Johannis 
de  Vado,  Francisci  de  Vollate,  Michaelis  Paquanti  et  Bertoldi  de  Ghelria  ac 
duorum  aliorum  per  nos  nominandorum  et  admittendorum  ad  prefatum  officium, 
cum  illud  per  alicuius  ex  prefatis  scriptoribus  liberam  reaignationem  vel  alio 
quovia  modo  vacare  contigerit,  ac  unius  alterius,  qui  forsan  in  locum  dilecti  filii 
magistri  Johannis  de  Feys  dictarum  litterarum  scriptoris  et  datarii  nostri  conti- 
gerit impo8terum  surrogari,  non  intendimus  privilegiis  de  centum  tantum  scripto- 
ribus concessis  in  aliquo  derogari". 

XXIX. 

Martin  V.  ordnet  unter  theilweiser  Wiederholung  und  Ergänzung  der  Bulle 

„In  apo8tolice  dignitatis"  und  unter  Widerrufung  einer  unbekannten  Constitution 

vom  4.  Februar  1423  den  Geschäftsgang  in  der  Kanzlei  und  der  Audientia  sacri 

palatii. 

1423  März  1,  Rom,  St.  Peter. 

Cod.  Barberin.  XXXV.  69  p.  253  (B)  Originaleintragung  mit  der  Ueber- 
schriit:  Nove  reformationes  facte  super  officialibus  curie  Romane  tempore  Mar- 
tini V.  anno  Vi. 

Ciampini  1.  c.  12  unvollständig  (No.  1—10,  14—16);  Bull.  Rom.  Ed.  Taurin. 
4,709  unvollständig  (No.  17— Schluss)  beide  undatirt.  Vgl.  Ottenthai,  Die  Bullen- 
register Martin  V.  und  Eugen  IV.,  Mitth.  des  Instituts  f.  österr.  UF.  Egb.  1,558 
A.  3.  (Ergänzung  zu  Ciampini,  unten  No.  12.) 

Die  Constitution  vom  4.  Februar  1423,  auf  welche  in  der  Einleitung  unserer 
Bulle  Bezug  genommen  wird,  ist  uns  nicht  erhalten.  Wahrscheinlich  unterblieb 
ihre  Eintragung  ins  Kanzlei  buch  überhaupt,  und  mau  schritt  vielmehr  an  eine 
theilweise  Umarbeitung,  die  bereits  drei  Wochen  später  am  1.  März  1423  pub- 
licirt  und  danach  im  Kanzleibuch  verewigt  wurde.  Möglicherweise  wurde  auch 
die  bereits  erfolgte  Eintragung  gründlich  getilgt. 

Martinus  episcopus  servus  aervorum  dei  ad  perpetuam  rei  memoriam. 

Roinani  pontiticis  Providentia  circumspecta  nonnunquam  gesta 
per  eam  rationabilibus  et  honestis  suadentibus  causis  moderatur  et 
commutat  in  melius,  prout  iu  domino  conspicit  salubriter  expedire. 
Nuper  siquidem  videlicet  II.  uonas  februarii  pontificatus  nostri  anno 
sexto  quedani  constitutiones  et  ordiuationes,  que  reformationeni  offi- 
cialium  Romane  curie  concernere  videbantur,  in  audientia  litterarum 
contradictarum  lecte  fuerunt  et  etiam  publicate.  Et  quia  nonnulla 
nimium  rigorosa  continebantur  in  Ulis  que  in  ipsorum  officialium 
nimis  grave  dispendium  et  preiudiciuin  redundabant,  eas  per  nostre 
provisionis  officium  habitaque  super  hiis  deliberatioue  matura  in  melius 
duximus  commutandas. 

1.  lllas  igitur  constitutiones  et  ordinationes  ut  premittitur  publi- 
catas   auctoritate   presentium    perinde   haberi  volentes,   ac  si  in  eadem 


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III.  Constitutiones.  147 

audientia  lecte  et  publicate  minime  extitissent  et  a  nobis  nullatenus 
emanassent,  infr&scriptas  constitutiones  et  ordinationes  nostras  in  eadem 
audientia  legi  et  publicari  volumus  et  iubemus  easque  precipimus  ab 
omnibus  inviolabiliter  observari.  Et  licet  felicis  recordationis  Joannes 
XXII.  Benedictus  XII.  et  Gregorius  XI.  Eomani  pontifices  predecessores 
nostri  nonnullas  constitutiones  et  ordinationes  circa  regimen  et  guber- 
nationem  .officialium  et  officiariorum  eiusdem  curie  laudabiliter  edide- 
rint,  quia  tarnen  ille  mundi  crescente  malitia  aut  debite  non  obser- 
vantur  aut  additionibus  utilibus  indigere  noscuntur:  nos  super  hiis 
intendentes,  prout  ex  debito  pastoralis  officii  obligamur,  salubriter 
providere,  constitutiones  et  ordinationes  dictorum  predecessorura  aucto- 
ritate  apostolica  tenore  presentium  innovantes  eas  cum  additionibus 
infrascriptis,  quas  vim  perpetue  constitutionis  habere  decernimus,  pre- 
cipimus firmiter  observari  mandantes  exnunc  venerabili  fratri  nostro 
Joanni  episcopo  Ostiensi  sancte  Romane  ecclesie  vicecancellario  et  in 
cancellaria  apostolica  presidenti  eorumque  successoribus,  quatenus  illas 
faciant  diligentius  observari. 

2.  Que  ut  attentius  observentur,  statuimus,  quod  singuli  sedis 
apostolice  notarii  et  tarn  predicte  quam  palatii  apostolici  causarum 
audientiarum  auditores  corrector  scriptores  abbreviutores  litterarum 
apostolicarum  advocati  procuratores  et  notarii  causarum  dicti  palatii 
necnon  senescallus,  qui  custos  est  dicte  cancellarie,  constitutiones  et 
additiones  predictas  infra  mensem  a  die  publicatiouis  presentium  com- 
putaudum  secum  habere  et  de  hoc  infra  alium  mensem  immediate 
sequentem  dictum  vicecancellarium  certificare  et  alia  circa  premissa 
facere  et  observare  teneantur,  prout  in  constitutionibus  dictorum  pre- 
decessorum  ac  presentibus  plenius  continetur. 

3.  De  cancellaria.  Statuimus  igitur  et  etiam  ordinamus, 
quod  onines  et  siugule  littere  in  cancellaria  apostolica  expediende  pre- 
sertim  ille  que  gravis  materie  fuerint,  coram  omnibus  ad  hoc  deputatis 
intelligibiliter  legautur  unusque  supplicationem  teneat,  alter  legat  lit- 
teram  expediendam,  vicecancellario  aut  presidenti  cancellarie  et  deputatis 
ipsis  audientibus,  qui  ad  hoc  sint  attenti,  et  sie  litteris  expeditis  cum 
siguo  abbreviatoris,  vicecaucellarius  vel  eins  locumtenens  etiam  aliquod 
signum  ponat  in  signum  expeditionis  earum ;  aliter  nulla  littera  trans- 
mittatur  ad  bullam. 

4.  Idem  etiam  de  litteris  iustitie  per  illos,  ad  quos  earum  expe- 
ditio  pertinet,  precipimus  observari. 

5.  Sane  cum  deceat  abbreviatores  litterarum  apostolicarum  assistentes 
vicecancellario  et  locumtenenti  ac  presidenti   predictis  in  earum  expe- 

5—7.    Theilweise  wörtlich  gleichlautend  mit  XXVI.  8 — 11. 

10- 


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148  Dl.  Cönstitutiones. 

ditione  et  abbreviature  officio  prudentes  et  probos  fore  peritos  pariter 
et  expertos:  similiter  statuimus  et  etiam  ordinamus,  quod  nullus  de 
cetero  ad  assistendum  vicecancellario  seu  locumtenenti  et  presidenti 
predictis  in  ipsarum  litterarum  expeditione,  nisi  per  maiorem  partem 
abbreviatorum  dicto  vicecancellario  tunc  assistentium  primitus  exami- 
natus  fuerit  et  ad  id  repertus  sufficiens  in  stilo  peritus  expertus  et 
idoneus,  admittatur;  quodque  prefati  assistentes  hora  super  hoc  per 
vicecancellarium  predictum  deputanda  singulis  diebus,  quibus  cancellaria 
tenebitur,  ad  eam  venire  et  in  ipsa  cancellaria,  quousque  tenebitur, 
residere  debeant,  nee  interim  ab  ea  recedere  possint,  nisi  forsan  legi- 
time fuerint  impediti  vel  super  hoc  specialem  licentiam  habuerint  a 
vicecancellario  aut  locumtenente  vel  presidente  predicto.  Qui  vero  ea 
non  obtenta  et  cessaute  excusatione  legitima  eisdem  diebus  ad  cancel- 
lariam  non  venerint,  quatuor  grossos  singulis  diebus,  quibus  venire 
neglexerint,  pro  pena  contempti  statuti  huiusmodi  infra  tres  dies  tunc 
immediate  sequentes  solvere  teneantur;  et  hoc  idem  per  alios  abbre- 
viatores  sufficientes  ad  continuandum  cancellariam  eandem  per  assistentes 
prefatos  ex  aliis  abbreviatoribus  eligendis  nee  non  in  officiales  dicte 
cancellarie  sub  simili  pena  volumus  observari. 

6.  Statuimus  insuper  et  etiam  ordinamus,  quod  senescallus  pre- 
dictus  iuramentum  in  manibus  eiusdem  vicecancellarii  in  sua  primeva 
reeeptione  ad  officium  senescallie  seu  custodie  cancellarie  predicte  et 
deinde  singulis  annis  de  huiusmodi  officio  fideliter  exercendo  et  alias 
iuxta  formam  iuramenti  predicti  per  nos  noviter  editam  et  in  libro 
cancellarie  descriptam  prestare  teneatur;  quodque  ipse  in  quibuseunque 
litteris  de  gratia  diem  reeeptionis  earura,  qua  sibi  in  cancellaria  ipsa 
presentabuntur,  inscribat  et  pro  scriptura  huiusmodi  nihil  reeipiat  etiam 
sponte  oblatum  litterasque  predietas  seeundum  ordinem  scriptionis 
earum  sine  fraude  in  expeditione  presentet  nee  litteras  rotulos  aut 
supplicationes  in  ipsarum  litterarum  expeditione  sibi  traditas  seu  tra- 
ditos  ante  vel  post  dietarum  litterarum  expeditionem  in  prefata  can- 
cellaria celabit  vel  malitiose  retinebit  seu  earundem  litterarum  expe- 
ditionem differet  aut  retardabit  per  se  vel  alios  quovis  modo  contra 
ordinem  supradictum.  Quod  si  contrarium  scienter  fecerit,  eo  ipso 
ineurrat  penam  ab  eius  officio  suspensionis  ad  tempus  arbitrio  dicti 
vicecancellarii  moderandum.  Et  si  senescallus  predictus  contra  huius- 
modi suum  iuramentum  fraude  vel  dolo  aliqua  fecisse  diceretur,  quia 
de  talibus  et  similibus  delictis,  que  secrete  committuntur,  non  potest 
sine  difricultate  constare:  si  quinque  ex  scriptoribus  vel  abbreviatoribus 
supradictis  non  suspecti  et  bone  fame  et  boni  nominis  ipsum  sene- 
scallum  huiusmodi  suum  officium  illegaliter  et  alias  ut  prefertur  exer- 


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m.  Conßtitutiones.  149 

cuisse  deponant,  et  ad  hoc  vocatus  suo  privetur  officio  et  de  alio  pro- 
videatur  idoneo,  qui  prestet  simile  iuramentum.  Et  insuper,  quod 
nullus  alius  quam  ipse  senescallus  aliquam  litteram  gratiam  continentem 
expediendam  in  loco  expeditionis  ponat,  nisi  hoc  forsan  de  mandato 
nostro  aut  vicecancellarii  seu  presidentis  eiusdem  licentia  aut  speciali 
commissione  procederet;  et  quicunque  posuerit,  sit  per  annum  ab 
officio  suo  suspensus;  et  si  durante  suspensione  huiusmodi  officio  se 
immiscuerit,  illo  privatus  existat. 

7.  Preterea  statuimus  et  etiam  ordinamus,  quod  nulla  ex  consti- 
tutionibu8  dicte  cancellarie  cuiquam  detur,  ut  de  ea  in  iudicio  vel  alibi 
fidem  faciat,  nisi  prius  per  assistentes  eosdem  dandam  esse  fuerit 
iudicatum;  et  tunc  per  duos  ex  eis  videatur  et  signetur  in  dorso  ac 
per  duos  ex  abbreviatoribus  in  forma  solita  auscultetur  cum  libro 
predicto,  qui  se  subscribant  in  eadem,  et  deinde  signo  eiusdem  vice- 
cancellarii more  solito  signetur a)  et  parti  petenti  tradatur;  pro  qua 
quidem  constitutione  ultra  quinque  grossos,  quorum  XVI  valeant  unum 
florenum  auri  de  camera,  pro  signo  sigillo  scriptura  et  alias  per  secre- 
tarium  vel  cubicularios  dicti  vicecancellarii  aut  locumtenentis  et  sene- 
scallum  prefatum  nullatenus  recipiatur  vel  etiam  exigatur.  Prohibemus 
autem  regulas  dicte  cancellarie,  que  solum  concernunt  modum  expe- 
ditionis litterarum,  cuiquam  dicto  modo  concedi. 

8.  Ceterum  quia  constitutiones  nostre  et  dictorum  predecessorum 
per  nos  innovate  sunt  in  dicta  cancellaria  descripte,  ut  ex  dicta  cau- 
cellaria  per  manus  ipsius  viceoancellarii  securius  et  certius  de  illis  fides 
habeatur  et  indigentibus  transumptum  in  forma  publica  per  manus 
dicti  vicecancellarii  concedatur,  cum  nonnulli  notarii  sub  instrumentis 
suis  illarum  tradant  copiam  petentibus,  in  quibus  possent  facilius  esse 
fraudes  et  pericula:  statuimus,  quod  nulli  transumpto  dictarum  con- 
stitutionum  fides  adhibeatur  in  iudicio  vel  alibi,  nisi  per  manus  pre- 
fati  vicecancellarii  ut  premittitur  fuerit  expeditum. 

9.  Preterea,  ut  littere  iustitiam  concernentes  absque  partium 
damno  ac  brevius  expediantur,  similiter  statuimus  et  etiam  ordinamus, 
quod  cancellaria  litterarum  iustitie  singulis  septimanis  saltem  semel, 
prout  antiquitus  teneri  consuevit,  teneatur;  ad  quam  notarii  dicte 
sedis,  qui  sex  numero  esse  debent,  eorumque  et  alii  in  formandis  notis 
in  iustitia  vel  in  iure  sufficientes  abbreviatores,  quorum  nomina  in 
pitaphio  abbreviatorum  dictarum  litterarum  sint  inscripta,  accedere 
nee  non  doctores  famosi  etiam  prelati  ac  practici  in  dicta  curia  tunc 


*)  von  anderer  Hand  corr.  aus  signatas. 
9.  Vgl  o.  XXVI.  12. 


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150  HL  Constitutione s. 

presentes  debeant  convocari,   prout  hactenus  extitit  laudabiliter  obser- 
vatum. 

10.  Et  quoniam  multi  sunt  abbreviatores  et  eorum  aliqui  oraüino 
imperiti,  aliqui  minus  quam  oporteat,  aliqui  nunquam  abbreviature 
exereent  officium,  vicecancellarius  et  presidens  prefati,  qui  talium  habent 
notitiam,  hoc  studeant  efficaciter  observare,  quod  omnino  imperitis 
hiis,  qui  non  consueverunt  dictum  officium  personaliter  exercere,  nullas, 
peritioribus  autem  difficilioris  materie  et  etiam  illas  maioris  taxe  sup- 
plicationes  pro  minutis  fiendis  distribuant,  ne  propter  abbreviatoris 
imperitiam  sint  littere  rescribende,  caveantque,  ue  propter  favorem 
alicuius  minus  periti  eidem  supplicationes  magne  taxe  distribuantur, 
cum  sit  rationi  contrarium,  quod  plus  mercedis  accipiat,  qui  minus 
seit  aut  valet  laboris  impendere. 

11.  De  litteris  rescribendis.  Verum  licet  super  litteris  reseri- 
bendis  expensis  illorum,  per  quorum  eulpam  iudicate  fuerint  rescri- 
bende, plura  statuta  sint  ab  eisdem  predecessoribus  salubriter  ordiuata, 
que  propter  defectum  executionis  carent  effectu:  statuimus,  quod  in 
omni  littera  iudicata  rescribenda  scribatur  nomen  illius  abbreviatoris 
vel  scriptoris,  per  cuius  eulpam  iudicata  fuerit  rescribenda.  Et  super 
hoc  rescribendarius  litterarum  apostolicarum  pro  tempore  existens 
regestrum  facere  teneatur,  in  quo  ex  officio  hoc  idem  scribatur,  desi- 
gnando  litteram  et  personam  culpabiles  ipsamque  litteram  rescriben- 
dam  mittat  ad  illum,  per  cuius  eulpam  aeeiderit,  vel  eidem  in  cancel- 
laria,  si  presens  fuerit,  tradat  ipseque  presens  infra  tres,  absens  vero 
iufra  quatuor  dies  et,  si  illis  diebus  non  teneatur  cancellaria,  in  pro- 
xima  die,  qua  illam  teneri  contigerit,  rescriptam  suis  expensis  parti 
reddere  teneatur.  Alioquin  duorum  florenorum  camere  penam  ineurrat, 
quam  infra  duos  dies  post  lapsum  termini  reddende  littere  rescripte 
computatori  vel  alicui  alteri  ad  hoc  per  ipsum  vicecancellarium  depu- 
tando  sub  pena  dupli  solvere  teneatur.  Et  douec  de  premissis  satis- 
fecerit,  nulla  supplicatio  abbreviatori  nullaque  minuta  scriptori  culpa- 
bili  per  vicecaucellarhim  vel  locumtenentem  predictum  distribuatur,  et 
scriptor  ipse  interim  ab  omni  emolumento  officii  sui  sit  suspensus.  Et 
de  hiis,  qui  penam  ineurrerint,  rescribendarius  computatorem,  compu- 
tator  autem  vicecancellarium  predictum  infra  diem  naturalem  certificare 
teneatur.  Et  de  premissis  servandis  ipsi  vicecancellarius  et  presidens 
sint  attenti,  rescribendarius  vero  computator  vel  alius  loco  sui  ad  hoc 
forsitan  deputandus  illa  iurent,  quantum  ad  eos  pertinebit,  fideliter 
observare.   Penas  autem  huiusmodi  eorundem  scriptorum  capelle  volumus 


11.  Vgl.  o.  XXVI.  3,5. 

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III.  Con8titutione8.  151 

applicari.  Si  vero  pars  aut  prosecutor  talis  littere  illam  sibi  tradi 
maluerit  et  facere  per  quem  volet  rescribi,  reddatur  eidem,  ut  moris 
est;  quo  casu  cessent  pene  predicte. 

12.  De  registris  et  bulla.  Item  cum  littere  apostolice  pro 
sola  taxa  illarum  debeant  registrari  nicbilque  nisi  taxa  ipsarum  Iitte- 
rarum  exigi  debeat,  cum  earum  scriptores  sallarium  habeant  deputatum, 
et  intellexerimus,  quod  tarn  prefati  quam  alii  in  registro  supplicacionum 
scriptores  supplicationes  et  litteras  ipsas  aut  nolunt  aut  nimium  diffe- 
runt  registrare,  nisi  prius  data  eis  a  partibus  aliqua  pecunia,  et  novis- 
simas  prioribus  preferunt:  hoc  fieri  de  cetero  districtius  inhibemus 
statuentes,  quod  supplicationes  et  littere  predicte  ad  registra  delata  prius 
omnes  registrentur  quam  alie  quecunque,  que  postmodum  ad  ipsa  registra 
deferuntur,  nisi  forte  magistri  registrorum  ipsorum  ex  aliqua  racionabili 
causa  aliquas  supplicaciones  vel  litteras  prius  mandaverint  registrari. 
Et  ita  iurent  scriptores  dictorum  registrorum  cum  ad  illud  officium 
de  cetero  assumentur,  fideliter  observare  ipsique  magistri  id  faciant 
districtius  observari. 

13.  Similiter  statuimus  et  etiam  ordinamus,  quod  bullatores  seu 
custodes  bulle  dictarum  litterarum  pro  ipsis  litteris  bullandis  gratiam 
sive  iustitiam  continentibus  ultra  taxam  antiquam,  quam  videlicet 
tempore  Gregorii  XI.  predecessoris  pro  similibus  litteris  recipere  con- 
sueverant,  niehil  amplius  recipiant.  Item  de  littera  duplicata  ultra  IUI 
itemque  de  littera  correcta  defectu  partis  iteruni  bullanda  ultra  VIII 
nee  n on  de  litteris  aliis  bullatis  et  iterum  uon  tarnen  propter  defectu m 
partis  bullandis  et  in  dicto  registro  corrigendis  ultra  unum  Turonenses 
grossos  recipere  aut  exigere  non  presumant;  idemque  per  registratores 
litterarum  predietarum,  qui  pro  sumpto  euiuseunque  gratie  ex  registris 
eisdem  ultra  unum  florenum  de  camera  et  unum  grossum  Turonensem 
exigere  nequeant,  preeipimus  observari.  Quod  si  prefati  registratores 
litteras  registrandas  causa  aliquid  exigendi  vel  extorquendi  a  prosequen- 
tibus  ipsas  plus  debito  differant  facere  registrari  vel  eas  de  mala  ex- 
peditione  maliciose  redarguant  aut  in  salariis  clericorum  in  registro 
scribentium  partieipent  seu  ultra  taxas  litterarum  ipsarum  directe  vel 
indirecte  aliquid  nitantur  exigere  ultra,  quam  ab  antiquo  consuetum 
sit,  sententiam  exeommunicationis  ineurrant,  a  qua  mortis  casu  excepto 
per  alium  quam  Komanum  pontificem  absolvi  non  possint.  Et  insuper, 
si  hoc  per  testes  vel  alias  presumptione  violenta  probari  poterit,  officio 
suo  priventur  per  iudicem,  cui  per  nos  seu  de  mandato  nostro  huius- 
modi  causa  committetur,  quodque  clerici    predicti,  qui  litteras  eis  tra- 


12-13.  Vgl.  o.  XXVI.  14,15. 

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152  Iß-  Con8titutione8. 

ditas  infra  tres  dies  extunc  immediate  sequentes  cessante  impedimento 
legitimo  non  registraverint,  a  dicto  registro  penitus  sint  amoti. 

14.  De  scriptoribus  et  abbreviatoribus.  Quoniam  scripto- 
rum  apostolicarum  et  penitentiarie  nostre  litterarum  ipsarumque  litte- 
rarum  apostolicarum  abbreviatorum  moderno  tempore  excessivus  est 
numerus,  quorum  nonnulli  imperiti  plurimique  a  dicta  curia  sant  ab- 
sentes,  quidam  etiam  episcopi  et  prelati  dictarum  litterarum  tenent 
officia:  statuimus  et  etiam  ordinamus,  quod  nullus  deinceps  ad  aliquod 
officiorum  huiusmodi  assumatur,  nisi  prius  per  diligentem  examiua- 
tionem  dicti  vicecancellarii  aut  super  hoc  deputandorum  ab  eo  in 
scriptura  litteratura,  prout  requiret  officium,  vita  moribus  et  laudabili 
fama  repertus  fuerit  utilis  et  idoneus  ad  huiusihodi  officium  exercen- 
dum ;  quodque  notariis  dicte  sedis  episcopis  abbatibus  et  aliis  superio- 
ribus  prelatis  predicta  officia  vel  aliquod  ex  eis  non  conferantur  de 
cetero;  volentes  et  etiam  decernentes,  quod  absentes  scriptores  et 
abbreviatores  dictanim  litterarum  sua  officia  presentialiter  obtinentes, 
qui  infra  annum  a  die  publicationis  presentium  computandum  ad  exer- 
cendum  personaliter  officium  suum  ad  curiam  reversi  non  fuerint  et 
resederint  in  eadem,  nisi  forsan  de  nostra  aut  ipsius  vicecancellarii 
speciali  licentia,  de  qua  per  nostras  aut  eius  patentes  litteras  constet, 
fuerint  absentes  seu  alias  legitime  impediti,  eo  ipso  suis  officiis  sint 
privati;  districtius  inhibentes,  ne  post  privationem  huiusmodi  ipsis 
scriptoribus  vel  abbreviatoribus  quicquam  distribuatur  per  ipsum  vice- 
cancellarium  vel  taxatores  huiusmodi  litterarum. 

15.  Et  quia  notarii  dicte  sedis,  ad  quorum  officium  plurimarum 
litterarum  confectio  et  expeditio  pertinent,  illas  per  se  facere  nequeunt 
sed  per  abbreviatores  fieri  faciunt,  quos  aliquando  minus  peritos  reci- 
piunt,  unde  plura  quandoque  inconvenientia  subsecuntur:  statuimus, 
quod  nullus  notarius  de  cetero  huiusmodi  abbreviatorem  recipiat  nisi 
prius  auctoritate  vicecancellarii  per  alios  abbreviatores  sibi  assistentes 
examinatus  repertus  fuerit  idoneus  et  approbatus  ac  deinde  ipsi  notario 
per  dictum  vicecancellarium  assignatus.  In  ceteris  vero  premissa  con- 
cernentibus  constitutiones  dictorum  predecessorum  firmiter  observentur. 

16.  Et  quoniam  aliquando  contingit,  quod  littere  apostolice  ex- 
cessive  taxantur  vel  ab  eisdem  notariis  abbreviatoribus  vel  scriptoribus 
excessivum  petitur  sallarium:  statuimus,  quod  si  pars  de  excessu  in 
premissis  velit  conqueri,  ante  expeditionem  vel  post  apud  vicecancel- 
larium vel  presidentem  predictum  conqueratur;  qui  habito  consilio  cum 
assistentibus  prelibatis  iudicet  de  excessu,  et  si  invenerit  litteram  ex- 
cessive  taxatam  aut  exactam  pecuniam,  reddi  faciat  parti  lese  ab  illo, 

15.   Vgl.  o.  XXVI.  4. 

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III.  Conetitutiones.  153 

qui  per  taxam  excessive  recepit,  excessum.  Taxator  vero  excessivus  de 
excessu  arbitrio  dicti  vicecancellarii  puniatur.  Si  vero  aliqui  ex  notariis 
dicte  sedis  per  se  vel  suos  abbreviatores  litteras,  quorura  confectio  et 
expeditio  ad  eos  pertinent  et  quas  unus  ex  eis  taxare  consuevit,  ex- 
cessive taxaverit  aut  ultra  debitum  quicquam  exegerit,  deposita  per 
partem  apud  ipsum  vicecancellarium  querimonia  de  simili  excessu  eius 
arbitrio  puniatur. 

17.  De  iustitia  et  ministris  eius.  De  auditoribus  autem 
causarum  palatii  apostolici  et  aliis  in  Romana  curia  iudicibus  eorumque 
notariis  constitutiones  dictorum  predecessorum  super  hoc  laudabiliter 
editas  volumus  firmiter  observari;  quas  auditores  et  notarii  predicti 
apud  se  cum  ceteris  constitutionibus  huiusmodi  teneantur,  ut  prefertur, 
habere  et  circa  illarum  observationem  diligenter  intendere.  Verum  si 
quis  ex  eisdeni  auditoribus  de  premissarum  constitutionum  transgressione 
seu  de  precipitatione  iustitie  negligentia  corruptione  et  munerum  ac- 
ceptione  notatus  fuerit  seu  vagus  aut  alias  male  vel  inhoneßte  versetur 
in  dicta  curia,  per  prefatum  vicecancellarium  vel  eius  vicegerentem 
caritative  moneatur,  ut  ab  hiis  abstineat  et  se  emendet  bonamque 
famam  acquirere  studeat  et  in  vita  laudabili  perseveret.  Quod  si  sie 
monitus  se  emendare  neglexerit  et  per  tres  menses  continuos  post 
monitionem  huiusmodi  eadem  nota  vel  infamia  respersus  in  proposito 
sue  opinionis  permaneat,  per  vicecancellarium  aut  vicegerentem  pre- 
dictum  cause  sibi  nullatenus  committantur ;  et  si  per  alios  tres  menses 
simili  nota  vel  infamia  notatus  fuerit  et  se  non  emendaverit,  ut  pre- 
fertur :  tunc  idem  vicecancellarius  aut  vieegerens  premissa  nobis  referre 
teneatur,  ut  super  hoc  possit  salubriter  provideri. 

18.  Ceterum  statuimus  et  etiam  ordinamus,  quod  si  contingat 
inter  easdem  personas  et  super  eadem  re  diversis  auditoribus  aut  iudi- 
cibus aliquam  causam  committi,  is,  cui  primo  fuerit  presentata  com- 
missio  super  causa  huiusmodi,  remaneat  eiusdem  cause  iudex.  Quod 
si  de  iurisdictione  alterius  extitertfc  pro  parte  adversa  data  exceptio, 
tunc,  cuius  fuerit  iurisdictio  priÄÖPus,  cognoscat  ille,  coram  quo  ex- 
cipitur,  et  exceptio  alteri  iudici  intimetur.  Quod  si  constare  non  possit, 
cui  prima  commissio  fuerit  presentata,  antiquior  auditor  iudex  sit  cause 
et  iunior  causam  ipsam  eidem  auditori  antiquiori  dimittat,  nee  ulterias 
quivis  eorum  iudicum  in  causa  procedat,  donec  fuerit  iudicatum.  Et 
si  ulterius  procedatur  ante  cognitionem  huiusmodi,  non  valeat  pro- 
cessus.  Auditor  vero  aut  iudex  alius  vel  notarius,  qui  circa  hoc  ad 
retinendum  causam  aliquid  dolose  egerit,  exeommunicationis  sententiam 


17—18.   Theilweise  wörtliche  Wiederholung  von  o.  XXVI.  20—21. 

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154  HI.  Constitutiones. 

incurrat  eo  ipso,  a  qua  lion  possit  nisi  per  dictum  vicecancellariuui 
aut  de  eius  mandato  et  refusis  prius  parti  lese  expensis  et  darunis 
absolvi 

19.  De  notariis  palatii  apostolici  et  eorum  officio. 
Statuimus  etiam,  quod  nullus  in  notarium  alicuius  auditoris  dicti  palatii, 
nisi  XXV.  sue  etatis  annum  attigerit  et  alias  notariatus  officium  exer- 
cuerit  sitque  boni  nominis  et  laudabilis  fame  ac  sufficiens  et  idoueus 
ad  uotariatus  officium  causarum  dicti  palatii  exercendum  et  post  dili- 
geutem  examinatiouem  et  informationem  super  hiis  habitam  per  ipsum 
vicecancellarium  aut  deputandos  ab  eo  de  preniissis  constiterit,  admit- 
tatur.  Quodque  notarii  dictomm  auditorum  sua  notariatus  officia  non 
locent,  non  vendant;  alioquin  et  officium  et  pretium  perdant  ipsumque 
pretiura  apostolice  cainere  applicetur  et  officium  alteri  conferatur.  Et 
si  quis  ex  eisdem  notariis  cessante  causa  necessaria  vel*  absque  sui 
auditoris  licentia  per  tres  menses  continuos  ab  eadem  curia  absens 
fuerit,  dicto  officio  eo  ipso  sit  privatus. 

20.  Volumus  insuper,  quod  predicti  notarii  in  habitu  decenti  in- 
cedant  honesto  et  convenienti  clerico  seculari,  tabernas  non  frequentent 
nee  coneubinarii  existant,  cum  per  hoc  eorum  vilescat  officium  et  ex 
huiusmodi  inconveuientia  vite  infamiam  consequantur ;  et  si  contrarium 
fecerint,  suis  priventur  offieiis. 

21.  Quodque  notarius,  qui  notatus  aut  diffamatus  extiterit,  quod 
malitiose  negligenter  vel  per  dolum  aliud  egerit  vel  scripserit,  quam 
in  processu  vel  iudicio  deduetum  vel  actum  fuerit  iuter  partes  seu  quod 
ipse  personarum,  in  quarum  causis  scribit,  aeeeptor  sit  eis  secreta  cause 
detegendo  aut  alias  in  alteri us  partis  preiudicium  aliquid  committeudo, 
eo  ipso  suo  notariatus  officio  sit  privatus  et  de  huiusmodi  infamia  et 
aliis  premissis  per  dictum  vicecancellarium  vel  ab  eo  deputandum 
summarie  simpliciter  et  de  piano  fiat  diligens  inquisitio.  Et  si  per 
inquisitionem  huiusmodi  ipse  notarius  eulpabilis  repertus  fuerit  aut 
si  purgatio  extiterit  indiceuda  et  indieta  debite  se  non  expurgaverit, 
privetur  quibuseunque  aliis  offieiis,  que  in  eadem  curia  obtinebit.  Et 
idem  volumus  de  quibuseunque  notariis  quorumeunque  sanete  Romane 
ecclesie  cardinalium  iudicum  et  commissariorum  in  eadem  curia  pro 
tempore  deputatorum  iuviolabiliter  observari. 

22.  Et  nichilominus,  quod  dicti  notarii  in  exaetionibus  salariorum 
suorum  pro  suis  processibus  et  scripturis  taxas  super  hoc  ordinatas 
per  dictum  Joannem  XXII.  cum  illarum  moderationibus  observare 
teneantur.  Quod  si  ultra  dietam  taxam  aliquid  petere  aut  exigere  quo- 
quomodo  presumpserint,   super   excessu  huiusmodi  ad  vicecancellarium 

19—22.   Vgl.  o.  XXVI.  23—29. 

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III.  Constitutione s.  155 

vel  locumtenentem  predictum  habeatur  recursus,  qui  vocatis  in  hoc 
peritis  huiusmodi  excessus  iuxta  taxas  predictas  reducat  ad  debitum 
moderaraen.  Et  si  notarius  ipse  de  facto  plus  receperit,  duplum  parti 
lese  refundere  teneatur.  Quodque  pro  citationibus  compulsoriis  et  in- 
hibitionibus  decretis  in  partibus  procuratoriis  instrunientis  ac  remis- 
sionibua  ad  partes  exaniinationibus  testium  et  quibuscunque  aliis  scripturis 
bis  scriptis  in  eodem  processu  nisi  seniel  durataxat  taxatio  fiat. 

23.  De  pauperibus  clericis  litigantibus.  Preterea  statui- 
m  us  et  etiara  ordinamus,  quod  tarn  notarii  causarum  dicti  palatii  quam 
etiauo  procuratores  et  advocati  pauperibus  clericis  in  dicta  curia  super 
quibusvis  beneficiis  ecclesiasticis  pro  tempore  litigantibus,  qui  iura- 
verint  se  pro  suis  causis  defendendis  pecunias  non  habere,  gratis  in 
huiusmodi  causis  scribant  scripturas  tradant  eisque  procurationis  et 
advocationis  officium  patrocinium  et  favorera  etiam  gratis  impendant; 
ad  que  facienda  eos  per  auditorem,  coram  quo  causa  pendebit,  com- 
pelli  posse  volumus  remediis  oportunis. 

24.  De  advocatis  et  pjrocuratoribus.  Advocatos  etiam  et 
procuratores  constitutiones  Joannis  XXII.  et  Gregorii  XL  predecessorum 
predictorum  super  hoc  editas,  quas  secum  teneantur  habere,  diligenter 
precipimus  observare  et  presertim  in  examiuatione  cause,  si  iusta  sibi 
vel  iniusta  esse  videatur;  ita  ut  nullam  agendam  *  iniustam  causam  vel 
defendendam  scienter  suscipiant  et  de  hoc  iuramentum  prestent  et  obser- 
vent,  prout  in  dictisconstitutionibusextititsalubriter  ordinatum.  Caveant 
autem  a  tumultuosis  clamoribus  in  consistoriis  et  audientiis,  nee  un- 
quam  plures  simul  loquantur;  et  donec  advocatus  proponens  vel  respon- 
dens  sermonem  compleverit,  alius  sive  eiusdem  sive  adverse  partis  ad- 
vocatus quiequam  dicere  non  presumat.  Liceat  etiara  procuratori  cause, 
proponenti  advocato  retro  assistere,  ut,  si  quid  forsan  ille  omiserit, 
procurator  ad  memoriam  revocet  et  reducat. 

25.  Statuimus  autem,  prout  etiam  iura  disponunt,  ut  nullus  ad- 
vocatus vel  procurator,  qui  semel  uni  parti  in  aliqua  causa  consilium 
vel  patrocinium  dederit,  parti  adverse  in  eadem  causa  patrocinium  vel 
consilium  prestet  seu  causam  ipsius  agat  vel  tlefendat,  nisi  facta  ad- 
vocatorum  aut  procuratorum  distributione  auetoritate  iudicis  compellatur. 
Quo  casu  de  hiis,  que  ab  illa  prima  parte  in  causa  didicit,  nunquam 
alteram  doceat  aut  ex  illis,  nisi  ab  eadem  parte  didicerit,  patrocinium 
prestet.  Et  si  contra  premissa  fecerit,  exeommunicationis  seutentiam  et 
alias  penas  iuris  ineurrat  ac  suo  privetur  officio  ad  interesse  partis 
nichilominus  coudemnandus. 

26.  Et  quia  per  procuratorum  imperitiam  aut  ineptiam  partes  sepc 

26.  Vgl.  o.  XXVI.  33. 

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156  HL  Constitutiones. 

in  causis  dispendium  et  preiudicium  patiuntur:  statuimus,  quod  nullus  de 
cetero  ad  procuratoris  officium  in  dicta  curia  publice  pro  salario  exer- 
cenduin  in  iudiciis  admittatur,  nisi  prius  per  ipsum  vicecancellarium 
vel  deputandos  ab  eo  in  litteratura  industria  et  stilo  curie  examinatus 
atque  habita  debita  informatione  de  moribus  fidelitate  et  honesta  con- 
versatione  repertus  fuerit  idoneus  et  per  eundem  vicecancellarium  ad 
huiusmodi  publicum  officium  per  eins  litteras  patentes  admissus  om- 
nesque  procuratores  admissi  in  aliorum  matricula  conscribantur,  sicut 
in  prefati  Benedicti  XII.  predecessoris  constitutionibus  de  advocatis 
habetur. 

27.  Et  quia  sepe  in  advocatorum  absentia  cause  in  iudiciis  per 
procuratores  aguntur  et  defenduntur,  procuratores  ipsi  ab  iniuriis  et 
contumeliosis  verbis  [abstineant]  a)  et  modo  dicendi  et  loquendi, 
cum  hec  agent,  eadem  studeant  observare,  que  de  advocatis  superius 
duximus  statuenda.  Quod  si  contrarium  fecerint,  formidabilibus  penis 
per  iudicem  cause  taliter  paniantur,  ut  per  hoc  ceteri  a  similibus  ar- 
ceantur.  Et  insuper  dignitatem  in  cathedrali  maiorem  post  pontificalem 
vel  in  collegiata  ecclesia  principalem  obtinentes  ad  officium  publici 
procuratoris  in  dicta  curia  precipimus  de  cetero  non  assumi. 

28.  Inhibemus  insuper  eisdem  procuratoribus  et  notariis  causarum 
dicti  palatii  et  aliis  clericis  in  dicta  curia  actu  sua  officia  exercentibus, 
ne  concubinas  publice  teneant,  mandantes,  quod  eas  de  presenti  publice 
tenentes  infra  mensem  a  die  publicationis  predicte  dimittere  teneantur. 
Alioquin  senteutiam  excommunicatiouis  incurrant  et  suis  officiis  sint 
privati.  Honestum  preterea  gerant  habitum  congruentem  clerico  secu- 
lari  nee  tabernas  frequentent;  et  si  contrarium  fecerint,  ab  eorum 
officiis  per  ipsum  vicecancellarium  ad  tempus,  de  quo  sibi  videbitur, 
suspendantur. 

29.  De  breviandis  litibus.  Et  quouiam  lites  super  quibusvis 
causis  beneficialibus  prophanis  et  aliis,  que  pro  tempore  per  quas- 
eunque  personas  ecclesiasticas  vel  seculares  in  Komana  curia  ex  aposto- 
lica  commissione  moventur  atque  traetantur,  intendiums  fieri  breviores 
et  ut  litigantes  ad  ipsam  curiam  pro  defensione  suorum  iurium  venientes 
et  huiusmodi  causas  prosequentes  releventur  a  laboribus  et  expensis: 
statuimus  et  etiam  ordinamus,  quod  in  causis,  in  quibus  de  iure  vel 
alias  per  rescriptum  sive  commissiouem  proceditur  summarie  simpliciter 
et  de  piano  sine  strepitu  ac  sine  figura  iudicii,  talis  ordo  servetur, 
quod  fundata  iurisdictione  in  prima  instantia  cause  principalis  terminus 
ad  libellandum  servetur  ad  primam  ad  iurandum  de  calumnia  ad 
primam,   ad  ponendum  et  articulandum  ad  duodeeimam,   ad  dicendum 

»)  fehlt  ß. 

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III.  Constitutione s.  157 

contra  articulos  ad  secundam,  ad  producendum  omnia  ad  secundam, 
ad  dicendum  contra  ad  secundam,  ad  declarandum  ad  primam,  ad 
dicendum  contra  ad  primam  dies.  In  secunda  vero  instantia  terminus 
ad  libellandum  ad  primam,  ad  iurandum  ad  primam,  ad  articulandum 
ad  octavam,  ad  dicendum  contra  ad  primam,  ad  producendum  omnia 
ad  primam,  ad  dicendum  contra  ad  primam,  ad  declarandum  ad  pri- 
mam, ad  dicendum  contra  ad  primam  dies.  In  tertia  autem  instantia 
serventur  similes  termini,  qui  in  secunda  servantur  instantia,  ad  pri- 
mam, preter  terminum  ad  articulandum,  qui  servetur  ad  sextam  diem. 

30.  Verum  cum  termini  ad  articulandum  et  dicendum  contra 
articulos,  producendum  omnia  et  dicendum  contra  producta  de  sub- 
stantia  iudicii  censeantur  existere:  statuimus  atque  decernimus,  quod 
ipsorum  alicuius  omissio  reddat  eo  ipso  processum  nullum;  aliorum 
vero  terminorum  alicuius  omissio,  dum  tarnen  malitiose  non  fiat  sed 
casu  aliquo  contingente,  processum  non  vitiet. 

31.  Dealiiscausis.  In  causis  autem,  in  quibus  proceditur  in 
figura  iudicii,  serventur  termini  secundum  stilum  curie  consuetum 
preterquam  in  termino  ad  respondendum  libello  et  ad  iurandum  de 
calumpnia,  qui  serventur  ad  primam,  et  in  termino  ad  articulandum, 
qui  in  prima  instantia  tarn  ex  parte  actoris  quam  rei  servetur  ad  XV. 
diem.  In  secunda  vero  instantia  similiter  ad  respondendum  libello  ad 
primam,  ad  iurandum  de  calumnia  ad  primam,  ad  articulandum  ad 
VIII.  diem;  reliqui  vero  termini  serventur,  prout  secundum  stilum 
antiquum  solitum  e3t  servari.  In  tertia  autem  instantia  serventur  omnes 
termini  ad  primam,  secundum  quod  consuevit  antiquitus  observari, 
preter  terminum  ad  articulandum,  qui  observetur  ad  sextam  diem. 
Volumus  autem,  quod  premissa  vendicent  sibi  locum  non  solum  ad 
futura  negotia  sed  et  ad  pendentia  etiam  per  appellationem,  ita  tarnen, 
quod  processus  primo  factus  propter  hoc  non  vitietur,  sed  in  pristino 
suo  robore  et  firmitate  persistat. 

32.  Preterea  illum  usum,  quo  procuratores  in  observantia  termi- 
norum dicunt  se  dare  libellum  et  articulos  verbo  et  dicere  contra  pro- 
ducta verbo  et  ita  servant  omnes  terminos,  et  cum  iam  deberet  pro- 
nuntiari  sententia,  tunc  incipiunt  processum  et  dant  articulos  et  cetera 
faciunt  realiter,  que  dixerunt  verbo,  sie  duximus  moderandum,  quod 
procuratores  ipsi  post  terminum  ad  dicendum  contra  producta  et  ante 
terminum  ad  declarandum  articulos  facto  et  omnia,  que  de  iure  voluut 
et  possunt,  producere  teneantur. 

33.  Et  quoniam  aliquando  contingit,  quod  post  observationem 
omnium  terminorum  notarii  registrum  ordinäre  et  auditori  cause  pre- 
sentare    et,    postquam   registrum   eidem   auditori   presentatum   fuerit, 


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158  HI.  Constitutiones. 

auditores  plus  debito  causam  ditferunt  expedire:  statuimus  et  etiam 
ordinamus,  quod  servatis  orunibus  terminis  in  quacunque  causa  notarius, 
qui  scripsit  in  causa,  registrum  infra  XV  dies  conficere  et  ordinäre  ac 
deinde  de  s>alario  sibi  debito  satisfacto  illud  statim  suo  auditori  tradere 
et  assignare  debeat.  Et  deinde  idem  auditor,  postquam  registrum  ipsuni 
sibi  fuerit  presentatum,  terminum  habeat  duorum  mensium,  infra  quos 
causam  ipsani  expedire  teneatur,  nisi  forsan  a  nobis  vel  dicto  vice- 
cancellario  propter  arduitatein  cause,  sicut  sepe  contingit,  maiorem 
dilationem  habuerit,  de  qua  per  nostram  specialem  commissionem  in 
registro  cause  constet;  alioquin  notarius  beutentiam  excommunicationis 
incurrat.  Et  si  de  negligentia  expeditionis  dolo  vel  fraude  coram  suo 
auditore  fuerit  accusatus,  salarium  suum  perdat,  ad  expeditionem  per 
eundem  auditorem  nihilominus  compellendus.  Et  auditor,  qui  infra 
dictos  menses  non  habita  a  nobis  vel  ipso  vicecaucellario  maiore  dila- 
tione  temporis  causam  expedire  contempserit,  extunc  iurisdictionem 
amittat  et  causa  alteri  committatur  et  ab  ingressu  rote  suspendatur 
per  mensem.  Et  idem  de  iudicibus  aliis  extra  rotam  precipimus  obser- 
vari,  quibus,  si  negligentes  fuerint,  causas  expedire  infra  dictos  menses, 
alique  cause  per  trimestre  tempus  nullatenus  committantur.  Et  si 
fuerit  contrafactum,  coininissiones  nullius  existant  roboris  vel  momenti. 

34.  Preterea  quia  sepe  contiugit,  quod  littere  apostolice  ad  ini- 
pediendum  partes  et  eas  involvendum  laboribus  et  expensis  absque 
aliqua  rationabili  causa  in  bulla  et  registro  dictarum  litterarum  aposto- 
licarum  arrestaütur,  ut  suum  nequeant  sortiri  efiectum:  statuimus  et 
etiam  ordinamus,  quod,  postquam  littera  arrestata  ad  auditorem  cause 
fuerit  reportata,  idem  auditor  adverse  parti  terminum  Vlll  dierum 
prefigere  [debeatja)  per  eum  po&tea  si  expediat  prorogandum,  infra 
quem  de  suo  iure  et  interesse  coram  dicto  auditore  legitime  docere  et 
tidem  facere  teneatur;  alioquin  littera,  que  sie  fuerit  arrestata,  omnino 
relaxetur  et  petenti  parti  restituatur. 

35.  Statuimus  insuper  et  etiam  ordinamus  ad  parcendum  laboribus 
et  expensis  quorumlibet  litigantiuin,  quod  cause  super  quibusvis  bene- 
fieiis  ecclesiasticis  secularibus  et  regularibus,  quorum  fruetus  redditus 
et  proventus  LX  florenorum  auri  seeundum  communem  extimationeni 
valorem  annuum  non  excedunt,  sanete  Romane  ecclesie  cardinalibus 
de  cetero  nullatenus  committantur  et  commissiones  sint  nulle,  si  fuerit 
contrafactum. 

36.  Et  quoniam  frustra  ferrentur  sententie,  nisi  essen t,  qui  exe- 
querentur  easdem,  et  in  liabendis  litteris  executoriis  sub  bulla 
quandoque  duorum  vel  trium  mensium  dilationes  fiunt,  pro  quibus  ex- 

»)  fehlt  in  B. 

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III.  Constitution  es.  159 

pediendis  occurrunt  graves  expense,  que  aliquando  ad  XV  aliquando 
ad  XVIII  florenos  ascendunt,  et  notarii  dicte  sedis,  qui  illarum  nriuutas 
deberent  conficere,  non  conficiunt  sed  per  suos  abbreviatores,  quoruni 
aliqui  sunt  minus  periti,  fieri  faciunt,  et  cum  illas  quandoque  non 
bene  conficiunt,  ad  peritiores  oportet  habere  recursum  et  sie  partes 
ipsas  executorias  prosequentes  plus  oportet  exponere,  quam  ab  antiquo 
coiisuetum  sit  solvere,  et,  qui  non  laborant,  plus  salarii  aeeipiunt, 
unde  partes  cum  magna  temporis  dilatione  plus  quam  deceat  gravantur 
laboribus  et  sumptibus  in  earuin  procuratione,  qui  in  expensarum 
taxatione  non  veniunt:  nos,  ad  evitandum  huiusmodi  inconvenientiam 
et  ut  partes  in  procurandis  predictis  executoriis  opportunum  pereipiant 
relevamen:  statuimus  et  etiam  ordinamus,  quod  si  in  electione  partis 
si  velit  habere  sub  bulla  simplicem  litteram  executoriam  sine  confir- 
matione  sententie,  que  in  effectu  contineat,  quod  in  causa,  que  inter 
tales  partes  super  tali  re  vertebatur,  lata  fuit  per  talem  iudicem  seu 
tales  iudices  talis  sententia,  cuius  effectus  ponatur  in  littera  et  man- 
detur  executoribus,  quod  sententiam  ipsam  debite  «xecutioni  demandent, 
talis  littera  non  taxetur  ultra  XII  grossos  Turonenses.  Si  vero  pars 
malit  habere  executoriam  cum  confirmatione  sententie  iuxta  morem, 
quia  tunc  in  confectione  minute  maior  labor  oecurrit  et  necessarium 
est  totum  processum  cause  recensere,  servetur,  quod  hueusque  extitit 
observatuin;  ita  tarnen,  quod  cum  confectio  minutarum,  que  concernunt 
iustitiam,  ad  notarios  ipsos  pertineat  et  propter  hoc  salarium  habeant, 
minute  per  eos  fiant  vel  expensis  eorum;  et  hoc  idem  in  omnibus 
aliis  litteris  iustitie  et  provisionum  ad  ecclesias  cathedrales  et  monasteria 
quelibet  faetarum  et  fiendarum  in  consistorio  nostro,  que  per  manus 
ipsorum  notariorum  transeunt,  preeipimus  observari. 

37.  Verum  quia  intelleximus,  quod  procuratores,  qui  causas,  super 
quibus  expediuntur  executorie  littere,  in  iudicio  in  eadem  curia  egerunt 
et  defenderunt,  quando  littere  huiusmodi  in  dieta  audientia  contra- 
dietarum  leguntur,  ubi  ipsi  procuratores  intersunt,  mediam  partem 
taxe  dietarum  litterarum  executoriarum  de  novo  a  partibus  nituntur 
exigere  et  sepe  exigunt:  illud  reputantes  abusum,  fieri  prohibemus, 
volentes  eosdem  procuratores  coinmuni  salario  pro  aliis  in  dieta 
audientia  legendis  litteris,  quando  ibidem  intersuut,  esse  contentos, 
nisi  forsan  ipsi  per  totum  huiusmodi  litteram  executoriam  procura- 
verint,  quo  casu  competens  salarium  a  partibus  petere  et  reeipere  pos- 
sint  seeundum  quod  in  taxationibus  prefati  Johannis  XXII.  predeces- 
8oris  habetur. 

38.  Ceterum  cum  sepe  contingit,  quod  in  omnibus  diebus  unius 
hebdomade,    quibus    teneri    solet   audientia,    et   aliquando    in    duabus 


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160  HI.  Constitutionen 

coniunctis  hebdoraadis  ferie  celebrantur,  unde  lites  prorogari  contingit ; 
statuimus  et  etiam  ordinamus,  ut,  quotienscunque  in  una  ebdomada 
tres  Uli  dies,  quibus  teueri  solet  audientia,  fuerint  quomodolibet  feriati, 
preterquam  in  octavis  Nativitatis  et  Kesurrectionis  domini  nostri,  vide- 
licet  VII  diebus  ante  et  semptem  post,  die  Jovis  in  hebdomada  tali, 
si  illa  dies  feriata  non  fuerit,  alioquin  die  sabbati  audientia  teneatur. 
Nulli  ergo  etc. 

Datum  Rome  apud  Sanctum  Petrum. a) 

Publicata  in  audientia  contradictartun  kal.  mark  anno  VI.b) 

J[ohaimes]  Ost[iensis], c) 

XXX. 

Martin  V.  verlängert  die  in  der  Bulle  „Romani  pontificis*'  auf  ein  Jahr 
festgesetzte  Frist  zur  Rückkehr  der  abwesenden  Scriptoren  an  die  Curie  auf  weitere 
drei  Monate. 

1424  Februar  29. 

Cod.  Barberin.  XXXV.  69  p.  258  am  unteren  Rand  zur  betreffenden  Stelle 
(No.  14)  der  Constitution  „Romani  pontificis"  von  anderer  Hand  nachgetragen. 
Ottenthai,  Regulae  cancellariae  apostolicae  S.  225  No.  149. 

Sanctissimus  dominus  noster  Martinus  divina  Providentia  papa  V. 
II.  kal.  martii  pontificatus  sui  anno  septimo  prorogavit  terminum  ab- 
sentibus  apostolicaruni  et  sacre  penitentiarie  litterarum  scriptoribus, 
qui  infra  annum  iuxta  formam  constitutionis  per  sanctitatem  suain 
super  hoc  edite  ad  Komanam  curiam  non  venerint,  ad  tres  menses 
dumtaxat  immediate  sequentes,  infra  quos  scriptores  ipsi  abseutes  ad 
ipsam  curiam  redire  et  in  ea  iuxta  formam  constitutionis  eiusdem  et 
sub  penis  in  ea  contentis  debeant  residere. 

Et  ita  mandavit  idem  dominus  noster  poni  in  libro  cancellarie# 
J[ohanne8]  Ost[iensis]. c) 

XXXI. 

Martin  V.  widerruft  die  Straf bestimmungen  der  Bulle  „Romani  pontificis" 
gegen  die  von  der  Curie  abwesenden  Scriptoren. 

1424  Mai  15. 

Cod.  Barberin.  XXXV.  G9  p.  259.  Am  oberen  Rand  dieser  Seite  von  der- 
selben Hand,  welche  den  vorhergehenden  Nachtrag  schrieb,  hinzugefugt. 

Die  Schrift  ist  durch  das  Beschneiden  beim  Einbinden  theilweise  beschä- 
digt; als  Ergänzung  diente  Cod.  Paris,  lat  4172  fol.  179,  wo  No.  XXXI  im 
Context  nach  No.  XXLX  §  14  folgt;  das  Pontificatjahr  lässt  sich  überdies  aus 
dem  Vergleich  mit  den  beiden  voranstehenden  Verfügungen  mit  voller  Sicherheit 


a)  Von  audeier  Hand.  b)  Neue  Hand.  c)  Individuelle  Schrift. 

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III.  Constitutionös.  \Q\ 

feststellen:  Am  1.  März  1423  war  den  Scriptoren  als  Frist  zur  Rückkehr  an  die 
Curie  ein  Jahr  gegeben  worden;  dieser  Termin  wurde  unmittelbar,  bevor  er 
ablief,  auf  weitere  drei  Monate  verlängert  (29.  Febr.  1424)  und  als  auch  diese 
zur  Neige  giengen,  hob  man  die  daran  geknüpften  Strafsentenzen  ganz  auf 
(15.  Mai  1424). 

Der  Widerruf  richtet  sich  zwar  der  Fassung  nach  gegen  die  durch  die  ßulle 
„Romani  pontificis"  ohnedies  derogirte  Constitution  vom  4.  Februar  1423  (vgl. 
die  Vorbemerkung  zu  No.  XXIX);  allein  die  betreffende  Bestimmung  war  in 
„Romani  pontificis"  §  14  vollständig  aufgenommen  worden;  dem  Inhalt  nach 
kehrt  sich  also  die  Nachtragsverfügung  gegen  die  letztere. 

Nicht«  charakterisirt  die  Zustände  in  der  damaligen  curialen  Verwaltung 
besser  als  dieses  schwächliche  schrittweise  Zurückweichen  in  einer  Frage,  bei  der 
es  gegolten  hätte,  den  herrschenden  Uebelständen  kraftvoll  entgegenzutreten. 

Cum  nos  dudum  videlicet  IL  non.  februarii  pontificatus  nostri 
anno  sexto  statuerimus  ordinaverimus  voluerimus  et  decreverimus,  quod 
scripto[res]  litterarum  apostolicarum,  qui  tuuc  a  Romana  curia  absentes 
erant,  sua  officia  tunc  presentialiter  obtinentes,  qui  infra  annuin  a  die 
publica[tionis]  dicte  ordinationis  conputandum  ad  exercendum  persona- 
liter officium  suum  ad  dictam  curiam  reversi  non  forent  et  residerent  in 
e[adem],  nisi  forsan  de  nostra  aut  sancte  Komane  ecclesie  vicecancellarii 
licentia,  de  qua  per  nostras  aut  ipsius  patentes  litteras  constaret, 
fo[rent]  absentes  seu  alias  legitime  impediti,  eo  ipso  suis  officiis  essent 
privati,  ac  etiam  inhibuerimus,  ne  post  privationem  huiusmodi  i[psis] 
scriptoribus  sie  absentibus  quiequam  per  taxatorem  ipsarum  litterarum 
distribueretur :  nos  igitur  ex  certis  racionabilibus  causis  ad  hoc  a[nimum] 
nostrum  moventibus  statutum  ordinacionem  voluntatem  et  decretum 
predieta  eciam  quoad  omnes  et  quoseunque  dietarum  litterarum  scrip- 
tor[es]  tarn  presentes  quam  absen[tes]  et  qui  infra  dictum  [annum] 
non  venerint  prorsu[s  tolli]mus  cassamus  et  [irritjainus  per  eaque 
null[um  pre]iudicium  factum  vel  g[ene]ratum  fuisse  decern[imus] ;  penam 
privationis  huius[modi  tota]liter  remittentes  et  a[mo]ventes  ac  inhibi- 
tionem  penitus  quoad  hoc  [dum]taxat  revocautes  e[t  nijchilominus  pre- 
fatos  s[crip]tores  in  statum  et  libe[rtatem]  pristina,  in  quibus  er[ant] 
ante  voluntatem  et  oifdiua]cionem  nee  non  inhibi[eionem]  predietas 
restituimus  et  [repo]nimus  per  presentes;  it[a  quodj  liceat  eis  absque 
cuius[vis]  pene  metu  vel  in[cursu]  quo  voluerint  trans[ire]  stare  et 
redire  impfune]  et  libere  sicut  prius;  [non]  obstantibus  premiss[is  ac] 
aliis  contrariis  quibus[cunque]. 

Scribatur  in  libro  cancellarie.    J[ohannes]  Ost[iensis], a) 
Idibus  maii  anno  [septimo]  fuit  publicata.     M.  d[e]  Novaria. b) 


a)  Von  derselben  Hand  wie  der  Context.  b)  Individuelle  Schrift. 

Tangl,  P&pstl.  Kanzleiordnnngen.  1 1 


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162  HI*  Constitutiones. 

XXXII. 

Martin  V.  wiederholt  die  Herabsetzung  der  Scriptorenzahl  auf  den  ursprüng- 
lichen Stand  und  die  Erklärung,  dass  sie  familiäres  des  Papstes  seien,  und  schärft 
die  Einhaltung  der  ersten  Verordnung  ein. 

1425  Jänner  31,  Rom,  SS.  Apostoli. 
„Exemplo  prudentis". 
Cod.  Barbeftin.  XXXV.  69  p.  243. 

XXXIH. 

Martin  V.  regelt  neben  allgemeinen  Verfügungen  über  Kirchendisciplin  das 
Dienstverhältniss  und  die  Bezüge  der  Notare  und  deren  Abbreviaturen. 
1425  April  13,  Rom,  SS.  Apostoli. 
„Sanctis8imus  dominus  noster". 

Cod.  Barberin.  XXXV.  69  p.  267  (B)  Originaleintragung  mit  der  Ueberschrift : 
Reformationes  per  dominum  nostrum  Martinum  papam  V.  in  Urbe  pontificatus 
sui  anno  VIII.  facte. 

Contelorius,  Martini  V.  vita  ex  legitimis  documentis  collecta,  Romae  1641, 
S.  20—22  (kurzer  Auszug  daraus  bei  Raynald  ad  a.  1424,  §  4)  und  Ciampini  1.  c. 
16  unvollständig.  Döllinger,  Beiträge  zur  politischen,  kirchlichen  und  Cultur- 
geschichte  der  sechs  letzten  Jahrhunderte  2,335. 

Ich  gebe  von  der  sehr  umfangreichen  Constitution  nur  den  auf  die  Kanzlei 
bezüglichen  Theil  und  verweise  im  übrigen  auf  den  allerdings  nicht  fehlerfreien 
Abdruck  bei  Döllinger. 


1.  Insuper  quia  officium  prothonotariorum  in  Romana  curia  et  dei 
ecclesia  honorabilem  locum  tenet,  nimia  multitudine  vilescere  non 
deberet,  et  propterea  antiqui  patres  Septem  tantum  statuerunt  protho- 
notarios,  quorum  primus  est  dominus  vicecancellarius  Romane  ecclesie, 
reliqui  vero,  qui  hodiernis  temporibus  prothonotarii  nancupantur;  et 
quia  ad  presens  sunt  plures  quam  quadraginta  per  diversa  mundi  loca 
nee  possibile  esset  sine  iniuria  multorum  ad  antiquum  numerum  redu- 
cere:  prefatus  dominus  noster  statuit  et  decernit,  quod  nulli  deineeps 
creantura)  prothonotarii,  quousque  numerus  prefatus  ad  antiquum 
numerum  sit  reduetus. 

2.  Et  quoniam  ex  multiplici  prothonotariorum  numero  nonnun- 
quam  in  capella  pape  vel  ecclesiis,  ubi  prelati  ad  missam  generaliter 
conveniunt,  preoecupantur  sedes  adeo,  quod  sedentibus  ambassiatoribus 
et  prothonotariis  auditore  contradietarum  et  correctore  litterarum  aposto- 
licarum  capella  non  est  capax  prelatorum  venientium :  ordinat  sanetis- 
simus  dominus  uoster,  quod   die,    qua   prelatos   in   capella   cougregari 


»)  so  B. 

2.  Vgl.  o.  Constitutiones  VI.  4. 


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III.  Constitutiones.  \Q$ 

oportebit  ut  prefertur,  iu  sedendo  solum  tres  prothonotarii  auditor  et 
corrector  predicti  prelatos  precedant.  Qui  autem  sint  prothonotarii  tres 
predicti,  ordinetur  per  ipsosmet  vel  per  dies  vel  per  septimanas  vel 
menses;  ceteri  vero  prothonotarii,  sive  de  numero  septem  sive  non 
fuerint,  si  sedere  voluerint,  tribus  eorum  precedentibus  ut  prefertur, 
ceteri  sedeant  post  omnes  episcopos  consecratos. 

3.  Item  quia  ut  predicitur  dictum  officium  prothonotariorum 
honorabilem  tenet  sedem  habentque  prothonotarii  circa  iustitie  facta 
vacare  in  cancellaria:  statuit  idem  dominus  noster,  quod  nullus  dein- 
ceps  etiam  post  reductionem  numeri  prothonotariorum  creetur,  nisi  sit 
doctor  vel  licentiatus  in  altero  iurium.  Poterit  tarnen  dispeusare  intra 
numerum  Septem  prothonotariorum,  quod  unus  eorum  non  sit  doctor 
vel  licentiatus,  dum  tarnen  sit  legitimus  et  illustris  prosapie  ex  utroque 
parente. 

4.  Item  quia  indecens  est,  quod  prothonotarii,  qui  in  habitu  pre- 
lationis  incedunt  cum  capa  et  roqueto,  postmodum  ad  vota  transeaut 
laicalia  quodammodo  in  ludibrium  ecclesiastice  honestatis :  statuit  idem 
dominus  noster,  quod  deinceps  nullus  capa  aut  roqueto  ratione  dicti 
officii  prothonotariatus  investiatur,  quousque  saltem  in  subdiaconatu 
constitutus  existat;  et  qui  hactenus  non  sunt  in  sacris,  nisi  iufra  sex 
menses  saltem  subdiaconatus  ordinem  receperint,  eo  ipso  sint  privati 
officio  predicto. 

5.  Item  statuit  et  ordinat  idem  dominus  noster,  quod  protho- 
notarii, cum  extra  curiam  Romanam  accedunt,  ut  honestatem  et  hono- 
rificentiam  conservent  sue  debitam  dignitati  in  habitu  honesto  et  decenti 
saltim  capa  vel  clochia  aut  alio  mantello  honesto  et  cum  roqueto  in- 
cedant,  dum  equitant,  ne  ille,  qui  visus  est  circa  papam  in  curia  in 
habitu  prelationis  in  sede,  postea  iudecenter  incedere  videatur. 

6.  Item  cum  prothonotarii  sint  veri  notarii  sedis  apostolice,  quibus 
ex  nomine  et  natura  officii  incumbit  seu  etiam  incumbere  deberet 
recipere  et  conficere  instrumenta  de  actibus,  qui  coram  domino  nostro 
papa  fiunt:  statuit  et  ordiuat  idem  dominus  noster,  quod  deinceps 
instrumenta  de  actibus  coram  domino  nostro  papa  fiendie  per  protho- 
notarios  et  clericos  camere  et  ipsius  domini  nostri  secretarios  tantum- 
modo  expediantur,  quodque  instrumentis  per  alios  qualescunque  notarios 
de  dictis  actibus  seu  contractibus  conficiendis  nulla  fides  adhibeatur 
et  tamquam  scripture  private  habeantur,  cum  per  hoc  evitentur  multe 
requisitiones  et  protestationes  secrete,  quas  aliqui,  dum  veniunt  ad 
conspectum  domini  nostri,  primo  secrete  requirunt  notarios  ignotos, 
quod  de  actibus  per  eos  fiendis  conficiant  instrumenta,  et  dum  eorum 
petitiones  seu  protestationes  creduntur  verbales,  extrahi  faciunt  instru- 

ll" 


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164  EL  Constitutiones. 

menta,  que  in  diversis  raundi  partibus  sedem  apostolicam  et  summum 
pontificem  scandalizant. 

7.  Item  quia  ex  constitutionibus  Joannis  pape  XXII.  quilibet  protho- 
notarius  suum  debet  habere  abbreviatorem  sufficientem  et  idoneum  et 
huiusmodi  abbreviatores  debent  facere  minutas  promotionum,  pro  qui- 
bus  tantum  recipere  debent  dicti  abbreviatores  duodecim  grossos  Turo- 
nenses  pro  minuta  principalis  promotiouis  et  duodecim  alios  grossos 
pro  minuta  littere  ad  regem  vel  principem  secularem,  si  ecclesia  vel 
monasterium  extat  in  dominio  temporali  alicuius  domiui,  et  pro  con- 
clusione  cuiuslibet  minute  aliarum  litterarum  debet  idem  abbreviator 
habere  duos  grossos  tatitum  expensis  prothonotarii,  cuius  abbreviator 
est:  statuit  et  ordinat  idem  dominus  noster,  quod  iidem  prothonotarii 
abbreviatores  recipiant  idoneos  et  sufficientes  tarn  ad  premissa  quam 
ad  iustitiam,  de  qua  infra  dicetur,  peritos;  qui,  si  non  fuerint  tales, 
per  dictum  vicecancellarium  vel  eius  presidentem  repellantur  terminusque 
talem  ponendi  prothonotario  prefigatur,  infra  quem  alium  idoneum 
ponere  debeat;  quo  negligentia  elapso  vicecancellarius  provideat  in 
premissis. 

8.  Item  quod  dicti  abbreviatores  pro  eorum  labore  nihil  ultra 
exigant  a  partibus  quam  id,  quod  supra  dictum  est  secunduin  taxam 
Joannis  XXII.  predictam,  quodque  si  eorundem  abbreviatorum  culpa 
littere  fiant  rescribende,  quod  rescriptio  eorum  sumptibus  fiat  et  non 
partis. 

9.  Item  cum  singuli  abbreviatores  prothonotariorum  per  quindecim 
dies  habeant  tenere  cameras  de  iustitia,  pro  quibus  ante  omnia  de 
emolumentis  ad  dictos  prothonotarios  ex  ipsa  iustitia  provenientibus 
abbreviator  tenens  quindecim  recipit  viginti  octo  grossos  papales: 
idem  dominus  uoster  statuit  et  ordinat,  quod  dicti  abbreviatores  dili- 
genter  et  solicite  et  per  se  ipsos  dictum  officium  exerceant  nihilque  a 
partibus  exigant  nee  eas  in  longum  protrahant  sed  illas  celeriter  ex- 
pediant. 

10.  Item  quia  prothonotarii  debent  corrigere  minutas  promotionum 
seque  a  tergo  litterarum  subscribere  et  propter  hoc  salarium  seu  taxa 
reeipitur:  ordinat  idem  dominus  noster,  quod  huiusmodi  abbreviatores 
minutas  tradere  debeaut  corrigendas  prothonotario,  antequam  littere 
ingrossentur,  quodque,  si  ex  defectu  prothonotarii  corrigentis  rescri- 
bende veniant  littere,  quod  sumptibus  prothonotarii  corrigentis  rescri- 
bantur  et  quod  pro  huiusmodi  correctura  nihil  ulterius  a  prothonotariis 
exigatur,  quam  sit  consuetum  iuxta  taxas  antiquas  dicti  Joannis  XXII. 

11.  Item  quod  executorie  sententiarum  quarumeunque  nullatenus 


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III.  Constitutiones.  165 

deinceps  expediantur  sub   sigillo   auditoris,   sed  quod  expediantur  per 
cancellariam  et  transeant  sub  bulla. 

Datum  ßome  apud  Sanctos  Apostolos,  idus  aprilis  anno  octavo. 

Placet  a),  quod  publicentur  et  ponantur  in  libro  cancellarie.  0. 

Publicate  et  lecte  sunt  predicte  constitutiones  me  presente  in  can- 
cellaria  XVI.  kaL  maii  anno  octavo.    J[ohannes]  Ost[iensis]. b) 

Publicate  et  lecte  sunt  predicte  constitutiones  me  Petro  Nardi 
auditore  presente  in  audiencia  contradictarum  die  XVII  aprilis  prefati 
sanctissimi  domini  nostri  anno  octavo.  P.  Nardi  predictus. 

XXXIV. 

Martin  V.  wiederholt  die  Beschränkung  der  Scriptorenzahl,  gestattet  jedoch, 
dass  wenn  zwei  Scriptoren,  die  mindestens  drei  Monate  an  der  Curie  gedient 
haben  und  nicht  derart  krank  sind,  dass  ihre  Auflösung  binnen  20  Tagen  zu 
erwarten  steht,  oder  die  nicht  binnen  Monatsfrist  zu  einer  mit  der  Scriptorie 
unvereinbaren  kirchlichen  Würde  befördert  werden,  auf  ihre  Stelle  in  die  Hand 
des  Vicekanzlers  verzichten,  ein  unverehlichter  und  sonst  für  den  Dienst  geeig- 
neter Cleriker  an  ihre  Stelle  treten  dürfe. 

1427  Mai  25,  Rom,  SS.  Apostoli. 
„Sicut  prospiciens**. 

Cod.  Barberin.  XXXV.  69  p.  282. 

XXXV. 

Eugen  IV.  erneuert  die  Verfügungen  seines  Vorgängers  bezüglich  der  Herab- 
setzung der  Scriptorenzahl,  behält  sich  jedoch  die  Besetzung  gewisser  Stellen  vor. 
1432  August  11,  Rom,  St.  Peter. 
„Eterni  patris  familias". 

Cod.  Barberin.  XXX.  69  p.  280  (B).  Ueberschriffc  von  anderer  Hand:  Privi- 
legium ultimum  scriptorum. 

Die  Bulle  schliesst  die  stattliche  Reihe  der  über  die  Anzahl  der  Scriptoren 
erlassenen  Verfügungen.  Die  Schrift  ist  vielfach  abgerieben,  stellenweise  schwer 
oder  gar  nicht  leserlich;  die  ganze  Seite  281  steht  überdies  auf.  Rasur,  unter 
welcher  Spuren  früherer  Schrift  noch  erkennbar  sind.  Zur  Herstellung  des  Textes 
wurde  an  solchen  Stellen  Cod.  Paris,  lat.  4172  fol.  196  herangezogen. 

...«•••.••.••.••••..      ..« 

Cum  autem  postmodum  prefato  predecessore  sicut  altissimo  placuit 

rebus  humanis  exempto  et  per  eum  de  locis  aliquorum,   qui  dictarum 

litterarum   scriptores   ipsiusque   predecessoris   familiäres  continui  com- 

mensales  fuerant,  vacantibus  aut  alias  extinctis  non  disposito :  nos  qui 

*)  Von  hier  an  bis  zum  Schluss  eine  andere  Hand  als  die  den  Context  schrieb, 
wahrscheinlich  eigenhändig  vom  auditor  contradictarum  Petrus  Nardi  hinzu- 
gefügt. b)  J.  Ost.  in  individueller  Schrift. 


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166  III.  Constitutione a. 

divina  favente  dementia  fuimus  ad  apicem  summi  apostolatus  assumpti, 
ad  predicta  loca  sie  vacantia  vel  extineta,  quorum  aliqua  etiam  ordi- 
nationi  et  dispositioni  nostre  reservaveramus  et  sub  dieta  siippressioüe 
includi  nolueramus,  nonnullos  surrogari  et  admitti  mandaverimus, 
propter  quod  a  nonnullis  forsitam  de  litterarum  predietarum  viribus 
hesitari  posset:  nos  ad  instar  eiusdem  predecessoris  reduetionem  pre- 
missam  piis  desideriis  affeetantes  et  litteras  seu  privilegia  predecessoris 
nostri  nee  non  omnia  et  singula  in  eis  contenta  presentibus  pro  suf- 
ficienter  expressis  habentes  ea  ex  certa  sciencia  et  motu  proprio  coufir- 
mamus  et  presentis  scripti  patrocinio  communimus  omnesque  defectus, 
si  qui  forsan  intervenerint  in  eisdem,  supplemus.  De  motu  siraili  non 
ad  dictorum  scriptorum  vel  alieuius  eorum  vel  alterius  pro  eis  nobis 
super  hoc  oblate  petitionis  instantiam  sed  de  nostra  mera  liberalitate 
auetoritate  apostolica  ex  eadem  sciencia  tenore  presentium  decernimus 
statuimus  et  declaramus  per  predicta  ac  imposterum  de  uno  alio  ydoneo 
dumtaxat,  quem  ad  unicum  locum  unius  defuneti  per  nos  nominandum 
duxerimus,  super  quo  nobis  potestatem  omnimodam  reservamus  ad 
huiusmodi  officia  reeeptiones  admissiones  et  surrogationes  aut  illorum 
occasione  litteris  predecessoris  seu  privilegiis  et  in  eis  contentis  pre- 
missis  aut  alicui  parti  eorundem  in  nullo  quoad  reduetionem  ipsam 
aut  alias,  quod  collegii  scriptorum  et  officii  predictorum  utilitatem  con- 
cernat  seu  concernere  posset,  penitus  derogatum  seu  detractum  vel 
alias  quomodolibet  preiudicatum  fuisse  aut  nunc  vel  imposterum  esse 
sive  ita  a  quoquam  censeri  debuisse  quomodolibet  vel  debere,  sed  illa 
potius  et  eorum  totalem  effectum  in  sua  primeva  et  plenaria  vigoris 
atque  roboris  firmitate  perstitisse  ac  nunc  et  in  futurum  persistere 
debere,  ita  quod,  donec  et  quousque  reduetio  ad  antiquum  numemm 
huiusmodi  facta  et  effectualiter  consumata  fuerit,  nullus,  euiuseunque 
conditionis  existat,  sub  quoennque  velamine  titulo  vel  pretextu  deineeps 
ad  aliquem  vel  aliquod  locum  seu  officium  scriptorum  huiusmodi  quo- 
eunque  modo  et  qualitercunque  preterquam  per  liberum  et  spontaneam 
illud  vel  illa  obtinentis  vel  obtinentium  in  Romana  curia  tunc  pre- 
sentis vel  presentium  scriptoris  seu  scriptorum  resiguationem  faciendam 
vacare  contigerit,  reeipi  valeat  vel  admitti. 

Nos  enini  exnunc  ad  finem  premisse  reduetionis  omnia  et  singula 
loca  et  officia  huiusmodi  ex  quorumeunque  personis  sive  per  obitum 
seu  religionis  ingressum  aut  ad  aliquam  dignitatem  cum  officio  ipso 
incompatibilem  promotionem  sive  alias  quovis  modo  preterquam  per 
resignationem  eandem  ad  presens  vacantia  et  imposterum  usque  ad 
reduetionem  predietam  vacatura  similibus  motu  sciencia  et  auetoritate 
supprimimus   et   extinguimus   ac    suppressa   et   extineta    penitus    esse 


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III.  Constitutiones.  Jg7 

volumus  et  declaramus,  statuentes  etiam  et  ordinantes  motu  sciencia 
et  auctoritate  supradictis,  quod  singula  loca  et  officia  huiusmodi,  que 
deinceps  et  etiam  infra  tempus  reductionis  antedicte  per  liberas  sin- 
gulorum  scriptorum  eorundem  illa  obtinentium,  dummodo  per  mensem 
continue  in  dicta  curia  moram  traxerint  et  tali  non  fuerint  infirmitate 
detenti,  de  qua  infra  XX  dies  decesserint,  in  dicta  curia  tunc  presen- 
tium  resignationes  de  Ulis  in  vicecancellarii  prefati  aut  cancellariam 
ipsam  regentis  manibus  sponte  faciendas  et  per  vicecancellarium  seu 
regentem  huiusmodi  recipiendas  et  admittendas  vacare  contigerit,  sin- 
gulis  personis  que  per  diligentem  examinationem  per  rescribendarium 
pro  tempore  existentem  et  tres  alios  dictarum  litterarum  apostolicarum 
scriptores  de  peritioribus  sub  prestandi  per  eos  in  ipsius  vicecancellarii 
vel  regentis  manibus  iuramenti  vinculo  faciendam  ad  huiusmodi  officia 
exercenda  tarn  de  litteratura  quam  bone  forme  littera  habiles  suffi- 
cientes  ac  ydonee  ac  apte  ad  personaliter  dictum  officium  exercendum 
reperte  fuerint  et  per  nos  seu  vicecancellarium  aut  regentem  eundem 
couferri  et  assignari  seu  concedi  ipseque  persone  ydonee  reperte  ut 
prefertur  aliorum  scriptorum  numero  huiusmodi  aggregari  nee  non  ad 
loca  et  officia  ipsa  tunc  per  resignationes  huiusmodi  sie  vacantia 
eorumque  emolumenta  honores  et  onera  consueta  etiam  post  reduetionem 
eandem  auctoritate  apostolica  reeipi  et  admitti  possint  et  debeant  cum 
effectu.  Per  hoc  autem  de  singulis  singulorum  nostrorum  et  dicti  pre- 
decessori8  familiarium  verorum  continuorum  commensalium  earundem 
litterarum  apostolicarum  scriptorum  in  dicto  pitaphio  descriptorum, 
horum  videlicet  magistrorum:  A.  Därdanoni,  B.  de  Puteo,  L.  de  Orto, 
Jo.  Mazochi,  L.  de  Venetiis,  B.  de  Capranica  et  Antonii  de  Nepe  et 
aliorum  verorum  nostrorum  continuorum  commensalium,  quibus  forsau 
per  nos  huiusmodi  officium  in  futurum  conferri  contigerit,  locis  et 
offieiis  8imilibus,  si  qua  etiam  infra  tempus  reductionis  huiusmodi 
quovismodo  ex  personis  ipsorum  vaeare  contingat,  libere  disponendi 
ac  ea  sie  vacantia  interira  personis  ydoneis  ut  prefertur  conferendi  et 
assignandi  seu  concedendi  ipsasque  aggregandi  reeipiendi  et  admittendi 
seu  reeipi  et  admitti  ut  premittitur  mandandi  et  faciendi  potestatem 
minime  volumus  interdici  sed  eam  nobis  plenarie  ac  omnimode  reser- 
vamus,  non  obstantibus  premissis  et  aliis  contrariis  quibuseunque. 

Nulli  ergo  etc.  confirmationis  communitionis  suppletionis  consti- 
tutionis  statuti  declarationis  reservationis  suppressionis  extinetionis 
ordinationis  et  voluntatis  infringere  etc.   Si  quis  etc. 

Datum  Borne  apud  Sanctum  Petrum  anno  incarnationis  dominice 
millesiroo  quadringentesimo  tricesirao  seeundo  III.  id.  augusti,  pontifi- 
catus  nostri  anno  seeundo.  G.  de  Callio. 


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168  HI.  Constitutiones. 

XXXVI. 

Eugen  IV.  vereinigt  die  Scriptores  litterarum  apostolicarum  zu  einem  Colleg 
mit  festen  Statuten  und  regelt  die  Thätigkeit  und   die  Eide  des  Rescribendars 
und  Computators  und  der  zu  ihreT  Controle  gewählten  Scriptoren. 
1445  Juni  7,  Rom,  St.  Peter. 
„Sicut  prudens". 
Ottenthai,  Die  Bullenregister  Martin  V.  und  Eugen  IV.,  Mitth.  d.  Instituts 
f.  österr.  GF.  Egb.  1,569. 

XXXVII. 

Eugen  IV.  regelt  unter  theilweiser  Wiederholung  der  Constitution  Martins  V. 
„Romani  pontificis"  den  Geschäftsgang  in  der  päpstlichen  Kanzlei,  insbesondere 
die  Thätigkeit  des  Rescribendars,  und  erlässt  eine  neue  Taxordnung. 
(1445  Juni  7  —  1447  Februar  23). 

Cod.  Barberin.  XXXV.  69  p.  317  mit  der  Ueberschrift :  Constitutiones  date 
per  reverendissimum  in  Christo  patrem  et  dominum  dominum  Frajiciscum  tituli 
S.  Clementis  presbiterum  cardinalem  Veneciarum  vulgariter  nuncupatum  sancte 
Romane  ecclesie  vicecancellarium. 

Ciampini  1.  c.  17  unvollständig.  Ergänzung  hiezu  Tangl,  Taxwesen,  Mitth. 
d.  Instituts  f.  österr.  GF.  13,46  A.  1. 

lieber  die  Einreihung  dieser  undatirten  Constitution,  sowie  über  die  daran 
sich  schliessende  aber  ins  Kanzleibuch  nicht  aufgenommene  Taxordnung  vgl. 
meine  Ausfuhrungen  1.  c.  45  if. 

Eugenius  episcopus  servus  servoruni  dei  ad  perpetuam  rei 
memoriam. 

Komani  pontificis  Providentia  circuinspecta  nonnunquam  pro  ordi- 
nandis  curie  Romane  officiis  et  in  melius  disponeudis  aliqua  moderatur 
reformat  et  statuit,  prout  necessitati  rerum  et  temporum  in  domino 
prospicit  salubriter  expedire. 

1.  Cum  itaque  inter  alia  iustitie  et  equitati  ac  utilitati  a  sede 
apostolica  gratiam  vel  iustitiam  obtinentium  plurimum  conveniat,  ut 
littere  apostoliee,  que  ex  supplicationibus  signatis  conficiuntur,  mature 
et  acurate  ac  sine  ulla  a  concessis  discrepantia  in  cancellaria  apostolica 
expediantur:  inprimis  statuimus  et  ordinamus,  quod  parcus  maior  can- 
cellarie  apostoliee  in  duas  partes  equales  ex  utroque  latere  dividatur, 
videlicet  superiorem  et  inferiorem,  ad  quas  partes  omnes  et  singule 
littere  in  dieta  cancellaria  expediende  per  senescallum  sive  custodem 
et  non  per  quemvis  alium  deferantur,  ita  quod  per  eius  providentiara 
iuxta  discretionem  a  deo  sibi  datam  graviores  et  difficiliores  materie 
deputatis  superioris  partis  veluti  antiquioribus  et  magis  expertis  assig- 
nentur,    que   littere   coram    omnibus    cuiuslibet    partis    intelligibiliter 


1.  Vgl.  Martins  V.  „Romani  pontificis"  (o.  No.  XXIX)  §  3. 

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III.  Constitutiones.  169 

legantur,  unusque  supplicationem  teneat  et  alter  legat  litteram  expe- 
diendam  ipsis  ciüuslibet  partis  deputatis  audientibus  et  intelligentibus, 
qui  ad  hoc  sint  intenti.  Si  vero  aliquando  coutingat  ita  paucas  expe- 
diendas  litteras  ad  cancellariam  ipsam  deferri,  ut  infra  tempus  dnarum 
horarum  ab  ipso  toto  parco  simul  expediri  posse  videantur,  quod  vice- 
cancellarii  vel  ipsius  locumtenentis  arbitrio  relinquatur:  tunc  coram 
omnibus  utriusque  partis  legantur  et  expediantur  iuxta  modum  supra- 
dictum  littereque  sie  expedite  cum  signo  duorum  abbreviatorum,  quo- 
rum  neutri  supplicatio  sit  distributa,  signentur  et  sie  signate  per 
abbreviatores  eosdem  custodi  tradantur,  per  eiun  vicecancellario  seu 
locumtenenti  predicto  presentande.  Qui  vicecancellarius  seu  locumtenens 
etiam  aliquod  signum  pro  earum  expeditione  ponat;  aliter  autem  nulla 
littera  ad  bullam  transmittatur.  Idem  etiam  de  litteris  iustitie  per 
eos,  ad  quos  earum  spectat  expeditio,  volumus  observari.  Quodque,  si 
aliquis  dictorum  abbreviatorum  de  cetero  litteram  aliquam,  cuius  sup- 
plicatio sibi  distributa  fuerit,  vel  litteram  taliter  non  leetam  seu  aliter 
expeditam  signaverit:  pro  qualibet  vice  quilibet  eorum  sie  signantium 
unius  floreni  de  camera  penam  pro  una  custodi  seu  senescallo  predicto, 
pro  alia  penitentiariis  minoribus  medietatibus  applicandis  penam  in- 
currat  ipso  facto.  Custos  vero  seu  senescallus  prefatus,  si  litteram 
aliquam  aliter,  quam  iuxta  ordinem  predictuta  expeditam  dicto  vice- 
cancellario seu  locumtenenti  presentaverit,  duorum  florenorum  similium 
penam  pro  qualibet  vice  ineurrat,  quorum  unura  dicto  vicecancellario 
seu  locumtenenti,  alium  vero  dictis  penitentiariis  irremissibiliter  volu- 
mus applicari. 

2.  Item  cum  deceat  abbreviatores  litterarum  predietarum  ipsi  vice- 
cancellario seu  locumtenenti  aut  presidenti  assistentes  in  earundem 
litterarum  expeditione,  videlicet  abbreviature  officio,  prudentes  et  probos 
fore  peritos  pariter  et  expertos :  similiter  statuimus  et  etiam  ordinamus, 
quod  nullus  de  cetero  ad  assistendum  vicecancellario  aut  locumtenenti 
seu  presidenti  predicto  in  ipsarum  litterarum  expeditione  admittatur, 
nisi  prius  per  maiorem  partem  abbreviatorum  dicto  tunc  vicecancellario 
assistentium  examinatus  fuerit  et  ad  id  repertus  sufficiens  in  stilo 
idoneus  peritus  pariter  et  expertus.  Et  si  quis  de  mandato  nostro 
aliter  admissus  fuerit,  a  iudicandi  officio  et  litteras  expediendi  a  die 
reeeptionis  sue  computando  per  biennium  sit  suspensus. 

3.  Item  quod  prefati  assistentes  hora  super  hoc  per  vicecancel- 
larium  deputanda  singulis  diebus  quibus  cancellaria  tenebitur,  ad  eam 
venire  et  in  ipsa,  quousque  tenta  fuerit,  perseverare  debeant,  nee  in- 
terim  ab  ea  recedere  possint,  nisi  forsan  legitime  fuerint  impediti  aut 

2—6.  Theilweise  wörtliche  Wiederholung  von  o.  XXIX.  5—6. 

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170  HL  Con8titutione8. 

super  hoc  a  vicecancellario  predicto  licentiam  habuerint  specialem;  si 
vero  quis  licentia  huiusmodi  non  obtenta  legitimaque  excusatione 
cessante  aliqua  dierum  predictarum  ad  cancellariam  predictam  non 
venerit  aut,  si  venerit,  sed  ab  ea,  antequam  expedita  fuerit,  licentia 
non  obtenta  recesserit,  a  proxima  extunc  immediate  tenenda  cancellaria 
expellatar  et  ab  eius  ingressu  penitus  sit  suspensus.  Si  autem  venerit 
sed  non  hora  deputata  ut  prefertur,  ad  exercitium  sui  officii  in  can- 
cellaria predicta  pro  die  illa  nullatenus  admittatur.  De  quibus  omnibus 
vicecancellarium  predictum  per  custodem  seu  senescallum  prefatum 
attentius  avisari  volumus  et  reddi  attentum. 

4.  Item  statuimus  et  ordinamus,  quod  senescallus  sive  custos  pre- 
fatus  in  ipsius  vicecancellarii  manibus  in  sua  primeva  receptione  ad 
suum  senescallie  seu  custodie  officium  et  deinde  singulis  annis,  quibus 
eum  in  ipso  officio  esse  contigerit,  de  suo  huiusmodi  officio  fideliter 
exercendo  corporate  teneatur  et  debeat  prestare  iuramentum  sub  hac 
verborum  forma:  Ego  N.  custos  etc. 

5.  Item  quod  senescallus  sive  custos  prefatus  in  quibuscunque 
litteris  de  gratia  diem  receptionis  earundem,  qua  sibi  in  ipsa  cancel- 
laria presentabuntur,  inscribat;  pro  qua  scriptura  nihil  recipiat  etiam 
sponte  oblatum  litterasque  predictas  secundum  ordinem  inscriptionis 
earum  sine  fraude  in  expeditione  presentet.  Nee  litteras  rotulos  seu 
supplicationes  sibi  traditas  seu  traditos  ante  vel  post  dietarum  litte- 
rarum  expeditionem  in  prefata  cancellaria  celabit  seu  malitiose  retinebit 
aut  earundem  litterarum  expeditionem  differet  seu  retardabit  malitiose 
per  se  vel  alium  seu  alios  contra  ordinationem  supradietam.  Et  si 
contrarium  fecerit,  penam  ab  eius  officio  suspensionis  ineurrat  eo  ipso 
ad  tempus  ipsius  vicecancellarii  arbitrio  moderandum.  Et  si  senescallus 
predictus  contra  suum  iurameutum  huiusmodi  dolo  vel  fraude  aliqua 
fecisse  diceretur:  quia  de  talibus  et  similibus  delictis,  que  secrete  com- 
mittuntur,  non  potest  sine  difficultate  constare,  si  quinque  ex  scripto- 
ribus  vel  abbreviatoribus  predictis  non  suspecti  bonorum  nominis  et 
fame  senescallum  ipsum  huiusmodi  suum  officium  illegaliter  et  alias 
ut  prefertur  exereuisse  deponant,  eo  ad  hoc  vocato,  suo  privetur  officio 
et  de  alio  provideatur  idoneo,  qui  simile  prestet  iuramentum. 

6.  Item  quod  nullus  alius  quam  ipse  senescallus  aliquam  litteram 
gratiam  continentem  expediendam  aut  etiam  senescallus  predictus  litte- 
ram aliquam  extra  ordinem  predictum  in  loco  expeditionis  ponat,  nisi 
hoc  de  mandato  surami  pontificis  aut  vicecancellarii  seu  locumtenentis 
pro  tempore  procederet  speciali;  et  ille,  qui  litteram  ipsam  aliter 
posuerit,   ad   arbitrium   vicecancellarii   vel   locumtenentis  a  suo  officio 


4.  Heber  den  Custodeneid  vgl.  u.  die  Berichtigungen  und  Nachtrüge. 

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HI.  Constitutione 8.  171 

eo  ipso  sit  suspensus.     Et  si  durante   suspensione   huiusmodi  se  dicto 
officio  imraiscuerit,  illo  perpetno  privatus  existat. 

7.  Item  quod  in  cancellaria  predicta  sit  capsa  pro  custodiendis  et 
conservandis  litteris  non  expeditis  duas  habeus  clausuras  et  claves  duas, 
quarum  unam  vicecancellarius  seu  eius  locumtenens  et  aliam  custos 
sive  seiiescallus  predictus  teneant;  in  qua  omnes  littere  illa  die,  qua 
cancellaria  tenta  fuerit,  non  expedite  sub  bona  et  firma  custodia 
reponantur  die  extunc  sequenti,  qua  cancellaria  ipsa  tenebitur,  ad 
locum  expeditionis  earum  reponende  et  iuxta  ordinem  supradictum 
expediende.  Et  si  quis  litteram  aliquam  extra  ordinem  predictum  ex- 
pedire  seu  in  loco  expeditionis  ponere  presmnpserit,  eo  ipso  penam  in 
primo  capitulo  contentam  incurrat. 

8.  Item  statuimus  et  ordinamus,  quod  nulla  ex  constitutionibus 
dicte  cancellarie  cuiquam  detur,  ut  de  ea  in  iudicio  in  Romana  curia 
pro  tempore  instituto  fidem  faciat,  nisi  prius  per  assistentes  eosdem 
illam  dandam  fore  fuerit  iudicatum;  et  tunc  per  duos  ex  eis  videatur 
et  signetur  in  dorso  et  per  alios  duos  ex  abbreviatoribus  cum  libro 
cancellarie  auscultetur  diligenter,  qui  se  subscribant  in  eadem  et  deinde 
signeto  eiusdem  vicecancellarii,  ut  est  moris,  signetur  parti  petenti 
assignanda;  pro  qua  quidem  constitutione  taliter  expedita  per  secre- 
tarium  seu  cubicularios  dicti  vicecancellarii  aut  locumtenentis  ultra 
duos  ac  senescallum  prefatum  ultra  alios  duos  grossos,  quorum  decem 
florenum  auri  de  camera  constituunt,  nullatenus  recipiatur  seu  etiam 
exigatur.  Constitutiones  vero  modum  expeditionis  litterarum  dumtaxat 
concernentes  cuiquam  dicto  modo  concedi  omnino  prohibemus. 

9.  Item  ut  constitutiones  nostre  et  aliorum  predecessorum  nostrorum 
summorum  pontificum  in  ipsa  cancellaria  descripte  ex  dicta  cancellaria 
per  manus  vicecancellarii  securius  et  certius  modo  supradicto  expe- 
diantur  et  illis  fides  adhibeatur  ac  indigentibus  earum  transumptis  in 
forma  publica  per  manus  dicti  vicecancellarii  ille  concedantur,  cum 
nonnulli  notarii  sub  instrumenta  suis  illarum  petentibus  tradant  copiam 
seu  etiam  constitutiones  ipsas  in  causis,  in  quibus  ad  scribendum  sunt 
deputati,  productas  coram  suis  aut  aliis  auditoribus  vel  commissariis 
in  eadem  curia  pro  tempore  deputatis  ad  petentium  huiusmodi  iustan- 
tiam  ipsarum  constitutionum  vel  alicuius  earum  presidio  se  indigere 
assereutium  reproducant  compulsi,  attestantes  illas  tempore  quo  pro- 
ducebantur  etiam  fuisse  recognitas,  in  quibus  faciliter  fraudes  comraitti 
possent  et  pericula:  statuimus  et  etiam  ordinamus,  quod  nulli  trans- 
sumpto  dictarum  constitutionum  seu  etiam  originali  constitutioni  in 
huiusmodi  iudicio  de  cetero  fides  adhibeatur,   nisi  per  manus  vicecan- 


8—11.   Vielfach  wörtliche  Wiederholung  von  o.  No.  XXIX.  7—10. 

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172  HI-  ConstitutioneB. 

cellarii  fuerit  expeditus  vel  expedita,  ut  prefertur;  aut  si  extra  curiain 
transsumptum  seu  constitutio  aliqua  producendüm  seu  producenda  fuerit : 
nisi  sigillum  ipsius  vicecancellarii  seu  regentis  habeat  appensum,  nulla- 
tenus  fidem  faciat. 

10.  Item  ut  littere  de  iustitia  maiori  absque  partium  damuo  et 
brevius  expediantur:  similiter  statuimus  et  ordinamus,  quod  cancellaria 
litterarum  iustitie  huiusmodi  saltem  semel  in  septimana  die  per  ipsum 
yicecancellarium  ad  hoc  statuenda  teneatur,  ad  quam  uotarii  dicte  sedis, 
qui  sex  numero  esse  debeant,  eorumque  et  alii  in  formandis  notis  in 
iustitia  vel  in  iujre  sufficientes  abbreviatores,  quorum  nomina  in  pitafio 
abbreviatorum  sint  descripta,  accedere  nee  non  doctores  famosi  etiam 
prelati  et  pratici  in  dieta  curia  tunc  presentes  per  custodem  sive 
senescallum  dicte  cancellarie  convocari  debeant  per  cedule  affixionem 
in  valvis  seu  portis  palatii  apostolici  ac  cancellarie  predicte  die  ipsam 
cancellariam  de  iustitia  immediate  precedenti  publice  fiendam.  Et  si 
senescallus  sive  custos  predictus  in  affigendo  cedulam  huiusmodi  negli- 
gens  seu  remissus  fuerit:  qualibet  vice,  qua  negligens  repertus  fuerit, 
ut  premittitur,  in  uno  floreno  auri  de  camera  condemnatus  existat, 
qui  pro  una  vicecancellario  antedicto  et  pro  alia  medietatibus  minoribus 
penitentiariis  predictis  irremissibiliter  applicetur. 

11.  Item  quoniam  multi  reperiuntur  abbreviatores,  quorum  aliqui 
omnino  sunt  imperiti  et  aliqui  minus  quam  opporteat,  aliqui  vero,  qui 
nunquam  abbreviature  exercent  officium  aut  cancellariam  ipsam  frequen- 
tant :  vicecancellarius  aut  presidens  seu  locumtenens  prefati,  qui  talium 
habent  notitiam,  hoc  studeant  efficaciter  observare,  quod  omnino  im- 
peritis  et  his,  qui  non  consueverunt  dictum  officium  personaliter  exer- 
cere  seu  cancellariam  frequentare,  nullas,  peritioribus  autem  difficilioris 
materie  supplicationes  pro  minutis  fiendis  distribuant,  ne  propter  abbre- 
viatorum imperitiam  sint  littere  rescribende. 

12.  Item  ne  partes  casu  quo  littere  earum  rescribende  fuerint 
iudicate  aut  etiam  scriptores  et  abbreviatores  predicti  de  eorum  labore 
valeant  defraudari:  statuimus  et  etiam  ordinamus,  quod  quandoeunque 
abbreviator  faciendi  minutam  et  scriptor  scribendi  bullam  onus  susci- 
piant,  partem  salarii  eis  debiti  dumtaxat,  residuum  vero,  postquam 
littera  huiusmodi  fuerit  expedita,  antequam  tarnen  transmittantur  ad 
bullam,  integraliter  reeipere  valeant  et  non  aliter,  ut,  si  littere  ipse 
8criptonim  vel  abbreviatorum  culpa  fuerint  rescribende  iudicate,  illi, 
cui  satisfactio  fuerit  impendenda,  de  seeunda  parte  salarii  huiusmodi 
efficaciter  possit  provideri. 


12—13.    Mehrfache    Abänderungen   und    Zusätze    zu   Martins  V.    „Romani 
pontincie"  o.  No.  XXIX.  §  11. 


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HL  Constitutionen  173 

13.  Item  statuimus  et  etiam  ordinamus,  ut,  quotiescunque  iudi- 
catum  fuerit  litteram  aliquam  rescribendam,  iudicium  super  hoc  in 
capite  ipsius  littere  ponatur  et  cuius  culpa,  videlicet  si  abbreviatoris 
vel  scriptoris  aut  partis,  que  litteram  ipsam  procurat.  Et  si  littera 
huiusmodi  scriptoris  vel  abbreviatoris  culpa  rescribenda  fuerit  iudi- 
cata, extunc  senescallus  sive  custos  predictus  illam  incontinenti  de 
ipsius  domini  vicecancellarii,  quem  super  hoc  reddat  attentum,  maudato 
rescribendario  assignet,  iniungens  eidem,  quod  litteram  predictam 
rescribi  et  in  prima  caucellaria  extunc  immediate  sequenti  ipsam 
rescriptam  reportari  faciat  et  procuret  illamque,  postquam  auscultata 
fuerit  ut  moris  est  cum  rescripta,  ulterius  abbreviatori,  qui  eam  iudi- 
cavit  rescribendam,  si  presens  fuerit,  alioquin  alteri  pro  eo  assignet 
abbreviatori  ulterius  expediendam,  quam  expeditam  sine  aliis  partis 
litteram  ipsam  procurantis  expeusis  satisfacto  illi  de  secunda  parte 
salarii  extunc  restituti,  cui  satisfactio  fuerit  impendenda,  transmittat 
ad  bullam.  Si  vero  littera  aliqua  partis  predicte  culpa  rescribenda 
fuerit  iudicatata,  de  illa  pars  ipsa  taxam  solvat  inferius  moderatam 
et  non  ultra.  Ille  autem,  qui  ex  custode  scriptore  vel  abbreviatore 
predictis  in  premissis  seu  eorum  aliquo  repertiu  fuerit  negligens  vel 
remissus:  duorum  florenorum  auri  de  camera  pro  uua  vicecaucellario 
predicto  et  alia  raedietatibus  penitentiariis  minoribus  predictis  irremis- 
sibiliter  persolvendorum  penam  incurrat  ipso  facto. 

14.  Item  quia  notarii  dicte  sedis  plures  litteras,  quarum  confectio 
et  expeditio  ad  eorum  spectat  officium,  per  se  facere  nequeunt,  illas 
per  alios  fieri  faciunt  abbreviatores,  quos  aliquando  minus  recipiunt 
peritos  et  expertos,  unde  partibus  illas  prosequentibus  inconvenientia 
subsequuntur :  statuimus,  quod  nullus  notarius  de  cetero  aliquem  in 
suum  recipiat  abbreviatorem,  nisi  prius  dicti  vicecancellarii  auctoritate 
per  alios  sibi  assistentes  abbreviatores  examinatus  fuerit  et  approbatus 
et  tamquam  talis  per  vicecancellarium  prefatum  ipsi  notario  assignatus. 
Et  si  aliquis  non  ydoneus  inpresentiarum  fuerit,  mutetur  et  de  alio 
provideatur  iuxta  supradicta. 

15.  Item  quia  aliquando  contigit,  quod  littere  apostolice  nimis 
excessive  taxantur  et  ab  eisdem  notariis  scriptoribus  et  abbreviatoribus 
excessivum  petitur  salariura ;  statuimus  et  etiam  ordinamus,  quod  notarii 
scriptores  et  abbreviatores  prefati  ultra  felicis  recordationis  Joannis 
pape  XXII.  et  alias  inferius  adnotatas  et  specificatas  taxas  nullatenus 
recipere  presumant  etiam  sponte  oblatum.  Et  si  pars  ante  vel  post 
ipsarum  litterarum  expeditionem  de  excessu  conqueri  voluerit,  apud 
vicecancellarium  vel  eius  locumtenentem  conqueratur,  qui  habito  con- 

14.  Vgl.  o.  XXVI.  §  4. 

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174  IIL  Constitutiones. 

silio  cum  assistentibus  prelibatis  iudicet  de  excessu;  et  si  litteram 
excessive  taxatam  seu  pecuuiain  exactam  faisse  reppererit,  parti  lese 
ab  illo,  qui  excessit,  restitui  faciat  excessum,  ipseque  excedens  dicti 
vicecancellarii  arbitrio  puniatur. 

16.  Item  quod  abbreviatores  predicti,  antequam  ad  officium  abbre- 
viature  huiusmodi  admittantur,  in  manibus  vicecancellarii  prefati  tactis 
scripturis  sacrosanctis  ad  saucta  dei  evangelia  corporaliter  presteut 
iuramentum  sub  hac  verborum  forma:  Ego  N. 

17.  Item  quod  earundem .  litterarum  scriptores  ante  eorum  etiam 
ad  officium  huiusmodi  admissionem  in  dicti  vicecancellarii  manibus 
etiam  tactis  scripturis  sacrosanctis  ad  sancta  dei  evangelia  in  forma, 
que  sequitur,  corporate  prestent  iuramentum.   Ego  N.  etc. 

18.  Item  statuimus  et  etiam  ordinamus,  quod  singulis  tribus  men- 
sibus  pro  tempore  unicus  litterarum  apostolicarum  deputetur  rescriben- 
darius  sive  taxator  earundem,  qui  sit  vir  bone  conscientie  vite  lauda- 
bilis  et  conversationis  honeste  et  in  occurrentibus  negotiis  expertus  et 
approbatus;  cui  etiam  per  vicecancellarium  deputentur  duo  assistentes 
viri  probi  et  experti,  quorum  vel  alterius  eorum  consilio  iuxta  superius 
dicta  taxas  apponat;  cuius  officium  duret  per  tres  menses  duntaxat, 
nisi  suis  exigentibus  meritis  et  alias  in  huiusmodi  suo  officio  taliter 
se  habuerit,  quod  per  alios  tres  menses  extunc  immediate  sequentes 
et  non  ultra  meruerit  confirmari.  Finito  vero  eius  officio  per  ipsum 
vicecancellarium  seu  locumtenentem  deputentur  duo  sindici,  qui  vocatis 
omnibus  per  cedule  affixionem  sua  putantibus  interesse  de  singulis  per 
eum  gestis  diligenter  se  informent  et  eum  pro  meritis  eius  condem- 
nent  vel  absolvant,  prout  iustitia  suadebit. 

19.  Item  quod  rescribendarius  pro  tempore  deputatus  singulis  die- 
bus,  quibus  cancellaria  apostolica  tenebitur,  ad  illam  bona  hora,  qua 
abbreviatores  venire  sunt  astricti,  venire  et  in  illa,  quousque  finita 
fuerit,  perseverare  teneatur.  In  loco  vero  sibi  pro  suo  exercendo  officio 
in  ipsa  cancellaria  deputato  et  alias,  quando  aliquid  taxandum  in  domo 
sua  extra  horam  cancellarie  occurrit,  quinternum  taxas  iufrascriptas 
continentem  penes  se  habeat,  iuxta  quas  litteras  quascunque  gratiam 
seu  iustitiam  continentes  taxet,  earum  limites  nullatenus  excedendo, 
omniaque  alia  et  singula  faciat  et  exequatur,  que  per  rescribendarium, 
qui  deputari  consuevit,  hactenus  fieri  consueverunt. 

20.  Item  si  parti  litteram  procuranti  aut  assistentibus  illius  taxatio 
nimis    excessiva   videretur,    extunc    rescribendarius    ad    hoc    requisitus 

16.  17.    Vgl.  o.  Juramenta  V  und  IX  b.  c. 

18.  Zur  Amtfldauer  des  Rescribendars  am  Rande  von  anderer  üand  bemerkt : 
Sedente  Sixto  papa  Ittl.  fallit  hoc  in  N[icolao]  de  üottifredis,  qui  trina  vice 
confirmatus  fuit;  et  male  factum. 


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HL  Constitutiones.  175 

incontinenti  quinternum  predictum  parti  predicte  exhibeat  et  una  secum 
taxam  per  eum  littere  appositam  cum  dicto  quinterno  examinet  dili- 
genter  illamque,  si  moderanda  fuerit,  moderetur  et  reducat.  Et  si 
errorem  suum  immediate  corrigere  distulerit,  pars  predicta  apud  vice- 
cancellarium  conqueratur  de  excessu,  qui  cum  assistentibus  predictis 
communicato  consilio,  si  litteram  excessive  taxatam  esse  reppererit, 
illam  ad  debitum  reduci  faciat  moderamen ;  et  rescribendarius  prefatus 
in  uno  floreno  auri  de  camera  pro  una  ipsi  vicecancellario  et  pro  alia 
medietatibus  minoribus  penitentiariis  predictis  applicandis  condemnatus 
existat  eo  ipso,  quem  infra  tres  dies  extunc  proxime  et  immediate 
sequentes  sub  pena  dupli  exbursare  teneatur. 

xxxvni. 

Nicolaus  V.  bestätigt  die  inserirte  Bulle  Eugens  IV.  „Sicut  prudens"   (vgl. 

o.  No.  XXXVI.)  über  die  Errichtung  des  Scriptorencollegs. 

1454  Juni  13,  Rom,  St.  Peter. 
1930 
Cod.  Bibl.  Vittorio  Eman.   -= — -    OQO   f.  84  s.  XVII  (S).     Cod.   Corsinian. 

oG880r.  £ö£ 

874  fol.  123  s.  XVI  (C)  und  fol.  130  (C).  Die  Eintragung  C  ist  correcter  und 
bringt  die  inserirte  Bulle  Eugens  IV.  vollständig. 

Nicolaus  episcopus  servus  servorum  dei  ad  perpetuam  rei  memoriam. 

Pastoralis  officii  cura,  quam  disponente  domino  licet  immeriti 
gerimus,  nos  admonet  propensius  et  hortatur,  ut  ad  universorum  Romane 
curie  presertim  officii  scriptorum  litterarum  apostolicarum  statum  nostre 
dirigentes  considerationis  intuitum ,  ea,  que  pro  salubri  regimine a) 
huiusmodi  a  Komanis  pontificibus  predecessoribus  nostris  provide  statuta 
et  ordinata  fuisse  conspicimus,  qu^dam  alia  ex  novis  emergentibus 
causis  ipsis  adiiciendo  utilia,  etiam  nostro  munimine  roboremus  et,  ut 
illa  perpetuo  observentur  b),  opem  et  operam  impendamus  efficaces. 
Hinc  est,  quod  nos  dilectorum  filiorumc)  magistri  Sinibaldi  de  Spada 
rescribendarii  et  universorum  scriptorum  litterarum  earundem  in  hac 
parte  supplicationibus  inclinati  quasdam  super  nounullis  constitutio- 
nibus  ordinationibus  et  statutis  circa  regimen  et  gubernationem d) 
officii  scriptori^  litterarum  huiusmodi  et  officialium  eiusdem  editis  a 
felicis  recordationis  Eugenio  papa  quarto  °)  predecessore  nostro  emanatas 
litteras,  quarum  tenores  de  verbo  ad  verbum  inferius  inseri  fecimus, 
auctoritate  apostolica  et  ex  certa  scientia  tenore  presentium  innovamus 


B)  statum  et  salubre  regimen  mit  Auslassung  alles  Dazwischenstehenden  CS. 
b)   observemus   C.  c)   dilecti    nostri   C.  d)   administrationem   C  S. 

e)  tertio  C. 


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176  IE-  Constitutiones. 

et  approbamus  ac  perpetug  firmitatis  robore  subsistere  et  sub  poenis 
in  Ulis  contentis  inviolabiliter  perpetuis  futuris  temporibus  observari 
debere  decemimus  ac  districte  precipimus  et  mandamus  ipsisque  con- 
stitutionibus  et  ordinationibus  adiiciendo  nee  non  quibusdam  a  bone 
memorie  Joanne  XXII.  predecessore  nostro  desuper  editis  constitutio- 
nibus  et  ordinationibus  inhgrendo  statuimus  et  ordinamus,  quod  nullus 
eorundem  scriptorum  pro  scribendis  litteris  apostolicis  nee  ante  nee 
post  scriptionem  earundem  ultra  taxationem  dietarum  litterarum  aliquid 
reeipiat,  etsi  gratis  offeratur  eidem;  contrarium  vero  faciens  duplum 
restituat  et  per  vicecancellarium  seu  pro  tempore  cancellariam  aposto- 
licam  regentem  suspendatur  ab  officio  scriptorie.  Quodque  iidem  scriptores, 
ex  quo  litteras  rescribendas  reeeperint,  illas  infra  tres  dies  scribere  ac 
impetranti  eas  satisfactione  premissa  restituere  [debeant] a),  nisi  legiti- 
mus impedimentum  habeant,  quod  statim,  si  oecurrat  vel  cum  infra 
huiusmodi  tempus  oecurrerit,  rescribendario  significare  ac  notam  seu 
litteras  ipsas  ad  eum  remittere  teneantur;  et  qui  hoc  non  servaverit, 
arbitrio  vicecancellarii  seu  regentis  huiusmodi  puniatur.  Preterea  quod 
nullus  eorundem  scriptorum  litteras  per  eum  scriptas  restituat,  nisi 
prius  cum  nota  ipsas  auscultaverit  diligenter  et  eas  seeundum  notam 
sive  minutam  correxerit  antedietam;  alioquin  contrafaciens  arbitrio 
puniatur  antedicto. 

Tenor  vero  dietarum  litterarum  sequitur  et  est  talis: 
Eugenius  etc.  =  Ottenthai  1.  c.  vgl.  o.  No.  XXXVI. 

Cupientes  autem,  ut  presentes  nostr§  et  in  illis  insert^  Eugenii 
predecessoris  litter§  predict§  nee  non  in  ipsis  litteris  contenta  constitu- 
tiones ordinationes  et  statuta  pr^dieta  per  officiales  et  scriptores  presentes 
et  futuros  et  alios,  ad  quos  spectat,  perpetuis  futuris  temporibus  in- 
violabiliter observentur:  mandamus  venerabili  fratri  nostro  Berardob) 
episcopo  Spoletano  cancellariam  apostolicam  de  mandato  nostre  regenti 
et  sanet^  Roman§  ecclesi^  vicecancellariis  seu  ipsam  cancellariam 
regentibus  pro  tempore,  quatenus  constitutiones  et  ordinationes  et 
statuta  predieta  perpetuo  observent  et  per  penas  in  eis  contentas  contra 
illa  non  observantes  debit^  executioni  mandando  et  alias  prout  eis 
videbitur  non  observantes  per  officiales  et  scriptores  presentes  et  futuros 
predictos  faciant  inviolabiliter  observari,  contradictores  per  censuram 
ecclesiasticam  appellatione  postposita  compescendo  —  non  obstantibus 
constitutionibus  et  ordinationibus  apostolicis  c^terisque  contrariis  qui- 
buseunque,  aut  si  officialibus  prefatis  seu  quibusvis  aliis  communiter 
vel  divisim  ab  eadem  sit  sede   indultum,   quod   interdici   suspendi   vel 


*)  fehlt  CCS.  »»)  Gerardo  S. 

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III.  Constitutione^.  177 

excommunicari  nou  possint  per  litteras  apostolicas  non  facientes  plenam 
et  expressam  ac  de  verbo  ad  verbum  de  indulto  huiusmodi  mentionem. 
Nulli  ergo  etc. 

Datum  Borne  apud  Sanctum  Petrum  anuo  incarnationis  dominice 
millesimo  quadringentesimo  quinquagesimo  quarto,  idibus  iunii,  pon- 
tificatus  nostri  anno  octavo. 

XXXIX. 

Call  ixt  III.  erklärt,  dass  nur  die  an  der  Curie  anwesenden  Scriptoren  an 
den  monatlich  zu  gleichen  Theilen  zu  beziehenden  Einkünften  Antheil  haben 
sollen,  ausser  sie  seien  im  Dienste  der  Curie  abwesend. 

1456  Juni  18,  Rom,  St.  Peter. 
„Pastoralis  officii". 

Cod.  Barberin.  XXXV.  69  p.  357. 

.  .  .  Statuimus  et  ordinamus,  quod  omnia  et  singula  eniolumenta 
dicti  officii  inter  presentes  dunitaxat  scriptores  equis  partibus  singulo 
mense  dividantur. 

XL. 

Callixt  III.  gestattet,  dass  die  für  die  Söhne  verheiratheter  Scriptoren  aus- 
gefertigten Bullen  „ubique  absque  ulla  taxatione"  durchgehen. 

1457  Juni  17,  Rom,  St.  Peter. 
„Romani  pontificis". 

Cod.  Barberin.  XXXV.  69  p.  359. 

XLI. 

Callixt  III.  vertilgt,  um  das  Eindringen  von  Geschäftsunkundigen  zu  ver- 
hüten, dass  kein  Abbreviator  Aufnahme  in  den  parcus  maior  finden  solle,  der 
nicht  zuvor  nach  gehöriger  Prüfung  durch  drei  Jahre  in  der  prima  visio  und 
darauf  durch  fünf  Jahre  im  parcus  minor  gedient  hätte. 

1458  März  28,  Rom,  St.  Peter. 

Ciampini  1.  c.  21  mit  dem  Quellenverweis:  Registrata  lib.  36  bullarum 
Callisti  III.  p.  329.  Die  Bulle  in  den  Registern  Callixt  III.  zu  suchen,  gebrach  es 
mir  an  Zeit,  so  dass  ich  in  dem  einen  Ealle  nur  den  Abdruck  Ciampini's  wiedergebe. 

Assidua  nostri  cordis  meditatio  inter  caetera  ad  hoc  vigilat,  ut, 
quae  apostolicae  sedis  officiis  hactenus  fuerunt  deformata,  per  nostrae 
provisionis  ministerium  reformare  et  in  statum  pristinum  reducere 
studeamus. 

1.  Sane  cum  litterarum  apostolicarum  abbreviatores  sanctae  Bomanae 
ecclesiae  vicecancellario  aut  cancellariam  apostolicam  de  Romani  pon- 
tificis mandato  regenti  in  dictarum  litterarum  expeditione  assistentes 
esse  conveniat  viros  praeclaros  consilii  uiaturitate  conspicuos  virtutum 
redimitos   ornatibus,    qui   non   solum   eloquentiam   et  utriusque   iuris 

Tangl,  Pupatl.  Kanzloiordnungen.  12 

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178  HL  Constitutionen 

peritiam  sed  etiam  oranium,  quae  in  Romana  curia  tractantur,  praeti- 
cam  simul  habeant  et  in  eadem  cancellaria  faerint  longo  tempore 
conversati  ac  supplices  minutas  iuxta  stylum  dictae  cancellariae  con- 
fecerint,  quales  fuerunt  priscis  temporibus  et  aliqui  adhuc  superstant, 
quorumgesta  omni  laude  digna  comprobamus;sintquenonnulli  honorem 
praefatae  sedis  labefactare  volentes,  qui  licet  practicam  et  stylum  eius- 
dem  cancellariae  non  habeant,  nihilominus  cum  omni  instantia  eisdem 
vicecancellario  seu  regenti  assistere  et  in  parco  maiori  se  admitti  variis 
modis  exquisitis  hactenus  importune  sollicitarunt  et  continuo  sollici- 
tant :  nos  igitur,  ad  quos  pertinet  super  his  oportune  providere,  atten- 
dentes,  quod  locus  praesidentiae  eiusdem  cancellariae  dexter  oculus 
ßomani  pontificis  non  immerito  appellatur  et  quod  officium  dictorum 
assistentium  abbreviatorum  in  hoc  potissimum  consistit,  nostras  vide- 
licet  et  pro  tempore  existentium  Bomanorum  pontificum  signatas  sup- 
plicationes  ad  iustitiam  et  honestatem  interpretari,  constitutiones  et 
ordinationes  apostolicas  observare  et  continuo  praecavere,  ne  quid  per 
eandem  cancellariam  expediatur,  quod  minus  debitum  vel  honestum 
censeri  possit,  ac  debite  recensentes  nullum  ad  huiusmodi  officium 
recipi  merito  debere,  qui  non  sit  in  iis,  quae  ad  praedictum  pertinent 
officium,  bene  practicus  et  expertus  et  qui  longo  tempore  in  eadem 
cancellaria  fuerit  conversatus:  ad  eorundem  ambitiosorum  compescen- 
dam  temeritatem  ac  ut  littere  apostolicae  secundum  antiquum  stylum 
per  eandem  cancellariam  accurate  expediantur  ac  debitus  ordo  obser- 
vetur,  perpetuae  constitutionis  edicto  auctoritate  apostolica  tenore  prae- 
sentium  statuimus  et  ordinamus,  quod  nullus  de  caetero  ad  huiusmodi 
officium  recipiatur  vel  admittatur,  nisi  ut  praefertur  qualificatus  habilis 
et  idoneus  ac  per  rigorem  examinis  publice  ut  moris  est  comprobatus 
extiterit  et  in  prima  visione  per  tres  ac  in  parco  minori  per  quinque 
annos  ad  minus  steterit  vel  ad  huiusmodi  exercendum  officium  tarn 
per  longam  practicam  quam  per  rigorem  examinis  publice  coram  vice- 
cancellario sit  approbatus,  qui  tarnen  coniugatus  nullatenus  existat; 
cassantes  revocantes  et  annullantes  omnes  supplicationes  seu  mandata 
sub  quacunque  verborum  forma  per  nos  etiam  proprio  motu  super 
receptione  quorumcunque  ad  praemissum  officium  signatas,  quae  effectum 
non  fuerint  consecuta,  ac  districtius  inhibentes  dilectis  filiis  correctori 
dictarum  litterarum  nee  non  praefatis  de  maiori  parco  praesentibus  et 
futuris  sub  poena  exeommunicationis  latae  sententiae,  quam  ipso  facto 
contrafaciendo  ineurrant,  ne  aliquem  nisi  ut  praefertur  qualificatum 
practicum  examinatum  comprobatum  et  idoneum  ad  huiusmodi  officium 
admittere,  ac  aliis  abbreviatoribus  litterarum  earundem  extra  praedictum 
parcura  maiorem  pro  tempore  existentibus  euiuseunque  gradus  et  con- 


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III.  Constitutione8.  179 

ditionis  existant,  ut  sub  eadem  excommunicationis  atque  privationis 
abbreviatoriae  et  aliorum  quae  exercent  officiorum  poenis,  quas  simi- 
liter  contrafaciendo  incurrant  ipso  facto,  ne  contra  statatum  et  ordina- 
tionem  huiusmodi  se  ad  dictum  officium  recipi  et  admitti  per  se  vel 
alium  seu  alios  quoquomodo  procuraverit ;  decerneutes  correctorem  et 
ipsos  abbreviatores  de  maiori  parco  ad  recipiendum  aliquem  nisi  ut 
premittitur  qualificatum  practicum  examinatum  comprobatum  et  idoneum 
ac  nisi  necessitate  exigente,  videlicet  cum  in  ipso  parco  minus  quam 
decem  vel  duodecim  forent,  non  teneri  nee  ad  id  etiam  pretextu  litte- 
rarum  yel  mandatorum  apostolicorum  etiam  a  nobis  vel  a  sede  pre- 
dieta  sub  quavis  verborum  forma  pro  tempore  emanandorum  compelli 
posse  quoquomodo  etiamsi  statuto  et  ordinatione  praemissis  foret  motu 
simili  et  ex  certa  scientia  specialiter  et  expresse  derogatum,  irritum 
quoque  et  inane,  si  secus  super  his  a  quoquam  quavis  auetoritate 
scienter  vel  ignoranter  contigerit  attentari.     Nulli  ergo  etc. 

Datum  Bomae  apud  Sanctum  Petrum  anno  incarnationis  dominicae 
millesimo  quadringentesimo  quinquagesimo  oetavo,  quinto  kal.  aprilis, 
anno  tertio.  De  curia.  P.  de  Varris. 

XLII. 

Pius  II.  verfügt,  dass  die  Notare  den  Bischöfen  nicht  mehr  vorangeben, 
sondern  folgen  sollen ;  nur  in  den  öffentlichen  Consistorien  „ubi  de  rebus,  que 
geruntur,  ut  autentica  conficiant  documenta,  rogari  consueverunt"  bleibt  ihnen 
ihr  Ehrenplatz  gewahrt. 

1459  Juni  12,  Mantua. 

,.Cum  servare". 

Cod.  Barberin.  XXXV.  69  p.  362. 

XLIII. 

Pius  II.  vereinigt  die  Abbreviaturen  zu  einem  geschlossenen  Colleg  und 
ordnet  ihren  Geschäftskreis  und  ihre  Einkünfte. 

1463  November  16,  Rom,  St.  Peter. 

Cod.  Barberin.  XXXV.  69  p.  372—373  Originaleintragung  und  p.  384  in- 
serirt  in  die  Bulle  Pauls  II.  ,.Ula  quorum"  (B). 

Ciampini  1.  c.  26. 

Diese  Constitution  wurde  wenige  Jahre  später  von  Paul  II.  durch  die  Bulle 
„lila  quorum"  widerrufen.  Dies  hatte  zur  Folge,  dass  man  zwischen  p.  372  und 
373  das  Blatt,  welches  den  grössten  Theil  der  OriginaleintragUDg  enthielt,  heraus- 
schnitt und  Anfang  und  Ende  der  Constitution  durchstrich.  Der  Text  der  Original- 
eintragung reicht  jetzt  nur  bis  §  3 :  emolumentum  vero  quod  .  .  .  und  setzt  erst 
wieder  ein  §  10 :  ...  huiusmodi  attemptare  quoquomodo  presumant ;  decernen- 
tesque  exnunc  irritum  etc. 

Aus  den  Bullen  Pauls  II.  „Cum  pridemu  und  Sixtus'  IV.  „Divina  eterni44 
geht  deutlich  hervor,  dass  es  sich  dabei  um  die  Schaffung  käuflicher  Stellen 
handelte.  Die  Errichtung  des  Abbreviatorencollegs  war  demnach  wohl  eine  der 
Finanzoperationen,  die  mit  den  Kreuzzugsplänen  des  Papstes  in  Verbindung  standen. 

12* 


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|80  III.  Con8titutiones. 

Pius  episcopus  servus  servorum  dei  ad  perpetuam  rei  memoriam. 

Vices  illius  gereutes  in  terris,  qui  cuncta  secundum  illorum  qua- 
litates  moderamine  corrigit  rectoque  disponit  iudicio,  ad  ea  prout  decet 
solerter  intendimus,  per  que  officia  cancellarie  apostolice  cum  matura 
deliberatione  maturoque  consilio  exerceantur  a)  ac  digna  pro  meritis 
emolumenta  compensentur  et,  que  hactenus  deformata  fuerunt,  per 
nostre  provisionis  ministerium  debite  reformentur. 

1.  Cum  igitur  litterarum  apostolicarum  abbreviatorum  numerus, 
quem  felicis  recordationis  Benedictus  papa  XII.  predecessor  noster 
viginti  quatuor  dumtaxat  esse  statuit,  superiori  tempore  adeo  excre- 
verit  et  multiplicatus  sit,  ut  infinitus  quodammodo  esse  censeatur, 
quamplures  etiam  ad  huiusmodi  abbreviatorum  officium  admissi  sint, 
qui  ad  illud  exercendum  minime  sunt  idonei,  quidam  vero  illud  exacta 
diligentia  exercent,  qui  exinde  nulla  vel  modica  emolumenta  suscipiunt, 
quo  fit,  ut  in  expeditione  litterarum  apostolicarum,  que  per  eandem 
cancellariam  expediuntur,  antiquus  stilus  et  ordo  debitus  quandoque 
non  observetur  et  pauci  ad  exercitium^otficii  huiusmodi  se  accomodent 
non  sine  dispendio  procurantium  litteras  per  cancellariam  predictam 
expediri:  unde  cum  ad  nostrum  spectet  officium  super  hoc  oportune 
et  celeriter  providere,  auctoritate  apostolica  tenore  presentium  perpetuo 
statuimus  decernimus  et  ordinamus: 

2.  quod  numerus  abbreviatorum  litterarum  predictarum,  quibus 
dumtaxat  fiet  distributio,  sit  septuagenarius,  qui  omnes  in  quodam 
pithaphio  ad  instar  scriptorum  litterarum  earundem  describantur,  ipso- 
rumque  abbreviatorum  officium  sit  perpetuuui  ac  disponi  de  eo  possit 
in  omnibus  et  per  omnia  sicuti  de  officio  scriptorie  litterarum  earun- 
dem, ipsique  septuaginta  abbreviatores  omnibus  et  singulis  constitutio- 
nibus  statutis  ordinationibus  privilegiis  gratiis  immunitatibus  exemptio- 
nibus  libertatibus  prerogativis  antelationibus  concessionibus  et  indultis 
quibuscunque  gaudeant  potiantur  et  utantur  pariformiter  sicuti  scriptores 
antedicti,  etiam  quoad  hoc  ut  familiäres  nostri  et  successorum  nostrorum 
Romanorum  pontificum  perpetuo  sint  et  in  quibuscunque  litteris  aposto- 
licis  tales  nominentur,  et  litterae  apostolicae  gratiam  vel  iustitiam 
concernentes  pro  dictis  septuaginta  abbreviatoribus  eorumque  nepotibus 
et,  si  uxorati  fuerint,  pro  eorum  filiis  gratis  in  omnibus  officiis  expe- 
diantur,  extendeutes  ad  prefatos  septuaginta  abbreviatores  ac  mandantes 
ea  sub  penis  et  censuris  in  illis  conteiitis  etiam  quoad  predictos  septua- 
ginta abbreviatores  firmiter  observari  in  omnibus  et  per  omnia,  acsi 
illa  dictis  septuaginta  abbreviatoribus  de  verbo  ad  verbum  per  nos 
concessa  fuissent. 


»)  exerceant  B. 

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III.  Con8titutione8.  JgJ 

3.  Emolumentum  vero,  quod  habebunt  septuaginta  abbreviatores 
predicti,  sit  una  taxa  equalis  taxe,  que  datur  pro  grossa  scriptoribus 
supradictis  tarn  de  litteris,  que  per  eandem  cancellariam  quam  etiam 
de  Ulis,  que  per  cameram  expediuntur,  etiam  si  absque  supplicatione 
et  signatura  illas  expediri  contingat. 

4.  Quodque  singulo  trimestri  per  ipsos  abbreviatores  participantes 
eligantur  quatuor  ex  eis,  qui  vicecancellario  sancte  Romane  ecclesie 
pro  tempore  existenti  seu  eius  locumtenenti  aut  cancellariam  aposto- 
licam  de  mandato  nostro  regenti  presententur ;  et  ille  ex  predictis 
quatuor,  quem  vicecancellarius  locumtenens  aut  regens  ipse  duxerit 
eligendum,  distributor  sit  et  nuncupetur  et  eandem  taxam  ponat  in 
pitapbio  et  ad  ipsum  distributorem  et  nullum  alium  sine  speciali  man- 
dato nostro  vel  successorum  nostrorum  Romanorum  pontificum  cano- 
nice  intrantium  omnes  et  singulas  supplicationes,  postquam  fuerint 
registrate,  sub  pena  excommunicationis  et  privationis  officiorum  quorum- 
libet,  quas  tarn  magistri  et  clerici  registri  earundem  supplicationum 
quam  alii  id  procurantes  ipso  facto  incurrant,  dictaque  officia  per 
huiusmodi  privationem  extunc  vacare  noscantur  pariformiter  deferantur, 
sicut  hactenus  deferri  consueverunt  vicecancellario  sancte  Romane 
ecclesie  pro  tempore  existenti  seu  eius  locumtenenti  vel  cancellariam 
ipsam  de  mandato  nostro  regenti. 

5.  Ipsiusque  sie  electi  distributoris  officium  sit  distribuere  minutas, 
quarum  expeditio  procurabitur  abbreviatoribus  antedictis  equaliter  et 
seeundum  ordiuem,  prout  distribuuntur  commissiones  auditoribus  palatii 
apostolici,  reliquas  vero  supplicationes  fideliter  conservare  et  illas  futuro 
distributori  post  finem  dictorum  trium  mensium  sine  diminutione  qua- 
eunque  consignare  omnemque  taxam  huiusmodi  concordato  prius  pitaphio 
cum  pitaphio  scriptorum  eorundem  exceptis  litteris  simplicis  iustitie  ac 
provisionum  ecclesiarum  et  monasteriorum,  que  Sunt  consistorialiter  et 
per  prothonotarios,  ac  etiam  illarum  que  per  secretarios  nostros  in 
eadem  cancellaria  expediuntur,  ex  quibus  abbreviatores  ipsi  non  parti- 
cipabunt,  singulo  mense  inter  dictos  participantes  abbreviatores  sub 
similibus  penis  equaliter  partiri  ad  instar  scriptorum  eorundem;  ita  tarnen, 
quod,  quisquis  ipsorum  partieipantium  abbreviatorum  plus  reeeperit 
quam  valeat  officium  dicto  mense,  teneatur  et  debeat  infra  biduum 
post  faetam  huiusmodi  rationem  sub  eisdem  penis  illud  restituere  dicto 
distributori,  qui  non  habentibus  partem  eis  debitam  immediate  tradat 
et  assignet. 

6.  Si  quis  tarnen  ex  dictis  abbreviatoribus  minutam  super  suppli- 
catione non  confecerit  vel  confeetam  corrigi  procuraverit,  quinta  parte 
huiusmodi  taxe  careat,   que  detur  abbreviatori   de  parcu  maiori,  qui 


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182  IQ-  Constitutionen 

minutam  correxerit  et  expediverit,  et  tarnen  dicta  quinta  pars  in  sortem 
dicti  abbreviatoris,  cui  talis  distributio  facta  fuerit,  computetur  ad 
similitudinem  dictorum  scriptorum  apostolicorum  non  scribentium. 

7.  Insuper  ex  predictis  abbreviatoribus  extra  parcum  maiorem 
existentibug  eligantur  examinentur  et  approbentur  per  ipsum  vicecan- 
cellarium  et  predictos  abbreviatores  de  parco  maiori  pro  hac  prima 
vice  octo  ex  sufficientioribus  ad  parcum  maiorem  et  sedecim  pro  prima 
visione  et  sex  ad  videndum  litteras,  que  in  eadem  cancellaria  per 
dictos  8ecretarios  expediuntur,  cum  aliis  emolumentis  consuetis  et  in 
futurum  quoad  eligendos  examinandos  et  approbandos  ipsos  abbrevia- 
tores de  parco  maiori,  de  prima  visione  et  alios  ad  videndum  litteras 
per  secretarios  expediendas  huiusmodi  antiquus  ordo  servetur;  nullique 
abbreviatori,  nisi  fuerit  de  numero  ipsorum  septuaginta  participantium, 
liceat  de  cetero  sub  excommunicationis  pena  late  sententie  signare 
litteras  apostolicas  per  cancellariam  vel  cameram  ut  prefertur  expe- 
diendas nullusque  ex  dictis  abbreviatoribus  de  parco  maiori  vel  minori 
et  etiam  ex  secretariis  nostris  sub  simili  pena  audeat  litteras  huius- 
modi expedire,  nisi  fuerint  per  ipsum  distributorem  signate. 

8.  Verum  quia  interdum  oritur  disceptatio  super  taxis  litterarum 
earundem:  volumuset  mandamus,  quod  quandocunque  et  quotienscunque 
inter  rescribendarium  et  distributorem  huiusmodi  pro  tempore  existentes 
erit  differentia  super  eisdem  taxis,  stetur  iudicio  et  declarationi  duorum 
vel  trium  antiquorum  in  dicto  parco  maiori,  qui  de  huiusmodi  taxis 
pleniorem  habent  notitiam  et  quorum  auctoritas  plurimum  valet,  prout 
tempore  pie  memorie  Martini  pape  V.  predecessoris  nostri  fieri  con- 
suevit. 

9.  Super  qualitate  vero  idoneitate  etate  et  sufficientia  admitten- 
dorum  ad  huiusmodi  abbreviatorum  officium  servetur  examen,  sicut 
pro  scriptoribus  predictis  iuxta  eorum  constitutiones  hactenus  obser- 
vatum  est  ac  de  presenti  observatur. 

10.  Kursus  ut  nostre  mentis  affectus  cunctis  innotescat,  volumus 
et  etiam  decernimus,  quod  si  qua  supplicatio  per  nos  seu  de  mandato 
nostro  cuiquam  in  futurum  distributa  reperiatur,  is,  cui  distributa 
fuerit,  nullum  sub  eisdem  excommunicationis  et  privationis  penis,  quas 
"p80  facto  contrafaciendo  incurrat,  emolumentum  recipere  possit,  sed 
huiusmodi  supplicatio  pro  non  distributa  habeatur  et  per  ipsum  distri- 
butorem modo  premisso  distribuatur.  Et  hoc,  quod  nobis  licere  non 
patimur,  futuris  successoribus  nostris  Romanis  pontificibus  indicimus 
districtius  inhibentes  dilecto  filio  nostro  Roderico  sancti  Nicolai  in 
Carcere  Tulliano  diacono  cardinali  moderno  et  pro  tempore  existenti 
vicecancellario  seu   eius  locumtenenti  aut  cancellariam  ipsam  regenti, 


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III.  Constitutione e.  }g3 

ne  sub  pena  excommunicationis  aliquam  supplicationem  cuiquam  etiam 

ex   dictis    abbreviatoribus    participantibus    distribuere   vel   de   eisdem 

distribntionibus  se   ampüus  intromittere   aut  aliquid   contra  statutum 

Ordinationen!  decretum  et  inhibitionem  hniusmodi  attemptare  quoquo- 

modo  presumant;  decernentesque  exnunc  irritum  et  inani,  si  [secus]*) 

super  iis  quavis  auctoritate  scienter  vel  ignoranter  contigerit  attemptari, 

litteris  bone  memorie  Callisti  pape  III.  predecessoris  nostri  super  numero 

et  admissione  abbreviatoruin  ad  huiusmodi  parcum  maiorem,  quas  cum 

Omnibus  et  singulis  in   eis   coutentis  clausulis  harum  serie  ex  certa 

scientia   innovamus   in   suo   pleno   robore   suaque   firmitate   perpetuo 

remanentibus;    adiicientes   eisdem,   quod   ipsi   abbreviatores  de  parco 

maiori  in  processionibus  et  quibuscunque  aliis  actibus  sollemnibus  et 

etiam  tempore,   quo  in  eodem   parco   sedebunt,  teneantur  et  debeant 

deferre  caputium  foderatum   ad   instar   advocatoruin  proponentium  in 

consistorio  palatii  apostolici,  quodque  cedente  vel  decedente  aliquo  ex 

predictis   abbreviatoribus  de  parco   maiori  non  locus  de  parco  maiori 

sed  emolumenta,  que  illi  pertinebant,  vacent  ipseque  locus  extinctus 

sit,  donec  numerus  dictorum  abbreviatorum  de  parco  maiori,  qui  viginti 

sunt,  ad  duodecim  fuerit   reductus,    non  obstantibus  premissis  et  aliis 

constitutionibus  et  ordinationibus   apostolicis  et  regula  nostra  de  non 

recipienda  nisi   certa  expressa  quota  pro  minutis  antedictis  ceterisque 

contrariis  quibuscunque.    Nulli  ergo  etc. 

Datum  Borne  apud  Sanctum  Petrum  anno  incarnationis  dominice 

millesimo   quadringentesimo    sexagesimo    tertio,    decimo    septimo   kal. 

decembris,  pontificatus  nostri  anno  sexto. 

G.  de  Piccolomini.  D.  de  Piscia. 

Lecta  et  publicata  fuit  suprascripta  bulla  Borne  in  cancellaria 
apostolica  anno  incarnationis  dominice  MCCCCLX1II.,  die  vero  XVIIII 
mensis  novembris,  pontificatus  prefati  domini  nostri  Pii  pape  II. 
anno  sexto. 

XLIV. 

Piu8  II.  ergänzt  unter  namentlicher  Anführung  der  Abbreviaturen  die  Bestim- 
mungen der  Bulle  „Vices  illius"  über  die  Organisation  des  neugeschaffenen  Collegs. 
1464  Mai  30,  Rom,  St.  Peter. 

Cod.  Barberin.  XXXV.  69  p.  388  inserirt  in  die  Bulle  Pauls  II.  „Dia  quo- 
rurn"  (B).    Cod.  Paris,  lat.  4172  fol.  263'  (P). 

Ciampini  L  c.  28. 

Die   Originaleintragung  dieser  Constitution  ist  nicht  erhalten.    Wenn  sie 
ursprünglich   überhaupt  ins  Kanzleibuch   erfolgte,   so  ist  sie  wohl,  als  bei  dem 
Widerruf  durch  Paul  II.  die  Bulle  „Vices  illius"  theils  durchstrichen,  theils  heraus- 
geschnitten wurde,  demselben  Vorgang  noch  gründlicher  zum  Opfer  gefallen 
(Tgl.  die  Bemerkungen  zur  voranstehenden  Bulle 

*   fehlt  B. 


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184  III..  Constitutiones. 

Pius  episcopus  servus  servorum  dei  ad  perpetuam  rei  memoriam. 

Quo  salubrius  et  honestius  a  nobis  cousultum  intelligimus  Ordinate 
ac  laudabili  directioni  cancellarie  apostolice  ex  ea  provisione  et  insti- 
tutione  abbreviatorum  apostolicorum  ad  certum  numerum  certamque 
legem,  quam  per  bullas  nostras  sub  data  decimo  septimo  kaL  decembris 
pontificatus  nostri  anno  sexto  matura  cum  deliberatione  et  urgenti 
causa  edidimus  reiecta  omni  confusione  explosisque  erroribus,  quotquot 
quidem  ex  superfluo  et  incomposito  numero  ipsorum  abbreviatorum  et 
abusu  superiori  tempore  proveniebant,  cumque  etiam  expletum  iam 
esse  perceperimus  septuagenarium  ipsorum  abbreviatorum  numerum  a 
nobis  institutum  ex  viris  scientia  probitate  ac  fide  erga  nos  et  aposto- 
licam  sedem  preditis  ac  omni  ex  parte  commendatione  dignis  eo  im- 
pensius  menti  nostre  consonum  et  apostolice  sedis  honori  conveniens 
existimamus,  ut  particularius  districtiusque  exercitia  honores  commoda 
habitum  et  queque  alia  denique  ad  ipsos  abbreviatores  et  eorum  col- 
legium  ac  officium  pertinentia,  que  in  priori  bulla  nostra  sub  genera- 
litate  quadam  sed  minus  perspicue  comprehensa  videntur,  per  has  nostras 
litteras  exaremus. 

1.  Ut  igitur  collegium  dictorum  abbreviatorum,  quod  inter  alia 
Komane  curie  nobis  peculiare  est,  ad  utilitatem  omnium  ratione  pru- 
dentia  et  sine  quotidiana  disceptatione  laudabiliter  gubernetur  ac  omnis 
differentia,  que  ex  incompositis  officiis  quandoque  solet  oboriri,  e  medio 
tollatur :  motu  proprio  non  ad  alicuius  nobis  super  hoc  oblate  petitionis 
instantiam  sed  ex  nostra  scientia  et  mera  voluntate  ac  honestatis 
debito  sie  suadente  venerabilem  fratrem  nostrum  Laurentium  episcopum 
Ferrariensem a)  et  dilectos  filios  magistros  Gulielmum  Gönne  ac  Anto- 
nium  de  Cortesiis,  Michaelem  Amici,  Joannem  de  Millinis,  Johannem 
de  Angerolis,  Antonium  de  Tuscanis,  Jacobum  Bigneti,  Antonium  de 
Piscia,  Jacobum  de  Rizonibus,  Nicolaum  de  Castello,  Fabritium,  Anto- 
nium de  Montiab),  Petrum  de  Godis,  Johannem  Horrii,  Nicolaum 
Tongen,  Jacobum  de  Minutolis,  Ciriacumc),  Bartholomeum  de  Cocca- 
panis,  Franciscum  de  Aquila,  Baptistam  de  Albeto,  Ugonem  de  Benzis, 
Johannem  de  Monilla,  Callistum  de  Urbino,  Carolum  de  Manellis, 
Kemigiura  Gometii,  Nicolaum  Garilliati,  Baudetum,  Godefridum,  Johan- 
nem de  Carrione,  Oliverium  Principis,  Badulphum,  Bartholomeum  de 
Piatina,  Franciscum  Aretinum,  Johannem  Walterini,  Petrum  de  Eugubio, 

»)  die  Schrift  ist  in  B  auf  der  ganzen  Seite  bis  zur  Unleserlichkeit  abgerie- 
ben, für  die  Lesung  der  folgenden  Eigennamen  wurde  die  fast  gleichzeitige  und 
sorgfältige  Copie  P  zugrunde  gelegt;  Ciampini's  Text  ergab  sich  auch  aus  den 
in  B  noch  sicher  erkennbaren  Worten  als  mehrfach  unrichtig.  b)  Am  Rande 

von  anderer  Hand  bemerkt :  isti  XIII  prirai  erant  de  parco  maiori.  c)  keine 

Lücke,  wie  man  nach  Ciampini  schliessen  müsste. 


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III.  Constitutiones.  185 

Johannem  della  Casa,  Cherubinum,  Franciscum  de  Salviatis,  Leodisium 
Cribellum,  Andreoccium  de  Ginuciis,  Bartholoraeum  de  Prato,  Stepha- 
num  de  Kobiis,  Franciscum  de  Petrutiis,  Johannem  de  Bottonibus, 
Barth olomeum  de  Bucino,  Nicolaum  de  Mancinis,  Albertum  Cock, 
Johannem  de  Cremonensibus,  Jacobum  de  Cremonensibus*),  Andream 
de  Viterbio,  Nicolaum  Buttonium,  Sinolphum,  Jacobum  de  Vulterris, 
Franciscum  Berengarii,  Celsum  de  Millinis,  Johannem  Gerones,  Johannem 
de  Castellione,  Petrum  Sagnerii,  Franciscum  de  Pratella,  Dionisium  de 
Vicentia,  Petrum  de  Vicentia,  Jacobum  de  Aretio,  Johannem  de  Senis, 
Leonellum  de  Benzis,    Dominicum  de  Lucca,    Augustinum  Patritium, 

Baptistam  Poggii,  Nicolaum  de  Piccolominibus  et b),  quos  tam- 

quam  fideles  nobis  et  sufficientes  et  idoneos  nee  non  ad  exercitium 
officii  abbreviatorie  aptos  ex  certa  nostra  scientia  nuper  elegimus  et 
in  pitaphium  abbreviatorum  describi  ac  ad  honores  onera  et  emolu- 
menta  per  dietas  alias  nostras  litteras  eis  deputata  admitti  feeimus  in 
ipso  abbreviatorie  officio,  quod  ipsis  et  eorum  singulis  tamquam  idoneis 
et  nobis  gratis  etiam  exnunc  conferimus  et  assignamus  apostolica 
auetoritate  et, de  plenitudine  potestatis  perpetuo  constituimus  confir- 
mamus  et  approbamus  ac  ut  tales  ad  ipsum  officium  eiusque  liberum 
exercitium  nee  non  honores  onera  et  emolumenta  supradieta  admitti- 
mus,  per  dilectum  quoque  filium  nostrum  Kodericum  saneti  Nicolai  in 
Carcere  Tulliano  diaconum  cardinalem  sanete  Komane  ecclesie  vice- 
cancellarium  ac  nunc  et  pro  tempore  existentem  cancellarie  apostolice 
regentem  neenon  quoseunque  alios,  euiuseunque  dignitatis  status  gradus 
ordinis  nobilitatis  vel  conditionis  fuerint,  sub  exeommunicationis  late 
sententie  pena  sine  ulla  contradictione c)  admitti  volumus  et  mandamus. 

2.  Statuentes  inde  ac  auetoritate  motu  scientia  et  potestate  supra- 
dictis  ordinantes  atque  considerate  volentes,  quod  singuli  abbreviatores 
supradicti  ac  eorum  in  officio  successores  sint  et  esse  debeant  tarn 
nostri  quam  successorum  nostrorum  Romanorum  pontificum  familiäres 
et  in  quibuseunque  litteris  apostolicis  tarn  gratie  quam  iustitie  pro 
eis  expediendis  tales  ac  etiam  magistri  vocentur,  in  reliquis  quoque 
Omnibus  expeditionem  suarum  litterarum  quarumeunque  concernentibus 
habeantur  et  tractentur,  ut  scriptores  apostolici'  haben tur  et  traetantur, 
sublata  cuique  quavis  materia  aliter  iuterpretandi  sub  exeommunica- 
tionis pena  antedieta. 

3.  Intendentes  insuper,  quod  ipsum  officium  cuique  dictorum  ab- 
breviatorum liberum  sit  et  sine  fraude  a  quoque  d)  exerceatur:  volumus 
et  sub  eadem  pena  districte  mandamus,  quod   dilectus   filius   magister 


*)  Cremonen  BP.  b)  ein  Fünftel  der  einen  Zeile   und  die   ganze   fol- 

gende leer  gelassen.  BP.  c)  condictione  BP.  d)  cuiquam,  quoquam  BP. 


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186  HI.  Constitutiones. 

Johannes  Horrii  ad  presens  distributor  in  dicto  officio  deputatus  ac 
successores  sui,  quos  deinceps  per  fabas  a  singulis  predictis  abbrevia- 
toribus  dandas  eligi  volumus,  durante  officio  distributoris  non  debeat 
pro  se  aut  suo  computatore  aliquam  distributionem  facere  vel  recipere 
nee  per  se  vel  alium  seu  alios  ullas  apostolicas  litteras  quoquo  modo 
expedire,  de  quibus  premium  vel  aliquod  emolumentum  haberi  possit; 
sed  quod  ipse  et  eins  computator  ab  officio  salariati,  ut  sunt  rescri- 
bendarius  et  computator  scriptorum,  emolumenta  sua  libere  ex  officio 
pereipiant. 

4.  Item  statuimus  et  ordinamus  sub  pena  prefata,  quod  nullus 
dictorum  abbreviatorum  tarn  maioris  quam  minoris  presidentie  ab  aliquo 
abbreviatore  minutas  suas  per  se  conficiente  quintam  exigere  vel  habere 
debeat,  nisi  minuta  ipsa  sit  vel  male  composita  vel  difficilis  correctio- 
nis;  quodque  sub  spe  habende  quinte  correctionem  ipsam  non  faciat 
malitiose  difficilem  apparere,  sed  pro  levi  correctione  et  litterarum 
expeditione  contentetur  pro  minuta  de  tribus  grossis,  ita  etiam  quod 
expeditionem  eius  sub  predieta  pena  ac  privatione  emolumentorum 
suorum  non  audeat  recusare  tarn  littere  gratiose  quam  executorialis, 
que  ut  sunt  pro  unica  minuta  computentur. 

5.  Et  ne  inter  abbreviatores  et  scriptores  apostolicos  de  ordine 
preferendi  in  processionibus  et  conventionibus  aut  alibi  questio  possit 
oriri:  statuimus  pariter  et  ordinamus  sub  eadem  pena  exeommunica- 
tionis  ac  ex  certa  nostra  scientia,  quod  abbreviatores  et  scriptores 
predicti  pari  reverentia  et  honore  ubique  locorum  se  reeipiant;  in 
processionibus  vero  et  huiusmodi  hunc  modum  volumus  observent  vide- 
licet,  quod  officiales  abbreviatorum  collocentur  in  loco  digniori  et  in- 
cedentibus  ipsis  binis  cum  officialibus  scriptorum  procedant  officiales 
abbreviatorum,  postmodum  sequantur  abbreviatores  de  parco  maiori 
cum  scriptoribus  antiquioribus  et  incedant  bini  sie,  quod  abbreviator 
sit  a  dextris  et  scriptor  a  sinistris  et  finito  numero  abbreviatorum  de 
parco  maiori  inter  primos  binos,  qui  tunc  succedunt,  scriptor  sit  a 
dextris  et  abbreviator  a  sinistris,  in  sequenti  combinatione  abbreviator 
sit  a  dextris  et  scriptor  a  sinistris  et  sie  successive  alternatim  usque 
ad  complementum  numeri. 

6.  Preterea  volumus  ac  motu  scientia  potestate  et  auetoritate 
similibus  concedimus,  quod  omnia  et  singula  privilegia  concessiones  et 
äntelationum  prerogative  declarationes  exemptiones  immunitates  ex- 
ceptiones  et  indulta  scriptoribus  ipsis  etiam  quoad  effectum  gratiarum 
suarum  expeetativarum  tarn  per  nos  quam  quosvis  alios  Romanos 
pontifices  predecessores  nostros  hactenus  concessa  et  indulta  predictis 
abbreviatoribus   et   ipsorum   singulis,   ad   quos  exnunc   motu   scientia 


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III.  Constitutiones.  187 

potestate  et  auctoritate  supradictis  ea  omnia  et  singula  extendimus, 
plene  suifragentur,  ac  si  ipsis  abbreviatoribus  de  verbo  ad  verbum 
essent  concessa,  maxime  que  officio  dictorum  abbreviatorum  conveniunt 
et  in  nullo  adversantur.  Quoad  expeditionem  vero  litterarum  gratie 
servetur  omnino  bulla  institutionis  dicti  officii  abbreviatorum. 

7.  Atque  ut  cancellaria  apostolica  in  dies  magis  ordinata  appareat: 
niandamus  singulis  abbreviatoribus  supradictis,  ut  sub  pena  memorata 
quantocitius  simul  conveniant  et  ex  eis  illos,  qui  de  parco  maiori  et 
prima  visione  sint,  ac  ad  videndum  litteras  secretariorum  usque  ad 
numerum  per  alias  nostras  litteras  predictas  statutum  et  ordinatum 
magis  idoneos  ad  loca  exercitia  honores  onera  et  emolumenta  sua 
deputent  et  in  debito  ordine  dirigant  atque  observent. 

8.  Item  8tatuimus  et  ordinamus,  quod  singuli  abbreviatores  supra- 
dicti  sint  clerici  et  competenter  literati  atque  etatisannorumviginti  quin- 
que  nee  non  debeant  sub  pena  antedieta  togati  et  honesto  ac  condecenti 
habitu  incedere  saltim  usque  ad  medium  cruris  et  frequentare  ipsam 
cancellariam,  ubi  presentes  fuerint,  ut  nulla  eorum  parte  negligentia 
allegari  possit  in  expeditione  litterarum,  que  in  ipsa  cancellaria  expe- 
diri  sunt  solite. 

9.  Item  quod  singuli  abbreviatores  antedicti  tarn  maioris  quam 
minoris  presidentie  teneantur  et  debeant  sub  pena  supradieta  pro  qua- 
eunque  officii  et  personarum  eiusdem  causa,  ubi  distributori  pro  tem- 
pore videbitur,  vacatione  eiusdem  distributoris  in  unum  personaliter 
convenire  et  per  singula  vota  cum  fabis  danda  ut  prefertur  ordinäre 
et  disponere  omnia,  que  officio  sint  honesta  utilia  atque  sine  pertur- 
batione  possint  observari.  Et  si  de  aliqua  re  agendum  esset  dubia  vel 
gravi  per  nostras  litteras  predictas  non  concessa  non  speeificata  vel 
non  satis  declarata,  debeant  de  illa  simpliciter  inter  se  raatüram  ordina- 
tionem  capere  et  de  hoc,  quod  eis  fuerit  visum,  nos  vel  successores 
nostros  ad  confirmandum  vel  infirmandum  consultos  habere.  Volumus 
autem,  quod  votum  alieuius  dictorum  abbreviatorum  non  pluralis  sit 
quam  alterius  nisi  aliorum  pluralitate  obtenta. 

10.  Item  quod  ipsi  abbreviatores  possint  et  debeant  habere  atque 
ordinäre  unam  capellam  cum  omnibus  Ulis  modis  formis  privilegiis 
statutis  ordinationibus  capellano  officialibus  et  gubernatoribus,  prout 
habent  scriptores  apostolici 

11.  Item  quod  collegium  abbreviatorum  encenia,  singuli  vero  ab- 
breviatores deineeps  quovis  modo  admittendi  illa  et  eadem  iocalia  sol- 
vere  debeant  et  teneantur,  que  solvi  sunt  solita  in  officio  dictorum 
scriptorum. 

12.  Item  quod  deineeps  abbreviatores  absentes  non   partieipent, 


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138  IH-  Con8titutioneß. 

nisi  id   eis   per   nos   vel   successores   nostros   aut   collegium  ipsorum 
specialiter  concedatur. 

13.  Et  ut  ipsum  dictorum  abbreviatorum  officium,  prout  eins  exer- 
citium  requirit,  sit  quietum  liberum  et  sine  quotidiana  murmuratione : 
decernimus  ac  motu  scientia  potestate  et  auctoritate  supradictis  decla- 
ramus  nullum  ex  abbreviatoribus  maioris  presidentie  in  alios  superio- 
ritatem  vel  potestatem  ullam  obtinere  aliam  quam  ex  loco  sibi  debetur; 
sed  volumus  et  sub  pena  prefata  mandamus,  quod  ipsi  abbreviatores 
maioris  presidentie  suo  loco  cum  debita  reverentia  et  honore  ac  aucto- 
ritate expediendi  libere  gaudeant  et  alios  abbreviatores  firatrum  loco 
suscipiant  dirigant  et  benigne  informent.  Delinquentes  vero  vel  exce- 
dentes  circa  ordinem  officii  convocato  per  distributorem  pro  tempore 
universo  ipsorum  collegio  digne  puniantur  per  suspensionem  emolu- 
mentorum  suorum  privationem  et  alias  penas,  prout  ipsi  collegio  melius 
fuerit  Visum. 

14.  Item  volumus  et  mandamus  sub  pena  predicta,  quod  singuli 
abbreviatores  tarn  maioris  quam  minoris  presidentie  et  alii  supradicti 
teneantur  et  debeant  obedire  ac  cum  effectu  parere  singulis  mandatis 
pro  tempore  distributoris,  que  pro  commodo  honore  necessitate  utili- 
tate  et  directione  officii  fecerit ;  non  obstantibus  premissis  aliis  litteris 
nostris,  quarum  tenores,  acsi  de  verbo  ad  verbum  hie  insererentur, 
presentibus  haberi  volumus  pro  sufficienter  expressis  et  quas  ex  tenore 
singulorum  capitulorum  nostrorum  predictorum  in  singulis  partibus  et 
clausulis  suis  quoad  effectum  omnium  capitulorum  eorundem  motu 
scientia  auctoritate  et  potestate  antedictis  moderamur  et  restringimus 
ac  per  ipsa  capitula  intelligi  atque  effectualiter  observari  volumus  et 
mandamus,  illis  alias  in  suo  robore  suaque  firmitate  duraturis,  ceterisque 
contrariis  quibuseunque.     Nulli  ergo  etc. 

Datum  Korne  apud  Sanctum  Petrum  anno  incarnationis  dominice 
millesimo  quadringentesimo  sexagesimo  quarto,  tertio  kal.  iunii,  pon- 
tificatus  nostri  anno  sexto. 

XLV. 

Cod.  Barberin.  XXXV.  69  p.  383,  durchaus  von  einer  Hand. 

Die  folgende  Eintragung  ist  undatirt;  da  sie  jedoch  unmittelbar  vor  den 
beiden  Constitutionen  Pauls  IL  „Lila  quorum"  und  „Cum  pridem"  steht,  dürfte 
sie  der  ersten  Zeit  Pauls  IL  angehören. 

De  mandato  sanetissimi  domini  nostri  pape  vive  vocis  oraculo  nobis 
facto  inhibetur  Omnibus  et  singulis  cancellarie  apostolice  officialibus, 
ne  de  cetero  litteras  apostolicas  super  quovis  monasterio  etiam  non 
consistoriali,  si  tarnen  in  libro  prothonotariorum  eiusdem  domini  nostri 
pape  taxatum  reperiatur,  absque  earundem  prothonotariorum  cedula  et 
consensu  expedire  presumant.  E[odericus]  vicecancellarius. 


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III.  Constitutiones.  ^39 

XLVI. 

Paul  II.  widerruft  die  inserirten  Constitutionen  Pius?  IL  „Vices  illius"  und 
„Quo  salubrius"  und  verfugt  deren  Tilgung  im  Kanzleibuch  und  Register. 
1464  December  3,  Rom,  St.  Peter. 

Cod.  Barberin.  XXXV.  69  p.  384  (B).  Durchaus  von  einer  Hand,  ohne  Pub- 
licationsnotiz. 

Ciampini  1.  c.  31. 

Diese  und  die  folgende  Constitution  sind  von  gleicher  Hand  und  unter  dem- 
selben Datum  ins  Kanzleibuch  eingetragen.  Folgt  schon  aus  der  Einleitung  von 
No.  XLVÜ.  („Cum  pridem  .  .  .  duxerimus  revocandum"),  dass  die  Bulle  „Ula 
quorum"  bereits  einige  Zeit  früher  erlassen  war,  so  wird  auch  durch  Pastor, 
Geschichte  der  Päpste  2,290  A.  1  und  632  Beilage  No.  70  bestätigt,  dass  die 
Aufhebung  des  Abbreviatorencollegs  spätestens  bereits  Anfang  October  1464  er- 
folgt sein  mus8.  Der  3.  December  bedeutet  demgemäss  nur  das  Datum  der 
gemeinsamen  Eintragung  ins  Kanzleibuch. 

Paulus  episcopus  servus  servorum  dei  ad  perpetuam  rei  meinoriam. 

lila,  quorum  conditio  urgente  necessitate  interdum  mutata  repe- 
ritur,  ea  postmodum  cessante  ad  statum  pristinum  non  indigne  resti- 
tuuntur.  Dudum  siquidem  felicis  recordationis  Pius  papa  II.  predecessor 
noster  ex  certis  tunc  urgentibus  causis  novum  septuaginta  abbrevia- 
torum  instituit  officium  et  circa  illius  regimen  et  gubernationem  non- 
nulla  statuit  et  ordinavit,  prout  in  suis  litteris  apostolicis  inde  con- 
fectis,  quarum  tenores  de  verbo  ad  verbum  presentibus  annotari  feci- 
mus,  plenius  contiuetur,  qui  tales  sunt: 

Pius  etc.  ad  perpetuam  rei  memoriam. 

Vices  illius  etc.  =  o.  No.  XLIII. 
Quo  salubrius  etc.  =  o.  No.  XLIV. 

1.  Postmodum  vero,  sicut  domino  placuit,  dicto  Pio  predecessore 
rebus  humanis  exempto  cum  occasione  dicti  no.vi  officii  rumor  maximus 
in  dicta  curia  fieret:  nos  divina  disponente  dementia  ad  apicem  summi 
apostolatus  assumpti,  attendentes  quod  cause,  propter  quas  idem  Pius 
officium  ipsum  instituerat,  penitus  cessaverant  et  quod  illud  in  Romana 
curia  [nec]a)  necessarium  nee  utile  existebat,  venerabili  fratri  nostro 
Guillermo  episcopo  Ostiensi  et  dilectis  filiis  nostris  Joanni  tituli  sauete 
Prisce,  Berardo  tituli  sanete  Sabine  et  Nicoiao  tituli  sanete  Cecilie 
presbiteris  cardinalibus  oraculo  vive  vocis  commisimus,  ut  super  pre- 
missis  plenariam  reeiperent  iuformationem,  nobis  relaturi  seriem  facti 
et  quomodo  dignitati  et  honori  dilecti  filii  nostri  Roderici  saneti 
Nicolai  in  Carcere  Tulliano  diaconi  cardinalis  moderni  et  pro  tem- 
pore  existentis  sanete   Romane  ecclesie   vicecancellarii  ac  dilectorum 

»)  fehlt  B. 


190  HI*  Constitutione8. 

filiorum  abbreviatorum  de  parco  maiori  et  etiam  scriptorum  litterarum 
apostolicarum,  quibus  propter  institutionem  dicti  novi  officii  maxima 
fiebat  iniuria,  nee  non  commoditati  omnium  fere  curialium  nostrorum 
et  ad  ipsam  curiam  pro  tempore  venientium  et  etiam  iudemnitati 
illorum,  qui  ad  premissum  officium  fuerant  admissi,  debita  cum  honestate 
provideretur. 

2.  Facta  igitur  nobis  per  eosdem  cardinales  commissarios  relatione 
fideli  et  clarissime  nobis  constito  institutionem  dicti  officii  non  fore 
eidem  curie  necessariam  sed  potius  inutilem  et  scandalosam  et  non 
solum  eisdem  vicecancellärio  abbreviatoribus  de  parco  maiori  et  scripto- 
ribus  litterarum  apostolicarum  verum  etiam  eunetis  curialibus  et  ad 
ipsam  curiam  pro  tempore  venientibus  maximum  afferri  preiudicium; 
ex  premissis  et  certis  aliis  nobis  notis  legitimis  et  suadentibus  causis 
pie  memorie  Benedicti  XII.  Martini  V.  Eugenii  IV.  Nicolai  V.  et 
Calisti  111.  etiam  predecessorum  nostrorum  Romanorum  pontificum, 
quorum  singuli  auetoritatem  Yicecaocellarii  pro  tempore  existentis  illesam 
conservarunt,  vestigiis  inherentes  de  predictorum  fratrum  consilio  aueto- 
ritate  apostolica  tenore  presentium  motu  proprio  non  ad  ipsius  Roderici 
vicecancellarii  vel  alterius  super  hoc  nobis  oblate  petitionis  instantiam 
sed  honestatis  et  iustitie  debito  suadente  institutionem  dicti  officii  et 
de  illo  personis  predictis  per  eundem  Pium  predecessorem  faetas  colla- 
tiones  preinsertasque  et  alias  quaseunque  litteras  inde  confeetas  cum 
omnibus  et  singulis  in  eis  contentis  clausulis  ac  processus  habitos  per 
easdem  et  inde  secuta  queeunque  auetoritate  apostolica  tenore  presen- 
tium ex  certa  scientia  revocamus  cassamus  irritamus  et  annullamus 
ac  nullius  roboris  vel  momenti  fuisse  et  esse  decernimus  ipsasque 
litteras  de  libro  cancellarie  ac  registris  litterarum  apostolicarum  et 
etiam  camere  apostolice  et  alibi  ubieunque  repperiantur  penitus  cassari 
et  annullari  volumus  atque  mandamus,  decernentes  illis  ac  processibus 
desuper  habitis  in  iudicio  vel  extra  nullam  prorsus  fidem  adhibendam 
fore  vel  adhiberi  debere. 

3.  Prefatum  vero  Rodericum  et  pro  tempore  existentem  sanete 
Romane  ecclesie  vicecancellarium  nee  non  cancellariam  apostolicam  in 
pristinum  et  eundem  statum,  in  quo  erant,  antequam  littere  preinserte 
emanarent,  plenarie  restituimus  et  reintegramus  ac  reponimus  officiumque 
et  facultatem  distribuendi  supplicationes  ad  prefatum  Rodericum  et  pro 
tempore  existentem  vicecancellarium  dumtaxat  et  null  um  alium  speetare 
et  pertinere  auetoritate  ac  scientia  premissis  decernimus  et  illam  sibi 
attribuimus;  districtius  inbibentes  tarn  datario  nostro  nunc  et  pro 
tempore  existenti  quam  euieunque  alteri  a  predicto  vicecancellärio  ac 
illi,  cui  ipse  hoc  duxerit  committendum,  ne  de  cetero  audeat  sibi  ipsi 


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III.  ConstitHtiones.  191 

vel  alteri  cuilibet  distribuere  supplicationes  seu  de  huiusmodi  distribu- 
tionibus  se  quomodolibet  intromittere. 

4.  Volumus  insuper  et  mandamus ,  quod  omnes  supplicationes, 
postquam  registrate  fuerint,  ad  prefatum  vicecancellarium  dumtaxat, 
ut  moritf  est,  fideliter  deferantur;  decernentes  irritum  et  inane,  quic- 
quid  secus  per  quoscunque  quavis  auctoritate  scienter  vel  ignoranter 
contigerit  attemptari.     Nulli  ergo  etc. 

Datum  Rome  apud  Sanctum  Petrum  anno  incarnationis  dominice 
millesimo  quadringentesimo  sexageeimo  quarto,  tertio  non.  decembris, 
pontificatus  nostri  anno  primo. 

L.  Dathus.  De  curia.  N.  Bregeon. 

XLVU. 

Papst  Paul  II.  verfügt,  dass  den  von  Pius  II.  ernannten  Abbreviatoren  trotz 
der  Aufhebung  des  Collegs  ihre  Bezüge  so  lange  auszufolgen  seien,  bis  ihnen 
der  zur  Erlangung  des  Amtes  an  die  päpstliche  Kammer  gezahlte  Betrag  zurück- 
erstattet sei. 

1464  December  3,  Rom,  St.  Peter. 

Cod.  Barberin.  XXXV.  b'9  p.  395  (B).  Durchaus  von  einer  Hand,  anscheinend 
derselben,  welche  die  voranstehende  Bulle  eintrug. 
Ciampini  1.  c.  32. 

Paulus  episcopus  servus  servorum  dei  ad  futuram  rei  memoriam. 

Cum  pridem  ex  certis  rationabilibus  et  persuadentibus  causis  offi- 
cium septuaginta  abbreviatorum  per  felicis  recordationis  Pium  papam 
II.  predecessorem  nostrum  olim  institutum  duxerimus  revocanduin  et 
annullandum:  nos  volentes,  quod  Ulis  ex  predictis  abbreviatoribus,  qui 
pro  eorum  ad  huiusmodi  officium  admissione  pecunias  camere  aposto- 
lice  solverunt,  fiat  restitutio,  auctoritate  apostolica  tenore  presentium 
statuimus  et  ordinamus,  quod  usque  ad  annum  a  data  presentium 
computandum  et  deinde  ad  beneplacitum  nostrum  donec  et  quousque 
summa  ipsa  pecuniarum  ipsis  abbreviatoribus  persolvenda  integre  et 
absque  aliqua  diminutione  ex  predictis  distributionibus  percepta  fuerit, 
ex  omnibus  et  singulis  litteris  apostolicis  tarn  per  cameram  quam  per 
cancellariam  apostolicam  etiam  sine  supplicatione  expediendis  preter- 
quam  litteris  iustitie  etiam  in  forma  humilibus,  que  taxate  fuerint  per 
illum,  quem  dilectus  filius  noster  Rodericus  sancti  Nicolai  in  Carcere 
Tulliano  diaconus  cardinalis  sancte  Romane  ecclesie  vicecancellarius  ad 
hoc  pro  tempore  duxerit  deputandum,  una  integra  taxa,  que  abbrevia- 
tori  litterarum  apostolicarum,  cui  supplicatio  distributa  foret,  deberetur, 
in  solutionem  huiusmodi  convertatur;  inhibentes  districtius  dilectis  filiis 
abbreviatoribus   litterarum   apostolicarum   expeditioni   illarum  assisten- 


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192  in.  Constitutionen 

tibus  et  secretariis  nostris  nee  non  custodi  cancellarie  apostolice  pro 
tempore  existentibus,  ne  sub  pena  exeommunicationis  litteras  ipsas  per 
eandem  cancellariam  vel  cameram  apostolicam,  nisi  prius  per  eundem 
deputandum  computatorem  signate  fuerint,  expedire  quoquomodo  pre- 
sumant,  ac  bullatoribus  dietarum  litterarum  presentibus  et  futuris  sub 
pena  predieta  ac  privationis  officii,  ne  litteris  ipsis  plumbum  imprimant 
aut  eas  a  predieta  bullaria  expediant  vel  absolvant,  nisi  prius  littere 
predicte  per  eundem  computatorem  pro  tempore  deputatum  ut  premit- 
titur  signate  fuerint.     Nulli  ergo  etc. 

Datum  Korne  apud  Sanctum  Petrum  anno  incarnationis  domioiee 
millesimo  quadringentesimo  sexagesimo  quarto,  tertio  non.  decembris, 
pontificatus  nostri  anno  primo. 

L.  Dathus.  S.  de  Spada. 

XLVIII. 

Paul  II.  befiehlt,  dass  auf  Ausstattung  und  Schrift  der  päpstlichen  Bullen 
grössere  Sorgfalt  verwendet  werden  solle. 

1465  Mai  2,  Rom. 
Cod.  Barberin.  XXXV.  69  p.  398. 

1 .  Ut  in  scribendis  litteris  apostolicis,  que  ad  diversas  orbis  partes 
deferuntur,  pro  dignitate  mittentis  decor  debitus  observetur :  sanetissimus 
in  Christo  pater  et  dominus  noster  dominus  Paulus  divina  Providentia 
papa  seeundus  mandat  et  preeipit  omnibus  et  singulis  litterarum  earun- 
dem  scriptoribus  tarn  presentibus  quam  futuris,  ut  litteras  maiusculas 
sive  capitales  in  prineipiis  bullarum,  illas  presertim  quibus  nomen  sue 
sanetitatis  prenotatur,  seeundum  stillum  curie  impleant  ita,  ut  tractus 
littere  P  et  aliarum  litterarum  eiusdem  nominis  in  circumferentiis  im- 
pleatur  incaustro  sive  attramento. 

2.  Insuper  mandat,  quod  littere  apostolice  scribantur  in  cartis  sive 
membranis  amplis  et  magnis  seeundum  diversitatem  rerum  cum  decen- 
tibus  spaeiis;  ita  quod  in  ipsis  litteris  non  fiant  multe  rasure  saltem 
nimium  apparentes  et  difformes  aut  tertiam  partem  linee  transcendentes. 

3.  Mandat  preterea,  quod  ipse  bulle  apostolice  littera  distineta 
pulchra  et  formata  seeundum  predictum  stillum  et  non  cursiva  et  in- 
culcata  scribantur. 

4.  Transgressores  vero  per  publicationem  presentis  mandati  com- 
moniti  pro  prima  vice  in  decem  florenis  auri  de  camera  muletentur, 
pro  seeunda  vero  in  triginta,  pro  tertia  quadrimestri  ab  officio  et 
emolumentis  ipsius  omuibus  suspendantur.  Quod  si  quarto  transgressi 
fuerint,  tanquam  incorrigibiles  et  ex  proposito  delinquentes  priventur 
officio. 


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III.  Constitutiones.  193 

5.  Quod  quidem  mandatum  vult  sua  sanctitas  per  sancte  Romane 
ecclesie  vicecancellarium  aut  regentem  cancellarie  pro  tempore  inviola- 
biliter  observari. 

6.  Et  nichilomiiius  prohibet,  litteras  apostolicas,  in  quibus  aliqua 
predictarum  deformitatum  apparuerit,  quomodolibet  per  cancellariam 
vel  cameram  apoatolicam  expediri. 

Placet  et  ita  mandamus.   P. 

Lectum  et  publicatum  fuit  suprascriptum  mandatum  Borne  in 
cancellaria  apostolica  anno  incarnationis  dominice  MCCCCLXV,  in- 
dictione  XIII,  die  vero  secundamensis  maii,  pontificatus  prefati  domini 
nostri  Pauli  pape  IL  anno  primo.a) 

XLIX. 

Sixtus  IV.  verfügt  die  Abstellung  von  Missbräuchen,  die  sich  bei  der  Führung 
des  Supplikenregißtere  eingeschlichen  hatten. 

1472  Jänner  9,  Rom,  St.  Peter. 

Cod.  Barberin.  XXXV.  69  p.  420  (B). 

Die  Art  der  Eintragung  dieser  Constitution  ist  zugleich  ein  Beleg  dafür, 
dass  man  es  mit  der  Führung  des  Kanzleibuchs  nicht  immer  ganz  genau  nahm. 
Nach  dem  Context  steht  nämlich  Folgendes: 

Fiat  motu  proprio  et  ex  certa  scientia  de  omnibus  et  ita 
mandamus  et  decernimus  etb)  publicetur  et  describatur  in  can- 
cellaria. F. 

Et  quod  mandatum  seu  constitutio  huius- 
modi  valeat  et  duret  imperpetuum. 

Et  quod  presentis  supplicationis  sola  signa- 
tura  sufficiat  absque  alia  desuper  confectione 
litterarum. 

Datum  Rome  apud  Sanctum  Petrum  quinto  id.  ianuarii 
anno   primo. 

Lecta  et  publicata  fuit  prescripta  supplicatio  sive  consti- 
tutio Rome  in  cancellaria  apostolica  die  sabbati  XIIII  mensis 
martii  MCCCCLXXI,  indictione  Uli  ab  incarnatione6),  pontificatus 
domini  Sixti  pape  IUI.  anno  primo.    G.  de  Puteo. 

Etiamlectainaudientia  died)XVUIImen8isMarcii  MCCCCLXXII. 

M.  au  dito  r. 

Die  Sache  ist  an  sich  einfach  unverständlich,  da  in  dem  Fall  wohl  eine 
Beschwerde,  nicht  aber  eine  Supplik  vorangegangen  sein  konnte  und  die  Schreiber 
des  Supplikenregisters  kaum  um  verschärfte  Massregeln  gegen  sich  selbst  ein- 
geschritten waren.  Die  Erklärung  gibt  die  unmittelbar  vorangehende  Eintragung : 
dem  Abt  des  Klosters  „S.  Antonii  de  Sancto  Antonio  ordinis  S.  Augustini  Vien- 
nensiB  diocesis44  und  den  gesammten  Vorstehern  der  Generalpreceptorien  des 
Ordens  wird  gestattet,   dass  ihnen  das  Amt  von  Schiedsrichtern  und  Executoren 


fiat  ut  supra.  F. 


»)  durchaus  von  einer  Hand  geschrieben.  b)  so  B  statt  ut.  c)  so  B 

statt  ab  incarnatione,  indictione  IUI.  d)  von  hier  an  andere  Hand  und  Tinte. 

Tan  gl ,  P&pstl.  Kanzleiordxrangen.  1 3 

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194  HI.  Constitutione s. 

durch  päpstliche  Bullen  ebenso  Obertragen  werden  könne  wie  den  in  der  Con- 
stitution Bonifaz'  VIII.  „Statutum  felicis"  genannten  geistlichen  Würdenträgern. 
Der  Context  schliesst  folgendennassen : 

Volumus  insuper,  quod  presentes  littere  in  cancellaria 
apostolica  inter  alias  constitutiones  extravagantes  in  certo 
libro  dicte  cancellarie  descriptas  tarn  ad  presentium  quam 
futurorum  notitiam  describantuf. 

Nulli  ergo  etc. 

Datum  Rome  apud  Sanctum  Petrum  anno  incarnationis  dominice  millesimo 

quadringentesimo   septuagesimo  primo,  quintodecimo  kal.  februarii,   pontificatus 

nostri  anno  primo. 

Ja.  de  Rizonibus  )     , ,       .  .  ,  .    .    . 

.     ,   .„  i  abbreviatores  de  parco  maion.a) 

A.  de  Moncia        )  r  ' 

S.  de  Spada.*) 

Die  Signatur  bezieht  sich  also  auf  die  dieser  Bulle  vorangegangene  Supplik. 
Wahrscheinlich  waren  beide  Constitutionen  gleichzeitig  in  der  Kanzlei  publicirt 
und  eingetragen  worden,  wobei  man  irrthümlich  die  um  wenige  Tage  spätere 
Bulle  zu  erst  copirte. 

Für  die  Chronologie  ist  von  ganz  bedeutendem  Interesse  der  gleichzeitige 
Gebrauch  verschiedener  Stile  in  dem  Gratial-  und  Justizbureau  der  päpstlichen 
Kanzlei,  indem  man  in  ersterem  nach  stilus  Florentinus,  in  letzterem  nach  stilus 
communis  rechnete ;  die  Indiction  stimmt  noch  zu  1271. 

1.  Cum,  sicut  ftequentibus  et  presertim  clericorum  pauperum  querelis 
ac  etiam  proborum  virorum  fidedignis  relatibus  didicimus,  ita  iam 
scriptorum  registri  supplicationum  per  nos  seu  de  mandato  uostro 
signatarum  excrevit  insolentia,  ut  licet  contra  vetitum  supplicationes 
eis  ad  registrandum  distributas  cum  quinternis  sibi  assignatis  pro 
celeriori,  ut  extimari  possit,  expeditione  ad  domos  proprias  publice 
deferant  registraudas,  tarnen  illas  per  tres  et  plerumque  quatuor  quinque 
sex  et  plures  interdum  dies  aliqui  videlicet  ex  eis  desidia  et  negli- 
gentia aliqui  vero  dolo  et  malitia  differunt  registrare  nee  non  eas 
quibuslibet  in  dicto  registro  et  extra  publicant  et  ostendunt  ac  a  dicto 
registro  plusquam  deceret  sec)  absentant  et,  cum  partes  ipse  conque- 
runtur,  süperbe  respondent,  et  sie  auscultatores,  magistri  nuueupati 
eiusdem  registri,  copiarum  commodis  defraudantur  ac  ipse  partes  plurünis 
afficiuntur  damnis  laboribus  et  expensis:  nos  igitur  in  premissis  opor- 
tune  providere  volentes,  motu  proprio  et  ex  certa  scientia  omnes  et 
singulos  scriptores  predictos  sub  exeommunicationis  pena,  quam  contra- 
facientes  ineurrere  volumus  ipso  facto,  monemus,  quatenus  de  cetero 
supplicationes  prefatas  in  registro  dumtaxat  loco  quidem  publico  et  ad 


»)   unter    sich    gleich,    aber    andere    Hand    und    Tinte    als    der    Context. 
b)  Schreiber  des  Contextes.  c)  zweimal  gesetzt,  das  erste  Mal  vor  dicto 

registro. 


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III.  Constitutiones.  195 

hoc  deputato  registrent  nee  extra  exportent  publicent  vel  ostendant, 
et  supplicationes  sibi  una  die  per  clericos  ipsius  registri  distributas 
ultra  duos  dies  sequentes  registrare  non  differant  nee  mercedem  aliam 
quam  consuetam  directe  vel  indirecte  a  quoquam  exigant,  falcem  a) 
quoque  in  aliis  dicti  registri  offieiis  nullatenus  imponant.  Et  si  forsan 
ipsi  scriptores  huiusmodi  exeommunicationis  sententiani,  a  qua  nisi  a 
Bomano  pontifice  absolvi  posse  nolumus,  per  XV  dies,  postquam  illam 
ineurrerint,  animo,  quod  absit,  sustinuerint  indurato:  elapsis  XV  diebus 
prefatis  eorum  offieiis  decernimus  esse  ipso  facto  privatos  eaque  vacare 
et  per  alios  libere  posse  impetrari. 

2.  Ad  convincendum  autem  scriptores  predictos  de  non  registra- 
tura  supplicationum  ut  premittitur  prefatarum,  ita  quod  alio  proba- 
tionis  adminiculo  opus  non  sit,  sufficere  volumus  libros  predicti  registri. 

3.  Preterea,  ut  equa  supplicationum  registrandarum  huiusmodi  inter 
ipsos  scriptores  distributio  fiat  et  commoditatem  habeant  registrandi: 
mandamus  auscultatoribus  sive  magistris  antedictis,  quatenus  per  ipsos 
clericos  eisdem  scriptoribus  supplicationes  prefatas  non  per  denarium 
tantum  sed  eum  numerum,  qui  attentis  signaturis  et  frequentia  suppli- 
cationum sit  aecomodus,  et  equaliter,  maioribus  scilicet  supplicationibus 
cum  minoribus  compensatis,  distribui  nee  non'  registrum  predictum 
bona  hora  de  mane  et  post  prandium  aperiri  et  apertum  per  tempus 
congrugum  et  ipsis  scriptoribus  competens  teneri  faciant  et  pro- 
curent;  quodque  ipsi  auscultatores  in  auscultandis  supplicationibus  pre- 
fatis, ut  circa  illarum  expeditionem,  postquam  registrate  fuerint,  sint 
intenti,  ac  congruo  et  sufffeienti  tempore  in  ipso  registro  presentes 
existant;  ita  quod  nulla  propter  eorum  absentiam  dictis  scriptoribus 
relinquatur  excusatio,  quod  huiusmodi  supplicationes  tempore  ordinato 
non  fuerint  expedite. 

Datum  Eome  apud  sanetum  Petrum  quinto  id.  ianuarii  anno  primo. 


Sixtus  IV.  errichtet  das  von  Pius  II.  begründete,  von  Paul  II.  aufgehobene 

Colleg   der  Abbreviaturen  von   Neuem   und   regelt  Wirkungskreis  und  Bezüge 

derselben.  _     T  ^         «,  «  , 

1479  Januar  11,  Rom,  St.  Peter. 

Cod.  Barberin.  XXXV.  69  p.  520. 

Ciampini  1.  c.  33.     Bull.  Rom.  Ed.  Taurin.  5,252. 

Die  Original  -  Eintragung  erfolgte,  nach  der  Registraturnotiz  zu  schliessen, 

im  Kammerregister.     Im  Kanzleibuch  wurde  die  Bulle  erst  unter  Alexander  VI. 

»)  so  B. 

13* 

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196  m*  Constitutiones. 

nachgetragen.  Sie  steht  zwischen  den  Eintragungen  aus  der  Zeit  Innocenz*  VT1I. 
und  jenen  aus  dem  Pontificat  Alexanders  VI.  und  hat  zum  Schluas  den  Vermerk : 
De  mandato  sanctissimi  domini  nostri  pape  Alexandri  pape  VI.  subscripsi. 

N.  de  Gottifredis  custos. 
Für  den  Inhalt  vgl.  o.  No.  XLIH-XLVI. 

Sixtus  episcopus  servus  servorum  dei  ad  perpetuam  rei  memoriam. 

Divina  eterni  dei  sapientia,  que  in  sui  dispositione  non  fallitur, 
non  solum  superiora  et  celestia  sed  etiam  inferiora  et  humana  miro 
ordine  ratione  perfecta  et  varietate  decora  disponit  et  ordinat,  ut  sin- 
gula  queque  licet  operatione  diversa  mutua  tarnen  caritate  et  equitate 
inter  ae  coniuncta  esse  videantur,  ut  nulli  ex  rebus  in  supernis  ter- 
renisque  ministeriis  ordinatis  suos  terminos  egredi  liceret.  Qua  con- 
sideratione  predecessores  nostri  ßomani  pontifices,  ut  verisimiliter  credi 
potest,  inducti  ad  queque  certa  ratione  iubente  inprimis  ecclesiam  dei 
universam,  cuius  Caput  Bomana  ecclesia  esse  dignoscitur,  legibus  con- 
stitutionibus  moribus  et  decretis  summa  diligentia  vigilantia  indefessa 
et  ordinatione  irreprehensibili  dirigere  instituere  et  stabilire  conati 
sunt.  Quorum  vestigia,  quantum  a  nobis  fieri  potest,  una  cum  fratri- 
bus  nostris  imitari  satagentes  prolapsa  reducere  excessiva  corrigere 
defectus  supplere  errata  emendare  et  omnia  ad  probatissimum  ordinem 
et  semitam  rectam  perducere  omni  studio  vigilamus,  sperantes  in  eo, 
a  quo  omne  datum  Optimum  et  omne  donum  perfectum  affluenter 
procedit,  quod  conatus  nostros  adiuvare  dignabitur. 

1.  Dudum  siquidem  felicis  recordationis  Paulus  papa  secundus 
predecessor  noster  tempore  sue  assumptionis  ad  apostolatus  apicem 
quandam  ordinationem  per  recolende  memorie  Pium  papam  II.  etiam 
predecessorem  nostrum  de  septuaginta  abbreviatoribus  litterarum  aposto- 
licarum  certis  de  causis  factam  et  ordinatam  ex  aliis  causis  iustis  et 
honestis  tunc  animum  predicti  Pauli  predecessoris  moventibus,  eisdem 
abbreviatoribus  de  certis  pecuniis  pro  necessitate  dicti  Pii  predecessoris 
ac  eiusdem  Romane  ecclesie  et  provisione  contra  Turcos  tunc  imminente 
persolutis  integra  prius  restitutione  facta,  revocavit  et  annullavit  et 
assignata  certa  portione  emolumentorum  officii  abbreviatorie  scilicet 
venerabili  fratri  nostro  Koderico  episcopo  Portuensi  tunc  sancti  Nicolai 
in  Carcere  Tulliano  diacono  cardinali  sancte  Romane  ecclesie  vicecan- 
cellario  pro  quibusdam  familiaribus  suis  iuxta  arbitrium  eiusdem  vice- 
cancellarii  nee  non  viginti  florenorum  auri  de  camera  cuilibet  ex 
dilectis  filiis  duodeeim  abbreviatoribus  de  parco  maiori,  residuum  vero, 
quod  inde  superexerescebat,  in  alios  usus  convertit. 

2.  Nos  vero,  qui  dicto  Paulo  predecessore  sicut  domino  placuit 
de  medio  sublato  fxiimus  divina  favente  dementia  in  sede  Petri  collo- 


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III.  Con8titutione8.  197 

cati,  existimantes  decere  Komanum  pontificem  omni  tempore  et  pre- 
cipue  in  assumptione  sui  apostolatus  magna  liberalitate  uti,  dictam 
partem,  quam  predictus  Paulus  predecessor  in  alios  usus  converterat, 
dicto  vicecancellario  et  locumtenenti  suo  ac  referendario  commissionum 
nee  non  eisdem  de  parco  maiori  ac  diversis  tarn  abbreviatoribus  quam 
aliis  curialibus  nostris  quoque  et  venerabilium  fratrum  nostrorum 
sanete  Bomane  ecclesie  cardinalium  familiaribus  ad  arbitrium  et  dis- 
cretionem  dicti  Eoderici  vicecancellarii  distribuendam  liberaliter  remisi- 
mus  et  condonavimus.  Que  quidem  donatio  additis  quinque  florenis 
similibus  pro  quolibet  ex  dictis  abbreviatoribus  de  maiori  presidentia 
per  septem  annos  continuos  integraliter  et  sine  diminutione  effectum 
sortita  extitit.  Que  quidem  omnia  sie  per  ipsum  vicecancellarium  distri- 
buta  ac  dispensata  grata  et  rata  habuimus,  quemadmodum  etiam  tenore 
presentium  approbamus  et  approbata  esse  volumus. 

3.  Nuper  vero  propter  pestilentiam,  que  urbem  Bomanam  et  loca 
circumvicina  estate  proxima  vexavit,  et  propter  arma  bellica  que  neces- 
sario  licet  inviti  contra  hostes  ecclesie  suseipere  coacti  fuimus  et  ob 
varias  temporum  difficultates  cessantibus  et  diminutis  magna  ex  parte 
emolumentis  et  proventibus  officii  abbreviatorie  huiusmodi,  cum  aliis 
abbreviatoribus  huiusmodi  emolumenta  in  cancellaria  pereipere  con- 
suetis  non  fuerint  a  quibusdam  mensibus  citra  stabilita  salaria  perso- 
luta  diversa,  clamores  iurgia  ac  qu&mplurirne  querele  ad  nos  perlata 
fuerunt. 

4.  Nos  igitur  considerantes,  quod  si  aliquis  certus  abbreviatorum 
numerus  sub  iustis  et  honestis  condicionibus  habita  etiam  personarum 
consideratione  institueretur ,  per  quos  negotia  cancellarie  apostolice 
expedirentur  et  ordo  debitus  in  expeditione  litterarum  apostolicarum 
rectius  observaretur  ipsique  abbreviatores  honore  premioque  allecti  ad- 
hibita  exercitatione  peritiores  inposterum  efficerentur,  ex  quo  apostolice 
sedis  et  cancellarie  predicte  honori  atque  auetoritati  et  partium  com- 
moditati  magis  consuleretur,  super  hiis  cum  Boderico  vicecancellario 
et  aliis  fratribus  nostris  predictis  communicato  consilio  de  prefati 
Eoderici  et  fratrum  nostrorum  eorundem  consensu  omnes  et  singulas 
portiones  et  assiguationes  dictorum  emolumentorum  ac  aliorum  quorum- 
eunque  dispositionem,  quas  tarn  dictus  Bodericus  vicecancellarius  quam 
eius  locumtenens  et  referendarius  commissionum  et  alii  omnes  tarn  de 
prima  presidentia  quam  de  minori  parco  et  alii  in  certis  rotulis  de- 
scripti  et  describi  soliti  hactenus  pereeperunt,  ac  omnia  et  singula 
litteras  constitutiones  ordinationes  dispositiones  concessiones  statuta 
privilegia  et  indulta  apostolica  queeunque  a  nobis  seu  predecessoribus 
nostris   Eomanis   pontifieibus   sub   quibuseunque    verborum    formis    et 

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198  HI-  Constitutione 8. 

expressionibus  cum  quibuscunque  etiam  fortioribus  et  insolitis  ac  deroga- 
toriarum  derogatoriis  clausulis,  etiam  si  de  illis  eorumque  totis  tenoribus 
specialis  specifica  et  expressaac  de  verboadverbum  mentio  habendaforet, 
super  premissis  portionibus  et  earum  assignatione  hactenus  emanata 
et  presentibus  litteris  nostris  et  eorum  effectui  quomodolibet  contraria, 
que  presentibus  haberi  volumus  pro  expressis,  cassantes  irritantes  sup- 
primentes  et  penitus  extinguentes  ac  pro  nullis  et  infectis  haberi 
volentes  de  dictis  officiis  et  emolumentis  abbreviatorie  ordinationem 
facimus  infrascriptam,  quam  perpetuo  futuris  temporibus  stabilem  esse 
et  ab  omnibus  inviolabiliter  observari  volumus  et  mandamus. 

5.  Inprimis  suifragante  divino  spiritu  et  conscientie  puritate  previa 
auctoritate  apostolica  tenore  presentium  de  expresso  dictorum  fratrum 
consilio  atque  assensu  ac  plenitudine  potestatis  hac  irreftagabili  con- 
stitutione statuimus  decernimus  et  ordinamus,  quod  de  cetero  perpetuis 
futuris  temporibus  in  cancellaria  apostolica  preter  alios  eiusdem  offi- 
ciales  sint  et  esse  debeant  septuaginta  duo  abbreviatores  dumtaxat, 
inter  quos  duodecim  presidentes  de  parco  maiori,  viginti  duo  de  parco 
minori,  reliqui  vero  examinantes  litteras  in  prima  visione  abbreviatores 
nuncupentur  et  existant  et  etiam  unum  collegium  invicem  constituant, 
preter  quos  nulli  liceat  in  huiusmodi  abbreviatorie  officio  litteras 
apostolicas  signare;  qui  Romano  pontifici  et  ipsi  Roderico  ac  vicecan- 
cellario  pro  tempore  existenti  dumtaxat  et  nemini  alteri  subsint.  Et 
eorundem  septuaginta  duorum  abbreviatorum  officia  cum  quibusvis  aliis 
officiis  Romane  curie  et  cancellarie  apostolice  predicte  incompatibilia 
nullatenus  censeantur,  sed  possint  per  unum  et  eundem  cum  quibusvis 
etiam  pluribus  aliis  dicte  curie  officiis  absque  indulto  et  dispensatione 
qualibet  libere  retineri.  Nee  admittantur  ad  illa  nisi  probi  viri  et  in  etate 
decenti  constituti  ac  in  exercitio  abbreviatorie  instrueti  vel  qui  sint 
idonei  et  apti  ad  hoc  instruantur,  habitum  honestum  ad  instar  scripto- 
rum  deferentes  et  seeundum  eorum  et  cuiuslibet  ipsorum  sufficientiam 
oecurente  vacatione  ad  primum  examen  et  de  primo  examine  sive  de 
prima  visione  ad  minorem  parcum  et  de  illo  ad  presidentiam  de  parco 
maiori  alias  iuxta  ordinationes  pie  memorie  Benedicti  pape  XII.  et 
Callisti  III.  Romanorum  pontificum  etiam  predecessorum  nostrorum 
assumantur  et  in  assumptione  locorum  pro  tempore  vacantium  qui- 
busvis aliis,  qui  de  dicto  collegio  non  forent,  ceteris  paribus  preferantur. 

6.  Et  quod  emolumenta  dictorum  abbreviatorum  sint  una  taxa 
equalis  taxe,  que  datur  pro  grossa  dietarum  litterarum  apostolicarum 
scriptoribus  pro  quibusvis   litteris,  qua»   per  cancellariam  eandem  aut 

5.  Vgl.  o.  No.  XLI.  Eine  Bulle  Benedicts  XII.  für  die  Abbreviaturen  ist 
nicht  bekannt. 


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HL  Constitutiones.  199 

cameram  seu  alias  quomodolibet  pro  tempore  expediri  continget  cum 
supplicatione  vel  sine  etiam  super  consistorialibus  ecclesiarum  et 
monasteriorum  ac  aliorum  quorumcuuque  beneficiorum  absque  tarnen 
nostrorum  et  dicte  sedis  notariorum  de  numero  participantium  existen- 
tium  ac  eiusdem  cancellarie  senescalli  pro  tempore  existentis  ac  ipsius 
senescallie  provisionibus  preiudicio  et  illas  concernentibus  litteris  sine 
supplicatione,  de  iustitia  communiter  appellatis  ac  per  dilectos  filios 
secretarios  nostros  de  emolumentis  cancellarie  predicte  participantes 
expedire  debitis  et  consuetis,  duntaxat  exceptis. 

7.  Et  exigantur  in  communi  per  tres  ex  dictis  abbreviatoribus, 
quorum  unus  per  abbreviatores  maioris  presidentie  secundum  ordinem 
eorum,  alii  vero  duo  per  reliquos  abbreviatores  cum  onere  tenendi 
tres  libros  computorum  singulis  mensibus  cum  salariis  pro  de  parco 
maiori  quinque,  pro  aliis  vero  duobus  deputandis  trium  florenorum 
similium  pro  quolibet  ipsorum  duorum  deputentur  et  colligantur  et  in 
ipsis  libris  more  solito  fideliter  annotentur  iuramento  per  ipsos  prestito 
in  manibus  prefati  vicecancellarii  vel  eius  locumtenentis  de  fideliter 
exercendo  officium  suum  et  de  collecta  pecunia  integre  persolvenda  et 
reddenda  dimissis  pro  labore  abbreviatorum  grossis  quinque,  prout 
hactenus  consuetum  füit,  qua  summa  quinque  grossorum  contenti  esse 
debeant  et  nihil  ultra  percipere;  declarantes  et  volentes,  quod  pecunie 
ipse  sie  collecte  in  primo  mense  apud  illum  de  parco  maiori  in  aliis 
vero  duobus  mensibus  apud  ipsos  duos  alios  ut  supra  deputatos  a  col- 
legio  successive  remaneant  et  fideliter  conserventur. 

8.  Et  in  fine  cuiuslibet  mensis  distributiones  et  emolumenta  pre- 
dicta  per  ipsos  receptores  diligenter  et  fideliter  deductis  salariis  et  aliis 
oneribus  pro  tempore  taliter  dividantur  et  assignentur:  videlicet  ex 
omnibus  pecuniis  ut  supra  collectis  quilibet  de  parco  maiori  unam  et 
dimidiam  et  singuli  ex  aliis  unam  tantum  partem  habeant,  ut  puta  si 
quilibet  ex  aliis  preterquam  de  parco  maiori  sex,  singuli  de  maiori 
presidentia  abbreviatores  prefati  novem  florenos  percipiant;  mandantes 
de  mense  in  mensem  predictum  ordinem  et  modum  in  colligendis  ser- 
vandis  et  distribuendis  pecuniis  ipsis  fideliter  et  inviolabiliter  continuari 
et  observari  debere. 

9.  Nee  pretextu  cuiusvis  mandati  de  expediendo  huiusmodi  litteras 
gratis  et  in  officio  eorundem  abbreviatorum  quavis  consideratione  per 
nos  et  sedem  apostolicam  etiam  motu  proprio  et  ex  certa  scientia  et 
sub  quibusvis  censuris  et  penis  ecclesiasticis  seu  peeuniariis  pro  tem- 
pore concessi  ab  huiusmodi  taxe  exaetione  abstinere  et  mandatis  huius- 
modi parere  teneantur  quoquo  modo  nee  sub  censuris  predictis  vigore 
dictorum  mandatorum  comprehendantur  preterquam  nostrorum  et  dicti 


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200  III.  Constitutione 8. 

Koderici  et  pro  tempore  existentis  vicecancellarii  familiarium  continuoruin 
commensalium  ac  illorum,  qui  ex  privilegiis  hactenus  observatis  vel 
consuetudine  gratis  expedire  cousueverunt. 

10.  Supplicationes  quoque  per  nos  et  successores  nostros  Romanos 
pontifices  in  nostra  et  eorum  preseutia  seu  alias  quomodolibet  signate 
per  magistros  et  clericos  registri  earundem  sub  excommunicationis  late 
sententie  et  officiorum,  que  in  eodem  registro  obtinent,  privationis 
pena  eo  ipso  incurrenda  ad  predictum  Rodericum  episcopum  et  pro 
tempore  existentem  vicecancellarium  vel  eius  absentia  dicti  vicecancel- 
larii locumtenentem  deferantur  et  per  eum,  si  hoc  facere  voluerit,  vel 
per  distributorem  per  dictum  vicecancellarium  pro  tempore  ex  numero 
dictorum  septuaginta  duorum  deputatum  cum  salario  sex  ducatorum 
similium  iuxta  rerum  difficultates  et  materiarum  exigentiam  sub  ex- 
communicationis pena  et  dicti  salarii  sui  privatione  dictis  septuaginta 
duobus  abbreviatoribus  et  non  alii  servata  iustitia  et  equalitate  iuxta 
formam  perceptionis  emolumentorum,  videlicet  quaudo  uni  ex  aliis  due, 
abbreviatori  de  prima  presidentia  tres  tantum  supplicationes  distri- 
buantur  et  abbreviatoribus,  quibus  distribute  fuerint,  omni  fraude  et 
dolo  cessantibus  consignentur,  descriptis  prius  et  annotatis  dictis  distri- 
butionibus  in  duobus  libellis  per  ipsum  distributorem  deputatum,  quorum 
unum  in  domo  dicti  vicecancellarii,  ubi  dicta  cancellaria  pro  tempore 
tenetur,  ut  omnibus  patere  possit,  alterum  apud  se  tenere  et  conser- 
vare  debeat;  declarato  tarnen,  quod  ipse  distributor  pro  tempore  sibi 
ipsi  minime  distribuere  possit. 

11.  Et  ut  abbreviatores  ipsi  tarn  de  parco  minori  quam  de  prima 
visione  ad  huiusmodi  exercitium  examinandi  litteras  in  prima  visione 
digne  et  laudabiliter  exequendum  facilius  alliciantur,  quod  de  qualibet 
littera,  quam  in  prima  visione  examinaverint,  unum  Turonensem  acci- 
pere  possint  et  habere  debeant  pro  labore,  ita  tarnen,  quod  gratiosa 
et  executoria  desuper  littere  quoad  hoc  pro  una  bulla  reputentur  et 
unus  dumtaxat  grossus  duobus  ex  eis  illas  signantibus  exsolvatur. 

12.  Item  statuimus  et  ordinamus,  quod  nullus  dictorum  abbrevia- 
torum  tarn  maioris  quam  minoris  presidentie  ab  aliquo  abbreviatore 
minutas  suas  per  se  conficiente,  nisi  minuta  ipsa  sit  omnino  male 
composita  vel  difficilis  admodum  correctionis,  pro  correctione  cuiuslibet 
minute  et  illius  iudicatura  ac  expeditione  ultra  tres  grossos  recipere 
non  debeat;  ita  tarnen,  quod  expeditionem  eius  non  audeat  quovis 
modo  sine  rationabili  causa  recusare  et  tarn  littere  gratiose  quam  exe- 
cutorie  ut  sunt  pro  unica  minuta  et  expeditione  computentur.  De 
provisionibus  vero  consistorialibus  consuetum  duorum  similium  flore- 
norum  de  taxa  ipsis  abbreviatoribus  ut  supra  solvenda  computandorum 


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III.  Constitutione 8.  201 

abbreviatores  de  prima  presidentia  prefati  pro  ipsarum  minutis  et  ex- 
peditione  percipient  salarium. 

13.  Et  quia  sine  divina  gratia  nihil  feliciter  procedere  potest,  ad 
illam  impetrandam  quod  omnes  abbreviatores  de  numero  septuaginta 
duorum  huiusmodi  habeant  unam  capellam  et  altare  portatile,  super 
quo  in  domo  vicecancellarii  in  loco  ad  hoc  congruo  et  honesto  missam 
omnibus  diebus,  quibus  ipsa  cancellaria  tenebitur,  cum  cöllecta  semper 
pro  Eomano  pontifice  que  incipit  „Deus  omnium  fidelium  pastor  et 
rector  famulum  tuum  Sixtum"  etc.  celebrari  faciant. 

14.  Quodque  abbreviatoribus,  qui  cedentibus  vel  decedentibus  ali- 
quibus  ex  infrascriptis,  quos  in  abbreviatores  litterarum  predictarum 
hac  vice  una  cum  Roderico  vicecancellärio  recipimus  et  collegio  pre- 
dicto  iuxta  ordinem  descriptionis  eorum,  que  infra  fiet,  aggregamus  et 
aliis  qui  pro  tempore  erunt  abbreviatoribus  dicti  collegii  eorum  loca 
et  officia  alias  quomodolibet  dimittentibus  illi,  qui  ad  collegium  ipsum 
loco  cedentium  vel  decedentium  aut  dimittentium  admittentur,  quatuor 
florenos  auri  de  camera  pro  dicta  capella  seu  capellano  et  preter  illos 
pro  iocalibus  et  eorum  receptione  ad  officium  ipsum  ducatos  sex,  quo- 
rum  duos  vicecancellarius  et  reliquos  quatuor  ducatos  distributor  et 
deputati  prefati  ad  pecunias  colligendas  similiter  quilibet  unum  per- 
cipiant.  Et  similiter  pro  concessione  Qiusdem  officii,  quam  a  nobis  vel 
sede  apostolica  vel  vicecancellärio  pro  officiis,  que  ad  eius  dispositionem 
spectabunt,  obtinebunt,  dum  per  liberam  resignationem  illa  obtinen- 
tium  vacabunt,  medietatem  eius,  quod  pro  simili  concessione  officii 
scriptorie  scriptores  persolvunt,  Eomano  pontifici  aut  vicecancellärio, 
a  quo  concessionem  ipsam  habebunt,  id  est  florenos  similes  quinqua- 
ginta  dumtaxat  solvere  et  non  ultra  teneantur.  Et  tarn  illi  quam 
primitus  admissi  etiam  de  eadem  maiori  presidentia  de  eorum  emolu- 
mentis  et  officiis  prout  scriptores  huiusmodi  de  suis  disponunt,  dispo- 
nere  illaque  resignare  libere  et  licite  possint;  nosque  et  successores 
nostri  ac  ipse  Rodericus  et  vicecancellarius  pro  tempore  existens  resigna- 
tiones  sive  cessiones  huiusmodi  admittere  et  illia,  in  quorum  favorem 
resignationes  sive  cessiones  ipse  facte  fuerint,  de  huiusmodi  officiis 
providere  teneantur. 

15.  Et  insuper,  quod  omnes  et  singuli  tarn  p residentes  quam  de 
minori  parco  et  ordinarii  abbreviatores  huiusmodi  omnibus  et  singulis 
constitutionibus  statutis  ordinationibus  privilegiis  gratiis  immunitatibus 
exemptionibus  libertatibus  declarationibus  prerogativis  antelationibus 
concessionibus  favoribus  et  indultis  quibuscunque  gaudeant  potiantur 
et  utantur  pariformiter  et  absque  ulla  differentia  sicuti  dictarum  litte- 
rarum scriptores  prefati  etiam  quoad  hoc,  ut  familiäres  nostri  et  suc- 


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202  HJ-  Conetitutiones. 

cessorum  nostrorum  Romanorum  pontificum  perpetuo  et  in  quibus- 
cunque  litteris  apostolicis  tales  etiam  magistri  nominentur  et  pro  tali- 
bus  ubilibet  habeantur  et  littere  apostolice  gratiam  et  iustitiam  con- 
cernentes  pro  duodecim  presidentibus  de  parco  maiori  iuxta  eorum 
privilegia,  pro  dictis  vero  de  novo  creatis  septuaginta  abbreviatoribus 
gratis  etiam  in  Omnibus  officiis  pro  personis  ipsorum  dumtaxat  expe- 
diantur  sicutf  et  eo  modo,  quo  expediuntur  littere  eorundem  scriptorum, 
extendentes  ea  omnia  ad  prefatos  septuaginta  duos  abbreviatores  et 
mandantes  et  sub  penis  et  censuris  in  Ulis  contentis  etiam  quoad  pre- 
dictos  septuaginta  duos  abbreviatores  firmiter  observari  in  omnibos  et 
per  omnia,  ac  si  illa  dictis  septuaginta  duobus  abbreviatoribus  de  verbo 
ad  verbum  concessa  forent.  Concedentes  insuper  plenam  et  liberam 
facultatem  ac  de  uberioris  dono  gratie  indulgentes  dictorum  septua- 
ginta dnorum  abbreviatorum  collegio  statuta  et  ordinationes  ac  que- 
cunque  alia  ipsius  collegii  et  abbreviatorum  eorundem  commodum 
decus  quietem  et  directionem  pro  tempore  concernentia  condendi  et 
ordinandi;  decernentes  harum  serie  huiusmodi  ipsorum  abbreviatorum 
ordioationes  et  statuta  licita  tarnen  et  honesta  pro  tempore  facta 
plenam  roboris  firmitatem  perpetuis  temporibus  obtinere  et  ab  ipsis 
Omnibus  firmiter  observari  debere;  et  quod  transumptum  sive  tenor 
presentium  litterarum  et  cuiuslibet  partis  eahmdem  et  privüegiorum 
scriptorum  predictorum  pari  modo  quo  tenor  litterarum  cancellarie 
indigentibus  detur  et  illi  stetur  in  iudicio  et  extra,  prout  tenori  regu- 
larum  earundem  stari  consuevit;  liceatque  singulis  abbreviatoribus  pre- 
dictis  in  sacris  ordinibus  non  constitutis  pro  tempore  existentibus 
matrimonium  etiam  cum  viduis  absque  alia  dispensatione  seu  licentia 
sedis  predicte  libere  contrahere. 

16.  Porro  quia  de  taxa  litterarum  apostolicarura,  que  expediuntur 
per  cameram  prefatara,  septuaginta  duo  abbreviatores  notitiam  forsan 
habere  non  poterunt  plenariam:  volumus,  quod  littere  predicte,  de 
quibus  taxa  huiusmodi  solvenda  esset,  sine  subscriptione  infra  plicam 
bulle  circa  medium  per  duos  correctores  pro  tempore  deputatos  expe- 
dite  viribus  careant;  districtius  inhibentes  tarn  referendariis  secretariis 
plumbatoribus  registratoribus  magistris  in  registro  scribis  et  notariis 
etiam  camere  apostolice  quam  aliis  quibuscunque  officialibus  nostris 
et  dicte  sedis  pro  tempore  existentibus  sub  excommunicationis  late 
sententie,  a  qua  absolvi  non  possint  nisi  per  Romanum  pontificem  et 
in  mortis  articulo  constituti  satisfactione  previa,  et  emolumentorum 
suorum  officiorum  privationis  penis,  ut  litteras  huiusmodi  sicut  pre- 
fertur  non  signatas  nullatenus  admittant  sive  expediant,  sed  illas  illico 
ad  deputatos  predictos  signandas  remittant. 


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III.  Constitutione 8.  203 

17.  Et  cum  predictu8  Rodericas  episcopus*)  et  vicecancellarius, 
qui  eiusdem  ecclesie  vicecancellariatus  officium  multis  annis  eximia 
virtute  solertissima  et  exactissima  diligentia  laudabiliter  gubernavit  et 
ecclesiam  ipsam  pluries  etiam  propriis  facultatibus  non  parcendo  adiuvit 
ac  cuius  personam  ob  eius  preclara  merita  in  nos  et  dictam  sedem 
collata  etiam  iu  hac  temporum  difficultate  aliis  in  rebus,  prout  nobis 
et  eisdem  venerabilibus  fratribus  nostris  visum  est,  peramplius  recom- 
pensare  intendamus,  pronunc  tarnen,  ne  ex  ordinatione  huiusmodi,  in 
quam  ipse  ut  prefertur  consensit,  nimium  dispendium  patiatur,  eius 
indemnitati  aliqualiter  consulere  volentes  et  ne  pro  eo,  quia  ad  eun- 
dem  Rodericum  episcopum  et  vicecaucellarium  etiam  ex  concessione 
nostra  omnium  dicte  cancellarie  officiorum  correctorie  et  scriptorum 
ipsarum  litterarum  necnon  notariorum  eiusdem  sedis  officiis  dumtaxat 
exceptis  libera  dispositio  pertinere  dignoscatur,  contingat  in  dubium 
revocari,  an  ipse  de  huiusmodi  abbreviatorie  officiis  utpote  noviter 
modo  predicto  per  nos  ordiaatis  post  factam  sibi  per  nos  concessionem 
predictam  disponere  debeat,  providere  volentes,  de  similibus  consilio 
et  assensu  fratrum  predictorum  volumus  et  auctoritate  predicta  etiam 
statuimus  et  ordinamus,  quod  ipsius  ßoderici  episcopi  et  vicecancellarii 
in*  cancellaria  predicta  locumtenens,  qui  expeditioni  earundem  litterarum 
vacat  et  ipsius  ßoderici  episcopi  et  vicecancellarii  plerumque  ad  id 
vacare  impediti  in  ipsa  expeditione  vices  gerit,  unum,  et  unus  ex  refe- 
rendariis  causarum  commissionum,  qui  commissiones  ipsas  examinat 
diligenter  et  illarum  vim  et  effectum  eidem  Roderico  episcopo  et  vice- 
cancellario  fideliter  refert  et  de  eius  nomine  et  vice  nonnunquam 
signat  et  signatarum  per  nos  commissionum  seu  in  presentia  nostra 
et  pro  tempore  existentis  Romani  pontificis  signaturas  extendit,  nunc 
et  pro  tempore  existentes  aliud  ex  dictis  septuaginta  duobus  abbrevia- 
torie officiis  pro  quolibet  eorum  obtineant  et  percipiant  unam  pro 
quolibet  portionem  emolumentorum  earundem  equalem  aliis  portionibus 
aliorum  preterquam  de  prima  presidentia  abbreviatorum  predictorum 
possintque  ab  officio  et  emolumentorum  perceptione  huiusmodi  pro 
solo  ipsius  Roderici  episcopi  et  vicecancellarii  aut  alterius  ad  hoc  ab 
eo  specialiter  deputati  nutu  amoveri  et  alii  eorum  loco  subrogari  toties, 
quoties  sibi  videbitur  et  placebit ;  et  quod  dilectorum  filiorum  magistrorum 
Joannis  de  Borgia  correctoris,  Nicolai  de  Castello,  Ferrarii  de  Gualdis, 
Gregorii  de  Puteo,  Nicolai  Bregeonis  et  Alberti  Roch  numero  sex  de 
maiori  presidentia  ac  de  minori  parco  Septem  scilicet  Lodovici  Podo- 
catharis,    Laurentii   de   Mancinis,    Joannis   Andree   de   Regio,    Jacobi 


a)  Der  Satz  ist  ein  Anacolut,  da  zu  „et  cum  predictus  Rodericus  episcopus" 
das  Prädicat  fehlt. 


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204  III.  Constitutionee. 

Botafoco,  Stephani  de  Caciis,  Joannis  Yictoris  et  Francisci  de  Arianis 
de  Parma  nee  non  octo  examinantium  in  prima  visione  scilicet  Fran- 
cisci de  Maximis,  Hieronymi  Pauli,  Jacobi  Fiella,  Joannis  de  Rio, 
Petri  Leopard  i,  Jacobi  Casanova,  Joannis  Lopis  et  Francisci  Gaufi  ab- 
breviatorum  earundem  litterarum  abbreviatorie  officia  et  loca  dum  per 
cessum  vel  decessum  aut  promotionem  privationem  seu  quamvis  dimis- 
sionem  predictorum  et  aliorum  quorumeunque,  qui  officia  et  loca  ipsa 
pro  tempore  obtinebunt  ad  liberam  ipsius  Roderici  episcopi  et  pro 
tempore  existentis  vicecancellarii  dispositionem  pertineant  possitque  et 
debeat  ipse  Rodericus  episcopus  et  pro  tempore  existens  vicecancellarius 
aut  per  eum  ad  hoc  specialiter  deputatus  illorum  resignationes  reeipere 
et  admittere  ac  per  suas  litteras  suo  sigillo  pendente  munitas  de  Ulis, 
dum  pro  tempore  qualitercunque  vaeaverint,  per  se  ipsum  seu  eius 
locumtenentem  seu  ad  hoc  ab  eo  speciale  mandatum  habentem  per- 
sonis  idoneis  providere  et  exigentibus  personarum  meritis  et  sufficientia 
super  earundem  personarum,  quibus  ipse  providerit  de  huiusmodi  offi- 
ciis  et  locis  requisitarum  qualitatum  defectibus  cum  sibi  placuerit  aut 
deputando  huiusmodi  dispensare  cum  eisdem  personis  ad  ipsa  officia 
et  loca  obtinenda  non  obstantibus  predictorum  Benedicti  et  Callisti 
litteris  prefatis  sufficienter  habilitare;  et  illi,  quibus  de  eisdem  offieiis 
et  locis  ipse  Rodericus  episcopus  et  pro  tempore  existens  vicecancel- 
larius seu  deputandus  duxerit  suis  litteris  providendum,  ad  officia  et 
loca  ipsa  absque  aliqua  alia  pro  visione  reeipiantur  et  admittantur ;  ita 
quod  dicte  littere  predicti  Roderici  episcopi  seu  ad  hoc  ab  eo  specia- 
liter deputandi  vel  pro  tempore  existentis  vicecancellarii  quas  absque 
aliarum  litterarum  apostolicarum  desuper  conficiendarum  expeditione 
perpetue  firmitatis  robur  obtinere  decernimus,  iis  quibus  officia  ipsa 
et  loca  concesserit  et  assignaverit  plenissime  et  per  omnia  valeant  et 
suflragentur,  ac  si  super  iis  offieiis  et  locis  littere  apostolice  confecte 
et  expedite  fuissent ;  quodque  reeepti  ad  officia  et  loca,  ad  que  reeepti  fuerint, 
suo  ordine  collocentur.  Sicque  continuo  per  ipsum  Roder ic um  episcopum 
et  pro  tempore  existentem  vicecancellarium  absque  contradictione  qua- 
libet  observetur;  decernentes  de  similibus  consilio  et  assensu  fratrum 
predictorum,  quiequid  secus  super  hiis  ad  predicti  Roderici  episcopi  et 
pro  tempore  existentis  vicecancellarii  dispositionem  ut  premittitur 
speetantibus  offieiis  etiam  a  nobis  aut  successoribus  nostris  Romanis 
pontifieibus  pro  tempore  existentibus  absque  expresso  predicti  Roderici 
episcopi  et  pro  tempore  existentis  vicecancellarii  consensu  contingeret 
attemptari,  irritum  et  inane  nulliusque  roboris  vel  momenti  existere. 
18.  Reliquorum  vero,  quorum  nomina  et  cognomina  etc.  et  eorum 
loco  per  quameunque  vacationem  seu  aliam  dimissionem  ad  huiusmodi 


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III.  Constitution  es.  205 

officia  substituendorum  officiorum  et  loconun  abbreviatoris  et  litte- 
rarum  huiusmodi  dispositio  ad  nos  et  pro  tempore  existentem  Romanum 
pontiiicem  pertineat,  ita  ut  idem  Rodericus  episcopus  et  vicecancellarius 
etiam  pretextu  per  nos  sibi  dudum  generaliter  concesse  facultatis  pre- 
dicte  disponendi  de  locis  ac  officiis  cancellarie  predicte  de  ipsorum 
reliquorum  abbreviatorie  officiorum  ad  nos  ut  prefertur  pertinentium 
dum  vacabant,  dispositiones  nequeant  impedire.  Non  intendentes  tarnen 
facultati  predicte  propter  hoc  aut  ex  eo,  quod  ipse  Rodericus  episcopus 
et  vicecancellarius  ea  forsan  hactenus  usus  non  foret,  in  aliquo  dero- 
gatum  censeri,  immo  Heere  sibi  cum  voluerit  ea  quam  presentium 
tenore  äibi  pro  potiori  cautele  suflragio  iuxta  litterarum  nostrarum 
desuper  continentiam  atque  formam  de  eorundem  fratrum  consilio  et 
assensu  etiam  de  novo  ad  veriorem  cautelam  concedimus,  cum  sibi 
placuerit,  libere  uti. 

19.  Et  ut  premissa  omnia  saltem  metu  pene  firmius  et  validius 
observentur:  omnibus  et  singulis,  quos  presens  tangit  negotium,  etiam 
sub  pena  exeommunicationis  preoipimus  et  mandamus,  quatenus  pre- 
missa omnia  et  singula,  prout  superius  continentur,  sublata  eis  qua- 
eunque  alia  interpretandi  facultate  et  auetoritate  inviolabiliter  observentur, 
mandantes  ipsi  Roderico  episcopo  et  pro  tempore  existenti  vicecancel- 
lario,  ut  omnia  predieta  sub  penis  arbitrio  suo  ferendis  faciat  ab 
omnibus  inviolabiliter  observari. 

20.  Decernentes  presentibus  nostris  litteris  et  earum  singulis  per 
quaseunque  alias  litteras  seu  mandata  apostolica  nullatenus  in  aliquo 
derogatum  censeri,  nisi  littere  et  mandata  derogatoria  huiusmodi  con- 
sistorialiter  de  aimili  fratrum  nostrorum  consensu  fuerint  expedita  — 
non  obstantibus  premissis  ac  constitutionibus  et  ordinationibus  aposto- 
licis  neenon  omnibus  illis,  que  in  dictis  litteris  et  privilegiis  scripto- 
ribus  ipsis  concessis  voluimus  non  obstare  ceterisque  contrariis  quibus- 
eunque.     Nulli  ergo  etc. 

Datum  Rome  apud  Sanctum  Petrum  anno  incarnationis  dominice 
1478  tertio  id.  ianuarii  pontificatus  nostri  anno  oetavo. 
GrifFus.     Sinolphus. 
Registrata  in  camera  apostolica.  6.  Blondus. 


LI. 

.    Sixtus  IV.  befiehlt,  grössere  Sorgfalt  auf  die  Schrift  der  päpstlichen  Bullen 
zu  verwenden  und  verschärft  die  diesbezüglich   bestehenden  Straf bestimmungen. 

1481  Juni  9,  Rom. 
Cod.  Barberin.  XXXV.  69  p.  497.    ( B.) 


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206  HI.  Constitutiones. 

1.  Cum  sicut  accepimus  plerique  apostolicamm  litterarum  scriptores 
incuria  et  negligentia  quadam  litteras  ipsas  incorrecte  adraodum  ac 
incomposite  et  iuvenuste  contra  laudabilem  cancellarie  apostolice  con- 
suetudinem  scribant,  propter  quod  tarn  no&tro  et  apostolice  sedis  quam 
eorundem  scriptorum  honori  et,  quod  deterius  est,  ipsarum  litterarum 
fidei  et  auctoritati  plurimum  detrahitur,  cum  ille  propter  incorrectionem 
et  deformationem  caracterum  nee  non  stili  inobservantiam  merito  apud 
plerosque  suspecte  reddantur:  nos  volentes  super  hiis  de  oportuno 
remedio  providere,  motu  proprio  venerabili  fratri  nostro  Koderico  epi- 
scopo  Portuensi  sanete  Romane  ecclesie  vicecancellario  nee  non  modernis 
et  pro  tempore  existeutibus  in  cancellaria  apostolica  eiusdem  vicecan- 
cellarii  locumtenenti  nee  non  assistentibus  eisdem  in  expeditione  earun- 
dem  litterarum  ac  eiusdem  cancellarie  senescallo  per  presentes  districte 
mandamus,  quatenus  vicecancellarius  et  eius  locumtenens  litteras  pre- 
dietas  per  scriptores  predictos  pro  tempore  scriptas,  nisi  correcte  et 
composite  ac  iuxta  stilum  eiusdem  cancellarie  Scripte  fuerint,  nullo 
modo  admittant,  ipsique  assistentes  [vel] a)  senescallus,  cum  littere  ipse 
incorrecte  et  incomposite  huiusmodi  sibi  presentate  fuerint,  nullatenus 
eas  expediendas  prefato  vicecancellario  seu  locumtenenti  huiusmodi 
presentent,  sed  ipsos  penitus  reiciant  et  expensis  scriptorum,  qui  eas 
male  scripserint,  rescribi  faciant. 

2.  Et  nichilominus  vicecancellarius  et  regens  prefati,  postquam  eos- 
dem  scriptores,  ut  correcte  composite  et  seeundum  predictum  stilum 
scribant,  monuerint,  scriptores  ipsos b),  qui  id  non  fecerint,  eos  et  eorum 
quemlibet  ab  emolumentis  officii  litterarum  earundem  per  tempus,  de 
quo  eis  videbitur,  suspendant  et  alias  in  premissis  etiam  peeuniariis 
penis  per  eos  adiectis  ac  irremiseibiliter  exigendis  capelleque  dictorum 
scriptorum  applicandis  provideant,  super  quibus  omnibus  plenam  et 
liberam  ipsis  damus  potestatem. 

3.  Et  nichilominus,  ut  supradieta  realiter  executioni  demandentur; 
predictis  vicecancellario  ac  eius  locumtenenti  iniungimus,  assistentibus 
vero  et  senescallo  sub  exeommunicationis  pena,  quam  contrafacientes 
eo  ipso  ineurrant,  mandamus,  ut  presens  nostrum  mandatum  et  in  eo 
contenta  observent  et  ab  aliis  observari  omnino  faciant  nee  litteras 
per  eosdem  scriptores  male  ut  premittitur  scriptas  admittant  et  expe- 
diaut,  sed  rescribendas  expensis  eorum  efficiant ;  quos  quidem  scriptores 
contrafacientes,  si  puniti  per  supradictos  non  fuerint,  nichilominus 
exeommunicationis  et  peeuniarum  ac  alias  penas  predietas  eo  ipso  in- 
currisse  absque  alia  monitione  declaramus  in  contrarium  facientes;  non 
obstantibus  quibuseunque. 

»)  fehlt  B.  b)  ipsi  B. 

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III.   ConBtitutiones.  207 

Placet  motu  proprio  et  mandamus.   F. 

Lectum  et  publicatum  fuit  suprascriptum  mandatum  Rome  in 
cancellaria  apostolica,  die  sabbati  nona  mensis  iunii,  anno  domini 
MCCCCLXXX1,  pontiiicatus  sanctissimi  domini  nostri  domini  Sixti  pape 
quarti  anno  decirao.*) 

LH. 

Sixtus  IV.  errichtet  ein  Colleg  von  100  Sollicitatoren,  deren  Aufgabe  es  sein 
solle,  die  Expedition  der  päpstlichen  Bullen  zu  betreiben,  und  regelt  die  Bezüge 
des  neuen  Amtes. 

1482  Juni  13,  Rom,  St.  Peter. 
„Romanus  pontifex". 

Cod.  Corsinian.  874  fol.  1-10  b.  XVII.  (C.)  Cod.  Bibl.  Vittorio-Eman.  ^^ 

fol.  1-10.  s.  XVII.    (S.)  Sessor.232 

Die  Abschrift  der  Bulle,  von  der  ich  mir  selbst  nur  Auszüge  gemacht  hatte, 
verdanke  ich  der  Güte  des  Herrn  Dr.  Michael  Mayr. 

Ich  gebe  von  der  überlangen  Constitution  mit  Verkürzung  des  rein  phrasen- 
haften Theils  nur  das  sachlich  Wichtige  in  vollem  Wortlaut. 

1.  Da  die  Procuratoren,  deren  Aufgabe  es  ist,  die  Erledigung  der  Gratial- 
sachen  zu  betreiben,  theils  ihrer  Aufgabe  nicht  gewachsen  sind,  theils  aber  die 
ihnen  übertragenen  Angelegenheiten  absichtlich  verschleppen  und  die  Kosten 
ihren  Auftraggebern  höher  anrechnen,  erscheint  es  zweckmässig,  im  Verbände 
der  Kanzlei  selbst  ein  Colleg  zu  errichten,  dem  die  Sorge  für  die  Erledigung  der 
Gratialsachen  obliegen  solle. 

2.  Nos  igitur habita  super  his  cum  venerabilibus  fratribus 

nostris  et  presertim  Roderico  episcopo  Portuensi,  sanete  Bomane  eccle- 
siae  vicecancellario,  qui  eiusdem  ecclesiae  vicecancellariatus  officio  multis 
annis  eximia  virtute  solertissima  et  exaetissima  diligentia  laudabiliter 
prefuit,  deliberatione  matura  de  illorum  consilio  et  ex  nostra  scientia 
in  prefata  curia  et  illius  cancellaria  apostolica  unum  officium,  quod 
sollicitatorum  litterarum  apostolicarum  officium  nuneupetur  et  perpetuis 
futuris  temporibus  vigeat,  eadem  auetoritate  apostolica  presentium 
tenore  instituimus  creamus  et  ordinamus. 

3.  Die  Zahl  der  Sollicitatoren  soll  100  betragen ;  25  davon  soll  der  Vice- 
kanzler  ernennen  „ad  quem  de  concessione  nostra  officiorum  omnium  dicte  can- 
cellariae  —  correctoriae  scriptoriae  ac  notariorum  sedis  apostolice  offieiis  solum 
exceptis  —  libera  dispositio  pertinere  dignoscitur",  die  Übrigen  der  Papst. 

4.  Sie  sollen  ein  Colleg  bilden  gleich  dem  der  Scriptoren  und  Abbrevia- 
toren,  gleich  diesen  familiäres  des  Papstes  sein  und  bezüglich  der  Anwartschaft 
auf  Pfründen  und  der  kostenfreien  Erlangung  päpstlicher  Bullen  dieselben  Vor- 
rechte gemessen. 

5.  Debeant  quoque  sollicitatores  ipsi  ratione  officii  memorati  solli- 
citare  omni  eis  possibili  diligentia  et  celeritate  signaturam  supplica- 
tionum  expeditionem  litterarum  quarumeunque   apostolicarum  gratiam 


»)  Durchaus  von  einer  Hand. 

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208  HL  ConBtitutiones. 

vel  iustitiam  aut  utrumque  nrixtim  concernentium,  que  pro  tempore 
expedientur  tarn  per  cameram  secretam  quam  prefatam  cancellariam, 
et  tarn  super  provisionibus  consistorialibus  quam  aliis  quibuscunque, 
illis  que  de  curia  ut  de  miuori  ac  in  forma  humilibus  maiori  iustitia 
sine  supplicatione  nuncupantur  literis  dumtaxat  exceptis,  singulis  die- 
bus,  quibus  cancellaria  tenebitur,  comparere  et  in  loco  eis  assignando 
per  dictum  vicecancellarium  et  in  numero  de  quo  ei  videbitur  officio 
pr$dicto  vacare  et,  ne  ab  aliis,  quos  liter$  ipse  concernunt,  in  officiis 
ad  que  defFeruntur  aliquid  indebite  extorqueant,  vix  accurate  prospicere 
et  ab  omni  dolo  fraude  malitia  et  negligentia  nee  non  commissorum 
ab  eis  sollicitandi  negotiorum  presertim  impetrationis  beneficiorum 
ecclesiasticorum  pro  tempore  vacantium  verbo  nutu  vel  signo  ultra 
quam  expediat  in  detrimentum  eorum,  pro  quibus  sollicitandi  onus 
assumpserunt,  propalatione,  carraetarum  taxe  earundem  literarum  falsi- 
ficatione  et  cuiusvis  quantitatis  aut  rei  ultra  eis  constituta  per  presentes 
literas  stipendia  et  emolumenta  extorsione  sive  exaetione  vel  reeeptione 
prorsus  abstinere.  Et  si  secus  fecerint,  per  suspensionem  a  pereeptione 
emolumentorum  dicti  officii  et,  si  excessus  qualitas  exegerit,  totalem 
privationem  et  amotionem  ab  illo  per  prefatum  et  pro  tempore 
existentem  vicecancellarium  publice  puniantur,  ita  ut  excedentium  pena 
aliis  transeat  in  exemplum. 

6.  Debeant  insuper  sollicitatores  prefati  in  plica  litterarum  aposto- 
licarum,  quas  pro  tempore  expediri  continget,  quantitatem  ad  quam 
ascendit  expensa  pro  earum  tali  expeditione  necessaria,  fideliter  anno- 
tare ;  et  si  quis  eorum  ultra  id,  quod  vere  expositum  foret,  dolose  an- 
notaverit,  suspensionis  a  pereeptione  emulomentorum  dicti  officii  prima 
vice  ad  sex  menses  p$nam  ineurrat;  et  si  iterato  id  fecisse  compertus 
fuerit,  privationis  obtenti  officii  et  alias,  quibus  falsificatores  litterarum 
apostolicarum  a  iure  subiieiuntur,  penas  ineurrat  eo  ipso. 

7.  Nee  possint  litter§  memorat^,  quarum  expeditionem  sollicita- 
tores predicti  procurare  et  sollicitare  tenentur,  ratione  dicti  officii  per 
abbreviatores  maioris  presidentiae  signari  et  per  vicecancellarium  et 
eius  locumtenenteni  ad  bullariam  transmitti  aut  per  secretarios  vel 
alios  quoscumque  ad  secretamc  ameram  expediendea)  deferri,  nisi  post- 
quam  reeeptor  et  computator  proventuum  dicti  officii  in  cancellaria  in 
illis  que  per  eam,  et  alius  deputandus  eorum  loco  ad  id  apud  cameram 
prefatam  eorum  nomina  et  cognomina,  prout  reeeptores  et  computa- 
tores  proventuum  officii  abbreviatorum  faciunt,  scripserint;  et  si  secus 
fieret,  secretarius  et  eiusdem  cancellariae  custos  sive  seneschallus  duplum 
eius,    quod   pro  tali    bulla    officio   sollicitatorum   eorundem  debetur, 


»)  expediendum  S. 

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IIL  Conetitutiones.  209 

receptori  prefato  solvere  teneantur  et  preter  huiusmodi  penam  dupli 
episcopuH  ac  superior  officio  secretarius  et  expeditioni  litterarum  huius- 
modi incurabens  interdicti  ingressus  ecclesiae,  inferior  vero  et  sene- 
schallus  excommunicationis  sententiam  incurrat  eo  ipso.  Et  nihilo- 
minus  litter$  ipse  nemini  suflragentur,a)  usque  quo  receptor  et  computator 
prefati  nomen  suum  in  earum  plica  descripserint  ut  prefertur.  Hec 
etiam  postquam  expeditq  fuerint  in  registro  de  camera  apostolica  pro- 
sequentibus  earum  eipeditionem  per  eos,  ad  quos  spectat,  restitui 
possint,  nisi  facta  annotatione  predicta  quantitatis,  ad  quam  expensa 
iutegra  earundem  ascendet,  per  unum  ex  sollicitatoribus  prefatis,  qui 
illius  expeditionem  sollicitaverit,  vel  alium  loco  sui  per  ipsum  qui  sol- 
licitaverit  vel  officium  ipsum  ad  id  pro  tempore  deputatum  sub  simili 
p^na  per  restitueotes  illas  huiusmodi  annotatione  prius  non  facta  eo 
ipso  incurrenda.  Debeatque  huiusmodi  descriptio  et  annotatio  in 
registro  cum  bulla  sicut  et  dies  expeditionis,  qui  ponitur  in  plumbaria, 
registrari  ut  omni  tempore  possit  apparere. 

8.  Qui  vero  loco  cedentium  vel  decedentium  sollicitatorum  aut 
sua  officia  dimittentium  ad  officia  ipsa  pro  tempore  subrogabuntur, 
aetate  moribus  et  vita  idonei  existant,  et  pro  signatura  supplicationis 
sue  admissionis  quinquaginta  florenos  auri  de  camera  datario  nostro 
et  succe8sorum  nostrorum  Bomanorum  pontificum  pro  tempore  existent 
tium,  si  per  eos  vel  ipsos  successores  nostros  subrogatio  fiet,  alioquin 
dicto  Roderico  et  pro  tempore  existenti  vicecancellario  et  preter  hoc 
etiam  alia  iocalia,  que  abbreviatores  earundem  litterarum  de  primi) 
visione  pro  eorum  receptione  in  officium  abbreviatorum  solent  persoU 
vere;  et  tarn  ipsi,  qui  sie  primo  reeepti  quam  qui  pro  tempore  reci-» 
pientur,  de  observatione  contentorum  in  presentibus  litteris  et  eorum 
officio  sollicitationis  probe  et  laudabiliter  exercendo  in  manibus  eius- 
dem  Roderici  et  pro  tempore  existentis  vicecancellarii  vel  eius  locum- 
tenentis  iuramentum  prestare  teneantur. 

9.  Nee  ünpediantur  officium  ipsum  obtineri  aliqui  pro  eo,  quia 
bigami  vel  illegitimi  forent  aut  unum  vel  plura  in  dieta  curia  et  can- 
cellaria  digniora  etiam  locumtenentis  correctoriae  litterarum  predietarum 
aut  notariatus  sedis  apostolice  officia  obtinerent  oec  ad  digniorum 
exercitio  per  eorum  assumptionem  ad  istud  repellantur;  sed  censeatur 
officium  ipsum  cum  uno  et  pluribus  aliis  dicte  curiae  officio  vel  offi- 
ciis  compatibile  et  minime  vacare,  si  contingat  sollicitatores  ipsos  cum 
aliqua  muliere  etiam  vidua  matrimoniura  contrahere. 

10.  Bezüge : pereipiant   videlicet  pro   qualibet  consistoriali 

provisione  ecclesie  vel  monasterii,  cuius  fruetus  in  libris  camere  aposto- 

»)  suifragantur  CS. 

T  »  n  %  1,  Pftpstl.  Kjmileiordnungen  14 


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210  tU.  Constitutione*. 

lice  taxati  forent  ad  quingentos  florenos  auri  de  camera  et  ultra 
duodecim  et  pro  reliquis  infra  dictam  summam  taxatis  sex ;  et  si  titu- 
lares  ecclesie.  forent,  decem  florenos  auri  similes.  Pro  aliis  vero  litteris 
non  consistorialibus,  que  cum  supplicatione  vel  sine  pro  tempore  ex- 
pedientur  tarn  per  cancellariam  quam  per  cameram  et  taxabuntur,  si 
quidem  taxa  eorum  triginta  Turonensium  transcendet,  duos,  de  reliquis 
vero  unum  florenum  auri  de  camera  ab  iis,  quos  concernent,  si  ab- 
sentes  forent  ab  ipsa  curia  et  medietatem  dicte  quantitatis,  si  presentes 
fuerint  in  eadem. 

11.  Das  Amt  kann  auch  durch  Stellvertretung  ausgeübt  werden. 

12.  Excipimus  tarnen  ab  huiusmodi  solutionis  onere  illas  litteras, 
que  in  ea,  secundum  quam  pro  pauperibus  clericis  beneficiandis  scribi 
consuevit,  forma  et  super  altaris  portatilis  in  simplici  forma  ac  con- 
fessionalis  et  tabellionatus  officii  concessipne  pro  tempore  expedientur, 
quarum  expeditionem  sollicitatores  ipsi  pari  diligentia  sollicitare  tene- 
antur  et  pro  huiusmodi  sollicitatione  duobus  dumtaxat  grossis  seu 
carlenis  papalibus  similiter  debeant  contentari. 

13*  Et  si  litterq  ips$  taxat^  non  forent  sed  gratis  et  sine  taxa 
procederent:  Uli,  quos  concernent  quicunque  fuerint  absentes  vel  pre- 
sentes etiam  nostri  et  successorum  nostrorum  ac  vicecancellarii  prefati 
nunc  et  pro  tempore  existentis  familiäres  continui  commensales,  si 
quidem  per  speciale  mandatum  gratis  habebunt,  qualescunque  sint 
littere.  et  gratiae  in  eis  contente,  unam  integram  taxam,  ad  quam 
taxari  deberent;  si  vero  familiaritatis  ratione  et  eorum  descriptionis 
in  rotulo  aliquo  familiarium  nostrorum  vel  Romani  pontificis  pro  tem- 
pore existentis  vel  alias  quam  per  speciale  mandatum  non  tarnen  pro 
deo  gratis  haberent,  perinde  ac  si  taxate,  forent,  secundum  distinctionem 
prefatam  videlicet  pro  illis,  que  ad  triginta  Turonenses  et  infra  taxari 
debuissent,  unum  et  pro  aliis  duos  florenos  officio  prefato  persolvaut 
tarn  presentes  quam  absentes  —  Romanorum  imperatore  semper  augusto 
regibus  reginis  nee  non  sanete  Eomane  ecclesie  cardinalibus  archi- 
episcopis  episcopis  nostris  et  pro  tempore  existentis  Romani  pontificis 
continuis  commensalibus  in  palatio  apostolico  residentibus  sedis  aposto- 
lic$  notariis  numerariis  causarum  palatii  apostolici  auditoribus  camere 
apostolicQ  clericis  secretariis  numerariis  ac  datario  et  locumtenenti 
vicecancellarii  et  eiusdem  referendario  commissionum  ac  prefatarum 
litterarum  correctore  abbreviatoribus  et  scriptoribus  nostris  et  pro 
tempore  existentis  Romani  pontificis  et  cardinalium  prefatorura  nepo- 
tibus  neenon  imperatoris  regum  et  reginarum  abbreviatorum  maioris  pre- 
sidentie  et  scriptorum  prefatorum  filiis  et  nepotibus  et  pauperibus, 
pro  quibus  litteras  gratis  pro  deo  contigerit  expediri,  duntaxat  exceptis ; 


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III.  Constitutiones.  211 

qui  sie  excepti,  si  gratis  pro  deo  habuerint,  pro  litteris  super  impetra- 
tionibus  beneficiorum  ecclesiasticorum  vacantium  et  certo  modo  vacatu- 
roram  eorumque  unionibus  et  uniendi  mandata  unum  florenum  aüri 
solummodo,  pro  reliquis  vero  duos  grossos  duntaxat  reeeptori  prefato 
persolvant.  Alii  vero  ab  eis  pro  litteris  ipsis  gratis  pro  eorum  personis  pro 
tempore  expeditis  in  officio  sollicitatorum  predictoram  solvere  sint  adstricti. 

14.  Deferri  tarnen  debeant  littere  ipse  ad  eorundem  sollicitatorum 
reeeptorem  pari  modo  sicut  et  alie  taxate  subscribende. 

15.  Et  ultra  hoc  sollicitatores  prefati  duos  grossos  papales  pro 
qualibet  bulla,  quam  expediri  continget,  exigere  possint,  gratiosa  et  execu- 
toriali  litteris  pro  una  computatis.  Et  ne  illi,  pro  quibus  littere  ipse 
expediuntur,  exiude  graventur:  volumus  quod  plumbatores  in  plum- 
baria  prefata  nunc  et  pro  tempore  existentes  unum  grossum  pro  qua- 
libet bulla,  quQ  tarn  per  cameram  quam  per  cancellariam  expedietur 
pro  tempore,  de  emolumentis  prosequentibus  illarum  expeditionem  dimit- 
tere  et  relaxare  teneantur,  dum  et  quotiens  eorundem  plumbatorum 
emolumenta  huiusmodi  pro  una  bulla  ultra  unum  grossum  transcen- 
derent,  gratiosa  et  executoriali  similiter  pro  una  computatis;  et  pro 
recompensa  huiusmodi  grossi,  quem  admittunt,  eas  ad  taxas  litterarum 
predietarum,  que  rupte  nuneupantur  et  olim  per  taxatores  in  plum- 
baria  prefata  pereipi  consueverant,  imposteruin  pereipiant.  Magistri 
vero  registri  litterarum  dietarum  grossum,  qui  per  eos  exigi  consuevit 
pro  qualibet  bulla,  postquam  eis  inhibitum  fuit,  ut  a  percepüone 
dietarum  taxarum  ruptarum  nuneupatarum  in  eodem  registro  abstine- 
rent,  de  cetero  nullatenus  exigant,  possintque  dietas  taxas  ruptas  absque 
dolo  et  fraude  pereipere,  prout  antiquitus  extitit  consuetum;  districte 
preeipientes  eisdem  magistris  registri  et  plumbatoribus,  quod  in  huius- 
modi taxarum  ruptarum  pereeptione  vetustam  et  antiquam  consuetu- 
dinem  observent  et  ad  illas  taxas,  que  rupte  vero  forent  et  per  taxa- 
tores ipsos  in  plumbaria  prefata  rupte  fierent,  et  non  alias  manus 
extendant  sub  exeommunicationis  late  sententi$  p§na  eo  ipso  ineur- 
renda.  Et  si  sepius  deliquisse  in  hoc  comperti  fuerint,  per  eundem 
vicecancellarium  pereeptione  emolumentorum  officii  eorum  suspendi  et, 
si  excessus  gravitas  exegerit,  offieiis  ipsis  privari  possint. 

16.  Et  propter  huiusmodi  emolumenta  sollicitatores  prefati  pro 
singulis  centum  florenis  camere  apostolice  debitis  de  fructibus  prinii 
anui  metropolitanarum  et  aliarum  cathedralium  ecclesiarum  nionaste- 
riorum  et  beneficiorum  ecclesiasticorum  quorumlibet  quinque  florenos, 
et,  si  quantitas  solvenda  ad  centum  florenos  nou  ascenderet  vel  illam 
transcenderet,  proportionabilem  ratam,  que  ad  vigesimum  quantitatis, 
que  solvi  deberet,  ascendat,  pro  eorum  officio  prefato  exigere  possint, 

14* 

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212  DI-  Conatitutionee. 

dum  receptor  litteras  ipsas  subscriberet;  ita  tarnen  quod,  si  gratiae 
ipsQ  non  sortirentur  effectum,  ad  exactae  quantitatis  huiusmodi  resti- 
tutionem  de  cominunibus  dicti  officii  proventibus  a)  teneantur  et  com- 
pelli  possint  per  vicecancellarium  prefatum.  Debeantque  prelati  presi- 
dentes  et  clerici  camere  apostolic$  necnou  thesaurarius  generalis  et 
depositarius  pecuniarum  et  alii,  ad  quos  spectat  de  nonaginta  quinque 
pro  singulis  centum  florenis  dicte  camere  debitis  et  ab  inde  infra  vel 
supra  quantitate  ad  centum  florenos  non  ascendente  proportionaliter  et 
pro  rata  ad  huiusmodi  computum  nonaginta  quinque  contentari  et 
quietari  solventes  modo  prefato  sub  excommunicationis  late  sententiae 
p^ua  eo  ipso  incurrenda,  si  contrafecerint  in  premissis.  Quod  habere 
locum  Yolumus  etiam  quoad  quantitates,  quas  pro  huiusmodi  annatis 
solvere  habebunt  etiam  illi,b)  quos  supra  nihil  officio  prefato  solvere 
debere  diximus  pro  litteris  pro  eorum  personis  pro  tempore  expeditis, 
a  quibus  huiusmodi  summam  quinque  florenorum,pro  singulis  centum 
florenis  camere  apostolicQ  debitis  exigere  poteruut  —  portdonibus,  que 
cardiualibus  prefatis  et  minutis  servitiis  applicantur,  ab  huiusmodi 
onere  penitus  exemptis  remanentibus. 

17.  Datarius  autem  noster  et  successorum  nostrorum  Romanorum 
pontificum  pro  tempore  existentium  et  quicunque  ad  componendum 
cum  procurantibus  expeditionem  litterarum  prefatarum  super  fructibus 
beneficiorum  ecciesiasticorum  male  perceptis  dispensationibus  usu  pon- 
tificalium  prothonotariatibus  habilitationibus  religiosorum  ad  beneficia 
testandi  facultaübus  indulgentiis  et  usu  lacticiniorum  dispensationibus 
matrimonialibus  ac  quibuscunque  facultatibus  yisitandi  per  procuratores 
vel  alios  vel  quibusvis  aliis  negotiis,  super  quibus  cum  eodem  pro 
tempore  ex  quacunque  causa  componi  continget,  pro  expeditione  litte- 
rarum apostolicarum  huiusmodi,  quQ  per  cancellariam  vel  per  cameram 
expedientur  quomodolibet  alias  quam  per  penitentiariam,  de  singulis 
compositionibus,  quarum  quantitas  quadraginta  florenos  transcendet, 
quinque,  de  reliquis  vero  illam  non  transcendentibus  duos  florenos 
similes  officio  prefato  sollicitatorum  successive,  prout  ad  eius  manus 
pervenient,  sub  excommunicationis  lat^  sententiae  pena,  si  fraudem 
committeret,  solvere  et  fideliter  de  hoc  pro  suis  servitoribus  computum 
teneri  et  reddi  facere  quolibet  mense,  si  fiierit  requisitus,  dicti  officii 
receptori  et  computatori  teneatur. 

18.  Debeant  quoque  secretarius  per  cameram  expediens  pro  labore 
in  advertendo,  quod  litterae  non  expediantur  sine  subscriptione  recep- 
toris  predicti,  sex  et  datarius  respectu  computi  predicti  etiam  sex 
florenos  similes  quolibet  mense  de  emolumentis  dicti  officii  percipere, 

»)  provenientibus  CS.  b)  illo  CS. 

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III.  Constitutiones.  213 

19.  Et  ut  illi  ex  sollicitatoribus  ipsis,  quorum  cura  opera  et  dili- 
gentia in  sollicitando  earundera  litterarum  expeditionem  ad  effectum 
ipsura  maiora  emolunienta  proveniant,  ex  eorum  diligentia  premium 
reportent  et  tarn  ipsi  quam  alii  eorum  exemplo  ad  diligentius  sollici- 
tandum  expeditionem  litterarum  earundem  incitentur:  etiam  volumus 
eisdem  scientia  et  auctoritate  ac  de  simili  consilio  statuimus,  quod  ille 
ex  eisdem  sollicitatoribus,  qui  procurabit  expeditionem  litterarum  huius- 
modi,  de  taxa  eorum  officio  debita  ut  prefertur  pro  sollicitatione  ex- 
peditionis  litterarum  super  qualibet  provisione  consistoriali  ecclesiarum 
vel  monasteriorum  ad  duodecim  florenos  ascendente  quatuor  et  de  tita- 
laribus  vero  et  reliquis  duos  florenos  similes  pro  suo  labore  retinere 
possit  et  residuum  in  epitaphio  communi  dicti  officii  annotetur.  Et 
de  quibuslibet  quautitatibus,  quas  quilibet  sollicitatorum  predictorum 
pro  tempore  existentium  ratione  sollicitationis  sue  circa  expeditionem 
litterarum  huiusmodi  ad  receptorem  proventuum  dicti  officii  pervenire 
fecerit,  duos  grossos  papales  pro  quolibet  floreno  pro  se  valeat  retinere 
et  residuum  in  communi  pro  officio  describatur  et  emolumentis  duorum 
grossorum  pro  qualibet  bulla  et  proventibus  ex  litteris,  pro  quibus 
ultra  quam  duo  grossi  officio  non  debentur,  ac  illis  quantitatibus  quae 
a  camera  de  armatis  et  datario  de  compositionibus  liabebuntur  exceptis, 
que  integraliter  in  communi  debeant  pervenire. 

20.  Et  in  fine  cuiuslibet  mensis  receptor  dictorum  proventuum 
de  receptis  computa  et  rationes  fideliter  defensoribus  dicti  officii  reddere 
ac  solutis  salariis  et  aliis  dicti  officii  oneribus  unicuique  eorundem 
sollicitatorum  ratam  suam  de  emolumentis  predictis  integraliter  assig- 
nare  teneatur  exceptis  illis  sollicitatoribus,  qui  absentes  a  dicta  curia 
forent;  qui  de  medietate  eius  quantitatis  quam  haberent,  si  presentes 
fuissent  in  eadem,  contententur  nee  ultra  petere  possint  pro  illis  mensibus, 
in  quibus  ad  minus  per  viginti  dies  in  eadem  curia  presentes  non  fuissent. 

21.  Auftrag  an  den  Vicecanzler  zur  feierlichen  Publication  und  Ermächtigung 
desselben,  Dawid erhandelnde  mit  dem  doppelten  Betrage  der  erpressten  Summe 
zu  strafen. 

Datum  Eomae  apud  S.  Petrum  anno  incarnationis  dominice  1482, 
id.  iunii,  pontificatus  nostri  anno  11. 

LIII. 

Sixtus  IV.  befiehlt  den  Scriptoren,  die  päpstliche  Correspondenz,  insbeson- 
dere die  litterae  secretae,  sorgsamer  geheim  zu  halten,  und  verfügt  die  Eintragung 
der  Constitution  ins  Statutenbuch  der  Schreiber. 

Cod.  Corsinian.  874  fol.  115  mit  der  Ueberschrift :  Decretum  Sixti  de  litteris 
non  restituendis. 

Die  Zugehörigkeit  dieser  undatirten  Constitution  zu  Sixtus  IV.  wird  auch  durch 
den  Signaturbuchstaben  F.  bestätigt.   Für  die  Art  der  Publication  vergleiche  §  3. 

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214  HL  Constitutiones. 

1.  Cum  a  predecessoribu8  nostris  Romanis  pontificibus  diversa 
statuta  et  ordinationes  presertim  ab  Eugenio  papa  IUI.  predecessore 
nostro  norma  et  regula  quedam  dilectis  filiis  litterarum  apostolicaram 
scriptoribus  et  familiaribus  nostris  data  et  exposita  sint,  in  quibus, 
que  ad  curie  Romane  et  ipsorum  scriptorum  officii  dignitatem  decus 
et  augmentum  spectabant,  commode  plenarieque  decreta  sunt,  tarnen 
temporum  malitia,  que  omnia  corrumpit,  et  nimia  ut  ex  inpunitate 
licentia  pleraque  in  desuetudinem  con versa  sunt,  ut  nu)la  vel  admodum 
perexigua  ipsorum  officii  ratio  iam  habeatur :  nos  qui  ipsos  scriptores, 
per  quorum  manus  omnia  nostra  et  sedis  apostolice  secreta  negotia 
8cribuntur,  tanquam  fideles  et  peculiares  filios  paterna  caritate  com- 
plectimur,  cupientes  tanto  iam  abusui  et  corruptele  obviare,  et  quia 
accepimus  litteras  apostolicas  per  eorum  manus  scriptas  pussim  ab 
omnibus  legi  et  sine  eorum  nomine  subscriptas  et  sine  rescribendarii 
licentia  et  manus  appositione  partibus  uut  solicitantibus  eas  tradere, 
ex  quo  plura  et  magna  pericula  fraudes  et  iacture  sequuntur  et  eve- 
niunt  et,  ne  hec  lapsu  et  incuria  dedantur  in  preceps,  sollicitis  studiis, 
prout  nostro  incumbit  officio,  providere  et  ad  laudabiles  et  consuetu- 
dines  ordinationes  et  statuta  ipsorum  scriptorum  reducere  cupientes, 
motu  proprio  et  ex  certa  scientia  per  apostolica  scripta  mandamus  per 
presentes,  quas  perpetue  constitutionis  vim  obtinere  voluimus  et  decre- 
vimus,  universis  et  singulis  earundem  litterarum  scriptoribus  presenti- 
bus  et  fiituris  sub  excommunicationis  late  sententie  pena,  quam  contra- 
facientes  eo  ipso  incurrant,  a  qua  nisi  per  nos  aut  successores  nostroa 
Romanos  pontifices  preterquam  in  mortis  articulo  constituti  absolvi 
nee  per  privilegia  apostolica  possint,  et  sub  privatione  emolumentorum 
et  suspensione  officii  scriptorie  per  quattuor  menses  districte  preeipi- 
mus  et  mandamus,  ne  aliquis  scriptorum  eorundem  ea,  que  sibi  secrete 
scribenda  commissa  erunt,  alicui  audeant  quoquomodo  re  relare  nee  ulli 
persone,  euiuseunque  status  gradus  vel  conditionis  fuerit  etiamsi  cardi- 
nalatus  dignitate  prefulgeat,  sine,  sui  nominis  subscriptione  absque 
speciali  nostro  aut  successorum  nostrorum  maudato  et  rescribendarii 
etiam  subscriptione  litteram  aliquam  seu  bullam  per  eos  scriptam 
restituere  presumant,  litteris  minoris  iustitie  et  in  forma  pauperum  ac 
ad  unum  beneficium  simplieibus  expeetativis  duntaxat  exceptis. 

2.  Et  quoniam  irritum  esset  penas  infligere  nisi  sit  qui  demeritos 
puniat:  motu  et  scientia  similibus  rescribendario  pro  tempore  existenti 
sub  penis  prefatis  mandamus,  ut,  quem  premissa  non  observare  in- 
venerit,  statim  absque  alia  monitione  a  partieipatione  emolumentorum 
et  ipsius  officii  exercitio  per  quattuor  menses  realiter  et  omnino  omni 

1.  Bulle  „Sicut  prudens"  s.  o.  No.  XXXVI. 

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III.  Constitutiones.  215 

contradictione  interpretatione  appellatioue .  consilio  et  mora  remotis 
suspendat  nullo  pacto  restituendum  et  tauquam  excommunicatum  et 
Suspensum  a  consortio  scriptorum  ipsorum  repellat  et  evitet  nee  ad 
einolumentorum  partieipationem  et  ipsius  officii  exercitium  post  lapsum 
dictorum  meusiuiu  restituat,  nisi  etiam  de  pena  seeundum  statuta  et 
ordinationes  dicti  Eugeuii  pape  de  taxa  daplicata  irremissibiliter  a 
contrafacientibas  exigenda  integre  satisfactum  fuerit,  quam  capelle 
ipsorum  scriptorum  applicari  volumus. 

3.  Et  ut  premissa  oranibus  pateant  nullusque  ob  ignorantiam 
tergiversari  possit,  dilectö  filio  magistro  Andree  Trapezuntio  earundem 
litterarum  scriptori  et  presenti  rescribendario  ac  secretario  nostro  sub 
eisdem  penis  iniungimus,  ut  presentes  in  congregatione  scriptorum 
legi  et  in  valvis  cancellarie  apostolice  affigi  ac  in  libro  constitutionum 
ipsorum  scriptorum  describi  ad  perpetuam  rei  memoriam  faciat. 

4.  Quodque  ut  sepius  iterata  refrenant  inobedientium  audaciam: 
volumus  et  sub  premissis  penis  rescribendario  pro  tempore  existenti 
mandamus,  quatenus  primo  mense  sui  officii  ante  novorum  officialium, 
ut  moris  est,  creationem  aut  priusquam  quiequam  in  congregatione 
agat,  huiusmodi  nostram  Constitution em  seu  mandatum  publice  intimet 
seu  nunciet,  deinde  ad  alia  seeundum  laudabiles  ipsius  officii  mores 
deveniat,  decernentes  irritum  et  inane,  quiequid  per  quosquam  contra 
premissa  vel  aliquod  premissorum  contigerit  attemptari,  non  obstan- 
tibus  constitutionibus  et  ordinationibus  ac  quibuseunque  privilegiis 
apostolicis  euieunque  sub  quaeunque  verborum  forma  concessis  et  con- 
cedendis,  quibns  omnibus  et  singulis  quoad  premissa  motu  et  scientia 
similibus  derogamus  expresse,  ceterisque  contrariis  non  obstantibus 
quibuseunque. 

Placet  et  ita  mandamus.   F. 

LIV. 

Innocenz  VIII.  errichtet,  um  den  Uebelständen  in  der  ßullaria  abzuhelfen, 
ein  Colleg  von  71  „collectores  taxe  plumbi44  und  regelt  deren  Wirkungskreis. 

1486  Mai  23. 

Cod.  Barberin.  XXXV.  69  p.  499.   (B.) 

Das  Pontificatsjahr  ist  fast  ganz  verwischt;  die  halbwegs  erkennbaren 
Anfangsbuchstaben  se  .  . .  lassen  die  Wahl  zwischen  seeundo  sexto  und  septimo ; 
Cod.  Barberin.  XXXV.  94,  eine  Kopie  des  Kanzleibuchs  aus  dem  Ende  des 
16.  Jahrh.,  hat  seeundo. 

Die  kleine  flüchtige  und  infolge  vielfachen  Gebrauchs  abgeriebene  und  ver- 
wischte Schrift  bereitet  der  Entzifferung  auch  sonst  Schwierigkeiten. 

lnnocentius  episcopus  servus  servorum  dei  ad  perpetuam  rei 
memoriam. 


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216  III.  Constitutione 8. 

Cum  ad  sacrosancte  Romane  ecclesie  summe  velud  matris  ubera 
referta  dulcedine  et  ad  Eomanum  pontificem  Christi  vicariura  succes- 
soremque  Petri  velut  ad  patris  clementiam  et  pietatem  orbis  terrarum 
et  qui  habitant  in  eo  grandi  spe  assidue  confluant  universi,  indignum 
credimus  nostris  presertim  temporibus,  quod  hii,  erga  quos  ecclesia  et 
pontifices  ipsi  exuberare  non  cessant  in  gratiis,  litterarum  desuper 
retardata  expeditione  aut  indebita  pro  illis  exactione  graventur  reddan- 
turque  exinde  onustius,  quod  libertas  fecerat  gratiosum. 

1.  Notorium  quippe  est  in  Romana  curia  bullatores  litterarum 
apostolicarum  monachos  monasterii  Fossenove  Cisterciensis  ordinis 
Yerulane  diocesis  etiam  litterarum  ignaros  a  longissimo  tempore  citra 
semper  fuisse  et  adhuc  existere  et  apud  eos  quam  plurimas  litteras 
apostolicas  Romanorum  pontificum  predecessorum  nostrorum,  qui  pro 
tempore  fuerunt,  ad  commodum  eorum  quos  concernunt  ulterius  non 
expeditas  conservari;  eosque  litteratos  familiäres  eorum  obsequiis  in- 
sistentes  habere,  et  dum  prosequentes  earundem  litterarum  expeditionem 
illas  repetunt,  pro  illis  comperiendis  eorundem  familiarium  plerumque 
pauperum  et  vilium  opera  necessario  uti  et  uonnunquam  aliquos  eorun- 
dem familiarium  onus  expeditionis  litterarum  huiusmodi  in  bullaria  et 
registro  earum  ab  hiis  quorum  interest  suscepisse  et  illas  ad  registri 
earundem  et  camere  apostolice  officiales,  ad  quos  deferri  debebant,  non 
delatas,  impressis  sacrilega  eorum  manu  a  tergo  ipsarum  litterarum 
caracteribus  officialium  predictorum  prosequentibus  earum  expeditionem 
restituisse  receptis  ab  eis  pecuniis,  quas  officialibus  predictis  solvere 
debuissent,  et  aliquando  eisdem  prosequentibus  litterarum  in  bullaria 
ipsa  existentium  expeditionem  litteras  ipsas  taxa  bullarie  predicte  etiam 
nondum  soluta  presentandas  executoribus  earundem,  ut  super  illis  Pro- 
cessus de  more  decernerent,  cum  quibus  illi,  quos  littere  ipse  concer- 
nebant,  restitutis  eisdem  familiaribus  et  dimissis  postea  in  eadem  bul- 
laria litteris  ipsis,  pro  quarum  expeditione  preter  bullarie  et  registri 
taxas  nonunquam  camere  apostolice  prefate  iura  annatas  nuncupata, 
que  ad  non  parvam  pecunie  summam  ascendebant,  beneficiorum  eccle- 
siasticorum  per  easdem  litteras  eis  collatorum  possessionem  apprehen- 
derunt  et  possederunt,  litteras  ipsas  amplius  habere  nou  curantes  ac 
alias  diversimode  in  taxis  earundem  litterarum,  quas  taxatores  in  plica 
earum  per  virgulas  notant,  virgularum  numerum  augendo  vel  diminu- 
endo ac  circa  pecunias  taxe  huiusmodi,  que  sub  plumbatorum  eorundem 
clavi  et  custodia  conservantur,  fraudem  commisisse  et  litteras  duflum 
ad  bullariam  ipsam  delatas  et  bullatas  perquirentibus  quandoque  ad 
instantiam  eorum,  quibus  littere  ipse  preiudicant,  recepta  ab  eis  pecunia 
quandoque  yero  ad  effectum,  ut  pro  ulteriori  diligentia  in  perquirendo 


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I£I.  Conetitutiones.  217 

aliquid  extorqueant  ab  eisdem,  non  repperiri  affirmasse,  sicque  expe- 
ditionem  illarum  in  non  modicum  prosequentium  predictorum  detri- 
mentum  retardasse,  taxatores  quoque  predictos  pro  taxarum  huiusmodi 
bullarie  alienatione  continuo  infestare  et  propterea  a  prosequentibus 
earundem  litterarum  expeditionem  pecuniam  capere  et  illas  non  pro 
se  sed  pro  aliis,  quos  indebite  diffamant  de  illarum  aut  munerum  ex 
eis  emendorum  receptione,  velle  affirmare  in  officialium  dicte  bullarie 
fame  et  honoris  lesionem  et  eorum,  quos  littere  ipse  concernunt,  ac 
camere  prefate  et  aliorum  officialium  Romaue  curie,  ad  quorum  manus 
littere  ipse  pervenire  deberent,  non  modicum  detrimentum. 

2.  Nos  igitur,  qui  etiam  in  minoribus  constituti  eorundem  bulla- 
torum  familiäres  de  premissis  et  aliis  similibus  fraudibus  diffamari 
persepe  intelleximus,  cupientes  ut  debemus  super  hiis  opportunum  ad- 
hibere  remedium  pariter  et  sperantes,  quod  si  in  eadem  bullaria  preter 
taxatorum  et  plumbatorum  inibi  instituta  officia  essent  aliqui  alii  offi- 
ciales  sub  quorum  et  bullatorum  predictorum  pluribus  clavibus  littere 
apostolice  et  pecunie  ex  taxa  bullarie  predicte  provenientes  fideliter 
conservarentur,  quique  pro  faciliori  inventione  litterarum,  que  ad 
tempus  inibi  remanent  et  conservantur,  de  nominibus  et  cognominibus 
eorum,  quos  in  eadem  bullaria  iam  existentes  concernunt,  et  alie,  quas 
deferri  continget  pro  tempore  ad  eandem,  littere  in  futurum  concer- 
nent,  rubricellas  convenienti  ordine  ad  instar  rubricellarum  registri 
litterarum  earundem  conficerent  et  conservandi  perquirendi  et  restitu- 
endi  litteras  ipsas,  recipiendi  quoque  pecunias  taxe  earundem  una  cum 
eisdem  bullatoribus  onus  haberent  et,  dum  taxantur  bulle,  inibi  inter- 
essent  et  ne  in  taxa  predicta  graventur  illi,  quos  littere  ipse  concer- 
nent,  presertim  pauperes  et  inexperti  eorum  interessentia  curarent 
haberentque  pro  hiis  debite  peragendis  convenientia  emoluuienta,  pro- 
fecto  huiusmodi  fraudibus  obviaretur  consulereturque  non  parum  celeriori 
et  faciliori  expeditioni  litterarum  earundem  in  bullaria  predicta:  habita 
super  premissis  cum  venerabilibus  fratribus  nostris  sancte  Boraane 
ecclesie  cardinalibus  deliberatione  matura,  de  illorum  consilio  et  assensu 
in  bullaria  predicta  unum  officium  collectorum  taxe  plumbi  seu  bulle 
litterarum  apostolicarum  nuncupaudum  per  septuaginta  unum  viros 
probos  et  integros  perpetuis  futuris  temporibus  exercendum  auctoritate 
apostolica  presentium  tenore  de  novo  instituimus  et  creamus  et  ad 
illud  exercendum  hac  prima  vice  illos,  quorum  nomina  et  cognomina 
inferius  annotabuntur,  deputamus  et  illud  cum  taxatorum  in  bullaria 
predicta  prorsus  incompatibile,  ita  ut  taxatores  ipsi  nequeant  de  illius 
emolumentis  quicquam  percipere  et,  si  secus  egerint  publice  vel  occulte, 
officio  taxatoris  eo  ipso  sint  privati,  cum  aliis  vero  quibuslibet  Romane 


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218  ML  Constitutionen 

curie  officiis  compatibile  esset,  prefata  auctoritate  volumus;  et  quod 
collectores  ipsi,  qui  hac  prima  vice  et  de  cetero  perpetuo  erunt,  colle- 
gium  inter  se  cum  communi  bursa  sigillo  et  aliis  collegialibus  insigni- 
bus  constituant  et  super  concernentibus  eos  laudabilia  et  honesta  statuta 
quecunque  condendi  ac  ad  illorum  sie  conditorum  observantiam  post 
obtentam  desuper  apostolica  auctoritate  confirmationem  collegiatos 
compellendi  habeant  facultatern,  ac  in  processionibus,  in  quibus  alii 
officiales  Romane  curie  intervenire  solent,  cum  taxatoribus  in  honora- 
biliori  et  bullatoribus  predictis  illis  in  ultimo  loco  collatis  medii  inter 
eosdem  taxatores  et  bullatores  in  loco  eis  per  illos,  qui  processionibus 
preerunt  pro  tempore,  assignando  interesse  honorifice  teneantur, 
capellam  preterea  et  capellanum  proprium  cum  altari  portatili  ad 
instar  aliorum  collegiorum  officiorum  Romane  curie  etiam  habeant 
sintque  veri  non  ficti  nostri  et  pro  tempore  existentis  Romani  ponti- 
ficis  familiäres  et  tales  in  apostolicis  litteris  ac  alibi  ubilibet  nuneu- 
pentur,  expediantur  quoque  littere  apostolice  quecunque  eos  quomodo- 
libet  concernentes  gratis  in  taxa  predieta  dumtaxat  tarn  quoad  illam 
portionem  que  infra  eis  assignatur,  quidquid  camere  apostolice  remanet 
de  eisdem,  et  excepto  magistri  nomine,  quo  nullatenus  nuneupentur, 
potiantur  tarn  in  beneficialibus  quam  aliis  causis  et  negotiis  omnibus 
et  singulis  privilegiis  exemptionibus  favoribus  gratiis  immunitatibus  et 
indultis,  quibus  scriptores  litterarum  predietarum  ex  apostolica  conces- 
sione  in  genere  potiuntur  et  gaudent  ac  uti  potiri  et  gaudere  poterunt 
in  futurum  sine  tarnen  preiudicio  scriptorum  eorundem,  de  simili  con- 
silio   prefata   auctoritate   statuimus. 

3.  Quodque  collectores  prefati  una  cum  bullatoribus  prefatis  omnes  et 
singulas  litteras  apostolicas  hactenus  delatas  et  quas  deferri  contingeret 
infuturum  a  cancellaria  apostolica  aut  nostra  et  pro  tempore  existentis 
Romani  pontificis  camera  secreta  ad  bullariam  ipsam  bullandas,  postquam 
bullate  fuerint,  sub  fida  custodia  et  duabus  clavibus,  quarum  collectores 
unam  et  bullatores  prefati  aliam  teneant,  debeant  diligenter  custodire 
ac  de  nunc  existentibus  et  quas  remanere  contingeret  imposterum  in 
bullaria  predieta  litteris  illoque  post  mensein  in  quo  bullate  erunt 
rubricellas  ad  instar  rubricellarum  registri  dietarum  litterarum  ac 
faciliorem  et  celeriorera  earum  inventionem  distinetis  pontificatibus  et 
temporibus  conficere  et  continuo  habere  obligentur  et  unacum  bulla- 
toribus ipsis  ad  proventus  dicte  taxe  provenientes  ex  litteris  quas  tarn 
per  cancellariam  quam  cameram  secretam  predietas  expediri  continget 
imposterum,  etiam  iam  bullatis  et  non  redemptis  ibidem  colligendas 
et  in  una  capsa  ad  id  ydonea  in  bullaria  ipsa  retinenda,  que  similiter 
claudatur  duabus  clavibus,  quarum  collectores  unam  et  bullatores  aliam 


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III.  Constitutione».  219 

teneant,   reponendum   ac   fideliter  conservandum    rationemque    mense 
quolibet  reddendum  de  eisdem  siut  astricti. 

4.  Prosequentibus  quoque  in  bullaria  predicta  litterarum  earundem 
expeditionem  in  litteras  ipsas  celere  comperiendo  et  ut  in  taxa  pre- 
dicta indebite  non  graventur  et  gravati  pro  tempore  releventur  ac  in 
aliis  eis  oportunis  earum  expeditioni  assistendo  absque  taxatorum 
eorundem  premdicio  procurent.  Et  ad  premissa  peragendum  siogalis 
uiensibus  duos  ex  eis,  quorum  unus  collector  dicte  taxe  existat  et 
clavem  pecunie  teneat  et  librum  unum  de  immissis  in  illam  pro  tem- 
pore pecuniis  conficiat  ac  litteras  ipsas  ut  collector  dicte  taxe  in  plica 
earum  ad  instar  aliorum  officialium  dicte  curie  subscribat  et  alter 
computator  dicte  taxe  apelletur  et  similem  per  omnia  librum  conficiat 
et  post  collectorem  in  eadem  plica  litterarum  se  scribat  et  preter  illos 
alios  duos  ex  eis  ad  alia  eorundem  collectorum  officio  ut  prefertur 
circa  conservationem  litterarum  confectionem  rubricellarum  et  celerem 
expeditionem  ac  exonerationem  ad  bullariam  ipsam  pro  litterarum  ex- 
peditione  confluentium  incumbentia  debite  peragendum,  penes  quos 
clavis  capse  litterarum  predictarum  et  libri  rubricellarum  ac  taxe  et 
alie  scripture  quecunque  bullarie  predicte  conserventur,  quique  defen- 
sores  dicti  officii  collectorum  taxe  predicte  existant  et  defensorura  in 
bullaria  apostolica  nomine  nuncupentur  et  librum  taxarum  sumendnm 
ex  libro,  quo  utuntur  taxatores  prefati,  qui  illum  eis  ad  hunc  effectum 
commodare  debeant,  secum  habentes,  dum  littere  apostolice  taxabuntur, 
illarum  taxe  interesse  debeant  et  pro  posse  operari,  quod  illi,  quos 
littere  ipse  taxande  concernunt,  ultra  contenta  in  libro  ipso  nullatenus 
graventur  sed  solita  apostolice  sedis  benignitae  tractentur,  mense  quo- 
libet deputare  teneantur  et  debeant.  Ipse  vero  sie  deputatus  collector 
in  congregatione  decurso  mense,  pro  quo  deputatus  fuerit,  facienda 
coram  illis  ex  eisdem  collectoribus,  quos  tum  venire  continget,  aut 
deputandis  ab  eis  siudicis  ad  instar  rescribendarii  litterarum  predic- 
tarum computum  reddere  obligetur 

5.  De  dictorum  fratrum  consilio  dieta  auetoritate  ordinamus  et, 
ne  fraus  aliqua  fiat  circa  earum  huiusmodi  solutionem,  districte  pre- 
cipiendo  mandamus  bullatoribus  predictis,  ut  litteras  omnes  tarn  per 
cancellariam  quam  cameram  secretam  predietam  expeditas  ad  bullariam 
ipsam  delatas  pro  tempore,  postquam  per  eos  bullate  fuerint,  nisi  gratis 
sint  expediende,  defensoribus  seu  collectori  et  computatori  predictis 
quam  primum  eorum  presentiam  habere  poterunt,  presentent  et  una 
cum  illis  in  capsa  predicta  ad  id  deputanda  includant  et  nemini  sine 
subscriptione  dicti  collectoris  aut  ad  id  per  eum  in  bullaria  predicta 
deputande  persone  restituunt  sub  exeommunicationis  late  sententie  pena 


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220  HI-  Constitutiones. 

eo  ipso  incurrenda,  a  qua  preterquam  in  mortis  articulo  constituti  ab 
alio  quam  a  nobis  et  pro  tempore  existente  Romano  pontifice  nequeant 
absolutionis  beneficium  obtinere. 

6.  Et  sub  simili  pena  nostris  et  eiusdem  pro  tempore  existentis 
Bomani  pontificis  secretariis  et  requirentibus  ubilibet  litteras  aposto- 
licas  per  cancellariam  aut  cameram  secretam  predictam  pro  tempore 
expeditas a j,  ne  videlicet  secretarii  subscribant  et  registrantes  registrent 
easdem,  nisi  prius  collector  dicte  taxe  aut  eius  vicegerens  in  bullaria 
predicta  illas  subscripserint  ut  prefertur. 

7.  Et  nichilominus  litteris  ipsis,  que  sine  subscriptione  predicta 
collectoris  vel  eius  vicegerentis  expedientur,  nulla  prorsus  fides  ad- 
hibeatur  in  iudicio  aut  extra,  debeantque  registrantes  predicti  sub- 
scriptionem  collectoris  et  computatoris  predictorum  in  calce  registri 
earundem  etiam  registrare,  prefata  auctoritate  similiter  statuimus. 

8.  Cumque  decens  sit,  quod  pro  communi  [utilitate]*)  laborantes 
emolumenta  percipiant,  ut  ipsi  septuaginta  unus  collectores  tanto  sol- 
lertius  eorum  incumbaut  officio,  ut  eis  iniuncta  diligentiori  cura  exe- 
quantur,  quanto  cognoverint  nos  de  eorum  laboribus  huiusmodi  debitam 
rationem  habuisse  et  eis  proportionabilia  pro  illis  emolumenta  con- 
stituisse,  prosequentes  litterarum  apostolicarum  expeditionem,  quamquam 
ad  eorum  commodum  officium  instituatur  antedictum,  propterea  in 
nullo  penitus  gravando,  eisdem  collectoribus  et  eorum  officio  integram 
medietatem  omnium  et  singulorum  proventuum  dicte  taxe  plumbi,  quos 
decurso  presenti  mense  maii  pro  litteris  per  cancellariam  vel  cameram 
secretam  predictas  hactenus  expeditis  et  nondum  a  plumbaria  ipsa  re- 
demptis  et  que  expedientur  imposterum  quandocunque  perpetuis  futuris 
temporibus  provenire  continget,  sine  ulla  diminutione  equis  portioni- 
bus  inter  eosdem  septuaginta  unum  collectores  tarn  absentes  a  prefata 
curia  quam  presentes  in  eadem,  dummodo  ad  premissa  exequenda  ex 
eis  conveniens  numerus  in  eadem  curia  continue  resideat,  deductis 
salariis  debitis  pecuniam  colligenti  et  eac)  dato  pro  tempore  computa- 
tori  et  defensoribus  predictis  provide  per  collegium  eorundem  primo 
mense  eorum  officii  moderandis  dividendum  de  eorundem  fratrum 
consiiio  et  expresso  consensu  prefata  auctoritate  concedimus  et  assi- 
gnamus. 

9.  Et  cum  non  deceat  prelatos  in  partem  solicitudinis  pastoralis 
officii  assumptos  coepiscopos  et  fratres  nostros  inferiora  ministeria 
exercere:  de  simili  conseusu  auctoritate  predicta  decernimus,  illos  offi- 
cium collectorie  huiusmodi  taxe  plumbi  exercere  nullatenus  posse  et 
per  promotionem  illud  obtinentium  ad  episcopalem  et  aliam  superiorem 

a)  fehlt  ein  Verbuin  inhibemus.  b)  ganz  verwischt.  c)  so  B. 

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HL  Constitutiones.  221 

dignitatem  ecclesiasticam  officium  ipsum  vacare  et  loco  sie  promotorum 
ac  recedentium  vel  decedentium  colleetoram  taxe  plumbi  predictorum 
personas  bone  opiniouis  et  fame  mundas  ab  omni  labe  manus  habentes 
surrogari  debere,  prothonotarios  vero  et  episcopis  inferiores  prelatos 
ac  alios  quoseunque  clericos  et  laicos  etiam  bigamos  et  illegitime  ge- 
nitos  euiuseunque  etatis  ad  illos  habiles  esse  et  illos,  quos  pro  tempore 
promotorum  cedentmm  vel  decedentium  loco  surrogari  continget,  ad 
solvendum  pro  surrogatione  huiusmodi  nostro  et  pro  tempore  existentis 
Bomani  pontificis  prefati  datario  generali  collectori  fruetuum  et  pro- 
ventuum  dicte  camere  apostolice  in  prefata  curia  debitorum  quinqua- 
ginta  florenos  auri  de  camera  et  preter  illos  capelle  et  officialibus  dicti 
collegii  pro  tempore  existentibus  iocalia  ad  instar  officii  abbreviatorum 
litterarum  predietarum  obligari. 

10.  Dictis  preterea  bullatoribus  prefata  auetoritate  inhibemus,  ne 
urgente  necessitate  non  subsistente  in  conserrandis  clavibus  predictis 
ac  perquirendis  et  pertraetandis  nee  non  restituendis  litteris  apostolicis 
ad  bullariam  ipsam  delatis  pro  tempore  suorum  familiarium  aut  alio- 
rum  quam  collectorum  predictorum  opera  utantur  imposterum,  sed  cum 
eisdem  colligente  taxam  predietam  computatore  et  defensoribus  lauda- 
biliter  absolvant,  que  eorum  ineumbunt  officio.  Qui  si  inhibitionibus 
huiusmodi  non  paruerint,  pro  facti  quantitate  penis  debitis  puniantur, 
non  obstantibus  constitutionibus  et  ordinationibus  apostolicis  ceterisque 
contrariis  quibuseunque. 

1 1.  Nomina  vero  et  cognomina  eorum,  quibus  officium  ipsum  sie  per 
nos  denuo  institutum  cum  bonoribus  oneribus  et  emolumentis  predictis 
est  concessum,  sunt  infrascripta 

a). 

Publicatab)  fuit  suprascripta  bulla  in  cancellaria  apostolica  die 
XXIII  mensis  maii,  anno  Innocentii  secundoc). 


LV. 

Innocenz  VIII.  erklärt,  dass  die  Bullen  für  jene,  welche  sich,  um  unent- 
geltliche Expedirang  zu  erschleichen,  für  Verwandte  oder  Hausgenossen  der  Car- 
dihäle  und  der  curialen  Beamten  ausgeben,  ungiltig  sein  sollen. 

1487  August  18,  Rom. 

Cod.  Barberin.  XXXV.  69  p.  494.  (B.) 

Bull.  Rom.  Ed.  Taurin.  5,329. 


*)  das  letzte  Drittel  der  Seite   radirt.  b)  von  hier  an  andere  Hand. 

cj  Cod.   Barb.   XXXV.   94    hat  statt    der  Publicationsnotiz  folgende  Datirung: 
Datum  apud  s.  Petrum  anno  1486  id  maii  anno  seeundo. 


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222  HI.  Constitutiones. 

Cum  sicut  non  sine  displicentia  accepimus,  uonuulli  conscientie 
sue  prodigi  et  avaritie  morbo  laborantes,  ut  litteras  apostolicas  gratis 
expediant  et  officiales  debita  eorura  portione  defraudent,  in  eisdem 
litteris  se  nonnunquam  venerabilium  fratrum  nostrorum  sancte  Romane 
ecclesie  cardinaliuni  aut  dilectorum  filiorura  abbreviatorum  de  maiori 
presidentia  seu  litterarum  predictarum  scriptorum  nee  non  aliarum 
personarum  quarumeunque,  ex  quarum  qualitatibus  et  privilegiis  sive 
antiqua  consuetudine  litteras  ipsas  gratis  expedire  solent,  nepotes  et 
quandoque  germanos  ioterdum  vero  familiäres  continuos  commensales 
fuisse  et  esse  affirmare  et  ut  tales  in  dictis  litteris  se  inscribi  facere 
ac  fecisse  non  vereantur,  cum  revera  tales  non  fuerint,  in  animarum 
suarum  periculum  ac  officiorum  Romane  curie  non  modicum  preiudi- 
cium  et  gravamen:  nos  fraudibus  et  deeeptionibus  buiusraodi,  prout 
nostro  ineumbit  officio,  de  remedio  oportuno  providere  volentes,  motu 
proprio  et  ex  certa  scientia  omnes  et  singulos  euiuseunque  status 
gradus  vel  conditionis  fuerint  et  quoeunque  nomine  nuneupentur,  qui 
se  cardinalium  aut  assistentium  seu  scriptorum  eorundem  aut  aliarum 
personarum  quarumeunque,  ex  quarum  qualitatibus  et  privilegiis  sive 
antiqua  consuetudine  litteras  ipsas  gratis  expedire  solent,  nepotes  seu 
germanos  aut  familiäres  continuos  commensales  in  eisdem  litteris 
norainaverint,  cum  revera  tales  non  fuerint,  exeommunicationis  sen- 
tentia,  a  qua  non  ni*i  per  Romanum  pontificem  pro  tempore  existentem 
mortis  articulo  excepto  ac  satisfactione  previa  absolvi  non  possint, 
auetoritate  apostolica  per  presentes  inuodamus.  Et  nichilominus  con- 
cessiones  et  gratias  in  eisdem  litteris  contentas  quaseunque  ipsasque 
litteras  hactenus  expeditas  et  expediendas  viribus  omnino  carere  eisque 
et  eorum  singulis  in  aliquo  suffragari  non  potuisse  ueque  in  futurum 
posse  motu  auetoritate  et  scientia  similibus  decernimus  et  declaramus 
ac  volmnus,  quod  mandatum  decretum  et  declaratio  nostra  huiusmodi 
in  cancellaria  apostolica  publicetur  et  in  illius  libro  describatur  ac 
perpetuis  futuris  temporibus  inviolabiliter  observetur  —  non  obstantibus 
constitutionibus  et  ordinationibus  apostolicis  ac  quibusvis  privilegiis  et 
indultis  eisdem  personis  concessis,  que  eis  aut  eorum  alicui  quoad  pre- 
missa  volumus  nullatenus  suffragari,  ceterisque  contrariis  quibuseunque. 

Placeta)  et  publicetur  et  describatur.   J. 

Lectum  et  publicatum  fuit  suprascriptum  maudatum  Rome  in 
cancellaria  apostolica  die  sabbati  deeima  oetava  mensis  augusti,  anno 
millesimo  quadringentesimo  octuagesimo  septimo,  pontificatus  sanetis- 
simi  domini  nostri  domini  Innocentii  divina  Providentia  pape  oetavi 
anno  tertio. 


&)  Von  hier  an  andere  Hand. 

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III.  Constitutiones.  223 

LVI. 

Innocenz  Vllf.  erklärt  eine  Abänderung  der  Beetimmungen  der  Bulle  Eugens  IV, 
„Sicut  prudens"  bezüglich  der  durch  die  neuernannten  Scriptoren  zu  zahlenden 
Trinkgelder,  welche  die  Scriptoren  in  einer  Versammlung  ihrer  Collegs  beschlossen 
hatten,  für  ungiltig. 

December. 

Cod.  Corsinian.  874  f.  118'. 

Die  Bulle  ist  durch  die  Schilderung  der  Vorgänge  in  der  Plenarversamm- 
lung  der  Scriptoren  von  Interesse.  Der  Eintragungsbefehl  geht  gleich  der  Bulle 
Sixtus'  IV.  „Cum  a  predecessoribus"  (oben  No.  53)  auf  das  Statutenbuch  der 
Schreiber.  Da  die  Constitution  in  einem  December  während  des  Pontificats  Inno- 
cenz' V1I[.  erlassen  wurde,  bleibt  die  Wahl  zwischen  den  Jahren  1484—91,  wobei 
1484  und  1490  aus  dem  Grunde  unwahrscheinlich  sind,  weil  damals  der  5.  De- 
cember, an  welchem  die  Generalversammlung  der  Scriptoren  abgehalten  wurde, 
auf  einen  Sonntag  fiel. 

Innocentius  papa  octavus. 

Licet  iuxta  statuta  et  constitutione»  officiis  scriptorum  litterarum 
apostolicarum  hactenus  observata  quilibet  scriptor,  cum  ad  officium 
huiusmodi  adraittitur,  certam  summam  pecuniarum  partim  pro  con- 
servatione  capelle  ipsorum  scriptorum  in  qua  singulis  diebus  cancel- 
larie  missa  celebratur  illiusque  ornamentorum  ecclesiarum  et  aliorum 
necessariorum  munitione  partim  vero  pro  officialibus  ipsorum  scripto- 
rum certa  officia  actu  exercentibus  nomine  iocalium  pro  eorum  labo- 
ribus  solvere  teneatur,  et  ab  solutione  huiusmodi  iuxta  constitutiones 
ipsius  officii  apostolica  auctoritate  presertim  per  felicis  recordationis 
Eugenium  papam  quartum  predecessorera  nostrum  editas  sive  confir- 
matas  fratres  et  filii  fratrum  ipsorum  scriptorum  tantummodo  et  nulli 
alii  nepotes  ex  parte  sororum  ipsorum  scriptorum  exempti  fuerint l) 
consueveritque  huiusmodi  constitutio  observari:  tarnen,  sicut  non 
sine  animi  nostri  turbatione  intelleximus,  in  die  quinta  presentis 
mensis  decembris  scriptores  ipsi  pro  nonnullis  aliis  rebus  eidem  officio 
utilibus  per  modernum  rescribendarium  et  defensores  ipsius  officii  vo- 
cati  congregarentur  et  inter  eos  super  solutione  iocalium  huiusmodi, 
quam  dilectus  filius  Daniel  de  Verona  noyiter  ad  ipsum  officium  ad- 
missus,  qui  se  nepotem  cuiusdam  scriptoris  non  tarnen  ex  parte  fratrum 
esse  asserebat,  facere  contra  dictas  constitutiones  indebite  recusabat, 
dissentio  orta  fuisset,  postquam  dictus  rescribendarius,  qui  caput  et 
principalis  litterarum  scriptorum  existit,  et  certi  alii  scriptores  de  eadem 
congregatione  recesserant,  scriptores  tarnen  in  eadem  congregatione 
absque   capite   remanentes   certem   constitutionem   fecerunt  in  se  con- 


*)  Constitution  „Sicut  prudens"  Ottenthai,  Bullenregiater,  Mittheil,  des    In- 
stituts f.  österr.  GF.  Erg.  B.  1,  572. 


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III.  Constitutiones. 

tinentem,  quod  nepotes  scriptorum  ex  parte  sororum  a  solütione 
iocalium  huiusmodi  exempti  fuissent  contra  tenorem  dicte  Constitution  is 
Eugenii. 

Cum  autem  dicta  constitutio  noviter  facta  in  preiudicium  capelle 
et  divini  cultus  ac  officialium  ipsorum  scriptorum  pro  tempore  non- 
nulla  officia  actu  exercentium,  quibns  iocalia  huiusmodi  solvi  consue- 
verunt,  cederet:  nos  igitur,  qui  ut  constitutiones  ipsius  officii  presertim, 
per  tantum  pontificem  non  sine  matura  deliberatione  edite  inviolabi- 
liter  observentur  nee  in  aliquo  violentur  et  ut  capella  et  divinus  cultus 
augmentetur  et  non  minuatur  neminique  preiuidicium  afferatur,  sum- 
mopere  afieetamus,  motu  proprio  et  ex  certa  scientia  ac  de  apostolice 
potestatis  plenitudine  decernimus  et  declaramus,  constitutionem  pre- 
dietara  per  ipsos  scriptores  absque  rescribendario  noyiter  contra  con- 
stitutiones apostolicas  et  in  preiudicium  ut  prefertur  faetam  nullam 
nulliusque  valoris  vel  momenti  fuisse  et  esse  dietasque  constitutiones 
Eugenii  presertim  illam  de  solutione  iocalium  huiusmodi  presentium 
tenore  confirmamus  et  approbamus  ac  statuimus  et  ordinamus  omnes 
scriptores  ad  huiusmodi  officium  admissos  et  admittendos  illis  dum- 
taxat,  qui  in  eadem  constitutione  exprimuntur,  et  nullis  aliis  exceptis 
ad  8olutionem  huiusmodi  iocalium  obligatos  fuisse  et  esse  illaque  sol- 
verea)  debuisse  et  debere  iuxta  ipsarum  constitutionum  tenorem  et 
formam,  mandantes  eisdem  scriptoribus,  quod  presens  nostra  constitutio 
et  ordinatio  cum  subscriptione  nostra  huiusmodi  in  libro  constitutio- 
num ipsius  officii  dicti  Eugenii  predecessoris  de  verbo  ad  verbum  in- 
scribatur  et  inviolabiliter  perpetuis  temporibus  observetur. 

Placet  et  ita  motu  proprio  mandamus. 


lvh. 

P.  Alexander  VI.  erklärt,  er  habe  vernommen,  dass  aus  Furcht  vor  der  in 
Rom  noch  immer  herrschenden  Pest  während  der  Monate  Juli,  August  und 
September  sich  so  viele  Scriptoren,  Abbreviaturen  und  Procuratoren  aus  der  Stadt 
entfernt  haben,  dass  der  Rest  der  Zurückgebliebenen  zur  Erledigung  der  laufenden 
Geschäfte  nicht  hinreicht.  Um  dem  oft  unnöthigen  Verlassen  der  Stadt  und  dem 
übermässig  langen  Verweilen  ausserhalb  derselben  ein  Ziel  zu  setzen,  verfugt 
er,  dass  während  der  drei  genannten  Monate  die  Bezüge  und  Einkünfte  nur 
unter  die  wirklich   anwesenden  Beamten  vertheilt  werden  sollen. 

1493  August  22.,  Rom. 
„Nuper  per  nos  aeeepto.14 

Placet  et  ita  motu  proprio  volumus  atque  decernimus  R. 

Lectum  et  publicatum  fuit  suprascriptum  mandatum  Rome  in  cancellaria 
apostolica  die  Iovis  vicesima  seeunda  menais    augusti,    anno   incarnationis  domi- 


a)  solvisse  Hs. 

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III.  Constitutiones.  225 

nice  MCCCCLXXXXIII.  pontificatus  sanctissimi  in  Christo  patris  et  domini  nostri 
domini  Alexandri  divina  Providentia  pape  VI.  anno  primo. 
Cod.  Barberin.  XXXV.  69  p.  530. 

LV1II. 

Alexander  VI.  bestätigt  die  Bulle  Sixtus'  IV.  „Divina  eterni"  (v.  No.  L.( 
über  die  Errichtung  des  Abbreviatorencollegs. 

1494  Mai  29. 

„Provisionis  nostre". 

Unterschriften:  M.  Robini *) 

L.  Podocatharius  b) 

Ita  habetur  in  originali  bulla. 

N.  de  Gottifredis  cu8tosb) 
Cod.  Barberin.  XXXV.  69  p.  531. 
Die  Bulle  Sixtus*  IV.  ist  nur  mit  dem  Incipit  inserirt. 

LIX. 

P.  Alexander  VI.  erklärt,  es  sei  ihm  zu  Ohren  gekommen,  dass  viele  Beamte 
der  päpstlichen  Kanzlei  ohne  Wissen  und  Willen  des  Vicekanzlers  oder  dessen 
Stellvertreters  eigenmächtig  ihren  Posten  verlassen.  Er  beauftragt  daher  den 
derzeitigen  Kanzleileiter  Aloisius,  Bischof  von  Pesaro,  den  so  Abwesenden  einen 
bestimmten  Termin  für  ihre  Rückkehr  zu  stellen  nnd  im  Falle  der  Ueberschrei- 
tung  desselben  die  Auszahlung  der  ihnen  gebührenden  Bezüge  einzustellen. 

1494  Juli  24.  Rom. 
„Cum  nuper". 

Placet  et  ita  raandamus  B. 

Lectum  et  publicatum  fuit  suprascriptura  mandatum  Rome  in  can- 
cellaria  apostolica  die  Iovis  XXIIII  mensis  iulii  anno  incarnationis 
dominice  milesiino  quadringentesimo  nonagesifflo  quarto,  pontificatus 
sanctissimi  in  Christo  patris  et  domini  nostri  domini  Alexandri  divina 
Providentia  pape  VI.  anno  secundo. 

Cod.  Barberin.  XXXV.  69  p.  535. 

LX. 

Alexander  VI.  verfugt,  dass  Bullen  über  die  Verleihung  von  Bisthümern 
und  solchen  Klöstern,  die  im  Taxbuch  der  Notare  verzeichnet  stehen,  ausschliess-, 
lieh  durch  die  Notare  und  deren  Stellvertreter  expedirt  werden  sollen. 

Cod.  Barberin.  XXXV.  69  p.  546.  (B.) 

Die  Constitution  ist  undatirt.  Die  Eintragungen  auf  der  unmittelbar  vorher- 
gehenden Seite  tragen  das  Datum  13.  und  14.  April  1502,  während  die  unmittel- 
bar nachfolgende  undatirte  Constitution  nach  dem  Signaturbuchstaben  (placet  et 
ita  motu  proprio  mandamus.  F.)  bereits  Pius  III.  und  die  nächste  (S.  548)  vom 
27.  November  1503  Julius  IL  angehöt.  Unsere  Bulle  fällt  also  in  das  letzte 
Lebensjahr  Alexanders  VI. 


a)  Schreiber  der  Eintragung.  b)  eigenhändig. 

T  a  n  g  1 ,  Päpstl.  Kanzleiordnungen.  ^_\ß 

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(Google 


22G  HI.  Constitutiones. 

Cupientes  ne  dilecti  filii  magistri  notarii  nostri  de  numero  parti- 
cipantium  nunc  et  pro  teimpore  existentes  tarn  in  cancellaria  aposto- 
lica  quam  alibi  iuribus  et  emolumentis  ratione  ecclesiarum  cathedralium 
et  monasteriorum  eisdem  notariis  debitis  et  per  eos  alias  tarn  in  dicta 
cancellaria  quam  camera  apostolica  percipi  consuetis  per  negligentiam 
vel  commissionem  autforsan  aliquorum  malitiam  defraudentur,  providere 
volentes,  motu  proprio  et  ex  certa  nostra  scientia  districtius  inhibemus 
dilectis  filiis  litterarum  apostolicarum  maioris  presidentie  abbreviato- 
ribus,  ne  aliquas  litteras  apostolicas  super  ecclesiis  metropolitanis  vel 
aliis  cathedralibus  etiam  in  partibus  infidelium  ac,  que  in  libris  dictorum 
notariorum  taxata  repperiuntur,  monasteriis  ordinum  quorumcunque 
tarn  consistorialiter  quam  per  supplicationes  desuper  per  nos  seü  de 
mandato  nostro  aut  Bomani  pontificis  pro  tempore  existentis  signatas 
expediendas  quomodolibet  expediant,  nisi  unus  ex  dictis  notariis  vel 
loca  eorum  tenentibus  aut  aliquis  abbreviator  litterarum  earundem  de 
maiori  presidentia  pro  eis  a  tergo  litterarum  desuper  expediendarum 
uta)  moris  est,  nomen  suum  apposuerit,  ac  secretario  nostro  et  Bomani 
pontificis  pro  tempore  existentis,  ad  quem  pro  tempore  subscriptio 
litterarum  earundem  apostolicarum  per  cameram  apostolicam  pro  tem- 
pore expediendarum  pertinet  et  pertinuerit,  ne  huiusmodi  litteras  super 
ecclesiis  et  monasteriis  predictis  pro  tempore  expeditas  ullatenus  sub- 
scribat,  nisi  in  illis  manus  unius  ex  dictis  notariis  seu  locatenentibus 
apposita  fuerit  ut  prefertur,  mandantes  et  in  virtute  sancte  obedientie 
ac  sub  excommunicationis  sententie  nee  non  ad  sex  menses  suspensionis 
pereeptionis  emolumentorum  suorum  pena  custodi  seu  senescallo  can- 
cellarie  apostolice  nunc  et  pro  tempore  existenti  et  summiste  litterarum 
earundem  apostolicarum  per  dietam  cameram  apostolicam  expedienda- 
rum nunc  et  pro  tempore  deputatatis,  ne  custos  videlicet  aliquas  lit- 
teras apostolicas  super  huiusmodi  ecclesiis  seu  monasteriis  pro  tempore 
expediendas  etiam  forsan  aliquando  per  inadvertentiam  sine  subscriptione 
alieuius  dictorum  notariorum  per  aliquem  ex  dictis  abbreviatoribus  ut 
dicitur  iudicatas  dilecto  filio  nostro  Ascanio  Maria  saneti  Viti  in  Ma- 
cello  martirum  diacono  cardinali  nunc  aut  pro  tempore  existentis  sancte 
Romane  ecclesie  vicecancellario  aut  eius  in  dicta  cancellaria  locum- 
tenenti  seu  regenti  expediendas  presentare,  summista  vero  ad  expedi- 
tionem  reeipere  quoquo  modo  presumant,  nisi  ille  per  aliquem  ex  dictis 
notariis  seu  locatenentibus  aut  pro  eis  abbreviatoribus  predictis  signate 
faerint  ut  prefertur.  Et  si  forsan  nunc  alique  littere  apostolice  super 
aliquibus  ecclesiis  metropolitanis  vel  aliis  cathedralibus  aut  monasteriis 
absque  appositione  manus   alieuius  dictorum  notariorum  aut  alterius, 

»)  fehlt  in  B. 

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III.  Constitutiones.  227 

ad  quem  pertinet  pro  eis,  in  camera  apostolica  vel  alibi  expedite  rep- 
periuntur:  volumus  et  in  virtute  sancte  obedientie  mandamus,  ut  dilecti 
filii  clerici  et  presidentes  dicte  camere  ac  magistri  in  plumbo  et  alii 
officiales,  ad  quos  pertinet,  predictas  litteras,  antequam  eas  partibus 
restituant,  alicui  ex  dictis  notariis  assignari  faciant,  ut  iura  eis  debita 
percipere  possint;  et  quod  prescns  mandatum  nostrum  in  libro  can- 
cellarie  apostolice  predicte  describatur,  ut  de  eo  perpetuis  futuris  teni- 
poribus  notitia  haberi  possit. 

Placet  et  ita  motu  proprio  mandamus.  ß. a) 


a)  Von  gleicher  Tinte  und  anscheinend  von  derselben  Hand  wie  der  Context, 
aber*  grössere  Schrift.  Eine  Nachahmung  der  Schriftzüge  Alexanders  VI.  scheint 
versucht. 


15* 

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IV.  Formulae. 


Die  in  diesem  Abschnitt  vereinigten  Formeln  scheiden  sich  nach  Ent- 
stehung und  Überlieferung  in  zwei  grosse  Gruppen:  A  die  im  Liber  Provin- 
cialis, dem  Kanzleibuch  des  13.  Jahrhunderts,  enthaltenen  Formeln  (No.  I— CT.); 
B  in  die  späteren  Formeln  der  Avignonesischen  Zeit  (No.  CIL  ff.) 

Die  Gruppe  A  ist  einerseits  in  der  Kopie  des  Kanzleibuchs  aus  dem 
13.  Jahrhundert,  dem  Cod.  275  des  spanischen  Collegs  zu  Bologna  (H),  und  anderer- 
seits im  Transsumpt  Dietriche  von  Nieheim  von  1380,  Cod.  Paris,  lat.  4169  (E), 
überliefert  und  aus  letzterer  Quelle  von  Erler,  Der  Liber  Cancellariae  apostolicae 
vom  Jahre  1380,  S.  45—130  veröffentlicht.  Cod.  Ottob,  lat.  911  (0)  kommt  als 
blosse  Kopie  von  E  für  diese  Abtheilung  ganz  ausser  Betracht.  —  H  und  E 
decken  sich  nach  Inhalt  und  Reihenfolge  in  der  Hauptsache,  bieten  aber  im 
einzelnen  bemerkenswerte  Abweichungen.  Das  Cistercinserinnen-Privileg  (No.  II) 
steht  in  E  erst  an  6.  Stelle ;  No.  VI.  bringt  H  in  älterer,.  E  in  jüngerer  Fassung 
für  dasselbe  Kloster;  No.  XIII— XX  fehlen  in  E  und  sind  fol.  32'  in  theilweise 
abweichender  Gestalt  nur  mit  den  Bullenanfangen  verzeichnet.  H  enthält  ferner 
allein  auf  p.  48  und  72  als  Nachträge  zur  ursprünglichen  Formelsammlung  zwei 
Reformbullen  Clemens*  IV.  für  den  Cistercienser-  und  Prediger-Orden  vom  9. 
beziehungsweise  3.  Juni  1465  (Bullar.  Rom.  Ed.  Taurin,  3,  729  und  Ripoll  1,  452) 
und  als  letztes  Stück  das  Einberufungsechreiben  zum  ersten  Lyoner  Concil.  Da- 
gegen fehlen  in  H  der  Zusatz  zu  No.  XLV.  Erler  96.  >  Sequitur  aliud  concessum 
per  dementem«  ferner  No.  LXXX1X  und  die  unter  No.  CI  zusammengefaßten 
Nachträge.  Der  Neuausgabe  wurde  H  zugrunde  gelegt,  jedoch  mit  Hinweglassung 
der  oben  erwähnten  anorganischen  Nachträge.  Dagegen  wurden  aus  E  No.  LXXXIX 
und  CI  in  den  Text  aufgenommen,  ersteres  war  in  H  wohl  nur  aus  Flüchtig- 
keit übergangen  worden,  letzteres  ergibt  sich  durch  den  mehrfach  wiederkehrenden 
Befehl  zur  Eintragung  in's  Kanzleibuch  als  officieller  Nachtrag  zur  ursprüng- 
lichen Sammlung.  Näheres  über  Verhältnis  und  Entstehungszeit  der  verschiedenen 
Recensionen  der  Formelsammlung  bringe  ich  in  meiner  Abhandlung  Über  den 
Liber  Cancellariae. 

Die  zweite  Gruppe  B  ist  überliefert  im  Liber  II.  Cancellariae,  Cod. 
Barberin.  XXXV,  69.  p.  1  ff.  (B)  und  Cod.  Vat.  lat.  3948  f.  48  ff.  (V)  und 
scheidet  sich  wieder  in  zwei  Abtheilungen:  1.  No.  CII— CV,  eine  Anleitung  zur 
Abfassung    von    grossen   Privilegien    und    zwei   Muster    für   Benedictiner-   und 


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IV.  Formulae.  229 

Augustiner-Privilegien,  die  ergänzend  zur  älteren  Sammlung  treten,  und  2.  die 
Formelsammlung  des  neuen  Eanzleibuchs  No.  CVI.  ff. 

Die  Anfuhrung  der  Textvarianten  wurde  in  diesem  Theil  auf  die  sachlich 
wichtigen  beschränkt  Die  zahlreichen  Flüchtigkeitsfehler,  von  denen  besonders 
Cod.  Vat.  lat.  3984  förmlich  wimmelt,  wurden  nicht  berücksichtigt. 

I. 

Privilegium  Cisterciense,  in  quo  si  dicatur,  quod 
post  concilium  generale  susceptam,  ubi  dicitur  „Sane 
laborum*,  debet  poni  tantum  „Sane  novalium". 

1.  Religiosam  vitam  eligentibus  apostolicum  convenit  adesse  pre- 
sidium,  ne  forte  cuiuslibet  temeritatis  incursus  aut  eos  a  proposito 
revocet  aut  robur,  quod  absit,  sacre  religionis  infringat. 

2.  Eapropter,  dilecti  in  domino  filii,  vestris  iustis  postulationibus 
clementer  annuimus  et  monasterium  sancte  dei  genitricis  et  virginis 
Marie  .  .  diocesis  et  de  .  .  loco,  in  quo  divino  mancipati  estis  ob- 
sequio,  sub  beati  Petri  et  nostra  protectione  suscipimus  et  preaentis 
scripti  privilegio  communimus ; 

3.  imprimis  siquidem  statuentes,  ut  ordo  monasticus,  qui  secundum 
deum  et  beati  Benedicti  regulam  atque  institutionem  Cisterciensium 
fratrum  a  vobis  ante  concilium  generale  susceptam  in  eodem  mona- 
sterio  institutus  esse  dinoscitur,  perpetuis  temporibus  inviolabiliter 
observetur. 

4.  Preterea  quascunque  possessiones  et  quecunque  bona  idem 
monasterium  impreaenciarum  iuste  et  canonice  possidet  aut  in  futurum 
concessione  pontificum  largitione  regum  vel  principium  oblatione 
fidelium  seu  aliis  iustis  modis  prestante  domino  poterit  adipsci,  firma 
vobis  vestrisque  successoribus  et  illibata  permaneant. 

5.  In  quibus  hec  propriis  duximus  exprimenda  vocabulis :  Locum 
ipsum,  in  quo  prefatum  monasterium  situm  est,  cum  omnibus  per- 
tinentiis   suis    [hie    ponantur  possessiones]    cum   pratis    vineis    terris 


1.  H.  p.  21  E  f.  25;     Erler   45. 

2.  Dioc.  —  loco  fehlt  E ;  in  H  folgt  roth :  sed  in  exemptis  addicitur  : 
,quod  ad  ius  et  proprietatem  beati  Petri  et  nostram  nullo  mediante  noscitur 
pertinere«,  fehlt  E.  Hoc  servandum  in  privilegio  Cisterciensi,  quod,  si  habeant 
ecciesias  vel  capellas  castra  vel  villas,  ponatur:  »quas  idem  monasterium  habuit, 
priusquam  Gisterciensis  ordinis  suseiperet  instituta«;  et  inferius,  ubi  ponantur 
»salva  sedis  apostolice  auetoritate«,  adiciatur:  et  in  predictis  ecclesiis  et  capellis 
diocesanorum  episcoporum  canonica  iuatitia«,  nisi  sit  exemptum  tarn  in  capite 
quam  inmembris;  et  si  habuerit  deeimas,  addatur:  ,et  in  predictis  deeimis 
moderatione  concilii  generalis«  .  in  E  als  Überschrift  vor  Privilegium  Cisterciense. 


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230  IV.  Formulae. 

nemoribu8  usuagiis  et  pascuis  in  bosco  et  piano  in  aquis  et  molen- 
dinis  in  viis  et  semitis  et  omnibus  aliis  libertatibus  et  immunitati- 
bus  suis. 

6.  Sane  laborum  vestrorum  de  possessionibus  habitis  ante  concilium 
generale  ac  etiam  novalium,  que  propriis  manibus  ant  sumptibus 
Colitis,  de  qnibas  novalibus  aliquis  hactenus  non  percepit,  sive  de 
ortis  virgultis  et  piscationibns  vestris  vel  de  nutrimentis  animalium 
vestrorum  nullus  a  vobis  decimas  exigere  vel  extorquere  presumat. 

7.  Liceat  quoque  vobis  clericos  vel  laicos  liberos  et  absolutes  e 
seculo  fugientes  ad  conversionem  recipere  et  eos  absque  contradictione 
aliqua  retinere. 

8.  Prohibemus  insuper,  ut  nulli  fratrum  vestrorum  post  factam 
in  monasterio  vestro  professionem  fas  sit,  sine  abbatis  sui  licentia  de 
eodem  loco  discedere ;  discedentem  vero  absque  communium  vestrarum 
litterarum  cautione  nullus  audeat  retinere ;  quod  si  quis  forte  retinere 
presunipserit,  licitum  vobis  sit  in  ipsos  monachos  vel  conversos  regu- 
lärem sententiam  promulgare. 

9.  IUud  districtius  inhibentes,  ne  terras  seu  quodlibet  beneficium 
ecclesie  vestre  collatum  liceat  alicui  personaliter  dari  sive  alio  modo 
alienari  absque  consensu  totius  capituli  vel  maioris  aut  sanioris  partis 
ipsius.  Si  que  vero  donationes  aut  alienationes  aliter  quam  dictum 
est  facte  fuerint,  eas  irritas  esse  censemus. 

10.  Ad  hec  etiam  prohibemus,  ne  aliquis  nionachus  sive  conversus 
sub  professione  vestre  domus  astrictus  sine  consensu  et  licentia  abbatis 
et  maioris  partis  capituli  vestri  pro  aliquo  fideiubeat  vel  ab  aliquo 
pecuniam  mutuo  accipiat  ultra  summam  capituli  vestri  Providentia 
constitutam  nisi  propter  manifestam  domus  vestre  utilitatem.  Quod 
si  facere  forte  presumpserit,  non  teneatur  conventus  pro  hiis  aliquatenus 
respondere. 

11.  Licitum  preterea  sit  vobis  in  causis  profanis,  sive  civilem 
sive  criminalem  contineant  questionem,  fratrum  vestrorum  testimoniis 
uti,  ne  pro  defectu  testium  ius  vestrum  valeat  in  aliquo  deperire. 

12.  Insuper  auctoritate  apostolica  inhibemus,  ne  ullus  episcopus 
vel  quelibet  alia  persona  ad  synodus  vel  conventus  forenses  vos  ire 
vel  iudicio  seculari  de  vestra  propria  substantia  vel  possessionibus 
vestris  subiacere  compellat  nee  ad  domos  vestras  causa  ordines  cele- 
brandi  causas  traetandi  vel  aliquos  conventus  publicos  convocandi  venire 
presumat  nee  regulärem  electionem  abbatis  vestri  impediat  aut  de 
instituendo  vel  removendo  eo,  qui  pro  tempore  fuerit,  contra  statuta 
Cisterciensis  ordinis  se  aliquatenus  intromittat. 


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IV.  Formulae.  231 

13.  Si  vero  episcopus,  in  cuius  parrochia  domus  vestra  fandata 
est,  cum  humilitate  ac  devotione  qua  conyenit  requisitus  substitutum 
abbatera  benedicere  et  alia,  que  ad  officium  episcopale  pertinent,  vobis 
conferre  renuerit:  licitum  sit  eidem  abbati,  si  tarnen  sacerdos  fuerit, 
proprio8  novitios  benedicere  et  alia,  que  ad  officium  suum  pertinent, 
exercere  et  vobis  omnia  ab  alio  episcopo  percipere,  que  a  vestro  fuerint 
indebite  denegata. 

14.  Illud  adicientes,  ut  in  recipendis  professionibus,  que  a  bene- 
dictis  vel  benedicendis  abbatibus  exhibentur,  ea  sint  episcopi  forma 
et  expressione  contenti,  que  ab  origine  ordinis  noscitur  instituta,  ut 
scilicet  abbates  ipsi  episcopo  salvo  ordine  suo  profiteri  debeant  et 
contra  statuta  ordinis  sui  nullam  professiouem  facere  compellantur. 

15.  Pro  consecrationibus  vero  altarium  vel  ecclesiarum  sive  pro 
oleo  sancto  vel  quolibet  ecclesiastico  sacramento  nullus  a  vobis  sub 
obtentu  consuetudinis  vel  alio  modo  qnicquam  audeat  extorquere,  sed 
hec  omnia  gratis  vobis  episcopus  diocesanus  impendat.  Alioquin  liceat 
vobis  quemcunque  malueritis  catholicum  adire  antistitem  gratiam  et 
communionem  apostolice  sedis  haben tem,  qui  nostra  fretus  auctoritate 
vobis  quod  postulatur  impendat. 

16.  Quod  si  sedes  diocesani  episcopi  forte  vacaverit,  interim  omnia 
eccle3ia8tica  sacramenta  a  vicinis  episcopis  accipere  libere  et  absque 
contradictione  possitis ;  sie  tarnen,  ut  ex  hoc  imposterum  propriis  epis- 
copis nullum  preiudicium  generetur. 

17.  Quia  vero  interdum  proprii  episcopi  copiam  non  habetis,  si 
quem  episcopum  Romane  sedis  ut  diximus  gratiam  et  communionem 
habentem  et  de  quo  plenam  notitiam  habeatis  per  vos  transire  con- 
tigerit,  ab  eo  benedictiones  vasorum  et  vestium  cousecrationes  altarium 
ordinationes  monachorum  auctoritate  apostolica  reeipere  valeatis. 

18.  Porro  si  episcopi  vel  alii  ecclesiarum  rectores  in  monasterium 
vestrum  vel  personas  inibi  constitutas  suspensionis  exeommunicationis 
vel  interdicti  sententiam  promulgaverint  sive  etiam  in  mercenarios 
vestros  pro  eo,  quod  deeimas,  sicut  dictum  est,  non  persolvitis,  sive 
aliqua  occasione  eorum,  que  ab  apostolica  benignitate  vobis  indulta 
sunt,  seu  benefactores  vestros  pro  eo,  quod  aliqua  vobis  beneficia  Tel 
obsequia  ex  caritate  prestiterint  vel  ad  laborandum  adiuverint  in  illis 
diebus,  in  quibus  vos  laboratis  et  alii  feriantur,  eandem  sententiam 
protulerint,  ipsam  tamquam  contra  sedis  apostolice  indulta  prolatam 
decernimus  irritandam. 

19.  Nee  littere  ille  firmitatem  habeant,  quas  tacito  nomine  Gister- 
ciensis  ordinis  et  contra  indulta  apostolicorum  privilegiorum  constiterit 
impetrari. 


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232  IV-  Formulae. 

20.  Preterea  cum  commune  interdictum  terre  fuerit,  liceat  vobis 
nichilominus  in  vestro  monasteho  exclusis  excommunicatis  et  inter- 
dictis  divina  officia  celebrare. 

21.  Paci  quoque  et  tranquillitati  vestre  paterna  imposterum  sollici- 
tudine  providere  volentes,  auctoritate  apostolica  prohibemus,  ut  infra 
clausuras  locorum  seu  grangiarum  vestrarum  nullus  rapinam  seu  furtum 
facere  ignem  apponere  sanguinem  fundere  hominem  temere  capere  vel 
interficere  seu  violentiam  audeat  exercere. 

22.  Preterea  omnes  libertates  et  immunitates  a  predecessoribus 
nostris  Komanis  pontificibus  ordini  vestro  concessas  nee  non  et  liber- 
tates et  exemptiones  secularium  exaetionum  a  regibus  et  prineipibus 
vel  aliis  fidelibus  rationabiliter  vobis  indultas-  auctoritate  apostolica 
confirmamus  et  presentis  scripti  privilegio  coramunimus. 

23.  Decernimu8  ergo,  ut  nulli  omnino  hominum  liceat  prefatum 
monasterium  temere  perturbare  aut  eius  possessioues  auferre  vel  ablatas 
retinere  minuere  seu  quibuseunque  vexationibus  f atigare;  sed  omnia  in- 
tegra  conserventur  eorum,  pro  quorum  gubernatione  ac  sustentatione  con- 
cessa  sunt,  usibus  omnimodis  profutura,  salva  sedis  apostolice  auctoritate. 

24.  Si  qua  igitur  in  futurum  ecclesiastica  secularisve  persona  hanc 
nostre  constitutionis  paginam  sciens  contra  eam  temere  venire  tempta- 
verit,  seeundo  tertiove  commonita,  nisi  reatum  puum  congrua  saüs- 
factione  correxerit,  potestatis  honorisque  sui  careat  dignitate.  reamque 
se  divino  iudicio  existere  de  perpetrata  iniquitate  cognoscat  et  a 
sacratissimo  corpore  et  sanguine  dei  et  domini  redemptoris  nostri  Iesu 
Christi  aliena  fiat  atque  in  extremo  examine  districte  subiaceat  ultioni. 

25.  Cunctis  autem  eidem  loco  sua  iura  servantibus  sit  pax  domiui 
nostri  Iesu  Christi,  quatenus  et  hie  fruetum  bone  actionis  pereipiant 
et  apud  districtum  iudicem  premia  eterne  pacis  inveniant.     Amen. 

n. 

Privilegium  monialium  Cisterciensis  ordinis. 
1—6  =  I.  1—6. 

7  =•  I.  7  aber  personas  liberas  et  absolutas  e  seculo  fiigientes. 

8  —  I.  8  aber  sororum  vestrarum  und  abbatisse  sue. 

9  =  I.  9. 

10  =  I.  12     [I,  10,  11  fehlt] 

11  -=  I.  15     [I,  13,  14  fehlt.] 

12  =  I.  16 

13  =  I.   17  benedictiones  monialium  viworum. 
14—21  =  I.  18—25. 


II.  H  p  23,  E  f.  31';  Erler  59. 

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IV.  Formulae.  233 

III. 

Privilegium  speciale  Premonstratensis  ordinis, 
sancti  Benedicti  et  sancti  Augustini. 

1—2  =  I.  1,  2. 

3  =  1.3  . .  utordo  canonicus,  qui  secundum  deum  et  beati  A  u  g  u- 
stini  regulam atque institutionem  Premoustratensium  fratrum.. 

4,  5  =  I.  4,  5. 

6  =  I.  6  aber  Sane  novalium  vestrorum  .  . 

7  =  L  7. 

8  =  I.  8  aber  niei  artioris  religionis  obtentu;  der  Zusatz 
quod  ßi  quis  forte  —  promulgare  fehlt. 

9.  [vgl  I.  20.]  Cum  autem  generale  interdictum  terre  fuerit,  liceat 
vobis  clausis  ianuis  exclusis  ezcommunicatis  et  interdictis  non  pulsatis 
campanis,  dummodo  causam  non  dederitis  interdicto,  suppressa  voce 
divina  officia  celebrare. 

10.  [vgl.  I.  15.]  Crisma  vero  oleum  sanctum  consecrationes 
altarium  seu  basilicarum  ordinationes  clericorum,  qui  ad  ordines  fue- 
rint  promovendi,  a  diocesano  suscipietis  episcopo,  si  quidem  catholicus 
fuerit  et  gratiam  et  communionem  sacrosancte  Romane  sedis  habuerit 
et  ea  vobis  voluerit  sine  pravitate  qualibet  exhibere.  Alioquin  etc. 
—  impendat  =  I.  15. 

11.  [fehlt  in  I.]  Prohibemus  insuper,  ut  infra  fines  parrochie 
vestre,  si  eam  habeatis,  nullus  sine  assensu  diocesani  episcopi  et  vestro 
capellam  seu  Oratorium  de  novo  construere  audeat,  salvis  privilegiis 
Somanorum  pontificum. 

12.  [fehlt  in  L]  Ad  hec  novas  et  indebitas  exactiones  ab  archi- 
episcopis  episcopis  archidiaconis  seu  decanis  aliisque  omnibus  ecclesia- 
sticis  secularibusve  personis  a  vobis  fieri  prohibemus. 

13.  [fehlt  in  I.]  Sepulturam  quoque  ipsius  loci  liberam  esse  de 
cernimus,  ut  eorum  devotioni  et  extreme  voluntati,  qui  se  illic  sepeliri 
deliberaverint,  nisi  forte  excommunicati  vel  interdicti  sint  aut  publici 
usurarii,  nullus  obsistat,  salva  tarnen  iustitia  illarum  ecclesiarum,  a 
quibus  mortuorum  corpora  assumuntur. 

14.  [fehlt  in  I.  vgl.  I.  9.]  Decimas  preterea  et  possessiones  ad 
ius  ecclesiarum  vestrarum  spectantes,  que  a  laicis  detinentur,  redimendi 
et  legitime  liberandi  de  manibus  eorum  et  ad  ecclesias,  ad  quas  per- 
tinent,  revocandi  libera  sit  vobis  de  nostra  auctoritate  facultas. 


»)  III.  H  p.  24,  E  f.  31 ;    Erler  57.  Nach  der  Überschrift  am  Rande 

roth:  Si  est  prior,  ponatur:  ,et  monasterium  abbatem  proprium  non  haben« 
sed  per  priorem  solitum  gubernari,«  fehlt  in  E. 

11.  Rand  vermerk:  latud  non  exemptis  non  conceditur;   fehlt  in  E. 


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234  IV.  Formulae. 

15.  [fehlt  in  I.]  Obeunte  vero  te,  nunc  eiusdem  loci  abbate,  vel 
tuorum  quolibet  successorum,  nullus  ibi  qualibet  surreptionis  astutia 
seu  violentia  prepouatur,  nisi  quem  fratres  communi  consensu  vel 
fratrum  maior  pars  consilii  sanioris  secundum  deum  et  beati  Augustini 
regulara  providerint  eligendum. 

16 — 20  =  1.  21 — 25.  aber  18.  .  .  salva  sedis  apostolice  auctoritate 
et  diocesani  episcopi  canonica  iustitia. 

IV. 

Abbati  Premonstratensi  et  ceteris  coabbatibns  et 
canonicis  Premonstratensis  ordinis  tarn  presentibus 
qnam  futuris  religiosam  vitam  professis  inperpetuum. 

1.  In  eminenti  apostolice  sedis  specula  licet  inmeriti  disponente 
domino  constituti  pro  singulorum  statu  solliciti  esse  compellimur  et 
ea  sincere  tenemur  amplecti,  que  ad  incrementum  religionis  pertinent 
et  ad  virtutum  spectant  ornatum,  quatenus  religiosorum  quies  ab  omni 
sit  perturbatione  secura  et  a  iugo  mundane  oppressionis  servetur  illesa, 
cum  apostolica  fuerit  tuitione  munita. 

2.  Attendentes  itaque,  quomodo  religio  et  ordo  vester  multa 
refulgens  gloria  meritorum  et  gratia  redolens  sanctitatis  palmites  suos 
a  mari  usque  ad  mare  extenderit :  ipsum  ordinem  et  universas  domos 
eiusdem  ordinis  apostolice  protectionis  presidio  duximus  confovendas 
et  presenti  privilegio  muniendas. 

3.  Eapropter,  dilecti  in  domino  filii,  vestris  justis  postulationibus 
benignius  annuentes  ad  exemplar  felicis  recordationis  Alexandra  Lucii, 
Urbani  et  Clementis  predecessorum  nostrorum  Romanorum  pontificum 
universas  reguläres  institutiones  et  dispositiones,  quas  de  communi  cousensu 
vel  maioris  et  sanioris  partis  fecistis,  sicut  inferius  denotantur,  auctoritate 
apostolica  roboraraus  et  presentis  scripti  privilegio  communimns; 

4.  videlicet,  ut  ordo  canonicus,  quemadmodum  in  Premonstratensi 
ecclesia  secundum  beati  Augustini  regulam  et  dispositionem  recolende 
memorie  Norberti  quondam  Premonstratensis  ordinis  institutoris  et 
successorum  suorum  in  candido  habitu  institutus  esse  dinoscitur,  per 
omnes  eiusdem  ordinis  ecclesias  perpetuis  temporibus  inviolabiliter  ob- 
servetur  et  eedem  penitus  observantie  iidem  quoque  libri,  qui  ad 
divinum  officium  pertinent,  ab  omnibus  eiusdem  ordinis  uniformiter 
teneantur  nee  aliqua  ecclesia  vel  persona  ordinis  vestri  adversus  com- 
munia  ipsius  ordinis  instituta  Privilegium  aliquod  postulare  vel  obten- 
tum  audeat  quomodolibet  retinere. 

IV.  H  p.  24,  £  f.  26';  Erler  49.  Randvermerk  in  E:  Non  semper  datur 

nee  facile  nisi  capiti  propter  »Sane  laborum«,  fehlt  in  EL 


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IV.  Formulae.  235 

5.  Nulla  etiam  ecclesiarum  ei,  quam  genuit,  quamlibet  terreni 
commodi  exactionem  imponat,  sed  tantum  pater  abbas  curam  de  pro- 
fectu  tarn  filii  abbatis  quam  fratrum  domus  illius  habeat,  et'  potestatem 
habeat  secundum  ordinem  corrigendi,  que  in  ea  uoverit  corrigenda, 
et  illi  ei  tamquam  patri  reverentiam  filialem  humiliter  ezhibeant. 

6.  Abbas  autem  Premonstratensis  ecclesie,  que  mater  esse  dinosci- 
tur  aliarum,  non  solum  in  hiis  ecclesiis,  quas  instituit,  sed  etiara  in 
omnibus  aliis  eiusdem  ordinis  et  dignitatem  et  officium  patris  obtineat 
et  ei  ab  omnibus  tarn  abbatibus  quam  fratribus  debita  tamquam  patri 
obedientia  impendatur. 

7.  Preterea  omnes  abbates  ordinis  vestri  singulis  annis  ad  generale 
capitulum  Premonstratense  postposita  omni  occasione  conveniant,  Ulis 
solis  exceptis,  quos  a  labore  vie  corporis  retardaverit  infirmitas;  qui 
tarnen  idoneum  pro  se  delegare  debebunt  nuntium,  per  quem  necessitas 
et  causa  remorationis  sue  capitulo  valeant  nuntiari. 

8.  Hii  autem,  qui  in  remotioribus  partibus  habitantes  sine  gravi 
difficultate  singulis  annis  se  nequiverint  capitulo  presentare,  in  eo 
termino  conveniant,  qui  in  ipso  eis  capitulo  fuerit  institutus. 

9.  Si  vero  quilibet  abbatum  aut  prepositorum  per  contumaciam 
vestrum  capitulum  frequentare  desierint,  liceat  abbati  Premonstratensi 
consilio  sui  capituli  eos  usque  ad  dignam  satisfactionem  sententia  per- 
cellere  regulari;  et  sententiam,  quam  prefatus  Premonstratensis  abbas 
sive.in  generale  capitulo  sive  extra  capitulum  consilio  coabbatum  in 
prelatos  et  aubditos  totius  ordinis  vestri  canonice  tulerit,  nulli  archi- 
episcoporum  seu  episcoporum  nisi  forte  de  mandato  Romani  pontificis 
liceat  relaxare. 

10.  In  generali  igitur  vestro  capitulo  presidente  abbate  Premon- 
stratensi ceterisque  consedentibus  et  in  spiritu  dei  cooperantibus,  de 
biis  que  ad  edificationem  animarum  ad  instructionem  morum  et  ad 
informationem  virtutum  atque  incrementum  regularis  discipline  specta- 
bunt,  sermo  diligens  habeatur.  Porro  de  omnibus  questionibus  et 
querelis  tarn  spiritualibus  quam  temporalibus,  que  in  ipso  capitulo 
proposite  fuerint,  illud  teneatur  irrefragabiliter  et  servetur,  quod  abbas 
Premonstratensis  cum  hiis,  qui  sanioris  consilii  et  magis  idonei  appa- 
ruerint,  iuste  ac  provide  iudicabit. 

11.  Saue  si  abbas  aliquis  vestri  ordinis  infamis  vel  inutilis  aut 
ordinis  sui  prevaricator  inventus  fuerit  et  prius  per  patrem  suum 
abbatem  aut  per  ouncios  suos  ammonitus  suum  corrigere  et  eraendare 
delictum  neglexerit  aut  cedere,  si  amovendus  fuerit,  sponte  noluerit: 
auctoritate  generalis  capituli  deponatur  et  depositus  sine  dilatione  ad 
domum,  unde  exivit,  seu  ad  aliam  eiusdem  ordinis,  quam  elegerit,  sine 


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236  IV.  Formulae. 

ulla  condicione  temporalis  commodi  revertatur,  in  obedientia  abbatis 
sicut  ceteri  fratres  ipsius  doinus  firmiter  permansurus. 

12.  ld  ipsum  etiam  alio  tempore,  si  necesse  fuerit  et  capitulum 
sine  scandalo  vel  periculo  expectari  nequiverit,  per  abbatem  Premon- 
stratensem  et  patrem  abbatem  et  alios  abbates  quos  vocaverit  fieri  licebit. 

13.  Quod  si  depositus  in  se  late  sententie  contumaciter  contraire 
temptaverit:  tarn  ipse  quam  principales  eins,  qui  de  ordine  vestro 
fuerint,  in  contumatia  sua  fautores  ab  abbate  Premonstratensi  et 
ceteris  abbatibus  censura  ecclesiastica,  donec  satisfaciant,  arceantur. 

14.  Verum  com  aliqua  ecclesiarnm  vestrarum  abbate  proprio  fiierit 
destituta  vel  com  ibi  abbatis  electio  regulariter  non  fuerit  celebrata: 
sub  patris  abbatis  potestate  ac  dispositione  consistat  et  cum  eiusdem 
consilio,  qui  eligendus  fuerit,  a  canonicis  eligatur;  electo  autem  fratres 
ecclesie  statim  obedientiam  promittant,  qui  non  quasi  absolutus  a 
potestate  patris  abbatis  vel  ordinis  sui,  archiepiscopo  vel  episcopo,  in 
cuius  diocesi  fuerit,  presentetur,  plenitudinem  ab  eo  officii  percepturus; 
ita  tarnen,  quod  post  factam  archiepiscopo  vel  episcopo  suo  professionem 
occassione  illa  non  transgrediatur  constitutiones  ordinis  sui  nee  in 
aliquo  eius  prevaricator  existat. 

15.  Si  quis  etiam  ex  vobis  canonice  electus  in  abbatem  diocesano 
episcopo  semel  et  iterum  per  abbates  vestri  ordinis  presentatus  bene- 
dictionem  ab  eo  non  potuit  obtinere:  ne  ecclesia,  ad  quam  vocatus 
est,  destituta  consilio  periclitetur,  officio  et  loco  abbatis  plenarie  seeun- 
dum  ordinem  fungatur  in  eam  tarn  in  exterioribus  providendis  quam 
in  interioribu8  corrigendis,  donec  aut  interventu  generalis  capituli 
vestri  aut  preeepto  Bomani  pontificis  seu  metropolitani  benedictionem 
suam  obtineat. 

16.  Porro  nulla  persona  ecclesiastica  pro  crismate  aut  consecra- 
tionibus  et  ordinatione  aut  pro  sepultura  preciura  aut  pro  benedicendo 
abbate  et  deducendo  in  sedem  suam  palefredum  aut  aliquid  aliud  a 
vobis  exigere;  nullus  vestrum,  etiam  si  exigatur,  dare  presumat,  quia 
et  exigentem  et  dantem  nota  et  periculum  simoniace  pravitatis  involvit 

17.  Ceterum,  si  aliqua  ecclesiarnm  vestrarum  pastoris  solatio  desti- 
tuta inter  fratres  de  substituendo  abbate  discordia  fuerit  vel  scissura 
suborta  et  ipsi  facile  ad  concordiam  cel  unitatem  revocari  nequiverint : 
pater  abbas  consilio  coabbatum  suorum  eis  idoneam  provideat  personam 
et  illi  eam  sine  contradictione  reeipiant  in  abbatem ;  quam  si  reeipere 
contempserint,  sententie  subiaceant,  quam  pater  abbas  cum  consilio 
coabbatum  suorum  in  eos  duxerit  auetoritate   ordinis  promulgandam. 

18.  Ad  hec  quoniam  Premonstratensis  ecclesia  prima  mater  est 
omnium   ecclesiarum   totius   ordinis   et   patrem    super    se    alium    non 


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IV.  Formulae.  237 

habet,  sicut  ad  cantelam  et  custodiam  ordinis  statutum  est,  per  tres 
abbates  primos  Laudunensem,  Floreffiensem,  Cuissiacensem  annua  ibi- 
dem visitatio  fiat;  et  si  quid  in  ipsa  domo  corrigendum  fuerit,  abque 
maiori  per  eos  audientia  corrigatur. 

19.  Quod  si  abbas  in  corrigendo  tepidus  et  fratres  sepius  moniti 
incorrigibiles  permanserint,  ad  generale  capitulum  referatur  et,  sicut 
melius  visum  fuerit,  consilio  generalis  capituli  emendetur,  et  sententia 
in  hac  parte  capituli  sine  retractione  aliqua  observetur. 

20.  Quotiens  vero  ecclesia  Premonstratentis  sine  abbate  fuerit,  ad 
prefatos  tres  abbates  eius  cura  respiciat  et  a  canonicis  ipsius  ecclesie 
cum  eorum  consilio  persona  in  abbatem  idonea  eligatur,  ad  consilium 
suum  quatuor  aliis  abbatibus  ad  eandem  ecclesiam  pertinentibus  pariter 
advocatis,  quos  ipsi  canonici  providerint  advocandos. 

21.  Liceat  quoque  unicuique  matri  ecclesie  ordinis  vestri  cum  con- 
silio abbatis  Premonstratensis  de  abbatibus  ecclesiarum,  que  ab  ea 
processisse  noscuntur,  sive  etiam  de  alia  eiusdem  ordinis  inferiore 
ecclesia  sive  quemcunque  voluerit,  si  tarnen  idoneus  extiterit,  in  abba- 
tem assumere. 

22.  Personam  autem  Aß  alio  ordine  nulla  ecclesiarum  vestrarum 
sibi  eligat  in  abbatem  nee  vestri  ordinis  aliqua  in  abbatem  monasterii 
alterius  ordinis,  nisi  de  auetoritate  Romane  ecclesie  ordinetur. 

23.  Nulli  etiam  canonicos  vel  conyersos  vestros  sine  licentia 
abbatum  reeipere  aut  suseeptos  liceat  retinere. 

24.  Sane  nulli  ecclesie  vestri  ordinis  liceat  ad  aliquam  aliam 
professionem  temeritate  qualibet  se  transferre. 

25.  Si  que  vero  ecclesie  canonicorum  alterius  ordinis  ad  ordinem 
vestrum  venerint,  ad  ecclesiam  vestri  ordinis  habeant  sine  refragatione 
respectum,  in  qua  vestrum  noscuntur  ordinem  assumpsisse. 

26.  Preterea  si  inter  aliquas  ecclesias  vestri  ordinis  de  tempora- 
libus  questio  emerserit,  non  extra  ordinem  ecclesiastica  aut  secularis 
audientia  requiratur,  sed  mediante  Premonstratensi  abbate  et  ceteris, 
quos  vocaVerit,  aut  caritative  inter  eas  componatur  aut  auditis  utriusqüe 
rationibus  eadem  controversia  iusto  iudicio  terminetur. 

27.  Ad  maiorem  quoque  ordinis  vestri  pacem  conservandam 
districtius  prohibemus,  ne  aliquis  prelatorum  vel  subditorum  vestrorum 
in  hiis,  que  ad  diseiplinam  et  iustituta  ordinis  speetant,  audeat,  prout 
statutum  est  in  Lateranensi  concilio,  appellare;  sed  si  quisquam  appel- 
lare  temptaverit,  nichilominus  illi  quorum  interest  regulärem  dis- 
eiplinam exercere  debebuut. 

28.  De  cetero,  quoniam  a  strepitu  et  tumultu  secularium  remoti 
pacem  et  quietem  diligitis:    grangias  vestras  et  curtes  sicut  et  atria 


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238  rV.  Formiilae. 

ecclesiarum  a  pravorum  incursu  et  violentia  libera  fore  sancimus,  pro- 
hibentes,  ut  nullus  ibi  hominem  capere  spoliare  verberare  seu  inter- 
ficere  aut  furtum  aut  rapinam  committere  audeat. 

29.  Ob  evitandas  vero  secularium  virorum  frequentias  liberum 
sit  vobis,  salvo  iure  diocesanorum  episcoporum,  oratoria  in  grangiis 
et  curtibus  vestris  construere  et  in  ipsis  vobis  et  familie  vestre  divina 
officia,  cum  necesse  fuerit,  celebrare  et  ipsam  familiam,  nisi  aliqui 
siut,  qui  in  vicinia  habeant  propria  domicilia,  ad  confessionem  com- 
munionem  et  sepulturam  cum  vestri  ordinis  honestate  suscipere. 

30.  —  I.  7  aber  personas  st.  clericos  vel  laicos. 

31.  Infirmos  quoque  absolutos,  qui  in  extrema  voluntate  ad  vos 
transferri  aut  apud  vos  sepeliri  deliberaverint,  nullus  impedire  seu  res 
eorum  legitimas  detinere  presumat,  salva  tarnen  heredum  legitima 
portione  et  canonica  iustitia  illarum  ecclesiarum,  a  quibus  mortuorum 
corpora  assumuntur. 

32.  Ad  maiorem  etiam  vestri  ordinis  reverentiam  et  regularis  dis- 
cipline  observantiam  vobis,  filii  abbates,  subiectos  vestros  ligandi  et 
solvendi  plenam  concedimus  facultatem. 

33.  Quia  vero  singula,  que  ad  religionis  profectum  et  animarum 
salutem  ordinastis,  presenti  abbreviationi  nequiverunt  annecti :  nos  cum 
hiis,  que  prescripta  sunt,  consuetudines  vestras,  quas  inter  vos  reli- 
gionis intuitu  regulariter  statuistis  et  deinceps  auctore  domino  statuetis, 
auctoritate  apostolica  roboramus  et  vobis  vestrisque  successoribus  et 
omnibus,  qui  ordinem  vestrum  professi  fuerint,  perpetuis  temporibus 
inviolabiliter  observandas  decernimus. 

34.  [vgl.  I.  19.]  Nee  alique  littere  habeant  firmitatem,  que  tacito 
nomine  Premonstratensis  ordinis  contra  libertates  vobis  ab  apostolica 
sede  indultas  fuerint  impetrate. 

35.  =  I.  6. 

Interdicimus  vero  episcopis  et  aliis  ecclesiarum  prelatis,  nisi  ser- 
vato  evectionis  numero  in  Lateranensi  concilio  constituto,  in  vestris 
monasteriis  hospitare.  Ad  grangias  autem  vestras  et  ad  curtes  hospi- 
tandi  gratia  non  nisi  in  magna  necessitate  divertant  et  tunc  contenti 
sint  ipsarum  mansionum  eibariis  consuetis  cum  honestate  atque  cari- 
tate  exhibitis. 

37.  Nulli  autem  seculari  persone  vel  ecclesiastice  in  aliqua  domorum 
vestrarum  liceat  carnibus  vesci  nisi  manifeste  egritudinis  causa,  et  hoc 
in  solis  monasteriis  conventualibus  vestris. 

38.  Prohibemus  insuper,  ne  aliqua  persona  fratres  ordinis  vestri 
audeat  ad  secularia  iudicia  provocare;   sed  si  quis  adversus  eos  aliquid 


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IV.  Formulae.  239 

sibi  crediderit  de  iure  competere,  sub  ecclesiastici  examinc  iudicii  ex- 
periendi  habeat  facultatem. 

39.  Licitum  preterea  vobis  sit  in  causis  vestris  fratres  idoneos  ad 
testificandum  adducere  et  corum  testiraonio,  sicut  rectum  fuerit,  et 
propulsare  violentiam  et  iustitiam  vendicare. 

40.  Prohibemus  quoque,  ne  cuilibet  ecclesiastice  vel  seculari  per- 
sone  fas  sit  in  ecclesiis  vestris  contra  statuta  Lateranensis  concilii  tallias 
exercere  vel  quaslibet  alias  vobis  ineptas  et  iniquas  exactiones  imponere. 

41.  lnterdicimus  etiam  vobis,  ne  feras  aves  canes  sive  cetera 
huiusmodi  curiositatis  animalia  a  quolibet  nutriendum  sive  custodiendum 
in  detractioncm  yestri  ordinis  suscipere  presumatis. 

42.  Porro  ut  quietius  deo  servire  possitis  et  discurrendi  a  vobis 
necessitas  auferetur :  presenti  scripto  duximus  indulgendum,  ut  si  epis- 
copis  vestris  aut  malitiose  differentibus  vel  pro  iusto  impedimento  noii 
valentibus  ordinationes  et  cetera  ecclesiastica  ministeria  vobis  conferre 
aliquera  episcopum,  de  cuius  ordinatione  et  officio  plena  sit  vobis 
notitia,  hospitem  vos  habere  contigerit,  liberum  sit  vobis  ab  eo  et 
ordinationes  et  cetera  sacramenta  suscipere,  dum  tarnen  preiudicium 
diocesano  episcopo  non  debeat  generali. 

43.  Preterea  postulatione  vestra  clementius  inclinati  presenti  pagina 
duximus  inbibendum,  ne  quis  archiepiscopus  vel  episcopus  aut  eorum 
officialis  ecclesias  vestras  seu  reguläres  personas  earum  absque  mani- 
festa  et  rationabili  causa  interdicere  seu  suspendere  presumat ;  sed  si  quid  in 
eius  fuerit  corrigendum,  ad  audientiam  generalis  capituli  Premonstratensis 
referatur  et  ibi,  prout  iustitie  et  honestati  congruerit,  emendetur. 

44.  Porro  si  qui  episcopi  aut  eorum  officiales  in  personas  vestras 
vel  ecclesias  sentenüam  aliquam  contra  libertatem  eisdem  a  prede- 
cessoribus  nostris  vel  a  nobis  indultam  promulgaverint,  eandem  sententiam 
taraquam  contra  apostolice  sedis  indulta  prolatam  statuimus  irritandam. 

45—47  =  I.  23—25. 

V. 

Privilegium  Cartusiense. 

1.  =  I.  1. 

2.  [vgl.  I.  2—5.]  Eapropter,  dilicti  in  domino  filii,  vestris  iustis 
postulationibus   clementer  annuimus   et  domum  vestram  cum  omnibus 

V.  H  p.  29,   E  f.  30';    Erler  55.  Nach   der  Überschrift  Randvermerk: 

Si  est  prior,  ponatur  ,si  ad  eos  dumtaxat  pnoris  spectat  electio«;  et  si  habent 
decimas,  ponatur  »in  predictis  decimis  moderatione  concilii  generalis«,  fehlt  in  E 
Da8  folgende  ähnlich  auch  in  E  :  Si  dicatur,  quod  ante  concilium  generale  susce- 
perunt  Cartusiensem  ordinem,  ponatur  ,Sane  laborum«:  si  vero  dicatur,  quod 
poBt,  ponatur  »Sane  novalium«. 


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240  IV.  Formulae. 

bonis  pascnis  et  possessionibus,  quas  impresentiarum  rationabiliter 
possidetis,  aut  in  futurum  iustis  modis  prestante  domino  poteritis  ad- 
ipsci,  sub  beati  Petri  et  nostra  protectione  suscipimus  et  presentis 
scripta  priyilegio  communimus  et  terminos  domui  vestre  ab  ordine  Gar- 
tusiensi  provida  deliberatione  statutos  apostolica  auctoritate  confirmamus. 

3.  Ad  hec  auctoritate  apostolica  iuterdicimus  et  sub  interminatione 
anathematis  prohibenius,  ne  quis  infra  terminos  ipsos  hominem  capere 
furtum  seu  rapinam  committere  aut  ignem  apponere  vel  homicidium 
facere  audeat  aut  homines  ad  domum  vestram  venientes  vel  ab  ea 
redeuntes  quomodolibet  perturbare,  ut  ob  reverentiam  dei  et  loci  vestri 
infra  predictos  terminos  non  solum  vos  et  fratres  vestri  sed  etiam  alii 
plenam  pacem  habeant  et  quieteni. 

4.  =  I.  7. 

5.  —  I.  8.  aber  post  factam  in  eodem  loco  professionem  abs- 
que  licentia  prioris  sui  fas  sit  de  claustro  vestro  discedere. 

6.  =  I.  6. 

7.  Adicientes  quoque  statuimus,  ut  infra  dimidiam  leugam  a  ter- 
minis  possessionum  vestrarura  nulli  religioso  liceat  quodlibet  edificium 
construere  vel  possessiones  acquirere,  sicut  ordini  vestro  dicitur  ab 
apostolica  sede  concessum. 

8.  [vgl.  L  15.]  Consecrationes  vero  altarium  seu  basilicarum  ordi- 
nationes  clericorum,  qui  ad  ordines  fuerint  promovendi,  a  diocesano 
suscipiatis  episcopo,  si  quidem  catholicus  fuerit  et  gratiam  atque  com- 
munionem  apostolice  sedis  habuerit  et  ea  vobis  gratis  et  absque  pra- 
vitate  aliqua  voluerit  exhibere.  Alioquin  liceat  vobis  etc.  =  I.  15.  2.  Theil. 

9.  [vgl.  I.  12.]  Insuper  auctoritate  apostolica  inhibemus,  ne  ullus 
episcopusvel  alia  quelibet  persona  ad  syuodos  vel  conventus  forenses  vos 
ire  vel  iudicio  seculari  de  propria  substantia  vel  possessionibus  vestris 
subiacere  compellat  nee  ad  domum  vestram  nou  vocatus  causa  ordines 
celebrandi  causas  traetandi  vel  conventus  aliquos  publicos  convocandi 
venire  presumat  nee  regulärem  electionem  prioris  vestri  impediat  aut 
de  institueudo  vel  removeudo  eo,  qui  pro  tempore  fuerit,  coutr.i  statuta 
Cartusienbis  ordinis  se  aliquatenus  intromittat. 

10.  =  I.  18  aber  in  ecclesiam  vestram  vel  personas. 

11.  =•  I.  19.  Cartusiensis  st.  Cisterciensis. 

12.  [vgl.  1.  20.]  Statuimus  etiam,  ut  propter  communia  interdieta 
terrarum  ecclesia  vestra,  exeommunieatis  et  interdictis  exclusis,  a  divinis 
non  cogatur  offieiis  abstinere. 

13.  =  III.  1&  ober  eiusdem  loci  priore  und  secupdum  deum 
et  approbata  vestri  ordinis  statuta. 

14-16  =  I.  23—25. 


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IV.  Formulae.  241 


VL 


Privilegium  monialium  iuclusarum  iuxta  Institu- 
tion em  sororum  sancti  Damiani  Asisinatis. 

1.  =  I.  1. 

2.  Eapropter  dilecti  in  Christo  filie  vestris  iustis  postulationibus 
dementer  annuimus  et  monasterium  sancte  dei  genitricis  et  Virginis 
Marie  et  sancti  Georgii  Esculanum*),  in  quo  divino  estis  obsequio  man* 
cipate,  sub  beati  Petri  et  nostra  protectione  suscipimus  et  presentis 
scripti  patrocinio  communimus. 

3.  Inprimis  siquidem  statuentes,  ut  ordo  monasticus,  qui  secundum 
deumb)  et  beati  Benedicti  regulam  atque  institutionem  monialium  in- 
clusarum  sancti  Damiani  Asisinatis  et  formulam  vite  vestre  a  felicis 
recordationis  G[regorio]  papa  predecessore  nostro  ordini  yestro  traditam, 
cum  adhuc  esset  in  minori  officio  constitutus,  in  eodeni  loco  institutus 
esse  dignoscitur,  perpetuis  ibidem  temporibus  inviolabiliter  observetur. 

4.  =  1.  4. 

5.  In  quibus  hec  propriis  duximus  vocabulis  exprimenda:  Locum 
ipsum,  in  quo  prefatum  monasterium  situm  est  cum  omnibus  suis 
pertinentiis,  XX  modiolos  terre  eidem  monasterio  adiacentes  et  XX 
modiolos  silve. 

6.  =  n.  7. 

7.  =  II.  8. 

8—10.  =  I.  15—17. 

11.  =  in.  9. 

12.  =  HI.  15  aber  Obeunte  .  .  te  . .  .  abbatissa. 

13.  =  L  18  aber  sive  etiam  in  mercenarios  —  sententiam  pro- 
tulerint  fehlt. 

14.  =  I.  21  aber  grangiarum  vestrarum  fehlt.*) 

15.  [vgl.  I.  22.]  Preterea  omnes  libertates  et  immunitates,  quas 
monasterio  vestro  venerabilis  frater  noster  M.  Esculanus  episcopus  de 
capituli  sui  assensu  indulsisse  dignoscitur,  sicut  in  eius  litteris  plenius 
continetur,  auetoritate  apostolica  confirmamus  et  presentis  scripti  pri- 
vilegio  communimus. 

16.  Tenorem  autem  litterarum  etc. 
17—19.  =  I.  23—25. 


VI.  H  p  30 ;  nicht  identisch  mit  E  f.  33,  Erler  60.  Überschrift  in  E : 

Privilegium   monialium   inclusarum   ordinis   sancte  Cläre.  *)  Ezculan   H. 

b)  deum  et  regulam  a  felicis  recordationis  Urbano  papa  IIU.  predecessore  nostro 
eiusdem  ordinis   sororibus  traditam  in  eodem  loco  institutus  esse  dinoscitur  E. 

c)  Randvermerk  in  H :  Istud  oapitulum  porro  non  conceditur  nisi  exemptis. 

Tangl,  Pipstl.  Kanzleiordnuogen.  16    ^^ 

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242  IV-  Formulae. 

vn. 

Magistro  religiöse  militie  templi,  quod  Ierosolimis 
situm  est,  eiusque  fratribus  tarn  presentibus  quam  futu- 
ris  imperpetuum. 

1.  Omne  datum  Optimum  et  omne  donum  perfectum  desursum 
est  descendens  a  patre  luminum,  apnd  quem  non  est  transmutatio  nee 
vicissitudinis  obumbratio. 

2.  Proinde,  dilecti  in  Christo  filii,  ad  exemplar  felicis  recorda- 
tiouis  predecessorum  nostrorum  Alexandri,  Lucii,  Urbani  et  dementia 
Romanorum  pontificum  de  vobis  et  pro  vobis  omnipotentem  dominum 
collaudamus,  quoniam  in  universo  mundo  vestra  religio  et  veneranda 
institutio  nuntiatur.  Cum  enim  natura  essetis  filii  ire,  nunc  per 
aspirantem  gratiam  evangelii  non  surdi  auditores  effecti  relictis  pompis 
secularibus  et  rebus  propriis,  dimissa  etiam  spatiosa  via,  que  ducit  ad 
mortem,  artum  iter,  quod  ducit  ad  vitam,  humiliter  elegistis  atque  ad 
ostendendum,  quod  in  dei  militia  specialiter  computemini,  Signum 
yivifice  erucis  in  vestro  pectore  assidue  circumfertis.  Accedit  ad  hoc, 
quod  tamquam  viri  Israhelite  atque  instruetissimi  divini  prelii  bellatores 
vere  caritatis  flamma  succensi  dictum  evaugelicum  operibus  adimpletis, 
quo  dicitur:  „Maiorem  hac  dilectionem  nemo  habet,  quam  ut  animam 
suam  ponat  quis  pro  amicis  suis*.  Unde  cum  iuxta  summi  pastoris 
vocem  animas  vestras  pro  fratribus  ponere  ipsosque  ab  ineursibus 
paganorum  defensare  minime  formidetis  et  cum  nomine  censeamini 
milites  templi,  constituti  estis  a  domino  ecclesie  catholice  defensores  et 
impugnatores  hostium  erucis  Christi 

3.  Licet  autem  vestrum  studium  et  laudanda  devotio  in  tarn  sacro 
opere  toto  corde  totaque  mente  desudet,  nichilominus  tarnen  universi- 
tatem  vestram  exhortamur  in  domino  atque  in  peccatorum  remissionem 
auetoritate  dei  et  beati  Petri  apostolorum  prineipis  tarn  vobis  quam 
servientibüs  vestris  iniungimus,  ut  pro  tuenda  catholica  ecclesia  et  ea, 
que  est  sub  paganorum  tyranide,  de  ipsorum  spurcitia  eruenda  expug- 
nando  inimicos  erucis  Christi  invocato  Christi  nomine  intrepide  labo- 
retis  et  in  usus  vestros,  que  de  spoliis  ipsorum  ceperitis,  convertatis; 
et,  ne  de  hiis  contra  velle  vestrum  portionem  alicui  dare  cogamini, 
prohibemu8,  statuentes,  ut  domus  seu  templum,  in  quo  estis  ad  dei 
laudem  et  gloriam  atque  defensionem  suorum  fidelium  et  liberandam 
dei  ecclesiam   congregati,  cum   Omnibus  possessionibus  et  bonis  suis, 

VII.  H  p.  32,   E  f.  3^;    Erler  6'2.  Nach  der  Überschrift  in  H  am 

Rande:    Non  datur  nisi  de  epeciali  mandato  domini  et  certa  conscientia  ipsias, 
quia  datur  tantum  capiti;  in  E  als  Überschrift  zur  nächsten  Formel. 


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IV.  Formulae.  243 

que  inpresentiarum  legitime  habere  cognoscitur  aut  in  futurum  con- 
cessione  pontificum  liberalitate  regum  vel  principum  oblatione  fidelium 
seu  aliis  iustis  modis  prestante  domino  poterit  adipisci,  perpetuis  futuris 
temporibus  sub  apostolice  sedis  tutela  et  protectione  consistat. 

4.  Presenti  quoque  decreto  sancimus,  ut  vita  religiosa,  que  in 
vestra  domo  est  divina  inspirante  gratia  instituta,  ibidem  inviolabiliter 
observetur  et  fratres  inibi  omnipotenti  domino  servientes  caste  et  sine 
proprio  vivant  et  professionem  suam  dictis  et  moribus  comprobantes 
magistro  suo,  aut  quibus  ipse  preceperit,  in  omnibus  et  per  omnia 
subiecti  et  obedientes  existant. 

5.  Preterea  quemadmodum  domus  ipsa  huius  sancte  vestre  institu- 
tionis  et  fons  ordinis  et  origo  esse  promeruit,  ita  nichilominus  omnium 
locorum  ad  eam  pertinentium  caput  et  magistra  imperpetuum  habeatur. 

6.  Ad  hec  adicientes  precipimus,  ut  obeunte  te,  dilecte  in  domino 
fili  magister,  vel  tuorum  quolibet  successorum  nullus  eiusdem  domus 
fratribus  preponatur  nisi  militaris  et  religiosa  persona,  que  vestre  reli- 
gionis  habitum  sit  professa  nee  ab  aliis  nisi  ab  omnibus  fratribus  in- 
simul  vel  a  saniori  vel  puriori  eorum  parte,  qui  preponendus  fue- 
rit,  eligatur. 

7.  Porro  nulli  ecclesiastice  secularive  persone  infringere  vel  minuere 
liceat  consuetudines  ad  vestre  religionis  et  officii  observantiam  a 
magistro  et  fratribus  communiter  institutas. 

8.  Easdem  quoque  consuetudines  a  vobis  aliquanto  tempore  obser- 
vatas  et  scripto  firmatas  nisi  ab  eo,  qui  magister  est,  consentiente 
tarnen  saniori  parte  capituli  non  liceat  immutari 

9.  Prohibemus  insuper  et  omnimodis  interdieimus,  ne  ulla  ecclesia- 
stica  secularisve  persona  a  magistro  et  fratribus  eiusdem  domus  exigere 
audeat  fidelitates  hominia  seu  iuramenta  vel  reliquas  securitates,  que 
a  secularibus  frequentantur. 

10.  Illud  autem  scitote,  quoniam,  sicut  vestra  sacra  institutio  et 
religiosa  militia  divina  est  Providentia  stabilita,  ita  nichilominus  nullius 
vite  religiosioris  obtentu  ad  alium  locum  vos  convenit  transvolare. 
Deus  enim,  qui  est  incommutabilis  et  eternus,  mutabilia  corda  non 
approbat,  sed  potius  sacrum  propositum  semel  ineeptum  perduci  vult 
usque  ad  finem  debite  actionis.  Quot  et  quanti  sub  militari  cingulo 
et  clamide  terreni  imperii  domino  placuerunt  sibique  memoriale  per- 
petuum  reliquerunt!  Quot  et  quanti  in  armis  bellicis  constituti  pro 
testamento  dei  et  paternarum  legum  defensione  suis  temporibus  fortiter 
dimicarunt  atque  manus  suas  in  sanguine  infidelium  domino  conse- 
crantes  post  bellicos  sudores  eterne  vite  bravium  sunt  adeptil  Videte 
itaque  vocationem  vestram,  fratres  tarn  milites  quam  servientes,  atque 

16# 

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244  IV.  Formulae. 

iuxta  äpostolum  unusquisque  vestrum,  in  qua  vocatione  vocatus  est, 
in  ea  permaneat.  ldeoque  fratribus  ve^tris  semel  devotis  atque  in  sacro 
collegio  vestro  receptis  post  factam  in  vestra  militia  professionein  et 
habitum  religionis  assuinptum  revertendi  ad  seculura  esse  interdicimus 
fas ;  nee  alicui  eorum  fas  sit  post  factam  professionem  semel  assumptam 
crucem  dominicam  et  habitum  vestre  professionis  abicere  vel  ad  alium 
locum  seu  etiam  monasterium  maioris  sive  minoris  religionis  obtentu 
invitis  sive  inconsultis  fratribus  aut  eo,  qui  magister  extiterit,  liceat 
transmigrare  nullique  ecclesiastice  secularive  persone  ipsos  suseipere 
liceat  vel  tenere. 

11.  =  1.6. 

12.  Ceterum  deeimas,  quas  consilio  et  assensu  episcoporum  de 
manu  clericorum  vel  laicorum  habere  poteritis,  illas  etiam,  quas  con- 
sentientibus  episcopis  vel  eorum  clericis  acquiretis,  auetoritate  nostra 
apostolica  confirmamus. 

13.  Ut  autem  vobis  ad  curam  animarum  vestrarum  et  salutis 
plenitudinem  nichil  desit  atque  ecclesiastica  sacramenta  et  divina  officia 
vestro  sacro  collegio  commodius  exhibeantur;  simili  modo  saneimus, 
ut  liceat  vobis  honestos  clericos  et  sacerdotes  seeundum  deum  quantum 
ad  vestram  seien tiam  ordinatos  undeeunque  ad  vos  venientes  in  fratres 
suseipere  et  tarn  in  principali  domo  vestra  quam  etiam  in  obedientiis 
et  locis  subditis  vobiscum  habere,  dummodo,  si  e  vicino  sint,  eos  a 
propriis  episcopis  expetatis,  iidemque  nulli  alii  professioni  vel  ordini 
obnoxii  teneantur. 

14.  Quod  si  episcopi  eosdem  vobis  concedere  forte  noluerint, 
nichilominus  tarnen  eosdem  suseipiendi  et  retinendi  auetoritate  sanete 
Romane  ecclesie  licentiam  habeatis. 

15.  Si  vero  aliqui  horum  post  factam  professionem  turbatores 
religionis  vestre  aut  domus  vel  inutiles  fuerint  fortassis  inventi,  liceat 
vobis  eös  cum  saniori  parte  capituli  amovere  ipsisque  transeundi  ad 
alium  ordinem,  ubi  seeundum  deum  vivere  voluerint,  dare  licentiam 
et  loco  ipsorum  alios  idoneos  substituere,  qui  etiam  uuius  auni  spatio 
in  vestra  societate  probentur.  Quo  peracto,  si  mores  eorum  exegerint 
et  utiles  fuerint  ad  servitium  vestrum  inventi,  tunc  demum  professionem 
faciant  regulärem,  promittentes  se  regulariter  vivere  ac  magistro  pro- 
prio obedire,  ita  tarnen  quod  eundem  vobiscum  victum  habeant  et 
vestitum  nee  non  lectisternia  hoc  excepto,  quod  clausa  vestimenta  por- 
tabunt.  Sed  nee  ipsis  liceat  de  capitulo  vel  cura  domus  vestre  se 
intromittere  temere,  nisi  in  quantum  fuerit  eis  a  vobis  iniunetum. 
Tantum  quoque  curam  habeant  animarum,  quantum  a  vobis  fuerint 
requisiti.     Preterea  nulli  persone  extra  vestrum  capitulum  sint  subiecti 


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IV.  For.muUe.  245 

tibique,  dilecte  in  domiuo  fili,  tuisque  successoribus  tamquam  mägistro 
et  prelato  suo  deferant  secundum  vestri  ordinis  instituta. 

16.  =  V.  8. 

17.  Clericos  autem  pro  pecunia  predicare  aut  lucro  vosque  pro 
huiusraodi  causa  eos  ad  predicandum  mittere  prohibemus,  nisi  forte 
magister  templi,  qui  pro  tempore  fuerit,  certis  ex  causiä  id  decreverit 
faciendum. 

18.  Si  quando  vero  loca  deserta  fuerint  eidem  venerabili  domui 
ab  aliquo  pia  devotione  collata,  liceat  vobis  ibidem  edificare  villas 
ecclesias  et  cimiteria  ad  opus  hominum  ibidem  manentium  fabricare, 
ita  tarnen  ut  in  vicinia  illa  abbatia  vel  religiosorum  virorum  collegium 
non  existat,  que  ob  hoc  valeat  perturbari. 

19.  Cum  autem  terre  culte  vobis  quolibet  iusto  titulo  conferentur, 
facultatem  et  licentiam  habeatis  ibidem  ad  opus  transeuntium  et  eorum 
tantum,  qui  de  mensa  vestra  fuerint,  construendi  oratoria  et  cimiteria 
faciendi.  Est  enim  indecens  et  periculo  proximum  animarum  religiosos 
fratres  occasione  adeunde  ecclesie  se  virorum  turbis  et  mulierum  fre- 
quentie  immiscere. 

20.  Quicunque  sane  in  vestro  collegio  suscipientur,  stabilitatem 
loci  conversionem  morum  seque  militaturos  domino  diebus  vite  sue 
sub  obedientia  magistri  templi,  posito  scripto  super  altare  in  quo 
contineantur  ista,  promittant. 

21.  Deceruimus  ergo,  ut  receptores  vestrarum  fraternitatum  sive 
collectarum,  salvo  iure  dominorum  suorum  in  beati  Petri  et  nostra 
protectione  consistant  et  pace  in  terris,  in  quibus  fuerint,  potiantur. 

22.  Simili  quoque  modo  sancimus,  ut,  quicunque  in  vestra  fuerit 
fraternitate  receptus,  si  forte  ecclesia,  ad  quam  pertinet,  a  divinis  pro- 
hibita  fuerit  eumque  mori  contigerit,  eidem  sepultura  ecclesiastica  non 
negetur,  nisi  excommunicatus  vel  nominatim  fuerit  interdictus  vel 
publice  usurarius. 

23.  Preterea  si  qui  fratrum  vestrorum,  qui  ad  recipiendas  easdem 
fraternitates  vel  collectas  a  vobis  fuerint  missi,  in  quamlibet  civitatem 
castellum  vel  vicum  advenerint,  si  forte  locus  ipse  a  divinis  sit  officiis 
interdictus,  pro  omnipotentis  dei  reverentia  semel  in  anno  aperiantur 
ecclesie  et  exclusis  excommunicatis  divina  officia  celebrentur. 

24.  Statuimus  etiam,  ut  nulli  episcopo  in  ecclesiis  vobis  utroque 
iure  subiectis  interdicti  vel  excommunicationis  sententiam  liceat  pro- 
mulgare. 


23)  Attende  de  ista  clausula,  quia  talia*  privilegia  revocata  sunt  per  Con- 
stitutionen! Bonifatii  pape  VIII.  extra,  libro  IL  de  sententia  excommunicationis. 
»Alma«  c.  ultimo.  E;  fehlt  H.    [Lib.  Sextus  V,  11  c.  24.] 


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246  1V»  Formulae. 

25.  [vgl.  III.  9.)  Verumtamen  si  generale  interdictum  terre  fuerit 
in  locis  prolatum,  exclusis  excommunicatis  et  nominatim  interdictis, 
clausis  ianuis  absque  signorum  pulsatione  plene  divina  officia  celebretis, 
dummodo  causam  non  dederitis  interdicto. 

26.  Decernimus  insuper  auctoritate  apostoliea,  ut,  apud  quem- 
cunque  locum  tos  venire  contigerit,  ab  honestis  atque  catholicis  sacer- 
dotibus  penitentiam  unctionem  seu  alia  quelibet  eccleeiastica  sacramenta 
vobis  su8cipere  liceat,  ne  forte  ad  perceptionem  spiritualium  bonorum 
aliquid  vobis  desit. 

27.  Quia  vero  omnes  unum  corpus  sumus  in  Christo  et  non  est 
personarum  differentia  apud  deum,  tarn  remissioois  peccatorum  quam 
alterius  beneficentie  atque  apostolice  benedictionis  que  vobis  indulta 
est,  tarn  familiam  vestram  quam  vestros  participes  esse  volumus  ser- 
vientes. 

28.  [vgl.  I.  23.]  Nulli  ergo  omnino  hominum  liceat  predictum 
locum  temere  perturbare  aut  eius  possessiones  auferre  vel  ablatas 
retinere  minuere  seu  quibuscunque  vexationibus  f atigare;  sed  omnia 
integra  conserventur  vestris  atque  aliorum  dei  fidelium  usibus  omni- 
modis  profutura;  salva  in  omnibus  apostolice  sedis  auctoritate  ac 
declaratione  concilii  generalis. 

29.  =  I.  24  aber  Si  quis  igitur. 

30.  [vgl.  I.  25.]  Conservantes  autem  hec  omnipotentis  dei  et 
beatorum  Petri  et  Pauli  apostolorum  eius  benedictionem  et  gratiam 
consequantur.    Amen. 

VIIL 

Magistro  et  fratribus  hospitalis  Ierosolimitani  tarn 
presentibus  quam  futuris  religiosis  viris  etc. 

1.  Christiane  fidei  religio  hoc  pie  credit  et  veraciter  confitetur, 
quod  dominus  et  salvator  noster  Iesus  Christus,  cum  omnium  dives 
esset,  pro  nobis  est  pauper  effectus.  Unde  cum  ipse  suis  imitatoribus 
premia  consolationis  oportune  promitteret,  „Beati,*  inquit,  «pauperes, 
quoniam  ipsorum  est  regnum  celorum*.  Idemque  pater  orphanorum 
et  refugium  pauperum  ad  hospitalitatem  ac  beneficentiam  nos  exbor- 
tans  in  evangelio  ait:  »Quod  uni  ex  minimis  meis  fecistis,  mihi  fecistis. * 
Quique  ad  comprobandam  tante  humilitatis  excellentissimam  bonitatem 
etiam  pro  calice  aque  frigide  mercedem  se  asseruit  redditurum. 

2.  Et  nos  igitur,  quibus  ex  iniuncto  nobis  officio  imminet  hiis 
qui  longe  et  hiis  qui  prope  sunt  paterna  sollicitudine  providere,  devo- 

VIII.  H  p.  35,  E  f.  36;  Erler  67.    Überschrift  fehlt  in  E. 

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IV.  Formulae.  247 

tionem  vestram  debita  benignitate  eomplectimur,  et  quemadmodum 
postulastis,  ad  exemplar  predecessorum  nostrorum  felicis  memorie  Inno- 
centii,  Celestini,  Lucii,  Eugenii,  Anastasii,  Adriani,  Alexandri,  Lucii, 
Urbani,  Gregorii,  Clementis  et  Celestini  Eomanorum  pontificum  hospi- 
talem  domum  sancte  civitatis  Ierosolera  snb  beati  Petri  tutela  suscipimus 
et  tam  personas  quam  res  pertinentes  ad  eam  apostolice  sedis  privilegio 
communimus; 

3.  statuentes,  ut,  quecunque  possessiones  quecunque  bona  susten- 
tationi  peregrinorum  et  pauperum  necessitati  vel  in  Ierosolimitane 
ecclesie  vel  aliarum  ecclesiarum  parrochiis  et  civitatum  territoriis  per 
tue  prudentie  vigilantiam  eidem  xenodochio  rationabiliter  acquisita  sive 
a  quibuslibet  oblata  sunt  aut  in  futurum  offerri  contigerit  vel  aliis 
iustis  modis  acquiri  domino  largiente,  queque  a  Ierosolimitane  sedis 
patriarchis  legitime  concessa  tam  tibi  quam  successoribus  tuis  et  fratri- 
bus  ac  peregrinorum  illic  curam  gerentibus  quieta  semper  et  integra 
conserventur. 

4.  =  VII.  18. 

5.  [vgl.  VII.  19.]  Cum  autera  terre  culte  vobis  quolibet  iusto 
titulo  conferuntur,  facultatem  et  licentiam  habeatis  ibidem  ad  opus 
solummodo  fratrum  et  peregrinorum  et  eorum,  qui  de  mensa  vestra 
fuerint,  construendi  oratoria  et  cimiteria  faciendi. 

6.  =  VII.  21  ober  et  per  terras,  in  quibus  fuerint,  obtineant 
ipsi  pacem. 

7.  =  vn.  22. 

8.  =  VII.  23. 

9.  Quia  vero    sustentationi    peregrinorum    et   pauperum    cedere 

omnia  vestra  debent  ac  per  hoc  nullatenus  aliis  usibus  ea  convenit 
applicari :  statuimus,  ut  de  possessionibus  habitis  ante  concilium  gene- 
rale, quas  vestris  sumptibus  Colitis,  sive  de  nutrimentis  vestrorum 
animalium  nullus  omnino  clericus  vel  laicus  decimas  a  vobis  exigere 
vel  extorquere  presumat. 

10.  =  VII.  24 

11.  =  VII.  25. 

12.  Ut  autem  ad  plenitudinem  salutis  et  curam  animarum  nichil 

penitus  vobis  desit,  sed  commodius  vobis  divina  celebrentur  officia  et 
exhibeantur  competentius  ecclesiastica  sacramenta :  sancimus,  ut  liceat 
vobis  clericos  et  sacerdotes  etc.  =  VII.  13. 

13.  =r  VII.  14  mit  folgendem  Zusatz:  iidem  vero  clerici  nulli 
alii  persone  extra  vestrum  capitulum  nisi  Romano  pontifici  sint 
subiecti. 


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248  IV-  Formulae. 

14.  Laicos  quoque  liberos  et  absolutes  ad  conversionem  et  pau- 
perum  Christi  servitium  absque  alicuius  contradictione  suscipiendi 
nichilominus  vobis  concedimus  facultatem. 

15.  [vgl.Vn.10.]  Fratribus  vero  vestris  semel  devotis  atque  insacro 
collegio  receptis  post  professionem  factam  et  habitum  religionis  assump- 
tum  revertendi  ad  seculum  interdicimus  facultatem;  nee  alicui  eorum  fas 
sit  post  factam  professionem  semel  assumptam  crucem  dominicam  et 
habitum  vestre  religionis  abicere  vel  ad  alium  locum  seu  etiam  mona- 
sterium  maioris  sive  minoris  religionis  obtentu  invitis  sive  inconsultis 
fratribus  aut  eo,  qui  magister  extiterit,  transmigrare,  nullique  ecclesia- 
stice  secularive  persone  illos  reeipere  liceat  vel  tenere. 

16.  =  VII.  9. 

17.  =  VII.  16  =  V.  8. 

18.  Obeunte  vero  te,  nunc  eiusdem  loci  provisore  atque  preposito, 
nullus  ibi  qualibet  surreptionis  astutia  seu  violentia  preponatur,  nisi 
quem  fratres  seeundum  deum  duxerint  eligendum. 

19.  Preterea  honores  omnes  seu  possessiones,  quas  idem  xeno- 
dochium  ultra  seu  citra  mare  in  Asia  seu  Europa  inpresentiarum  iuste 
habet  vel  in  futurum  rationabilibus  modis  deo  propitio  poterit  adipisci, 
pro  vobis  hospitalitatis  studio  innitentibus  et  per  vos  iam  dicto  xeno- 
dochio  confirmamus. 

20.  =  VII.  28. 
21—22.  =  VII.  29,  30. 

IX. 

Hermanno  magistro  religiöse  fraternitatis  hospitalis 
sanete  Marie  Theotonicorum  Ierosolimitani  eiusque  fra- 
tribus tarn  presentibus  quam  futuris  imperpetuum. 

1.  Etsi  neque  qui  plantat  neque  qui  rigat  sit  aliquid,  sed  qui  in- 
crementum  dat  deus,  humana  tarnen  diligentia  impensioris  eure  soli- 
citudinem  debet  impendere  circa  plantas,  que  adhuc  novelle  fruetus 
uberes  offerunt  et  uberiores  suo  tempore  repromittunt. 

2.  Cum  igitur  vestre  religionis  novella  plantatio  flores  et  fruetus 
odoris  et  honestatis  tempestiva  feeunditate  produxerit  et  deo  incre- 
mentum  dante  sie  ineeperit  expandere  ramos  suos,  ut  uberrimam  fruc- 
tuum  copiam  promittere  videatur :  nos,  qui  custodes  in  dominica  vinea 
positi  et  eultores  circa  virtutum  plantaria  debemus  diligentioris  eulture 
ac  eure   studium    adhibere,  novellam  plantationem  vestram  rore  apo- 


EX.  H  p.  36,  E  f.  37';  Erler  69.    Randvermerk:   Non  datur  nisi  de  speciail 
mandato  domini,  quia  datur  tantum  capiti. 


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IV.  Formulae.  249 

stolice  gratie  irrigare  proponimus  et  fecunditatem  bonorum  operum, 
qua  viget  ad  presens  et  vigebit,  divina  favente  gratia  in  futurum,  vigi- 
lantis  eure  impendio  adiuvare. 

3.  Eapropter,  dilecti  in  domino  filii,  vestris  iustis  postulationibus 
clementer  annuimus  et  domum  vestram  seu  hospitale,  in  quo  estis  ad 
dei  laudem  et  gloriam  atque  defensionem  suorum  fidelium  et  liberandam 
Christi  ecclesiam  congregati,  cum  omnibus  possessionibus  et  bonis  suis, 
que  inpresentiarum  legitime  habere  cognoscitur  aut  in  futurum  con- 
cessione  pontificum  liberalitate  regum  vel  prineipum  oblatione  fidelium 
seu  aliis  iustis  modis  prestante  domino  poterit  adipisci,  sub  beati  Petri 
et  nostra  protectione  suseipimus  et  presentis  scripti  privilegio  commu- 
nimus,  statuentes,  ut  perpetuis  futuris  temporibus  sub  apostolice  sedis 
tutela  et  defensione  consistant. 

4.  Statuimus  etiam,  ut  ordo  fratrum  hospitalis  Ierosolimitani  circa 
pauperes  et  infirmos,  ordo  vero  fratrum  militie  templi  circa  clericos  et 
milites  ac  alios  fratres  iuxta  institutionem  domus  vestre  perpetuis  ibi- 
dem temporibus  observetur. 

5.  Ad  hec  statuimus,  ut  cum  pro  tuenda  catholica  ecclesia  et  ea, 
que  est  sub  paganorum  tyrannide,  de  ipsorum  spurcitia  eruenda  intre- 
pide  laboretis,  liceat  vobis  libere  in  usus  vestros  convertere  ea,  que  de 
spoliis  ipsorum  ceperitis  paganorum,  et,  ne  de  hiis  contra  velle  vestrum 
porcionem  alicui  dare  cogamini,  prohibemus. 

6.  Presenti  quoque  decreto  saneimus,  ut  fratres  in  domo  vestra 
domino  servientes  etc.  =  VIL  4. 

7.  =  VII.  5. 

8.  =  VII.  6.  aber  obeunte  te,  dilecte  in  domino  fili  Hermanne. 
9—11.  =  VII.  7—9. 

12.  =  VIII.  15  mit  Hinweglassung  der  Worte:  semel  devotisa  tque 
in  sacro  collegio  reeeptis  nach  fratribus  vestris.     vgl.  VII.  10.  2.  Theil. 

13.  =  VII.  11  =  I.  6. 

14.  =  VH.  12. 

15.  =  VII.  13. 

16.  =  VH.  14. 

17.  =  VII.  15.  mit  Hinweglassung  des  Satzes:  Tantum  quoque 
curam  habeant  animarum,  quantum  a  vobis  fuerint  requisiti. 

18.  =  VIT.  16  =  V.  8.    vgl.  I.  15. 

19.  =,VII.  18. 

20.  =  VIL  19. 

2i.  =  vn.  20. 

r22.  =  VII.  21. 


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250  IV.  Formulae. 

23.  =  VII.  22.  aber  nach  fraternitate  receptus  die  Worte  einge- 
schaltet: ita  quod  ordini  vestro  adhuc  manentes  in  seculo  sint  oblati 
mutato  habitu  seculari  vel  vobis  inter  vivos  dederint  bona  sua,  retento 
sibi,  qnamdin  in  seculo  vixerint,  usufructu,  si  forsan  ecclesie  etc. 

24.  Tales  quoque  confratres,  si  eos  ecclesiarum  prelati  non  per- 
miserint  apud  suas  ecclesias  sepeliri,  apud  vestras  deferre  possitis 
ecclesias  tumulandos. 

25.  =  VII.  23.   aber:    una  tantum   ecclesia  ipsius  ordinis 

semel  experiatur. 

26—32.  =  VII.  24-30. 

X. 

Venerabili  fratri  .  .  episcopo  eiusque  successoribus 
canonice  substituendis  imperpetuum. 

1.  In  eminenti  apostolice  sedis  specula  licet  immeriti  disponente 
domino  constituti  fratres  nostros  episcopos,  tarn  propinquos  quam  longe 
positos,  fraterna  debemus  caritate  diligere  et  ecclesiis  sibi  a  deo  com- 
missis  pastorali  sollicitudine  providere. 

2.  Quocirca,  venerabilis  in  Christo  frater  episcope,  tuis  iustis 
postulationibus  clementer  annuimus  et  ecclesiam  sancte  Marie  . .,  cui 
auctore  domino  preesse  dignosceris,  sub  beati  Petri  etc.  =  I.  2. 

3.  Statuentes,  ut  quascunque  possessiones  etc.  =  I.  4. 

4.  [vgl.  I.  5.]  In  quibus  hec  propriis  duximus  exprimenda  voca- 
bulis :  Ecclesiam  ipsam  cum  tali  .  .  in  civitate  tali  sancti  Petri,  sancti 
Pauli  et  alias  quas  voluerit  nominare  in  civitate  cum  omnibus  per- 
tinentiis  earundem,  in  diocesi  tali  monasterium  tale  castrum  tale  cum 
ecclesia  tali  castellare  tale  plebem  talem  cum  capellis  talibus  bonis  ac 
hominibus  eiusdem  terre  et  possessionibus  suis  cum  plena  iurisdictione, 
quam  talis  ecclesia  noscitur  in  ea  hactenus  habuisse;  in  quibus  lec 
propriis  duximus  vocabulis  exprimenda:  locum  ipsum  in  quo  prefata 
ecclesia  sita  est  cum  omnibus  pertinentiis  suis.a) 

5.  Ad  hec  cimiteria  ecclesiarum  et  ecclesiastica  beneficia  nullus 
hereditario  iure  possideat.  Quod  si  quis  facere  presumpserit,  censura 
canonica  compescatur. 

6.  Preterea  quod  communi  assensu  capituli  tui  vel  partis  maioris 
consilii  sanioris  in  tua  diocesi  per  te  vel  successores  tuos  fuerit  canonice 
institutum,  ratum  et  firmum  volumus  permanere. 

X.  H  p.  39,  E  f.  39' ;  Erler  74.  »)  roth :  deinde  quicquid  voluerit  nomi- 

nare ;  ultimo  ponat :  cum  pratis  vineis  terris,  ßicut  retro  in  privilegio  Cisterciensie 
ordinis,  sed  non  eemper  ponitur.  Istud  Becundum  volle  scriptoris  vel  aliter 
poteet  dici.  H  E. 


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IV.  Formulae.  251 

7.  Prohibemus  insuper,  ne  excommunicatos  vel  interdictos  tuos 
ad  officium  vel  communionem  ecclesiasticam  sine  conscientia  et  con- 
sensu  tuo  quisquam  admittat  aut  contra  sententiam  tuam  canonice 
promulgatam  aliquis  venire  presumat,  nisi  forte  periculum  mortis  im- 
mineat,  ut  dum  presentiam  tuam  habere  nequiverint,  per  alium  secundum 
formam  ecclesie  satisfactione  premissa,  oporteat  ligatum  absolvi. 

8.  Sacrorum  quoque  canonum  auctoritatem  sequentes  statuimus, 
ut  nullus  episcopus  vel  archiepiscopus  absque  talis  episcopi  consensu 
conventus  celebrare  causas  etiam  vel  ecclesiastica  negotia  alterius  dio- 
cesis  nisi  per  Bomanum  pontificem  vel  eius  legatum  fuerit  eidem 
iniunctum,  tractare  presumat,  nisi  forsitan  metropolitanus  eius  aliaque 
premissorum  fecerit  in  casibus  sibi  a  iure  concessis. 

9.  Illam  quoque  abusivam  consuetudinem  vel  potius  abhominabilem 
corruptelam,  quod  cives  tales,  episcopo  decedente  bona  mobilia  epi- 
scopatus,  tamquam  ad  eos  iure  successionis  pertineant,  rapiunt  et 
asportant,  inhibentes  electo,  ne  ingrediatur  episcopale  palatium,  nisi 
prius  iuret  se  illorum  consuetudines  servaturum,  penitus  abolemus,  sub 
interminatione  anathematis  prohibentes,  ne  talia  de  cetero  attemptentur. 

10.  In  ecclesiis  quoque  talis  diocesis,  que  ad  alios  pleno  iure  non 
pertinent,  nullus  clericum  instituere  vel  destituere  vel  sacerdotem  pre- 
ficere  sine  consensu  diocesani  presumat. 

11.==  I.  23  aber  ecclesiam  statt  monasterium;  salva  sedis  apostolice 
auctoritatem  [vel:  salvo  mandato  sedis  apostolice  speciali.] 

12.  =  I.  24. 

13.  =  I.  25. 

XL 

Venerabili  fratri .  .  archiepiscopo  .  .  eiusque  succes- 
soribus  canonice  substituendis  imperpetuum. 

1.  Cum  universis  sancte  ecclesie  filiis  debitores  ex  iniuncto  nobis 
a  deo  apostolatus  officio  existamus,  illis  tarnen  locis  atque  personis 
propensiori  nos  convenit  caritatis  studio  imminere,  que  ad  sedem  apo- 
stolicam  noscuntur  specialiter  pertinere. 

2.  Quocirca,  venerabilis  frater  archiepiscope,  etc.  =  X.  2. 

3.  =  X.  3. 

4.  [vgl.  X.  4.]  In  quibus  hec  propriis  duximus  exprimenda  voca- 
bulis:  ecclesiam  ipsam  Mediolanensem  [vel:  locum  ipsum,  in  quo  pre- 
fata  ecclesia  sita  est,  cum  omnibus  pertinentiis  suis  vel  ipsam  Medio- 
lanensem ecclesiam  cum  territorio  suo  a  tali  loco  usque  ad  talem.] 


XI.  H  p.  49,  E  f.  4^;   Erler  75. 

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252  IV.  Formulae. 

5.  Episcopatus  quoque  inferius  denotatos  ecclesie  Mediolanensi 
metropolitico  rare  subiectos  tibi  tuisque  successoribus  auctoritate  apo- 
stolica  nichilominus  confirmamus,  videlicet  episcopatum  talem. 

6.  Insiiper  quoque  usum  pallei  plenitudinem  vi